Mittwoch, 26. Juni 2019

Ein Urinator nässt sich ein


Es ist wie mit der ekelhaften toten Qualle am Strand.
Man weiß schon vorher, daß sie ekelhaft ist, muß aber einem inneren Drang folgend doch geradewegs dahin gehen, um sie genau anzusehen.
So geht es mir mit „Philosophia Perennis“ und weiche jedes Mal angewidert zurück.
Denn das ist der große Unterschied zwischen David Bergers Blog und Kreuznet:
 Beide waren ungefähr gleich rechtsextrem und schäbig, aber die Kreuzler frönten einer gewissen Lust am Formulieren, kreierten Neologismen und sorgten so dafür, daß man sie bei allem Ärger auch herzlich auslachen konnte.
Berger hingegen ist vollkommen humorlos.

(…..) Die Unterschiede zwischen der im Dezember 2012 gestorbenen katholischen Traditionalisten Website Kreuznet und ihrer heutigen Entsprechung Philosophia Perennis (PP, Pipi, Phobosophie Phimosis, Phimoseblog) bestehen in der konkreten politischen Einflussnahme und im Humor.

Die unverkennbar Süddeutsch/Österreichisch/Schweizerischen Kreuznet-Macher blieben im Verborgenen. Bis heute weiß man nicht wie viele Autoren es gab und wer sie waren. Sicher ist aber, daß sie allesamt einer tiefen Faszination für den homosexuellen Analverkehr frönten und über eine groteske Form des Humors verfügten. Immer neue und abstrusere pseudo-vereinfachte Beschimpfungen ließen sie sich einfallen. Ob es ihre Absicht war, oder nicht; zumindest unfreiwillig zogen sie damit auch ein Publikum an, das der Wortschöpfungs-Komik frönte. Einige Kreuznet-Neologismen sind bis heute unvergessen: Gomorrhisten = Homoperverse = Kotstecher (Schwule), Urinduscher (David Berger), Bundestagsschwuchtel (Volker Beck), Blut- und Homopartei (CDU), Gummi-Isolatoren (Kondome), Brechreiz-Turnübungen (schwuler Sex).

  Ein homo-gestörter Kölner Religionslehrer dreht vor antikirchlichen Revolvermagazinen durch. […] Der in den Sodomismus abgestürzte Ex-Thomist David Berger trägt seine Homo-Seuchenhaut weiterhin zum Markt.
In der morgigen Ausgabe des antikatholischen Kirchenkampf-Magazins ‘Spiegel’ wird der Homo-Gestörte seine widernatürlichen Phantasien auf die Kirche projizieren.
[…] Der Gomorrhist – der im Erzbistum Köln als Religionslehrer wütet – sagt erneut, daß er mit einem anderen Widernatürlichen homosexuelle Brechreiz-Turnübungen durchführt.
(Kreuznet 21.11.10)

Der alte Mann ist vor dem Druck zusammengeklappt.
[…] Dafür wird Benedikt XVI. als Kondom-Papst in die Geschichte eingehen. Papst Benedikt XVI. hat den „ausnahmsweisen“ Gebrauch von Gummi-Isolatoren für männliche Geschlechtsorgane gerechtfertigt.
Damit hat er in der dekadenten Konzilskirche einen bisher unvorstellbaren Dammbruch provoziert.
Die vom Papst mit viel Wenn und Aber legitimierten Kondome werden für die Masturbation zu zweit verwendet. Dabei wird der menschliche Geschlechtsakt simuliert. Seine törichten Thesen äußerte der Heilige Vater in dem Interviewbuch „Licht der Welt“ mit dem Münchner Publizisten Peter Seewald (56).
(Kreuznet 20.11.10)

David Berger, zunächst als Traditionalist vom rechten vatikanischen Flügel geistiger Verbündeter Kreuznets, fiel in Ungnade, als er sich outete, kollaborierte mit Liberalen, um Kreuznet zu Fall zu bringen, nur um anschließend kontinuierlich wieder nach rechtsaußen zu wandern und schließlich mit dem Pipi-Blog selbst eine vielgeklickte Plattform zu gründen, die sogar noch rechtsradikaler und abscheulicher gegen Minderheiten, LGBTI-Aktivisten und alle Parteien links der AfD hetzt. Der Urinduscher ist der legitime Nachfolger Kreuznets, bedient wie seine Vorgänger monatlich ein Millionenpublikum faschistoider Verschwörungstheoretiker.

 Genau wie damals bei Kreuznet, gibt es täglich auch bei PP rund fünf neue „Artikel“, bei denen Berger Medienmeldungen aufgreift und dazu vor Hass triefende Hetze liefert. Immer offener sympathisiert er mit Gewalt. (….)

Kreuznets Macher und Autoren blieben stets im Dunkeln.
Sie hatten ohne Zweifel einen gewissen Einblick in konservative klerikale Kreise und wußten was sich bei der FSSPX tat, aber sie verfügten über keine Verbindung zum realen Journalismus, kooperierten nicht mit anderen Medien, schrieben keine Namensartikel in seriösen Zeitungen, saßen nicht im Stiftungsrat von Bundestagsparteien.
Kreuznet schoss aus dem Off seine braunen Giftpfeile ab, konnte aber ob ihrer geheimen Struktur selbstverständlich nicht direkt in den politischen Prozess eingreifen.
Der Berliner Blogger hingegen ist so sehr von Eitelkeit getrieben, daß er jede noch so alberne Gelegenheit nutzt, um sich öffentlich darzustellen.
Er lädt in seine Wohnung ein, prahlt mit seiner Bücherwand, tritt auch noch bei der dubiosesten Demonstration mit drei Teilnehmern als Redner auf, gibt jedem radikalen Spinner Interviews.
Er verachtet, bekämpft und beschimpft alle Medien, die nicht zu seinem braunen verschwörungstheoretischen Konglomerat („Alternative Medien“, als deren Herr er sich aufspielt) gehören, ist aber in Wahrheit vor Neid auf ihre Bedeutung zerfressen.
Es ist wie die Hassliebe zwischen Donald Trump und der New York Times.
IQ45 drischt nahezu täglich wutentbrannt auf die NYT ein, will aber in Wahrheit von ihr geliebt werden und versucht alles, um dort vorzukommen.
So auch der Urinduscher. Sobald eine noch so unbedeutenden Regionalzeitung ihn erwähnt, verbreitet er das mit stolz geschwellter Brust auf allen seinen Social Media-Kanälen.
Er ist ganz offensichtlich so komplexbeladen, daß er wie ein pickliger Teenager stolz auf seine ersten zwei Schamhaare verweist, wenn ihn jemand aus der verhassten Zeitungswelt kennt.
So erklärt sich auch sein manisches Namedropping. Rastlos jagt er Promi-Selfies hinterher und präsentiert diese sofort seinen staunenden Fans, die ihn dann dafür bewundern Storch, Steinbach oder Lengsfeld zu kennen.



Unglückicherweise war er dabei nicht uneffektiv und brachte es offenbar zu erheblicher Reichweite – es kursieren Zahlen von vielen Millionen Klicks pro Monat – und der entsprechenden Gefährlichkeit.
Wenn der UD gegen Muslime oder Grüne oder Linke oder Schwarze hetzt, gibt es eine entsprechend potenzierte Gefahr, daß einer seiner moralisch retardierten Leser zur Tat schreitet.

Wie ich gestern ausführlich beschrieb, rappelte es aber zuletzt gewaltig im braunen Paradies.
Da ich nicht widerstehen kann die rechtsextreme Qualle zu beobachten, erfuhr ich heute wieso der Pipi-Blog genau wie der Berger-Twitter-Account stillsteht.
Er selbst erklärte zum Entsetzen seiner Fans eine mindestens bis zum 15.07. andauernde Pause – und zwar mit dem ganz großen Mimimimi. Er, der Edle werde verfolgt.
Da hat sich wohl jemand in der Naziszene für so bedeutend gehalten, daß er nicht nur die Meinungsführerschaft beanspruchte, sondern auch diverse Mit-Nazis attackierte.
Nachdem diese nun verbal zurückschlagen, inszeniert sich Berger wieder mal als verfolgte Unschuld. Das arme Opfer.
Da kommt der Katholik in ihm durch. Auch dort werden Täter gerne als Opfer ausgegeben.

 [….] mein Blog macht –  vorerst bis zum 15. Juli – eine Art Sommerpause. Das hat verschiedene Gründe.
Zum einen ist es – nach drei Jahren nahezu ununterbrochener Arbeit, die so gut wie kein Privaleben [ein „t“ fehlt. Ich staune über seine ununterbrochene Arbeit bei den ausführlich zelebrierten vielen Urlauben in Südfrankreich und den Szene-bekannten sexuellen Ausschweifungen] mehr zuließ – gut, immer einmal [Wortsalat – „immer einmal“ streichen] inne zu halten und zu überlegen, wie es weitergehen soll. [….]
Nachdem ich mich im Jahr 2010 geoutet hatte, begannen auf der rechtsextremen, islamfreundlichen, aber stark antisemitischen, vom Verfassungsschutz überwachten Hassseite „keuz.net“ heftigste Attacken gegen mich. [….] Die rechtsextremen Macher und Sympathisanten von „kreuz.net“ haben mir bis heute nicht verziehen, dass ich es – im Unterschied zum Verfassungsschutz – [kein Satz ohne Prahlerei] geschafft hatte, dass die Seite offline ging.
[….] Mord- und Gewaltdrohungen [….]  vor allem aus dem Umfeld der „Identitären Bewegung“ [die der UD selbst immer wieder lobte und bewarb] und von Schnellroda („Sezession“, Höcke-Fanclub, EinProzent). Das, was sich hier abgespielt hat, zeigt sehr deutlich, dass Innenminister Seehofer richtig lag, als er feststellte: „Worte können das Vorfeld für Hetze, Hetze das Vorfeld für Taten sein“. [Der Minister, den Berger kontinuierlich als völlig unseriös bepöbelte]

[….] Wieder sind es nun rechtsextreme Kreise, die auf perfide und verleumderische Weise gegen mich Stimmung machen und bereits die ersten anonymen, noch impliziten Drohungen im Netz auftauchen lassen. [Die Medizin, die Berger seit Jahren auf seinem Blog verteilt, mag er selbst partout nicht schmecken] [….] Angesichts dessen, was wir bisher über den Fall Lübcke wissen, eine Situation, [die maßgeblich von seiner Stiftungsvorsitzenden und angehimmelten Erika Steinbach angeheizt wurde]  in der ich die Arbeit an meinem Blog erst einmal ruhen lassen möchte. [….] (Pipi, 26.06.19)

In Bergers Selbstbild als wackerer Kämpfer für das Richtige stört nur eins: Die Wahrheit.
Aber da ist er ganz Trump und lügt entsprechend seines Weltbildes Kreuznet zu „islamfreundlich“ um.
Das ist natürlich hanebüchen. Bei Kreuznet war der Islam derartig verhasst, daß noch nicht mal das Wort „Muslim“ verwendet wurde, sondern stets nur despektierlich von „Muselmanen“ die Rede war.

Dienstag, 25. Juni 2019

Nazis gegen Nazis

Im Kampf der rechtsextremen Verschwörungstheoretiker gibt der perfide Hetzer David Berger den modernen, freundlichen, demokratischen Part.
Habe er es eigentlich nötig sich über die Angriffe von ganz Rechtsaußen zu ärgern? Das wären doch nur intellektuell Minderbemittelte, die ihm seinen gigantischen Erfolg neideten und außerdem mit seinem proisraelischen Kurs und seiner Homosexualität haderten.


Einige kleinere linksliberale Medien folgen partiell diesem Berger-Spin. Die sich so bitter attackierenden Rechten verfolgten eine grundsätzlich andere Strategie.
Die Berger-Lengsfeld-Fritz-Steinbach-Otte-Gruppe bliebe im demokratischen Spektrum und arbeite auf AfD-CDU-Koalitionen hin.
Die Kubitschek-IB-Sellner-Arcadi-Gruppe hingegen wäre antisemitisch, homophob und grundsätzlich autoritär.

[….] Vor Landtagswahlen verschärfter Flügelkampf im AfD-Umfeld: David Berger setzt Tiefschläge gegen Verleger Götz Kubitschek
[….]  Während einzelne Protagonisten wie der »Antaios«-Lektor Benedikt Kaiser von einer »Mosaikrechten« träumen, zu deren wenigen Voraussetzungen die Solidarität aller Beteiligten untereinander gehört, zerstreuen andere Akteure die Einzelteile des Puzzles. [….] Besonders heftig toben die Auseinandersetzungen dort, wo Einfluss zu gewinnen ist, wo gut dotierte Posten zu vergeben sind. Der Kampf von David Berger gegen Götz Kubitschek, der Blogger gegen den Verleger, ist das jüngste Beispiel. Auf der Seite des bekennenden homosexuellen Theologen und Islamfeindes Berger steht die »Vereinigung der Freien Medien« im Umfeld von Vera Lengsfeld, auf der anderen Seite das Netzwerk Kubitscheks und sein »Institut für Staatspolitik« sowie »Identitäre« und rechte Medien wie die Jugendzeitschrift Arcadi. Dabei sind die Protagonisten in diesem innerrechten Kampf selbst nur Stellvertreter. Sie stehen für die unterschiedlichen Flügel der AfD.
Berger, der den aktuellen Streit vom Zaun gebrochen hatte, ist Kuratoriumsmitglied der Desiderius-Erasmus-Stiftung, die dem nach baldiger Regierungsbeteiligungen strebenden AfD-Flügel nahesteht. Der Verleger Kubitschek dagegen gilt als Vertrauter des AfD-Fraktionschefs in Thüringen, Björn Höcke, und als Stratege dessen völkisch-rassistischer Strömung »Der Flügel«.Bergers erster Schlag ist ein tiefer. Er schreibt in einem Tweet von »intellektuell parfümierten Nazis« um Kubitscheks Zeitschrift Sezession. [….]

Es ist eine Betrachtung der maximalen Relativierung. Wie extrem nach rechts muss man blicken, um den extrem muslimfeindlichen Blog „Philosophia Perennis“ wieder ganz nett zu finden?
Immerhin war ich eine volle Dekade davon überzeugt mit dem extrem reichen, extrem dummen, extrem ungebildeten und extrem gefährlichen George W. Bush den schlimmsten US-Präsidenten aller Zeiten erlebt zu haben.
Niemals hätte ich mir vorstellen können nach nur wenigen Jahren recht milde auf #43 zu blicken und ihn liebend gern gegen den jetzt amtierenden potus einzutauschen.

Sollte man nicht also auch einen immerhin gebildeten, schwulen und Israel-freundlichen Berger gewaltbereiten staatsverachtenden Nazis vorziehen?

Die Antwort ist ein klares Nein.
Zunächst einmal ist Homosexualität nicht mit Liberalität zu verwechseln. Berger wird gern als „offen schwul“ oder „der bekennende Homosexuelle“ bezeichnet. Das impliziert einen bürgerrechtlichen Ansatz. Etwas „Gutes“. Das muss doch jemand sein, der sich für Minderheiten einsetzt.
Das ist aber Unsinn. Jens Spahn, Milo Yiannopoulos und David Berger haben nur aus einem einzigen Grund liberale Ansichten zur Homosexualität – weil sie rein zufällig selbst schwul geboren wurden. Bei ihnen führte das aber im Gegensatz zu vielen anderen Schwulen eben nicht aufgrund der eigenen Diskriminierungserfahrung zu größerer Sensibilität für Minderheiten.
Sie verachten Dunkelhäutige, Linke, Arme, Muslime, Grüne und in Bergers Fall ganz besonderes liberalere Genderfluidere.
Mit Wonne hasst er die „LGBTI*-Community“, hetzte gegen „Gender-Gaga“, feminine Männer und die "Ehe für alle".
Ja, Berger ist schwul, aber Schwule sollen bitteschön so sein wie er sich sieht: Maskulin, muskulös, konservativ.

Sein Blog „Philosophia Perennis“ ist auch keinesfalls seriöser als Kubitscheks oder Elsässers Veröffentlichungen.
Berger benutzt keine seriösen Quellen, sondern verbreitet ungeniert Lügen, wenn sie in sein Weltbild passen. Gern springt er auf Verschwörungstheorien an, bestreitet den menschengemachten Klimawandel, warb selbst immer wieder für die Identitäre Bewegung (IB), kooperiert mit PI-News, lobt den schwer kriminellen Pegida-Chef Lutz Bachmann. PP orakelt vom Deep State, verbreitet geradezu manisch immer wieder, die Bundesministerien und etablierten Medien wären von George Soros gelenkt.

Berger lügt und schürt damit Hass.

[….] Auch Falschmeldungen finden ihren Weg auf Bergers Blog. So erschien am 12. Juni 2018 in der Rubrik „24/7-Terror“ ein Beitrag zum Mordfall einer 15-Jährigen in der Stadt Viersen. In diesem wurde berichtet, der Täter sei nordafrikanischer Herkunft – zu dem Zeitpunkt war jedoch längst klar, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Bulgaren handelte. [….]
Bereits um 14:48 Uhr am 12. Juni 2018 hatte die Polizei in einer Pressemitteilung vermeldet, bei dem Viersener Tatverdächtigen handle es sich um einen Bulgaren. Um 20:00 Uhr des selben Tages twitterte Berger einen Beitrag von „Philosophia Perennis“, in dem es hieß, der Täter sei nordafrikanischer Herkunft.
Am 26. Juni 2018 behauptet Berger in einem Artikel, die Flüchtlinge von Bord des Schiffes „Aquarius“ hätten vom Roten Kreuz gespendete Kleidung in den Müll geworfen. Es stellte sich heraus: Das Wegwerfen der Kleidung war vom Roten Kreuz Valencia vorgesehen, um die Übertragung von möglichen Krankheitskeimen und Infektionen zu verhindern. So hat es das Rote Kreuz Valencia schriftlich bestätigt.   Es sind nicht die einzigen Falschmeldungen, die Berger veröffentlicht. [….]

Pipi-Berger nennt sich selbst Journalist und Publizist.
Tatsächlich greift er lediglich willkürlich fremdenfeindliche Meldungen aus zutiefst unseriösen Quellen auf, präsentiert sie höhnisch auf seinem Blog und sieht zu wie sich hunderte zutiefst hasszerfressende Kommentatoren gegenseitig mit perfider Hetze übertreffen.

Vermutlich muss er noch nicht mal selbst googeln, um passende Meldungen zu generieren.
Die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Katharina Kleinen-von Königslöw forscht an der Universität Hamburg mit Schwerpunkt „digitalisierte Kommunikation“ und erklärt wie es geht.

[…..] Es gebe frei verfügbare Programme, die die Suche automatisch übernehmen. Neue Artikel mit den Stichworten werden den Nutzern angezeigt und könnten auf ihre Verwertbarkeit hin überprüft werden. „Gerade die rechtsextreme Szene agiert technisch hochprofessionell, ist gut organisiert und nutzt die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel skrupellos“, so Kleinen-von Königslöw. [….] Webseiten wie Philosophia Perennis („ewige Philosophie“) oder anonymousnews.ru würden so systematisch in die Lage versetzt, verzerrte Informationen in Umlauf bringen. „Dabei nutzen die Seiten den Verweis auf klassische Nachrichtenangebote, um den eigenen Veröffentlichungen einen seriösen Anstrich zu geben“, sagt die Professorin. Von den Nutzern werde der verlinkte Ursprungsartikel dann nur noch selten ganz gelesen – oder gar nicht. [….]

Der Brand von Notre Dame war gerade erst gemeldet, da schob Berger bereits „den Muslimen“ die Schuld in die Schuhe. Natürlich frei erfunden, aber wirkungsvoll, wie die tausenden gewalttätigen Angriffe aus Muslime in Deutschland jedes Jahr beweisen.

[….] David Berger beweist einmal mehr, dass er kein Journalist ist, der aus einer pluralistischen und kritischen Perspektive Fakten sammelt sowie diese auf Basis seiner subjektiven Erfahrung und eines rationalen Diskurses bewertet. Vielmehr ist er ein Propagandist, der wiederholt versucht, politische Meinungen zielgerichtet zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Wählerverhalten in seine erwünschte rechtsextreme, islamophobe Richtung zu steuern. (Quellen zu Fake News auf Philosophia Perennis z. B.: morgenpost.de, correctiv.org, correctiv.org, queer.de)
[….] „Mut zur Wahrheit“ wie z. B. bei der AfD-Spendenaffäre? Nein, einfach nur peinlich – und gleichzeitig gefährlich für den pluralistischen, aufgeklärten und rationalen politischen Diskurs in Deutschland. […..]

Nein, Berger ist auf der nach rechts offenen Nazi-Skala nicht besser als seine gegenwärtigen Widersacher in der Szene.

[…..]  Es geht aber auch noch weiter rechts für den Theologen. Kürzlich veröffentlichte Berger ein Interview, dass der rechtsextreme italienische Aktivist Valerio Benedetti mit ihm geführt hatte. Das Gespräch war zuerst im Magazin „Il Primato Nazionale“ („Nationale Vorherrschaft“) erschienen. Es gilt als Hausblatt der “Casa Pound”, einer neofaschistischen Partei Italiens, die aus einem rechtsextremen Hausprojekt hervorgegangen ist. Der Name bezieht sich dabei auf Ezra Pound, einen amerikanischen Lyriker und Faschisten, der lange Zeit in Italien gelebt hatte und bis zu seinem Lebensende ein Verehrer Mussolinis blieb. Das alles verschweigt Berger übrigens auf seinem Blog. Benedetti ist hier lediglich ein „bekannter Publizist“. [….] Im Interview geht es dabei wieder um Kritik an der „Ehe für alle“. Sie sei aus „lauter Verachtung für die klassische Ehe“ eingeführt worden. Das Ziel derjenigen, die die Homoehe wollen, sei die „Auflösung des klassischen Ideals von Ehe und Familie“. Auch hier vergisst er nicht Werbung für die AfD, die er als einzige Partei beschreibt, die gegen eine angebliche „Islamisierung“ kämpfe und damit an der Seite von LGBTs stehe. Daneben stehen Zahlen ohne irgendeinen Bezug zur Realität. So behauptet Berger beispielsweise, dass Täter bei homofeindlicher Gewalt „zu 95 % junge Männer mit muslimischem Kulturhintergrund“ seien. Eine Zahl, die mit absolut nichts belegbar ist. [….]

Und Bergers lobenswerter Einsatz wider des Antisemitismus?
Auch das gilt natürlich nur, solange es sich um Juden handelt, die mindestens so rechts wie Bibi Netanjahu oder Avigdor Lieberman sind und sich als Antipoden der von Berger leidenschaftlich verachteten Muslime benutzen lassen.
Liberalere Juden, die sich für Verständigung und Aussöhnung einsetzen, bekämpft der knitterköpfige Schöneberger Blogger eben nicht nur für ihre Ansichten, sondern verwendet mit Lust antisemitische Klischees der NS-Zeit.
Soros und Kahane sind für Berger keine Philanthropen, die zufällig Juden sind und zufällig eine andere Meinung als er vertreten, sondern Teile einer internationalen antideutschen Verschwörung, genau wie es seine geliebte SS-Oma mit dem „internationalen Finanzjudentum“ erlebt hatte.


Falls sich jemand fragt, was denn dieser Deutschland-Kurier ist,  auf den sich Berger bezieht und dessen Name zunächst einmal seriös klingt, genügen drei Sekunden googeln.

[….] Der Deutschland-Kurier ist eine seit Juli 2017 bundesweit erscheinende, rechtspopulistische Wochenzeitung, [….] In der Ankündigung des Trägervereins wurden mehrere bekannte Personen als Kolumnisten oder Mitarbeiter genannt: die Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach, der frühere Bild-Chefredakteur Peter Bartels, der ehemalige FAZ-Redakteur Konrad Adam, Maximilian Krah (AfD), Guido Reil (AfD[….] Das von Lobbycontrol betriebene Onlinelexikon lobbypedia sieht den Deutschland-Kurier „als Fortsetzung der Wahlwerbung für die AfD mit anderen Mitteln“. [….] Die Qualität der Zeitung soll sich laut Meedia auf dem Niveau rechter Kneipen-Stammtischdiskussionen und noch darunter bewegen. Laut welt.de soll die Zeitung unter die Kategorie „rechtsnationaler Extrem-Boulevard“ fallen und sollen die Schlagzeilen denen der Satire-Zeitschrift Titanic ähneln, aber ernst gemeint sein.[…]
Gibt es Kabale zwischen Rechtsextremisten kann man inhaltlich keine Seite wählen.
Diese Hetzer sind immer gefährlich, so wie es auch bei zwei Schwangeren keine etwas weniger schwangere gibt.

[….]  Wolken im Paradies! Seit der „Konferenz der freien Medien“ im Bundestag und dem Auftritt des – auch in rechtsextremen und populistischen Kreisen – umstrittenen Aktivisten Milo Yiannopoulos rumort es rechtsaußen. In der einen Ecke steht David Berger, ein schwuler Theologe, der den extrem muslimfeindlichen Blog „Philosophia Perennis“ betreibt und sein Umfeld, auf der anderen Seite stehen die selbsternannten rechtsextremen Intellektuellen um die Zeitschrift „Sezession“ und den Antaios-Verlag. [….] Operettenhafte Züge hat die Geschichte dabei von Anfang an. [….]
Stargast Yiannopoulos und Veranstalter Berger sind beide schwul und machen keinen Hehl daraus. Berger arbeitete als Theologe im Vatikan, bevor er seine Position wegen seiner Homosexualität verlor, darüber schrieb er ein Buch. Yiannopoulos reiste mit seiner „Dangerous Faggot Tour“ (dt. „Gefährliche-Schwuchtel-Tour“) durch die USA. Und da fangen die Probleme offenbar schon an. 
Zu Gast war nämlich auch Sezessions-Herausgeber Götz Kubitschek. Das Fazit des Kleinverlegers aus Schnellroda, den seine Fans gerne als „intellektuell“ und „Vordenker“ der sogenannten „neuen“ Rechten feiern, fällt eher neutral aus. [….] Aktivist*innen aus dem Schnellroda-Umfeld  springen Kubitschek zur Seite. Besonders scheint dabei Yiannopoulos’ Sexualität zu stören. In seiner Rede im Berliner Restaurant-Nebenraum erzählt er unter anderem, dass er in der Bundeshauptstadt den besten Sex seines Lebens hatte und dass die Chancen gut ständen, dass genau während ein*e beliebige Journalist*in schreibt, er sei homophob, er zeitgleich Sex mit einem Mann hätte. [….] Das kommt bei der sogenannten „intellektuellen“ Rechten nicht so gut an. [….]. Ein anderer User antwortet auf Berger: „Wir Deutsche brauchen gewiß keinen versexualisierten US-Westler, der uns den deutschen Kulturkampf anregt!“. Später bezeichnet der gleiche User Berger als „1 kinderloses, scheinrechtes, gottloses, versexualisiertes, geistloses, opportunes Stadtmännchen des tiefen Establishment“ (sic!). Ein weiterer bezeichnet die Veranstaltung als „Pädokongress“.
[….] Damit nimmt der Streit an Fahrt auf. Berger bezeichnet Kubitschek & Co als „intellektuell parfümierte Nazis“, die Gegenseite nennt ihn „liberale Witzfigur“, „Nestbeschmutzer“ oder „liberale semitische Unzuchtsau“.
Von allem nichts gewusst? [….]

Seit zwei Tagen sind beide Hauptkanäle Bergers – Pipi und sein Twitter-Account still.
Das ist die erste gute Neuigkeit.
Außerdem wissen wir nun, daß Rechts derzeit gegen Rechts kämpft.
Auch das ist positiv.
Also zurücklehnen und genießen?
Wem soll man den Sieg gönnen, wenn Luzifer gegen den Belzebub antritt?
Keine Seite ist sympathischer, aber die Berger-Gruppe ist gefährlicher, weil sie a) die größere Reichweite hat, b) als Verbindungsglied und Multiplikator zum bürgerlichen Lager gilt und c) seit Jahrzehnten in den höchsten Kreisen der Katholischen Kirche verkehrt.
Berger tritt im WDR auf, bekommt Seiten in der FAZ und der ZEIT freigeräumt, verkehrt mit Bundestagsabgeordneten. Hält Kontakt zur CDU.
So kann er sein Gift viel wirkungsvoller als NPD-Funktionäre oder seine offen antisemitischen Gegner streuen.
Also, Go Kubitschek.

Montag, 24. Juni 2019

Nationenspezialisierung

You know the world is going crazy when the best rapper is a white guy, the best golfer is a black guy, the tallest guy in the NBA is Chinese, the Swiss hold the America's Cup, France is accusing the U.S. of arrogance, Germany doesn't want to go to war, and the three most powerful men in America are named "Bush", "Dick", and "Colin." Need I say more?”
-      Chris Rock 2003.

Müssen heutzutage immer noch alle alles können?
Ist das nicht eine absurde Ressourcenverschwendung, wenn jede Nation Autos baut, Computer produziert, Flugzeuge konstruiert und Drohnen entwickelt?
Passiert dann nicht zwangsläufig das, was wir von Handyaufladekabeln kennen; nämlich ein Wust nicht mit einander kompatibler Systeme, der zu einer grotesken Überproduktion führt?

Wäre es nicht schöner, effektiver und sparsamer, wenn sich jede Nation auf ein paar definierte Bereiche konzentriert, in denen sie dafür aber auch absolute Weltspitze ist?

Klar, einige Verbrauchsmittel müssen überall hergestellt werden. Wenn nur ein oder zwei Staaten Landwirtschaft betrieben, hätte das durch den gewaltigen logistischen Aufwand enorme ökologische Folgen. Man soll ja regional kaufen.

Aber es gibt doch viele andere Produktionsfelder, die sich sehr dafür eignen sie nur von wenigen Spezialisten bespielen zu lassen.
Die weltweit besten Uhren werden in der Schweiz gebaut. Hinzu kommen einige wichtige Marken in Italien, Frankreich, Japan und Deutschland.
Aber das war es auch schon.

Deutsche können noch ein paar andere Dinge sensationell gut. In den Bereichen Maschinenbau, Elektronik, Medizintechnik, Chemie tummeln sich hunderte sogenannte „Hidden Champions“.
Das sind kleine oder mittelständige Firmen, die irgendein hochspezielles Produkt so gut bauen können, daß sie den Weltmarkt dominieren.

[…..] Sie kennen IREKS nicht? Dann sind Sie kein Bäcker. Diese 1856 in Kulmbach gegründete und bis heute dort ansässige Firma ist einer der globalen Marktführer für Backzutaten und in mehr als 90 Ländern präsent. IREKS ist auch für ungewöhnliche Kundennähe und Dienstleistungen bekannt. Die mehr als 400 Außendienstler aus 30 Nationen sind alle Bäcker- oder Konditormeister. Das schafft Kundennähe. […..]
Gerriets; dieses Unternehmen stellt Theatervorhänge und Bühnenausstattungen her. Es ist der einzige Hersteller von großen Bühnenvorhängen auf der Welt, sodass der Weltmarktanteil in diesem Segment 100 % beträgt. Egal, ob Sie in der Metropolitan Opera in New York, in der Scala in Mailand oder in der Opera Bastille in Paris sitzen, die Vorhänge stammen von Gerriets. […..]
Orgeln von Klais sind in der ganzen Welt berühmt. Die Instrumente dieses Bonner Unternehmens spielen im Dom und in der Philharmonie in Köln genauso wie im Nationaltheater in Peking, in der Kyoto Concert Hall in Japan, in Caracas, Buenos Aires, London, Brisbane, Auckland, Manila (eine Bambusorgel) oder den Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur. Sie werden es nicht glauben: Diese weltweit tätige Firma hat gerade einmal 65 Mitarbeiter. Der Chef Philipp Klais bezeichnet seine Firma als „Bonsai-Global- Player“. […..]
Vermutlich sind Sie schon einmal Achterbahn gefahren. Haben Sie dabei überlegt, wer diese Achterbahnen plant und realisiert? Das ist mit ziemlicher Sicherheit, egal wo in der Welt, das Ingenieurbüro Stengel. In über 40 Jahren hat Stengel an mehr als 500 Achterbahnen für Vergnügungsparks wie Disney World, Phantasialand oder Six Flags gearbeitet. [….]

 Hunderte Hidden Champions sollten doch Anlass genug für jeden noch so konservativen Knochen mit nationalen Anwandlungen sein, um vor Stolz auf Deutschland zu platzen!
Was wir alles besser können als der ganze Rest der Welt!

Im Lichte dieser Erkenntnis fällt es umso leichter zuzugeben in welchen Branchen Deutschland leider eine totale Null ist.

[……] Na gut, wir haben zwar das langsamste Internet Europas, die Infrastruktur verfällt, wir können kein Mobiltelefon oder Elektroauto bauen, wir sind bei der Gentechnik genau wie bei der Künstlichen Intelligenz international abgehängt, weil Merkel niemals initiativ wurde und Vorgaben machte. Und so fallen wir täglich zurück. Deutschland kann kein Windrad offshore aufstellen, scheitert an Großprojekten und hält sich eine Bundeswehr, in der nur Jahrzehnte alter Schrott rumsteht, da die Anschaffung neuer Waffensysteme so viele Dekaden durchdiskutiert wird, daß sie bei Auslieferung schon lange veraltet sind.
Symptomatisch dafür steht die Gorch Fock, das nicht mehr schwimmfähige Marine-Schulschiff, an dessen Sanierung das geballte Knowhow der Verteidigungsministeriums und der Marine scheitert. Es wurde 1958 für 10 Millionen DM gebaut. Seit 2015 wird das Schiff bei der Elsflether Werft in einem Schwimmdock in Bremerhaven saniert. Bisher wurden dafür 135 Millionen Euro verprasst. Wann das Schiff jemals wieder schwimmfähig ist, steht in den Sternen. Im besten Fall funktioniert das Kadettenausbildungsschiff in ein paar Jahren nach einigen weiteren hundert Millionen Euro Kosten wieder und Deutschland kann stolz sein auf seine Marine auf dem technischen Stand von vor 75 Jahren. Man sollte meinen, daß heutzutage von der Bundesmarine andere Fertigkeiten beherrscht werden sollten. Moderne Aufklärung, Drohneneinsatz, Tarnkappentechnik, Mobilität zu Luft. Aber wozu? Die deutschen Marinehubschrauber funktionieren sowieso alle nicht, Drohnen können wir nicht nur nicht herstellen, sondern sind seit zehn Jahren sogar zu doof welche zu kaufen. 500 Millionen hatte Ex-Verteidigungsminister de Maizière bei dem Versuch „Euro Hawk“-Drohen zu beschaffen, versenkt.
Das Projekt wurde eingestellt und immerhin besteht in den folgenden sechs Jahren Konsens darüber, daß man das Desaster nicht erklären kann und die technischen Probleme unlösbar sind.
Das ist eben Deutschland: Vollkommen unfähige und überforderte CDU-Minister und eine Regierungschefin, der das alles vollkommen egal ist. [….]

Mal ehrlich, beim heutigen Absturz zweier Bundeswehr-Eurofighter über Mecklenburg – mein Beileid an die Angehörigen des getöteten Piloten – dominierte doch nicht das Entsetzen über die Kollision unser Denken, sondern die pure Verblüffung, daß gleich zwei Bundeswehrjets flugfähig waren. OK; es hat nicht lange angehalten, aber immerhin waren sie in der Luft.
Das sind doch ganz neue Geschichten aus Uschis Gurkentruppe.

Statt weiter die hoffnungslos marode Bundeswehr mit zig Milliarden Euro Steuergeldern zu pampern, sollten wir erhobenen Hauptes den Laden zumachen.
Militär können wir eben nicht mehr.
Na und? Dafür können wir anderes.
Soll Merkel doch zu Trump gehen und ihm frank und frei erklären, daß es keinen Sinn hat zu warten bis Deutschland 2% BIP in der Armee versenkt, weil die Nazi-affinen Tölpel ja doch nur bei eigenartigen Trinkspielen – Dörrobst in den Arsch schieben und mit dem Paddel draufschlagen – Unsinn machen und von jedem Aggressor dabei ausgelacht würden, wie sie über ihre eigenen Füße stolpern.
Was sollen wir in Bundesmarine und Co also jährlich 60 bis 70 Milliarden versenken, wenn die anschließend auch nicht schwimmtauglicher als ein dickes Kind mit Aufblasmatratze im Flachschwimmerbecken sind?

Da könnte man doch viel effektiver die Hälfte des Geldes einer Nation geben, die „Militär kann“ – Israel, USA oder Russland – und die bitten uns zu verteidigen.

Trumps Amis können schließlich auch einiges nicht. Die Esskultur ist ebenso ein Grauen wie die allgemeine Schulbildung oder die Stromversorgung oder das Gesundheitssystem.
 Da sollten sich die USA Rat holen, so wie wir Huawei für 5G-Netze benötigen.

Ist doch OK. Der gemeine Ami läuft rum wie Quasimodo, zu laut, zu bunt, plastic baggy shorts, erbärmliche Trekking-Sandalen.
Und hat sich schon mal jemand vor Entzücken über die niedrigen Textilpreise in New York T-Shirts oder Hosen gekauft?
Die fallen leider nach drei Wäschen auseinander. Eine meiner amerikanischen Tanten behauptet, das läge an den viel zu heißen und viel zu schnell schleudernden deutschen Miele- und Bosch-Waschmaschinen.
Wer echtes Modegefühl und Chic erleben will, muss eben nach Frankreich und Italien gehen. Da leben Menschen, die von Natur aus Designer sind.
Amerikaner sind dafür brillant und international zweifellos meilenweit führend im Bereich der Dramaserien und Schauspielkunst.
Ich finde das prima. Deswegen gucke ich in Deutschland die Sopranos, Gallaghers und Six Feet Under, während umgekehrt garantiert kein einziger Mensch in Kalifornien nach Lindenstraße oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ giert.
Unterhaltung in Fernsehen und Kino können Deutsche nun mal nicht. Hier funktionieren Dokumentationen und die Auslandskorrespondenten gut.
Wenn auch nicht ganz so brillant wie in England.
Nach England und Skandinavien wendet man sich auch tunlichst, wenn man an guter Popmusik interessiert ist.
Das diametrale Gegenteil zwischen Flensburg und Bodensee; Deutschpop und deutsche Schlager sind generell ohrenkrebserregend.
Es ist daher lächerlich jedes Jahr auf’s Neue eine Troubadix-artige Mitschäm-Crew zum Eurovision Song Contest (ESC) zu schicken, um sich jedes Jahr wieder das „Germany Zero Points“ abzuholen.
Es wäre so viel cooler, sparsamer und sympathischer zu seinen Schwächen zu stehen. Lasst uns doch lieber zuhören, wenn andere singen.
Lasst Italiener unsere Autos und Franzosen unsere Mode designen, Amerikaner unsere Serien produzieren, Russen unsere Bücher schreiben und Dänen unsere Windkrafträder aufstellen.
Wir helfen dann umgekehrt bei den Dingen, die dort nicht klappen.