Sonntag, 4. August 2024

Stimmung aus der Ferne

Meine Verwandten und Bekannten in den USA (Ohio, Georgia, New York) bestätigen in den letzten Tagen alle, wie froh sie über die Kandidatur von Kamala Harris sind. Erst nach dem Ausstieg Bidens aus dem Präsidentschaftswahlkampf, merkt man so richtig, wie sehr der alte Sturkopf die Demokraten lähmte und welchen Schaden er der Partei anrichtete. 

Als Biden und Harris vorgestern auf Militärflughafen Joint Base Andrews erschienen, um die freigekauften Geiseln aus Russland und Belarus zu empfangen, war ich im ersten Moment irritiert und fragte mich, wieso da ein weißhaariger Geront klapperig umherstakst, bis mir einfiel, daß Biden immer noch als US-Präsident amtiert.

Ich bin gedanklich schon ganz bei Harris.

Die Umfragen drehen sich, Trump blamiert sich sogar noch mehr als üblich, sein „VP-pick“ ist ein Totalausfall und das Wahlkampfgeld sprudelt auf die demokratischen Konten.

Was soll da noch schief gehen am 05.11.2024?

Aber es gibt zwei Probleme:

Einerseits befinden sich in meiner US-Blase nur Demokraten. Mit meinen republikanischen Cousins in Kalifornien habe ich mich (selbstverständlich) überworfen und spreche schon seit Jahren nicht mehr mit dem gesamten Familienzweig.

Andererseits ist die Perspektive aus Europa immer zu sachlich und setzt fälschlicherweise halbwegs rationales Handeln der US-Wähler voraus.

Die Stimmung in NY, wo ich wähle, ist irrelevant. Dort steht das Ergebnis schon fest. Wunder des US-Wahlrechts: Mein Kreuz auf dem Wahlzettel hat keine Power.

In Georgia und Ohio ist es anders. Das sind wichtige Swingstates; dort können wenige Tausend Stimmen über den US-Präsidenten entscheiden. Und dort teilt man meinen europäischen Optimismus (noch?) nicht. Die allgemeine Stimmung ist zu schlecht, die Wähler sind zu schlecht informiert und die guten Bidenomics-Daten kommen beim einfachen Volk nicht an.

Der republikanische Hetze gegen Frauen, Einwanderer, Queere und POCs fällt auf fruchtbaren Boden.

Wir Amerikaner und Deutschen in Europa tut also gut daran, weiterhin das Allerschlimmste für die US-Wahlen zu erwarten. Zumal der orange Despot eine Niederlage niemals akzeptieren wird und seine fanatischen Jünger zu landesweiter Gewalt auffordern wird.

Bis dahin genieße ich aber ein paar angenehme Artikel, die mich dennoch träumen lassen.

[……]  I promised you a blueprint and a strategy that, beginning today, working together, we can use to actually, once and for all, end the career of a political arsonist, the man who attempted to overthrow the duly-elected government of the United States of America, the 34-time convicted felon, self-admitted sexual abuser, and one-time Dean of Trump University: Donald J. Trump.   [……]

(Michael Moore, 04.08.2024)

[…..] Der wunde Punkt von Trump ist nicht in erster Linie, dass er politisch inakzeptabel wäre. Die Melange aus scharfer Anti-Einwanderungsrhetorik, Protektionismus und militärischer Zurückhaltung ist enorm populär, das zeigen alle Umfragen. Seine große Schwäche ist, dass er und die »MAGA«-Bewegung wie eine Freakshow wirken.

Eine Truppe, die immer mehr zum Magneten für Verschwörungstheoretiker, Glücksritter und Hochstapler wird und nun mit J.D. Vance auch noch einen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten hat, der sich in rechten Krawallshows dazu hinreißen ließ, kinderlose Frauen als »Katzenladys« zu bezeichnen, die das Land in den Ruin trieben.

Der Ärger der Republikaner, dass die Demokraten sie nun einfach als »weird« bezeichnen, zeigt, wie treffend das Wort ist.   […..]

(René Pfister, 04.08.2024)

[…..]  Vor der US-Wahl: Trumps Sprachpatzer sorgen für Spekulationen über seine geistige Fitness

Medienberichten zufolge stolperte Trump bei einer Wahlkampfkundgebung in Atlanta über bestimmte Formulierungen. Er sprach „wrecking“ als „reckting,“ „mobs“ als „marbs“ aus und sagte „place“ statt „police“, bevor er sich korrigierte. Diese Ausrutscher lösten in den sozialen Medien Spekulationen über seine kognitiven Fähigkeiten aus. Einige Nutzer in den sozialen Medien bezeichneten die Aussetzer als „Pannen“ und äußerten Bedenken hinsichtlich Trumps Alter und geistiger Fitness.

Bei der Kundgebung behauptete Trump außerdem weiterhin fälschlicherweise, er habe Georgia 2020 gewonnen, einen Staat, den er gegen den späteren US-Präsidenten Joe Biden verloren hatte. Er nannte Biden „einen so schlechten Präzedenzfall“ statt „Präsident“, bevor er sich korrigierte und sagte, Harris sei „eine Person mit niedrigem IQ“. [….]

(Jekaterina Jalunina, 04.08.2024)

[….] “Excited..energized..honored..proud” - that’s how our delegation to the Democratic National Convention is feeling after casting our votes to nominate Kamala Harris as the Democratic candidate for President this year.[….]

(Martha McDevitt-Pugh, International Chair, Democrats Abroad, 04.08.2024)

[….] Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass der Wahlkampf in den USA mit der Kandidatin Kamala Harris ganz von vorne begonnen hat, dann hat diesen Beweis nun Donald Trump erbracht. Indem er nämlich versucht, dass für den 10. September fest vereinbarte TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten beim Sender ABC wieder abzusagen. Es ist ein nahezu unerklärlicher strategischer Fehler Trumps.

Seine Zusage sei hinfällig, argumentiert er sinngemäß, weil er nun gegen Harris antreten müsse, statt wie ursprünglich gedacht gegen Joe Biden. Im Lager der Demokraten dürften sie das mit großer Freude zur Kenntnis nehmen. Denn die Botschaft, die Trump damit aussendet, ist ja vor allem eine Respektsbekundung vor Kamala Harris. Man könnte auch eine Spur von Angst hineindeuten.  […..]

(Boris Herrmann, 04.08.2024)

[….]  Für Kamala Harris, die bei der Wahl im November Donald Trump schlagen will, ist es das wichtigste Thema überhaupt. Sie hat sich immer für das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche ausgesprochen, als erste Vizepräsidentin besuchte sie eine Abtreibungsklinik.

Eine große Mehrheit der US-Bevölkerung hat sie dabei hinter sich. 63 Prozent finden laut einer Umfrage des Pew Research Center, dass Abbrüche in allen oder den meisten Fällen legal sein sollten. Unter den Anhängern der Demokraten sehen das 85 Prozent so, unter jenen der Republikaner immerhin 41 Prozent.

Für Trump ist das gefährlich. Immer wieder hat er damit angegeben, dass er persönlich das historische Supreme-Court-Urteil »gekillt« habe , das von 1973 an landesweit Abtreibungen ermöglicht hatte. In »Roe gegen Wade« hatte das Gericht festgestellt, dass das Recht auf Abbrüche von der US-Verfassung gedeckt ist. Erst die Ernennung dreier konservativer Richter durch Trump führte zu der Mehrheit im Supreme Court, die das Urteil 2022 wieder kippte.  […..]

(DER SPIEGEL, 03.08.2024)

Samstag, 3. August 2024

Mehr als das kleinste Übel

Für die US-Doublehater habe ich nur Verachtung übrig.

Genauso erbärmlich sind die deutschen Nichtwähler, die ein paar BILD-Schlagzeilen auf Facebook folgend, erklären „die Politiker sind doch alle gleich“.

Willkommen in der Realität; es gibt kein Recht auf anstrengungslose Informationen und maßgeschneiderte Lieblingspolitiker, die zu 100% die Meinung eines Wählenden vertreten und dazu auch noch bescheiden, moralisch einwandfrei, sexy und gutaussehend sind.

Wählen ist kein Wunschkonzert/ Demokratie ist kein Ponyhof/ Das Parlament ist kein Bullerbü – man möge sich seine Lieblingsmetapher aussuchen. Aber der Preis dafür, in einem funktionierenden Rechtsstaat zu leben, in dem es Schulen, Krankenhäuser, Rentenversicherung, Müllabfuhr, fließend sauberes Wasser, Strom, unabhängige Presse, befahrbare Straßen, öffentlichen Nahverkehr und Polizei gibt, ist nun mal der, sich auch für das Allgemeinwohl zu engagieren:

Ehrenamtlich helfen, als Wahlhelfer arbeiten, Blut spenden, sich als Schöffe zu Verfügung stellen, in eine Partei eintreten und vieles andere mehr. Aber das allermindeste, das man tun muss, ist wählen.

Wer sich dem verweigert, könnte in einer autokratischen Willkürwelt ohne Individualrechte aufwachen. Mit Glück. Es könnte auch eine postapokalyptische Madmax-Welt sein, in der Kannibalismus herrscht und das Recht des Stärkeren gilt.

 „Die“ Politiker und „die“ Parteien sind nicht gleich. Wenn es keinen Kandidaten gibt, den man vom Fleck weg heiraten möchte, dann hat man gefälligst peu à peu seine Ansprüche herunterzuschrauben, bis man einen findet, der infinitesimal weniger scheiße, als die anderen ist.

Wenn alle Bundestagskandidaten Verbrecher wären, müsste man den am wenigsten verbrecherischen raussuchen.

Es gilt, das kleinste Übel zu finden. Aber das ist ein Extremfall, der sich nur für verschwörungstheorieaffine Aluhüte so darstellt.

In Wahrheit gibt es in den meisten Partei- und Wahlprogrammen eine Fülle von Punkten, die man voller Überzeugung unterschreiben kann. Auch wenn ich niemals CDU oder FDP wählen könnte; selbst in deren Grundsatzprogrammen findet sich meines Erachtens Zustimmungsfähiges. 

[….]  Staat muss funktionieren! Deutschland braucht eine umfassende Staats-

und Verwaltungsreform. Wir müssen staatliche Prozesse schneller und

effizienter machen. Dafür brauchen wir neue Strukturen und Arbeitsweisen:

leistungsfähige Parlamente, digitale Behörden und weniger Bürokratie. Mit

einer Föderalismusreform wollen wir die Bund-Länder-Beziehungen neu

regeln. Demokratie braucht Demokraten! Wir wollen zum Mitmachen in Staat und Gesellschaft ermutigen, politische Beteiligung auch jenseits von Wahlen

ermöglichen und dazu innerparteiliche Willensbildung stärken.  […..]

(CDU 2023)

[…..]  Wir Liberalen wollen deshalb das Zusammenleben freier Menschen

gestalten – in einer Gesellschaft freier Bürger. Wir nennen sie die freie,

offene Bürgergesellschaft. Dieses liberale Projekt der Wiesbadener

Grundsätze schreiben wir in unseren Karlsruher Freiheitsthesen fort.

Das heißt zunächst: Jeder Mensch soll faire Chancen haben, seine eigenen

Talente und Ideen entfalten, von seiner eigenen Arbeit leben und nach

eigener Façon glücklich werden zu können. Zu seinem eigenen Nutzen

und zum Nutzen der Gesellschaft. Dafür wollen wir die Voraussetzungen

schaffen. Das ist das Ziel liberaler Chancenpolitik: Toleranz gegenüber

anderen, die Bildung und Befähigung mündiger Menschen zu selbstbestimmtem Leben und die gesellschaftliche Teilhabe aller.   […..]

(FDP 2012)

Fast alle Menschen, die alle Parteien für gleichermaßen schlecht halten, wissen nichts über deren Parteiprogramme, weil sie selbst dumm wie Bohnenstroh sind und außerdem viel zu faul, um tatsächlich die Partei-Grundsatzprogramme zu lesen, bevor sie sie in Bausch und Bogen verurteilen.

Das sind nun einmal die Hauptkennzeichen unserer Demokratie: Apathie und Borniertheit.

Bei Parteien, die mir näher stehen, Grüne und Linke zB, gibt es sogar eine ganze Menge sinnvolle Dinge in den verschiedenen Programmen.

Und, wenig überraschend, die Partei, in der ich Mitglied bin, die SPD, bietet sogar weit überwiegend Programmpunkte, die ich unterschreiben kann. Zu 100% Übereinstimmung reicht es auch da nicht und in der praktischen Politik mit realen Politkern habe ich auch in meiner RGG-Blase viel zu stöhnen und zu seufzen. Es gibt sogar mächtige Parteichefs, die ich für echte Katastrophen halte.

Charakterlich und inhaltlich.

Ich bin gegen eine Ausweitung der plebiszitären Elemente, für komplette Drogenfreigabe, ein Recht auf aktive Sterbehilfe und akribische Trennung zwischen Kirche und Staat. Ich will keine Kirchenfuzzis in Rundfunkräten und Ethikkommissionen, ein Ende der kostenlosen Polizeieinsätze für die Fußballbundesliga, Schluss mit öffentlichen Geldern für Sportübertragungsrechte, Aberkennung von Homöopathie und Heilpraktiker-Unfug als Kassenleistung. Blasphemie- und Inzest-Paragraph gehören abgeschafft, dafür aber freiwillige Polygamie erlaubt. Alles Dinge, die auch unter Rotgrün nicht passieren werden, da sie nicht mehrheitsfähig sind.

Trotzdem zahle ich Mitgliedsbeiträge an meine Partei und wähle sie auch. Sie ist nämlich nicht nur das kleinere Übel vergleichen mit anderen Parteien, sondern vertritt in der Mehrzahl der Fälle meine Position.

In der Realpolitik gibt es nie zu 100% die Politik einer Partei. Das Wesen des parlamentarischen Demokratie ist der Kompromiss, auch wenn das bedauerlicherweise kaum verstanden wird und sich die allermeisten Wähler bei jedem Kompromiss sofort fürchterlich betrogen fühlen und schwören, die Partei nie mehr wieder zu wählen. Dabei ist Kompromissfähigkeit eine positive Eigenschaft.

Kompromisse sind das Wesen der Demokratie.

Unglücklicherweise wird das im Zeitalter der Informationsfilterblasen und der immer rüderen Artikulation von Maximalforderungen immer weniger verstanden.

Legendär ist die Aussage des damaligen SPD-Parteivorsitzenden Müntefering nach der Abwahl Gerhard Schröders, als er sich beklagte wie unfair es sei die SPD an ihren Wahlversprechen zu messen.

Bis heute wird das den Sozis höhnisch und voller Häme als Eingeständnis der Unzuverlässigkeit ausgelegt.

(…..) Mir tut heute noch Franz Müntefering Leid, den vor der Erfindung des Ausdrucks „Shitstorm“ ein solcher ereilte, nachdem er 2005 beklagt hatte es sei unfair die Parteien immer an den Wahlversprechen zu messen.

Das wollten alle nur zu gerne falsch verstehen. In der „Heute-Show“ von letzter Woche wurde Müntefering unter dem Gejohle des Publikums erneut mit diesem Spruch vorgeführt.

Gemeint hatte der damalige SPD-Chef natürlich nicht, daß Parteien generell lügen.

Vielmehr beklagte er die Zwänge einer großen Koalition, in der die SPD zu allem Übel auch nur Juniorpartner war.

ALLE Wahlversprechen kann und muß man umsetzen, wenn man die absolute Mehrheit bekommen hat. Eine absolute Mehrheit der SPD wollte der Wähler aber ganz offensichtlich NICHT.

Natürlich kann ein Koalitionsvertrag nicht zu 100% dem Wahlprogramm einer Partei entsprechen.

Viele Köche haben in den Koalitionsverhandlungen die Chance den Brei zu verderben.

Es ist tatsächlich unfair vom Wähler eine Partei an den Wahlversprechen zu messen, wenn er diese Partei durch ein mickriges Stimmenergebnis selbst daran hindert diese Versprechen 1:1 umzusetzen. (….)

(Koalitionsverhandlungen, 25.10.2013)

Angesichts dessen, was uns bei einem Scheitern der Ampel droht, wenn völkische Rechtspopulisten und radikal unfähige Spahns und Scheuers an die Macht kommen, verteidige ich die Ampel natürlich so laut und aktiv, wie ich kann.

Denn in der realen Welt geben die demoskopischen Zahlen keinerlei Chance auf eine bessere, linkere Mehrheit ohne die FDP her.

Die Ampel ist gegenwärtig tatsächlich das kleinste Übel. Also bin ich Ampelaner.
Auch, wenn es verdammt schwer fällt.

Freitag, 2. August 2024

Unprecedented

Ob Kevin Spacey wirklich so übergriffig war, daß es angemessen war, ihn dafür zur Persona Non Grata zu erklären und seine Engagements zu kündigen, weiß ich nicht.

Sicher bin ich mir allerdings über seine Qualitäten als Schauspieler: Der Mann ist überragend gut und daher vermisse ich ihn extrem in der Serie „House Of Cards“.

Das Netflix-Meisterstück mit der verbotenen ikonischen auf dem Kopf stehenden US-Flagge startete im Februar 2013, kurz nachdem Barack Obama wieder gewählt worden war und sich nach den irren George W. Bush-Jahren, die US-Politik zu konsultiert haben schien. Mit dem ersten schwarzen US-Präsidenten waren Moral und Anstand nach Washington zurückgekehrt, das katastrophale Meinungsbild in der Welt verbesserte sich nachhaltig, man schaute wieder zu Amerika auf.

House Of Cards war in vielerlei Hinsicht maßstabsetzend. Aber ein wesentlicher Punkt der Faszination für die Zuschauer lag in dem schockierenden Verhalten der Serienfiguren. Die Spannung entstand unter anderem durch den Widerspruch der Bildsprache und des Inhaltes. Es sah clean und hyperrealistisch aus, fast wie eine Doku aus dem echten Weißen Haus. Der demokratische Abgeordnete Francis „Frank“ Underwood verhielt sich allerdings wesentlich ungeheuerlicher und schockierender, als alles, was man sich vorstellen konnte. Dagegen wirkte GWB wie ein Waisenknabe.

Aber 2013 lag natürlich auch Jahre vor der historischen Zäsur der Trump-Inauguration vom 20. Januar 2017, als alle Gewissheiten zerbröselten und das Undenkbare Realität wurde.

Es war naheliegend, Vergleiche mit „House of Cards“, der bis dahin extremsten Darstellung der USA-Politik, zu ziehen.

[….] Amerikas Politik nähert sich auf unheimliche Weise jenen fiktiven Serien an, die das Land der Welt geschenkt hat. Eine unglaubliche Wendung folgt der nächsten: Gut 100 Tage vor der Wahl entscheidet sich der greise US-Präsident, der kaum noch richtig sprechen kann, für seine Vizepräsidentin Platz zu machen. Nur sie kann jetzt noch einem Mann den Weg zur Macht versperren, der gerade von einem rätselhaften Attentäter angeschossen wurde und der mit einem autoritären Umsturz liebäugelt.   Es sind beängstigende Tage für Amerikas Verbündete. Das Zentrum der westlichen Welt ist im Innern gefährlich instabil. Auf dieses Land ist für seine transatlantischen Partner schon länger kein Verlass mehr, über diese Tatsache täuschte die Präsidentschaft von Joe Biden nur hinweg.  An der tiefen politischen Krise in den USA gibt es nichts zu beschönigen; die mehr als 200 Jahre alten demokratischen Institutionen zeigen große Schwachstellen.  […..]

(Mathieu von Rohr, SPIEGEL-Leitartikel, 27.07.2024)

Tatsächlich ist die Lage wesentlich finsterer als in der genannten Netflix-Serie.

Das schockierende umgekehrte Sternenbanner aus dem Vorspann, wurde tatsächlich zum Erkennungszeichen der hasserfüllten Trumpisten – verwendet von Abgeordneten (Marjorie Taylor Green) bis zu Supreme Court-Richtern (Justice Samuel Alito).

[….] Upside-down American flags emerged outside homes and on social media on Friday in support of Donald Trump after a New York jury returned a historic guilty verdict against the former Republican president.

Republican Representative Marjorie Taylor Greene and country music singer Jason Aldean were among the prominent Americans to display the inverted flag, a symbol of distress or protest in America for over 200 years.

The symbol, popular among some avid Trump supporters since his 2020 election defeat, exploded across pro-Trump social media accounts after he was convicted on Thursday of falsifying documents to cover up a hush money payment to a porn star to illegally influence the 2016 election.

Minutes after the verdict Greene, a Trump loyalist, posted an inverted U.S. flag on her X account. By Friday afternoon more than 8 million people had viewed it.  […..]

(Reuters, 01.06.2024)

Oberste Richter, die aktiv gegen die US-Verfassung agitieren, Grundrechte aushebeln und einen zutiefst kriminellen Rassisten, der die Demokratie abschaffen will, mit Immunität versehen: Das konnte sich selbst Frank Underwood nicht vorstellen.

Europäer verzweifeln daran, zu verstehen, wieso dieser grotesk orange geschminkte Horrorclown überhaupt eine einzige Stimme erhält.

Es lässt sich nicht erklären, wieso eine gesamte staatstragende Partei der 250 Jahre alten Großdemokratie USA, kollektiv Testikel und Rückgrat entfernen ließ, um sich diesem ganz offenkundig unterbelichteten Psychopathen unterzuordnen.

Es lassen sich keine Beispiele in der Geschichte finden, um diesen Irrsinn vor unseren Augen, irgendwie einzuordnen.

Es ist alles beispiellos, also wurde „unprecedented“ zum meistgebrauchten Begriff der Medien, die sich auch nur im entferntesten mit Donald Trump beschäftigen.

Die Wähler reagieren inzwischen nicht mehr Fakten-korreliert, sondern rein gefühlig. Aufgepeitscht von Stimmungen, Polls, Spins, Narrativen, die leider meistens auf Lügen basieren.

Kurioserweise war es ausgerechnet der 101-Jährige Joe Biden, dem es trotz dreieinhalbjähriger verzweifelter Bemühungen nie gelang, die negative Stimmung gegenüber seiner Partei zu verändern, der urplötzlich das junge, internetaffine Amerika in gewaltige Wallungen versetzte.

[….]  Man mag es kaum glauben, aber es sind erst anderthalb Wochen vergangen, seit Joe Biden den Weg für Kamala Harris frei machte. Die USA scheinen sich in dieser Zeit in ein anderes Land verwandelt zu haben, der Wahlkampf 2024 ist jedenfalls nicht mehr wiederzuerkennen. Der designierten demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris fliegen auf einmal die Herzen und vor allem die Spendengelder zu. Und Donald Trump steht plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, das hat ihn offenbar so verwirrt, dass er zumindest vorübergehend den Faden verlor. Wenn es wirklich so etwas gibt wie ein Momentum, dann darf man festhalten: So schnell hat das Momentum selten die Seiten gewechselt. Und das – so seltsam es klingen mag – haben die Demokraten auch Joe Bidens Sturheit zu verdanken. Noch vor anderthalb Wochen schien einer Rückkehr Trumps ins Weiße Haus nichts mehr im Wege zu stehen, am allerwenigsten die demokratische Kampagne mit ihrem fast schon bemitleidenswerten Protagonisten. Trump hatte gerade ein Attentat überstanden und wurde auf dem Parteitag der Republikaner in Milwaukee wie der Allmächtige höchstpersönlich gefeiert. Präsident Biden saß derweil in seiner Covid-Isolation, und das Letzte, was die Außenwelt von ihm mitbekommen hatte, war die Ansage, dass ihn allenfalls der Allmächtige von seinem Vorhaben abbringen könne, erneut bei der Wahl anzutreten. [……] Indem er sich fast einen Monat lang starrköpfig gegen das Unausweichliche gewehrt hatte, baute er die Spannung erst auf, die sich nun in einer explosionsartigen Zuneigung zu seiner Nachfolgerin entlädt. Das Momentum von Harris ist auch die Erleichterung über die späte Einsicht Bidens. Nur damit ist dieser Raketenstart zu erklären. [……]

(Boris Herrmann, 30.07.2024)

Kurz gesagt: Die Lage war bis vor zwei Wochen derartig deprimierend, daß bereits die Aussicht, überhaupt irgendeinen anderen wählen zu können, das Land elektrisiert.

Kamala Harris wird mit Zustimmung überschüttet und häufte in neun Tagen 310 Millionen Dollar Wahlkampfspenden an.

Statt seniler alter Männer, einfach ein neues Gesicht, welches auch das diverse Amerika anspricht.

Der notorisch undisziplinierte Trump „can‘t help himself“ und ist angesichts der Sympathien, die einer nicht weißen Einwanderertochter zufließen, außer sich vor Wut. Er kann seinen tiefsitzenden Rassismus nicht im Zaum halten.

Die pure Existenz von Kamala Harris, als Frau und Dunkelhäutige – bringt Trump und seine rechtsextreme Partei zur Weißglut. Sie ist die Inkarnation eines GOP-Triggers. Sie muss nur existieren, um Hetze-Eruptionen der QTrumpliKKKans zu generieren.

[…..]  Der Ex-Präsident stellt ungeniert vor einem schwarzen Publikum die Frage, seit wann die Vizepräsidentin eigentlich schwarz sei. Selbst für einen wie ihn sind so offen rassistische Aussagen ungewöhnlich – und lassen tief blicken in einen finsteren Charakter.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump ist ein Rassist. Das mag nach Binse klingen, es ist aber wichtiger denn je, sich das vor Augen zu halten, da Trump sich als Spitzenkandidat der Republikaner anschickt, womöglich an die Spitze des Staates zurückzukehren. Bereits Anfang der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts hat das Justizministerium gegen ihn ermittelt, weil das damals von ihm und seinem Vater Fred geführte Immobilienimperium potenzielle schwarze Mieterinnen und Mieter benachteiligte. […..]  Der Rassismus von Freds Sohn, Donald Trump, zeigte sich in dieser Woche in selten gesehener Deutlichkeit, als er die Frage in den Raum stellte, seit wann die designierte demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris eigentlich schwarz sei.

Trump fuhr fort, fast im Plauderton: Er habe Harris immer als indischstämmig wahrgenommen. Aber offenbar habe sie eines Tages beschlossen, dass sie nun schwarz sei. Das Ganze gipfelte in der Frage, ob sie nun also indisch oder schwarz sei. Er, Trump, wisse es nicht. Diese auf besonders perfide Art rassistische Äußerung, die Harris einen Teil ihrer Identität absprechen will, wäre zu anderen Zeiten das Ende einer Präsidentschaftskampagne gewesen.

Die irrwitzige Volte ist, dass Trump dies vor einer Versammlung von schwarzen Journalisten und Journalistinnen sagte. Rassismus ist in den USA bis heute allgegenwärtig, doch meist äußert er sich subtiler. Trump hingegen hat offenbar kein Problem mehr damit, diese Karte wirklich überall offen zu spielen.  [….]

(Christian Zaschke, 01.08.2024)

Und so schäumen die Republikaner vor Hetze; ihre niedersten Instinkte brechen sich unkontrolliert Bahn. Damit erfreuen sie sich selbst. Aber offenkundig auch weitgehend nur sich selbst, Orbán, Spahn und den Springer-Verlag.

Der Teil der US-Wählerschaft, der noch mit Rudimenten von Anstand behaftet ist, wendet sich gruselnd ab.

Das dreieinhalb Jahre festgefahrene Meinungsbild dreht sich.

Es sieht immer noch nicht gut aus für die Demokraten. Aber endlich stimmt die Richtung. Die massive Social-Media-Begeisterung für Kamala Harris wirkt sich peu à peu auch in der realen Welt aus.

Donnerstag, 1. August 2024

Impudenz des Monats Juli 2024

 Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Wenn man all seine großen religiösen Rituale – Osterfeuer, Baum schmücken – von den Heiden stiehlt und zudem auch noch ungebildet, wie ein Begrenzungspfahl in der Walachei ist, produzieren die Hirnsynapsen schon mal Error-Meldungen.

So kam es bei vielen Katholiban zum Assoziations-Overload, als sie bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris, Vadder Abrahams Papa Schlumpf halbnackt am Mittagstisch sahen.

[….]  Die nächste Pseudo-Empörung vom rechten Rand dreht sich rund um die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele. Ein kurzer Teil der vierstündigen Zeremonie ist eine Anspielung auf die griechischen Götter und ein bekanntes Gemälde dazu. Zu sehen ist Dionysos, nicht Jesus und das Abendmahl. Warum die radikale Rechte sich trotzdem an ihrer inszenierten Empörung festhält.

Es war von Anfang an Dionysos, wurde auch offiziell erklärt

Die offizielle Twitter-Seite der Olympischen Spiele hatte bereits am gleichen Tag angekündigt, die Eröffnung der Spiele mit einer Interpretation des griechischen Gottes Dionysos zu beginnen. Diese sollte die Absurdität von Gewalt zwischen Menschen widerspiegeln. [……]

(Vanessa Magri, 30.07.2024)

Und was macht ein Christ, wenn er zu doof ist, um zu verstehen, was gerade vor sich geht? Er ist beleidigt, wird aggressiv und droht denjenigen, die er nicht versteht, Gewalt an!

[…..] Katholische Kirche kritisiert Eröffnungsfeier scharf

Nicht weniger als eine „blasphemische Verhöhnung“ des Christentums sah der Vatikan, namentlich Kurienerzbischof Vincenzo Paglia in der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Entzündet hat sich die Kritik an nur einer kurzen Szene auf der Seine. Auf einer Seine-Brücke gehörte eine Modenschau zum Programm des Abends, in einer kurzen Sequenz sieht man mehrere Dragqueens an diesem Laufsteg sitzen. Bildsprache und Bildaufbau lösen bei manchen Christen Assoziationen zur berühmten Darstellung des Letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci aus.

Bischof Stefan Oster, für den Sport zuständig in der Deutschen Bischofskonferenz, hat zwar „ein eindrucksvolles Fest und ein großes Spektakel für alle Sinne“ gesehen, sieht in dieser Szene aber einen Tiefpunkt der Feier, die ihm persönlich deutlich gemacht habe, „wie sehr im Grunde unser christliches Menschenbild auf dem Spiel steht“.

Aus Frankreich, von Osters Mitbrüdern im Bischofsamt, war zu hören, Christen seien durch die Provokationen der Feier verletzt worden. Die lauteste Kritik kam, und das recht schnell, aber aus den Vereinigten Staaten. […..] Überschattet sahen viele Kritiker, wie Sportbischof Oster, die Feier durch die antireligiöse Symbolik an dieser kurzen Stelle der Eröffnungsfeier. „Für mich wird deshalb hier in einem einzigen Moment deutlich, dass diejenigen Christen, die ihren Glauben auch in diesem Punkt des Menschenbildes ernst nehmen, dass die der eigentliche Gegner einer Gesellschaft sind, die sich im atemberaubenden Tempo selbst säkularisiert.“   […..]

(Deutschlandfunk, 29.07.2024)

Willkommen in der Wahnwelt des Katholizismus im Jahr 2024, die sich auf eine Stufe mit dem bösartigen Rassisten Donald Trump stellt und daher den Titel IMPUDENZ DES MONATS JULI 2024 verliehen bekommt.

[…..] Donald Trump has assured voters that if he's elected president he will use his power to influence the organizers of the 2028 Olympics, which will take place in Los Angeles, California.  Speaking to Laura Ingraham on FOX News during an interview Monday, the Republican candidate and former president condemned Friday's opening ceremony of the Paris 2024 Olympic Games.

"I thought that the opening ceremony was a disgrace, actually," said Trump. "I thought it was a disgrace." […..] Trump responded to Ingraham's question about the 2028 Olympics saying, "There won't be any 'Last Supper' the way they portrayed it the other night."

[…..] Some said the scene depicted mockery and derision of Christianity, a view echoed by many conservatives. House Speaker Mike Johnson tweeted: "The war on our faith and traditional values knows no bounds today. But we know that truth and virtue will always prevail. 'The light shines in the darkness, and the darkness has not overcome it'. (John 1:5)"  [……]

(Newsweek, 29.07.2024)

Wer dachte, die größte weltumspannende Kinderfi**erorganisation der Geschichte, wäre nach der Entlarvung des massenhaften sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen durch christliche Geistliche, etwas kleinlauter, wenn es um moralische Bewertungen geht, täuscht sich offenbar.

[…..] Die völlig entmenschten Posen, mit denen bei der Inaugurationsfeier der Olympischen Spiele LGBT-Ideologen nicht nur das Letze Abendmahl Jesu, sondern auch ihre eigene Menschenwürde verhöhnten, knüpfen offensichtlich an die Kampagne der Jabobiner zur Entchristlichung Frankreichs an. Auf dem Zenit dieser anti-kirchlichen Raserei ließen am 10. November 1793 die Französischen Revolutionäre eine nackte Frau als Göttin Vernunft in die Pariser Kathedrale Notre Dame einziehen und auf dem Altar ihre sexuellen Perversionen demonstrieren. Blasphemische Obszönitäten gegen die Religion sind untrennbar verbunden mit der physischen und psychischen Gewalt gegen die Christgläubigen. […..] Die Woke-Ideologie im Westen hat ausdrücklich atheistische Wurzeln, ist durch und durch vom Hass auf Jesus Christus geprägt und übelster Hetze gegen die katholische Kirche zerfressen. Sie äußert sich in der Diskriminierung der Christen in gewalttätigen Worten und Handlungen bis zu den Justiz-Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn z.B. durch Gerichtsbeschluss den Eltern ihre eigenen Kinder weggenommen werden, wenn diese die Verstümmelung der Genitalien ihrer Kinder nicht zulassen – alles unter dem Euphemismus „Selbstbestimmung des eigenen Geschlechts“. […..] Sie merken nicht, dass sie die Ehre Frankreichs, das als Land und Kultur alles dem Christentum verdankt, in dem Schmutz haben ziehen lassen und selbst noch in einem Anfall geistiger Umnachtung daran mitwirkten. Die Verachtung der Religion und des Gewissens führt notwendig in Psychoterror und Gewalt. […..] Die Verhöhnung des Abendmahls durch geistig entwurzelte und psychisch schwer gestörte Akteure, ihre Anstifter und Geldgeber war ein Akt des geistigenTerrorismus, der auf ihre Urheber zurückschlägt. „Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder und gebiert am Ende mit all seinem Unheil den Despotismus“ , waren die letzten Worte Pierre Verniauds, des Führer der Girondisten auf dem Schafott. […..]

(Gerhard Ludwig Kardinal Müller, 29.07.2024)

Die armen irren Kleidchenträger sind völlig von der Rolle. Vom Kardinal bis zum einfachen Priester:

[….]  Katholischer Priester verklagt Grindr

Jeffrey Burrill verlor seinen Job in der amerikanischen Bischofskonferenz, nachdem seine Grindr-Aktivitäten publik wurden. Deshalb will er von der schwulen Dating-App fünf Millionen Dollar. […..] Der katholische Priester Jeffrey Burrill hat laut der "Washington Post" die Dating-App Grindr vor einem Gericht in Kalifornien verklagt, weil diese persönliche Daten ohne sein Wissen und ohne seine Einstimmung weiterverkauft habe. Hintergrund ist, dass Burrill 2021 seinen Posten als Generalsekretär der amerikanischen Bischofskonferenz abgeben musste, nachdem das katholische Magazin "The Pillar" über seine Nutzung der Dating-App berichtet hatte […..]. Die Veröffentlichung habe wegen des katholischen Zölibats und der Ablehnung von Homosexualität durch die Kirche seine Reputation erheblich beschädigt, heißt es in der Klage […..]

(Queer.de 31.07.2024)

Selbst Schuld. Wieso verwendet Burrill auch noch zusätzlich eine Homo-Kopulations-App, obwohl er doch jederzeit Zugang zu einem Darkroom voller untervögelter Klemmschwestern; also dem Priesterseminar; hat?

Österreichische Pfaffen eifern unterdessen Don Benitos Don Alfonso Raul M., Priester der Pfarrei San Sebastián, nach, der mit seinem schwulen Liebhaber in seiner Kirche im großen Stil synthetische Drogen und Viagra vertrieb.

[…..] Bei einer Razzia im Pfarrhaus der Kirchengemeinde und in der Kirche des Priesters in der südspanischen Stadt Don Benito fanden die Ermittler große Mengen an Aphrodisiaka, berichtete die Zeitung "El Mundo" am Dienstag. Der Geistliche soll die potenzsteigernden Mittel an einen großen Kreis von Abnehmern verkauft haben, teilweise im Pfarrhaus. Bei dem Verkauf der Substanzen kam dem vermeintlichen Täter zugute, dass im Pfarrhaus laut Bericht stets ein reger Besucherstrom herrschte. Der Aktion der Polizei vom Montag waren monatelange Ermittlungen gegen einen illegalen Händlerring vorausgegangen, der unter anderem von dem Geistlichen selbst geleitet wurde.

Bei der Razzia im Pfarrhaus wurde laut Zeitungsbericht auch der Lebensgefährte des Pfarrers festgenommen, der an den illegalen Geschäften beteiligt war. Der Priester soll angenommen haben, aufgrund seiner herausgehobenen Stellung in der Pfarrei und der Stadt, vor einer Festnahme durch die Polizei sicher gewesen zu sein, heißt es laut Zeitung aus Polizeikreisen.  [….]

(Katholisch.de, 20.02.2024)

[….] Die Polizei [….] stellte [….]  zwei Kilogramm Mephedron sicher, eine psychoaktive Substanz aus der Gruppe der Amphetamine, die bei Konsumenten zu einer Steigerung des sexuellen Empfindens führen kann. Außerdem fanden die Einsatzkräfte 3.300 Euro in bar, Präzisionswaagen und mehrere Handys. In den spanischen Medien wird die Polizeiaktion auch als "Operación Botafumeiro" ("Operation Weihrauchfass") bezeichnet. Damit spielen sie auf das 1,60 Meter große und 54 Kilogramm schwere Weihrauchfass an, das in der Kathedrale des Wallfahrtsortes Santiago de Compostela in Nordspanien durch das Gotteshaus geschwungen wird.  […..]

(Katholisch.de, 21.02.2024)

Anders als in der autonomen Gemeinschaft Extremadura, stellte Don Alfonsos Kollege in Wien das Chrystal Meth gleich selbst her.

[….] Jener Priester, der vergangene Woche wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz festgenommen wurde, dürfte in einem Waldviertler Pfarrhof Crystal Meth hergestellt haben. Über den 38-Jährigen und eine zweite Person wurde am Montag die U-Haft verhängt.

Laut Polizeisprecher Stefan Loidl gab es im betroffenen Pfarrhof eine Hausdurchsuchung. Diese sei durch die Staatsanwaltschaft Krems angeordnet worden. Ermittler des Landeskriminalamts konnten dabei Drogen, Ausgangsstoffe sowie Laborequipment sicherstellen, so Loidl gegenüber noe.ORF.at.

Die Polizei geht davon aus, dass der Priester damit nicht nur Drogen für den Eigengebrauch herstellen wollte. „Der Beschuldigte dürfte damit Methamphetamin hergestellt haben, um dieses im Anschluss zu verkaufen“, so Polizeisprecher Loidl.  [….]

(ORF, 29.07.2024)