Montag, 24. August 2020

Happy Family – Teil II


Im Stab des Präsidenten der USA arbeiten hunderte Leute.
Das gibt eine Menge neuer Jobs, wenn ein neuer Amtsinhaber einzieht.
Die Gehälter sind verglichen mit denen in vergleichbar anstrengenden Posten in der freien Wirtschaft eher mau und die Arbeitszeiten brutal.
Dennoch sind Anstellungen im Herzen der größten Macht der Welt natürlich außerordentlich begehrt, weil man ein Leben lang vom Prestige zehrt.  Neue Präsidenten ziehen üblicherweise einen ganzen Schwarm enthusiastischer Mitarbeiter an, die aus Überzeugung helfen wollen und bereit sind ihre gesamte Freizeit und ihr soziales Leben für die vier oder acht Jahre der Präsidentschaft aufzugeben.
Redenschreiber der begnadeten Redner Clinton und Obama hatten so gut wie gar keine Zeit zum Schlafen und Essen, mussten rund um die Uhr an Entwürfen feilen, Quellen checken und hatten es mit Chefs zu tun, die hochintelligent, hochbelesen, offensichtlich ohne Schlaf auskommend jederzeit ins Büro platzen konnten, um in die Detailarbeit einzusteigen.
Und dann gab es noch die Obama-Transition von 2008/2009. George W. Bush hatte den Karren sowohl militärisch, als auch finanziell/wirtschaftlich in den Dreck gefahren, daß die meisten Top-Finanzexperten der USA sich regelrecht vor ihren Telefonen gefürchtet haben sollen. Bitte bloß keinen Anruf vom Team des President elect Obama mit Jobangeboten. Denn das drohte eine höllisch schwierige, anstrengende Aufgabe zu werden, die einem die Gesundheit ruinieren könnte. Sie befürchteten so einen Anruf zu bekommen, weil man zusagen musste. Das US-Präsidentenamt strahlte so viel Autorität und Würde aus, daß man einfach nicht ‚Nein‘ sagen konnte, wenn der Präsident in der Leitung war.

Im Jahr 2020 gilt alles, das Jahrhunderte für die US-Regierung galt, nicht mehr.
Für die Trump-Regierung zu arbeiten gilt inzwischen als toxisch für die berufliche Zukunft. Zu offensichtlich ist das Chaos, das Nichtfunktionieren, die intellektuelle Wüste, der Misserfolg.
Trump ist abgesehen von seiner katastrophalen Politik auch noch persönlich ein derart unangenehmer Chef, daß man mit 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit irgendwann in Schimpf und Schande vom Hof gejagt wird; auf Jahre die nachtragenden garstigen Verfluchungen des weinerlichen Soziopathen mit dem Atomkoffer ertragen muss.
Insbesondere der Verschleiß von Juristen ist legendär. Der egomane Idiot mit den unbremsbaren Twitterdrang ist so ein unangenehmer Mandant, daß tatsächlich Rudolph Giuliani der oberste Rechtsberater des Präsidenten ist, obwohl der Rechtsaußen längst so senil ist, daß er den Chef in Interviews meist unbeabsichtigt noch viel tiefer in Probleme reitet.
Fachliche Qualifikationen sind ohnehin völlig irrelevant für eine Anstellung im Weißen Haus. Es zählt ausschließlich die Fähigkeit Trump bis zu völligen Selbstaufgabe zu umschmeicheln und bei jeder Gelegenheit öffentlich zu loben und zu preisen.
Dafür stellt IQ45 dann auch seine eigene Tochter, die sich noch nie mit Politik beschäftigt hatte, als Chefberaterin ein, holte Reality-Sternchen Omarosa Manigault, die er bei der Show „The Apprentice“ kennenlernte in seinen Stab und ließ Hope Hicks, das ehemalige Model für Ralph Lauren und Laien-Schauspielerin als Kommunikationsdirektorin und nun Counselor to the President in das mächtigste Amt der Welt.
Bei dem Personal wundert es nicht, daß die Regierung im Chaos versinkt und daß so gut wie alle Mitarbeiter des Januars 2017 inzwischen gefeuert wurden oder schreiend weggelaufen sind.


Abgesehen von der eigenen Familie waren Homohasser Mike Pence, Neonazi Stephen Miller und Kellyann Conway, die bösartigste Lügnerin der GOP die letzten drei Mohikaner, die es noch aushielten bei Trump.

Nun läuft IQ45 auch noch seine Wahlkampfmanagerin und Topberaterin Conway weg – kurz vor der heißen Phase des Wahlkampfes.

Grund ist offensichtlich, daß sich ihre gesamte Familie von ihr abwendete.
Ihr Ehemann George Conway ist Mitgründer der republikanischen Anti-Trump-Werkstatt „The Lincoln Project“.
Auch Kellyannes Tochter Claudia wurde aus Verzweiflung über die Schandtaten ihrer Mutter zur öffentlichen Anti-Trump-Aktivistin.


[….] Einen Tag bevor Trump-Beraterin Kellyanne Conway ihre Kündigung einreicht, eskaliert das Familiendrama auf Twitter. Ihre Tochter Claudia hat ihrer Mutter da einiges mitzuteilen: "Der Job meiner Mutter hat mein Leben ruiniert", schreibt die 15-Jährige am Samstagabend. Und dass es ihr das Herz breche, dass ihre Mutter auf ihrem Weg bleibe, "nachdem sie über Jahre gesehen hat, wie ihre Kinder leiden". Das sei "egoistisch", es gehe nur um "Geld und Ruhm, meine Damen und Herren". Der Text ist Teil einer Serie von sechs Tweets, die mit dem Hinweis beginnt, sie sei am Boden zerstört, dass ihre Mutter auf dem an diesem Montag beginnenden Parteitag der Republikaner sprechen werde. Derart zerstört, dass es dafür keinen Vergleich gebe.
Womöglich waren diese Tweets der Weckruf für die Familie Conway, die zumindest in politischer Hinsicht als heillos zerstritten gelten darf. […..]



[….] Die langjährige Mitarbeiterin von US-Präsident, Kellyanne Conway, hat am Sonntag ihre Kündigung eingereicht. Als Grund nannte sie, dass ihr Mann und sie sich mehr auf die Familie konzentrieren wollen. [….]


Sonntag, 23. August 2020

Happy Family


Die toxischen Gene des Fred Trump Sr., 1905-1999, wurden offensichtlich nicht an alle seine Kinder ….

Maryanne Trump (*1937)
Frederick Crist Trump Jr. (1938–1981)
Elizabeth Joan Trump (*1942)
Donald John Trump (1946)
Robert Trump (1948–2020)

…weitergegeben.

Maryanne Trump Barry studierte Jura, wurde von Ronald Reagan zur Bundesrichterin ernannt, war bis zu ihrer Pensionierung 2011 Richterin für den dritten Bezirk des United States Court of Appeals

Fred Trump Jr., war weit weniger skrupellos als sein Vater und sein Bruder Donald. Er war sensibel, konnte den bestialischen Anforderungen des Patriarchen nie genügend, wurde in den Alkoholismus getrieben und daher gehindert seinen Traumberuf als Pilot auszuüben, musste als maximale Demütigung und zur Belustigung Donalds für den väterlichen Konzern als Fahrer jobben bis er mit 43 an Herzversagen starb. Fred Sr. rächte sich noch posthum, in dem er Fred Juniors Kinder, seine Enkel Frederick Trump III und Mary Lea Trump enterbte.
Mary Trump, *1965 ist promovierte Psychiaterin und machte dieses Jahr mit einem brutalen Enthüllungsbuch „Too much and never enough“ über ihren Onkel Donald Schlagzeilen.

Elisabeth Trump war Bankerin der mittleren Führungsebene bei der Chase Manhattan Bank, lebt seit ihrer Pensionierung und Florida und soll sich für 600 Dollar mit Fans als „Schwester des Präsidenten“ fotografieren lassen.

Donald John ist der bekannte Soziopath ohne jedes moralische Empfinden mit schweren psychischen und mentalen Defiziten. Genau wie sein Vater ist er vollkommen unfähig Empathie zu zeigen.

Robert war ein ebenso amoralischer Immobilien-Mauschler wie sein Bruder IQ45.
Er widersprach nicht und ordnete sich dem Lieblingssohn des Fred C. Sr. bedingungslos unter, arbeitete in seiner Firma.

Alle fünf Kinder Donald Trumps sind voll auf Linie. Keins wagt auch nur leiseste Kritik am übermächtigen Vater. Es gibt aber eine klare Hierarchie unter ihnen.
Donalds Lieblings sind ganz klar die drei Kinder Ivanas, also Ivanka, Don Jr. und Eric, wobei Ivanka in vieler Hinsicht seine Favoritin ist.
Weniger kann er mit Melanias Kind Barron anfangen und Marlas Tochter Tiffany steht an fünfter Stelle.
 Bis auf den noch zu jungen Barron treten aber alle vier samt ihrer Ehepartner als fanatische Jubelperser des IQ45 auf.


In Trumps Administration spielen Ivanka und Schwiegersohn Jared Hauptrollen, während die selbst für Trump-Verhältnisse reichlich unterbelichteten Söhne Don und Eric sich darauf beschränken bei erzkonservativen Trump-Fanjournalisten Propaganda zu machen.


Die Messlatte liegt bei FOX und Co so niedrig, daß Don Jr. auch mit ihren Penisgrößen prahlt, erklärt, der Präsident habe einen wirklich großen Donald in der Hose; sein Eigener sei aber sogar noch gewaltiger.
Was für FOX-gebrainwashte Amerikaner eben so wahlentscheidend ist.

Während seine Frau Vanessa schwanger war, tat Don Jr. im Januar 2007 das was man in dem Fall als Trump tut: Er besuchte eine Palyboy-Party in LA, ließ sich für die "The Adam Carolla Show" interviewen und antwortete auf die wichtige Frage
  „I got one question, Donald Jr.: When you and your pops are in the shower, who’s got the bigger package? You know what I’m saying.
wie folgt:

[…..] You know, and I will get fired for this, but I’m never going to say that I don’t,” Trump Jr. answered. “I will get fired for that. By the way, they’re both pretty substantial I think. […..]
Ein wichtiges politisches Thema offenbar.
Die Pornodarstellerin Stormy Daniels, die während Melanias Schwangerschaft mit Barron von Donald Trump für Sex bezahlt wurde erklärte, der präsidentielle Penis wäre außergewöhnlich klein und wie ein eigenartiger Pilz geformt.

[…..] She describes Trump’s penis as “smaller than average” but “not freakishly small”.
“He knows he has an unusual penis,” Daniels writes. “It has a huge mushroom head. Like a toadstool …
“I lay there, annoyed that I was getting fucked by a guy with Yeti pubes and a dick like the mushroom character in Mario Kart ...
“It may have been the least impressive sex I’d ever had, but clearly, he didn’t share that opinion.” [….]

Weswegen Trump ihr 130.000 Dollar Schweigegeld zahlte, versteht man unter diesen Umständen. Zumal der so Angesprochene schon im Wahlkampf 2016 vor der Weltöffentlichkeit klarstellte was in seiner Hose los ist.

[……] On Thursday, Donald Trump assured the American public that there was was absolutely “no problem” with the size of his hands, or any other part of his anatomy.
“Look at those hands,” he said, raising them. “Are they small hands?”
Referring to Rubio’s recent insult about the size of Trump’s hands, Trump crowed, “And, he referred to my hands — ‘if they’re small, something else must be small.’ I guarantee you there’s no problem. I guarantee.”
“He’s always calling me Little Marco,” said Rubio last Sunday in Virginia. “And I’ll admit he’s taller than me. He’s like 6’2, which is why I don’t understand why his hands are the size of someone who is 5’2. And you know what they say about men with small hands? You can’t trust them.” [….]

Angesichts dieser wichtigen politischen Informationen versteht man auch weswegen bis heute die streng gläubigen Evangelikalen Trumps Wählerbasis bilden.
Wer so fromm ist und die Bibel wörtlich auslegt wünscht sich einen Präsidenten wie Donald Trump.

Während also die Generation der Präsidentenkinder im Rahmen ihrer eingeschränkten mentalen Möglichkeiten Wahlkampf für den Vater betreibt, sind die noch lebenden Präsidenten-Geschwister Maryanne und Elisabeth, genau wie der vor einer Woche verstorbene Robert auffällig unauffällig. Sie treten nicht im Wahlkampf auf.

Trump-Nichte Mary sprach allerdings mit ihrer Tante, der ehemaligen Bundesrichterin Maryanne über die Eignung Donalds als US-Präsident.

[….] Ihr Bruder Donald sei schon als Kind ein "Blag" gewesen. Er sei "grausam" und ein "Lügner". Vor dem Parteitag der Republikaner sind heimliche Mitschnitte aufgetaucht. Darauf redet Trumps Schwester Maryanne offen über den Präsidenten.
Maryanne Trump Barry hält sich nicht zurück, über ihren jüngeren Bruder Donald Trump:

    "Die gottverdammte Tweeterei, die Lügerei, oh mein Gott. Ich rede hier zu offen. Aber du weißt schon. Die geänderten Geschichten, die mangelnde Vorbereitung. Die Lügen."

Die Aufnahmen - wohl nicht zufällig unmittelbar vor dem republikanischen Parteitag veröffentlicht - stammen aus Unterhaltungen mit Trumps Nichte Mary.[…..]

Donalds ältere Schwester führt weiterhin aus, daß der Präsident nie lese und schon als Kind so borniert gewesen sei, daß sie immer seine Hausaufgaben machen musste.


Wie Jake Tapper richtig feststellt, ist es wahltaktisch etwas ungünstig für die Republikaner, daß die ältere Präsidentenschwester damit genau vor ihrem Nominierungsparteitag damit exakt die Kritik des DNC-Parteitags bestätigt.

Aber ich glaube nicht, daß Maryanne ihrem Bruder schaden kann; schließlich sind diese Beobachtungen seit Jahren jedem bekannt, der einen IQ über Zimmertemperatur hat.


Trumps mentaler Niedergang ist unübersehbar. Allerdings leben Trump-Wähler in einer Infoblase, die keinerlei Überschneidungen mit der Realität hat, ergötzen sich an QAnon und frönen ihrem aggressiven Irrsinn.

Samstag, 22. August 2020

Ressourcen alle und noch so viel Jahr übrig


Mir fehlt es garantiert an Gier, unternehmerischen Geschicks und kaufmännischer Raffinesse, um jemals durch selbstständige Tätigkeit wohlhabend zu werden.
Glücklicherweise benötige ich auch keine Statussymbole und fröne keinen teuren Hobbys. Ich bin seit Jahrzehnten nicht mehr geflogen oder verreist, mein Auto ist wertlos, meine Wohnung zu klein. Keine Kinder, keine Haustiere, kein Ausgehen.

Ein Asket bin ich aber nicht; wie fast alle anderen Normalos stelle ich mir auch gelegentlich vor wie es wäre Lottomillionäre zu sein und über Nacht in unverdientem Reichtum zu schwelgen. Mir fällt eine Menge ein wofür ich Geld ausgeben könnte. In meinem Alltag würde sich aber äußerlich wohl nicht viel ändern. Einen Haufen Geld ließe ich auf dem Girokonto liegen. Einfach, damit es da ist und nicht mehr dieser unangenehme Zustand von „das Geld ist alle, aber es ist noch so viel Monat übrig“ eintritt.
Tahiti-Vanille-Schoten von Safran-Pütter. Die kosten 18,50 Euro pro Stück, oder günstig im 25-Schoten-Glas für 430 Euro. Oder die Raritäten-Sorten von Speicherstadt-Kaffee. Jamaika Clifton Mount Estate für 290 Euro/Kilo.
Lebensnotwendig ist das nicht, aber ich fände es schon schön mir diese Gaumenschmeichler leisten zu können, falls ich gerade Lust habe und nicht nur alle Jubeljahr mal eine Kleinstmenge davon zu probieren.
Das sind nachhaltige Produkte, die nicht auf Kosten der Natur und unter Auspressung der Arbeiter entstehen.
Auf beim Prassen würde ich auf nachhaltige Quellen achten, niemals mein Geld jemand in den Rachen schieben, der dann wie Apple, Bezos, BMW oder den Verdienst der Steuerpflicht entzieht und an die CDU spendet.
Nein, ich würde zu inhabergeführten Firmen mit persönlich haftenden Gesellschaftern gehen und auch bei ihnen nicht kaufen, unter dem Dritte leiden müssen.

(…..)  Die Sache mit den hochwertigen mechanischen Uhren werde ich nie verstehen.
Wieso ausgerechnet diese kleinen mechanischen Zeitnehmer wohl so viel Hass- und Neidgefühle triggern?

Es handelt sich dabei nämlich um Luxus und jeder Luxus ist dadurch definiert, daß es sich um irgendeine Art des Überflusses handelt. Luxus ist gerade das was man nicht unbedingt braucht.
Aber Luxus ist eben nicht exklusiv. Jeder genehmigt sich selbst in irgendeiner Weise Luxus.
Es gibt den Luxus, den man nur aus persönlicher Vorliebe schätzt, den Luxus, der nur dafür da ist andere zu beeindrucken, Luxus, der irgendetwas überkompensiert und natürlich auch alle Mischformen.
  Kaum einer lebt von neutraler Astronautennahrung, sondern bevorzugt Lebensmittel, die ihm persönlich gut schmecken. Auch das ist Luxus, da er unnötig ist.
Luxus sind Markenklamotten, überteuerte Apple-Produkte, Autos, Wohnungen, Reisen, Friseurbesuche, Musik, Kunst. Aber auch Puffbesuche, Drogen oder Restaurants. Mountainbikes, Gleitsichtbrillen, Kreuzfahrten, Flachbildfernseher oder Spielekonsolen.
All das ist überflüssig. Und natürlich braucht auch niemand eine Uhr, die 10.000,- oder 100.000,- oder 1.000.000,- Euro kostet.

Aber wenn ich mir die verschiedenen Formen des Luxus unter ökologischen und sozialen Aspekten ansehe, stechen hochwertige mechanische Armbandchronometer dadurch hervor, daß sie nachhaltig sind und keinen Schaden anrichten.
Fast alle anderen Formen des Luxus sind eine Pest für die Umwelt, verbrauchen unnötig Ressourcen und Energie und beuten zudem auch noch meistens irgendwo Menschen aus.
Jeder Flug ruiniert das Klima, jedes Auto stößt Schadstoffe aus, für iPhones werden Billigarbeiter ausgebeutet, für fast alle Kleidungsstücke gibt es am anderen Ende der Welt Menschen im Elend. Für einen Strauß Rosen aus Kenia, werden landwirtschaftliche Flächen ausgetrocknet und jeweils ein Liter Kerosin in die Atmosphäre geblasen. Jeder Computer und jede Spielekonsole hinterlässt Plastikmüll. Auf Reisen werden Tiere gequält, wird Fleisch gefressen.
Yachten sind durch ihren Schwerölverbrauch abartig, Großwildjagden sind amoralisch, PS-Protz-Autos sind Klimasünden.

Mir fallen tatsächlich nur mechanische Uhren als positives Luxusbeispiel ein. Sie sind absolut nachhaltig, werden quasi gar nicht weggeworfen, weil sie nicht nur ihren Wert behalten, sondern meistens sogar wertvoller werden. Sie verursachen kaum Müll und verschwenden so gut wie keine Rohstoffe, außer einer winzigen Menge Stahl und Edelmetall. (…………)

Vom Lottoreichtum zu träumen ist irrational und naiv.
Das ewig prall gefüllte Bankkonto wird für die meisten Menschen nie Realität werden.
So werden wir weiterhin bange auf den Ultimo warten und jeden Monat auf’s Neue feststellen, daß ein paar Einschränkungen notwendig sind.

Hier steht die soziale Frage als unsichtbarer Elefant im Raum.
Die wirklich Bedürftigen leiden überproportional, weil es keine Verteilungsgerechtigkeit gibt und das Volksvermögen kontinuierlich an das obere 1% der Bevölkerung verschoben wird.
Das ist insofern besonders ärgerlich, weil das zu ändern wäre, wenn dieses eine Prozent nicht übermäßig viel Einfluss erkaufen könnte. Wenn die Wähler einfach mal die Tomaten von den Augen nähmen und die Parteien in die Parlamente schicken, die solche Strukturen nicht noch verfestigen.

Aber das erforderte wieder nachhaltiges Denken und nachhaltiges Handeln, zu dem Homo Sapiens ganz offensichtlich viel zu dumm ist.

Wenn am 14. oder 17. des Monats das Konto leer ist, spürt man immerhin den Druck und muss sich strecken, einschränken, begnügen.

Auf einer höheren und noch viel dramatischeren Ebene spüren wir aber leider noch nicht mal Druck und prassen immer weiter über unsere Verhältnisse.

Die Menschen dieses Planeten haben am 22.08. sämtliche erneuerbaren Ressourcen, die in einem Jahr zur Verfügung stehen, aufgebraucht.
Der „Earth Overshoot Day“ wäre sogar schon am 22. Juli gewesen, wenn nicht Corona weltweit die Reisetätigkeit und Industrieproduktion heruntergefahren hätte.
Wir verbrauchen also doppelt so viel wie wir haben. Die größten Sünder sind dabei Nordamerika, Europa und die Golfstaaten. Die Zeche zahlen zunächst Afrika und Südasien. Dort schlägt die Erderwärmung erbarmungslos zu.
Die globalen Verursacher von Überschwemmungen, Versteppungen, Überfischungen und Landraub können durch ihr Geld die Konsequenzen der Ressourcenverprassung kompensieren. Wir bauen Deiche, Klimaanlagen, importieren Lebensmittel.

[…..]  Der sogenannte Welterschöpfungstag war eigentlich für Ende Juli prognostiziert, doch 2020 ist alles anders: Durch die Corona-Pandemie und den wirtschaftlichen Lockdown hat sich der Ressourcenverbrauch in den meisten Ländern schlagartig verringert. Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland: „Die Corona-Pandemie hat uns die Verletzlichkeit unseres Zusammenlebens und Wirtschaftens gezeigt. Der im Kalender 2020 nur kurz verzögerte Welterschöpfungstag ist keine Trendwende, sondern eine Warnung: Der Verlust von natürlichen Ökosystemen und biologischer Vielfalt bringt nicht nur die Gesundheit unseres Planeten, sondern auch unsere eigene Gesundheit in Gefahr. Wir müssen aufhören, die Natur für unseren verschwenderischen Lebensstil zu zerstören. Um unsere Lebensgrundlagen besser zu schützen, brauchen wir zügig Gesetze, die Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und Umweltschutz auch entlang von Lieferketten verbindlich regeln.“  […..]
(WWF)

[…..] Bildlich gesprochen lebt die Weltbevölkerung derzeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung. Die Menschen nutzen die Natur also 1,6-mal schneller, als Ökosysteme sich generieren können. Mit vielfältigen Folgen für die Umwelt, wie u.a. Klimawandel, Artensterben oder schrumpfende Wälder. Noch 1987 fiel der Earth Overshoot Day auf den 19. Dezember. Durch das hohe Konsumniveau in Industrie- und Schwellenländern sowie das schnelle Bevölkerungswachstum ist der Tag im Kalender immer weiter nach vorne gerückt, auch wenn er in dem Ausnahmejahr 2020 durch die Corona-Pandemie einige Wochen nach hinten verschoben wurde.
Damit der Earth Overshoot Day zukünftig später im Jahr stattfindet, sind alle gefragt. Denn jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten: Energie sparen, das Auto öfter stehen lassen, saisonale Lebensmittel und langlebige Produkte mit Recyclingmaterialien kaufen und Abfälle generell vermeiden. Würden beispielsweise allein die Nahrungsmittelabfälle weltweit halbiert, würde der Earth Overshoot Day 11 Tage später stattfinden. Eine Halbierung des CO2-Ausstoßes würde das Datum um 89 Tage verschieben. [….]

Freitag, 21. August 2020

ALL CAPS MODE


In den letzten vier Jahren bekamen wir viele verschiedene verstörende Aspekte der zutiefst destruktiven kranken Trump-Psyche präsentiert.
Die Weinerlichkeit, der Hass, die Illoyalität, die Skrupellosigkeit, das Fehlen jeglicher Empathie, der Größenwahn, die Bestätigungssucht, die Kritikunfähigkeit, die sagenhafte Borniertheit, die tiefen Menschenverachtung „and many many more“.
Der vielleicht charakteristische Zug seiner paraphilen Persönlichkeit ist sein manischer Drang stets im Mittelpunkt zu stehen, alles persönlich zu nehmen, immer alles nur auf sich zu beziehen.

Das Schlimmste, das so einem persönlichkeitsgestörten Soziopathen passieren kann, brach diese Woche auf ihn ein: Vier Tage Nominierungsparteitag der Demokraten und damit vier Tage Medienaufmerksamkeit für andere. Vier Tage, an denen er öffentlich nicht gelobt und mit Huldigungen umschmeichelt wurde.

Wie eine Gottesanbeterin, die nach dem Sex um ihre Mahlzeit in Form des Begatters betrogen wurde, hockte er zutiefst verstört und hungrig nach Aufmerksamkeit im Bett vor seinen Fernsehern und tat das was er immer macht, wenn seine rudimentären Hirnzellen völlig durschmoren: Er griff zum Smartphone, rastete das Display auf „all caps“ ein und schimpfte wie ein debiles Waschweib in Versalien auf seine 85 Millionen Follower ein.

[…..] Donald Trump within minutes, if not seconds after Barack Obama’s speech starting was completely and instantly triggered, starting to send out outrageous tweets in all caps; more the behavior of a child, really, than an adult, never mind an adult who happens to be the president of the United States of America.[….]


[…..] US-Präsident Donald Trump kann es bekanntlich nicht leiden, wenn andere im Rampenlicht stehen. Der Parteitag der Demokraten in dieser Woche bedeutete aber, dass täglich zur besten Sendezeit nicht er über die Fernsehbildschirme flimmerte, sondern Rednerinnen und Redner, die in erste Linie davon kündeten, dass sie ihn aus dem Weißen Haus wählen wollen. Für einen Mann, dem das Fernsehen das wichtigste Medium ist und der täglich Stunden vor den Bildschirmen verbringt, muss das schmerzhaft gewesen sein.
Trumps Team hatte daher ein aufwendiges Gegenprogramm ausgetüftelt. Unter anderem trat er in Arizona, in Wisconsin und in Minnesota auf. Zudem war er, wenn man so will, ein ebenso erwünschter wie ungebetener Dauergast auf dem demokratischen Parteitag. Erwünscht in dem Sinne, dass es eine wohlüberlegte Strategie war, dass sich so viele Reden darauf konzentrierten, den Präsidenten als inkompetenten Spalter, als selbstverliebten Lügner darzustellen. Ein ungebetener Gast insofern, als er sich fortwährend einmischte, die Reden teils live auf Twitter kommentierte und unentwegt moserte, motzte und schimpfte. […..] Es braucht nicht viel, bis der Präsident zum Telefon greift und twittert. Eine kleine Provokation hier, ein leiser Vorwurf da, schon tippt Trump Tiraden in sein Telefon, in denen er in mindestens doppelter Lautstärke zurückwettert. […..] Trumps Twitter-Konto lief regelrecht heiß, da er, wenn er nicht gerade selber tippte, unentwegt Botschaften seiner Unterstützer verbreitete.
Zwischendurch gelang es ihm noch, Laura Loomer zu loben, die in einem Wahlkreis in Florida als republikanische Kandidatin für das Repräsentantenhaus antreten wird - Loomer ist eine hart rechte Verschwörungstheoretikern, die sagt, sie sei stolz auf ihre Islamophobie. […..]

Zu allem Übel schien den Demokraten nahezu alles zu gelingen. Der virtuelle Parteitag ging ohne echte Pannen über die Bühne und dadurch, daß man hunderte von Clips von Supportern in ihrer natürlichen Umgebung – in ihren Küchen, Kellern, mit Kittelschürzen und Kindern – sah, wirkte die Veranstaltung so viel ehrlicher und authentischer als die bisher übliche Mega-Ballon-Show, bei der alle herausgeputzt in einer Halle einer Regie folgen.

Die emotionssüchtigen Amis kamen voll auf ihre Kosten – so sehr lie0en die vorproduzierten Clips es menscheln.



Zu allem Übel erlebte das demokratische Amerika nicht wie befürchtet einen fahrigen Kandidaten mit Anzeichen von Senilität, sondern einen Joe Biden in Bestform, der alle Erwartungen übertraf. Der DNC endete mit Euphorie der Trumpgegener.


[….] Die Sache ist simpel: Weiß oder Schwarz, Licht oder Dunkelheit, Gut oder Böse. Die "Star-Wars"-Konstellation zeugt auch von der galaktischen Dimension, die Biden dieser Wahlentscheidung beimisst. Immer schon wurde "die Seele Amerikas" beschworen, die Schicksalhaftigkeit, um die Spannung zu erhöhen und die Wähler zur Stimmabgabe zu motivieren. Diese Saat fällt 2020 auf besonders fruchtbaren Boden. Viele Amerikaner berührt der Niedergang ihres Landes, sie spüren ihre Isolation in der Welt und bemerken, wie der Staat und sie selbst als Gesellschaft versagen. Amerika ist schwach geworden. Seine demokratischen Institutionen sind beschädigt, der Glaube an die Strahlkraft der USA schwindet.
Bemerkenswert ist auch der wachsende Überdruss an dem Geschrei und Gezeter der Politik, das die meisten Amerikaner über ihre sozialen Medien erreicht. Das Pew Research Center misst, dass sich 55 Prozent aller Wähler und gar 63 Prozent aller Republikaner ausgelaugt zeigen von den politischen Botschaften und den Diskussionen. Trump regiert nicht nur schlecht, er zehrt auch aus. […..]

Unglücklicherweise gibt es kaum noch unentschiedene Wähler.
Wer auch nur halbwegs bei Verstand ist und das politische Geschehen verfolgt, wählt ohnehin Joe Biden.
Aber die 62 Millionen Trump-Fans, die ihm schon 2016 wählten, gucken ohnehin nicht den DNC-Wahlparteitag.
Sie werden von FOX und den Trump-Tweets infiziert. Daher steigen Trumps Wahlchancen zuletzt wieder an; nach einer CNN-Umfrage hat er beinahe zu Biden aufgeholt.