Montag, 13. August 2018

Kabinett Merkel IV


Morgen wird die Bundesregierung genau fünf Monate im Amt sein.
Die Bilanz ist parteipolitisch mau.
Merkel wurschtelt, ganz wie gehabt, irgendwie vor sich hin. Gegenwärtig ist sie im Urlaub, aber das macht für den von ihr regierten Bundesbürger keinen Unterschied. Man bemerkt sie ohnehin nicht im Kanzleramt, weil sie nie politische Akzente setzt.
Also kein Aufbruch nirgends, wie es zu erwarten war.
Und wie es eine Majorität der Wähler wollte, anderenfalls hätten sie ja Links, oder Grün oder SPD wählen können.

„Angela Merkel ist eine Wellenreiterin, und zwar die beste der Welt“
(Peter Gauweiler,21.07.2018)

Ebenfalls zu erwarten war der demoskopische Aufschwung des Justiz- und des Finanzministers. Scholz und Maas sind nun die beliebtesten deutschen Minister, die Stars des Kabinetts.
Auch Barley und Giffey machen ihre Sache recht gut, Schulze ist unauffällig und Heil eine Pfeife. Auch das war absolut absehbar. Ebenso wie die Tatsache, daß beliebte Sozi-Minister (auch Außenminister Gabriel war zuletzt der beliebteste deutsche Minister im Kabinett Merkel III) der Partei bei Wahlen nicht das geringste bißchen helfen.

Die einzige politische Auffälligkeit bisher war der erbitterte Schwesternkrieg zwischen Merkel und Seehofer.


Die Kanzlerin gewann nicht nur, sondern sie demütigte die CSU. Seehofer bekam nichts, außer den bilateralen Abkommen, die er bis Ende Juli abschließen wollte.
Geschafft hat er gar nichts. Dank der Kanzlerin gibt es aber jetzt immerhin so ein Abkommen mit Spanien, das die Rücknahme von bis zu zwei Flüchtlingen pro Tag regelt.
Auch das ist weniger ein Erfolg der CSU, als eine Verächtlichmachung des Heimatministers a posteriori.
Dafür das ganze Theater, das fast die Bundesregierung gesprengt hätte?
Der völlig verzweifelte Markus Söder, dessen Landtagswahlergebnis derzeit auf 37% geschätzt wird, lässt sich inzwischen mit Hundewelpen und Katzenbabys inszenieren, um der demoskopischen Liga der Kotzbrocken zu entkommen.



Kann man noch tiefer sinken als stolzer Bayern-MP?
Franz Josef Strauß wird ihm die Ohren kilometerlang ziehen, wenn Söder dereinst zu ihm hinab in die Hölle steigt.

Natürlich möchte man als Linker herzlich über ein derartiges CSU-Eigentor lachen; kein Zweifel, diese Misere haben sie mit ausgeklügelter Planlosigkeit und Doofheit ganz allein angerührt.
Aber wir haben kein Zweiparteiensystem mehr, so daß die SPD davon profitiert.
Im Gegenteil, der große Gewinner in Bayern ist die protofaschistoide AfD, die von der CSU aufgeblasen vermutlich stärker als die SPD durchs Ziel kommen wird. Hinter den Grünen, so daß meinen Sozis mit einiger Wahrscheinlichkeit bei der Landtagswahl am 14.10.2018 der vierte Platz blühen wird.

Auch auf Bundesebene sieht es sehr übel aus, die SPD kratzt an der 18%-Hürde – von unten.
Der Grüne von und zu Guttenberg aus Schleswig-Holstein stürmt derzeit die Polithitparade. Gut möglich, daß die inzwischen CDU-affinen Real-Ökopaxe unter Baerbock und Habeck bald die SPD im Bund überholen.

Der linke Flügel der Sozis gibt sich rechtschaffend entsetzt, ätzt in den sozialen Netzwerken gegen die eigenen Genossen.
„Ihr wolltet ja die Groko! Ihr wolltet ja Nahles!“
Sie hingegen hätten es vorher gewußt.
Keine Groko, sondern Totalopposition wäre der richtige Weg nach dem Schulz-Zugunglück gewesen.

Wie immer ist „dagegen sein“ auch jetzt ganz einfach.
Aber gemach.
Knackig dagegen ist die Linke, die gar nicht daran denkt sich an Koalitionen im Bund zu beteiligen.
Mit dem Effekt, daß sie ebenfalls weiter abgerutscht ist und von der stärksten Oppositionskraft im Bundestag 2013-2018 nun an letzte Stelle, deutlich hinter CDU, SPD, AfD und Grünen weggerutscht ist.

Nahles habe ich immer und kontinuierlich bekämpft, sie hätte nie Fraktions- oder Bundesparteivorsitzende werden dürfen. Sie beweist seit 25 Jahren ihre Unfähigkeit und führt nun die Genossen weiter in den Keller hinab, indem sie sich den rechtsradikalen Ausfällen der CSU nicht entgegenstellte, sich in Talkshows blamiert und nun auch noch zum Erstaunen der Kernwähler verkündet, es gäbe eigentlich kaum Armut in Deutschland.

[….] Mit 631 Euro pro Person, die den beiden Rentnern zur Verfügung stehen, sind sie nach Auffassung der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles aber nicht als arm einzustufen. Die ehemalige Arbeits- und Sozialministerin negiert die sozialwissenschaftliche These, wonach jeder, der weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, arm ist. Und wo keine Armut ist, gibt es [….] offenbar keinen Handlungsbedarf. [….]

Mit so einer personellen Besetzung des Willy-Brandt-Hauses muss man sich nicht wundern, wenn es in den Umfragen bergab geht.

Auch ich war instinktiv gegen eine neue Groko, habe aber dafür gestimmt, weil es meiner Ansicht nach das kleinste Übel ist.
Genau das wurde sogar noch deutlich bestätigt, indem CDU und CSU mit ihrem xenophoben Streit ihre Verantwortungslosigkeit gezeigt haben.
Diese Parteien sind nicht verlässlich und auf internationaler Ebene blamabel.
Insbesondere die von der CSU verantworteten Bereiche dümpeln seit Jahren vor sich hin. Keine Lösung bei den Dieselmotoren in Sicht, Toll-Collect-Desaster, Breitbandausbau, Straßensanierung – was auch immer Dobrindt und Scheuer anfassten gerät zum Desaster.

Insbesondere der ultra-kameraaffine CDU-Rechtsaußen Gesundheitsminister Jens Spahn zeigte in den letzten fünf Monaten, wieso solche Leute niemals allein die Macht an sich reißen dürfen.
Darwin bewahre Deutschland vor dem Tag, an dem Spahn Bundeskanzler wird. Möge ein starkes sechsköpfiges SPD-Korrektiv ihn stets im Kabinett einhegen.
Ohne die SPD in der Groko hätten wir nicht nur sechs gute Minister weniger, sondern auch sechs Typen à la Spahn/Scheuer/Seehofer mehr, die erstens von niemand im Kabinett mehr gebremst werden könnten und zweitens auch noch parlamentarisch als Minderheitsregierung auf das Wohlwollen von FDP und AfD angewiesen wäre, also sogar noch weiter nach rechts außen getrieben würden, als die Spahn und Seehofer heute schon tönen.
Mit Grausen denke ich daran, wer dann Deutschland im Ausland vertreten würde. Spahn? Wer würde die Finanzen hüten? Dobrindt? Wer stünde dem Sozialministerium vor? Alexander Mitsch? Typen, die dann Armen- und ausländerfeindlich agieren müßten, um bei der AfD um Stimmen zu buhlen.

Die Groko ist als parteipolitisch betrachtet für die SPD ein großer Mist, aber tatsächlich wenn nicht „alternativlos“, so doch die am wenigsten schlimme Alternative, nachdem die Jamaika-verhandlungen gescheitert waren.
Verhandlungen, bei denen sich die Grünen immerhin schon so extrem verbogen hatten, daß sie rechts von der Union landeten und mal eben ein urgrünes Thema wie den Klimaschutz aufgaben.

Besonders bedauerlich ist, daß durch die Groko Merkel III die AfD nun an die acht Millionen Wähler hinter sich vereint, wächst und wächst.

Anders als die zeternden SPD-Linken behaupten, liegt das aber nicht an der Groko an sich, sondern an der schlechten Arbeit der Groko.
Sie haben allesamt die Hosen voll, starren paralysiert auf Gauland, springen über jedes Stöckchen, das die Braunen ihnen hinhalten und machen auch sonst allerlei Unsinn.

[….] Es ge­hört zu den grund­sätz­li­chen Schwä­chen die­ser Gro­ßen Ko­ali­ti­on, dass sie Pro­ble­me nicht löst, son­dern mit Geld zu­deckt. Im Kampf ge­gen die Al­ters­ar­mut hat die schwarz-rote Re­gie­rung ge­ra­de die mil­li­ar­den­schwe­re Müt­ter­ren­te auf den Weg ge­bracht, de­ren Wir­kung auf das so­zia­le Ge­fäl­le in der Al­ters­ver­sor­gung zu­min­dest frag­wür­dig ist. Künf­tig müs­sen näm­lich arme Müt­ter mit zwei Kin­dern die Ren­ten­be­zü­ge wohl­ha­ben­der Se­nio­rin­nen fi­nan­zie­ren, die drei oder mehr Kin­der zur Welt ge­bracht ha­ben.
Ähn­lich teu­er, aber noch un­sin­ni­ger ist das so­ge­nann­te Bau­kin­der­geld, mit dem Uni­on und SPD an­geb­lich et­was ge­gen die ho­hen Mie­ten in Groß­städ­ten un­ter­neh­men wol­len. Dum­mer­wei­se rech­net sich die mil­li­ar­den­schwe­re Sub­ven­ti­on aber vor al­lem für Bau­her­ren auf dem Land, wes­halb Ex­per­ten nun mit fol­gen­dem Er­geb­nis rech­nen: Wäh­rend der Zu­schuss in den Städ­ten so­gar zu hö­he­ren Im­mo­bi­li­en­prei­sen füh­ren könn­te, schafft er neu­en Wohn­raum vor al­lem dort, wo er nicht ge­braucht wird, in den ab­ge­le­ge­nen Re­gio­nen der Re­pu­blik, in de­nen schon heu­te vie­le Häu­ser leer ste­hen.
Wi­der­sin­ni­ger geht es kaum. [….]
(Michael Sauga, SPIEGEL-Leitartikel 21.07.2018)

Es handelt sich hier um einen tragischen Führungsmangel der Kanzlerin und eine tragisch schlechte Personalentscheidung in der SPD-Spitze.
Mit einem pressierenden Willy-Brandt-Haus, einer vernünftigen Problem-Analyse und einer mutigen Kanzlerin könnte man selbst in der parteipolitischen Konstellation von 2017, also dieser Groko, diesem Kabinett Merkel IV einiges erreichen und die AfD klein bekommen.
Die Groko ist nicht grundsätzlich schlecht und könnte selbst mit diversen Ausfällen in ihren Reihen (Scheuer, Seehofer,..) viel bewegen.
Es klappt aber nicht wegen der psychologischen Lähmung und der an der Spitze handelnden Personen.
Personen, die wir auch nach dem Platzen von Jamaika und durch ein Groko-Nein der SPD ausgelösten Neuwahlen nicht ausgewechselt bekommen hätten.
Schulz, Nahles, Merkel, Wagenknecht, Göring-Kirchentag und Lindner wären einfach wieder angetreten. In keiner Konstellation hätten diese Pfeifen die AfD klein bekommen; leider eben auch nicht in der Groko, die mit dem Hauptversprechen angetreten war, der AfD entgegen zu treten und Neuwahlen zu verhindern, bei der die AfD nur noch mehr gewonnen hätte.

[….] In­zwi­schen sind Uni­on und SPD vier Mo­na­te im Amt, doch wer eine nüch­ter­ne Bi­lanz ih­rer bis­he­ri­gen Ar­beit zieht, könn­te den Ein­druck ge­win­nen, dass die Gro­ße Ko­ali­ti­on das ge­nau ent­ge­gen­ge­setz­te Pro­gramm ver­folgt. An­statt der AfD die The­men zu neh­men, bläst sie Pro­ble­me künst­lich auf, setzt fal­sche Prio­ri­tä­ten und folgt auf vie­len Fel­dern je­nem Hang zu teu­rer Sym­bol­po­li­tik, der schon in der ver­gan­ge­nen Le­gis­la­tur­pe­ri­ode die Re­gie­rungs­ar­beit be­las­tet hat.
Die Ko­ali­ti­ons­par­tei­en ge­ben viel Geld aus, aber sie fol­gen kei­nem Plan. Nicht die gro­ßen Zu­kunfts­fra­gen von Di­gi­ta­li­sie­rung bis Eu­ro­pa be­stim­men ihre Agen­da, son­dern die Angst vor der AfD. Eine Mann­schaft von De­fen­siv-spie­lern steht in Ber­lin auf dem Platz, ob­wohl alle Welt weiß: So macht man die Po­pu­lis­ten nicht klein, son­dern groß. [….]
(Michael Sauga, SPIEGEL-Leitartikel 21.07.2018)

Sonntag, 12. August 2018

Sie können es nicht lassen – Teil II


Das ist wirklich mal wieder ein Treppenwitz der Geschichte.
Die zwei größten Spalter der Linken, die maßgeblich dazu beitrugen, daß nie eine Mehrheit links der CDU/FDP parlamentarisch genutzt werden konnte und intensiv daran arbeiteten die CDU-Chefin zur Kanzlerin zu machen, sind nun die Initiatoren der linken Sammelbewegung #Aufstehen.

[…..] Den aso­zi­als­ten und un­so­li­da­rischs­ten Um­gang mit­ein­an­der pfle­gen in Deutsch­land tra­di­tio­nell jene Kräf­te, de­ren Ziel eine so­zia­le und so­li­da­ri­sche Ge­sell­schaft ist. In die­sem Wi­der­spruch liegt die gro­ße Tra­gik der po­li­ti­schen Lin­ken im Lan­de. Ihre no­to­ri­sche Nei­gung zur Selbst­zer­flei­schung, ihr Hang zur Recht­ha­be­rei und zur Haar­spal­te­rei war über die Epo­chen hin­weg eine Art Le­bens­ver­si­che­rung für kon­ser­va­ti­ve Kräf­te in Deutsch­land. Sie hät­ten sel­te­ner re­giert, wenn sich die Lin­ke nicht so häu­fig dar­über zer­strit­ten hät­te, wel­cher der rich­ti­gen Wege nun der al­ler­rich­tigs­te ist. [….] Wohl nie­mand […..]  hat zu­letzt mehr für die Spal­tung der po­li­ti­schen Lin­ken in Deutsch­land ge­tan als Os­kar La­fon­tai­ne und Sah­ra Wa­genk­necht. Wie ge­ra­de sie ein neu­es Ge­mein­schafts­ge­fühl er­zeu­gen wol­len, bleibt vor­erst ihr Ge­heim­nis. [….]
(DER SPIEGEL, Nr.33, 11.08.2018, s.33)

Lafontaine und Wagenknecht zeigen aber nicht das geringste bißchen Reue, die mindestens erforderlich wäre, um auch Sozis und Grüne ins Boot zu holen.
Im Gegenteil, sie sind überheblich und rechthaberisch wie eh und je, stellen ihre Personen klar über die Sache.

Sie denken gar nicht daran einen Schritt zurück zu treten, damit die in der Tat notwendige „Sammlung“ des linken Lagers überhaupt stattfinden kann.
Auch in ihrer Partei will die Linke Bundestagsfraktionsvorsitzende keinesfalls um des Friedens Willens ihren Posten räumen, sondern bleibt stur im Amt.
Obwohl sie auf den Parteitagen wegen ihrer ausländerfeindlichen Attacken von der Hälfte der Delegierten scharf angegriffen wird und auch in den Parteivorsitzenden extreme Widersacher hat.
Durch ihre kontinuierliche Zersetzungsarbeit hat sie es geschafft die Partei die LINKE trotz einer historisch schwachen SPD weiter zu verzwergen.

Mit Abstand liegt die Linke hinter SPD und Grünen in allen Umfragen zurück.
SPD 17-18%
Grüne 14-15%
Linke 9%
Der Egoismus des Saarländischen Ehepaars hat es möglich gemacht, daß zehn Millionen Stimmen ehemaliger SPD-Wähler auf dem Markt sind und dabei trotzdem noch zu schrumpfen.
Ein historisches Versagen der parlamentarischen linken Opposition.

Offensichtlich geht es Wagenknecht und Lafontaine eben nicht um eine Alternative zur Groko oder das Werben für linke Themen wie Frieden und Solidarität.
Nein, ihnen schwebt vielmehr eine Querfront vor. Sie zielen auf die AfD-Fans, da sie in ihrer diffusen Ablehnung aller Fremden, ihrer pathologischen Angst vor Multikulti und der perfiden Ausspielung der Ärmsten gegen die noch Ärmeren durchaus Schnittmengen mit den Hetzern haben.

Es vergeht kein Tag, an dem Sahra Wagenknecht keine Spitzen gegen Migranten verteilt. Sie kann es nicht lassen auf Flüchtlinge einzudreschen und zieht damit durch die von Konservativen bevorzugten Periodika.

[…..] Fraktionschefin Wagenknecht gilt als migrationskritisch - und findet nun deutliche Worte, was sie vom geplanten Einwanderungsgesetz hält.
Die Fraktionschefin der Linken Sahra Wagenknecht hat sich gegen ein Einwanderungsgesetz für Fachkräfte ausgesprochen. "Deutschland muss seine Fachkräfte selbst ausbilden", sagte Wagenknecht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).   […..]

Oskar Lafontaine ist natürlich dabei und wendet sich wieder einmal bevorzugt an die rechte Springerpresse. Schließlich hatte er von Springer lange Zeit seinen Judas-Lohn bezogen, als er Rot/Grün im Bund bekämpfte, um die CDU an die Macht zu bringen.

[….]  Staatlichkeit gibt es nur, wenn Grenzen geschützt werden“ [….]

Immer wieder echot er das was von Gauland und Höcke gehetzt wird.

Ohne einen Funken Empathie ätzt Wagenknecht gegen Heimatvertriebene, die auch aufgrund deutscher Waffenexporte und deutscher Agrarpolitik fliehen mussten. Sie jazzt sie ganz im Sinne der AfD zu Konkurrenten der Deutschen hoch.

[….] Für Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist Arbeitsmigration nach Deutschland „ein Problem, gerade im Niedriglohnsektor“. Die Menschen hätten einen Anspruch darauf, dass der Staat sie vor Dumpingkonkurrenz schütze.
Sahra Wagenknecht spricht sich für eine Begrenzung der Zuwanderung aus. „Die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass der Staat sie vor Dumpingkonkurrenz schützt“, sagte die Linken-Fraktionschefin in der aktuellen Ausgabe von „Zeit Geschichte“. Das Asylrecht für politisch Verfolgte müsse gelten. „Aber Arbeitsmigration ist ein Problem, gerade im Niedriglohnsektor“, fügte Wagenknecht hinzu. […..]

Die Worte Solidarität oder „soziale Mindeststandards“ kommen ihr nicht mehr über die Lippen, sie dämonisiert die Fremden, als eine Gefahr, vor der Deutsche geschützt werden müssten.
Im schönsten AfD-Sprech schreckt sie noch nicht mal vor Epochtimes zurück und verbreitet auch da die Mär von den teuren Flüchtlingen, die alles bekämen, während deutsche Arme zurück stehen müßten.

[….] „Viele Menschen fühlen sich doch seit Jahren von der Politik im Stich gelassen. Immer wurde ihnen erzählt, es sei kein Geld da. In der Flüchtlingskrise erleben sie, dass Geld da ist, wenn die Politik es will. Das macht viele zu Recht wütend, aber sie sollten das den Politikern vorwerfen, die sie jahrelang belogen haben.“ [….]

 Ganz Rechte und extrem Konservative sind natürlich davon entzückt, daß Lafontaine und Wagenknecht ihnen die Drecksarbeit abnehmen.

[….] Die Konservativen diesseits und jenseits der Union, allen voran die Springer-Presse, begleiten das Projekt Aufstehen mit überraschend viel Wohlwollen und schmeichelhaften Umfragen. Von einer linken Sammlungsbewegung versprechen sie sich das Aus der Dauer-Regierungspartei SPD und eine bürgerliche Koalition ohne Merkel.
Die ganz Rechten schließlich klatschen den gefürchteten Beifall von der falschen Seite. Jürgen Elsässer, Chefredakteur des Compact-Magazins, erhofft sich italienische Verhältnisse: „Die AfD hätte dann endlich einen Koalitionspartner ... In Italien koaliert ja gerade auch eine Rechtspartei, die Lega, mit einer Wagenknecht-ähnlichen Querfronttruppe (Fünf-Sterne-Bewegung). Also, Sahra, trau dich!“ [….]

#Aufstehen hilft den Rechten und macht Xenophobie hoffähig.
Daher werde ich diese „Bewegung“ stets bekämpfen.

Samstag, 11. August 2018

Gott und seine bevorzugten Schäfchen


Das Konzept von Gottes Allmächtigkeit und der „Alles ist vorbestimmt“-Weltsicht ist mir immer noch unklar.
Wofür dann noch beten? Weswegen in die Kirche rennen?
Kann Gott, Mr. Allwissend nicht allein herausfinden wer seine Hilfe nötig hat?
Ist es nicht etwas ungerecht auf die Gebets-Quantität zu setzen?
Franziskus erreicht mal eben ein Milliardenpublikum, wenn er darum bittet für ihn zu beten. Ein dem qualvollen Hungertod entgegen dämmerndes afrikanisches Kleinkind kann niemand bitten.
Vermutlich hört Gott erst ab einer Mindestgebetanzahl zu.
Deswegen verhungern ja auch täglich 20.000 Kleinkinder ungehört und unbeachtet, während sich der milliardenfach bebetete Bergoglio eines Lebens mit Luxus, Macht und Reichtum erfreut.
Wer nicht ganz so arm ist, daß er sich bloß Gebete leisten kann, wird seine Anliegen an den Allmächtigen noch unterstreichen, indem er teure Reliquien erwirbt, Kirchensteuern bezahlt, Schecks in den Klingelbeutel steckt oder auch auf eine kostspielige Pilgerreise geht.
Man muss sich Gottes Wohlwollen schon was kosten lassen.
Geld und Zeit.
Aber aufgepasst, Gott ist ein wenig pingelig, wenn es um Ehrerbietungsprozessionen geht. Ihm gefällt nicht alles.
Kommen sie allzu billig daher, funkt er mit seinen Superkräften dazwischen.


Sich auf den alleinigen Schutz Gottes zu verlassen, ist eine blöde Idee. Noch nicht mal sein Stellvertreter tut das.
Deswegen stehen Blitzableiter auf den Kirchtürmen.
Deswegen fuhr Ratzi immer im Panzerglas-Papamobil.


Diese ganze Pilgerreiserei ist dem Allmächtigen möglicherweise ohnehin zu penetrant.
Wenn Christen in Busladungen anrücken, fühlt sich der Mann im Himmel gestört.
Muß man verstehen. In seinem Alter. Dank seiner Superkräfte, kann er sich aber auch mal dieser lästiger Bittsteller entledigen, wenn sie zu sehr nerven.

[….] Tragisches Ende einer Pilgerfahrt: Bei einem schweren Busunglück am ungarischen Plattensee sind in der Nacht zu gestern 19 Reisende aus Polen ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Kinder. [….]  Der Reisebus aus Lublin war auf dem Weg zum Marien-Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. […..]

[….] Mindestens 13 Menschen sind am Freitag beim Zusammenstoß eines Busses mit einem Lastwagen nahe dem ostpolnischen Bialystok ums Leben gekommen.
Elf der Opfer sind Jugendliche, die auf Pilgerfahrt unterwegs zum Wallfahrtsort Tschenstochau waren. [….]

[….]  Pilgerfahrt in den Tod: Ein Bus mit polnischen Pilgern ist am Sonntag in den französischen Alpen in ein Tal gestürzt und ausgebrannt[….] 26 Insassen starben. Die anderen 25 wurden schwer verletzt. Vielen von ihnen wurden nur wenig Überlebenschancen eingeräumt. „Die Opfer mit schweren Verbrennungen wurden mit Hubschraubern zu Spezialkliniken in Marseille und Lyon transportiert“, teilte die Präfektur mit. [….] „Überall liegen Leichen. Das ist wie das Ende der Welt. So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte ein Augenzeuge dem Sender France-Info. Mehrere Opfer wurden von den Fluten der Romanche mitgerissen und konnten erst nach stundenlanger Suche geborgen werden.
[….] Die jetzt verunglückten 49 polnischen Pilger und zwei Busfahrer waren auf der Rückreise von einer Tour zu katholischen Pilgerorten in Frankreich und auf der iberischen Halbinsel. Sie hatten die Nacht in Notre-Dame-de-la-Salette etwa 50 Kilometer südlich von Grenoble verbracht. Dort findet gerade eine Begegnung von Priestern und Gläubigen aus Polen, Russland, der Ukraine, Großbritannien und Frankreich statt. [….]

[….] Tödliches Ende einer Pilgerfahrt. Auf dem Rückweg von dem portugiesischen Marien-Wallfahrtsort Fátima sind bei einem Busunglück im Osten des Landes 15 Rentner getötet und 23 verletzt worden, 5 von ihnen schwer. Die 60 bis 75 Jahre alten Opfer, allesamt Portugiesen, gehörten der Seniorengruppe einer Erwachsenen- Universität an. [….]

[….] Tödliches Ende einer Pilgerreise. Ein voll besetzter Reisebus rast auf einer Autobahn in der Nähe von Neapel in ein Stauende und stürzt von einer Brücke. Mindestens 38 Menschen kommen ums Leben.
[….] Die Reisegruppe hatte eine Pilgerreise in den Ort Pietrelcina unternommen und befand sich auf der Rückreise nach Neapel. [….]

[…] Tragisches Ende einer Pilgerreise: Bei einem Busunglück sind im Südosten Spaniens mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 40 weitere Insassen des Busses wurden verletzt. Das Unglück war der schwerste Busunfall in Spanien seit mehr als zehn Jahren.
Der Bus war in der Nacht in der Nähe von Murcia von der Fahrbahn abgekommen und eine 15 Meter tiefe Böschung hinabgestürzt. Die Ursache ist noch unklar. Die Insassen des Busses waren auf dem Rückweg von einer Pilgerreise nach Madrid.
Der 36-jährige Gemeindepfarrer, der die Reise organisiert hatte, war nach Angaben der Rettungsdienste unter den Toten. [….]

[….]  Pilgerreise in Madagaskar. [….] Bei einem schweren Busunglück auf dem afrikanischen Inselstaat Madagaskar sind 21 Menschen ums Leben gekommen und 118 verletzt worden.
An Bord seien junge Christen auf dem Weg zu einem Jahrestreffen gewesen. [….]

Aber auch die Kirchen selbst sind nicht gerade sicher. Gott ist berüchtigt für seine Launen.

[….] Tödlicher Granaten-Angriff in Diplomaten-Kirche. Die Terroristen stürmten während der Predigt ins Gotteshaus und warfen Handgranaten: Bei einer Terror-Attacke auf eine Ausländer-Kirche in Islamabad sind mindestens fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Amerikaner. [….]

[….] Bei einer blutigen Geiselnahme in einer irakischen Kirche sind in der Nacht zum Montag 55 Menschen ums Leben gekommen. Die ehemalige Umweltministerin und christliche Aktivistin, Pascale Warda, sagte, 50 Christen seien in der Sajjidat-al-Nadscha-Kirche getötet worden. Mit ihnen starben fünf Geiselnehmer und mehrere Angehörige der Sicherheitskräfte. [….]

[….] Beim Einsturz einer Kirche in Uyo im Süden von Nigeria sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Regionale Medien gaben die Zahl der Todesopfer zwischen 50 und 200 an.
Die amtliche Agentur NAN berichtete am späten Samstagabend von insgesamt 60 Toten, andere Agenturen von bis zu 200. Auch Stunden nach dem Unglück bargen Suchmannschaften Opfer aus den Trümmern des Gotteshauses, das am Samstagmittag aus noch unbekannter Ursache während eines Gottesdienstes eingestürzt war.
Augenzeugen berichteten, das noch im Bau stehende Gebäude sei mit Gläubigen voll besetzt gewesen. Rund 30 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei zunächst das Dach eingestürzt, ehe das gesamte Gebäude zusammenfiel. [….]

[….] Tödlicher Unfall in der Kirche Santa Croce in Florenz. Herabfallende Steine haben einen spanischen Touristen in der berühmten Kirche Santa Croce in Florenz erschlagen. Die Kirche wurde nach dem tragischen Unglück geschlossen. [….]

[….] Bluttat im Gottesdienst – Texas trauert um 26 Tote
[….] Pastor Frank Pomeroy ist an diesem Sonntag nicht in der Kirche. Aber seine 14-jährige Tochter sitzt im Gottesdienst. Es ist Mittag in Sutherland Springs im US-Bundesstaat Texas. Draußen steigt in diesem Moment ein Mann aus einem Auto. Er ist ganz in schwarz gekleidet, trägt eine kugelsichere Weste. In seiner Hand hält er ein Gewehr. Er schießt. Dann betritt er das Gotteshaus. Er schießt weiter. Mindestens 26 Menschen sterben. Zahlreiche weitere werden verletzt. Das jüngste Opfer ist fünf Jahre alt, das älteste 72. [….]

[…..] Tote nach Attentat auf Gottesdienst in Nigeria. Mindestens 16 Menschen sind bei einem Attentat im Süden Nigerias gestorben. Nach dem Neujahrsgottesdienst haben Unbekannte das Feuer auf die Gläubigen eröffnet – wer die Täter waren, ist noch unklar. […..]

[….] Ruanda: 16 Tote nach Blitzeinschlag während Gottesdienst. Ein Blitz hat in Süden Ruandas während des Gottesdienstes in einer Kirche eingeschlagen. 16 Menschen starben, mehrere wurden verletzt. [….]

Was will uns Jesus („Gott ist Liebe“) mit all den Massakrierten im Gottesdienst eigentlich sagen?

Offenbar ist es lebensgefährlich christliche Gottesdienste zu besuchen.

Vorzeitig zu fliehen, kann aber auch tragisch enden.

[…] Drama am Rande eines Gottesdienstes in Glinde bei Hamburg: Zwei Kinder sind am Freitagmittag in ein Regenrückhaltebecken gefallen und untergegangen. […] Stundenlang kämpften die Ärzte um ihr Leben – vergeblich. […] Nach ersten Erkenntnissen hatten die Kinder (5 und 6 Jahre alt) einen großen Gottesdienst in einem nahegelegenen Hotel verlassen, mit dem Hinweis, auf die Toilette zu müssen. […] In dem Hotel habe eine europaweite Veranstaltung einer afrikanischen christlichen Gemeinschaft mit etwa 300 Teilnehmern stattgefunden, so der Feuerwehrsprecher. Der anwesende Priester habe nach dem Unfall die Seelsorge übernommen. Zwei Frauen, vermutlich die Mütter der Kinder, seien kollabiert und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht worden, sagte der Sprecher. […]