Mittwoch, 1. November 2017

Schwule Schwulenhasser

Wer das erste Mal auf David Bergers rechtsradikalen Blog stößt, wird ihn vermutlich für das übliche Verschwörungstheoretikergewäsch mit islamophobem Tourette halten.
Jeden Tag verbreitet er Meldungen, die von der unmittelbar bevorstehenden Einführung der Scharia in Deutschland künden.
Der Islam habe de facto schon die Macht in Europa übernommen und all das werde nur deswegen nicht in den verhassten „Mainstreammedien“ berichtet, weil der aus Ungarn stammende Jude George Soros die gesamte Bundesregierung, Merkel, sowie alle Zeitungen und TV-Sender steuere.
Soweit also nichts Ungewöhnliches. Verschwörungstheoretische Hassblogs gibt es inzwischen massenhaft.
 Die Fremdsteuerung Deutschlands, womöglich durch das „internationale Finanzjudentum“, wie Hitler es ausdrückte und dann ist es auch nur noch ein kleiner Schritt zu Impfgegnern und Chemtrails.

Schon vor Pegida sammelten sich diese Abseitigen bei den sogenannten „Berliner Montagsdemonstranten“ und frönten in einer grotesken Querfront gemeinsam jedem noch so großen Unsinn.
Worin die deutsche Fremdbestimmung besteht, variiert.
Mal sind es Illuminaten, dann George Soros, die Bilderberger, die linke Political Correctness, die Juden, die Amerikaner, die Pharmalobby, oder auch Reptiloide, respektive Aliens vom Aldebaran-Nebel.
Die meisten Irren, die solchen Thesen anhängen, sind harmlose Irre, wie es sie unter Impfgegner, Homöopathie-Hörigen, Engel-Gläubigen und Religioten zu Millionen gibt.
Den meisten geht es darum ihre angeblichen Einsichten möglichst effektiv zu verbreiten. Daneben gibt es aber auch (insbesondere in der Esoterik-Szene) Profiteure dieser Massen-Doofheit. Sie verkaufen den Irren etwas oder nutzen sie, um selbst berühmt zu werden.

Anders als viele Eso-Blogbetreiber und rudimentäre Nazis, die gern im Hintergrund bleiben, sind Bergers stärkste Antriebe ganz offensichtlich seine grenzenlose Eitelkeit und der manische Hass auf alle, die ihn nicht bedingungslos bewundern. Ungeniert verbreitet er unter Pseudonymen Lobeshymnen auf sich selbst und vergisst nie auch seine körperlichen Vorzüge – „athletischer Mittvierziger“ – hervorzuheben.
Vor dem Spiegel zu masturbieren gilt als nicht sonderlich sympathisch, ist aber in verschiedenen Ausprägungen (Stichwort Selfi-Wahn) durchaus verbreitet. Berger geht aber einen Siebenmeilen-Schritt weiter, indem er alle, die nicht vor Berger-Bildern masturbieren verachtet und bekämpft.
Seine Sucht nach Ruhm und Bewunderung ist dabei so dominierend, daß er ideologisch paradoxe Wege geht.

Beispiele:

1.   Stolz berichtet Berger von seinem Eintritt in die CDU, verbreitet immer wieder Selfis mit sich und Peter Tauber oder Jens Spahn. Gleichzeitig verachtet er die Parteivorsitzende, hält Merkel für eine „Soros-Marionette“, welche die „Umvolkung Deutschlands“ betreibe. Zudem bejubelt er jeden, der aus der CDU austritt und wirbt massiv für die AfD; preist sogar die für Pegida zu rechtsextreme Tatjana Festerling.

2.   Immer wieder inszeniert Berger seinen Islam-Hass als ehrenwerten Kampf wider den Antisemitismus, schreit bei jeder anti-israelischen Äußerung auf. Andererseits verwendet er selbst antisemitische Stereotype, verbreitet beinahe täglich Attacken gegen den jüdischen angeblichen Weltstrippenzieher George Soros, den Berger als Wurzel allen Übels ausgemacht hat.

3.   Eine andere Begründung für Bergers generellen Hass auf alle Muslime und sonstige Dunkelhäutige ist deren angebliche Homophobie. Er paktiert aber mit einer der homophobsten öffentlichen Personen, nämlich dem rechtsradikalen Akif Pirinçci, welchen er stets lobt. Sogar dessen Homohassbuch von der großen Verschwulung.

4.   Bergers extremste Kritiker aus seiner Outingphase, die ihn scharf für sein Schwulsein verurteilten – insbesondere Kreuznet-Autorin und Fundi-Katholibanin Flizitas Küble – sind nun seine engsten Verbündeten, sofern sie ihn lobpreisen, verlinken und seinen Islamhass teilen.

5.   Berger inszeniert sich als Berliner Homo-Fürst. Vorkämpfer für die Anliegen der Schwulen, stärkt aber gleichzeitig kontinuierlich alle homophoben Kräfte in Deutschland, sofern sie seinen Hass auf alle Linken, Liberalen, Nichtweißen und Nichtkatholiken teilen. Berger ist glühender Verehrer der homphoben AfD, wettert gegen die Homo-Ehe, wirft Merkel „Verschwulung der CDU“ vor und schreckt nicht mal davor zurück in der FAZ unter falschen Namen Homosexualität und Pädophilie gleichzusetzen. Schwule und Lesben nennt er in seinem Blog „Queeriban“

6.   Zu gern stellt Berger nach 30 Jahren Karriere in ultratraditionellen rechten Kreisen der RKK sein Dasein als katholischer Christ zur Schau, inszeniert sich bei frommen Prozessionen. Gleichzeitig zieht er aber über den von ihm zutiefst verachteten Franziskus her, als ob der Papst für Katholiken keine Rolle spiele.

[….]  Die große Umvolkung und damit indirekt die Islamisierung des Abendlandes scheint immer offensichtlicher zum Hauptanliegen von Papst Franziskus zu werden. [….]  
Vielmehr mutiert Franziskus zum linksgrünen Sozialarbeiter, der sich in Tagespolitik übt.
Das zeigen seine konkrete Vorschläge, wie Politik und Zivilgesellschaften die Migration nach Europa zu gestalten haben.
Kurz gesagt: All diese Vorschläge lesen sich, also ob sie der Verfasser des Schreibens in einer Gruppenarbeit mit George Soros und Angela Merkel ausgearbeitet hätte.
[….]  Der Papst macht sich die meisten Sorgen um illegale Migranten. Diese sollen unter allen Umständen die gleichen Rechte wie Einheimische bekommen. Statt sich in die Kultur des Landes, in das sie einwandern, zu integrieren, sollen sie diese neu formen. [….]  So wird der Papst zum Prediger einer Islamisierung des Abendlandes.
[….]  [….]  All diese Aussagen sind nicht nur vom politischen Standpunkt aus fatal und bestätigen das Vorurteil vieler Vatikanmitarbeiter, die von Papst Franziskus mehr oder weniger offen als dem „dümmsten Papst aller Zeiten“ sprechen.   Sie grenzen – theologisch gesehen – auch an einer Aufforderung zur Apostasie. Der Bock wurde hier also tatsächlich zum Gärtner gemacht. […]

Gestern wurde der so perfekt von Wolfgang Brosche Beschriebene zu „Mr. Homophobia 2017“ gewählt.

#MissTerHomophobia 🗳 • +++ Alice Weidel und David Berger sind Miss und Mister Homophobia 2017 +++ Die AfD-Co-Vorsitzende und der Theologe und Publizist sind Siegerin und Sieger der Wahl zur „Miss und Mister Homophobia 2017“. [….]

Berger selbst tobt, genießt aber auch die Werbung für sich selbst.

Queere Fanatiker verunglimpfen Dr. Berger und Dr. Weidel als schändliche „Homophobe“
 „Doch die Herrschaften (und Frauschaften) können aufgrund ihrer grenzenlos linken Verblendung nicht einmal in eigener Sache bis fünf zählen, geschweige ihren wahren Gegner erkennen. Stattdessen erklären sie homosexuelle Persönlichkeiten, die im Unterschied zu ihnen noch logisch und selbständig denken können, zu schandbaren „Homophoben“ – und das alles frei nach dem Motto: Der Meinungsfreiheit keine Chance!“

Bergers Fans toben, behaupten, Schwule könnten gar nicht homophob sein.

Eine Lesbe und ein Schwuler werden von der Gay community Als "Homophob" eingestuft?
Damit ist das Nieveu der Leute hier und von Queer.de endgültig versunken!!
Ihr nennt die Hetzer und hetzt selbst gegen alles was nicht 1 zu 1 der Meinung ist wie 90% der Schwerbehinderten hier und 100% von Queer.de.
Manchmal schäme ich mich Schwul zu sein, weil ich hier mit eingestuft wird

Da kann man mal sehen wie sehr die perfide Saat der rechtsextremen Hetzer aufgeht, wie viele immer noch nicht wissen, mit wem sie es da zu tun haben.
Selbst schwul zu sein bedeutet eben NICHT, daß man nicht auch homophob sein kann! Man sehe sich die homophoben Kleriker und Papst Ratzinger an.
Das ist psychologisch leicht zu erklären.
Und natürlich macht auch Weidels Partei explizit homophobe Poltik. Sie nutzt das aus Machtgier.

[…] In der Berliner Szene weiß man sehr genau um die Bigotterie, die Berger an den Tag legt, wenn er einerseits in Artikeln Sexpartyteilnehmer verteufelt und sich und seinen Partner als treues Homopaar darstellt, aber gleichzeitig selbst gern gesehener Gast so manch eindeutigen Etablissements gewesen ist und sich nur allzugerne mit sehr jungen Hausfreunden präsentiert.* Anders als Alice Weidel kann man Berger durchaus eine sogenannten internalisierte, also verinnerlichte Homophobie unterstellen. Alles, was er in diesen Themenfeldern nach außen kritisiert ist negatives Abziehbild offenbar ungelöster innerer Konflikte, die der Lebensweg eines solchen schwulen Versteckspielers fast unumgänglich mit sich bringt. Eine Entschuldigung für die immer hasserfülltere und zerstörerische Hetze in seinen Blogs ist das allerdings nicht, denn Homophobie ist heilbar. [….]

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