Freitag, 12. April 2013

Außenpolitisches Totalversagen



Während der SPIEGEL auf BILD-Niveau über „den Irren mit der Bombe“ (SPIEGEL-Titelgeschichte 14.02.05) oder „Kim Jong Bumm – Nordkoreas verrückten Atomkrieger“ (SPIEGEL-Titelgeschichte 08.04.13) orakelt, erfährt man in den vielgeschmähten Schwatzrunden des Öffentlich-Rechtlichen eine ganze Menge über Nordkorea. Ausgerechnet!
Es kommt zwar selten vor, aber auch bei Beckmann und Illner kann man dazu lernen.
In der ZDF-Plapperrunde „Illner“ vom 11.04.13 gaben der Koreaexperte Prof. Werner Pfennig, Human Rights Watch-Chef Wenzel Michalski, der Publizist Peter Scholl-Latour, Claus Kleber und Gabriele Krone-Schmalz allerlei Erhellendes von sich.
Was man sich an drei Finger ausrechnen kann, tut auch Kim Jong Un: 
Amerika, bzw die NATO führen gewaltsame Regimewechsel durch, wenn man KEINE Atomwaffen besitzt. 
Das beweisen Libyen, Afghanistan und der Irak. 
Schon C-Waffen, wie sie der Syrische Diktator Assad besitzt, reichen vermutlich aus, daß man sicher vor der NATO ist.
 Atomwaffen sind aber eine noch bessere Versicherung. Pakistan, das der USA auf der Nase herumtanzt und mit den Taliban paktiert, ist das Paradebeispiel. Als Atommacht ist es sakrosankt, wird von Amerika hofiert und mit Milliarden Dollar überschüttet.
 Deswegen möchte auch Ahmadinedschad auch so gerne Atomsprengköpfe haben – aus seiner Sicht völlig verständlich. Wer möchte schon gerne wie Osama, Gaddafi oder Saddam enden?

Außerdem sollte man nicht vergessen, daß Amerikaner schon einmal in Korea Krieg machten, dem fünf Millionen Menschen zum Opfer fielen, während Koreaner noch nie in die USA einmarschiert sind.
Amerika wird im Pazifik immer präsenter und kann dafür Nordkorea dankbar sein. 
Obama und Hillary Clinton haben die US-Politik klar in Richtung Asien ausgerichtet. China und Russland versuchen das mit aller Macht zu verhindern, aber Kim Jong Un macht ihre Bemühungen zu Nichte, indem es der USA in die Hände spielt. Er liefert den perfekten Vorwand militärisch auf Guam und in Südamerika aufzurüsten.

In der ARD-Plauderrunde „Beckmann“ gaben zur selben Zeit Prof. Rüdiger Frank (Professor an der Universität Wien und Ostasien-Experte, der in Pjöngjang studierte und das Land regelmäßig bereist), Dirk Niebel (Militärmützenfetischist und Pöstchen-Schaffer für FDP-Kader), Dirk Reber (Nordkorea-Koordinator der Deutschen Welthungerhilfe, der zwei Jahre in Nordkorea lebte und noch vor wenigen Wochen vor Ort war), Stefan Kornelius (Außenpolitik-Chef der "Süddeutschen Zeitung") und Sung-Hyung Cho (Filmemacherin aus Seoul) allerlei Informationen zum Besten. 
Prof. Frank nutzte in dieser Sendung die Gelegenheit dem Entwicklungshilfeminister Niebel eins überzuziehen, indem er die Sanktionen, also die offizielle Politik der Bundesregierung und der UN für komplett wirkungslos erklärte. 
Noch nie hatten die Sanktionen, die Westerwelle und Niebel predigen die gewollte Wirkung.

Die Bundesregierung ist aus drei Gründen prädestiniert eine Vorreiterrolle in der Deeskalation des Nordkorea-Konflikts zu spielen.
1.)  Deutschland ist die größte nichtatomare Wirtschaftsmacht des Planeten.
2.)  Deutschland hat für beide koreanische Staaten eine klare Vorbildfunktion, weil es auch eine demokratische Wirtschaftsgroßmacht mit einem kommunistischen Land vereinigte. Süd- und Nordkorea sind extrem interessiert daran wie der Vereinigungsprozess funktionierte.
3.)  Die DDR hatte sehr enge Kontakte zu Nordkorea, viele Nordkoreaner sprechen deutsch und haben bis heute gute Erinnerungen an ihre Zeit in Deutschland.
Die Merkel-Rösler-Regierung zieht daraus einen Schluß: Sie setzen sich in eine dunkle Ecke und tun so, als ob sie nicht da sind.

Diese Bundesregierung ist außenpolitisch kastriert und desinteressiert.

Sie liefern Waffen an die unfreiesten rückwärtsgewandtesten Regime überhaupt und scheren sich nicht um Frieden.  

Der Minister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit macht seine politische Arbeitsverweigerung noch schlimmer, indem er ausgerechnet den Christlichen Kirchen, die keineswegs alle die allgemeinen Menschenrechte akzeptieren, mit Steuerzahlermillionen überschüttet. Schwarzgelb traut sich nicht Menschenrechtspolitik zu machen und macht den Bock zum Gärtner.
Die Kirchen spielen eine herausragende Rolle in der deutschen Entwicklungspolitik. Gemeinsam mit ihren Partnern in den Entwicklungsländern engagieren sie sich seit über 50 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit. Über die Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe in Berlin und über die Katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe in Aachen unterstützte das BMZ die Arbeit der Kirchen im Jahr 2012 mit 216 Millionen Euro. Für das Jahr 2013 sind 218 Millionen Euro vorgesehen.
(BMZ)
Eine prima Geschichte für die Kirche, die bei jeder kritischen Frage zu ihrer Daseinsberechtigung darauf verweisen kann, viel Gutes zu tun. Wir helfen Nordkorea!
Daß sie dafür das Geld der atheistischen und muslimischen Steuerzahler und nicht etwa ihr Eigenes verwendet, wird nicht erwähnt.
Wie sich Christen wirklich effektiv für die Deeskalation auf der koreanischen Halbinsel einsetzen, beeindruckt mich.
Gebetsaufruf für den Frieden in Nordkorea

[…]  Leiter der nordkoreanischen Untergrundkirche berichten von einer "kriegsähnlichen" Atmosphäre im ganzen Land und bitten dringend um Gebet. […]  "Wir sollen uns bereit machen für den Entscheidungskampf – mit einer Waffe in der einen und einem Hammer in der anderen Hand", fasst ein christlicher Leiter aus dem abgeschotteten Land die Botschaft des "Obersten Kommandos" an das nordkoreanische Volk zusammen. […] Überall werden rund um die Uhr Dringlichkeitstreffen einberufen. Funktionäre treffen Anordnungen, was bei Kriegsausbruch zu tun ist. […]  Viele Nordkoreaner, besonders die Christen, fürchten jedoch die unabsehbaren Folgen eines militärischen Konfliktes. […] Nordkorea führt seit 11 Jahren den Weltverfolgungsindex des Christlichen Hilfswerkes Open Doors an. In keinem anderen Land der Welt werden Christen so hart bedrängt. Bis zu 70.000 der geschätzten 300.000 im Land lebenden Nachfolger Jesu verbüßen in den landesweiten Straf- und Arbeitslagern langjährige Haftstrafen.  Open Doors unterstützt die Untergrundkirche mit Nothilfeprojekten, christlicher Literatur, Schulungen sowie durch Zufluchtshäuser für Flüchtlinge an der Grenze zu China. […] In Briefen […] drücken einheimische Christen immer wieder aus, wie dankbar sie für jede Unterstützung sind; vor allem aber für alle Gebete.

"Ich möchte den vielen Geschwistern in aller Welt für ihre anhaltende Liebe und ihre Unterstützung danken. […]  Gott hat uns in der Bibel zugesagt, dass er uns mit allem Nötigen versorgen wird, wenn wir sein Reich an die erste Stelle setzen. Bitte betet für uns!"   […]    Beten Sie, dass Jesus seine Gemeinde im Untergrund schützt; beten Sie besonders für alle Leiter und Mitarbeiter, die versuchen, die Hilfsprojekte trotz der gefährlichen Lage fortzuführen.
(open Doors 12.04.13)

Amen!

Donnerstag, 11. April 2013

Auf der Suche nach einem neuen Volk.


Es gibt auf diesem Planeten schon eigenartige Staatsformen.
Absolute Wahlmonarchie (Vatikan), klerikalistische Priesterherrschaft (orthodoxe Mönchsrepublik Athos), kommunistische Erbdiktatur (Nordkorea), absolute Monarchien (Brunei, Saudi-Arabien, Oman), Einparteienherrschaft (China, Laos, Kuba) und natürlich diverse konstitutionelle und parlamentarische Monarchien, sowie verschiedenen Formen der Republiken.

Über die androkratische Despotie (Androkratie = Herrschaft der Männer, Despotie = Despot übt die unumschränkte Herrschaft aus) des Vatikans wurde zuletzt viel geschrieben. 
Dabei wird immer der große Bruder in Griechenland vergessen; Athos.
Im makedonischen Regierungsbezirk Chalkidiki (Griechenland, nördliche Ägäis) liegt der Staat - mit 335,637 km² immerhin fast tausendmal so groß wie der Vatikan (0,44 km²).
Auch die Einwohnerzahl (2 262) übertrifft die des Vatikans um mehr als das Doppelte.
Staatsoberhaupt und Herrscher über 20 Großklöster ist Bartholomäus I.

Im Gegensatz zu seinem Kollegen Ratzinger hat Bartholomäus zwar nur eine minimale Außenwirkung, dafür hält er aber seinen Laden im Inneren wesentlich besser in Schuß.

So soll es im Vatikan wiederholt vorkommen, daß auch diese unreinen Weiber das Staatsgebiet betreten!

Zugegeben, irgendwelche Rechte haben sie natürlich nicht und dürfen auch niemals auch nur den geringsten klerikalen Rang erreichen.

Ja, die renitenten Weiber - ein ewiges Ärgernis, unter dem auch die orthodoxen Rabbiner bittter leiden.

Inzwischen ist der Schlendrian im Vatikan eingezogen und weibliche Personen überqueren ungeniert die Staatsgrenzen.

Dabei haben die wichtigsten Kirchenlehrer allesamt unmissverständlich festgestellt, was von Frauen zu halten ist:
"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."
(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)

"Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen. Die Frau ist ein Mißgriff der Natur... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuß und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger...eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann...die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann."
(Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274)
Der Heilige Berg Athos (Άγιον Όρος, Ágion Óros) geht vorbildlich mit diesem minderwertigen Geschlecht um - Frauen sind prinzipiell und absolut ausnahmslos auf dem Staatsgebiet verboten.*

Das Zutrittsverbot für Frauen („Ávaton“) wird so strikt befolgt, daß sogar weibliche Tiere strengstens ausgeschlossen werden.

Die einzigen Ausnahmen, die jemals erlaubt wurden, sind die Einreiseerlaubnis für Legehennen (die Mönche brauchen stets frisches Eigelb, weil sie daraus Farben für ihre Ikonen-Malerei herstellen) und Katzen, da es immer wieder zu Mäuse- und Rattenplagen kommt.
Andere bekannte Staatsformen sind die Oligarchie in Russland, die Plutokratie in den USA (Staatsämter sind nur Reichen zugänglich) und die Kleptokratie in Afghanistan oder Usbekistan (Herrschaft der Korrupten).

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine Mischform aus Kakistokratie („Herrschaft der Schlechtesten“ analog zu Aristokratie „Herrschaft der Besten“) und Neopatrimonialismus („Günstlingsherrschaft.“ Kennzeichen sind Klientelismus und politische Apathie).

Die einzig sinnvolle Möglichkeit zu einer besseren Regierung zu kommen, erscheint mir die Umwandlung Deutschlands in eine Tammokratie, so daß ich die alleinige Vollmacht habe politische Ämter und politische Mandate zu vergeben.

Da es bedauerlicherweise nicht hochrealistisch ist für eine entsprechende Grundgesetzänderung eine 2/3-Mehrheit zu bekommen, wird man sich hierzulande erst einmal mit der rudimentären Demokratie begnügen müssen.

Daß Parlamente gewählt werden, ist grundsätzlich auch eine honorige Idee.
Unglücklicherweise läßt der geistige Zustand des deutschen Urnenpöbels diese Option eigentlich nicht zu.
Wir sind mit der als „schlechtesten Regierung aller Zeiten“ agierenden Gurkentruppe aus Schwarz und Gelb am Kabinettstisch geschlagen, die aber schon kurz nach der Wahl von 2009 die Regierungstätigkeit komplett einstellte.
Nicht ein einziges der anstehenden Megaprobleme wurde auch nur angefangen.
Die Kanzlerin kann sich grundsätzlich zu nichts entscheiden. 
Bildung, Pflege, Steuersystem, Infrastruktur, Gesundheitssystemkollaps und vielem anderen mehr wurde beim Vermodern zugesehen.
Die einzigen bemerkbaren Aktivitäten der Merkel-Regierung waren ungenierte Bedienung der Interessen der größten Parteispender und exzessiver Ausbau der Waffenexporte in alle Krisengebiete der Erde.
Die Konsequenzen sind beeindruckend. 
War Deutschland noch unter der Schröder-Fischer-Regierung weltweit einer der beliebtesten Staaten überhaupt, der in Krisenregionen wie Nahost als einziges Land von beiden Seiten gleichermaßen anerkannt und geschätzt wurde, haben der debakulierende Westerwelle und der diskriminierende Schäuble Angela Merkel dabei unterstützt Deutschlands Renommee international wieder auf den Stand von 1945 zurück zu fahren.

Man wird wieder gehasst in der Welt. 
Ein Zustand, mit dem sich die Stahlhelmfraktion der Konservativen offenbar wohlfühlt.
Die sogenannten „Liberalen“ läßt die Entwicklung genauso kalt wie den schwer überschätzen Pfarrer Gauck. 
Ungeniert nutzen die Hepatitisgelben ihre Zeit an den Schaltstellen der Macht, um Kasse zu machen.
Berliner Ministerien haben Produkte im Wert von mehreren hundertausend Euro bei einem Verlag geordert, der zur Hälfte der FDP gehört. Die Opposition kritisiert das: Linken-Chef Ernst spricht von einer "völlig neuen Form der Korruption".
[…]  Wie aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Klaus Ernst hervorgeht, erhielt die Universum Verlagsgruppe seit 2009, dem Jahr der Regierungsübernahme durch die schwarz-gelbe Koalition, Aufträge in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Hinzu kamen mehrere kleine Aufträge an Unternehmen, an denen die FDP offenkundig ebenfalls beteiligt ist.
Den geistig abgeschalteten Urnenpöbel erreicht die Regierungsrealität aber längst nicht mehr.
Er denkt sich das lange Zeit Undenkbare: „Schwarz-Gelb? Bitte mehr davon!“
Knapp ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl kommt die schwarz-gelbe Regierungskoalition erstmals seit mehr als drei Jahren wieder auf eine klare Mehrheit. Mit zusammen 47 Prozent erreichen Union und FDP in dem am Mittwoch veröffentlichten Stern-RTL-Wahltrend ihren besten Wert seit Ende 2009. Schwarz-Gelb liegt damit vor SPD, Grünen und Linkspartei, die zusammen auf 46 Prozent kommen.  Die Meinungsforscher von Forsa sehen den Grund dafür vor allem in der Schwäche der SPD und ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Für die Union würden laut Umfrage 41 Prozent der Befragten stimmen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Das ist ein Punkt mehr als in der Vorwoche. Die FDP legt ebenfalls einen Punkt zu und wäre mit sechs Prozent wieder im Bundestag vertreten. Dagegen verlieren SPD und Grüne je einen Prozentpunkt. Die SPD fällt auf 23 Prozent, die Grünen auf 14 Prozent.
Mit diesem Irrsinns-Ergebnis haben sich die deutschen Wähler eindeutig als parlamentarisch untauglich erwiesen.
Eine Regierung, die als kriminell (Schavan, Guttenberg, Wulff), verlogen (Schäuble, Merkel, Friedrich, von der Leyen) und hochgradig unfähig (Schröder, Bahr, Westerwave, Rösler, Niebel, Ramsauer, Aigner) überführt ist, gleich noch mal vier Jahre in zu beauftragen, ist inakzeptabel.
Die schwarz-gelbe Koalition ist ein totgerittenes Pferd", hat Heiner Geißler Anfang des Jahres erklärt. […]
Dass es nach der Wahl keine schwarz-gelbe Koalition mehr geben werde, das war aber auch in Berlin lange breiter Konsens. Umso erstaunlicher ist jetzt die Wiederauferstehung des geschundenen Gauls.[…] Die immer schlimmeren Werte für die SPD und Steinbrück beginnen dagegen, die Genossen zu zermürben. Mürbe Truppen sind aber so hilfreich wie ein totgerittenes Pferd.
Nun kann man nur noch die Headhunter losschicken, um ein neues Volk zu suchen.

Genügend Migrationsbewegung gibt es in der Welt, um dieses Land frisch aufzufüllen.

Die Altbevölkerung hat ausgedient und muß weg!

Mittwoch, 10. April 2013

Overkill



Das nervt mich alles!
Ich bin wirklich ein Religionsfetischist und absorbiere jeden Tag Informationen über die Kirchen. Da kann ich kaum genug bekommen. Ich vermisse sogar schon Ratzi, weil er mir immer so gegenwärtig war.
Aber es interessieren mich auch ganz andere Dinge. 
Dinge, die mit Religion gar nichts zu tun haben.
Aber auch die religionslosen Dinge werden derzeit religiös aufgeladen.


Oder der Tod Thatchers.
Die Frau, die Gewerkschaften zerschlug, Millionen Menschen in Armut trieb und Initialzünderin des weltweiten Kasino-Kapitalismus war. Ohne Thatcherismus keine Reaganomics. Eine wirklich böse Frau, die der Welt viel Unheil gebracht hat.
Aber was liest man zu ihrem Tod als Erstes?
Papst Franziskus hat die verstorbene frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher in einem am Montagabend veröffentlichten Beileidstelegramm als Politikerin mit „christlichen Werten“ gewürdigt.

Diese hätten ihren Dienst für das öffentliche Wohl und für die „Förderung der Freiheit unter der Familie der Nationen“ geprägt, heißt es in dem Beileidstelegramm an den britischen Premierminister David Cameron.

Der Papst versichere die Familie der Verstorbenen sowie das ganze britische Volk seines Gebets für die ehemalige Premierministerin, so das von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone unterzeichnete Schreiben. Es handelt sich um das erste Beileidstelegramm von Papst Franziskus für einen ehemaligen verstorbenen Regierungschef.
Soweit her ist es offensichtlich nicht mit Franzis Engagements für die Armen.
Es gibt bessere Beschreibungen der Premierministerin. Ihre einzige positive Eigenschaft war, daß sie Helmut Kohl aus tiefsten Herzen verachtete.
Man kann Nachrufe jedenfalls anders und passender ausdrücken als Papst Franziskus.
„Thatcher is remembered as The Iron Lady only because she possessed completely negative traits such as persistent stubbornness and a determined refusal to listen to others.

"Every move she made was charged by negativity; she destroyed the British manufacturing industry, she hated the miners, she hated the arts, she hated the Irish Freedom Fighters and allowed them to die, she hated the English poor and did nothing at all to help them, she hated Greenpeace and environmental protectionists, she was the only European political leader who opposed a ban on the Ivory Trade, she had no wit and no warmth and even her own Cabinet booted her out. She gave the order to blow up The Belgrano even though it was outside of the Malvinas Exclusion Zone – and was sailing AWAY from the islands! When the young Argentinean boys aboard The Belgrano had suffered a most appalling and unjust death, Thatcher gave the thumbs up sign for the British press.

"Iron? No. Barbaric? Yes. She hated feminists even though it was largely due to the progression of the women’s movement that the British people allowed themselves to accept that a Prime Minister could actually be female. But because of Thatcher, there will never again be another woman in power in British politics, and rather than opening that particular door for other women, she closed it.

"Thatcher will only be fondly remembered by sentimentalists who did not suffer under her leadership, but the majority of British working people have forgotten her already, and the people of Argentina will be celebrating her death. As a matter of recorded fact, Thatcher was a terror without an atom of humanity.
Drittes Beispiel für heute ist der anschwellenden Bundestagswahlkampf, in dem sich mindestens zwei der absoluten Hauptpersonen, nämlich die SPD-Chefwahlkampfleiterin Andrea Nahles und die Grüne Spitzenkandidatin Kathrin Göring-Kirchentag mit religiotischen Verbohrtheiten überbieten.
Nahles‘ Kampa verbreitete gestern den Hauptslogan der Sozis für das Wahljahr 2013. Ausnahmsweise ohne religiöses Geseiere, aber dennoch schwerverblödetes Geschwurbel ohne Sinn und Inhalt.
„Die SPD war und ist eine „Wir“-Partei, eine Partei für das ganze Land!
Unser Motto für dieses Jahr ist: "Das Wir entscheidet."


OH MANNOMANN!
Ich bin seit über 20 Jahren Parteimitglied und wünsche mir wirklich, daß Steinbrück Kanzler wird, aber der Wahlkampf ist genauso vollständig misslungen, wie ich es von einer hoffnungslos überforderten Religions-Hörigen wie Nahles erwarte.
Habt Ihr vorm Kanzleramt einen ausgemisteten Phrasendresch-Automaten aufgesammelt, um so einen Schwachsinn wie "Das Wir entscheidet" zu produzieren?
Aber Nahles wäre nicht Nahles, wenn sie mit ihrem Hauptwahlkampfslogan nicht gleich mehrfach ins Klo gegriffen hätte.
Offenbar hat die Katholikin vor lauter Beten vergessen checken zu lassen, ob der Slogan überhaupt neu ist.
Ist er aber nicht.
"Das Wir entscheidet" ist ausgerechnet das Motto einer Leiharbeitsfirma. Dumm, dümmer, Nahles!
Mit dem gestern vorgestellten Slogan geht alles im alten Pannentakt weiter: “Das Wir entscheidet” – kein schlechter Slogan, aber dass er ausgerechnet auch von der Leiharbeitsfirma propartner genutzt wird, ist schon etwas peinlich, denn die viel kritisierten Hartz-Reformen  führten zu einem Boom dieser umstrittenen Branche.  Wie heißt es doch so schön? Erst hatte die SPD kein Glück und dann kam das Pech dazu.



Über den Grünen Wahlkampf berichtet jetzt bei der SZ gar nicht mehr die Politikredaktion, sondern der Religionsvogel Drobinski!
Göring-Kirchentag war ja bereits bezüglich der Rechte für gleichgeschlechtliche Partner ins Schwimmen geraten, als sie sich nicht voll dazu bekennen mochte, weil es in den Kirchen auch andere Meinungen dazu gäbe.
Auch die Entrechtung kirchlicher Arbeitnehmer mag sie nicht beenden. 
Offiziell ruht zwar ihr Amt als Präses der evangelischen Kirche von Deutschland, aber das religiotische Denken steckt natürlich tief in ihr drin.
Bei einer Buchvorstellung der neuesten Schmonzette des EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider und seiner Frau Anne wurde dies deutlich.
 Ein Reporter nutzte die Gelegenheit, Göring-Eckardt auf das Thema Homosexualität anzusprechen - genauer: auf einen klaren Meinungsunterschied, den es bei diesem Thema zwischen den Grünen und einigen Protestanten gibt.

Wer Therapien praktiziert, 'die das Ziel haben, die sexuelle Orientierung bei Minderjährigen zu verändern', soll nach dem Willen der Grünen-Bundestagsfraktion eine Strafe zahlen. [Göring-Kirchentag hingegen antwortete] 'Da muss immer jeder für sich entscheiden, glaube ich. Also ich würde jetzt sagen, natürlich kann man das so oder anders sehen, und würde auch immer akzeptieren, dass andere eine andere Position haben.'

Man stelle sich diesen Satz mal auf einem Grünen-Parteitag vor. [...]

Nun, vor dem nächsten Parteitag Ende April, rückt eine Gruppierung ins Blickfeld, die es Katrin Göring-Eckardt noch ein bisschen schwerer machen dürfte, ihre Rollen als engagierte Christin und Spitzenkandidatin einer in Teilen sehr kirchenkritischen Partei auszubalancieren. Der 'Arbeitskreis Säkulare Grüne' will das Wahlprogramm nicht nur mit einem Antrag zum kirchlichen Arbeitsrecht verändern. Auch einen bekenntnisorientierten Religionsunterricht soll es nach dem Willen des Kreises an Schulen nicht mehr geben. Und zum staatlichen Einzug der Kirchensteuer heißt es: 'Während Mitglieder von Parteien nur selten auf die Idee kommen, ihren satzungsgemäßen Beitrag zu zahlen und wir mit gescheiterten Einzügen umgehen müssen, so kann die Kirche sich auf die Finanzämter verlassen.'

[…] Auch in ihrer Kirche ist Göring-Eckardts Doppelrolle umstritten - eine Doppelrolle, die auch über die Protestanten unerwartet gekommen ist. Aber schon bevor das Ergebnis der Urwahl feststand, mahnte ihr Stellvertreter, der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), die Spitzenkandidatur in einer Partei vertrage sich 'nicht mit der Vertretung aller evangelischen Christen'. Das ist bis heute die Stimmung im konservativen Flügel der Synode, wo man hin- und her gerissen ist zwischen der Bewunderung für die fromme Frau, die Christenpositionen zu den Grünen bringt - und der Angst vor der Politikerin, die Grünen-Positionen zu den Christen bringen könnte.

[…] Bis zur Wahl will auch Göring-Eckardt daran nichts ändern. Die Vorstellung, sich nicht mehr zu kirchlichen Themen zu äußern, hält sie für absurd: 'Es wäre schon merkwürdig, wenn ich das jetzt nicht mehr täte - so als würde ich einen Teil meiner Persönlichkeit abschneiden.'
(Matthias Drobinski und Christoph Hickmann, SZ vom 10.04.2013)