Samstag, 18. Oktober 2014

Gerechte Strafe

Es kommt beim Thema „selbstbestimmtes Sterben“ viel zusammen im Moment.
Der absurde Einsatz der Konservativen für ein Verbot von eigenständigen Entscheidungen, die lobenswerte Kampagne „Mein Ende gehört mir“, der spektakuläre Freitod Udo Reiters, der die Aktion vehement unterstützt hatte, sowie einige Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.

Uwe-Christian Arnold, Michael Schmidt-Salomon: „Letzte Hilfe. Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben“
Rowohlt, 240 Seiten
ISBN 978-3-498-09617-5

Hans Küng: „Glücklich sterben?“
Piper, 160 Seiten
ISBN: 978-3-492-05673-1

Eine Woche vor seinem Suizid hatte Udo Reiter noch in der Talkshow von Maybrit Illner gesessen und die Theologin Margot Käßmann verstört mit dem Sarkasmus, dem Witz, aber auch der Härte, in der er über Selbstmorde sprach. "Ich sitze seit 48 Jahren im Rollstuhl", hatte er gesagt. "Trotz Rollstuhl habe ich ein schönes selbstbestimmtes Leben geführt. In meinem Alter fragt man sich dann doch, wie soll das weitergehen? Vor allem: Wie soll’s aufhören? Da bin ich für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich eigentlich nicht als Pflegefall enden möchte. Nicht als jemand, der langsam sein Ich verliert, der von anderen dann gewaschen, gebürstet und gewindelt wird, und ich möchte auch nicht als gutmütiger oder bösartiger Idiot vor mich hindämmern, sondern möchte rechtzeitig sagen können: Es ist sehr schön gewesen, es hat mich sehr gefreut, aber jetzt möchte ich gehen." Dabei lugte er über seine Brille, wie er es immer tat, wenn er etwas Spitzes sagte, er war ein Schelm. Er schaute auch so, wenn er Vorträge vor der Katholischen Bischofskonferenz oder vor Bundestagsfraktionen hielt, stets ging es um seine eine zentrale Forderung: Der Mensch solle frei entscheiden dürfen, wann es an der Zeit sei, Schluss zu machen. Er selbst wollte einen "Cocktail einnehmen" können, wenn er das Gefühl habe, seine Vitalität zu verlieren, einen Cocktail, "der gut schmeckt und mich dann sanft einschlafen lässt".


Inhaltlich ist das Thema meiner Ansicht nach wenig kompliziert und absolut ausgelutscht. Dazu ist alles gesagt.
Wir erleben hier nur ein Aufbäumen der um ihren Einfluß fürchtenden Topreligioten dieses Landes.

Dabei werden ihnen alle Teppiche ausgerollt. Insbesondere weil die von den vielen Kirchenvertretern in den Fernsehräten christlich geprägten TV-Redaktionen geradezu manisch diese Theo-Vögel einladen, um auf Kosten der Gebührenzahler für ihren Verein Werbung zu machen.
Morgen hat der fromme Katholik Günther Jauch, der sich schon persönlich für die religiöse Separierung christlicher Kinder in Berlin („Pro Reli“) einsetzte und von der Beichte schwärmt, wieder eine besonders deprimierende Talkrunde zusammengestellt, um über den „Fall Reiter“ zu diskutieren:

Thomas Gottschalk (Zimmertemperatur-IQ, ebenfalls frommer Katholik, der das Frauenpriestertum strikt ablehnt:

Diesem Konstrukt der katholischen Kirche, einer über 2000 Jahre gewachsenen und damit doch sehr konservativen Veranstaltung, ist meiner Meinung nach nicht damit geholfen, dass man sagt: Jetzt lass doch mal die Mädels ran. Ich persönlich habe schon geschluckt, als ich erstmals Ministrantinnen in Turnschuhen gesehen habe.
(TG 21.11.11),

Franz Müntefering (frommer Sterbehilfegegner) und Nikolaus Schneider (Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland).

Interessant ist wie die Frommen ihre gewaltige TV-Präsens nutzen.
Bizarra Käßmann, die vermutlich dümmste Bischöfin der Welt, ist  gewissermaßen omnipräsent und bekannter als Merkel, Steffi Graf und Helene Fischer zusammen.
Es dürfte kaum jemand in diesem Lande geben, der Käßmann noch nicht in BILD oder TV plaudern hörte.
Und der Effekt ist eindeutig. Insbesondere, wenn sich die Evangelischen in intime Dinge einmischen, die jedermanns Privatsache sind.
Ihnen laufen sogar doppelt so viele Mitglieder wie der RKK davon.
Da braucht es gar keinen TVE und keinen massenhaften Kindesmissbrauch.

Alle evangelischen Landeskirchen sind im vergangenen Jahr geschrumpft. Das geht aus einer Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) bei den Landeskirchenämtern und der EKD hervor. Die 20 Mitgliedskirchen der EKD hatten zum 31. Dezember 2013 rund 23,04 Millionen Mitglieder. Das sind 315.000 weniger als im Vorjahr, was einen Rückgang um 1,4 Prozent bedeutet. Der Verlust entspricht in etwa der Einwohnerzahl einer Großstadt wie Mannheim. Hauptgrund für das Minus ist die negative Bevölkerungsentwicklung. 2002 gab es in Deutschland noch 26,2 Millionen landeskirchliche Protestanten.
[….] Überdurchschnittlich hohe Verluste verzeichneten die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (-2,1 Prozent), die Lippische Landeskirche (-1,9 Prozent) und die Nordkirche (-1,7 Prozent).


Freitag, 17. Oktober 2014

Verschlimmbesserungen



Das Problem an den Menschen ist, daß sie doof sind.

Man kann sie eigentlich nicht mit sich allein lassen, weil sie so viel Unsinn anstellen. Bis einer heult.
Sie klammern hartnäckig an Traditionen und Regeln, so daß sie oft das offensichtlich Vernünftige vor ihren Augen gar nicht sehen.

Sehr amüsant ist es in den historischen James-Clavell-Romanen nachzulesen, wie die christlichen Missionare und Seefahrer um 1600 auf die Japanischen Sitten stießen. Es krachte ordentlich, weil Adelige und Samurai die Europäer ob ihres grauenvollen Gestanks gerne erst einmal gründlich abschrubben und baden ließen.
Die Christen hingegen wußten, daß Bäder ungesund waren und höchstens einmal im Jahr angewendet werden durften. Die fürchterlichen Japaner badeten hingegen TÄGLICH. Und das auch noch vollkommen sittenlos; nämlich NACKT!
Das müsse man ihnen als erstes austreiben, befand man.
Außerdem behagte den Missionaren die japanische Medizin ganz und gar nicht. Kräuter, Pasten, Waschungen, Hygiene, Anamnesen – das konnte doch nicht richtig sein! In Europa  gab es bei Schmerzen Rum, bei Entzündungen Amputation und bei allen Leiden „zur Ader lassen.“
Und dann die seidenen Kimonos, die zu allem Übel auch noch andauernd gewaschen wurden. Ekelhaft.
Obwohl es so offensichtlich war, daß luftige Kleidung bei tropischen Temperaturen Vorteile hat, daß die hygienischen Menschen weniger von Wanzen und Flöhen belästigt wurden und daß man nach dem „Aderlassen“ immer schwächer wird, hielten die Christen verbissen an ihren Ansichten fest.
Noch im 20. Jahrhundert war es in vielen Teilen Europas verpönt nackt zu duschen.

1000 Jahre finsteres Mittelalter hätten weit weniger durchseucht sein können, wenn Europas Christliche Führer nicht hartnäckig alle Erkenntnisse aus anderen Teilen der Welt ignoriert hätten.

Ende des 15. Jahrhunderts tauchte in Europa erstmals die Syphilis auf und es dauerte über 400 Jahre bis 1905, bis die Übertragungswege und der Erreger gefunden war.
Bis dahin probierte man sich an den wildesten Theorien.

Eine wissenschaftliche Theorie legte etwa nahe, dass eine schlechte Sternkonstellation im Herbst des Jahres 1484 für die entsetzlichen Geschwüre verantwortlich sein soll; alle Planeten versammelten sich zu diesem Zeitpunkt im Zeichen des Skorpions, dem die Geschlechtsteile zugeordnet wurden. Es wurde «Heiliges Holz» aus Südamerika eingeführt, welches die Kranken kurieren sollte, aber nicht half. Viele taten Syphilis als Gottesstrafe ab. Die eingangs erwähnte Quecksilber-Therapie sollte gemäss Vielsäfte-Lehre den krankmachenden Schleim aus dem Blut lösen, was mit dem Schleimspucken nach der Quecksilber-Einnahme bewiesen zu sein schien.

Immerhin ist der homo demens offenbar in der Lage überhaupt irgendwann empirische Schlüsse zu ziehen.

So sind über die Jahrhunderte unter anderem die biblischen Speisegebote entstanden.
Dabei handelt es sich im Grunde um nichts anderes als banale Erfahrungen: Wenn man einen vergammelten Fisch isst, bekommt man Bauchschmerzen.

Diese Regeln wurden großzügig ausgesponnen und waren dadurch für die Herrschenden äußerst wertvoll. Denn wer gegen Regeln verstößt, kann gemaßregelt werden.
Die Bibel bietet eine Vielzahl von Speisenverboten:

    Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und wiederkäuen
 Lev 11,3
    Tiere mit Flossen und Schuppen, die im Wasser, in Meeren und Flüssen leben
 Lev 11,9
    Kleintiere mit Flügeln und vier Füßen, die Springbeine haben, um damit auf dem Boden zu hüpfen
 Lev 11,21
    davon die Wanderheuschrecke (Arbe), der Solam-, der Hargol- und der Hagab-Heuschrecke
 Lev 11,22

Paulus und Jesus hoben einige dieser Verbote wieder auf. Blöderweise kam das für die Juden natürlich zu spät.
 Daher haben sie bis heute die strengen Regeln zum koscheren Essen.

Wenn man über Jahrtausende an alten Regeln festhält, wird es zwangsläufig irgendwann albern.
Ja, es ist sicher ungesund in heißen Gegenden wie dem Nahen Osten Meeresfrüchte und Schalentiere auf Märkten rumliegen zu lassen und dann noch zu essen.
Nachdem allerdings der Kühlschrank erfunden wurde, lassen sich solchen Gebote nicht mehr rechtfertigen.

Aber wie gesagt; der Mensch ist leider doof und kann sich nur sehr langsam anpassen.
Lieber hält er an alten Regeln und Gewohnheiten fest – und wenn es noch so schädlich ist.

Es ist gar nicht schön die Weihwasserbecken in katholischen Kirchen auf Bakterien zu untersuchen. Im Zeitalter von Pandemien kann es verheerende Folgen haben wenn alle in dieselbe Pfütze fassen und sich den Virencoctail dann ins Gesicht schmieren.

Traditioneller religiöser Glaube ist im Zeitalter von Ebola eine Katastrophe. Infizierte werden geküsst, Tote umringt und Beten ersetzt Vorsorge.

In den sozialen Netzwerken verbreiten sich zudem in Windeseile Theorien, die sogar die Existenz von Ebola bestreiten. Es handele sich in Wahrheit um durch westliche „Impfungen“ verbreitete Tötungscoctails, um die Afrikanische Bevölkerung zu dezimieren.

Die Menschen in der westlichen Welt müssen wissen, was hier in West-Afrika geschieht. Sie lügen!!! 'Ebola' als Virus existiert nicht und wird nicht 'verbreitet'. Das Rote Kreuz hat aus vier spezifischen Gründen eine Krankheit in vier spezifische Länder gebracht, und es stecken sich nur diejenigen an, die Behandlungen und Injektionen vom Roten Kreuz erhalten", schreibt Nana Kwame.

Wenn Ebola nur eine westliche Erfindung ist, um einen Vorwand zum Einmarsch in Westafrika zu haben, muß man sich auch nicht um Anweisungen der Seuchenschutzbehörden kümmern.
Wer mehr Wahnsinn erfahren will, muß nur „Nana Kwame“ und „Ebola“ googlen.

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Atomausstieg, Merkel-Style.


Heute thront Merkel soweit über den Dingen, daß man glatt vergisst, daß sie früher einmal sogar richtige Entscheidungen traf.
 Das war zu ihrer Zeit als Atomkraftlobby-begeisterte Umweltministerin.
Auf Merkel sind die brillanten Pläne für die Asse und Gorleben zurückzuführen.
Und sie sorgte auch dafür, daß diejenigen, die über Jahrzehnte vermutlich mehr als hundert Milliarden Euro Gewinn mit der Atommüllproduktion machten, keinen Cent dazu bezahlen müssen, wenn der Steuerzahler für viele Milliarden Euro die vermoderte Asse saniert.

Rückblick:

Kohl tat aber bei der Auswahl eines Töpfer-Nachfolgers einen richtigen Griff - eine ostdeutsche Physikerin, die sich devot als „sein Mädel“ inszenierte, machte Schluß mit den Vagheiten und richtete das Ministerium zu 100% auf Atom-Unterstützungskurs aus.

Als erstes feuerte sie Staatssekretär Clemens Stroethmann, der sich bestens in der Materie auskannte.
Das ging natürlich nicht - Sachkundige behindern nur das Buckeln und Ja-sagen vor den Industrieinteressen.

Bis 1998 wurde nach Merkels Amtsantritt kein atomkritisches Wort mehr im Umweltministerium gesprochen.
Das Atomgesetz wurde industriefreundlich umgeschrieben, sie gab die Sumpfgrube Gorleben als endlagertauglich für Millionen Jahre aus und erfreute die AKW-Betreiber mit der großzügigen Erlaubnis ihren supertoxischen, krebserregenden und zigtausende Generationen strahlenden Sabsch in Morsleben abzuwerfen.

Eins muß man Merkel lassen:
In dieser causa ist sie konsequent.
Obwohl sich ihr Kurs für jedermann offensichtlich als katastrophale Fehlentscheidung heraus gestellt hat, die wider jeglicher ökonomischer und ökologischer Vernunft läuft, kriecht sie auch heute noch, 15 Jahre später, bei jeder Gelegenheit in die Ärsche der Milliarden-schweren Konzerne, um ihnen ihre lebensgefährliche Uralttechnik aus den 1950er Jahren zu erhalten.

Die Kanzlerin weiß aus ihrer Erfahrung mit ihrer demütigenden Rolle als George W. Bush-Zäpfchen von 2002 und 2003, daß sie voll auf die Doofheit des deutschen Urnenpöbels vertrauen kann.
Sie ist trotzdem beliebt, sogar extrem beliebt, und wird gewählt.
Da stört es den deutschen Wahlmichel scheinbar auch nicht, daß die Merkelschen Fehlentscheidungen inzwischen viele Milliarden Kosten für den Steuerzahler verursachen.
Macht ja nichts, wenn da noch mal hier und da vier oder sechs Milliarden für Asse- und Gorleben-Sanierungen ausgegeben werden müssen.
Gibt doch wesentlich größere Aufreger, wie zum Beispiel Dienstwagenbenutzungen von Gesundheitsministern.

In dem Zusammenhang sei von mir noch ein müdes Lächeln an Greenpeace übermittelt:

Da wird bemängelt, daß Merkel schon 1996 über die Asse-Untauglichkeit informiert worden ist und diesbezügliche massive Warnungen zum Wohl der Atomindustrie vertuschte…..
Ja, und?
Hat jemand was anderes von der CDU-Umweltministerin erwartet?
Oder hat irgendwer etwa erwartet, daß sie jetzt als Kanzlerin ehrlicher wäre??  Wie naiv!

29. Februar 1996. Professor Alexander Kaul, Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), berichtet Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) in einem Brief über neue Erkenntnisse bezüglich der Laugenzuflüsse im der Schachtanlage Asse II. Eine Untersuchung der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Laugenzuflüsse eine ernste Gefahr für Atommüll-Endlager in Salzgestein darstellen. Nicht nur der Standort Asse selbst, sondern auch der Weiterbetrieb des ehemaligen DDR-Endlagers Morsleben (ERAM) und das geplante Endlager für hochradioaktive Abfälle im Salzstock Gorleben seien von den Vorgängen in der Asse betroffen

Die klaren Warnungen von vor 13 Jahren, daß die Lagerung von Atommüll in
Salzstöcken mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden wäre, wischte Merkel vom Tisch. So würde ein Voll-Laufen der Asse mit Wasser zu einer 100-fach über den zulässigen Grenzwerten liegenden Strahlenbelastung der Bevölkerung führen.
Macht nichts fand Merkel, die noch nicht mal ihr Ministerium selbst auf diesen Brandbrief antworten ließ, sondern gleich duckmäuserisch die Asse-Betreiber die Replik formulieren ließ.
Wozu selbst denken, wenn man auch vorformulierte Sätze der Lobby benutzen kann?

Anders als die Asse war der Salzstock Gorleben auch noch als Endlager für ungleich gefährlichere hochradioaktive Abfälle vorgesehen.
Das „Versuchsendlager Asse“ galt lange Jahre als Prototyp für Gorleben. Doch Merkel hat in dieser entscheidenden Phase an Salz als Endlagerwirtsgestein festgehalten. Sie hat den Einlagerungsbereich in Morsleben 1997 um das Ostfeld erweitert und per Atomgesetzänderung die Betriebserlaubnis für Morsleben noch 1998 um weitere fünf Jahre verlängert.
Sie hat 1998 per Atomgesetzänderung die Enteignung von widerspenstigen Grundstücksbesitzern, die in Gorleben Salzrechte besitzen, ermöglicht und damit den Ausbau des geplanten Endlagers Gorleben weiter voran getrieben.

Greenpeace ist ernsthaft empört über Deutschlands beliebteste Politikerin:

Merkel ist eine Schlüsselfigur in der Endlagerpolitik und muss vor einen Bundestags-Ausschuss zitiert werden, sagt Greenpeace-Atomexperte Mathias Edler. Sie hat gewusst, dass die Lagerung von Atommüll in Salz nicht sicher ist. Asse und Morsleben hätten sofort dicht gemacht, der Ausbau des Salzstocks in Gorleben gestoppt werden müssen.

Herr Edler hat selbstverständlich RECHT - Merkel hat versagt, bewußt die Öffentlichkeit belogen, der Bevölkerung und unkalkulierbares Krebsrisiko verschafft und last but not least auch noch Milliardenkosten für den Steuerzahler verursacht - aber daß es für so ein Verhalten irgendwelche Konsequenzen außer einer triumphalen Wiederwahl gäbe, ist nun mehr als naiv!

Und dann kam der Zeitpunkt, als Merkel durch Fukushima und ihre flugs angefertigten Umfragen feststellte, daß sie mit einem weiterhin stark pro Atomkonzerne ausgerichtetem Kurs ernsthaft Gefahr läuft nicht wiedergewählt zu werden. Also Ausstieg aus dem Ausstieg des Atomausstiegs.

Es ist auch auf Merkels Regierung zurück zu führen, daß die einmal von ihr in die Atomlaufzeitverlängerung geschubsten Energiekonzerne nun in den USA (!) Deutschland auf Milliardenentschädigung verklagen, ohne daß unser eigenes Justizsystem damit überhaupt tangiert wird. Gesetze à la TTIP mit ihren Investorenschutzklauseln und der Installierung dubioser Schiedsverfahren; die Merkel so stark unterstützt, machen es möglich.

Der schwedische Staatskonzern Vattenfall fordert von Deutschland 4,7 Milliarden Euro als Entschädigung für die Stilllegung seiner Atomkraftwerke. Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). [….]  Nach früheren Unternehmensangaben entstand Vattenfall durch die Stilllegung der beiden norddeutschen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel ein Schaden von rund einer Million Euro am Tag.
Ob dem Konzern überhaupt Schadenersatz zusteht, ist höchst umstritten. Denn die beiden betroffenen Atomkraftwerke standen zur fraglichen Zeit 2011 bereits still. Brunsbüttel galt als eines der störanfälligsten in Deutschland. Es ist seit Juli 2007 heruntergefahren. Unklar war, ob es je wieder Strom hätte produzieren können. Auch der Pannenmeiler Krümmel war nach diversen Problemen abgeschaltet. „Vattenfall ist unverschämt“, sagt Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Die Konzernspitze habe jahrelang auf ein falsches Geschäftsmodell gesetzt und verlange nun von den Steuerzahlern, dafür zu zahlen.
Die damalige Bundesregierung hatte den Betreibern der ehemals 17 deutschen Atomkraftwerke in ihrem Koalitionsvertrag eine Laufzeitverlängerung zugesagt. [….] Der Konzern ist mit seiner Klage nicht allein. Die Konkurrenten Eon und RWE hatten in der gleichen Sache zusammen zehnMilliarden Euro vor deutschen Gerichten gefordert. [….]

Merkel ist richtig teuer für Deutschland.
Wenn ihre Handlungen wenigstens Sinn machten!
Erst streitet sie vehement FÜR Atomkraft, dann kommt die 180°-Wende aus Angst vor Wahlpleiten und mitten in der deutschen Energiewende, deren Gelingen aufgrund der Einmischung südlicher Irrer sehr fraglich ist, unterstützt die Kanzlerin wieder die Atomkonzerne.

Trotz des Atomausstiegs in Deutschland trägt die große Koalition staatliche Subventionen für ein britisches Atomkraftwerk mit - und hat damit die Grünen in Rage gebracht. In einem Antrag hatte die Partei das Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel aufgefordert, gegen die Entscheidung der EU-Kommission zur Beihilfe für das geplante Atomkraftwerk Hinkley Point C beim Gerichtshof der Europäischen Union zu klagen - die Kommission hatte die Subvention des Kernkraftwerks gebilligt.
In ihrem Antrag fordern die Grünen Merkel zum Protest gegen die Subventionierung von Kernkraftwerken auf. Das Parlament hat diese Forderung nun jedoch mit großer Mehrheit abgelehnt - auch Umweltministerin Barbara Hendricks stimmte dagegen. Die SPD-Politikerin hatte noch vor einer Woche die Entscheidung der Kommission scharf kritisiert, aber betont, nicht für die ganze Bundesregierung zu sprechen.
"Ich halte diese Entscheidung der EU-Kommission für grundfalsch und kann sehr gut verstehen, dass Österreich schon eine Nichtigkeitsklage ins Auge gefasst hat", sagte Hendricks. Österreich hat inzwischen angekündigt, gegen die Subventionierung von Hinkley vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu klagen.
[…] Die Gesamtkosten des Projekts beziffert die EU-Kommission auf 43 Milliarden Euro. Die beiden Reaktoren sollen 2023 in Betrieb gehen und sieben Prozent der britischen Stromproduktion liefern. Geplant ist ein 60 Jahre langer Betrieb des Kraftwerks.

Das erinnert ein bißchen an die Gaga-Politik der EU hunderte Millionen für die Bekämpfung von Zigarettenwerbung und Schockbilder auf den einzelnen Packungen auszugeben, während gleichzeitig Europäische Bauern Subventionen für den Tabakanbau erhalten.
Beim Britschen 43-Mrd-Euro-Atomprojekt handelt es sich freilich um die atomare Version dieses Gaga-Prinzips.


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ins allertiefste Kellergeschoß

Lang, lang ist es her, daß die FDP in Hochform mit fast 15% Bundestagswahlergebnis im Rücken und 93 Bundestagsabgeordneten eine echte politische Großmacht war.
Aber schon damals dauerte es nicht lange bis sogar der eigene Regierungspartner den Hepatisgelben bescheinigte eine wahre „Gurkentruppe“ zu sein.
Wie es seit dem weiterging ist bekannt:
Die Köpfe von zwei Vorsitzenden und zwei Generalsekretären rollten, die Partei verlor ihre Regierungsbeteiligung in Bund und allen Bundesländern, liegt bundesweit sehr deutlich unter 5% und stellt keinen einzigen Abgeordneten mehr im Bund und in zehn Bundesländern.
Die letzten Landtagsschläge waren allerdings so vernichtend, daß Christian Linder in absehbarer Zeit die Parteiauflösung bekannt geben kann:
1,8% in Berlin, 1,5% in Brandenburg, 2,4% in Bremen, 1,2% im Saarland und 2,5% in Thüringen. Selbst eine 3%-Sperrklausel wäre außerhalb der Reichweite der gelben Politleiche.
Die FDP hat politisch versagt, ist personell unterbelichtet und auch aus dem Focus der Öffentlichkeit verschwunden, da die rechtspopulistische AfD mühelos überall an die 10% erreicht und damit die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Um das Desaster abzurunden, schnappten sich alle fünf Ex-Bundesminister der Partei Pöstchen, welche die schlimmsten Klischees bestätigen:
Niebel, Bahr und Co machten ihrem Ruf als Handaufhalte-Politiker alle Ehre, indem sie a posteriori mit gut dotierten Jobs bei genau den Firmen belohnt wurden, denen sie schon als Minister Steuerzahlergelder zugeschoben hatten.

Noch frecher ist allerdings die Jobauswahl des ehemaligen Gesundheitsministers, der bis zuletzt massive politische Vorteile für die Privatversicherungskonzerne schuf.

Die größte dieser PKVen ist die Deutsche Krankenversicherung AG (DKV), die sogar FDP-Mitgliedern einen Prämienrabatt anbietet.
Daniel Bahr kroch noch kurz vor seinem politischen Exitus den PKVen tief ins Rektum.

Zu den Plänen der FDP, die private Krankenversicherung für alle zu öffnen, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Karl Lauterbach:
Bahrs Vorschlag ist ein Wahlgeschenk an die private Krankenversicherung zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger. Die private Krankenversicherung ist schon jetzt für Versicherte mit höheren Einkommen oft nicht mehr bezahlbar. Für Geringverdiener und mittlere Einkommen wäre sie ein großes Armutsrisiko und oft wäre die Prämie im Alter höher als die gesamte Rente. Einkommensschwache würden der Risikoselektion und der Vorkasse ausgesetzt. Könnten sie nicht mehr zahlen, müsste der Steuerzahler einspringen. Was die Menschen stattdessen brauchen, ist die solidarische Bürgerversicherung, die für alle bezahlbar ist.

Da immer noch vielfach die neun Millionen Privatversicherten als natürliches Feindbild angesehen werden, muß ich noch einmal wiederholen, daß diese neun Millionen am stärksten unter der FDP gelitten haben. Während Merkels zweiter Regierungszeit erhöhte sich meine monatliche Prämie von knapp 300 Euro auf fast 700 Euro.

Die Konzerne können das machen, da ihr verlängerter Arm in der Regierung – Daniel Bahr – die Rahmenbedingungen so stellte, daß man als privat Versicherter gar nicht wechseln KANN.

Diesen Zusammenhang habe ich bereits mehrfach erläutert und zitiere mich daher selbst.*

Die FDP treibt Millionen Geringverdiener in Armut, damit bei den Konzernoberen die Kassen klingeln.
Und die Belohnung folgt nun:
Ein Vorstandsjob für den Ex-Gesundheitsminister Bahr. […………………..]

Wer engagiert sich eigentlich überhaupt noch für die FDP?
Ist das nicht vergebliche Liebesmüh?
Es lohnt sich ein Blick nach Hamburg, weil hier die nächsten Landtagswahlen stattfinden.
Am 25.02.2015 wird die Hamburger Bürgerschaft gewählt und die FDP hat die aus heutiger Sicht unfassbaren 6,7% vom Februar 2011 zu verteidigen.
Die Chancen für ein Ergebnis über 5% liegen irgendwo zwischen kaum messbar und Null.
Sollten die letzten verbliebenen Mitglieder nicht einfach hinwerfen; so wie die Piraten?
Zufällig lerne ich im in der letzten Woche zwei Hamburger FDP-Menschen kennen.
Wenig überraschend sind beides so unsympathische Frauen, daß ich mir gar nicht zutraue nach passenden Vokabeln zu suchen. Es klänge doch alles nur nach Klischee.
Eine der Damen konnte man hier schon vor einer Woche kurz erleben; es handelt sich um die wirklich ungezogene Pöblerin „Fla Ralalla“ von der Bürgerinitiative „Unsere Uhlenhorst.“
Ihre Facebooknamen variieren; zurzeit nennt sie sich "Lieselotte Fla Löffelstief."
Da sie aber auf ihrem Profil selbst für die FDP wirbt und ihre Posten dort beschreibt, ist es sicher kein Vertrauensbruch, wenn ich erkläre, daß es sich in Wahrheit um die FDP-Kreisgeschäftsführerin Flavia Fauth handelt, die auf der Uhlenhorst einen winzigen Second-Hand-Laden betreibt.
Da ich eher selten für mich Damenmode kaufe und schon gar keine Gebrauchte, mußte ich mich ein bißchen in der Nachbarschaft herumfragen nach Frau Fauth.
Die Aussagen von einer leicht übergewichtigen Person, die mit einem höhnischen „Meine Kundinnen tragen alle nur Größe 36!“ aus dem Laden geworfen wurde, sowie Passanten, die mit Fauth auf der sogenannten „Hundewiese“ aneinandergerieten, sind nicht zitierfähig.
Rechtsanwältin Petra Wichmann-Reiß, die eine Kanzlei in der Innenstadt betreibt und Frau Fauth beim unsachlichen Diffamieren kaum nachsteht, taucht immerhin mit Klarnamen auf Facebook auf und bewundert laut eigenen Angaben den Blogbekannten FDP-Mann Claus-Joachim Dickow.
Die weiteren „Likes“ der FDP-Anwältin passen ins Bild; Frau Wichmann-Reiß schätzt die JuLis, Ex-Minister Daniel Bahr, die „BUNTE“, sowie die Trash-Sendungen „RTL-Exklusiv“, „VOX-Shoppingqueen“ und „Germanys Next Topmodel!“. Bücher liest sie nicht.
Ihre Lieblingszeitungen/Infoportale sind „BILD“, BILD-Prominews“, „BILD Hamburg“ und „Die WELT“. Ihre Lieblingspolitiker reichen von Guido Westerwelle über Graf Lambsdorff bis zu Wolfgang Kubicki und Christian Lindner.
Wichmann-Reißs weitere Interessen sind ausschließlich FDP-Orts- und Landesverbände.

Den beiden Damen gelang es offenbar das stramm konservative Hamburger Abendblatt, welches in jüngster Zeit mit extrem unsachlichen und tendenziösen Artikeln Aufmerksamkeit erregte, auf ihre Seite zu ziehen.
Das ehemalige Springerblatt ist bereits im Wahlkampfmodus und pusht heute auf der Titelseite die Bürgerinitiative „Unsere Uhlenhorst“, die differenziertere Meinungen sofort mit erfundenen Vorwürfen überzieht und verbannt.
Kritische Meinungen werden sofort zensiert und dafür SPD-Sympathisanten in die Nähe der „Roten Khmer“ gerückt.

Das Hamburger Abendblatt tut inzwischen noch nicht einmal mehr so, als ob es selbst Journalismus betriebe. Es wird nicht mehr selbst recherchiert, es werden keine anderen Meinungen eingeholt, sondern tumb das abgetippt, was die rechtslastige BI auf Facebook verbreitet. Ausführlich werden Kritiker zitiert, während kein einziger Befürworter oder Vertreter des Senats zu Wort kommt.
Und das findet sich nicht irgendwo schamhaft versteckt in der Zeitung sondern auf der Titelseite.

259-Millionen-Projekt soll gestoppt werden. Bis Dezember müssen 10.000 Hamburger die Petition unterschreiben
Bringen sie eines der ehrgeizigsten Projekte des SPD-Senats zu Fall? [….]
In ihrer Petition fordern die Initiatoren den sofortigen Stopp des 259 Millionen Euro teuren Busbeschleunigungsprogramms. Im Jahr 2012 hatte der SPD-Senat begonnen, die Streckenführungen für die besonders stark frequentierten Metrobuslinien auszubauen. [….] Die Kritik richte sich gegen teure Baumaßnahmen, die nichts mit einer Beschleunigung der Busse zu tun haben.
Die Verkehrsexperten der Oppositionsparteien in der Bürgerschaft stellen sich hinter die Volksinitiative. [….] Wieland Schinnenburg von der FDP hält das Busbeschleunigungsprogramm für einen "Riesenfehler"[….]

Ich wende mich als Kunde von den Läden ab, die als Wortführer bei UU rumpöbeln.  Die Läden mit den Plakaten von der UU-Initiative werde ich meiden und da bin ich sicher nicht der einzige. An Frau Fauths Laden prangt übrigens keins der markanten Plakate ihrer Initiative.
Offensichtlich will sie selbst nicht mit ihren eigenen Unflätigkeiten in Verbindung gebracht werden.

Immerhin, FDP-Figuren wie Fauth und Wichmann-Reiß passen in ihre Hamburger FDP.
Der Fisch stinkt vom Kopfe und der Flosse her.
Die Partei ist in Auflösung, reihenweise werfen Vorsitzende entsetzt das Handtuch, schmeißen ihre eigenes Parteibuch in den Müll und teilen gegen ihren eigenen Saftladen aus.
Die FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding ist offenbar selbst in ihrer Partei so beliebt wie Fußpilz.


Außer unappetitlicher Grabenkämpfe wurde dem Hamburger Publikum nur der Kampf des FDP-Postergirls für ein „Berufsparlament“ bekannt. Sie beklagt sich über Arbeitsbelastung und will besser bezahlt werden.
 
Auch da passt das Bild: Mit ihrer Arbeitsbelastung begründete "die schöne Kaja" auch vor zwei Jahren den Schritt Ehmann und ihre beiden Kinder zu verlassen.

Bereits Ende des Monats wird die „schöne Katja“ in eine neue Wohnung ziehen, „ganz in der Nähe der Schule unseres ältesten Sohnes. Unsere beiden Jungs bleiben beim Vater“, so Suding zur „Bild“. Dass sie zu den wenigen Müttern gehört, die ihre Kinder beim Vater lassen, erklärt sie so: „Ich arbeite sehr viel. Abends bin ich selten zu Hause, sondern in Ausschüssen. Ich könnte mich unter der Woche einfach nicht ausreichend um die Kinder kümmern.“
 Nun will sie auch besser bezahlt werden. FDPler denken immer zuerst an ihre eigenen Finanzen – zu Ungunsten der Steuerzahler. Abweichler werden gnadenlos ausgegrenzt von der Partei, erklärt Ex-Chefin Canel.
Wer auch nur über rudimentären Anstand verfügt, will mit dieser Hamburger FDP nichts zu tun haben.

Und schwupp: Es gibt wieder einen weniger in der Hamburger FDP. Nach nur sechs Wochen im Amt, hat jetzt der kommissarische Landeschef, Dieter Lohberger, das Handtuch geworfen. Er tritt aus der Partei aus. Der Grund: Fraktionschefin Katja Suding!
Der Erosionsprozess der FDP nimmt vier Monate vor der Bürgerschaftswahl dramatische Züge an. Im Mittelpunkt: Katja Suding. Ihr wirft Lohberger Kungelei und mangelnde innerparteiliche Demokratie vor. So habe Suding beim Parteitag vor drei Monaten nur Kandidaten auf die Liste heben lassen, die ihr genehm waren. […]
Erst im September war Landeschefin Sylvia Canel von ihrem Posten zurückgetreten und hatte der Partei den Rücken gekehrt – nach einem monatelangen Kleinkrieg mit Suding. Dieser gipfelte darin, dass Suding nur Spitzenkandidatin werden wollte, wenn Canel nicht in die Bürgerschaft will. Canel zog sich zurück – weggebissen von Suding – und gründete die Partei „Neue Liberale“. […] Dass der neue Rücktritt ein katastrophales Bild der Partei zeichnet, scheint Suding auszublenden. […]  In den vergangenen 20 Jahren hatte die FDP 14 Landesvorsitzende.


Am Tag nach dem überraschenden Rück- und Austritt des kommissarischen Hamburger FDP-Chefs Dieter Lohberger zeigten sich am Dienstag Mitglieder und Amtsträger der Partei geschockt und verärgert. […] Der langjährige Bundestagsabgeordnete der FDP, Rainer Funke, bezeichnete die derzeitige Außendarstellung als "katastrophal". Niemand wolle eine Partei, die sich unentwegt öffentlich streite. […] Der FDP-Bundesvize und Kieler Fraktionschef Wolfgang Kubicki rief seine Hamburger Parteifreunde zur Geschlossenheit auf. "Ich empfehle, keine Vergangenheitsbewältigung zu betreiben, sondern sich auf die Bürgerschaftswahl zu konzentrieren. Diese Wahl ist für die gesamte FDP von großer Bedeutung", sagte Kubicki dem Abendblatt. […] Der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen, lange ein Mitstreiter der mittlerweile zu den Neuen Liberalen gewechselten früheren Parteichefin Sylvia Canel, wollte sich am Dienstag nicht äußern – ebenso wie zahlreiche andere prominente FDP-Politiker, die die Geschehnisse mit Kopfschütteln verfolgten. Die Kritik an Katja Suding wird dabei auch von vielen prominenten Hamburger Liberalen geteilt. […] Nach Abendblatt-Informationen dürfte es weitere prominente Austritte geben…[…]
(HH Abla 14.10.14)

Der innerparteiliche Streit in der FDP ist nicht neu. Lohberger ist neben Canel, dem früheren Europakandidaten Najib Karim und dem Ex-Senator Dieter Biallas ein weiteres Mitglied der Hamburger Parteispitze, das binnen weniger Wochen die FDP verlässt. Ex-Parteichefin Canel hatte nach vielen Zwistigkeiten mit Suding ihr Amt niedergelegt und die FDP verlassen. Sie engagiert sich nun für die Partei Neue Liberale. Lohberger ließ offen, ob er sich einer anderen Partei anschließen wird.

Suding, Fauth und Wichmann-Reiß sollten eine Girlband gründen. Sie hätten einander verdient.
Aber bitte haltet solche Leute aus der Hamburger Politik fern!

[…] Nach allen Regeln des Betriebs kann die FDP nun Hamburg vergessen. Am Dienstag ist zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen ein Landesvorsitzender zurück- und ausgetreten; die Vorgängerin hatte gleich eine neue Partei gegründet. Egal, ob die FDP-Abgeordneten in der Bürgerschaft noch kluge Reden halten werden, egal, welche Genialitäten womöglich Eingang ins Wahlprogramm finden – die Darbietungen des Führungspersonals dürften unmöglich zu toppen sein. Eine solche Partei findet keine Wähler. […]
(Detlef Esslinger, SZ, 15.10.14)

Keine Stimme für die FDP am 25.02.14 und keine Unterschrift für die Bürgerinitiative „Unsere Uhlenhorst“.