Mittwoch, 12. Januar 2022

Alle Katholiken sind schuldig

Nach 1.000 Postings über die Verbrechen der katholischen Kirche – und was soll massenhafter weltweiter systemischer sexueller Kindesmissbrauch anderes sein als ein Verbrechen? – dürfte meine Meinung zu den letzten drei Päpsten klar sein. Wojtila, Ratzinger und Bergoglio haben durch ihr Amt, aber auch persönlich dafür gesorgt, daß Kinderfic**r gefördert, intern geschützt und vor Strafverfolgung bewahrt wurden. Sie haben gegen deren Opfer Position bezogen, den Tätern aktiv weitere Opfer zugeführt und sorg(t)en insbesondere dafür, die Strukturen der RKK; die eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf sexuell unreife, sadistische Ephebophile haben, erhalten bleiben.

In Priesterseminaren werden Kinderfi**er in schwülstiger sexualfeindlicher Atmosphäre unter striktem Frauenausschluss und gebetsmühlenhafter Verdammung von Masturbation oder Sex zwischen zwei erwachsenen Männern, geradezu herangezüchtet.

(…..) Während es aber im Mittelalter wegen des weniger strengen Zölibats auch sehr viele Hetero-Sexorgien mit Kardinälen gab, führte die immer rabiatere Vertreibung von Frauen aus den Pfarrhäusern dazu, daß es immer mehr Schwule in den Priesterberuf zog. Den Päpsten konnte es nur Recht sein, denn abgesehen von der biblischen Misogynie – schon Jesus duldete unter seinen Jüngern keine Frauen – haben Ehefrauen im Pfarrhaus aus Vatikanischer Sicht den entscheidenden Nachteil Uteri zu besitzen. Es werden Kinder und damit auch ERBEN geboren. Das hätte auf Dauer das kirchliche Vermögen geschmälert – und die Kirchenfürsten waren durch ihre weltliche Macht, den Ablass- und Reliquienhandel sehr reich. Nur bei kinderlosen Geistlichen blieb das Geld in der Kirche.   Bis in die jüngste Zeit ist „katholischer Priester“ der Beruf der Wahl für ungeoutete Schwule. Nur als katholischer Geistlicher vermeidet man die peinlichen Fragen wieso man eigentlich keine Frau und Kinder hat und lieber „unter Brüdern“ bleibt. Besonders viele Klemmschwestern in den eigenen Reihen zu haben, ist auch heute noch von Vorteil für die Bischöfe. Sie müssen weniger Alimente für die heimlich gezeugten Kinder zahlen und verfügen zudem auch noch über Erpressungspotential gegenüber den heimlich ihre Messdiener vögelnden Soutanen-Schlawiner, um sie kirchenpolitisch auf Linie zu halten.   Diese seit Jahrhunderten effektive Strategie ist nun erstmal in Gefahr und zwar durch die gesellschaftliche Liberalisierung in den westlichen Demokratien.  In Nordamerika, Australien und Westeuropa, aber auch teilweise in Südamerika und Südafrika werden Schwule immer mehr akzeptiert.  Ein 17- oder 18-Jähriger, der in einem kleinen konservativen Dorf Bayerns oder Alabamas aufwächst, bemerkt, daß er mit Frauen wirklich nichts anfangen kann und deswegen von seinen Schulfreunden schon schräg angeguckt wird, muss nicht mehr seinen einzigen Ausweg im Priesterseminar sehen, sondern kann sich im Internet mit beliebig vielen Altersgenossen in derselben Lage vernetzen, sich outen und schließlich völlig normal weiterleben. Er wird dann vielleicht Tischler, oder Arzt oder Bauer oder Mechatroniker.

Die Folgen sind klar: Gähnenden Leere in den westlichen Priesterseminaren und hysterischer Kampf der Alt-Kleriker wider die „Ehe für Alle!“  Solange aber Homosexualität noch in genügend Ecken der Welt verdammt wird oder Kleriker aus anderen Zeiten existieren, bleibt natürlich auch der Vatikan ein Homo-Hotspot.  (….)

(Wie die Kirche verschwulte, 29.12.2019)

Typen wie Woytila, Ratzinger und Bergoglio, die ihr Leben lang systematisch entsetzliches Leid über Myriaden Kinder und ihre Familien brachten und dennoch keinerlei Reue oder Einsicht zeigen, indem sie dieses Missbrauch-fördernde System ändern, sind offensichtlich keine Ansprechpartner für die Opfer.

Wer von der kalabrischen Mafia erpresst wird, erwartet auch nicht vom 'Ndrangheta-Paten, dieser könne vielleicht von selbst auf die Idee kommen, sein lukratives Geschäftsmodell abzuschaffen.

Nicht von ungefähr sind Cosa Nostra, 'Ndrangheta, Camorra und Sacra Corona Unita allesamt streng katholische Organisationen und eng mit der RKK verquickt. Der Unterschied ist eher quantitativ: Die RKK ist deutlich stärker auf Kindesmissbrauch fixiert als die vier Mafia-Hauptstränge und sie ist natürlich auch durch ihre längere Verbrechenshistorie wesentlich reicher als Cosa Nostra, 'Ndrangheta, Camorra und Sacra Corona Unita zusammen.  Von solchen Organisationen erwarte ich keinen Sinneswandel, keine Reue, keine Einsicht.

Man kann allerdings in den ersten vier Fällen auf konsequente Strafverfolger hoffen, wie es sie beispielsweise in Nicola Gratteri, dem berühmtesten Staatsanwalt Kalabriens gibt. Aber im Falle der RKK rühren sich die Staatsanwaltschaften gar nicht erst, um den Boss der Bosse (Ratzinger) anzuklagen.

(……) Viel zu viel Aufmerksamkeit wird auch den schweren Religioten geschenkt, die sich immer noch hartnäckig für die Kindermissbrauchs-Organisation RKK einsetzen.    Niemand bei klarem Verstand würde auf Einsicht der Männer wie Müller, Ratzinger, Woelki, Heße, Marx, die sich seit Jahrzehnten bemühen Kinderfic**r zu beschützen und ihr Tun weiter ermöglichen, setzen.   Sie stehen für eine Organisation, die sich bis heute nicht den deutschen Gesetzen unterwerfen will, sondern ausschließlich auf das Kirchenrecht setzt, welches bezeichnenderweise in der Vergewaltigung von Kindern gar keinen Straftatbestand erkennt. Nur der Verstoß gegen den Zölibat wird geahndet.

[…..] Dass Kleriker zu Missbrauchstätern wurden und werden, liegt vielleicht sogar in der inneren Logik der Kirche begründet. Um das zu verstehen, hilft ein Blick ins Kirchenrecht: Kirchenrechtlich wird sexueller Missbrauch bis heute rein vom Priester her gedacht. Kirchenrechtlich gesehen verstößt ein Priester, der sich an einem Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen vergeht, gegen das sechste Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen." Und weil der zölibatär lebende Priester mit der katholischen Kirche verheiratet ist, betrügt er lediglich die Kirche. Die Opfer kommen als Geschädigte nicht vor, sie sind gar nicht da.  Aus diesem Grund haben Betroffene von sexuellem Missbrauch in kirchenrechtlichen Verfahren gegen Täter bis heute keinerlei Rechte. Sie können keine Akten einsehen, sie können nicht als Nebenkläger auftreten, sie sind nur Zeugen. Die katholische Kirche könnte etwas dagegen tun, sagt zum Beispiel die Theologin Doris Reisinger: Sie könnte ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in ihren Rechtsnormen verankern; im weltlichen Bereich ist dies etwas völlig Selbstverständliches. Doch wenn sie das täte, müsste sie den Gläubigen auch zugestehen, über ihr Schlafzimmer selbst zu entscheiden. Hier liegt der Knackpunkt: katholische Kirche und Selbstbestimmung des Menschen - das geht offenbar nicht zusammen. […..]

(Annette Zoch, 19.03.2021)

Politikern wie Annette Schavan, Wolfgang Thierse oder Winfried Kretschmann, die sich für so ein Kindermissbrauchssystem engagieren, indem sie sogar im Zentralrat der Katholiken sitzen, kann ich nicht vertrauen. (…….)

(Unsichtbare Vernunft, 25.04.2021)

Viele Jahrzehnte konnten die hochverehrten Päpste Ratzinger und der Heilige Woytila jede Aufklärung der sexuellen Übergriffe ihrer Priester verhindern und sogar gezielt die übelsten Sextäter fördern.

Ratzinger und Bergoglio sitzen als garstige alte Kankras* durch ihre Staatsoberhaupts-Immunität geschützt im Vatikan, schicken ihre geistliche  und  Kinderpenis-affine Brut in die Welt und lassen sich nach Jahrzehnten des Kinderfic**erförderns, täglich die Füße küssen.

*  Sie war die letztgeborene Tochter von Ungoliant der Schwarzen, auch Lichtfresserin genannt.  Kankra war ein durch und durch böses Geschöpf in Spinnengestalt. Hier, in Cirith Ungol hauste sie schon seit ewigen Zeiten. Wie sie dorthin gekommen war, wird in keiner Erzählung berichtet. Sie floh wohl seinerzeit während des Kriegs des Zorns nach Osten, denn der Krieg war so heftig, dass Beleriand zerstört wurde und im Meer versank. Aber Kankra war schon vor Sauron dort, schon bevor auch nur ein Stein von Barad-dûr auf den anderen gesetzt wurde, und sie diente niemandem, außer sich selbst. Sie trank das Blut der Elben und Menschen und war nun aufgedunsen, fett und träge geworden, nach dem ewigen Brüten auf ihren Mahlzeiten, und webte Netze aus Schatten. Alle Lebewesen waren ihre Nahrung, ihr Erbrochenes war Dunkelheit.

Kankras Brut.  Ihre Brut, weitaus geringer als sie, Bastarde der armseligen Männchen, ihrer eigenen Nachkommen, die sie ausnahmslos umbrachte, sie verbreiteten sich überall, von Bergschlucht zu Bergschlucht, vom Ephel Dúath bis zu den östlichen Berggebieten, sogar bis Dol Guldur und dem Düsterwald mit seinen Festungen. Doch nicht eine / einer ihrer Nachkommen vermochte es, die Welt so übelst zu plagen wie sie es konnte und tat.

Wir wissen all das schon so lange; wofür die Päpste verantwortlich sind, daß weder Legislative, noch Exekutive oder Iudikative gedenken etwas zu unternehmen.

Es gibt keine Hoffnungen auf ein Eingreifen des Staates.

Aber nachdem die ungeheuerlichen Verbrechen der Päpste und insbesondere auch der höchsten deutschen RKK-Vertreter so öffentlich sind, darf man mit dem Finger auf jeden einzelnen Katholiken zeigen: Thierse, Nahles, Laschet, AKK, Brinkhaus, Kretschmann – IHR SEID DIE FÖRDERER; FINAZIERS UND BESCHÜTZER  der weltumspannenden Kinder**cker-Organisation. Schämt Euch!

(….)  Extrem brisant sind die Namen der moralischen Hauptschuldigen:

1.) Der Trierer Bischof Reinhard Marx (2001 bis 2008), dem ausgerechnet einer der perfidesten Kinderfi**er-Schützer Kardinal Degenhardt 1996 die Bischofsweihe spendete.  Später stieg Marx zum Erzbischof von München und Freising, Metropoliten der zugehörigen Kirchenprovinz, Kardinalpriester von San Corbiniano, Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE), Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Großprior der deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Mitglied des Kardinalrates und Papst-Vertrauten auf.

2.) Der seit 2009 amtierende Trierer Bischof Stefan Ackermann, der 2010 zum Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz aufstieg.

3.) Georg Bätzing, ab 1996 Regens des Priesterseminars in Trier, ab 2012 Generalvikar des Bistums Trier, 2016 Franz-Peter Tebartz-van Elst-Nachfolger als 13. Bischof von Limburg und schließlich seit 2020 Nachfolger von Reinhard Kardinal Marx als Chef der deutschen Bischofskonferenz.

Es sind also gewissermaßen die prominentesten deutschen Top-Kleriker überhaupt, die sich die Hände im Missbrauchssumpf von Trier so unfassbar dreckig gemacht haben. (…)

(Der kriminelle Sumpf von Trier, 12.12.21)

Niemand kann mehr behaupten, nicht gewußt zu haben, welche Verbrecher er mit seinen Kirchenmitgliedsbeiträgen unterstützt.

[….] Eine Recherche des BR und Correctiv zeigt einen bisher unbekannten Missbrauchsfall. Demnach ließ die Kirche H. trotz Kenntnis seiner früheren Straftaten nicht nur unbehelligt mit Kindern arbeiten, sondern vertuschte Hinweise auf neue Übergriffe. Ein Opfer berichtet erstmals, wie er als Kind Anfang der 1990er-Jahre von Peter H. in der bayerischen Gemeinde Garching an der Alz über mehrere Jahre missbraucht wurde, obwohl der Priester zuvor von einem Gericht in Bayern wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden war. [….] Der Fall H. zählt zu den gravierendsten Skandalen innerhalb der katholischen Kirche: Vorwürfe wegen sexualisierter Gewalt gegen Kinder gegen den aus Gelsenkirchen stammenden Geistlichen sind seit den späten 1970er-Jahren aktenkundig. Die katholische Kirche versetzte den Pfarrer mehrfach in immer neue Gemeinden. Seiner Aufnahme im Erzbistum München-Freising stimmte 1980 auch der damalige Erzbischof und spätere Papst Joseph Ratzinger zu. [….] Die Aussagen des Opfers sind besonders brisant, da der Missbrauch stattfand, als H. unter Aufsicht eines pensionierten Weihbischofs stand. Der Bischof betreute sieben Jahre zusammen mit H. gemeinsam die Gemeinden Garching an der Alz und Engelsberg, war über die Gefährlichkeit des Priesters H. informiert, schützte aber offenbar nicht die Kinder, sondern den Täter. Im Gespräch mit BR und Correctiv sagte der Betroffene: "Das ist allen bekannt gewesen, auch in der Kirche. Diesen verurteilten und untherapierbaren Mann dann wieder in eine Gemeinde zu schicken und mit so vielen Kindern und Jugendlichen arbeiten zu lassen, das macht einen einfach nur fassungslos und ein Stück weit aggressiv." [….]

(Tagesschau, 12.01.2022)

Niemand kann mehr behaupten, angenommen zu haben, in seinem Bistum liefe es anders.

Überall gab es diese von den Kirchenfürsten tolerierten und geschützten sexuellen Verbrechen an kleinen Kindern.

Bis heute decken die Bischöfe die Sextäter.

[….] Im Erzbistum München-Freising hat ein Priester immer wieder Kinder missbraucht. Obwohl Vorgesetzte gewarnt sind, bleibt er jahrzehntelang im Amt. Selbst als er wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen verurteilt wird. Die Entscheidungen fallen in die Amtszeit von Erzbischof Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., Erzbischof Friedrich Wetter und seinem Nachfolger Reinhard Marx. Ein Betroffener berichtet erstmals öffentlich, welchen schweren Missbrauch er über Jahre hinweg durch den pädophilen Pfarrer erleiden musste. [….]

(Kontrovers, 12.01.2022)

Mit abscheulichen Amoralisten wie Marx, Bätzing, Woelki, Heße, Ratzinger, Ackermann oder Bergoglio möchte ich mich gar nicht mehr beschäftigen. Ihre Schuld ist überwältigend klar.

Aber ich wende mich an jeden Katholiken, der in die Kirche geht und das System finanziert, so daß diese Verbrechen immer weiter gehen können.

[….]  Erzbistum München: Missbrauch unter den Augen der Bischöfe

[….] Pfarrer H. [….] ist pädophil und zum Zeitpunkt seiner Predigt in Sankt Josef ein verurteilter Sexualstraftäter, seine Bewährungszeit lief damals noch. 1986 hatte das Amtsgericht Ebersberg H. für schuldig befunden, zehn minderjährige Buben sexuell missbraucht zu haben. [….] H. konnte sich jahrzehntelang an Jungen vergehen, weil die Kirchenleitung wegsah. Statt den Pfarrer anzuzeigen oder kirchenrechtlich zu belangen, wurde er versetzt. Die BR Recherchen zeigen: Ranghohe Kirchenmänner hatten dabei vor allem das Image der Institution im Blick – und vergaßen die Opfer. [….] "Ich hab ihn nicht in Einzeltherapie, sondern Gruppentherapie gesteckt", erinnert sich der ehemalige Psychotherapeut von Pfarrer H., Dr. Werner Huth. Der heute 92-Jährige gab dem Bistum Empfehlungen ab, unter welchen Bedingungen man den stark rückfallgefährdeten H. als Seelsorger einsetzen könne. "Die erste Bedingung: Nie mehr mit Jugendlichen. Zweite Bedingung: Er darf keinen Alkohol mehr trinken. Das Dritte: Er muss einen Supervisor haben."  Eindeutige Auflagen, die von H. nicht befolgt und vom Erzbistum nicht kontrolliert wurden – weder unter Joseph Ratzinger noch seinen Nachfolgern. Nach Recherchen von BR und Correctiv feierte er in jeder Pfarrei, in die er kam, Kinder- und Jugendgottesdienste, fuhr mit zu Firmfreizeiten oder gab Religionsunterricht. Überall kam es zu Annäherungsversuchen. Der Pfarrer konnte sich weiter an Kindern vergehen. 23 Missbrauchsfälle sind bestätigt. Für die meisten wurde H. nie bestraft. Wie hoch die Dunkelziffer ist, ist nicht bekannt. [….] Weihbischof von Soden half dem pädophilen Priester die Gerüchte zu zerstreuen. Dabei hätte er einschreiten und weitere Opfer verhindern können. Auch viele Gemeindemitglieder unterstützten damals nach dem Pfarrfest den Pfarrer, weil sie dessen Lügen Glauben schenkten. [….] 2008 wurde Pfarrer H. ein letztes Mal versetzt. Kardinal Reinhard Marx schickte ihn in die Kurseelsorge nach Bad Tölz. Damals galten bereits die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz, nach denen Priester, die Minderjährigen Gewalt angetan haben, nicht mehr in die Gemeindearbeit dürfen. Auch in Bad Tölz hatte Pfarrer H. Kontakt zu Kindern, bestätigt uns sein damaliger Kollege, Pastoralreferent Herbert Konrad. Er wirft den Verantwortlichen im Erzbistum vor, die Mitarbeiter H.s in der Kurseelsorge nicht informiert zu haben. Dabei hatte Herbert Konrad noch bei Domdekan Lorenz Wolf, der als Gerichtsvikar des Erzbistums über H. Bescheid wusste, nachgefragt, warum ausgerechnet in der Kurseelsorge eine Stelle aufgestockt werde.

    "Er hat gesagt, wir schicken Euch einen guten Mann. 'Guter Mann' ist, im Nachhinein betrachtet, ziemlich unpassend." Pastoralreferent Herbert Konrad. [….]

(BR, 12.01.2022)

Wenn sogar der fromme bayerische Staatssender BR unter der Aufsicht von Kruzifix-Söder, sowie das schnarchige, konservative ZDF Bescheid wissen und freimütig berichten, gibt es keine Entschuldigung mehr. Niemand kann die Augen weiter geschlossen halten und RKK-Mitglied sein.

Dienstag, 11. Januar 2022

Omikron mit zweimal BioNTech im Arm – Teil VII

Es sind nun 19 Tage seit ich das erste mal zwei Striche auf dem Covid19-AG-Test sah.

Die Quarantäne ist vor einer Woche abgelaufen, meine AG-Tests sind schon seit 9 Tagen negativ. Wie ansteckend bin ich noch?

Ganz gern wüßte ich es genauer, indem ich erneut einen PCR-Test, der auf eine wesentlich geringere Virenlast anspricht, machen lasse. Unglücklicherweise ist das de facto nicht möglich, da die Hamburger Gesundheitsämter unter dem Omikron-Flut zusammen gebrochen sind.

Der Senat warnt selbst davor, seine eigenen Inzidenz-Zahlen ernst zu nehmen, da die Gesundheitsämter gar nicht mehr in der Lage wären alle positiven Covid-Tests zu melden und somit die Inzidenz garantiert höher als die heute offiziell gemeldete 581,1(RKI) und die eigene 690,2 läge. Die Tabelle mit den Inzidenzen nach Bundesländern ist also kaum noch aussagekräftig.

[….] Nach einem Rückgang am Sonntag sind die Corona-Zahlen in Hamburg zu Beginn der neuen Woche wieder kräftig gestiegen: Am Montag sind 1898 bestätigte Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das sind 1196 mehr als am Sonntag, und 916 mehr als am Montag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg dadurch wieder deutlich: Der Wert lag bei nun 659,7 (Vortag: 611,6; Vorwoche: 440,3) – das ist ein neuer Negativ-Rekord.  Die Behörde hatte darauf hingewiesen, dass die gemeldeten Fälle der bislang verarbeiteten Fallanzahl entsprechen. Dementsprechend müsse weiter von einer höheren Fallzahl ausgegangen werden. „Der Grund hierfür ist der schnelle Anstieg und das hohe Fallaufkommen, welches zu einer teilweise späteren Meldung von Befunden durch die Labore sowie zu einer teilweise verzögerten Bearbeitung an den übermittelnden Stellen führt“, hieß es.  [….]

(MOPO, 10.01.2022)

Den Anruf bei 116117 kann ich mir ersparen, weil man ohnehin tagelang in der Warteschleife hängt und ich zudem als Single und Selbstständiger mal wieder nur eine geringe Priorität habe.

[….]  So schwierig ist es, in Hamburg einen PCR-Test zu bekommen

Die Infektionskurve in Hamburg geht steil nach oben. Die Inzidenz liegt bereits über 600. Das Problem: Die Schnelltests schlagen nicht immer an, daher kann oft nur ein PCR-Test Aufschluss geben über eine Ansteckung. Doch wie und wo kann man einen solchen Test überhaupt durchführen lassen? Wer es über den Patientenservice 116117 versucht, muss Geduld aufbringen, wie die MOPO-Reporterin Ciljeta Bajrami erfahren musste. […]

(MoPo, 10.01.2022)

Volle drei Tage brauchte Frau Bajrami trotz heftiger akuter Krankheitssymptome, um überhaupt die Warteschleife zu überstehen.

Erwartungsgemäß habe ich vom Gesundheitsamt ebenfalls nie wieder etwas gehört, keine Instruktionen bekommen.

Aber immerhin kommen Rechnungen. Nach den 90 Euro für den PCR-Test-Einsatz kommen nun noch einmal 153 Euro für das Labor hinzu.

Aber bin ich jetzt, nach fast drei Wochen noch ansteckend?
Darüber kann ich nur theoretisch sinnieren, so lange ich noch jeden Tag brav in mein ebenfalls von niemand beachtetes Symptomtagebuch schreibe.


Die Krankheitsverläufe sind mild, wenn es sich a) um die Omikron-Variante handelt und man b) doppelt geimpft ist.

Da kann ich also wirklich froh sein. In meinem Fall war es höchst unwahrscheinlich mit Organversagen auf der Intensivstation zu landen.

Aber „milder Verlauf“ wird gern missverstanden, als ob es sich bei einer Omikron-Infektion nur um eine Art harmloser Erkältung handele.

Das ist es aber nicht.


[….] "Ganz wichtiger Punkt. Omiceon erscheint uns mitunter deshalb als milder, weil Delta eine so arge Variante war. Für Ungeimpfte könnte die Hospitalisierungsrate von Omicron höher sein als die der Alpha Variante, die Anfang 2021 aufkam. Die "Milde" kommt vor allem vom Immunschutz." [….]

(Martin Moder, 09.01.2022)

Die „subakute Krankheitsphase“ (Long Covid) beginnt vier Wochen nach der Infektion. Da kann man möglicherweise noch lange seinen Spaß haben.

[…] Zu den gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 zählen Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie Einschränkungen in der Funktionsfähigkeit und Lebensqualität. Die berichteten Symptome sind sehr unterschiedlich. Sie können einzeln oder in Kombination auftreten und unterschiedlich lange andauern. Eine einheitliche Definition eines Krankheitsbildes Long COVID gibt es bislang nicht. Zu den häufigsten gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19, die bislang in Patientenforen berichtetet oder in Studien beobachtet wurden, gehören Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Muskelschwäche und -schmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, depressive Verstimmungen sowie Schlaf- und Angststörungen. Auch Haarausfall wird berichtet. Weitere Symptome sind Brustschmerzen sowie Herzklopfen und Herzstolpern, das heißt selbst wahrgenommene verstärkte oder beschleunigte Herzschläge oder auch Extraschläge. Herzmuskelentzündungen wurden ebenfalls beobachtet. Darüber hinaus sind Nieren- und Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie Thromboembolien (Verstopfung eines Gefäßes durch ein Blutgerinnsel) nach der eigentlichen Krankheitsphase aufgetreten. [….]

(Infektionsschutz.de)


Montag, 10. Januar 2022

Verblassende Erinnerung

Das Feld der 28 demokratischen Präsidentschaftsbewerber 2020 war so riesig, daß es schwer fiel, die Übersicht zu behalten.  Meine Lieblinge waren Elisabeth Warren, Amy Klobuchar, Kamala Harris, Julián Castro, Cory Booker, Beto O’Rourke, Kirsten Gillibrand und Eric Swallwell. Leider schwächelten sie alle oder ihnen ging früh das Geld aus.

Auf keinen Fall wollte ich Bernie Sanders, dessen politische Positionen mir zwar am nächsten sind, aber ich bin sicher, daß er in den konservativen Vereinigten Staaten Schiffbruch erlitten hätte.  Als Biden unerwartet stark wurde, war ich erst entsetzt, weil ich ihn (habituell) für viel zu alt halte und befürchtete, die junge US-Bevölkerung würde nicht zur Wahl gehen.

Aber es zeigte sich andererseits, daß die meisten Amerikaner Biden vertrauten und er zumindest kaum jemand aktiv abschreckte, wie es Hillary Clinton 2016 getan hatte. Im Grunde war mir ohnehin völlig egal, wofür die einzelnen Kandidaten politisch standen, weil es für mich nur ein einziges Kriterium gab: Wer kann Trump schlagen? Den hochgefährlichen debilen Psychopathen #45 aus dem Weißen Haus zu drängen, war die eine, alles überschattende Frage.

Nachdem die Umfragen zeigten, Biden könnte Trump deutlich schlagen, arrangierte ich mich mit ihm. Es war sympathisch und klug von ihm, mit Kamala Harris diejenige zu seiner VP-Kandidatin zu machen, die ihn im Vorwahlkampf  brutal angegriffen hatte und so angenehm weniger „weißer alter Mann“ war. Damit konnte ich leben. Sollte Biden doch Trump schlagen und dann den leicht trotteligen, aber ehrlichen und sympathischen Grußonkel im Weißen Haus geben, während die hochintelligente und tatkräftige Kamala Harris die Kärrnerarbeit leistet, sich damit als seine Nachfolgerin empfiehlt. Möglicherweise müsste sie ja gar nicht bis 2024 warten, sondern könnte früher auf den Fahrersitz wechseln, wenn Opa Biden sich nach dem Zwischenwahlen auf das Altenteil zurückzieht.

Ein Jahr später sieht es etwas anders als erwartet aus.

Die Präsidentschaftswahl wurde zwar gewonnen, aber im House verloren die Demokraten überraschend deutlich jede Menge Sitze, weil es eben doch stimmt, daß die Amis sehr konservativ sind. Homorechte, Cannabisfreigabe und dann auch noch zur BLM-causa „defund the police“-Forderungen, gaben den QTrumpliKKKans fast die Mehrheit zurück.

Geronto-Joe war auch eine Überraschung und zwar zunächst im positiven Sinne. In den ersten Tagen und Wochen griff er so beherzt durch, daß man schon hoffte, er würde das Desaster des Vorgängers doch aufarbeiten können. Statt Kamala Harris glänzen zu lassen, gab er ihr allerdings die unlösbaren und vor allem undankbaren Aufgaben.

Mrs. Harris, ich verteile hier mal die Billionen-Wohltaten, sie gehen an die Südgrenze und lösen das Immigrationsproblem.

Das schaffte die VP natürlich nicht, aber viel schlimmer; sie stellte sich in der praktischen Regierungsarbeit als ineffektiv und Chaos-anfällig heraus.

[….] US-Vizepräsidentin Harris in der Krise: »Ihr Büro ist eine Shitshow« [….] Vom Zauber des Anfangs war nicht viel zu spüren, als der Präsident vor ein paar Wochen den Garten des Weißen Hauses betrat, um das Infrastrukturpaket zu unterschreiben, für das er und seine Partei so lange gekämpft hatten. Am Ende der Zeremonie drängten sich die Ehrengäste um den Präsidenten, Harris musste sich ins Bild schieben. [….] Die Szene passt zu dem Eindruck eines dysfunktionalen Weißen Hauses. Ein 79-jähriger Präsident muss dabei zusehen, wie seine innenpolitische Agenda im Kongress zerpflückt wird, während seine potenzielle Nachfolgerin in einem Strudel aus Intrigen und Personalquerelen versinkt.  Seit Monaten machen in Washington Geschichten über das Büro von Harris die Runde. Es geht dabei um eine herrische Chefin, die ihre Launen an ihren Untergebenen auslässt und Fehler immer nur bei anderen erkennt. Schon im Sommer gab es so viele Durchstechereien, dass sich Harris' Sprecherin Symone Sanders genötigt sah, die Gegner in den eigenen Reihen öffentlich als »Feiglinge«zu bezeichnen. Sie setzte einen Tweet mit Bildern einer Party ab, die Harris für ihre Angestellten geschmissen hatte. Zu sehen waren lachende Menschen. »Das Essen war toll und die Leute großartig«, schrieb Sanders. Fünf Monate später kündigte sie selbst. [….]

(SPIEGEL, 07.01.2022)

Neben der unerwartet miesen Harris-Performance, trog auch die Hoffnung im US-Senat bei einer 50:50-Sitzverteilung mit der ausschlaggebenden VP-Stimme wichtige Gesetzesvorhaben auf den Weg zu bringen.

In Wahrheit haben die alles blockierenden extrem destruktiven Republikaner 51 von 100 Stimmen, da sie mit dem formal demokratischen US-Senator Joe Manchin aus West Virginia ein U-Boot in Bidens Reihen haben. Der 73-Jährige tut alles dafür, um Biden scheitern zu lassen.

[….] Von wegen Merry Christmas. Seit Monaten versucht US-Präsident Joe Biden, das Herzstück seiner Amtszeit, das billionenschwere Sozial- und Klimapaket, durch den Kongress zu bringen – und nun droht es ausgerechnet an einem Parteifreund zu scheitern. Joe Manchin, Vertreter West Virginias im Senat, will partout nicht zustimmen, was angesichts der hauchdünnen Mehrheit für die Demokraten das Aus bedeuten würde. Das ist so, als brenne der von Biden gerade kostbar geschmückte Weihnachtsbaum ab. […]

(Tagesspiegel, 20.12.2021)

In der deutschen Berichterstattung über die USA dominieren die beiden Themen „Jahrestag der Insurrection vom 06.01.2021“ und Omikron-Katastrophe.  Der durchschnittliche Ami ist aber genervt von Lieferengpässen, hohen Energiekosten und der von den demokratischen Abgeordneten angerichteten Selbst-Blockade. Ein Senator stoppt sämtliche Gesetzespakete und lässt Biden gegen die Wand prallen.  Ausgerechnet der als „Dealmaker“ gepriesene Langzeitpolitiker Biden, lässt sich seit Monaten vorführen und demonstriert seine Macht- und Ratlosigkeit.  So hatten sich die Demokraten-Fans das nicht vorgestellt.

Die Zustimmungsraten des US-Präsidenten verharren tief im Keller; nur noch unterboten von den katastrophalen Ratings der Vizepräsidentin.

Schon jetzt machen sie demokratische Strategen kaum noch Hoffnungen für die im November dieses Jahres stattfindenden „Midterms“. Sie werden mutmaßlich die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verlieren, so daß Biden schon nach zwei Jahren Amtszeit zur lame duck degeneriert und sich hilflos von den staatszersetzenden Demokratieverächtern der Trump-Partei vorführen lassen muss.

Republikanische Menschenhasser reiben sich schon die Hände bei dem Gedanken an die nächste Trump-Präsidentschaft.

Und was nun?

Die 75 Millionen fanatischen Trump-Wähler sind ohnehin nicht für demokratische Wahlkampfstrategien zu erreichen. Sie sind wie eine gewaltige extremistische Endzeit-Sekte, die ihrem orangen Psycho-Messias jubilierend in den Tod folgen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Republikanische Politik tötet Amerikaner.

Die einzige Hoffnung der Demokraten liegt darin, auf die prinzipiell wahlfaulen Nicht-Trump-Amerikaner einzuwirken, die allerdings durch die Wahlverhinderungsgesetze der republikanischen Bundesstaaten massiv gehindert werden, überhaupt ihre Stimme abzugeben.

Sie müssen daran erinnert werden, wie Trump regierte.

Fiona Hill, DIE Russland-Kennerin der US-Politik, brieft seit George W. Bush alle US-Präsidenten über Putin und Co. Wie das mit Trump lief, erzählt sie bereitwillig.

[….] SZ: Sie haben in Ihrer Zeit im Sicherheitsrat Trump im Oval Office über Russland und Putin gebrieft. Wie muss man sich das vorstellen?

Hill: Es war, ohne Witz, unmöglich. Wir haben versucht, die Informationen zu portionieren, ihm Informations-Nuggets unterzujubeln. Es ging nicht. Viele von den hochrangigen Mitarbeitern haben versucht, in die Sunday-Shows der großen Fernsehsender zu kommen oder in die Talks-Shows von Fox News, um auf diese Art mit dem Präsidenten zu sprechen. Das hat viel besser funktioniert als im Oval Office. Trump hört nur auf andere Prominente, die im Fernsehen zu sehen sind. [….] Man kann es gar nicht genug betonen. Fernsehen war so ein wichtiger Teil seines täglichen Lebens - er hat ständig ferngesehen! Oft kam es vor, dass er sich mit einem ausländischen Staatsführer traf und ihn als Erstes fragte: "Haben Sie das eben im Fernsehen gesehen?" Er gestaltete seine Diskussionen immer nach dem Fernsehprogramm, und wir wiederum mussten ständig darauf reagieren, was im Fernsehen zu sehen war. [….]

SZ: In Ihrem zweiten Treffen nannte er sie "Schätzchen" und dachte, Sie seien die Sekretärin.

Hill: Ja. Ich kam nie über "Hello, Mister President" hinaus. Ich versuchte dann so gut ich konnte, sein Umfeld mit Informationen zu versorgen. Aber ich gab es früh auf, mit ihm direkt über Russland zu sprechen, so wie ich das mit George W. Bush oder Barack Obama getan hatte. Trump war einfach nicht interessiert - und wird es auch nie sein.

SZ: Was fasziniert Trump so an Putin?

Hill: Es ist sein Stil. Putin war für Trump der ultimative Celebrity-Politiker. Mächtig, reich, führt sein Land wie seine eigene Firma - das wollte Trump auch. Putin ist sein Vorbild. [….]

(SZ, 10.01.2022)

Ich würde nicht empfehlen, dem Wahnsinnigen erneut die nuclear codes zu überlassen.

Sonntag, 9. Januar 2022

Modus Vivendi

Da heute Sonntag ist und ich ein frommer Mann bin, beschäftigte ich mich heute mit einem ethisch-moralischen Problem aus dem SZ-Feuilleton der letzten Woche.

Es geht um Pornos!

Mehrere deutsche Landesmedienanstalten finden es einfach bähbäh, daß Jugendliche, Teenager, Kinder – überhaupt jeder Mensch mit Internetzugang – nur einen Klick von Pornographie entfernt ist. Schüler gucken rund um die Uhr Pornos und masturbieren sich die Finger wund. Das soll nicht so weitergehen.

Das ist einer der Indikatoren, an denen ich bemerke „alt“ zu sein, zu einer ganz anderen Generation zu gehören.  Ich brauchte zwar nicht im klassischen Sinne „aufgeklärt“ werden, weil ich nicht aus einem total verklemmten Elternhaus stamme, alles fragen konnte und außerdem in ganz frühen Teeanger-Jahren die „BRAVO“ in der Schule kursierte. Aber die erste echte Darstellung von Geschlechtsverkehr habe ich erst als Erwachsener auf der Hamburger Reeperbahn gesehen. Zum Glück, nachdem ich eigene Erfahrungen gemacht hatte.

Das lag daran, daß in den 1970ern und 1980ern Pornographie nicht zugänglich war. Es gab kein Internet und auch keine schmuddeligen Privat-Sender, bei denen man nachts entsprechende Werbung hätte sehen können. Natürlich gab es Porno-Zeitschriften, aber die begegneten einem nicht im Alltag. Dafür hätte man gezielt in einen Beate-Uhse-Shop gehen müssen, oder nach dem Aufkommen der Heim-Videorekorder in die „schlimme Abteilung“ einer Videothek gehen müssen.  Aber erstens waren Videorekorder so teuer, daß ich als Jugendlicher natürlich keinen eigenen hatte und zweitens wäre ich in solche Shops ohnehin nicht reingekommen, bevor ich 18 Jahre alt war.

Für mich als Ü50er ist es im Wortsinne unvorstellbar, daß in der jetzigen Teenager-Generation jedes Kind schon Hardcore-Pornos gesehen hat. Was das für psychische Folgen hat oder auch nicht hat, ist eine Frage für Psychologen. Ich halte mich für inkompetent das zu beantworten.

Sehr eigenartig ist aber, daß „die Jugend von heute“ gleichzeitig extrem überprotegiert wird. Helikoptereltern bringen noch ihre erwachsenen Kinder mit dem Auto zur Uni.  Der Erziehungswissenschaftler Albert Wunsch hält deswegen gar nichts mehr von den Kindern von heute.

[…..]  SPIEGEL: Herr Wunsch, Sie sind der Meinung, Kinder in Deutschland seien zunehmend verweichlicht. Woran machen Sie das fest?

Wunsch: Ich arbeite seit Jahrzehnten an Schulen und Universitäten, berate in meiner Praxis zudem Familien mit Erziehungsproblemen – und stelle dabei fest, dass die Kinder heute ein ziemlich geringes Durchhaltevermögen haben, schnell aufgeben, kaum belastbar sind. Gleichzeitig haben sie oft ein übersteigertes Selbstbewusstsein, bilden sich ein, sie könnten unwahrscheinlich viel, was aber nicht stimmt. Und das führt natürlich dazu, dass sie für die Herausforderungen des Lebens nicht gut gerüstet sind. […..] Die Eltern betrachten ihre Kinder zu oft als ihr großes Projekt, als kleine Supermänner und Superfrauen. Sie versuchen, sich über die Kinder zu definieren. Daher bekommen Kinder heute ein zu großes Maß an Aufmerksamkeit, das ihnen nicht guttut, und das dazu führt, dass sie ein überzogenes »Ich« entwickeln.  […..] Heute sitzen in einer ersten Klasse viele Prinzen und Prinzessinnen, die alle meinen, sie seien der Nabel der Welt. Die sich uneingeschränkt mitteilen wollen, Lob erwarten und mit einem Stopp oder Kritik nicht umgehen können. [….]

(SPON, 08.01.2022)

Wie passt das eigentlich zusammen? Kinder, die zart und verweichlicht sind, die nicht belastet werden können und völlig unselbstständig sind und andererseits total abgebrüht beim Porno-Konsum und Online-Mobbing agieren.

Aber wie gesagt; ich habe keine Kinder und auch keine pädagogische oder psychologische Bildung, so daß ich nicht kompetent dazu urteilen kann.

Inkompetent bezügliche des Einflusses von Dauerporno-Konsum auf Pubertierende sind auch Kirchenvertreter und Konservative.  Die lassen sich allerdings nicht davon abhalten, dennoch zu urteilen und ihren Senf dazu mitzuteilen.

Damit sind wir wieder bei den eingangs erwähnten Medienanstalten, die immer massiver damit drohen, den Zugang zu Pornoseiten zu sperren, weil diese viel zu lasch kontrollierten, ob die User wirklich schon 18 Jahre alt sind. Die 14 Landesmedienanstalten verschreiben sich dem Jugendschutz. Also überprüfen sie Medieninhalte auf ihr Gefährdungspotenzial und wollen erreichen, alle deutschen Kinderlein frei von jeglichen Ferkeleien, in einem 18-jährigen „Schonraum“ erwachsen zu werden.

[….] Schonraum für eine positive Entwicklung

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf spezielle, von den Erwachsenen abgegrenzte Lebensräume, in denen sie vor negativen Einflüssen geschützt werden. So können junge Menschen ihre Gefühle, Neigungen und Bedürfnisse ohne Störungen aus der Erwachsenenwelt erleben, eine eigene Identität ausbilden und sich in das bestehende Sozialgefüge integrieren. Mediale Schonräume schafft der gesetzliche Jugendmedienschutz. In Deutschland basiert er auf dem Jugendschutzgesetz des Bundes (JuSchG) und dem „Staatsvertrag über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien“ (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, kurz JMStV). [….]

(Die Medienanstalten)

Ich gebe zu; im nostalgischen „früher war alles besser“-Rückblick auf meine eigene Jugend, ist es ein reizvoller Gedanke, der Jugend von heute, die rund um die Uhr-Porno-Berieselung zu ersparen.

Die schlauen Mitglieder der Medienanstalten; in NRW sind es beispielsweise Volker König von der evangelischen Kirchen, Ulrich Lota von der katholischen Kirche, Zwi Hermann Rappoport von den jüdischen Gemeinden, Christine Ehrig von der Landesgemeinschaft der Arbeitgeberverbände, Hermann-Josef Arentz CDU-MdL und Andrea Stullich CDU-MdL; stellen sich das Pornogeschehen zukünftig so vor:
Alle Pornowebseiten der Welt verhalten sich brav nach deutschem Recht, stellen ein Heer von Administratoren ein und die lassen sich per Videochat von jedem einzelnen Wichs-Willigen den Personalausweis in die Web-cam halten, um zu kontrollieren, ob sie schon über 18 Jahre alt sind und ob es wirklich der Ausweisinhaber ist und nicht irgendein Jüngerer versucht mit einem fremden Ausweis Zugang zu bekommen. So ähnlich hatte sich das schon Familienministerin Von der Leyen 2009 bei ihren grandiosen „Netzsperren“ gedacht. Ein Projekt, das wie grundsätzlich jedes ihrer Vorhaben, katastrophal scheiterte.

An dieser Stelle steige ich in das erwähnte SZ-Feuilleton ein.

[….] Erschreckend freihändig hantiert die Politik mit der netzpolitischen Ultima Ratio: Teile des Internets, die sich nicht benehmen, einfach abzuschalten.  Das ist, wie vieles, was irgendwann gefährlich wird, zunächst einmal ziemlich albern. Netzsperren funktionieren nämlich nicht. Um sie zu umgehen, genügen ein paar Klicks in den Einstellungen des Browsers. Das schafft jeder, zumal jeder Jugendliche, der Pornos gucken will. Ausgesperrt würden wahrscheinlich eher die Alten als die Jungen. Es gibt auch noch andere technische Formen von Netzsperren als diejenigen, mit denen nun die Landesmedienanstalten drohen. Die Hürde, sie zu umgehen, liegt nur geringfügig höher. [….]

(Philipp Bovermann, SZ, 04.01.2022)

Auch als digital immigrant weiß ich, daß man irgendwo im Ausland gehostete Dienste wie Telegram eben nicht regulieren kann.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder ein Land hat wie Nordkorea gar kein Internet, oder man geht den chinesischen Weg und schaltet gleich die gesamte Freiheit ab.

[….] Die Netzsperren müssten der Grundstein für eine "Great Firewall" sein, wie sie China hat und Russland gern hätte. Ein deutsches Internet, in das nur hineindarf, was der wachsenden Zahl von Verordnungen und Gesetzen für das Internet entspricht. Möglicherweise ein deutsches Internet nur für Erwachsene, ein separates für Kinder. [….] Das Internet, das scheinen viele Menschen immer noch nicht begriffen zu haben, ist kein lineares Medium, mit Kanälen, die man einfach abschalten kann, und dann sind sie weg. Es ist, sofern man es nicht radikal umzubauen gewillt ist, ein dezentrales Netzwerk. Ein Weltgehirn. Man kriegt Erinnerungen nicht weg, indem man sich einen Teil des Kopfes abschneidet. Was einmal drin ist im Netz, das bleibt. Besonders, wenn es sich um Pornos handelt. [….][….] Warum sollten sich die kleinen Plattformen, die nach dem Scharfstellen der Netzsperren entstünden, an solche Standards halten? Sie wären darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen möglichst viel hochladen. Warum sollten sie auf Anfragen Betroffener reagieren, wenn ihnen ohnehin die Sperre droht? Aus welchen Mitteln sollten sie Löschteams bezahlen, die sich um solche Inhalte kümmern?  Das alles nur, um die paar wenigen Jugendlichen vom Pornogucken abzuhalten, die es weder schaffen, die nötigen Klicks in ihren Browsereinstellungen zu machen, noch sich eine andere Pornoseite zu suchen. Die Pornobranche mit Netzsperren in die grauen und schwarzen Bereiche des Internets zu drängen, löst kein einziges Problem, macht dafür vieles schlimmer.  [….]

(Philipp Bovermann, SZ, 04.01.2022)

Offensichtlich gibt es in Deutschland immer noch keine digitale Medienkompetenz. Noch nicht einmal in den 14 Landesmedienanstalten. Die Pornos wird man ebenso wenig aus dem Internet tilgen, wie Covidioten, Pegidisten, Reichsbürger, Chemtrail-Verschwörer oder Katholiken.

Das einzige Mittel dagegen ist Medienkompetenz der User.

So wie jedes Kind lernen muss, mit pornographischen Inhalten umzugehen, muss auch jeder Erwachse lernen, wie man Quellen beurteilt und man erkennt, welchen Meldungen im Internet man eben nicht glauben darf.

Da gibt es noch so viel zu tun, daß wir es wohl niemals schaffen werden.

Samstag, 8. Januar 2022

Die Mörder

Am 06.01.2021 fürchteten die republikanischen Senatoren und Abgeordneten im US-Kapitol um ihr Leben. Sie verschanzten sich in ihren Büros, drückten sich zwischen den Sitzbänken auf die Erde, zitterten hinter den wenigen Männern und Frauen der „Capitol Police“. Sie hatten Grund zur Angst. Ein tausendköpfiger mordlüsterner Mob zog „HANG MIKE PENCE!“ grölend durch die heiligen Hallen und es gab immerhin fünf Tote.

Am Abend und in der Sitzung des nächsten Tages, sprachen sogar die Top-Republikaner scharfe Widerworte, verurteilten Trump für die Attacke auf ihr Leben. Lindsey Graham, Ted Cruz, Mitch McConnell und Kevin McCarthy, die mächtigsten GOP-Brownnoser also, wandten sich angewidert ab.  Nun wollten sie doch Donald Trump, den Wahlverlierer, fallen lassen.

Noch erstaunlicher: Sogar die abscheulichsten Verschwörungstheoretiker und glühenden Trump-Jünger Laura Ingraham, Sean Hannity und Brian Kilmeade von FIXED NOISE, sowieso zwei Trump-Kinder schickten in höchster Sorge Text-Nachrichten an IQ45 mit flehenden Bitten, den blutigen Umsturz zu stoppen.

Trump Senior hörte aber nicht und er fiel auch nicht, weil seine völlig fanatisierte Basis eisern zu ihm hielt.   Da alle prominenten Trump-Unterstützer schon vor langer Zeit ihr Rückgrat operativ entfernen ließen, knickten sie anschließend virtuos ein, verbogen sich bis zur grotesken Unkenntlichkeit, um zu leugnen, das gesagt zu haben, was sie offen vor der Weltpresse am 06.01.2021 gesagt hatten.  Trump stellt immer noch den großen Machtfaktor in der GOP dar, der jeden Einzelnen, der nicht kompromisslos nach seiner Pfeife tanzt, unerbittlich verfolgt und aus der Politik drängt.














Und so fraßen sie alle Scheiße, loben wieder ihren orangen Helden und müssen sich abstrusen Demütigungen stellen, wenn ihnen versehentlich einmal die Wahrheit herausrutscht, nämlich, daß es sich um eine gewalttätige Revolte („insurrection“) handelte. Wie immer, gibt der Texaner Ted Cruz, der im Wahlkampf 2016 so drastisch wie niemand anders von Donald Trump beleidigt wurde, den peinlichsten Umfaller. Es tut körperlich weh, den Windungen des „Lyin‘ Ted“ zuzusehen.

Wenn Donald Trump 2024 wieder als Präsidentschaftskandidat antreten will – und danach sieht alles aus – wird die GOP ihm den roten Teppich ausrollen.

Sie wissen zwar, daß Trump mutmaßlich wieder weniger Stimmen als der demokratische Kandidat bekommen wird; so wie er 2016 Clinton mit knapp drei Millionen Stimmen unterlag; so wie er 2020 Biden mit sieben Millionen Stimmen unterlag. Diesmal sind sie besser vorbereitet und haben in allen von ihnen regierten Staaten das Wahlrecht so grotesk beschnitten, daß demokratische Stimmen kaum gezählt werden und auch mit deutlichen Stimmen-Minderheiten republikanische Wahlmänner bestimmt werden können.

Allerdings wird Trump im November 2024 bereits 78 Jahre alt sein. Und er ist fett, nimmt Drogen, ernährt sich von Fast Food.  Es ist also nicht ausgeschlossen, daß er physisch nicht in der Lage sein wird, anzutreten. Psychisch, intellektuell und charakterlich ist er ohnehin dem Amt nicht gewachsen, aber das stört seine Wähler nicht nur nicht, sondern wird durch eine Art Massen-Dunning-Kruger als Führungsqualität missverstanden. Er muss aber seine Hetzreden halten können, ohne umzufallen.

Und so machen sich immer noch Mike Pence, Ted Cruz und insbesondere Trumps Liebling Ron Death Santis Hoffnungen im Januar 2025 US-Präsident zu werden.

Während es um Pence still geworden ist, nachdem ihn die Trump-Basis lynchen wollte, tritt der Gouverneur von Florida so radikal wie kaum einer auf. Er tut alles dafür, möglichst viele Floridaner ins Grab zu bringen – in der perversen Verschwörungswelt der Rechtsextremen ein Ausweis der Stärke.

(….) Donald Trump ist sicherlich der irrste und gefährlichste Bürger Floridas.

Unglücklicherweise ist der Zweitirrste unter den 22 Millionen Einwohnern ausgerechnet der Gouverneur Ron „Death“ DeSantis. In seinem Aluhut-Staat nimmt man sich inzwischen offensichtlich Schilda als Vorbild und schickt statt der ungeimpften Seuchenfreunde, lieber die Geimpften als Schikane-Maßnahme in Quarantäne. Nach 58.000 Covid-Toten in seinem Bundesstaat, bemüht sich Deathsantis, die Bürger vom Impfen abzuhalten.

[….] Schule in Miami schickt Schüler in Quarantäne – wenn sie sich impfen lassen! Coronastrategie verkehrt: An einer US-Privatschule müssen geimpfte Kinder in Quarantäne, und geimpfte Lehrkräfte dürfen nicht mehr unterrichten. [….]

(Spon, 20.10.2021) (…)

(Corona-Nervensägen, 24.10.2021)

Die Bemühungen der QTrumpliKKKans die US-amerikanische Bevölkerung zu dezimieren, sind durchaus erfolgreich.

[….] In den USA steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle rasant an. Binnen 24 Stunden wurden den Gesundheitsbehörden mehr als 1,21 Millionen neue Fälle gemeldet. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Am Vortag waren es noch rund 837.000 Neuinfektionen. Insgesamt sind damit 59,52 Millionen Ansteckungsfälle bekannt. Mindestens 2506 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus.  Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle binnen eines Tages auf mindestens 839.476. Weltweit weisen die USA die höchsten Ansteckungs- und Totenzahlen auf. Die Kurve der Neuinfektionen verlaufe »fast senkrecht«, sagt der der US-Virologe Anthony Fauci, der auch Präsident Joe Biden berät. [….]

(SPON, 08.01.2022)

Bei 1,21 Millionen Corona-Infektionen binnen 24 Stunden ist die republikanische Politik leicht zu prognostizieren. Man muss sich nur fragen, was in dieser Situation des Gefährlichste und Dümmste wäre.

Das ist eindeutig das Verhindern von Impfungen und Masken-Tragen; also genau das was Ron DeSantis tut. Er ist seit Monaten auf Mord-Mission.

[….] Den jüngsten Angaben der Regierung zufolge haben 74,5 Prozent der in den USA lebenden Menschen mindestens eine Dosis eines Impfstoffs erhalten, 62,3 Prozent gelten als vollständig geimpft. Allerdings ist vor allem in republikanisch geführten Staaten im Süden des Landes die Impfquote weiterhin niedrig, teilweise liegt sie unter 50 Prozent. Das führt dazu, dass die Zahl der Neuinfektionen in Staaten wie Georgia, Louisiana, Mississippi oder Florida besonders stark steigt. In Florida hat es sich Gouverneur Ron DeSantis zu einem persönlichen Anliegen gemacht, möglichst jede Maßnahme zur Eindämmung des Virus zu bekämpfen. [….]

(Christian Zaschke, SZ, 08.01.2022)

Freitag, 7. Januar 2022

Wie die AfD den Queeren hilft

Immerhin ein Gutes hat die AfD: Ihre Vertreter sind so verblödet, daß sie nicht strategisch agieren können und mit öffentlichen Stellungnahmen gern auch das Gegenteil dessen erreichen, was sie eigentlich wollten.

Statt den demokratischen Konsens aufzuspalten, führen ihre aggressiven Hass-Botschaften eher zu einem engeren Schulterschluss der anderen Parteien. (Sofern die demokratischen Parteien nicht ganz so unseriös wie die FDP und die CDU Thüringens sind.

Gestern bescherte sich die rechtsextreme Beatrix Storch wieder einmal selbst einen grandiosen Bumerang-Wurf direkt an die eigene Birne, als sie den Grünen Sven Lehmann attackierte.

Der 42-Jährige Politiker aus NRW sitzt seit 2017 im Bundestag und wurde in der Ampel-Regierung am 08.12.21 zum parlamentarischen Staatssekretär im Familienministerium ernannt. Storch kann den jungen Troisdorfer natürlich nicht leiden; schon allein, weil er bei den Grünen ist. Nun ist er also auch noch ausgerechnet für Familien zuständig – das gefällt der kinderlosen AfD-Furie, die schon empfahl, auf Frauen und Kinder an den Grenzen schießen zu lassen, gar nicht.

Viel schlimmer noch: Lehmann ist schwul, lebt mit dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Grünen-Landtagsfraktion in NRW Arndt Klocke zusammen, war ab 2017 zusammen mit Ulle Schauws queerpolitischer Sprecher der Fraktion und erhielt auch noch für sein Engagement während der Pandemie die Brosche  funkelndes Dankeschön der Community“.

Links, Klima-Öko, schwul und schämt sich noch nicht mal dafür – da schwillt der streng gläubigen Storch, die einen menschengemachten Klimawandel bestreitet schon gewaltig der Hals. Diese Woche wurde es noch schwuler bei Herrn Lehmann.

[….] Erster war Sven Lehmann schon oft. Als Erster hat er bei der Wahl im vergangenen September in Köln ein Bundestags-Direktmandat für die Grünen gewonnen. Seit Dezember amtiert der 42-Jährige als Parlamentarischer Staatssekretär im erstmals grün geführten Bundesfamilienministerium. Und seit Mittwoch ist Lehmann der erste Queer-Beauftragte einer Bundesregierung überhaupt – das Kabinett hat das Amt neu geschaffen.  Ein „starkes Gerechtigkeitsempfinden“, sagt der in Troisdorf zwischen Köln und Bonn geborene Rheinländer über sich, das habe er schon als Kind gehabt – und noch heute empöre ihn Diskriminierung. Zu spüren war das schon in seinem ersten Statement als „Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt“, wie Lehmanns neuer Job offiziell heißt.  „Jeder Mensch soll frei, sicher und gleichberechtigt leben können“, erklärte er direkt nach seiner Ernennung. Mit einem „nationalen Aktionsplan“ will Lehmann, der 1999 Teil der grünen Partei ist, nicht nur für die Gleichstellung von homo-, trans- und intersexuellen Menschen kämpfen: Auch die Familienpolitik werde sich künftig „an der gesellschaftlichen Realität unterschiedlicher Familienformen ausrichten“, verspricht er. [….]

(taz, 06.01.22)

Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt? Nun geht der Enkelin von Graf Schwerin von Krosigk endgültig der Hut hoch.

Lutz Graf Schwerin von Krosigk, NSDAP-Mitglied, erhielt von Adolf Hitler das Goldene Parteiabzeichen ehrenhalber, 1932 -1945 Reichsminister der Finanzen, 1949 als Kriegsverbrecher verurteilt. Seine ebenso braune Enkelin erklärte passenderweise beim „Mister Homophobie 2017“, einem gewissen verschwörungstheoretischen Hardcore-Covidioten und Antisemiten namens David Berger, wie schlimm Lehmann und so ein „Schwulenbeauftragter“ sind.

  [….] Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, kritisiert die Schaffung eines solchen Queer-Beauftragten hart: „Die Absurdität grünen Gender-Wahns erreicht mit der Ernennung eines sogenannten Queer-Beauftragten einen neuen traurigen Höhepunkt. Während die Bürger zu Zigtausenden auf die Straße gehen, um ihre Freiheit zu verteidigen, droht der neue super-queere Beauftragte Lehmann ganz unverhohlen mit einer neuen, ‚progressiven‘ Familienpolitik.
Es reicht der Ampel nicht nur, ihre Klientel von Minderheiten zu bedienen, sie greifen gleichzeitig mit der Familie auch die Grundlage unseres Gemeinwesens an.  Der beliebige Wechsel des eigenen Geschlechts steht für diese Art rot-grün-gelber Klientelpolitik genauso wie die Forderung nach einer besonderen Unterstützung für ‚LSBTI of Colour‘ oder ‚spezielle Wohnungsangebote für Bi- und Transsexuelle im Alter über 60‘ oder auch die Forderung nach besonderen ‚Suchthilfen nach dem Konsum von Sexdrogen im Kontext von schwulen Lebensstilen‘. Den angedrohten Aktionsplan des/der/*q_- Queer-Beauftragten Lehmann wird die AfD-Fraktion mit aller Entschiedenheit bekämpfen.“  [….] 

(PP-Blog, 06.01.2022)

Tja, bei „Konsum von Sexdrogen im Kontext von schwulen Lebensstilen versteht ein David Berger keinen Spaß. Pfui, pfui, pfui, Sexdrogen würde er niemals anfassen. Das Gute an Berger ist ja schließlich seine völlige Enthaltsamkeit bei Drogen und Sex. Und natürlich seine Ehrlichkeit. Und daß er so überhaupt gar nicht heuchelt.




In Wirklichkeit hätte Storch der Ampel allgemein und Herrn Lehmann insbesondere, keinen größeren Gefallen tun können.

Möglicherweise gab es wirklich Menschen, die sich fragten, ob man so einen Posten wirklich braucht.  Die hysterischen Hass-Reaktionen aus der AfD geben eine klare Antwort: Ja, offensichtlich sind Queere eben noch nicht sicher in der deutschen Gesellschaft!

Die AfD kämpft aktiv dafür queere Menschen und Kinder aus queeren Familien zu diskriminieren. Da stört ein queerer Staatssekretär.

[….]  Nach Berufung von Sven Lehmann

Queer-Beauftragter verursacht Schnappatmung bei AfD  [….]  Grundsätzliche Ablehnung für Lehmann kam dagegen aus der AfD: "Die Absurdität grünen Gender-Wahns erreicht mit der Ernennung eines sogenannten Queer-Beauftragten einen neuen traurigen Höhepunkt", so Co-Vizeparteichefin Beatrix von Storch. "Während die Bürger zu Zigtausenden auf die Straße gehen, um ihre Freiheit zu verteidigen, droht der neue super-queere Beauftragte Lehmann ganz unverhohlen mit einer neuen, 'progressiven' Familienpolitik." [….]  Mehrere AfD-Abgeordnete versuchten dabei die Ernennung lächerlich zu machen, da es gegenwärtig Wichtigeres gebe als Politik für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten – ein "Argument", mit der in der Vergangenheit praktisch alle queerpolitischen Initiativen, wie etwa die Ehe für alle, kritisiert worden waren. "Die #Ampelkoalition kümmert sich um die wahren Probleme im Land", ätzte etwa Vize-Fraktionschef Norbert Kleinwächter auf Twitter. Die Scheinargumentation verfängt aber auch in Teilen des demokratischen Spektrums. Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Natterer twitterte zur Ernennung: "Dieses Land hat offenbar keine anderen Probleme!"  [….]

(Queer.de, 07.01.2022)

Großartig, mit ihrer Suada wider die Notwendigkeit eines Queer-Beauftragten, beweist die Storch wie dringend notwendig ein Queer-Beauftragter ist.