Samstag, 21. Januar 2017

Rätsel Christen.



2017 läuft es nicht anders als bei den faschistischen südamerikanischen Diktaturen der 1970er, die Tausende Menschen verschwinden ließen, nicht anders als in der Franco-Diktatur, als Myriaden Kinder geraubt und verkauft wurden, nicht anders als in Deutschland 1933-1945, als sich die christlichen Kirchen um Adolf Hitler scharten.
Fast immer sind die Christen an der Seite der rechtsradikalen Diktaturen und bekämpfen Menschen und Menschenrechte.
Der raffgierige Rassist und Sexist Donald Trump wurde extrem überproportional von Christen gewählt und präsentierte bei seiner Amtseinführung einen Rekord an Geistlichen.
Millionen Familien durch Abschiebungen auseinanderreißen, alle Umweltschutzregeln aussetzen, Homosexuelle kriminalisieren, zig Millionen Menschen die Krankenversicherung nehmen, das Volk noch mehr bewaffnen?
Da freuen sich die Evangelikalen mit ihren Bibeln in der Hand und jubeln Trump zu!

Stets sucht die Kirche die Nähe zum ganz großen Geld und bemüht sich nach Kräften die Elenden noch mehr zu drangsalieren.

Einzige Anlaufstelle [für ungewollt Schwangere in Irland] waren der Bon Secours order, also ein katholischer Frauenorden, der die Schwangeren demütigte und ausbeutete.
Wie ihre lieben frommen Schwestern in Spanien sahen sie in den „gefallen Mädchen“ zunächst einmal eine Chance ordentlich Reibach zu machen.
Sie raubten den Frauen ihre Babys und verkauften sie gewinnbringend nach Amerika.

Die Verhältnisse in Österreich waren nicht anders und in Spanien betrieben dem faschistischen Regime treu ergebene Nonnen im 20. Jahrhundert sogar massenhaften Kindesraub und Menschenhandel. Sie sollen bis zu 300.000 Babies verkauft haben.  (……..)

Die Magdalenen-Heime - benannt nach der biblischen Figur der ehemaligen Prostituierten Maria Magdalena, der Jesus ihre Sünden verzieh - wurden im 19. Jahrhundert in Irland als Zuflucht für in Ungnade gefallene Frauen gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die katholische Kirche diese Einrichtungen und führte strenge Regeln ein. Die Aufsicht unterstand den Barmherzigen Schwestern (Sisters of Mercy), die die jungen Frauen zu bis zu zehn Stunden unbezahlter täglicher Arbeit zwangen. Der sonst so heilige Sonntag bildete keine Ausnahme. Hunger, Prügel und sexueller Missbrauch führten zu zahlreichen Ausbrüchen und in den 50er- und 60er-Jahren auch zu Aufständen.

Auch wenn Nonnen keine Kinder oder Kranke in die Finger bekommen, stehen sie gern auf der Seite der Brutalen.
Beispiel Syrien. Dort ist die katholische Kirche eine der letzten und wichtigsten Stützen des Assad-Regimes. Daß Hunderttausende gekillt werden, teilweise sogar vergast wurden, stört nicht weiter.

Wie aber auch in den vielen anderen katholischen Kinderheimen, wurden uneheliche Kinder grundsätzlich als würdelose Sünder behandelt, die man vor allem zu schlagen und misshandeln hatte.
Natürlich wurde dabei auch gelegentlich ein Balg totgeschlagen.
Viele andere Gören ließen die frommen Nonnen einfach verhungern.

Die Christen-Kirchen standen an der Seite Hitlers und stehen heute an der Seite extrem Menschenrechts-feindlicher Typen.
Sowohl für Assad, als auch für Putin, Orban und Beata Szydło.

Die rund 100 Millionen Mitglieder hören auf den Prunk-Patriarchen Kyrill, welcher im eine-Million-Euro Maybach durch Moskau rast und eine Vorliebe für extrem teure Uhren auslebt.

Die Spitzen des Staates zeigen sich regelmäßig zu den Feiertagen beim Gottesdienst, der Klerus wurde in politische Gremien eingebunden, Patriarch Kyrill macht vor Wahlen stets klar, wen die Kirche für den richtigen Kandidaten hält, und preist die Putin-Ära als 'ein Wunder Gottes'.  […] Besonders die Jungen und die Angehörigen der Intelligenzija, […] stoßen sich heute daran, dass Würdenträger in Staat und Kirche sich in ihrem zynischen Verhältnis zur Macht immer ähnlicher werden. Selbstverständlich werden die Straßen gesperrt, wenn der Patriarch in seinem Maybach mit Begleitkolonne durch Moskau fährt, genauso wie das für den russischen Präsidenten oder Premier geschieht. […]  
Der Hang hochgestellter Kirchenmänner zu Prunk und Luxusgütern weckt bisweilen den Eindruck, als würde der Klerus jetzt nachholen, was die Oligarchen in den wilden Zeiten des Banditenkapitalismus vorgelebt haben.
 (Süddeutsche Zeitung 27.04.12)

Der Prass- und Prunk-begeisterte Metropolit Kyrill rafft aber nicht nur Luxusgüter an sich und spannt den Staat für seine Geldgier ein, sondern er unterstützt auch euphorisch die diskriminierende Hetze gegen sexuelle Minderheiten in Russland.

Nazi, Faschisten, Kinderquäler und Pädophile – das sind die Typen, für die sich Kirchen engagieren. Je rechtsaußen, desto frommer.

Die Perussuomalaiset (PS, Basisfinnen oder Wahre Finnen) vertreten genauso radikal-christliche Standpunkte, wie das Verbot von Homosexualität.

Auch die deutsche AfD ist die Speerspitze des christlichen Fundamentalismus.

Die österreichische FPÖ beruft sich auf ein „wehrhaftes Christentum.“

László Kiss-Rigó, Bischof von Szeged-Csanád und der Ungar Péter Kardinal Erdő sind die Hauptverbündeten Victor Orbans. Die ungarische Kirche erzwingt gewissermaßen die antiziganistische und antisemitische Politik, forciert Homophobie und Aggressionen gegen Flüchtlinge.
Die radikal menschenfeindliche und antidemokratische Politik des Beata Szydło-Kabinetts wurde im Wesentlichen durch die Propaganda des kirchlichen Senders Radio Maryja ermöglicht.

Die katholische Kirche war ebenfalls die Antriebskraft der Massenproteste gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Frankreich, stritt wider die Menschenrechte Arm in Arm mit dem faschistischen Front National und machte Le Pen so noch viel stärker.

Unter dem so freundlich bejubelten Papst Franziskus hat sich nichts an der ostentativen Parteilichkeit der RKK für die spalterischen Rechts-Außen-Kräfte geändert.
Kinderfickerfreund Ratzinger wird hochgeschätzt im Vatikan.

Die Rede ist, mal wieder, von den Legionären Christi, LC, die römisch-katholische Kongregation päpstlichen Rechts und ihrem legendären Gründer Marcial Maciel Degollado.

Kinderfickende Nazis ersetzten auf Geheiß Woytilas und Ratzingers die verhassten südamerikanischen „Befreiungstheologen“, die sich für die Armen einsetzen und den faschistischen Mörder-Diktatoren kritisch gegenüberstanden.
Der Priester Maciel Marcial Degollado, (1920–2008), Chef der LC und Multimillionär war der erklärte Liebling des Papstes Johannes-Paul II.
Da er sagenhafte Summen in die Kasse der RKK spülte, drückte der Wächter der Glaubenslehre Ratzinger alle Augen zu.
Maciel Marcial Degollado hatte mindestens fünf Kinder von zwei Frauen und vergewaltigte darüber hinaus mehrere Dutzend (bis zu 100) Jungs.
Die Vorgehensweise war laut STERN immer gleich:

Vater Maciel rief die ca 12-Jährigen Jungs zu sich, klagte über „schmerzhaften Samenstau in den Hoden“, müsse sich zur Abhilfe masturbieren lassen und dabei auch Kinder penetrieren.
Er erklärte dazu, er habe eine persönliche Erlaubnis von Papst Pius XII „die Schmerzen im uro-genitalen Bereich“ derart zu behandeln.
Hochwürden Samenstau bevorzugte dabei blonde und hellhäutige kleine Jungs, die ihm seine „Legionäre“ weltweit suchten und zuführten.
Seit 1976 wurden Berichte über diese Kindesvergewaltigungen nach Rom geschickt.
Man hielt dort immer die schützende Hand über Maciel.
JP-II ("Maciel ist ein vorbildlicher Priester") würdigte ihn 2004 mit einem Empfang im Petersdom, Ratzinger stellte die Untersuchungen gegen ihn bereits 1999 ein.

Dokumente aus den Vatikan-Archiven belegen laut AP, dass der Heilige Stuhl schon in den fünfziger Jahren Beweise hatte, wonach Maciel drogenabhängig und pädophil gewesen sein soll. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge ermittelten damals drei sogenannte Visitatoren, das Ergebnis sei jedoch bis heute nicht veröffentlicht worden. 1998 sollen sogar einige seiner Opfer Anzeige erstattet haben.    Doch Papst Johannes Paul II. verband eine enge Freundschaft mit Maciel, die sich seit dem ersten Zusammentreffen im Januar 1978 entwickelt hatte. Der Papst verehrte den Mexikaner, führte ihn gern als Vorbild an und widmete ihm noch 2001 eine Festmesse auf dem Petersplatz.

Der gegenwärtige Papst, der im Bundestag mit standing Ovations bedacht wurde, ist der Beschützer eines der perfidesten pädosexuellen Gewalttäter.
 Die seit Dekaden bekannten Untersuchungsergebnisse über den brutalen Päderastensumpf seiner Legionäre hält Ratzinger bis heute unter Verschluß.

Tatsächlich aber hatten zehn Opfer, die von Marcial Maciel in den 50er-Jahren im römischen Seminar missbraucht worden waren, den Vatikan schon vor 30 Jahren verständigt. Seit 1983 war auch Papst Johannes Paul II. über die Missbräuche informiert. Doch er schätzte den Ordensgründer und lobte noch 1994 öffentlich dessen «effiziente Führung für die Jugend». 1997 sagte die Gruppe der zehn Opfer vor den Medien, Maciel habe Hunderte Knaben missbraucht.
Ein Jahr später erhob die Gruppe Anklage gegen Maciel bei der Glaubenskongregation, die unter Kardinal Ratzinger für alle schwerwiegenden Missbrauchsfälle in der Kirche zuständig war. Ratzinger aber war nie bereit, die Gruppe der Opfer anzuhören und gegen Maciel etwas zu unternehmen. Worauf sich die Gruppe 2002 bei der UNO Gehör verschaffte und im Genfer Palais des Nations die Medien über die Untätigkeit der Glaubenskongregation informierte.
(Tagesanzeiger 02.05.2010)

Ratzinger führt also die Tradition seines Vorgängers fort und ermutigt die Legionäre geradezu weiterhin Kinder zu ficken und zu quälen. Rom weiß schließlich Bescheid und hat noch nie etwas unternommen.

Im Gegenteil, mit der Rapid-Seligsprechung des größten Marcial Maciel Degollado-Fans Woytila, hat Ratzinger noch mal unterstrichen, daß er fest an der Seite der Sextäter steht und nicht an die Opfer zu denken gewillt ist.
 Sein ganzes Mitgefühl gilt nur den LC. Er ernannte nach Maciels Tod 2008 einen neuen Chef und ließ mitteilen Benedikt XVI. werde den Ordensmitgliedern "auf dem Weg der Reinigung" beistehen und sie nicht alleinlassen.

Bergoglio ändert ebenfalls nicht die klare Entscheidung der RKK zu Gunsten der Holocaust-Täter und wider die Auschwitz-Befreier.

Die "acta apostolicae sedis", die Gesetzessammlung des Heiligen Stuhls vom Juni 1949 machte die Exkommunikation der Kommunisten und ihrer Anhänger aktenkundig und offiziell.

Die Weisung des Vatikans lautet: Kein Katholik kann Mitglied einer kommunistischen Partei sein oder sie begünstigen. Kein Katholik darf Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften veröffentlichen, lesen oder verbreiten, in denen die kommunistische Doktrin verkündet wird. Jeder Katholik, der die materialistische und antichristliche Lehre des Kommunismus verkündet, sie verteidigt oder gar verbreitet, verfällt als Abtrünniger des katholischen Glaubens der Exkommunikation.
(DER SPIEGEL)

Der unfehlbare Papst definiert „kommunistische Erzsünder“ als Intellektuelle und KP-Propagandisten, die automatisch exkommuniziert sind.

Mitglieder der katholischen Kirche blieben hingegen Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Reinhard Heydrich, Rudolf Hoess, Julius Streicher, Fritz Thyssen, Klaus Barbie, Leon Degrelle, Emil Hacha, Ante Pavelic, Konrad Henlein, Pierre Laval, Franco, Mussolini oder Josef Tiso.

Das ist die Realität der Heiligen Römisch-katholischen Kirche.
Die Befreier von Ausschwitz, die Rote Armee, wurden verdammt und exkommuniziert, aber der Lagerkommandant Rudolf Hoess, sowie der Megasadist Josef Mengele blieben Mitglieder der RKK.


Ich denke da zum Beispiel an einen am 13.Oktober 1887 in Veľká Bytča geborenen Priester, namens Jozef Tiso.
Als Mitglied und späterer Vorsitzender der HSLS (Hlinkova slovenská ľudová strana) hockte der ultranationalistische und extrem antisemitische Slowake im tschechischslowakischen Parlament, wurde Minister und sprang bei der erst besten Gelegenheit als Hitlers Schoßhündchen auf den Stuhl des slowakischen Präsidenten.
In Folge des Münchner Abkommens 1938 erklärte sich die Slowakei für unabhängig.
1939 ließ Josef Tiso sich zum „Vodca“ (Führer - in Anlehnung an sein deutsches Vorbild) erklären.
Vollkommen ohne Druck aus Deutschland und aus voller Überzeugung erließ der katholische Professor für Moraltheologie Tiso dann derart antisemitische Gesetze, daß diese noch die Nürnberger Rassengesetze in den Schatten stellten.
Für die 89.000 Juden in der Slowakei war es ein vorweggenommenes Todesurteil. („Judenkodex“ vom 9.9.1941). Schon im Jahr 1942 wurde die Deportation der slowakischen Juden mit eigenen administrativen Kräften durchgeführt.
Tiso brüstete sich dem Vatikan gegenüber sogar damit – Katholizismus und Antisemitismus war für ihn ein und dasselbe:

„Ich versichere bei meiner christlichen Ehre, daß die Deportationen unserem Willen entspringen und auf unsere Initiative hin durchgeführt werden! Ob es christlich ist, was hier mit den Juden los ist?... .. Ich frage, ob es christlich ist, wenn ein Volk seinen ewigen Feind loswerden will. Dass das jüdische Element dem Slowaken das Leben bedrohte, davon muss hier niemand überzeugt werden. Es hätte noch schlimmer ausgesehen, hätten wir uns nicht rechtzeitig von ihnen gesäubert. Und wir taten es dem Gottesgebote nach: Slowake, schüttel sie ab, befreie dich von deinem Schadenstifter!“

Katholische Moraltheologie.

Am 25.März 1942 geht der erste Zug mit Tausenden slowakischer Juden vom Bahnhof Zilina los in die deutschen Vernichtungslager. Bis Oktober 1942 hat Tiso auf diese Weise schon 2/3 der slowakischen Juden nach Auschwitz, Majdanek und Sobibor verschleppen lassen.
Tiso zahlte sogar 500 Reichsmark pro Kopf an Berlin, weil Deutschland die Vernichtung übernahm. Ein lohnendes Geschäft für den fanatischen Priester – wurde doch das gesamte Eigentum der Juden vorher geraubt.
Als das Stück Scheiße Jozef Tiso am 29.08.1944 mit einem slowakischen Volksaufstand gegen sein Horrorregime zu kämpfen hat, jammert er Hitler um Hilfe an – und bekommt sie auch in Form von deutschen Besatzungssoldaten. Dadurch wird er in die Lage versetzt auch noch die letzten Aufständischen, Juden, Kommunisten und Roma in die deutschen KZ’s Auschwitz und Sachsenhausen bringen zu lassen.
Das freut den katholischen Priester derart, daß er in Banska Bystrica einen Dankesgottesdienst zelebriert und schwülstige Dankestelegramme nach Berlin schickt.

Noch nach Jahrzehnten standen die Christen fest zu den faschistischen Massenmödern.

Hitler wurde nicht exkommuniziert, blieb bis zu seinem Ende Katholik.

Als Eichmann von israelischen Agenten in Südamerika aufgespürt wurde, protestierte der argentinische Kardinal und Leiter der Katholischen Aktion, Antonio Caggiano:

"Es ist unsere Christenpflicht, ihm zu verzeihen, was er getan hat."

6 Millionen Menschen umbringen ist also aus katholischer Sicht nicht nur theoretisch verzeihbar, sondern es ist sogar ChristenPFLICHT so eine Petitesse zu verzeihen.

Immerhin war Eichmann ja auch nicht schwul - dann läge der Fall natürlich anders und er müßte in der Hölle schmoren.

Adolf Eichmann, Alois Brunner, Dr. Josef Mengele, Franz Stangl (Kommandant der Vernichtungslager Sobibór und Treblinka), Gustav Wagner (Stangls Assistent), Klaus Barbie, Edward Roschmann („Der Schlächter von Riga“), und Aribert Heim (KZ Mauthausen) sind einige der Männer, die auf Veranlassung des Papstes durch Bischof Hudal mit Vatikanischen Papieren ausgestattet vor der alliierten Justiz nach Südamerika flüchteten.

Nach dieser etwas längeren Vorrede stellt sich mir nun erneut die Frage, wieso ausgerechnet ein professioneller Christ, also ein Pfarrer, der wie selbstverständlich CSU-Parteimitglied ist, die kontinuierlichen xenophoben Ansagen seiner Partei-Oberen seit vielen Jahrzehnten kennt, im Jahr 2017 plötzlich auf den Gedanken verfällt, die CSU sei ja gar nicht so menschenfreundlich, wie es sich für eine C-Partei gehöre.
Die Kirche, die voller Enthusiasmus für NSdAP und Führer eintrat, soll nun auf einmal so Hort der Flüchtlingsfreunde sein?

[….] Angefangen hat der Ärger über seine CSU zu Beginn des Jahres, sagt Pfarrer Ulrich Schneider-Wedding. Damals war er noch CSU-Mitglied, als dann aber "die Angriffe Horst Seehofers auf Angela Merkel" begannen, da habe er sich zu fragen begonnen: "Ja, wo sind wir eigentlich?" Jedenfalls ist er dann im März 2016 aus seiner Partei, der CSU, ausgetreten. Er habe allerdings nicht aufhören wollen damit, "christliche Werte aktiv in die Politik" einzubringen.
Und deshalb ist er danach, obgleich evangelischer Pfarrer in Regensburg, in die CDU eingetreten. Am Freitag hat der 55-Jährige einen Brief in die Staatskanzlei abgeschickt, an den Ministerpräsidenten und seinen ehemaligen Parteichef. Mit einer zentralen Aussage: "Als Christ und als Pfarrer konnte ich nicht länger eine Partei unterstützen, aus der heraus Merkel wegen ihrer humanitären Haltung angegriffen wird."
Er habe deutlich mehr Lust, schreibt der Pfarrer an Seehofer, eine zu einer modernen Partei sich entwickelnde CDU zu unterstützen, "als Ihren Schmusekurs gegenüber populistischen Strömungen". Der Kurs der CSU mache Populisten nicht überflüssig, ist der Pfarrer überzeugt: "Sie päppeln sie erst hoch." Was die CSU biete, sei seiner Ansicht nach "Populismus light", ein "unausgegorenes, halbschariges Konzept", das nicht nur nicht aufgehe, sondern die Gefahr von rechts noch zu verstärken drohe. [….]

Schneider-Weddings Kollege Süßmann aus Eurasburg bei Bad Tölz fiel ebenfalls nach 68 Jahren plötzlich auf, daß die CSU doch gar nicht für Arme, Ausländer und LGBTIs kämpft.

[….] Michael Süßmann, 68, ist entsetzt über die restriktive Linie der CSU in der Asylpolitik.
 [….] Flüchtlingen Deutsch beibringen, Behördenbriefe erläutern, Fahrräder reparieren und ein wenig "Ersatzpapa" für einen 16-jährigen Afghanen sein: Das leistet der 68-jährige Michael Süßmann, weil es getan werden muss. Und es treibt den evangelischen Pfarrer um, dass Politiker, die das Christ-Sein vor sich her tragen, es nicht leben, wie er findet.
Er ist entsetzt über die restriktive Linie der CSU in der Asylpolitik, die auf Abschreckung und schnelle Abschiebung setze. Er spricht von einer "Entchristlichung des Abendlandes" und hat aus Anlass des Auftritts von Finanzminister Markus Söder am Sonntag in Beuerberg seiner Empörung in einem Leserbrief an die SZ Luft gemacht. Die CSU-Politik nennt der engagierte Flüchtlingshelfer Süßmann "nur erbärmlich"; er warnt vor einem gefährlichen Spiel des Brandstiftens mit Worten. Und ärgert sich nicht zuletzt über seine eigene Kirche - die evangelische -, deren Landessynode Söder als berufenes Mitglied angehört. [….]


Was ist los mit den Pfarrern Schneider-Wedding und Süßmann? Haben sie in den Jahrzehnten ihres Lebens nie die Bibel gelesen?

Wenn es um die große Schuld der Stellvertreter Gottes und all seines Bodenpersonals geht, ergibt sich immerhin ein stimmiges Bild.
Das kann man in seinem eigenen Wort, der Bibel, der Guten Nachricht, zweifelsfrei nachlesen.

Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.
(Mat 13,41)

18Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, 19 so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes 20und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. 21So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte.
(5 Mose, 21)

Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
(Mat 10,34)

Kommt, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes und eßt das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen!
(Joh 19,17)

So spricht der HERR, der Gott Israels: Ein jeder (...) erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten.
(2 Mose 32,27)

Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.
(Lukas 14,26)

Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürgt sie vor mir!
(Lukas 19,27)

63So wie der Herr seine Freude daran hatte, auch Gutes zu tun und euch zahlreich zu machen, so wird der Herr seine Freude daran haben, euch auszutilgen und euch zu vernichten.
(5 Mose 28)

Nein, der CSU kann man keinen Vorwurf machen.
Mit ihrem Asyl-feindlichen Kurs, ihrer Freude über auseinandergerissene Familien, zu Tausenden ertrunkenen Kindern im Mittelmeer und der „Wir geben nichts ab“-Haltung tragen sie das „C“ im Namen völlig ZU RECHT.

Freitag, 20. Januar 2017

Der schwärzeste Tag des 21. Jahrhunderts.






OK, dieser taubenblaue Mantel, den Melania gerade trägt, ist wirklich ganz schick.
Das ist aber auch das einzig Positive was man über den Tag in Washington sagen kann.



CNN ist im totalen Patriotismus-Wahn; wiederholt unablässig wie overwhelming und such a great moment das alles wäre.
In allergrößter Selbstverständlichkeit sprechen sie Trump als „leader of the free world“ an und als der leicht debile Barron aus dem Biest klettert, ejakulieren sie jauchzend in ihre Hosen „look at this tall and handsom young man – what a wonderful day it is, people are going crazy, screaming U.S.A. and TRUMP!“ „Just wow. WOW!“ “An awesome experience, an awesome day!” “The majesty of the event!” “I get goosebumps.”
„What a sweet sweet sweet image – Barron’s face at the window of the beast.”
“Look at all their children – it is so nice to see it!”


Trumps Amtseinführungsrede war wie üblich durch und durch verlogen.

[….] Donald Trump delivered his inaugural address on Friday, and it was predictably divisive and negative.
Trump portrayed America as a weak, crime-ridden wasteland where everyone lives in poverty.


    “Mothers and children trapped in poverty in our inner cities, rusted out factories scattered like tombstones across the landscape of our nation.
    An education system flush with cash but which leaves our young and beautiful students deprived of all knowledge.
    And the crime and the gangs and the drugs that have stolen too many lives and robbed our country of so much unrealized potential. This American carnage stops right here and stops right now.”


[….] It should be pointed out that Trump contributed to the shuttering of factories in this country by buying raw materials, like metals, from China to build his hotels with instead of buying it from American companies.
Crime is also down, and millions of Americans were lifted from poverty over the last eight years because of programs like the Affordable Care Act and minimum wage hikes, both of which Trump opposes.


[….]     this is the most xenophobic inaugural address in US history
    — Edward Luce (@EdwardGLuce) January 20, 2017

[….]     Don’t know what I expected, but that may be the least presidential inaugural address on record. #Inauguration
    — Misty Murphy (@mothernerd) January 20, 2017

[….]     I have read every Inaugural Address. That was the worst.
    — Philip Collins (@PCollinsTimes) January 20, 2017

[….]     President Trump makes his intentions very clear with his Inaugural address. It’s simply ‘screw you, rest of the world!’ #TrumpInauguration
    — Bhargob Kakoty (@Bhargob) January 20, 2017

    Probably the shittest inaugural address in a long time
    — Mitchell McCombe (@mitchellmc97) January 20, 2017

    Trump’s Inaugural Address: A Disgraceful Deception https://t.co/r1sMeqjWjo
    — Kip Spelling (@kip_spelling) January 20, 2017


Aber Trump hat auch Fans in Deutschland.


Liebe Welt, wir sind am Arsch.


Die Unanständigkeitserklärung
[….] "America first": Wer bei der Amtseinführung auf einen gemäßigten Trump gehofft hatte, ist enttäuscht worden. Seine Rede beschrieb eine düstere, kompromisslose Nation. [….]

 kein Wort an seine Gegner, an die Demokraten, an jenen Teil der amerikanischen Gesellschaft, der mindestens so groß ist wie der seiner Anhänger, wenn nicht größer. Trump grenzte sich stattdessen gleich zu Beginn von der Washingtoner "Elite" ab, die sich um ihn herum versammelt hatte, er beschimpfte sie und nutzte seine Rede für eine erneute Kampfansage: "Heute und hier" werde es ein Ende finden, dass Politik nur dem Establishment helfe, nicht aber dem Volk. Er blieb sich treu - so wie auch seine Anhänger, die den demokratischen Senator Charles Schumer, der vor Trump redete, mit Buhrufen und Trump-Sprechchören störten.
[….]  Es war die gleiche aggressive, verachtende Rhetorik, der gleiche Nationalismus, von nun an werde das wahre Volk herrschen. In die Außenpolitik unternahm er nur einen kurzen Schlenker, aber einen, der in den Hauptstädten der Welt mit Grausen vernommen worden sein muss: Amerikas Außenpolitik werde nur noch nach dem Motto "America first" ausgerichtet sein.

 [….] Trumps Auftritt war nicht der eines Staatschefs, der eine Nation nach einem langen, harten und oftmals dreckigen Wahlkampf zusammenführen und Wunden heilen möchte. Es war der eines Revolutionsführers, der sich an seine Bewegung wendet. [….] Wie polarisiert das Land ist, zeigte sich spätestens auch an diesem, eigentlich auf die nationale Einheit zielenden Moment. Als Hillary Clinton mit ihrem Mann Bill auf dem Balkon des Kapitols eintraf und auf den großen Bildschirmen zu sehen war, lachten manche im Publikum. Der Hohn und Hass des Wahlkampfes ist offenbar immer noch nicht verflogen, zumindest nicht bei den Trump-Leuten. Andere stöhnten oder pfiffen. [….][….]



Donnerstag, 19. Januar 2017

Jeder kommt mal dran.



Wohin man guckt. Es ist sehr unerfreulich in diesen politischen Zeiten zu leben.
Natürlich graut es mir schon vor der morgigen Inauguration des Orange Monsters, aber der Blick auf die deutsche Parteienlandschaft läßt mich auch nicht gerade frohlocken und jubilieren.
Die SPD und ihr Chef/Kanzlerkandidat Sigmar Gabriel debakulieren derart taumelig dagegen an, daß sie sich selbst von 26% (Bundestagswahl 2013) auf 20% geschrumpft haben.
Daneben gibt es noch eine völlig sinnlos rechtspopulistisch blinkende Lindner-FDP ohne Daseinsberechtigung, die man keinesfalls je wieder wählen sollte und eine LINKE, deren Fraktionschefin ebenfalls versucht über die rechte Flanke bei der AfD anzudocken.


Und war da nicht noch was? Habe ich irgendwas vergessen? Gibt es da nicht noch eine Partei?

Ach ja, die Grünen.
Die Grünen passen sich natürlich an den Zeitgeist an und stolpern planlos von einem Fettnäpfchen zum Nächsten.
Boris Palmer und Winfried Kretschmar bereiten mit täglich immer brauneren Statements eine Koalition mit der AfD vor, während die einstige Frauenpartei „Bündnis 90/Grüne“ leider keine Kandidatinnen für die Spitzenkandidatur findet und mangels Alternative auf die frömmelnde Total-Loserin von 2013 zurückgreifen muß.

Die ostdeutsche Merkel-Bewunderin Kathrin Göring-Kirchentag hatte die Grünen bei der letzten Bundestagswahl zielstrebig zur kleinsten Oppositionskraft hinter der LINKEn verzwergt.
Groko-Zeiten sind eigentlich fette Jahre für kleine Oppositionsparteien, weil sie sich abseits der übergroßen Kompromisse profilieren und vom Frust der Wähler über die riesige Regierung profitieren können.
Tatsächlich strahlt die Groko so gar nicht. Alle sie tragenden Parteien haben in den letzten dreieinhalb Jahren deutlich an Zuspruch verloren und Millionen Wähler heimatlos gemacht.
Die grüne Fraktionsspitze vollbrachte unter der Führung der Vorsitzenden, die zuvor schon als Spitzenkandidatin das Wahldesaster zu verantworten hatte, nun das Kunststück so zu langweilen, daß man 2017 wohl noch schwächer werden wird.
Mit konsequenter Umschiffung jeder inhaltlichen Politik brachten es Göring-Eckardt und Hofreiter fertig die Wähler eine volle Legislaturperiode so einzunebeln, daß niemand auch nur einen Schimmer von grünen Politikvorstellungen hat. Man kennt keine Konzepte, keine Pläne, noch nicht mal Meinungen zu den Bereichen Flüchtlinge oder Finanzpolitik.
Es ist noch nicht mal ansatzweise möglich auch nur die grobe politische Richtung der Grünen zu erahnen. Wollen sie auf direktem Weg in die Arme Merkels uns Seehofers, wie es sich die Süddeutschen wünschen? Oder gibt es noch Anhänger Jürgen Trittins, die sich schon vorstellen auch mal einen anderen Kanzler als Merkel zu haben?

Die einzig sichere Information aus der grünen Parteiführung ist die menschliche Zerrüttung der Führungskasper.


Peter, Özdemir, Hofreiter und Göring-Eckardt hassen sich alle gegenseitig.
 Es gibt nur die eine Gemeinsamkeit; nämlich den Wunsch, den einzig guten Spitzenkandidaten, Minister Habeck zu verhindern.
Das gelang bei der Urwahl – wenn auch denkbar knapp.

[……] Parteichef Cem Özdemir schnitt bei den Männern mit 35,96 Prozent extrem knapp am besten ab. Robert Habeck, Umweltminister in Schleswig-Holstein, holte nur 75 Stimmen weniger und kam auf 35,74 Prozent. Fraktionschef Anton Hofreiter vom linken Flügel der Partei bekam 26,19 Prozent. [….]
(dpa, 18.01.2017)

Urwahl ohne zweiten Durchgang. Das erinnert natürlich an die fatale Scharping-Urwahl von 1993, die direkt in die Opposition führte.

Cem Özdemir, vor 23 Jahren in den Bundestag gewählt und Katrin Göring-Eckardt, seit 19 Jahren ununterbrochen im Bundestag sind ungefähr so frisch wie die Konserven der Franklin-Expedition von 1848, die man kürzlich wiederfand.
Aber sie haben ein hippes Videofilmchen gedreht.
Das wird die Erstwähler sicher von ihren Sitzen reißen.


Stehen die Zeichen bei den Grünen nun eher auf Seehofer oder auf Wagenknecht?
Wohin soll die Reise gehen?

So viel ist klar, von dem neuen alten Spitzenduo wird man das sicher nicht erfahren.

[……] Die Frau aus dem Osten und der Schwabe mit türkischen Wurzeln - sie sollen retten, was die Grünen in den vergangenen Monaten an politischem Terrain, an Geschlossenheit und Linie verloren haben. Die Umfragen sind immer schlechter geworden. Derzeit liegen die Grünen bei acht bis zehn Prozent. Viel zu wenig ist das, gemessen am eigenen Anspruch. Und miserabel ist es, wenn man bedenkt, wie schlecht sich die anderen Parteien präsentieren. Zuletzt konnte man viele Grünen treffen, die die Lage als "beschissen" beschreiben.
Dabei könnte sie so viel besser sein. Die SPD sucht noch immer nach ihrer Spitze; die Union kann ihren Streit über die Flüchtlingspolitik nicht beenden. Dazu die Briten, die aus der EU aussteigen. Und ein neuer amerikanischer Präsident, der so ziemlich alles infrage stellt, was die Grünen ausmacht. Ökologie, Gleichberechtigung, Weltoffenheit, Einsatz für Minderheiten - plötzlich steht zur Disposition, was längst als erkämpft galt. Was für eine Welt - und was für eine Chance im Jahr 2017.
Doch die Grünen haben sie bislang nicht ergriffen; sie sind bei der Suche nach dem richtigen Kurs beinahe verloren gegangen. Seit Monaten wirken sie wie ein Häuflein Unentschlossener, die nicht wissen, ob sie wirklich zusammengehören. Erst die schnelle Position von Parteichefin Simone Peter nach der zweiten Silvesternacht von Köln, die prompt und harsch korrigiert wurde; dann die missratene Absprache der Länder-Grünen zu Abschiebungen nach Afghanistan, Äußerungen zu Sexdiensten für Pflegebedürftige. Schließlich ein Ex-Spitzenkandidat Jürgen Trittin, der im Spiegel einen Auftritt hinlegte, der es in sich hatte. Seine Botschaft: Die, die nach ihm kamen, können nichts, sind zu blöd, sind unfähig. Deshalb könne nur er die Grünen wieder ins Licht führen. Auch wenn ihn das vor allem isoliert hat - das öffentliche Bild ist dadurch noch schlechter geworden. "Die Partei ist nicht mutig, nicht entschlossen, nicht geschlossen", sagt ein früherer Parteichef. "Derart offen ist das Machtvakuum selten zutage getreten." [……]