Mittwoch, 14. Januar 2026

Deutsche Außenpolitik greift durch!

Die Personalschwäche der Bundeswehr haben wir übrigens Gas-Kathys Mann KT von und zu Googleberg zu verdanken. Ein schönes Beispiel dafür, weswegen man niemals CDU-Mitglieder Bundesministerien leiten lassen darf. Wir alle wissen ja, in welchem Zustand Straßen, Brücken und Bahn sind, nachdem 12 Jahre ununterbrochen die CSU dafür die Verantwortung trug.

  So fällt uns auch heute die Aussetzung der Wehrpflicht, die Schließung der Kasernen durch den CSU-Verteidigungsminister.

[….] In nur sechs Monaten schaffte es Karl-Theodor zu Guttenberg die Wehrpflicht, den einstigen Markenkern konservativer Politik, abzuschaffen. [….] [….] Anfang Februar 2011, kurz vor Beginn der Plagiatsaffäre um Guttenbergs Dissertation, kommt erneut massive Kritik an den Plänen des Verteidigungsministeriums zur Umbau der Streitkräfte auf - sowohl aus dem Kanzleramt als auch von Seiten der Soldaten. In der Truppe ergebe sich "das Bild einer intransparenten, ressourcenverschwendenden, ungesteuerten Reformarbeit", zitiert die Süddeutsche Zeitung aus einem Schreiben. Bereits im Januar war in einer Vorlage für Kanzlerin Angela Merkel beanstandet worden, dass Guttenberg bei seinen Umbauplänen die Leitungsebene im Ministerium nur unzureichend straffe. Es müssten auch deutlich mehr Standorte geschlossen werden, als Guttenberg in Aussicht gestellt habe.

Ende Februar, während der Verteidigungsmininster mit der Copy-and-Paste-Affäre kämpft, fällen Experten des Kanzleramts ein vernichtendes Urteil über die Umbaupläne aus dem Verteidigungsministerium: Guttenbergs Vorschläge seien eine "nur sehr rudimentäre und unausgewogene Grundlage für Entscheidungen zur Reform der Bundeswehr", zitiert der Spiegel aus der Expertise.

Am 1. März 2011 wird der Druck auf Guttenberg zu groß: Im Zuge der Plagiatsaffäre erklärt er seinen Rücktritt. Er sagt, dass er seinem Nachfolger Thomas de Maizière im Verteidigungsministerium ein "gut bestelltes Haus" hinterlasse. Diese Erklärung wird ihm wenige Zeit später viel Spott von Journalisten und Oppositionspolitikern einbringen.  [….]

(SZ, 16.05.2011)

 

Die C-Nachfolger auf der Hardthöhe (de Maizière, von der Leyen, Kramp-Karrenbauer) gaben der Bundeswehr den Rest. Seit 2021 mühen sich SPD-Minister damit ab, den ausgezehrten Trümmerhaufen wieder aufzubauen. Es ist das überall gleiche Schicksal – ob britische Labourparty, US-Demokraten oder SPD – sie werden von der bräsig-rechten Bevölkerung nur gewählt, wenn ihre konservativen Vorgänger, die Karre so gründlich in den Dreck gefahren haben, daß man quasi bei Null anfangen muss.

So gern der beliebteste Bundesminister Boris Pistorius offensichtlich seinen Job macht, so undankbar ist sein Bereich, weil es nun einmal keine Friedenszeiten sind und aus den rostigen Restbeständen große Mengen Munition und Waffen in die Ukraine und nach Litauen verfrachtet werden.

Und dann ist da noch die bizarre sadosexuelle Kultur in dem Männersumpf, der ähnlich katholischer Priesterseminare nicht gerade die vorbildlichsten Teens und Twens anzieht.

(….)  Auch in der Bundeswehr, in der inzwischen glücklicherweise auch Frauen dienen, herrscht aufgrund des Männerüberschusses und alter Traditionen immer noch ein Faszinosum für Analsex.  (….)

[….] Fallschirmjäger: Obst in den Po und Paddel drauf!   In einer Zweibrücken Kaserne ist es äußerst unappetitlich zugegangen: Fallschirmjäger sollen sich auf einer Feier Obst in den Hintern geschoben und mit einem Paddel drauf gehauen haben. Wegen dieser Vorfälle wird die Kompanie nun von ihrem Kongo-Einsatz entbunden. […..]

(STERN, 21.06.06)

[…..]  Das Amtsgericht Zweibrücken hat im Prozess zur "Dörrobst-Affäre" um obszöne Aufnahmerituale in einer Kaserne den angeklagten Hauptmann zu einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro verurteilt.   Der Richter sah es als erwiesen an, dass der ehemalige Kompaniechef das "entwürdigende Verhalten" seiner Untergebenen auf einer Feier geduldet habe. […..] 

(SPON, 11.06.2008)

[…..] Schon wieder schockiert ein Skandal die Bundeswehr: Bei den Gebirgsjägern im oberbayerischen Mittenwald sind junge Soldaten mit entwürdigenden Mutproben und Aufnahmeritualen schikaniert worden. Sie mussten bis zum Erbrechen Alkohol trinken und rohe Schweinsleber essen, um in der internen Hierarchie aufsteigen zu können. [….]

(AZ, 10.02.10)

 [….] Nach SPIEGEL-Informationen bestätigten interne und bisher geheim gehaltene Ermittlungen, dass bei der Ausbildung von Sanitätern, im Militärjargon "Combat First Responder" genannt, offenbar sexuell-sadistische Praktiken an der Tagesordnung waren. [….] Demnach fesselten sich die Soldaten gegenseitig an Stühle, mussten stundenlang so verharren und wurden mit Wasserschläuchen abgespritzt. [….] Statt einer professionellen Armee, die für junge Menschen eine interessante Karriere bietet, erhält die Bundeswehr durch die Vorgänge in der Staufer-Kaserne wieder das hässliche Image einer männergeprägten Chauvinisten-Truppe, in der Rituale wie Erniedrigung bis hin zu den sexuell-sadistischen Ausbildungsmethoden weiterhin Platz haben und von den Vorgesetzten nicht geahndet werden. [….]

 (Matthias Gebauer, SPON, 27.01.2017)

Sexuelle Übergriffe bei Gebirgsjägern  [….] Nach den Vorfällen in der Bundeswehr-Kaserne in Pfullendorf wird ein weiterer Fall bekannt, in dem Soldaten einem Kameraden gegenüber übergriffig geworden sind. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll ein Soldat bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall unter anderem durch Vorgesetzte sexuell belästigt und diskriminiert worden sein.   [….] Laut Ministerium handelte es sich dabei um eine Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 in Bad Reichenhall. "Dort sei er zwischen November 2015 und September 2016 durch Mannschaftssoldaten und einige Vorgesetzte (Ausbilder) seines Zuges mehrmals diskriminiert sowie verbal und tätlich sexuell belästigt und genötigt worden" [….] Laut Ministerium laufen derzeit Ermittlungen gegen 14 Beschuldigte, davon zwei Feldwebel, zwei weitere Unteroffiziere und zehn Mannschaftssoldaten. [….] Ein Sprecher des Ministeriums betonte auf Anfrage, es handele sich um einen von zahlreichen Einzelfällen aus der Vergangenheit. [….]

(Christoph Hickmann, SZ vom 21.03.2017)

Ich möchte hier noch einmal klarstellen, daß ich moralisch keinerlei Einwände gegen analen Sex habe. Es ist völlig in Ordnung, wenn die Geistlichen im Vatikan es sich mit Freude gegenseitig besorgen.

Wenn es sich dabei aber um ein Demütigungsritual unter Zwang handelt, ist es kein Sex, sondern Gewalt.  Dafür gibt es erstens keinerlei Rechtfertigung, aber zweitens stellt sich die Frage wieso so viele Uniformierte darauf abfahren. (…..)

(Anal-Soldaten, 20.03.2017)

Heute gehen Berichte über einen deutschen Panzergrenadierzug durch die Presse, der In Litauen mit allem auffiel, wovon Uniformierte eben Schlagzeilen machen: Rechtsextremismus und Vergewaltigungen.

[….] Rassistische Beleidigungen, Gewalt, sexuelle Nötigung: Wegen des Verdachts auf schweres Fehlverhalten unter deutschen Soldaten zieht die Bundeswehr einen ganzen Panzergrenadierzug aus dem NATO-Einsatz in Litauen ab. [….] Bei einer alkoholgeschwängerten Skandal-Party in einem litauischen Hotel Ende April sollen einige Kameraden rechtsextreme und antisemitische Lieder angestimmt haben, auch soll es zu einem Fall sexueller Nötigung gekommen sein. Einem Anfangsverdacht auf Straftaten wird nachgegangen. Wie der "Spiegel" berichtete, sollen Soldaten aus demselben Zug am 20. April ein "Geburtstagsständchen" für Hitler angestimmt haben. [….] Im Laufe der Ermittlungen kam nun auch ans Licht, dass 569 Schuss Handwaffen-Munition bei der Bundeswehr in Litauen abhanden kamen. [….]

(Tagesschau, 16.06.2021)

Die katholische Kriegsministerin Kramp-Karrenbauer, beeilte sich aber auch in diesem Fall zu versichern, das Ansehen der Bundeswehr schützen zu wollen.

Sie handelt genau wie bei der Kirche – es gilt die Täterorganisation weiß zu waschen und die Opfer im Stich zu lassen.

[….]   „Die Entgleisungen beschädigen das Ansehen der Bundeswehr und Deutschlands. Das wird mit aller Härte bestraft werden“, kündigte Verteidigungsminister Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) schon am Mittwoch an. Allerdings: Rechtsextreme Vorfälle unter in Litauen sta­tio­nierten Sol­da­t*in­nen gab es mutmaßlich schon früher. Mit voller Konsequenz hat die Bundeswehr darauf nicht reagiert.  Nach Angaben des Verteidigungsministeriums weiß die Bundeswehr schon seit dem 4. Januar 2020 von Vorwürfen gegen einen ebenfalls in Rukla stationierten Soldaten. Er soll einen Kameraden „mehrfach verbal (im Zusammenhang mit der Hautfarbe des Betroffenen) beleidigt und bloßgestellt haben“. Die Bundeswehr geht dem Vorfall zwar nach, hat die Ermittlungen nach fast eineinhalb Jahren aber bis heute nicht abgeschlossen. Der Beschuldigte hat weiterhin Zugang zu Waffen.   In einem zweiten Fall sollen im Sommer 2020 vier deutsche Soldaten im Raucherbereich vor der litauischen Kaserne „Tiergeräusche imitiert haben“, als ein schwarzer Soldat aus Frankreich an ihnen vorbeiging. [….]

(taz, 17.06.2021) (….)

(Soldaten. Polizisten. Priester, 17.06.2021)

Es macht den Soldatenberuf  zweifellos für die meisten jungen Menschen nicht gerade attraktiver, wenn die Wahrscheinlichkeit, dabei erschossen zu werden, mit der Kriegsgefahr deutlich steigt. Aber die immer noch mit Schikane und Qualen verbundene Rekrutenzeit, in der es offenbar gilt, die Jungs und Mädels zu demütigen, statt ihnen für ihren Dienst dankbar zu sein, hilft auch nicht weiter.

Auch Pistorius bekommt den analen Nazi-Sumpf Bundeswehr nicht so leicht trockengelegt.

[….] Bei den Fallschirmjägern im rheinland-pfälzischen Zweibrücken hat es mutmaßlich Fälle von Rechtsextremismus, sexualisierten Übergriffen und Drogenmissbrauch gegeben. Heute hat sich der Bundestag mit den gravierenden Vorfällen beschäftigt. [….] In der 4. Kompanie soll es Hitlergrüße, eine Nazi-Party und eine rechtsextreme und antisemitische Clique gegeben haben. Hinzu kommen Frauenhass, Exhibitionismus und sexistisches Verhalten von Soldaten. Außerdem wurden offenbar harte Drogen konsumiert. [….] Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken ermittelt in 16 strafrechtlich relevanten Fällen. Die Bundeswehr untersucht mögliche dienstrechtliche Vergehen von 55 Beschuldigten. Mittlerweile sind neun Soldaten aus dem Dienst entlassen worden. [….] [….]

 (Tagesschau, 14.01.2025)

Aber man soll nicht immer alles schwarz sehen. Die Merz-Klingbeil-Regierung setzt die Bundeswehr nun in einer der ganz großen außenpolitischen Krisenregionen ein. Endlich. Deutschland wird seinem NATO-Partner und eng verbündeten Nachbarn Dänemark militärisch gegen den orangen Aggressor USA beistehen.

[….] US-Präsident Trump erneuert die Drohung, Grönland zu übernehmen. Dänemark weist die Pläne nach einem Treffen in Washington zurück und verstärkt mit Schweden und Norwegen die Militärpräsenz auf der Insel. Auch Deutschland schickt Soldaten.

Ehe am Mittwoch auf dem Gelände des Weißen Hauses über Grönland gesprochen wurde, meldete sich nochmal Donald Trump zu Wort. Und erneuerte seine Drohung, die weitgehend autonome, zum Nato-Mitglied Dänemark gehörende Insel zu übernehmen. „Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit“, schrieb der US-Präsident auf Truth Social. „Es ist für den Goldenen Dom, den wir bauen, von entscheidender Bedeutung“ [….] [….] Sein Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio empfingen den dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen und Vivian Motzfeldt, die für Grönlands auswärtige Angelegenheiten zuständig ist. [….] Es sei „eine offene, aber auch konstruktive Diskussion“ gewesen, sagte Rasmussen danach höflich vor der dänischen Botschaft in Washington. Doch „wir haben immer noch eine grundlegende Meinungsverschiedenheit“, fügte er an. [….] „Ideen, die die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark und das Selbstbestimmungsrecht des grönländischen Volkes nicht respektieren würden, sind natürlich völlig inakzeptabel.“ Die Grönländerin Motzfeldt sieht das genauso, sie hielt ihren Vortrag allerdings auf Grönländisch.

In Nuuk kam das gut an. Die Grönländer verfolgten das für sie so wichtige Treffen auf Handy- und Laptop-Bildschirmen, in Cafés und Läden. „Wir haben die richtigen Leute geschickt“, sagt eine Frau in einem Laden, als Vivien Motzfeldt auf dem Bildschirm auftaucht. [….] Motzfeldt wies Trumps Annexionspläne wie ihre Kolleginnen und Kollegen in Kopenhagen seit Monaten empört und entschieden zurück, ebenso europäische Nato-Staaten. „Die Lage ist sehr, sehr ernst“, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Grönlands Premier Jens-Frederik Nielsen. Es sei „nicht leicht, dem völlig inakzeptablen Druck eines unserer engsten Verbündeten standzuhalten“.

Grönland wolle nicht zu den USA gehören, erklärte Nielsen. „Grönland will nicht von den USA regiert werden. Grönland wird nicht Teil der USA werden. Wir entscheiden uns für das Grönland, das wir heute kennen und das zum Königreich Dänemark gehört.“ Das sei deren Problem, sagte Trump nachher auf Anfrage von Reportern dazu. „Ich bin anderer Meinung als er. Ich weiß nicht, wer er ist. Ich weiß nichts über ihn, aber das wird ein großes Problem für ihn werden.“  [….]

(SZ, 14.01.2026)

Dänische, schwedische, norwegische und deutsche Soldaten werden auf Grönland stationiert, um die US-Army abzuwehren. Richtig so! Und angesichts der deutschen Machtdemonstration, werden es sich Trumps G.I. dreimal überlegen, ob sie es wirklich wagen, gegen die massive teutonische Truppenpräsenz anzugreifen!

        […] Bundeswehr entsendet Soldaten nach Grönland

Im Streit um die Zukunft Grönlands spielt nun auch die Bundeswehr eine Rolle. 13 deutsche Soldaten werden morgen als Teil eines internationalen Erkundungsteams nach Nuuk fliegen. Ziel sei es, Rahmenbedingungen zur Sicherung der Region zu erkunden.

Deutschland wird 13 Soldaten nach Grönland entsenden. Das bestätigte das Bundesverteidigungsministerium. [….]

(Tagesschau, 14.01.2026)

Nuuk und die Wilde Dreizehn! Nimm das, Hegseth! Washington zittert.

Da Deutschland offenbar seine außenpolitischen Testikel wiederentdeckt, greift auch der hochrangigste Deutsche, Präsident Steinmeier, in den außenpolitischen Folterkasten und zeigt dem Teheraner Theokraten-Regime, welches gerade zu Tausenden seine einen Bürger abschlachtet, daß Deutschland, die drittgrößte Industrienation des Planeten, gewillt ist, hart durchzugreifen, um die Ayatollahs aufzuhalten!

Die nächste Eskalationsstufe wird ebenfalls schon ventiliert; die Bundeswehr könnte den Teheraner Bürgern 500 Helme schicken.

Deutsche Außenpolitik ist wenigstens keine wilde Kakophonie, sondern aus einem Guss: Jürgen Hardt, Johann Wadepfuhl, Merz, Manfred Weber, Steinmeier debakulieren wunderbar homogen! Alle gleichermaßen ZUM MITSCHÄMEN!

Dienstag, 13. Januar 2026

Diplomatischer Niedergang

Wenn ein richtiger Trottel, ohne die geringste Regierungserfahrung, der sich seit Jahrzehnten hartnäckig erkenntnisresistent zeigt, der unter „Politik“ versteht, rechtsradikale Ressentiments zu schüren und Minderheiten zu beleidigen, Bundesminister und ähnlich wichtige Ämter/Personalien zu bestimmen hat, muss das im Desaster enden. Spahn, Linnemann, Klöckner, Amthor, Reiche, Prien, Schnieder, Wildberger, Wadephul – eine Parade der Trottellummen. Dabei wird der Deppenfaktor immer größer, je näher man dem Kanzlerbüro kommt:

·        Bundesminister für besondere Aufgaben/Chef des Bundeskanzleramtes Thorsten Frei

·        Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit Michael Meister

·        Staatsministerin für Sport und Ehrenamt Christiane Schenderlein

·        Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien Wolfram Weimer

Alle vier haben sich bereits auch in ihrer eigen Partei reichlich unbeliebt gemacht.

[…] Abgeordnete stänkern gern mal über ihre Chefs, da unterscheiden sie sich nicht von Beschäftigten in Unternehmen. Derlei muss man nur mit Abstrichen ernst nehmen. Doch was sich in der Unionsfraktion gerade an Unmut zusammenbraut, hat ein Maß erreicht, das dem Bundeskanzler gehörig zu denken geben muss. Es geht inzwischen nicht mehr nur um Kritik an einzelnen Entscheidungen. Wer in diesen Tagen mit Abgeordneten spricht, hört ziemlich grundsätzliche Zweifel an Merz und seiner Mannschaft. So viel Frust, Entsetzen und Sarkasmus ist einem aus der Unionsfraktion schon lange nicht mehr entgegengeschlagen.

Dabei geht es nicht nur um die Äußerungen von Johann Wadephul zur Lage in Syrien und das ungeschickte Verhalten des Außenministers in den Tagen danach. Es geht längst auch um die Qualität der Arbeit des Kanzlers und seines Kanzleramts. […] Kanzleramtschef Thorsten Frei sei ein im Umgang sehr angenehmer Kollege, heißt es allenthalben. Aber bei der Kommunikation und Organisation hapere es oft noch stark. Es habe wichtige Entscheidungen gegeben, die nicht einmal Fraktionschef Jens Spahn oder CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann rechtzeitig mitgeteilt worden seien. Geschweige denn seien die beiden eingebunden gewesen. In diesen Tagen wird gern wieder darauf hingewiesen, dass Frei an der wichtigen Sitzung des Koalitionsausschusses Anfang Juli, als es wegen der Stromsteuer den ersten großen Streit gab, nicht teilnahm, weil er lieber bei einem Fest der Sparkasse Schwarzwald-Baar aufgetreten ist.

Noch viel stärker als Frei steht Michael Meister in der Kritik. Er ist als Staatsminister im Kanzleramt für die enorm wichtige Zusammenarbeit mit den Bundesländern zuständig. In der knirscht es regelmäßig. Meister sei sehr passiv, klagen Unionsabgeordnete. Er gehe mit den Ländern nicht so kommunikativ um, wie er müsste. Vermutlich sei er nur deshalb Staatsminister geworden, weil die Hessen-CDU noch versorgt werden musste.

Merz habe bei der Personalauswahl oft keine glückliche Hand, heißt es in der Unionsfraktion. Das habe er schon gleich am Anfang mit seinen Entscheidungen für Mario Czaja als Generalsekretär und Christina Stumpp als stellvertretende Generalsekretärin gezeigt. […]

(Robert Roßmann, SZ, 06.11.2025)

Der Büroleiter musste schon ausgetauscht werden.

[…]  Der Bundeskanzler ist noch kein Jahr im Amt, nun ernennt er schon einen neuen Büroleiter. CDU-Bundesgeschäftsführer Philipp Birkenmaier soll künftig die Aufgabe übernehmen. Über seinen Vorgänger hatte es immer wieder Unmut gegeben. […] Kanzler Friedrich Merz hat seinen Büroleiter ausgetauscht. Nachfolger von Jacob Schrot wird der bisherige CDU-Bundesgeschäftsführer, Philipp Birkenmaier. […]  In der CDU gab es aber schon länger Unmut über Schrot. Dem 35-Jährigen fehle das Gespür für die Partei, hieß es unter Abgeordneten. Schrot sei nicht gut vernetzt, seine Expertise liege vor allem in der Außenpolitik. Zudem habe er dazu geneigt, alles an sich zu ziehen. Alles müsse über seinen Schreibtisch laufen, beklagten Unionspolitiker. Das habe dazu geführt, dass Merz bei Absprachen mit Fraktion und Ministerpräsidenten Fehler unterlaufen seien. [……]

(SPON, 06.01.2026)

Wenn Merz wenigstens zu Hause bliebe und sich nur in Deutschland blamierte.

Zu allem Unglück, inszeniert er sich als „Außenkanzler.

(….) Aber die grausigste Form des Merzismus tritt bei Reisen auf.

Er ist die Lose Canon auf internationaler Bühne. Die gemeinsame EU-Linie zu talibanisieren, kann der Fritzekanzler richtig gut.

(….) Außenpolitik zum Mitschämen.

Merz abseits der deutschen Scholle, ist ein Rezept des Scheiterns, weil er dort kontinuierlich im Zenit der Aufmerksamkeit steht, während er gleichzeitig von allem getriggert wird, das nicht so wie im Sauerland ist. Das Brot in Angola, die Menschen in Belém, die Ossis in Thüringen. Da kann er sich einfach nicht helfen und schaltet auf maximalen Beleidigungsmodus. Es ist schlimmer, als zu Helmut Kohls Zeiten: Fliegt der Kanzler ins Ausland, zittert man schon Tage vorher mit. Was wird er diesmal wieder Dummes anstellen? Welche Mitschäm-Momente wird er erzeugen?  Wird er es wieder nicht merken, wenn er als Tölpel vorgeführt wird?

Im günstigsten Fall, wird Merz bloß als gerontisch-germanische Lachnummer in blamabler Erinnerung bleiben. Im schlechteren Fall, wird er wieder aufgrund seiner rhetorischen Unterbelichtung Land, Leute oder Regierung beleidigen und damit zu internationalen Spannungen beitragen. (….)

(Merz verstecken, 07.12.2025)

In der Situation wäre es umso wichtiger einen guten Außenminister zu haben, dessen Diplomaten die Peinlichkeiten aus dem Kanzleramt glätten.

Unglücklicherweise ist das Nordlicht nicht nur selbst eine Lose Canon, sondern sein altehrwürdiges Amt rottet offenbar insgesamt.

„internAA“, die Mitarbeiterzeitschrift des Auswärtigen Amts, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe 01/26 ein Gedicht mit dem Titel „Ken & Barbie“, mit dem über Grüne Minister hergezogen wird.  

[…..] »Heizung aus, Pullover an, selbstgestrickt, von Mann zu Mann«, hieß es da über den Minister, der in der Energiekrise die Bürger dazu aufgerufen hatte, die Heizungen herunterzudrehen. Und weiter: »Ein Kinderschreck im Höhenflug, Politik, ganz wie ein schlechtes Buch, ein Land, das sucht, das strebt, fragt sich, wohin der Weg nun geht.« Eine offensichtliche Anspielung auf Habecks Vergangenheit als Kinderbuchautor.

Über die frühere Ministerin Baerbock schrieb der Hobbyliterat: »Die Außenwelten, feministisch gedacht, die Welt zu retten, doch nicht jeder hat gelacht … Mit Hochglanzschminke um die Welt, das Haar immer perfekt gewellt, Hochglanzreden ohne Geschick, hatte die Menschen nicht mehr im Blick«.

Der Mitarbeiter spielt auch auf Baerbocks weiteren Karriereweg an. »Und sie, die Heimat verlässt, auf zum Big Apple, welch ein Fest, ein Job ergaunert, ganz elegant, das Volk frohlockt, nun ist sie verbannt.« Baerbock hatte sich nach dem Scheitern der Ampelregierung den Vorsitz der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York gesichert, obwohl dafür eigentlich die renommierte Diplomatin Helga Schmid vorgesehen war.   [….]

(SPON; 13.01.2026)

Wadephuls Leute verbreiten AfDeske Hetze über Wadephuls Amtsvorgängerin. 

Dieser Kanzler ist eine Witzfigur. Der Pannenonkel aus dem Sauerland. Der peinliche Depp, mit dem man nichts zu tun haben will. Außer Freund Johann, der auf gleichem Niveau durch die Welt trottelt.

[….]  “Bundeskanzler Merz äußerte Verständnis für das Anliegen der USA” Das Anliegen: Invasion/Annektierung Grönlands. Absoluter Wahnsinn. “Merz ging nicht auf die Drohungen von US-Präsident Trump ein, die Insel auch gegen den Willen der Grönländer und Dänemarks zu kaufen oder zu annektieren. […]

Das ist so zynisch, so gnadenlos strategisch hohl, so völlig befreit vom Verständnis der Bedrohungslage, dass es mir wirklich die Sprache verschlägt.  Was für eine Schande. Alles in der wahnwitzigen Annahme, wenn man Trump nur schmeichelt und den Weg bereitet, könne man in seiner Gunst bleiben.

[…] Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie Merz und die Bundesregierung allen Ernstes glauben können, mit Appeasement würde man der Bedrohung durch Trump beikommen - und nicht begreifen wollen (denn die Faktenlage ist klar), dass das demokratische Europa selbst auf der Speisekarte steht. […]  Zu verkennen, dass die USA unter Trump kein Verbündeter der EU mehr sind, sondern ein Sicherheitsrisiko, zeigt, dass die Regierung aus den letzten Jahren (und Tagen!) nichts gelernt hat - und/oder bereit ist, andere Verbündete vor den Bus zu werfen. Bitter. Und extrem gefährlich. […]

(Annika Brockschmidt, 13.01.2026)

Montag, 12. Januar 2026

Altenrepublik Deutschland

Die klassische Alterspyramide wird in Deutschland immer mehr zur Alterskeule mit einem dicken Wasserkopf.

Es ist ein „alter Hut“: Deutsche Politik ist deswegen so zukunftsblind und hinterlässt den nachfolgenden Generationen einen Scherbenhaufen, weil die Masse der Geronten, der mit Abstand wichtigste Wählerblock sind. Keine Partei verscherzt es sich gern mit den Rentnern. Die CDU generiert ihr Mehrheiten, indem sie sich auf die Wackelköpfe verlässt, die aus Panik vor Veränderungen gewohnheitsmäßig  immer die C-Partei ankreuzen. Die Bremser der Geschichte, die jegliche Reformen blockierten, sich allen Minderheiten entgegen stellten und das Denken maximal verengten.

Die Überalterung der deutschen Gesellschaft und der daraus folgende Fachkräftemangel, sowie die Unterfinanzierung des Renten- und Gesundheitssystems, haben durchaus Vorteile.

Denn insgesamt ächzt die Welt unter enormer Überbevölkerung. Anders als im saturierten Westeuropa und den steinreichen asiatischen Staaten (Südkorea, Japan), poppen die meisten Menschen sich viel zu viele Kinder herbei. Kinder, die sie nicht ernähren können, die vor Bürgerkriegen, Armut, ökonomischer Aussichtlosigkeit, imperialen Kriegen und zunehmend der Erderhitzung fliehen müssen.

Nach dem Schlüssel/Schloss-Prinzip sind wir dafür das perfekte Zielland; denn genau diese Menschen – jung, mobil, engagiert – braucht Deutschland dringend.

Es könnte so schön sein. Leider bildet sich ein Hufeisen aus trägen Graugesichtern der Geriatrie und der U30-Dunning-Kruger-Fraktion heraus. Sie alle wählen leidenschaftlich rechts – einerseits aus purer Bosheit, anderseits aus ökonomischer Ignoranz. „Ausländer raus“, das ganz große Politmotto des Merzismus, ist nicht nur zutiefst ahistorisch und inhuman; es sägt auch den Globalisierungsast ab, auf dem wir sitzen.

[…] Die CSU hat eine Abschiebeoffensive vorgeschlagen – mit Linienflügen nach Afghanistan und Syrien. Das wäre für Deutschland ein ökonomisches Eigentor und ein gesellschaftlicher Rückschritt. Der CSU-Vorschlag ist reiner Populismus. Er widerspricht dem Kern des deutschen Asylrechts und ignoriert die empirisch belegten wirtschaftlichen Chancen gelungener Integration. Angesichts der demografischen Alterung und des dramatischen Arbeitskräftemangels wäre dieses Vorhaben ökonomisch kontraproduktiv, für Unternehmen belastend und volkswirtschaftlich teuer.

Deutschland steht bekanntlich vor einer demografischen Zäsur. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, Jahr für Jahr scheiden mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt aus, als nachrücken. Für die Unternehmen ist das längst Realität. In vielen Branchen sind fehlende Beschäftigte der entscheidende Engpass – nicht fehlende Nachfrage. Wer nun Hunderttausende Menschen, die bereits hier sind, arbeiten oder arbeiten könnten, aus dem Land drängen will, verschärft die Lage. Das ist keine Wende, wie es die CSU bezeichnet, sondern eine Selbstschädigung.

Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt zudem klar, wie wichtig Migration bereits heute für die Stabilität der deutschen Beschäftigung ist. In den vergangenen Jahren gab es einen Zuwachs an Beschäftigung nur durch Menschen aus dem Ausland – lediglich mit Menschen aus dem Inland oder EU-Ausland wäre dies nicht zu schaffen gewesen. Das ist keine Meinung, sondern ein statistischer Befund, den auch wirtschaftspolitische Analysen in Deutschland immer wieder betonen.

Besonders deutlich lässt sich das am Beispiel syrischer Staatsangehöriger zeigen. Das IAB weist aus, dass im September 2024 rund 287.000 syrische Staatsangehörige abhängig beschäftigt waren, davon 82 Prozent sozialversicherungspflichtig. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit dokumentiert zudem, dass die Beschäftigungsquote syrischer Staatsangehöriger seit 2016 stark gestiegen ist und ein relevanter Teil des ausländischen Beschäftigungswachstums zuletzt auf syrische Beschäftigung entfiel. Das sind keine Randgruppen, wie es bei der CSU heißt, sondern längst ein relevanter Teil des Arbeitsmarkts.

Der Verlust von mehr als 200.000 Beschäftigten aus dem Arbeitsmarkt bedeutet kurz- und mittelfristig eine konjunkturelle Abwärtsspirale. Beschäftigung sinkt, Unternehmen produzieren weniger, Einkommen und Konsum gehen zurück – ebenso die Nachfrage. Gerade in ohnehin schwierigen Zeiten kann das eine erneute Rezession auslösen. […] Der Schaden wäre besonders groß, weil viele Geflüchtete in systemrelevanten Bereichen arbeiten – in Medizin, Gesundheit und Pflege, Logistik, Verkehr, Bau, Reinigung, Gastronomie und Grundversorgung. Gerade hier ist der Personalmangel schon heute spürbar: längere Wartezeiten, höhere Preise, geschlossene Angebote, überlastete Dienste. Der Mediendienst Integration verweist darauf, dass Menschen syrischer Herkunft überproportional häufig in Engpassberufen tätig sind; bei syrischen Männern liegen Schwerpunkte etwa in Verkehrs- und Logistikberufen, im Gastgewerbe, im Gesundheitswesen und im Bau. Wer hier Arbeitskräfte entfernt, sorgt nicht für mehr Ordnung, sondern macht das tägliche Leben schwerer – und teurer. Denn Knappheit treibt Preise, bei Pflegeplätzen, Handwerksleistungen, Transport, Gastronomie, vielen Dienstleistungen. Die soziale Frage wird dadurch verschärft, nicht gelöst. […]

(Marcel Fratscher, 12.01.2026)

Eine wenig überraschende Analyse; wir wissen ja, was die CSU gut kann: Ökonomisch Rumstümpern und dem Standort Deutschland schaden.

Aber müsste sie nicht mehr an ihr ureigenes Wählerreservoir, die doofen Alten, die immer brav CSU ankreuzen, denken? Denn wenn sich die Boomer in die Rente verabschieden, werden sie es sein, die am allermeisten auf Zuwanderung angewiesen sind.

Aber erstens können C-Politiker generell nicht weiter als bis zur eigenen Nasenspitze denken und zweitens, nützen ihnen Geronten nichts mehr, wenn sie so alt und krank geworden sind, daß sie nicht mehr wählen.

 

Für diese Uralt-Kohorte, sowie Behinderte, gibt es die T4-Fraktion der christlichen Lebensschützer-Parteien: Hendrick Streeck und Kristina Schröder, die schambefreit verkünden, die Pflege von Hochbetagten und im Alltag auf Hilfe Angewiesenen, solle sich Deutschland nicht mehr leisten.

Lebensschutz gilt den Konservativen traditionell nur für das „ungeborene Leben“; wer einmal den Geburtskanal durchquert hat, soll sehen, wie er zu Recht kommt. Kinderarmut, verrottende Schulen, marode Kitas, sind den Schwarzen ebenso egal, wie die drei Millionen Pflegefälle.

[….] Abwanderung: Sterblichkeit erhöht     

Durch die Abwanderung von Pflegekräften ist die Sterblichkeit in deutschen Krankenhäusern an der Grenze zur Schweiz gestiegen. Das berichten das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und das ifo Institut in München, die Daten von 2006 bis 2017 ausgewertet hatten. Demnach stieg dort die Sterblichkeit um 4,4 %. Der Pflegekräftemangel wirke sich v.a. auf ältere Patienten sowie Notfälle aus. Grund für den Stellenwechsel seien der starke Schweizer Franken, eine hohe Personalnachfrage in der Schweiz und stagnierende Tariflöhne in Deutschland. […]

(ARD, 12.01.2026)

Macht ja nichts im CDUCSU-affinen Süden Deutschlands. Die drittgrößte Industrienation der Erde lässt eher ihre Alten abkratzen, bevor sie rot oder grün wählt.

Die fromme Fraktion (Streeck, Warken, Spahn) stört sich nicht an erhöhter Sterblichkeit wegen zu niedriger Tariflöhne. Wirtschaft geht vor Moral.

Es sei denn, jemand möchte sterben. Beim Thema „selbstbestimmtes Leben“ schlägt der Sadismus der C-Politiker ihre ökonomischen Überzeugungen: Wenn Todkranke über ihrem Leiden ein Ende setzen möchten, kommt massiver Widerstand der Konservativen, die Alte und Kranke offenbar leidenschaftlich gern leiden sehen.

Sonntag, 11. Januar 2026

Moralische Orientierung

Mit dem Klugtelefon war ich wirklich spät dran; das Erste habe ich mir vor gut sechs Jahren angeschafft und bis dahin tapfer ein analoges Seniorenhandy verwendet, weil ich keine internetfähige Zeitklau-Maschine in meinem Leben wollte.

Stattdessen tippte ich Telefonnummern, die ich extra nicht auf Kurzwahltasten hatte, um mein Hirn frisch zu halten. Sah mir Stadtpläne ganz genau an, wenn ich mit dem Auto in eine unbekannte Gegend musste, um nicht von Navis abhängig zu werden. Verdaddelte nicht sinnlos meine Zeit mit Messenger-Apps.

Aber irgendwann wurde der technische Druck der Moderne zu groß. Ich ergab mich dem Schicksal. Klar, am Anfang konnte ich die mir selbst auferlegten Regeln noch aufrecht erhalten: Kein Handy im/am Bett. Da war nur Informationsaufnahme auf gedrucktem Papier erlaubt.

Aber ich bin natürlich schwach. Wurde schwächer. Die Zeitklau-Maschine zog mich immer tiefer in ihren Bann, auch wenn ich einige Regeln tatsächlich bis heute aufrecht erhalten konnte (nicht in der Öffentlichkeit auf dem Handy rumdaddeln, keine Spiele, keine Selfies), aber die FOMO erwischte mich. Nach dem Aufwachen, oder vorm Schlafen, geht der Griff nun durchaus ans Klugtelefon, um zu gucken, was jetzt wieder Irres auf der Welt passiert ist. Welchen Wahnsinn habe ich verpasst?

Die Trumps, Millers, Vances, Merze, Bibis, Spahns beherrschen leider das Medium, dominieren auch meine Infoblase, die sie kontinuierlich befüllen: Flood the zone with shit! Und wie sie das können! Eine Stunde Mittagsschlaf, Telefon in die Hand nehmen und schon poppt eine neue neroeske Katastrophe auf. Ein nächstes Land, das der orange Jabba annektieren will. Dabei werden die Methoden immer skurriler. Holt Trump sich Grönland, indem er seinen Sohn Barron mit der ältesten Tochter des dänischen Königs verheiratet? Sind Prinzessin Isabella zu Dänemark, Komtess von Monpezat (* 21. April 2007) und Barron William Trump (geboren am 20. März 2006) ein Paar? Na schön, das scheint Satire zu sein, aber die Trump-Realität ist fähig, die Absurdität jeder Satire zu übertreffen.

Im MAGAversum wird zudem ventiliert, Stephen Miller als König von Venezuela einzusetzen. Marco Rubio soll Präsident von Kuba werden.

[…..] President Donald Trump has issued a strong warning to Cuba, declaring the island nation would receive “zero” oil or money from Venezuela – after joking that U.S. Secretary of State Marco Rubio would be its next president.

“THERE WILL BE NO MORE OIL OR MONEY GOING TO CUBA – ZERO!” Trump wrote on his Truth Social platform early Sunday morning. “I strongly suggest they make a deal, BEFORE IT IS TOO LATE,” Trump added.

Trump’s plan for Venezuela’s massive oil reserve has started to become clearer in recent days. While the South American country has been Cuba’s largest oil supplier, after the U.S. capture of Venezuelan leader Nicolas Maduro, Trump convinced the country’s interim leader, Delcy Rodriguez, to send between 30 and 50 million barrels of sanctioned oil to the U.S.

“Cuba lived, for many years, on large amounts of OIL and MONEY from Venezuela,” Trump wrote. “In return, Cuba provided ‘Security Services’ for the last two Venezuelan dictators, BUT NOT ANYMORE!”

Trump’s stern warning on social media came after the president shared a screenshot of another person’s lighthearted post reading, “Marco Rubio will be president of Cuba.” To which Trump added, “Sounds good to me!” [….]

(Isabel Keane, 11 January 2026)

Leider kann sich niemand auf der Welt leisten, schon gar nicht die Europäer, den orangen Sado-Clown auszulachen, weil er zu mächtig ist und nicht aufgehalten wird, wenn er auf den Roten Knopf drücken will.

Es gibt Menschen, die in Phasen der Verzweiflung und Desorientierung, ihren Halt in der Kirche suchen. Jener seit 2.000 Jahren bestehenden Amoral-Institution, die auch heute zuverlässig, Benzin ins lodernde Feuer des Unheils gießt.

[…] In his first half-year in office — amid his tariff campaign, government-slashing moves and immigration crackdown — President Donald Trump has also repeatedly delivered for conservative Christians, who form the bedrock of his Republican support.

While he has made overtures to Jewish, Muslim and other religious groups, his Christian supporters have been among his most high-profile surrogates and appointees.

The Trump administration has green-lit political endorsements from the pulpit and encouraged religion in the federal workplace. Trump has established faith-focused entities with numerous influential Christian appointees. He's energized supporters with assaults on cultural and academic targets long seen as liberal bastions. His administration and his Supreme Court appointees have expanded areas for religious exemptions and expression in the public square. […] 

Here are 10 ways Trump has repaid his supporters, particularly conservative evangelicals and Catholics:

Crackdowns on transgender identity and treatment

Trump has cracked down on transgender identity and medical treatment, long targets of religious conservatives. […]

Pastors, politics and the IRS

The IRS declared on July 7 that pastors can endorse political candidates from the pulpit without risking their churches' tax-exempt status. The move effectively calls for a carve-out for religious organizations from the IRS rule known as the Johnson Amendment, enacted in 1954 and named after then-Sen. Lyndon Johnson. […]

Task force on anti-Christian bias

Trump created a Task Force to Eradicate Anti-Christian Bias, chaired by Attorney General Pam Bondi and composed of high-ranking government representatives. […]

Religious Liberty Commission

Trump created a Religious Liberty Commission. It includes several conservative Christian clerics and commentators, some of whom have supported Trump politically. Its chair, Texas Lt. Gov. Dan Patrick, supports prayer and Ten Commandments postings in public schools. […]

Evangelical ambassador to Israel

Trump appointed former Arkansas Gov. Mike Huckabee, a Southern Baptist minister and prominent religious conservative, as ambassador to Israel. […] Religion in the federal workplace

The Office of Personnel Management said in a July 28 memo that federal employees may promote and talk about their religion with fellow employees on the job, so long as it's not "harassing in nature." […] […] […] […]

(Peter Smith, AP, 07.08.2015)

Trumps russischer Bruder im Geiste kann sich ebenfalls auf die Christen und Kirchen verlassen.

[…] Der Moskauer Patriarch Kyrill sieht in Russland einen Hort der Menschenrechte und Religionsfreiheit. Im traditionellen Weihnachtsinterview, das vom Sender Rossija 1 zum orthodoxen Weihnachtsfest ausgestrahlt wurde, erörterte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche die Frage, woher die Spannungen zwischen Russland und dem Westen rührten. […] „Wir bieten Werte, die der Westen abgelehnt hat und weiterhin ablehnt.“ Dazu gehöre auch, dass in Russland der christliche Glaube hochgehalten werde, was im Westen nicht der Fall sei. Der Glaube werde dort an den Rand des öffentlichen Lebens gedrängt, basierend auf der „falschen“ Annahme, dass Religion Privatsache sei. […] Der Patriarch bezichtigte den Westen diesbezüglich auch eines „militanten Säkularismus’“. Und er fügte hinzu: „Wir lehnen ab, was im Westen derzeit unter dem Deckmantel der ‚Menschenrechte‘ akzeptiert wird, in Wirklichkeit aber auf die Zerstörung der menschlichen Moral abzielt.“ […] „Und wenn heute unter dem Deckmantel der Freiheit die persönliche und familiäre Moral zerstört wird, sehen wir, wohin das führt“, so der Patriarch. Er beobachte insbesondere in westlichen Ländern den moralischen Verfall der jüngeren Generation. Nachsatz: „Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt.“ […] In der Glückwunschbotschaft Kyrills an den russischen Präsidenten, die vom Patriarchat veröffentlicht wurde, würdigte der Patriarch dafür einmal mehr die unzähligen Verdienste Putins um Russland und die Kirche. Der Präsident kümmere sich unermüdlich um den Wohlstand des russischen Volkes, stärke die Souveränität des Landes und die traditionellen Werte der Gesellschaft.

Ausdrücklich würdigte Kyrill die guten Beziehungen zwischen Staat und orthodoxer Kirche. […] Patriarch Kyrill ist einer der entschiedensten Befürworter und Unterstützer des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. […]

(ORF, 07.01.2026)

Die miesesten Menschenfeinde in Deutschland – Spahn, Klöckner, Linnemann, Dobrindt, Merz, Söder, Amthor – sind auch allesamt Vertreter des Christentums, repräsentieren eine CHRISTLICHE Partei.

Religion ist toxisch, wie eh und je.

Aber es gefiel mir besser, als ich nur ein paar Mal am Tag daran erinnert wurde. Nicht kontinuierlich, wie im Handy-Zeitalter.