Freitag, 2. November 2012

Christliches Menschenbild - Teil IV




Die kontinuierliche Enthumanisierung der deutschen Regierungspolitik stößt zwar vereinzelt auf Widerworte in den Kommentarspalten und Feuilletons, aber den Urnenpöbel stört es nicht. 
Beim Exportieren ist Deutschland große Klasse; es war Ausfuhr-Weltmeister bis 2008 und ist seitdem auf Spitzenplätzen. Niemand sonst exportiert so viele Autos, Maschinen und chemische Erzeugnisse in alle Welt. Der Export sorgt für hohen Lebensstandard und nationales Wohlergehen.
Weil Deutschland so versiert im Exportieren ist, schafft es sich auch Probleme durch Export vom Hals: Müll wird exportiert. Atommüll, alte Arzneimittel, Batterien und Essensreste landen, legal oder illegal, dort, wo Entsorgung billiger ist; grenzüberschreitende Abfallverbringung nennt man das. Export ist ein Denk-, Handlungs- und Lösungsprinzip.
So kommt es wohl, dass nun auch pflegebedürftige Menschen exportiert werden sollen; man kann das grenzüberschreitende Altenverbringung nennen. Pflegeheime in Thailand, Spanien oder Osteuropa sind billiger als deutsche Pflegeheime. Kranken- und Pflegekassen zeigen sich daher interessiert am Greisen-Export; der Unions-Pflegeexperte Willi Zylajew sieht darin ein alternatives Pflegemodell.
Sollen künftig auch Kinder exportiert werden, wenn die Kindergärten hierzulande zu teuer werden? Der gerontologische Kolonialismus klingt wie ein Stück aus dem Tollhaus, ist aber Realität.
 Die SZ-Edelfeder hat ja Recht, aber um diese Zustände zu ändern, müßte „Mutti“ mit ihrer schwarzgelben Pest dringend in Rente geschickt werden.

Danach sieht es aber nicht aus.
Asylanten, Behinderte, Alte, Sinti und Roma -bloß weg mit denen. 
In Extra-Schulklassen, wegsperren in soziale Brennpunkte am Stadtrand und am besten gleich ganz raus aus Deutschland.
Es finden sich sogar sozialdarwinistische, biologistische Scharlatane, die ihre bräunlich-xenophoben Ansichten zwischen zwei Buchdeckel pressen und sofort Platz 1 der Bestsellerlisten erklimmen.
 Dann gehen sie auf Lesereise und aus allen Ecken strömen die sabbernden Claqueure heran.
Typen, die nach dem Gang aufs Klo erst mal pfeifen müssen, um festzustellen, welches Loch sie abzuwischen haben.
Und alle haben in unserer Möchtegern-Demokratie Stimmrecht.
Die Sozialdemokraten können ihr Umfragehoch nach der Entscheidung für Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nicht halten. Das zeigt das aktuelle ZDF Politbarometer. Die Union erreicht dagegen einen Rekordwert.
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielten CDU/CSU 39 Prozent (plus eins), die SPD käme jetzt wieder nur noch auf 29 Prozent (minus zwei). [In der „politischen Stimmung liegt die CDU mit 43% vor der SPD  mit 31%] Im direkten Vergleich hat sich der Vorsprung von Merkel gegenüber Steinbrück deutlich vergrößert: Gefragt, wen die Deutschen lieber als Regierungschef/-in hätten, sprechen sich jetzt 52 Prozent (plus drei) für Angela Merkel und nur 37 Prozent (minus drei) für Peer Steinbrück aus. […]
Von den aktuell zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern erhält weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel die beste Bewertung: Auf der Skala von +5 bis -5 kommt sie unverändert auf einen Durchschnittswert von 1,8. Auf Platz zwei liegt Wolfgang Schäuble mit 1,4 (unverändert).
 Merkel entsolidarisiert und brutalisiert die Nation und ihre Anhänger lieben es.
Die UN beklagt in Deutschland schlechte Zustände in vielen Bereichen. […]
 Der UN-Menschenrechtsausschuss in Genf hat ein entschiedeneres Vorgehen Deutschlands gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus verlangt.
In einem am Donnerstag vorgelegten Bericht moniert der Ausschuss zudem Gewalt gegen und Benachteiligung von Frauen in Deutschland sowie den Umgang mit Asylbewerbern aus Ländern mit Folterpraxis.
[…]  Die hohe Anzahl rassistisch motivierter Übergriffe gegen Juden, Sinti und Roma, Ausländer und Asylbewerber sei ein „ernsthaftes Problem“, heißt es in dem Bericht. […]   Zudem sollten deutsche Behörden entschlossen gegen rechtsextreme Propaganda und Aufrufe zum Rassenhass in den Medien, vor allem im Internet, vorgehen. Entsprechende Seiten im Internet müssten „schärfer überwacht“ werden.
[…]   Zum Umgang mit Asylbewerbern fordert der Ausschuss die Bundesregierung auf,  sicherzustellen, dass Bewerber – selbst wenn sie unter Terrorismusverdacht stünden – nicht in Länder mit Folterpraxis abgeschoben werden. […]  Ferner äußern sich die UN-Experten „besorgt über ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen von Polizisten gegen Verdächtige und von Gefängniswärtern gegen Häftlinge“. Der UN-Menschenrechtsauschuss beklagt auch unhaltbare Zustände in Pflegeheimen für ältere Menschen. Demenzkranke würden an ihre Betten gebunden oder in abgeschlossenen Räumen quasi gefangen gehalten.
(Andreas Zumach 01.11.12)
 Wenn dieser Bericht noch etwas bekannter wird, könnte die CDU die absolute Mehrheit bei den nächsten Bundestagswahlen erreichen.





Donnerstag, 1. November 2012

Hausgemachte Probleme




 Tut mir Leid; heute schon wieder was Regionales.

Nicht-Hamburgern wird der Stadtteil „Dulsberg“ höchstwahrscheinlich unbekannt sein. Ist auch nur ganz winzig, mit 17.000 Einwohnern und gehört zum Bezirk Nord.
 Dennoch liegt Dulsberg („Teufelsberg“) ziemlich in der Mitte Hamburgs, eben Barmbek.
Als klassischer Arbeiterstadtteil wurde Dulsburg vom legendären Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher mit den so typischen Backsteinbauten errichtet. 
Während der Operation Gomorrha, also einer Kette der heftigsten Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges, wurde (unter anderem) Dulsberg im „Hamburger Feuersturm“ komplett zerstört. Man benutzte aber alte Pläne zum Wiederaufbau.

Ich finde, daß Dulsberg einer dieser „nothing to write home about“- Stadtteile ist.
 Ich käme nicht auf die Idee einem Besucher von außerhalb bei einer Stadtrundfahrt dahin zu kutschieren. Die Leute da sind zwar eher ärmlich, aber auch nicht prekär.
 Eine typische SPD-Hochburg, in der noch locker über 50% der Stimmen eingefahren werden.

Die Wikipedia-Beschreibung finde ich zutreffend.
Dulsberg ist im Vergleich zum Hamburger Durchschnitt einer der ärmsten Stadtteile. Durch die damals vorbildliche Architektur und die gewachsenen Strukturen ist Dulsberg jedoch kein besonderer sozialer Brennpunkt, es ist in erster Linie ein einfaches, ruhiges Wohnquartier.
Dulsberg wurde im Rahmen eines Programms der sozialen Stadtteilentwicklung in den Jahren 1995 bis 2002 massiv saniert und umgestaltet. [Ja, die SOZIS! Aber 2001 kam dann die CDU in Hamburg an die Regierung und machte Stop mit Investitionen in arme Stadtteile. T.] Eine teilweise Zusammenlegung von Kleinwohnungen schaffte größere und familiengerechtere Wohnungen.
Inzwischen ist Dulsberg auch Ziel von wohnungssuchenden Studenten. Zwar ist die Gastronomie-Szene eher bodenständig, aber die gute Verkehrsanbindung und das Angebot von vergleichsweise günstigen Wohnungen in einem ruhigen und auch grünen Quartier sind verlockend.
(Wiki)
Aber nun gibt’s Ärger.

Es geht, wenig überraschend, um ein kirchliches Thema.
Eine Glaubenshochburg ist Dulsberg nicht gerade. 
Mit zwei Kirchen sind die Leute da schon extrem überversorgt. Die 1937 fertiggestellte Frohbotschaftskirche und die in den 1960er-Jahren erbaute Bonhoeffer-Kirche fusionierten schon vor Dekaden ihre Gemeinden, weil einfach nicht mehr genügend Gläubige kommen wollen, um beide Gemeinden lebensfähig zu halten.
 Die frohe Botschaft aus der Frohbotschaftskirche ist nun die, daß sie abgerissen wird.


Das 75 Jahre alte Gemäuer ist baufällig und eine Sanierung lohnt sich natürlich nicht in einer Gemeinde, in der die Pastorin schon einen richtig guten Tag hat, wenn sich am Sonntag mal an die 20 Gläubige blicken lassen.
Gibt es neue Hoffnung für die Frohbotschaftskirche auf dem Dulsberg?
 In der langjährigen Diskussion um Abriss oder Erhalt der maroden Kirche setzt sich Bezirksamtsleiter Harald Rösler des Bezirks Hamburg-Nord für den Erhalt der Kirche ein. "Herr Rösler respektiert den Wunsch der Menschen im Stadtteil, die Kirche zu erhalten, weiß aber auch um die Lage der Kirchengemeinde", teilt Katja Glahn, Sprecherin des Bezirksamts mit. Eine Sanierung allein der Außenfassade der Kirche würde nach Schätzungen der Kirchengemeinde Hamburg-Dulsberg rund eine halbe Million Euro kosten – Geld, das die Gemeinde nach eigenen Angaben nicht hat. Sie steht deshalb vor der Entscheidung, die Kirche abreißen und ein neues Gebäude errichten zu lassen.
 Auch wenn man bei dem Namen gleich zusammen zuckt, ist HARALD Rösler ein Sozi.
Seinem „Respekt für den Wunsch die Kirche zu erhalten“ hat er aber keine Taten folgen lassen.


 Er zückte keinen von den Steuerzahlern gedeckten 500.000-Euro-Scheck, um den dreieinhalb Restgläubigen auf dem Dulsberg ihre Kirche zu sanieren.

So richtig tobt das Gemeindeleben nicht mehr in der Frohebotschaftskirche. 
Der letzte Eintrag ist schon reichlich alt.
Die beschriebene „Feier“ war so mickrig und erbärmlich, daß man selbst als gutmeinender Kirchenfreund für einen Gnadenschuß plädieren würde.
 Schon die Gruselsprache - „Leckereien aus Malaysia“ und „im Anschluss leckeres Essen aus Malaysia“ - ist Grund genug, um schreiend wegzulaufen.
Weltgebetstag 2012
Der Weltgebetstag ist die weltweit größte Laiinnenbewegung. Jedes Jahr wird in einem anderen Land der Welt ein Gottesdienst vorbereitet, der rund um die Erde am ersten Freitag im März in unzähligen Kirchengemeinden gefeiert wird.  […] Am 16. Februar fand ein informativer Diavortrag über Malysia und das Leben der Menschen dort statt. Dazu gab es Leckereien aus Malaysia zu probieren.

Auch hier gab es im Anschluss leckeres Essen aus Malaysia.

Vorschau:
Der Weltgebetstag 2013 kommt aus Frankreich und wird am 1.3.2013 gefeiert werden.
 Unglücklicherweise hat sich hierzulande aber die Unsitte eingeschlichen, daß sich gegen jede Entscheidung sofort eine Gegen-Bürgerinitiative bildet.

Auch gegen den Abriss der Frohbotschaftskirche gibt es nun heftigen Widerstand.
Pastorin Wichern, bei deren - und ihrer Kollegen - Predigten außer zu Weihnachten selten mehr als 20 Gläubige im überdimensionierten Kirchenschiff anzutreffen sind, findet sich bei diesen oft hitzig geführten Diskussionen meist in der paradoxen Lage wieder, dass sie die Abbruchpläne der Gemeinde (4100 Mitglieder) verteidigen muss, während diejenigen, die sie vor dem Altar nie zu Gesicht bekommt, für den Erhalt des historischen, aber höchst baufälligen Gebäudes kämpfen.
"Natürlich sind wir die Letzten, die eine Kirche abreißen wollen", sagt Wichern, "die Alternativen, zum Beispiel eine Grundsanierung, können wir aus unserem Haushalt jedoch nicht bezahlen. Wir beschäftigen uns seit 27 Jahren mit dieser Problematik, und ein kleinerer Neubau der Kirche am selben Platz schien uns bislang die wirtschaftlich akzeptabelste Lösung, um unsere seelsorgerische sozialdiakonische Arbeit in Dulsberg weiterführen zu können."
 Eine Bürgerinitiative beschäftigt sich mit Millionen-schweren Umbau-Plänen, um die Kirche zu erhalten. Nur woher das Geld nehmen?

Ich kann dazu nur sagen:
Das Kind ist im Brunnen!

Die Menschen haben ja offensichtlich seit Jahrzehnten keinen Bock mehr das altbackene Religionsangebot anzunehmen und sind inzwischen aus der Kirche ausgetreten.
 Vernünftigerweise zahlen sie auch keine Kirchensteuer mehr.
Das ist alles richtig und völlig in Ordnung.
Nicht in Ordnung ist es aber nun, nachdem die Kirchengemeinde offensichtlich kapituliert hat, nach dem Staat zu schreien und Steuerzahlermillionen einzufordern, um das marode Kirchengebäude zu erhalten.

TOO LATE!
Wer all die Kirchen erhalten will, kann ja in den Verein eintreten und Mitgliedsbeiträge zahlen. 

Aber wer das nicht will, soll nicht anschließend Krokodiltränen weinen.

Weg mit der Kirche. Schön ist sie eh nicht. 

Hoffentlich werden meine Sozis nicht weich.

Die doofen LINKEN haben schon einen RUNDEN TISCH zur Zukunft der Frohbotschaftskirche gefordert.
 Das nenne ich mal eine frustrierende Botschaft!
Die Politik soll sich raus halten.
Die Kirchen sitzen auf einem Geldberg von 700 Milliarden Euro. 
Wenn ihnen das nicht ausreicht, um jede verlassene Kirche zu erhalten, ist das IHR Problem.

Liebe Bezirkspolitiker, haltet schön das Portemonnaie zu. Und wenn die Dulsberger noch so rumjammern!

Stadtbaugeschäftsführer Behrens gibt zu bedenken: "Niemand kann gezwungen werden, ein Denkmal zu sanieren, wenn er das Geld dazu nicht hat. In Deutschland verrotten unzählige solcher Bauwerke. Die Kirche muss ihre Gebäude auch künftig bewirtschaften können. Darum geht es."

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Anstand, was ist das?



Es gibt diese regionalen Krätz-Meldungen, die verglichen mit “Sandy” oder Syrien vollkommen lächerlich sind, aber dennoch das Potential haben, mich in Rage zu versetzen.

Die Straße, in der ich ständig einkaufe, die in den letzten drei Jahren zweimal komplett neu gemacht wurde und nun so aussieht, daß man vom Boden essen könnte, soll ein drittes Mal umgebaut werden.
 Wie immer in der Innenstadt gibt es natürlich viel zu wenige Parkplätze. Das treibt Anwohner und Leute, die da shoppen wollen regelmäßig zur Verzweiflung.  
 Da bietet es sich doch an, wieder ein paar Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um noch mal zwei Dutzend Parkplätze wegzunehmen.
Auch die [xxx] Straße könnte von drastischen Umbauten betroffen sein. Der Bezirk prüft hier, nur noch Längsparkplätze einzurichten - 22 Stellplätze würden damit wegfallen. [….]
Ziel des Busbeschleunigungsprogramms ist die Schaffung zusätzlicher Fahrgastkapazitäten auf den wichtigsten Metrobuslinien. Dieses Ziel soll durch eine konsequente Bevorzugung an Ampeln, die Einrichtung von Busspuren und den Umbau von Haltestellen erreicht werden.
 Warum ärgert einen sowas so sehr?

Ich nehme an, weil es einem mal wieder aufzeigt, daß in diesem Land irgendwas mit der Verteilungsgerechtigkeit nicht stimmt.
„Bund, Länder und Gemeinden steuern in diesem Jahr auf Steuereinnahmen in der Rekordhöhe von 602,4 Milliarden Euro zu. Das sind 5,9 Milliarden Euro mehr als zuletzt erwartet, wie der Arbeitskreis Steuerschätzung mitteilte.“
 Scheinbar sprudelt es ja nur so rein, während Millionen Deutsche in „prekären Jobs“ des Niedriglohnsektors ausharren und man anfängt demente Omen und Open nach Osteuropa abzuschieben, weil der Staat ja leider kein Geld hat, um ihnen in Deutschland eine adäquate Betreuung zukommen zu lassen.

Heute kann man es sich nicht mehr leisten sich nicht für Politik zu interessieren. 
Denn dieser Luxus ist nur verfügbar, wenn man einen Funken Vertrauen zu den handelnden Personen generieren konnte.
Glaubte ich Merkel wäre eine grundlegend anständige Person und wüßte was sich gehört, müßte ich mich nicht mehr mit Details des politischen Streits rumplagen.


Jakob Augstein hat dazu diese Woche anlässlich des Grünen Durchmarsches in Stuttgart (und BW) ein paar treffende Sätze formuliert.
Die Grünen sind für die Moderne zuständig, die CDU für das Ressentiment. Darum siegt die Öko-Partei in Stuttgart. Und die Union führt Wahlkampf auf dem Rücken von Asylbewerbern.
Die Nächte sind jetzt kalt. Aber die Berliner Polizei ist noch kälter: Sie hat den Asylbewerbern, die seit Tagen vor dem Brandenburger Tor ausharren, die Decken weggenommen. Nach Polizeiangaben verstoße der "Einsatz von Übernachtungs-Utensilien" gegen geltendes Recht. So geht eine CDU-geführte Behörde gegen die Ärmsten der Armen vor. Das passt. Gleichzeitig hat Merkels Innenminister Friedrich den Kampf gegen angeblichen Asylmissbrauch entdeckt. Er will Sinti und Roma daran hindern, nach Deutschland zu flüchten. Trotz allen Geredes von der modernisierten Union: CDU und CSU sind immer noch die Parteien des Ressentiments.
[…] Die Grüne Claudia Roth musste nicht übertreiben, als sie am Wochenende sagte: "Zur Union fällt mir Mappus ein, fallen mir Plagiate ein, fällt mir die Art und Weise ein, wie sie mit Griechenland in der Euro-Krise umgehen. Das ist alles andere als bürgerlich und anständig." Das ist das Problem der Union: Vom Plagiator Guttenberg über den Schnäppchenjäger Wulff bis zum Innenminister Friedrich, der seinen Wahlkampf auf dem Rücken von Sinti und Roma führen will, hat die Union vergessen, was sich gehört.
 (J. Augstein 29.10.12)