Nein, die AfD ist eben keine normale Partei, nur weil es
in Deutschland zehn Millionen Undemokraten gibt, die sie wählen wollen und damit
den Weg in den Faschismus einschlagen. Viele AfD-Abgeordnete sind nicht
nur
stramm rechts oder faschistisch, sondern echte Nazis.
(….) T-Online ging
dankenswerterweise noch genauer der Frage nach, was das eigentlich für eine
Burschenschaft ist, die von Würzburg aus die Strippen der AfD-Bayern zieht.
Dem Artikel entnehme zwei
Neologismen aus der AfD-Sprachwelt, in der Anglizismen verboten sind, aber auch
zwei neue sympathische deutsche Verben entstanden: „Rumhitlern“ und
„abhitlern“.
Sie beschreiben die
Lieblingstätigkeit eines bayerischen AfD-Volksvertreters: In einem Keller
voller NSDAP- und SS-Devotionalien antisemitische Sprüche skandieren,
Nazi-Rockmusik mitgrölen und zu Hitler-Büsten masturbieren.
Und zwei Millionen Bayern
wählen solche Leute dann gleich ins Parlament! (….)
(Der Neologismus des Grauens, 30.11.2023)
Natürlich muss eine solche Partei verboten werden, weil
sie gegen die deutsche Verfassung agitiert.
Heute schloss sich auch der Arbeitnehmerflügel der CDU
dieser Forderung an. Das ist insofern bemerkenswert, da Teile der CDU selbst so
weit nach rechts gerutscht sind – darunter der Bundesvorsitzende – daß sie
nicht nur die AfD kopieren, sondern auch mit ihr kooperieren.
[….] Der Arbeitnehmerflügel der CDU hat ein
Verbot der AfD gefordert. Einen entsprechenden Beschluss fasste die
Bundestagung der Christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) nach
kontroverser Debatte am Sonntag in Berlin, wie ein Sprecher mitteilte. Die AfD
sei »eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland«, hieß es in einer
Erklärung, die auch eine Parallele zum nationalsozialistischen Deutschland zog:
Auch die NSDAP habe »nicht mittels eines Putsches die Macht erlangt, sondern
durch Wahlen«. Geschichte dürfe sich nicht wiederholen.
Die aktuell hohen
Umfragewerte für die AfD von teils mehr als 30 Prozent in einigen ostdeutschen
Ländern dürften einem Parteiverbot nicht entgegenstehen, erklärte die CDA. Es
dürfe »nicht abgewartet werden, bis die Partei in einem Bundesland die Mehrheit
erringe und als Regierungspartei selbst die Hoheit über den Verfassungsschutz«
erlange. Deswegen müsse ein Verbotsverfahren angestoßen werden. [….]
(SPON, 03.12.2023)
Die immer extremer werdende Flügel-Partei des Bernd Höcke
wird aber schleichend normalisiert. Der Urnenpöbel ist infiziert und versteht
gar nicht, wie extrem die AfD-Ideologie ihm selbst schaden würde. Es ist
ähnlich wie bei dem Trumpistischen US-WhiteTrash, der am meisten unter der
Billionärs-affinen Trump-Politik leidet. Aber der gemeinsame toxische Rassismus
überstrahlt alles.
(….) Natürlich verschwinden
durch ein Verbot der Partei weder ihre Wähler, noch ihre problematischen
rechtsradikalen Einstellungen.
Die schlimmsten
rechtsradikalen Spinner des Schlages David Berger, werden im Falle eines
Verbots sicherlich all ihre Wahnvorstellungen, „Deep State – Systempresse –
Linksgrünversiffte Meinungsdiktatur – Great Reset“, bestätigt sehen. Aber, so
what? Bei ihnen ist der galoppierende Wahnsinn so weit fortgeschritten, daß sie
ohnehin nicht auf den Boden der Verfassung zurück zu holen sind.
Außerdem mag es unter den
Weidel-Wählern auch eine spontane Fraktion geben, die sich von einer klaren
Einstufung der AfD als „verfassungswidrig“, doch beeindrucken lässt und so eine
Partei nicht wählen würde.
Ein zweites Argument für ein
AfD-Verbot, ist die Zerschlagung ihrer finanziellen Infrastruktur. Die braune
Vogelschiss-Partei von Putins Gnaden wird über Diäten, Fraktionsgelder und
Wahlkampfkostenerstattung mit zig Millionen Euro aus der Steuerkasse finanziert.
Geld, unter anderem aus meiner Tasche, das beim durchaus teuren und schwierigen
Aufbau einer legalen Nachfolgepartei fehlt, so daß es zumindest Jahre dauert,
bis der braune Wahlmob wieder eine politische Heimat gefunden haben wird –
falls es überhaupt funktioniert, wenn ihre hetzenden Promis nicht mehr wie
gegenwärtig dauernd im TV auftauchen, um kostenlose Werbezeit auszunutzen.
Drittens würde der Ausschluss
der AfD-Pest aus den Parlamenten, ihr auch dort ihre PR-Show zu Werbezwecken
nehmen und darüber hinaus den Parlamentsbetrieb nicht mehr durch Gaga-Anfragen
und Hetze blockieren.
Der vierte Punkt betrifft die
anderen Parteien, auf die der AfD-Stil bedauerlicherweise abfärbt und die daher
alle schon mehr als bedenklich weit nach rechts gerückt sind.
Die extreme räumliche Nähe
zwischen CDU und den Faschisten, die es in den Landtagen und im Bund gibt,
führte bereits zu einer debilisierenden Ansteckung bei der CDU und CSU.
Längst dominiert Hetze und
nicht etwa Bemühungen um Problemlösung, die Agenda der Merz/Söder-Union (…)
(Bundestag ohne AfD, 10.11.2023)
Mit blanken Entsetzenmuss ich immer wieder erleben, wie
ausgerechnet in den von den Faschisten so verachteten öffentlichen Rundfunkanstalten
– „Systempresse/Merkelmedien“ – jedes Gefühl für Anstand und Verfassungstreue verloren
geht.
Der WDR widmete dem rasenden antisemitischen Hetzer David
Berger 2019 ein völlig unkritisches „Tischgespräch“.
[…..] Arglose Plauderei mit
einem rechten Hassprediger [….] Überfordert ist hier ein Journalismus,
der es für seine besinnungslose Pflicht hält, solch ein Gespräch selbst dann
noch zu senden, wenn er von dessen Falschheit überzeugt ist. Das macht aus dem
arglosen Schwätzchen mit einem rechten Hassprediger einen neuerlichen Tiefpunkt
im deutschen Journalismus.
Exklusiv ist dieses
Versagen nicht. Denn es gab in den letzten Jahren genügend gescheiterte
Versuche, mit Leuten ein Gespräch zu führen, deren Geschäft gut kalkulierte
Hetze und Lüge ist. Und die überhaupt nicht interessiert sind an
Auseinandersetzung, an Debatte, an Abwägen von Für und Wider, am besseren
Argument. Denen es nur um Raum für ihre demagogische, menschenfeindliche
Ideologie und Sprache geht.
Die selbst, wie die AfD,
Journalisten ausschließen, auf Anfragen nicht antworten, keinen Widerspruch
zulassen. Und mehr noch: Die politische Gegner knallhart bekämpfen mit mehr
oder weniger öffentlichen Kampagnen.
Und dennoch gehen wir
Journalisten dem falschen kindischen Opfergejammer immer wieder auf den Leim.
Wir glauben, mit Leuten wie Berger reden zu müssen, damit sie sich danach nicht
mehr beklagen können, im „Staatsfunk“, wie es in deren Sprache heißt, nicht
vorzukommen. Dabei wird das öffentlich-rechtliche „Tischgespräch“ nichts ändern
an Bergers Äußerungen.
Was sich ändern muss, ist
unser Journalismus. Die Hetze von Menschen wie Berger ist keine Meinung.
Sondern eine Gefahr für das gesellschaftliche Miteinander. […..]
(Deutschlandfunk, Matthias Dell, 23.01.2019)
Sehr gruselig auch die MDR-Wahlberichterstattung im Jahr 2019
nach dem starken Abschneiden der Faschisten in Sachsen und Brandenburg.
Moderatorin Wiebke rühmte die „positive“ Berichterstattung ihres Senders über die AfD
und legte der CDU eine „bürgerliche Koalition mit der AfD“ nahe.
[…..] Mit ihren Fragen und
Einordnungen zur AfD hat eine Moderatorin der ARD-Wahlsendungen, Wiebke Binder,
am Sonntag für reichlich Empörung gesorgt. Anlass waren Äußerungen, bei der sie
die Alternative für Deutschland (AfD) kurzerhand zu einer bürgerlichen Partei
erklärte. Und das war nicht das einzige Mal am Wahlabend der Landtagswahlen in
Sachsen und Brandenburg, bei der Wiebke Binder bei Teilen ihres Publikums
schlecht ankam.
Los ging es mit der Frage
der MDR-Moderatorin an den sächsischen CDU-Politiker Marco Wanderwitz. Wie er
denn zu einer möglichen Zusammenarbeit von CDU und AfD stehe, wo doch nach
aktuellem Stand eine bürgerliche Koalition in Sachsen möglich wäre, aus ihrer
Sicht also eine stabile Zweier-Koalition? Und hakte sogar noch nach: „Ist das
immer noch ausgeschlossen?“ Da stockte sogar CDU-Mann Wanderwitz kurz der Atem.
Um dann sofort klarzustellen: „Eine Koalition mit der AfD wäre keine
bürgerliche Koalition!“
[…..] Die CDU habe von
vornherein gesagt, dass sie nicht mit den Rändern koaliere, nicht
zusammenarbeiten werde. „Dabei wird es bleiben“, machte er seinen Punkt - und
ließ die ARD-Moderatorin Wiebke Binder etwas sprachlos zurück. […..] In einem weiteren Gespräch diskutierte
ARD-Frau Wiebke Binder mit dem sächsischen AfD-Vorsitzenden Jörg Urban. Der
beklagte sich ausführlich darüber, dass nach seiner Sicht eine „mediale
Kampagne gegen die AfD“ gefahren worden sei vor der Wahl. […..] Doch
diesen Vorwurf der medialen Kampagne wollte ARD-Frau Binder nicht unkommentiert
stehen lassen. „Ich denke, wir haben sehr viel über die AfD berichtet, da war
schon viel zu erzählen, und auch viel unterschiedliches“, sagte sie. Woraufhin
AfD-Politiker Urban grinsend fragte: „Positives?“ Und die Moderatorin gab
zurück: „Positives, auf jeden Fall!“ [….]
(Münchner Merkur, 05.09.2019)
Unterdessen veranstaltet der NDR-Intendant Joachim Knuth für
extremistische AfD-Gruppen Führungen durch den Sender.
[…..] Im NDR in Hamburg
rumort es. Und je näher der kommende Freitag rückt, desto schlimmer wird das
werden. Viele Mitarbeiter sind empört über den eigenen Intendanten, der erneut
Mitgliedern der AfD Zutritt zum Landesfunkhaus gewähren will. Ein Großteil der
Belegschaft hat dafür überhaupt kein Verständnis. Sämtliche beim NDR
vertretenen Gewerkschaften rufen die Mitarbeiter für kommenden Freitag ab 15
Uhr zu einer Demonstration vor dem Eingang des Landesfunkhauses in Lokstedt
auf. Peter Dinkloh von der Mediengewerkschaft Verdi, der die Kundgebung
angemeldet hat, sagte zur MOPO: „Die AfD und die AfD-nahe
Desiderius-Erasmus-Stiftung sind menschenverachtende, rassistische
Organisationen, die die Pressefreiheit und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
in Frage stellen. Sie haben im NDR nichts verloren.“ Dinkloh weiter: „Wenn der
NDR meint, er müsse mit allen politischen Kräften im Gespräch bleiben, auch mit
denen, die die Fundamente der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Frage
stellen, dann hat er nach unserer Auffassung ein völlig falsches Verständnis
von seinem Programmauftrag.“ Intendant Joachim Knuth wird aufgefordert, die
ungebetenen Gäste wieder auszuladen. […..] Bereits Mitte November hatten
eine Gruppe von AfD-Anhängern und -Politikern sowie Vertreter der AfD-nahen
Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) den NDR in Lokstedt besucht und – unter dem
Protest von NDR-Mitarbeitern – eine Führung durchs Landesfunkhaus erhalten.
Nach MOPO-Informationen ist für den kommenden Freitag erneut eine solche
Führung angesetzt. […..]
(MoPo, 03.12.2023)
Deutschland ist keine wehrhafte Demokratie, zeigt keine „klare
Kante“ gegen die Nazis.