Mittwoch, 21. Oktober 2020

Mehr Ratten

Auf den letzten Metern, nachdem alle Republikaner vier Jahre lang jede noch so ungeheuerliche Entgleisung, alle Anschläge auf die Verfassung, den totalen Ansehensverlust der USA in der Welt, ein Trillionen-Defizit, 225.000 Corona-Tote, die demonstrative Unterstützung von Vergewaltigern und Pädophilen, beispielloses Chaos im Weißen Haus, dreisten Nepotismus, Verschwörungen mit anderen Nationen gegen die USA, kontinuierlichen Rassismus, Anstachelungen zu Gewalt auf den Straßen, notorische Arbeitsverweigerung durch Golf-Wahn, sowie über 20.000 Lügen des Präsidenten absegneten und ihm dafür auch noch applaudierten, gibt es 13 Tage vor der Wahl plötzlich doch noch Absetzbewegungen.

Erste republikanische Abgeordnete sprechen sich gegen Trump aus.

Wie war das möglich? Hatte IQ45 nicht schon alles Erdenkliche getan, Kinder in Käfige gesteckt, um seine Parteifreunde zu vertreiben?

Hatte die GOP nicht eindrücklich bewiesen, unter gar keinen Umständen von ihrer devoten Trump-Unterstützung abzulassen?
53 republikanische Senatoren im US-Senat und es würde immer 53 von 100 Stimmen für Trump geben. Auch wenn Trump auf offener Straße jemanden erschießt. Außer natürlich Trump würde einen republikanischen US-Senator erschießen; dann würden sie nur noch mit 52 von 99 für ihn votieren.


Aber die eine Sache, die zumindest einige wenige GOPer ihrem Präsidenten nicht verzeihen, scheint nun doch sichtbar:
Angst vor dem drohenden Machtverlust!

Es erscheint möglich; schnell auf Holz klopfen; sogar gut möglich, daß Trump die Wahl am 03.11.2020 verliert.

Ihn scheint das unverschämte Glück zu verlassen.

[……] Trumps Wahlkampfendspurt - Ohne First Lady und ohne Ton.  Das Mikrofon streikt, die Umfragewerte sind schlecht, die Ehefrau zieht nicht mit: Der US-Präsident kämpft mit offenkundig wachsender Verzweiflung für seine Wiederwahl. [….]

(Video von Janita Hämäläinen, 21.10.2020)

Der senile Orange ist sichtlich angegriffen; gestern lief er jammernd mitten im renommierten 60-Minutes-Interviews auf CBS davon.

Trump ist sichtlich nervös, so nervös, daß er seine Beleidigungen völlig manisch rausschreit.

Beleidigungen, gegen die sich die Betroffenen allerdings deutlich wehren.

Wenn Biden gewänne, entwickele sich die USA ganz schnell zu einem „sozialistischen Höllen-Loch wie Venezuela“. Ach ja?

[…..] AMERICAN NIGHTMARE; Trump says Biden will turn country into a ‘socialist hell hole’ and Dems ‘want to take your guns, your oil and your god’ […..]

(Laura Gesualdi-Gilmore, Oct 20 2020)

So war es also 2009-2017 unter Obama und Biden?

Top-Virologe Tony Fauci sei „eine Katastrophe“. Ach ja?


Die Journalisten von CNN wären „Bastarde“, die das Thema Corona aufbauschten, obwohl sich niemand mehr dafür interessiere. Ach ja?


Republikaner, die im Trump-Rausch ihre Posten, Titel und Pfründe sichern, sind zu jeder kriminellen Schandtat bereit. Aber um ihre Senatssitze fürchten mögen sie gar nicht.

Jetzt aber müssen auch einige GOP-Senatoren aus tiefroten Staaten befürchten ihre bisher als vollkommen unverlierbar geltenden Sitze loszuwerden.

[…..] Präsident Trump ist bei den Wählern erkennbar unbeliebt. Das macht auch seiner Partei zu schaffen. Es gibt erste Absetzbewegungen.   […..] Und doch fällt auf, wie wenig in diesen Tagen von der zweitwichtigsten Frage die Rede ist: Wer kontrolliert nach den Wahlen den Kongress, und insbesondere: Wer kontrolliert den Senat? Davon hängt ganz wesentlich ab, wie viel ein Präsident bewegen kann. […..] [Die Demokraten] müssen faktisch mindestens vier neue Sitze erobern, um sich die Vorherrschaft im Senat zu sichern, wenn Biden Präsident wird - und fünf, wenn Trump eine zweite Amtszeit erhält. […..] Die Website FiveThirtyEight schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Machtwechsels zugunsten der Demokraten auf 74 Prozent. Etwas vorsichtiger ist der bekannte Wahlforscher Larry Sabato. Er geht in seinem Newsletter Crystal Ball davon aus, dass die Demokraten nach der Wahl 50 Sitze halten werden, die Republikaner 49 - wobei ein Rennen so offen sei, dass er keine Prognose wage.   Dass sich die Republikaner überhaupt in dieser Position wiederfinden, haben sie Trump zu verdanken. Seine Beliebtheitswerte sind im Keller und ziehen auch die Senatoren in den Bundesstaaten nach unten. […..] Kein Wunder also, dass sich bei den Republikanern zunehmend Absetzbewegungen von Trump ausmachen lassen. […..] Am deutlichsten wurde Senator Ben Sasse aus Nebraska. Er sei nie Mitglied des Trump-Fanclubs gewesen, sagte Sasse in einer Tonaufnahme, die kürzlich von der Zeitung Washington Examiner veröffentlicht wurde. Der Präsident trage die Schuld daran, dass seiner Partei im Senat ein "Gemetzel" drohe. Trump küsse Diktatoren den Hintern und flirte mit weißen Rassisten. […..]

(Alan Cassidy, 21.10.20)

Michael Steele, 62, von 2009 bis 2011 Parteivorsitzender der Republikaner wirbt gegenwärtig in einem beeindruckenden Video für Joe Biden und Kamala Harris.


Es sind nicht mehr nur pensionierte und unbekannte GOPer, die öffentlich für Biden werben, sondern zunehmend große Namen.

[…..] Not voting for Trump:

    Massachusetts Gov. Charlie Baker: "The governor cannot support Donald Trump for president and is focused on seeing Massachusetts through the pandemic. He’ll leave the election analysis to the pundits," a spokesperson said.

    Vermont Gov. Phil Scott: He has been a vocal critic of the president, supporting House Democrats' impeachment inquiry and saying earlier this year Trump “shouldn’t be in office." He reaffirmed this summer that he will not support Trump in November.

    Maryland Gov. Larry Hogan: The frequent Trump critic said that he cast a write-in vote for former President Ronald Reagan because he "thought it was important to just cast a vote that showed the kind of person I’d like to see in office."

    Sen. Mitt Romney (Utah): The party's 2012 presidential nominee said in February that he will not support Trump shortly after he voted to convict the president on one count in his impeachment trial.

    John Bolton: Trump's former national security adviser said he will not vote for Biden or Trump and hopes that history remembers Trump "as a one-term president."

    William H. McRaven: McRaven, who led the raid that killed Osama bin Laden, has publicly criticized the president. He told The New York Times, "This fall, it's time for a new leadership in this country — Republican, Democrat or independent."

Voting for Biden:

    Colin Powell: The former secretary of state under George W. Bush and retired four-star general said that he will support Biden because he believes that Trump has "drifted away" from the Constitution.

    Carly Fiorina: The 2016 presidential candidate said she will support Biden because she believes he is "a person of humility and empathy and character," per The Atlantic.

    John Kasich: The former Ohio governor and 2016 presidential candidate is not only endorsing Biden, but also speaking at the DNC to support the former vice president.

    Rick Snyder: The former Michigan governor said he will vote for Biden because "Trump lacks a moral compass" and "ignores the truth."

    Jeff Flake: The former Arizona senator said in April he would vote for Biden instead of Trump, per CNN.

    Miles Taylor: The former Department of Homeland Security chief of staff officially endorsed Biden saying, "Even though I'm not a Democrat, even though I disagree on key issues, I'm confident that Joe Biden will protect the country."

    Tom Ridge: The former Pennsylvania governor said he would be voting for Biden, writing in the Philadelphia Inquirer, "I believe the responsible vote is for Joe Biden...It’s time to put country over party. It’s time to dismiss Donald Trump."

    Cindy McCain: The widow of the late Sen. John McCain (Ariz.) lent her voice to a video about her husband's friendship with Biden that aired during the Democratic National Convention and formally endorsed the former vice president in September, calling him the "candidate in this race who stands up for our values as a nation." […..]

(AXIOS, 20.10.2020)

Es wäre schon in Deutschland außergewöhnlich und sehr schädlich für die CDU, wenn Dutzende CDU-Größen bei der Bundestagswahl 2021 zur Wahl von Olaf Scholz aufriefen.

Aber in der extrem antagonistischen Zweitparteienlandschaft der USA, in der nur noch der pure Hass zwischen Demokraten und Republikanern herrscht, sind diese Wahlempfehlungen wider die eigene Partei nichts weniger als eine gewaltige Sensation.

Dienstag, 20. Oktober 2020

Des Pudels Kern

Die Amtskirche kann sich aussuchen welche politischen Positionen, Parteien und Premiers sie unterstützt.

Im 20. und 21. Jahrhundert zeigten sich dabei klare Vorlieben.

Bürgerrechtsbewegzungen, die sich für die Rechte von Minderheiten, Frauen oder die Umwelt engagieren, können die Bischöfe gar nicht leiden.
Sie waren immer die Kraft, gegen deren erbitterten Widerstand Freiheiten erkämpft werden mussten.

Vollauf begeistert sind die Amtskirchen weltweit hingegen von faschistischen Herrschern, Autokraten, Rechtsextremen und allen Diktatoren, die das Volk, die Meinungsfreiheit und individuelle Rechte abwürgen.

(….) Faschistoide Regime wie Francos Spanien, Hitlers Deutschland, Tisos Slowakei oder Mussolinis Italien haben daher immer gern den Segen der katholischen Kirche in Anspruch genommen, sich zusammen mit dem höchsten Klerus gezeigt, um ihre höhere Rechtfertigung zu demonstrieren.

Heute lassen sich Top-Klerikale immer noch genauso gern für menschenfeindliche Autokraten einspannen.

Der russische Patriarch Kyrill ist der wichtigste Unterstützer Putins, die amerikanischen Evangelikalen stehen fest zu ihrem rassistischen Trump.

Die Katholische Kirche ist die eifrigste Unterstützerin der antisemitischen, xenophoben Orban-Regierung und des Assad-Killer-Regimes.

Robert Mugabe, Massenmörder, Terrorherrscher und von 1987 bis 2017 Präsident von Simbabwe, ist so ein übler Verbrecher, daß er aus dem Commonwealth ausgeschlossen wurde und in ganz Europa mit Einreiseverbot belegt wurde.

Außer im Vatikan. Dort empfängt man ihn mit allen Ehren.

(….) Mugabe, Hitler, Franco, Mussolini, Eichmann, Kaltenbrunner, Pater Murphy, Pater Macial – diesen an sich guten Menschen war das päpstliche Wohlwollen stets sicher. Ihnen half die RKK auch der irdischen Justiz zu entkommen.   Beauftragt von Pius XII organisierte Giovanni Batista Montini (später Papst Paul VI) die Flucht von Nazi-Schlächtern nach Argentinien.

Eichmann schlüpfte unter dem Schutzmantel des Vatikans nach Südamerika.

Als der Organisator des Holocaust 1960 von Israelis aus Buenos Aires entführt wurde, protestierte der argentinische Kardinal und Leiter der Katholischen Aktion, Antonio Caggiano:

"Es ist unsere Christenpflicht, ihm zu verzeihen, was er getan hat."

6 Millionen Menschen umbringen ist also aus katholischer Sicht nicht nur theoretisch verzeihbar, sondern es ist sogar ChristenPFLICHT so eine Petitesse zu verzeihen.

(Ist der Ruf erst ruiniert…, 21.12.2009)

Anders als Hitler und die Nazis, verdammte Pius XII Hitlers Gegner mehr als deutlich. Beispielsweise in der Enzyklika „Divini Redemptoris“ (am 19. März 1937 veröffentlicht).

Die "acta apostolicae sedis", die Gesetzessammlung des Heiligen Stuhls vom Juni 1949 machte die Exkommunikation der Kommunisten und ihrer Anhänger aktenkundig und offiziell.

Die Weisung des Vatikans lautet: Kein Katholik kann Mitglied einer kommunistischen Partei sein oder sie begünstigen. Kein Katholik darf Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften veröffentlichen, lesen oder verbreiten, in denen die kommunistische Doktrin verkündet wird. Jeder Katholik, der die materialistische und antichristliche Lehre des Kommunismus verkündet, sie verteidigt oder gar verbreitet, verfällt als Abtrünniger des katholischen Glaubens der Exkommunikation.
(DER SPIEGEL)

Der unfehlbare Papst definiert „kommunistische Erzsünder“ als Intellektuelle und KP-Propagandisten, die automatisch exkommuniziert sind.

Mitglieder der katholischen Kirche blieben hingegen Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Reinhard Heydrich, Rudolf Hoess, Julius Streicher, Fritz Thyssen, Klaus Barbie, Leon Degrelle, Emil Hacha, Ante Pavelic, Konrad Henlein, Pierre Laval, Franco, Mussolini, oder Josef Tiso.

Das ist die Realität der Heiligen Römisch-katholischen Kirche.
Die Befreier von Ausschwitz, die Rote Armee, wurden verdammt und exkommuniziert, aber der Lagerkommandant Rudolf Hoess, sowie der Megasadist Josef Mengele blieben Mitglieder der RKK.

Nach 1945 half der Vatikan den Massenmördern des Jüdischen Volkes der Justiz zu entkommen.

Adolf Eichmann, Alois Brunner, Dr. Josef Mengele, Franz Stangl (Kommandant der Vernichtungslager Sobibór und Treblinka), Gustav Wagner (Stangls Assistent), Klaus Barbie, Edward Roschmann („Der Schlächter von Riga“) und Aribert Heim (KZ Mauthausen) sind einige der Männer, die auf Veranlassung des Papstes durch Bischof Hudal mit Vatikanischen Papieren ausgestattet vor der alliierten Justiz nach Südamerika flüchteten.

Die überlebenden Juden, die sich nach Israel retten konnten, schätzte der Vatikan weit weniger.

Es dauerte bis 1993 - fast ein halbes Jahrhundert - bis sich der Vatikan dazu herab ließ auch nur diplomatische Beziehungen zu Jerusalem aufzunehmen. (….)

(Einladungen – Teil II, 15.01.2015) (…..)

(Wenn konservative Geistliche nicht konservativ genug sind, 13. April 2019)

Die Kirche stellte sich auch deswegen immer an die Seite der großen Schlächter und Menschenfeinde, weil es ihrer exkludierenden, destruktiven, antagonistischen Lehre entspricht.

Es steht alles in der Bibel, die den Christen so heilig ist, auf die geschworen wird und die der Christen Liebling Donald Trump hochhält.

Der Trump, der offen rassistisch regiert, ausländisch aussehende Kinder in Käfige sperrt, Frauen misshandelt. Der Trump ist der große Liebling der evangelikalen Christen.

         HOSEA 14,1

1Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden.

          4. MOSE 25,7

8und ging dem israelitischen Mann noch hinein in die Kammer und durchstach sie beide, den israelitischen Mann und das Weib, durch ihren Bauch. Da hörte die Plage auf von den Kindern Israel.

          1. SAMUEL 18,27

27 Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau.

          1. SAMUEL 15, 33

33 Samuel aber sprach: Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen. Und Samuel hieb den Agag in Stücke vor dem HERRN in Gilgal.

          2. SAMUEL 12,31

31Aber das Volk drinnen führte er heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen. So tat er allen Städten der Kinder Ammon. Da kehrte David und alles Volk wieder gen Jerusalem.

          2. KÖNIGE 9,33

 33 Er sprach: Stürzt sie hinab! Und sie stürzten Isebel hinab, so daß die Wand und die Rosse mit ihrem Blut besprengt wurden; und sie wurde zertreten  (...) 35 Als sie aber hingingen, um sie zu begraben, fanden sie nichts von ihr als den Schädel und ihre Hände.  36 Und sie kamen zurück und sagten's Jehu an. Er aber sprach: Das ist's, was der HERR geredet hat durch seinen Knecht Elia, den Tischiter, als er sprach: Auf dem Acker von Jesreel sollen die Hunde das Fleisch Isebels fressen,  37 und der Leichnam Isebels soll wie Mist auf dem Felde im Gefilde von Jesreel, daß man nicht sagen könne: Das ist Isebel.

          2. KÖNIGE 10, 7ff

7 Als nun der Brief zu ihnen kam, nahmen sie des Königs Söhne und schlachteten die siebzig und legten ihre Köpfe in Körbe und schickten sie zu Jehu nach Jesreel.  8 Und als der Bote kam und ihm sagte: Sie haben die Köpfe der Söhne des Königs gebracht, sprach er: Legt sie in zwei Haufen vor das Tor bis morgen.

          RICHTER 19,29

29Als er nun heimkam, nahm er ein Messer, faßte seine Nebenfrau und zerstückelte sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in das ganze Gebiet Israels.

          RICHTER 3,31

31Nach ihm kam Schamgar, der Sohn Anats. Der erschlug sechshundert Philister mit einem Ochsenstecken, und auch er errettete Israel.

          RICHTER 19

25 (...) Da faßte der Mann seine Nebenfrau und brachte sie zu ihnen hinaus. Die machten sich über sie her und trieben ihren Mutwillen mit ihr die ganze Nacht bis an den Morgen

Im Neuen Testament, welches den evangelischen Christen so gefällt, finden wir Jesu Handlungsanweisungen zum Umgang mit Fremden, Flüchtlingen, Andersgläubigen. Spoiler-Alert: Umbringen ist fast immer die bevorzugte Lösung.

          2. JOHANNES 10f

10 Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn nicht. 11 Denn wer ihn grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken.

          MATTHÄUS 13, 41

 13Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.

          5. MOSE 21,18ff

18 Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will,  (…..)  21 So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte.

          1. KORINTHER 11

3 Ich lasse euch aber wissen, daß Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, der Mann aber ist das Haupt der Frau

          MATHÄUS 10,34f

34 Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

       OFFENBARUNG 19;17f

Kommt, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes  und eßt das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen!

      1. PETRUSBRIEF 4,13

"... freut euch, daß ihr Anteil an den Leiden Christi habt".

      LUKAS 14,26-27

Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.   Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürgt sie vor mir!

          1. TIMOTHEUS 2,11ff

11Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. 12Einer Frau gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie über den Mann Herr sei, sie sei still.

          5. MOSE 28,63

63So wie der Herr seine Freude daran hatte, auch Gutes zu tun und euch zahlreich zu machen, so wird der Herr seine Freude daran haben, euch auszutilgen und euch zu vernichten.

          2. KÖNIGE 2,23

23 Und als er den Weg hinanging, kamen kleine Knaben zur Stadt heraus und verspotteten ihn und sprachen zu ihm: Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf! Und er wandte sich um, und als er sie sah, verfluchte er sie im Namen des HERRN. Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen zweiundvierzig von den Kindern.

          4. MOSE 24,8

Gott (...) frißt die Völker, die ihm Feind sind, er zermalmt ihre Knochen.

Die Bibel blieb in 2000 Jahren unglücklicherweise nie theoretisch, sondern wurde auch als praktische Handlungsanweisung verstanden, so daß die Kriminalgeschichte des Christentums zehn dicke Bände bei Deschner umfasst. Massenmorde, Genozide und so ziemlich jede Grausamkeit – stets im Namen des Herren! Des lo vult.

Vor diesem Hintergrund ist es nur folgerichtig, daß der Amoralist Trump der Held der amerikanischen Christen ist. Die US-Demokraten sollten aufhören Trump als „unchristlich“ zu verunglimpfen und Biden als „devoted catholic“ zu preisen. Trump mag ungläubig sein und nicht die Bibel lesen, aber er verhält sich christlich; stets brutal, rücksichtlos und gewalttätig gegen Andersdenkende.

Vor diesem Hintergrund gratuliere ich auch dem Nürnberger Pfarrer Matthias Dreher, der wie seine frommen Mit-Christen Erika Steinbach, Frauke Petry, Beatrix von Storch, David Berger, Michael van Laack und die rechtsextremen christlichen Regierungschefs Osteuropas mit Begeisterung gegen Menschen hetzen und stets danach trachten möglichst viele Flüchtlinge grausam sterben zu lassen.

[…..] „Ein Christ kann ertrinken lassen" […..] Nach einem Beitrag im kirchlichen "Korrespondenzblatt" erhält ein bayerischer Geistlicher heftigen Widerspruch von Kollegen und Kolleginnen. In dem Kommentar argumentiert Pfarrer Matthias Dreher von der evangelischen Melanchthonkirche Nürnberg, dass Flüchtlinge bewusst ihr Leben riskierten, um sich den Wunsch nach einem besseren Leben zu erfüllen. […..] Eine Rettung sei nach christlich-ethischen Maßstäben und "in Erinnerung an den barmherzigen Samariter" nur dann geboten, wenn die Schiffbrüchigen "alsbald untergehen und ertrinken" müssten, schreibt Dreher als Reaktion auf einen vorherigen Artikel, in dem die Seenotrettung von Migranten befürwortet worden war. "Im Zuge der Zwei-Reiche-Lehre, die operative Strukturpolitik dem Staat überlässt, kann ein Christenmensch, soweit er nicht wie der Samariter einen Sterbenden vor sich sieht, Verantwortung vernachlässigende Migranten ertrinken lassen."  […..] Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm widersprach den Aussagen Drehers derweil öffentlich. […..]

(SPON, 20.10.2020)

Recht hat der Dreher. So ist die Bibel.

Es ist mir unerklärlich, wieso sich Herr Bedford-Strohm auf einmal an solchen Aussagen stört. Bisher war er doch mit der Kirchengeschichte, mit dem brutalen Antisemiten Martin Luther und seinen Glaubensbrüdern ganz zufrieden.

(…..)  Bedford-Strohm scheint es also nicht zu stören, daß Franzls Abgesandte in Polen einen stramm nationalistischen menschenfeindlichen Antiflüchtlingskurs an der Seite der diktatorischen PiS fahren.

Papst Franz ernannte sogar Jaroslaw Kaczynskis PiS-Freund Marek Jedraszewski zum Erzbischof von Krakau. Mit dem Segen des Papstes wird nun der Umbau der polnischen Demokratie in eine faschistoide Diktatur betrieben.

Bedford-Strohm scheint es also nicht zu stören, daß Franzls Abgesandte in Ungarn demonstrativ ihren Stolz auf Victor Orban zelebrieren.

László Kiss-Rigó, Bischof von Szeged-Csanád (Süd-Ungarn) und Péter Kardinal Erdő, Erzbischof von Esztergom-Budapest und Primas von Ungarn betätigen sich als xenophobe und homophobe Hetzer, die den autokratischen und demokratiefeindlichen Ministerpräsidenten antreiben noch brutaler gegen Flüchtlinge vorzugehen. (….)

(Friede, Freude, Kinderf**ken, 06.02.2017)

Montag, 19. Oktober 2020

Kein Schamgefühl, nirgends

Der Papst ist nicht nur formal der mächtigste Mann der Welt.

(……) Das Papstamt steht für maximale Machtfülle.

Er wird direkt vom Heiligen Geist (=Gott) ausgesucht, amtiert folglich auf Lebenszeit als Stellvertreter Gottes auf Erden.

Weltlich betrachtet ist es ein absolutistisches Amt. Ein Papst ist nicht nur oberster Chef der Exekutive, Judikative und Legislative, sondern er ist praktischerweise auch noch unfehlbar.

Noch beindruckender ist seine kirchenrechtliche Stellung.

Franzi verfügt über Primatialgewalt (der Primatsanspruch des Papstes ergibt sich aus Matthäus 16: Als Nachfolger des Apostels Petrus, irdischer Stellvertreter Jesu Christi und Hirte der Universalkirche verfügt der Papst in der römisch-katholischen Kirche „über höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt, die er immer frei ausüben kann“ (can. 331 CIC).

Der Papst ist Träger der Höchstgewalt (potestas suprema); es steht also nichts und niemand über ihm; und der

 Vollgewalt (potestas plena), also maximale Gewaltenfülle in materieller und formeller Hinsicht. Materiell meint, daß sich päpstliche Gewalt über absolut alle Sachgebiete der Kirche erstreckt. Formal heißt Amtsgewalt des Papstes über Exekutive, Legislative und Judikative umfasst.

Franzi ist oberster Richter der Kirche und zwar ohne sich selbst an kirchliches Recht halten zu müssen (prima sedes a nemine iudicatur). Was er entscheidet ist daher automatisch letztinstanzlich und unanfechtbar.

Die Primatialgewalt ist unmittelbar (potestas immediata), so daß sich der argentinische Einlunger willkürlich in alles was ihm beliebt einschalten kann ohne irgendwelche Vorinstanzen abwarten zu müssen.

Ferner verfügt Bergoglio über Universalgewalt (potestas universalis), kann also seine Primatialgewalt auch auf alle Teile wie Bistümer, Klöster, Pfarren anwenden; und:

bischöfliche Gewalt (potestas vere episcopalis) und frei ausübbare Gewalt. Kein Kardinal, kein Kirchengericht, noch nicht mal alle 4.000 Bischöfe der RKK zusammen können Franzi bei seinem Machtgebrauch hindern. (…..)

(Gerontenzickenkrieg, 14.01.2020)

Wenn einer und seine Vorgänger so mächtig sind und so lange so mächtig war, bleibt eine Folge nicht aus: Der Papst ist auch der größte Immobilien. Und Landbesitzer der Welt.

Franziskus, der sich damit brüstet für die Armen zu sprechen und eine Kirche der Armen zu führen, ist der reichste Mann der Erde. Er ist Multi-Billionär, neben dem Jeff Bezos mit seinen 100 Milliarden ärmlich wirkt.

[…..] Offiziell zwar »bettelarm« ist die Weltkirche eine reiche Institution – sie schwimmt im Geld. Über Jahrhunderte hat sie ein stattliches  Geld-,  Beteiligungs-,  Wertpapier-,  Land-  und  Immobilienvermögen angehäuft. In etlichen Ländern ist sie über ihre Werke, Trägerschaften, Organisationen und Stiftungen nicht nur einer der größten Land-, Forst- und Immobilienbesitzer, sie ist dort auch ein wichtiger Unternehmer, Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor. Doch  seit  Jahrhunderten  werden  Angaben  zu  Besitz,  Einnahmen und Vermögen der Weltkirche verschleiert. Diese Intransparenz hat System. Sämtliche wirtschaftlichen Aktivitäten und damit auch so manch fragwürdige Geschäfte vollziehen sich heute wie vor Jahrhunderten im Vatikan und im Rest der Kirchenwelt unter dem Siegel kirchlicher Verschwiegenheit. [……]

(Hans-Lothar Merten: Scheinheilig. Das Billionen-Vermögen der katholischen Kirche, 2018)

Allein die römisch-katholische Kirche in Deutschland dürfte bereits über ein Vermögen und 700 Milliarden Euro verfügen und damit alle deutschen Milliardäre zusammen in den Schatten stellen.

  […..] Durch einige Hochrechnungen und Schätzungen in den letzten Jahren wurde es schwarz auf weiß bestätigt: Die Kirchen sind wirklich steinreich. Sie verfügen in Deutschland über ein Gesamtvermögen von schon im Jahr 2000 geschätzten 500.000.000.000 (500 Milliarden) Euro (z. B. Der Spiegel Nr. 49/2001). Allein der sprichwörtliche Mammon der römisch-katholischen Kirche (siehe z. B. hier) ist gar nicht mehr in Milliarden bezifferbar. Allein wenn man bedenkt, dass der Kirche und kirchlichen Einrichtungen in jeder Stadt Italiens ein großer Teil aller Immobilien gehört, die Rede ist manchmal sogar von 50 %, oft von 25 %. Dies gilt mehr oder weniger auch für Deutschland und viele andere Länder.
Und obwohl Bauwerke wie der Kölner Dom und vergleichbare Kathedralen in den Bilanzen nur mit einem Wert von „1 Euro“ geführt werden, rechnen sich hier mühelos Billionen hoch.
In dem oben um das Jahr 2000 von Dr. Carsten Frerk für Deutschland hoch gerechneten Betrag sind folglich offenbar die Dome und Kathedralen nicht enthalten. Enthalten ist jedoch, dass die Kirchen die größten privaten Grundbesitzer in Deutschland sind: mit einer Fläche von gut der Hälfte des Bundeslandes Schleswig-Holstein.
[….]

(Stop Kirchensubventionen)

Auch wenn die Zahlen variieren, weil viele der gigantischen Paläste der Kirche de facto unverkäuflich sind und somit beispielsweise der Wert des Kölner Doms mit einem Euro angegeben wird, kann niemand ernsthaft bestreiten, daß es sich um das größte Vermögen der Menschheitsgeschichte handelt.

Die Macht, der Reichtum und der Einfluss wirken wie Schwerkraft auf das Geld. Kirchen werden von allein immer mehr.

Als Notre Dame abbrannte, was das globale Entsetzen so groß, daß in kürzester Zeit Steuerzahler, Atheisten und Säkulare viele hunderte Millionen Euro zum Wiederaufbau zusammenbrachten. Nur die Katholische Kirche gibt keinen einzigen Cent und mehrt damit ihren Reichtum auch in einer Katastrophe.

Die allerreichsten Ableger des Giga-Krösus Franziskus sind Italien, die USA und Deutschland.

In den USA und Deutschland sind Kirchen von der Steuer befreit; in Italien seit 2012. Ein anders lautendes EuGH-Urteil von 2018 wird ignoriert. Der Giga-Reiche Franziskus zahlt trotzdem keine Steuern.

[…..] Rund 500 Personen demonstrierten zuletzt Anfang November am römischen Stadttor Porta Pia. […..]  Grund der Demonstration waren jene Steuern, die der Kirchenstaat jahrelang dem italienischen Staat nicht überwiesen hat. Ausstehende Steuern in Höhe von mehreren Milliarden Euro, an deren Eintreibung der italienische Staat, bekanntermaßen nicht gerade im Geld schwimmend, nicht interessiert zu sein scheint.  Protestiert wurde nicht nur gegen den Umstand, dass Italien einem anderen Staat, dem Heiligen Stuhl, Steuerzahlungen erlässt: Italien kommt auch für die laufenden Kosten des Kirchenstaates auf, wie dieser Demonstrant beklagt:

„Wir Italiener zahlen für die vatikanische Müllentsorgung. Auch die Kosten des elektrischen Stroms für den Kirchenstaat zahlt Italien. Und ich weiß nicht, was sonst noch! Basta!“

„Basta“ heißt es jetzt zumindest in Sachen Immobiliensteuern. Die nämlich muss der italienische Staat beim Heiligen Stuhl eintreiben. So entschied es am 6. November der Europäische Gerichtshof EuGH in Luxemburg.  […..] Experten aus dem italienischen Finanzministerium zufolge beziffern die möglichen Steuernachzahlungen auf rund fünf Milliarden Euro. Der Betrag könnte niedriger ausfallen, wenn der Italo-Fiskus auf die Zahlung von Zinsen und Mahngebühren verzichtet. Aber auch wenn der Heilige Stuhl nur drei Milliarden Euro nachzahlen müsste, handelt es sich für den Vatikan um eine hohe Summe. […..]

(Deutschlandfunk, 18.12.2018)

Billionär Franziskus ist also auch deshalb so unfassbar reich, weil er sich um Milliarden Steuerzahlungen drückt.

Der Vatikan gibt nichts ab, zahlt keine Steuern, verspekuliert Spenden für die Armen und lässt lieber täglich eine Myriade Kinder verhungern, statt auf Juwelen aus dem Kirchenschatz zu verzichten.

Franziskus wird schmallippig, wenn es um die Steuerbefreiungen seines Billionen-Unternehmens geht, aber für die Schäfchen, die ihm jeden Monat einen Milliardenstrom zukommen lassen, findet er deutliche Worte:

[…..] Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, die Steuern zu bezahlen und die „gerechten Gesetze des Staates“ einzuhalten. […..] Wie üblich gab Franziskus bei seiner Katechese vom Tagesevangelium (Mt 22,15-21) aus. Darin wollen die Widersacher Jesu ihn mit der Frage in die Falle locken, ob es richtig sei, dem Kaiser Steuern zu zahlen.  […..] Doch Jesus kenne die Boshaftigkeit seiner Widersacher und wisse sich mit seiner Antwort „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (V. 21)aus der Falle zu befreien, so Franziskus weiter: „Und mit dieser Antwort steht Jesus über dieser Streitfrage. Jesus steht immer darüber. Einerseits erkennt er an, dass dem Kaiser Steuern zu entrichten sind – das gilt für alle von uns, die Steuern müssen bezahlt werden, weil sein Bildnis auf der Münze steht; […..] In dieser Aussage Jesu zeige sich nicht nur das Kriterium der Unterscheidung zwischen der politischen und der religiösen Sphäre, sondern auch klare Richtlinien für die Mission der Gläubigen aller Zeiten, fuhr Franziskus fort. Dies gelte auch für das heutige Leben. „Steuern zu zahlen ist eine Pflicht der Bürger, ebenso wie die Einhaltung der gerechten Gesetze des Staates“, so der Papst. […..] Franziskus rief die Gottesmutter Maria um Hilfe für alle dabei an, sich „vor aller Scheinheiligkeit zu schützen [KANN MAN SICH NICHT AUSDENKEN IN DEM ZUSAMMENHANG!- T.] und ehrliche und engagierte Bürger“ zu sein. […..]

(Vatikan, 18.10.2020)

Sonntag, 18. Oktober 2020

Merkel in Relation

Als ich begann mich für Politik zu interessieren, verortete ich die richtig durchgedrehten Staatschefs weit entfern in Afrika oder Ostasien. Kaiser Bokassa, Idi Amin, Pol Pot, Muammar al-Gaddafi.

Unglücklicherweise sind die heutigen Irren gefährlicher, präsenter und auch (politisch) näher. Es begann mit reichlich dubiosen Typen wie Silvio Berlusconi und George W. Bush, die aber inzwischen rational und intelligent wirken in Relation zu den aktuellen Top-Irren Johnson, Trump, Bolsonaro, Erdoğan und Duterte, die alle demokratisch gewählt worden. Es handelt sich dabei teilweise um unsere engsten Verbündeten und Handelspartner. Uganda oder die Zentralafrikanische Republik sind, ohne ihnen zu nahe zu treten, aus deutscher Sicht nicht unbedingt die wichtigsten Partnerländer, die jeden Tag in der Tagesschau vorkommen.

England und Amerika sind aber so vertraut, daß man deren Regierungschefs täglich; eher stündlich; medial begegnet.

Bedenkt man nun noch das Corona-Chaos in den genannten Nationen, liest in den sozialen Medien die gagaesken Auslassungen der Querfrontler-Barden und stellt sich die Zukunft im Bundeskanzleramt mit Merz oder Laschet vor, erscheint einem Angela Merkel geradezu als Lichtgestalt.

In den Zeiten der maximalen Verunsicherung ist sie durch die schiere Amtsdauer und ihr größtes Wesensmerkmal  - das Phlegma – wie eine Lichtgestalt der Politik.

Linke US-amerikanische Pundits bewundern sie, stellen sie immer wieder als strahlende Alternative zu ihrer Chaoten-Regierung in Washington dar und auch die Zustimmungswerte in Deutschland steigen und steigen.

Merkel ist die beliebteste deutsche Politikerin und die CDU die bevorzugte Partei.

Das hat alles seine Berechtigung. In Relation. So wie GWB als sympathischer kluger Kerl erscheint, wenn man gerade einen Trump-Auftritt gesehen hat.

 Gäbe es aber Trump und die 2020er GOP nicht, könnte man die acht Jahre der Bush-Junior-Präsidentschaft als das sehen was sie waren: Eine einzige Katastrophe. Seine Administration täuschte mit haarsträubenden Lügen die ganze Welt, zettelte zwei illegale Angriffskriege an, die inzwischen für 17 Jahren Chaos und Bürgerkrieg mit über einer Million Toten und noch viel mehr Vertriebenen sorgten. GWB zerstörte den Ruf der USA nicht nur in weiten Teilen des Nahen Ostens, sondern auch in Europa bei den engsten Verbündeten. Er zog Englands Premier Blair mit den Sumpf und löste ganz nebenbei noch die größte Weltwirtschafts- und Finanzkrise seit 80 Jahren aus.

Die Bundeskanzlerin wirkt in Relation zu den Top-Spinnern der Welt als gute Regierungschefin, aber sie ist im Vergleich zu den Besten – Ardern, Trudeau – peinlich und uncharismatisch.

Unter ihrer Führung verpasste Deutschland technisch den Anschluss an den Rest der Welt. Internet und Mobiltelefonnetze sind 20 Jahre hinter dem Rest Europas zurück, Deutsche können keinen Handys und keine Laptops bauen, konstruieren kaum zukunftsfähige viel zu schwere Verbrenner-Autos, sind nicht in der Lage ein konkurrenzfähiges E-Modell zu liefern oder ohne Hilfe aus Dänemark oder England ein einziges Off-Shore-Windkraftwerk aufzustellen.

Die Deutschen Großbanken, einst führend in der Welt, sind zu schwer angeschlagenen Übernahmekandidaten geworden, die jederzeit von einem asiatischen Geldhaus aufgekauft werden können.

 Deutsche Schüler haben keine Notebooks. Der Unterricht findet auf Kreidetafeln statt, weil es gar kein WLAN gibt und zu Corona-Zeiten kann man noch nicht mal die Klassenräume durchlüften, weil die Schulgebäude so alt und marode sind, daß sich die Fenster nicht öffnen lassen.

Großprojekte scheitern ohnehin immer in Deutschland – die Baufirmen, Planer und politisch Zuständigen sind allesamt unfähig: Transrapid, LKW-Maut, BER, Stuttgart21, Elphi oder auch nur simple Militärtechnik wie ein Maschinengewehr – alles Schrott, für den wir international ausgelacht werden.

Mal ganz abgesehen von Hightech wie Kampfjets, Marinehubschraubern, Drohnen oder 5G-Technik: All das können Deutsche nicht, weil die Merkel-Bundesregierung mit ihren vollkommen lächerlichen, überforderten Verkehrs- und Forschungsministern nicht vermögen Industriepolitik zu machen.

Sie laufen nur den zahlungskräftigsten Lobbyisten der Altindustrie hinterher, statt Vorgaben zu machen.

Merkel selbst intervenierte jedes Mal, wenn die EU drohte die Verkehrspolitik zu modernisieren und eine CO2-Steuer einführen wollte.

Merkel fördert den Bau von Kohlekraftwerken, reißt dramatisch alle gesetzten Klimazielvorgaben.

Aktiv wird sie für die Rüstungsindustrie und reist mit einem Sprechzettel des Lügenbarons Guttenberg nach China, um dort wie eine gehorsame kleine Hostess die kriminelle Fake-Firmen Wirecard und Augustus anzupreisen.

Deutschland übt derzeit die EU-Ratspräsidentschaft aus. Angela Merkel ist Ratspräsidentin, tut aber nichts.

Die Zustände auf Lesbos sind schlimmer als in Moria, es gibt nicht den Hauch einer Migrationsvereinbarung in der EU, tatenlos sieht man zu wie in Polen und Ungarn die Demokratie demontiert wird.
Zu Belarus gibt es nur ein Achselzucken der EU-Ratspräsidentin Merkel.

Die Frau ist eine Katastrophe der internationalen Politik, die auch noch im Streit mit London die dringend benötigte EU-Einheit aus kleinlichen pekuniären Interessen sprengt.

[…..] Im Interesse der deutschen Industrie

Kanzlerin Angela Merkel dringt gegen EU-Konsens auf "Kompromiss" beim Handelsabkommen mit Großbritannien.   Die Bundesregierung schert aus dem EU-Konsens in den Verhandlungen über ein Brexit-Freihandelsabkommen aus und verlangt Zugeständnisse gegenüber Großbritannien. Hatten die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag noch einhellig - mit Zustimmung Berlins - den Druck auf London erhöht und die britische Regierung zum einseitigen Nachgeben im Streit um das Abkommen aufgefordert, so plädiert Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt dringend für "einen Kompromiss". Auslöser für den Kurswechsel ist, dass London bekräftigt, einen ungeregelten Brexit vorzuziehen, wenn die EU vollumfänglich auf ihren Positionen beharrt. Ein ungeregelter Brexit allerdings brächte gravierende Nachteile vor allem für die deutsche Industrie, deren zweitgrößter Investitionsstandort - deutlich vor China - das Vereinigte Königreich ist und deren Geschäft auf den britischen Inseln schon jetzt ganz erheblich unter den Brexit-Ungewissheiten leidet. Weitere Einbrüche sucht Berlin, mit den Schäden der Coronakrise und den Wirtschaftsrisiken des Machtkampfs zwischen den USA und China konfrontiert, zu vermeiden. [….]

(GFP, 18.10.20)

Als gehorsame, artige Industrielobbyisten torpediert Merkel die ohnehin in einer schweren Krise befindliche EU.

Erbärmlich. Schande, Schande.

Samstag, 17. Oktober 2020

Keine Teilhabe

Wie ich immer wieder auf diesem Blog zeigte, sind nicht Religiöse toleranter, gewaltfreier und eindeutig die friedlicheren Menschen.

Die glücklichsten Nationen sind in allen Untersuchungen die skandinavischen Länder und Island. Dort spielt Religion nur eine kleine Rolle, es gibt den höchsten Anteil Atheisten und mit Abstand die niedrigste Kriminalität.

Wo aber Volksgruppen und religiöse Gruppen einen hohen Organisationgrad vorweisen oder wie in den USA religiöse Riten im Alltag eine dominierende Rolle spielen, ist die Gewaltkriminalität extrem hoch. Es gibt Folter, Todesstrafe, Bürgerkrieg, galoppierende Mordraten. Das Nordirland der IRA, das Heilige Land, der Nahe Osten, Mittelamerika, der Kaukasus.

Es wäre also ganz abgesehen von den persönlichen Präferenzen allgemein erstrebenswert überproportional Atheisten und Konfessionslos in die Judikative, Exekutive und Legislative zu schicken.

Sie könnten für ein friedlicheres Miteinander sorgen und die religiösen Riten Privatsache ihrer Bürger sein lassen.

Es sollte für öffentliche Ämter immer ein Prädikat sein nicht zu einer Religionsgemeinschaft zu gehören, sich von keinem Kult mit altertümlichen Regeln abhängig zu machen.

Mit vielen guten Gründen kann man stolz darauf sein sich zu den Atheisten zu zählen und sich damit den aufgeklärteren und gebildeteren Bürgern zugehörig zu fühlen. Nur als Konfessionsfreier ist man Humanist und hat sich erfolgreich von den Fesseln der Irrationalität befreit.

Unglücklicherweise ist es in der Praxis genau umgekehrt.

Atheisten haben einen schlechten Ruf, sind so gut wie gar nicht organisiert.

Nur wenige tausend von ihnen engagieren sich im öffentlichen Leben Deutschlands. Die Budgets der Gbs, Freidenker, KORSA, IBKA etc betragen ein paar Hunderttausend Euro im Jahr, während die Kirchen auf dreistelligen Milliardenvermögen hocken, jährlich noch mal 12 Milliarden Kirchensteuern (Mitgliedsbeiträge!) einnehmen und jeweils über 20 Millionen Mitglieder haben.

 

Dieses extreme Ungleichgewicht führt trotz der relativen Mehrheit der Atheisten in Deutschland – wir sind knapp 40% in Deutschland (27% Katholiken, 25% Evangelen) – dazu, daß wir in Rundfunkräten, Ethikkommissionen, Gerichten und Regierung so gut wie gar nicht repräsentiert sind.

[….] Die Zahlen der Religionszugehörigkeiten in Deutschland zum 31.12.2019 sind: 43,3 Mio. EKD- und katholische Christen (52,0 Prozent), 4,3 Mio. konfessionsgebundene Muslime (5,2 Prozent), 3,3 Mio. Personen anderer Religionsgemeinschaften (4,0 Prozent) und 32,3 Mio. Konfessionsfreie (38,8 Prozent). Zusätzlich lässt sich die Zahl der tatsächlich Religiösen in Deutschland feststellen: Aktiv Gläubige aller Religionsgemeinschaften sind 6,6 Mio. (7,9 Prozent). [….]

(Fowid, 12.08.2020)

Menschen treten aus der Kirche aus und denken sich dann offensichtlich, sie müssten sich nicht mehr um das thema kümmern.

Falsch! Nun ist es erst Recht wichtig dafür zu sorgen, daß die eigenen Interessen vertreten werden.

Im Parlament passiert das nämlich fast gar nicht.

Unsere Bundesregierung besteht zu 100% aus aktiven Christen. Die 40% Atheisten in der Bevölkerung werden überhaupt nicht berücksichtigt.

Im gegenwärtigen Bundestag sitzen aber nur 16% Abgeordnete ohne religiöses Bekenntnis. Von diesen ohnehin unterrepräsentierten Menschen gehören auch noch extrem überproportional viele der LINKS-Fraktion an, die nicht an der Regierung beteiligt ist und somit keinen Einfluss auf die Exekutive hat.


 
In den USA sieht das noch schlimmer aus. Dort ist immerhin ein Viertel der Bevölkerung konfessionslos, das de facto gar keine Repräsentation genießt.

Ihre Anliegen werden nicht berücksichtigt.

Eklatant ist das Ungleichgewicht im Supremecourt des USA, wo ein ¾-Übergwicht der Katholiken herrscht, die in der Gesamtbevölkerung nur 20% stellen.

 

 

Wir lernen:

Religiöse sind bessere Netzwerker, Lobbyisten, Mauschler, Influencer und Geldeintreiber.

Es ist hohe Zeit für Konfessionslose endlich nachzuziehen und auf Macht und Einfluss zu bestehen; wir sollten sogar überproportional In Gerichten und Regierung vertreten sein, weil wir fairer sind.

Freitag, 16. Oktober 2020

Die ersten Ratten.

Eigentlich bin ich zu abergläubisch und mahne als Erster, das Fell des Bären nicht zu verteilen, bevor er erledigt ist.

Es sieht aber wirklich nicht gut aus für Donald Trump, auch wenn man das extrem verzerrende, die Republikaner bevorzugende Wahlrecht berücksichtigt.

Aber wie FiveThirtyEight-Umfrage-Guru Harry Enten just bei CNN erklärte, sind die ganz aktuellen demoskopischen Daten signifikant anders als im Jahr 2016 drei Wochen vor der US-Wahl.

Trump vermag es gerade noch seine fanatische Follower-Blase zu elektrisieren; aber was nützt das schon wahltaktisch? Die wählen ihn ohnehin.

Ihn verlässt das Glück, die schlechten Meldungen prasseln nur so auf ihn ein.

Drei Trillionen Dollar Haushaltsdefizit, über acht Millionen Corona-Infizierte in den USA, Rekordarbeitslosigkeit und gestern erwies sich auch seine Feigling-Aktion vor dem zweiten; diesmal virtuellen TV-Duell zu kneifen und stattdessen zeitgleich mit Joe Bidens Townhall in Florida aufzutreten als Fehlschlag.

[…..] Der eine punktet, der andere patzt  […..] Statt sich, wie bei ihrem ersten TV-Duell, direkt gegenüberzustehen, saßen US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden diesmal fast 2000 Kilometer voneinander entfernt. Der eine auf einer Open-Air-Bühne in Miami, der andere in einem Museum in Philadelphia.

Zwei Kandidaten, zwei zeitgleiche Sendungen, die eine laut und konfrontativ, die andere ruhig und höflich.  […..] Bei den meisten Fragen wich Trump aus, griff zu abgedroschenen Phrasen und offensichtlichen Lügen - und ließ sich von Moderatorin Savannah Guthrie, die ihn eiskalt hinterfragte, immer wieder aus der Ruhe bringen.   Er weigerte sich zu sagen, ob ein Corona-Test bei ihm vor der letzten Debatte negativ ausgefallen sei ("Erinnere mich nicht"). Er machte erneut die Familien gefallener Soldaten für seine Infektion verantwortlich ("Die fassten mich an"), log über die Corona-Situation in den USA ("In New York herrscht Chaos") und behauptete fälschlicherweise: "Wir haben Heilmittel."   Er vermied es, die Anhänger des gefährlichen Verschwörungskults QAnon zu verurteilen ("Ich weiß nichts über die... sie sind gegen Pädophilie") und wetterte lieber gegen Antifa-Protestler ("Sie brennen unsere Städte nieder"). Er beschimpfte die Medien - die ihm die Bühne boten - als "korrupt". Er nannte die Enthüllungen der "New York Times", wonach er um mehr als 400 Millionen Dollar verschuldet sei, "illegal" - bestätigte sie aber dann, indem er das als "sehr kleine Summe" rechtfertigte. Er wirkte irritiert, verzog oft genervt das Gesicht und redete viel zu schnell. […..]   Bei Biden stand wieder einmal der menschliche Aspekt im Vordergrund. […..] Das Format Townhall liegt Biden. Er erklärte ruhig und ausführlich und wurde - im krassen Gegensatz zum ersten Duell - nicht ständig unterbrochen. Seine Zugänglichkeit zeigte sich ganz zum Schluss besonders deutlich: Weil nicht alle Fragesteller drangekommen waren, blieb er vor Ort, um ihre Fragen zu beantworten. Schwer vorstellbar, dass Trump etwas Ähnliches einfiele. [……]

(Marc Pitzke, 16.10.2020)

Das was progressive Amerikaner wie ich an Joe Biden vermissen, weil wir uns modernere und sozialere Politik wünschen, könnte sich doch als kluge Strategie herausstellen.

Offenbar erscheint vielen Wählern nach dem Experiment Trump ein öder Opi aus dem Establishment als genau der Richtige, um von der chaotischen Sprunghaftigkeit des IQ45 abzulenken. Bloß nicht noch mal ein Wagnis.

[…..] In seinem Fernduell mit US-Präsident Donald Trump hat Joe Biden erneut unter Beweis gestellt, dass er weniger aufregend sein kann als ein Video, das ein Kaminfeuer zeigt. Mit anderen Worten: Er hat wieder einmal alles richtig gemacht. Seine Taktik, nachgerade heimlich ins Weiße Haus einziehen zu wollen und permanent unter dem Radar zu fliegen, ist perfekt. Und nein, das ist nicht so hämisch gemeint, wie es klingen mag.   Am Donnerstag traten sowohl Biden als auch Trump zur selben Zeit im Fernsehen auf. […..] Aus diesem Duell ist Joe Biden als klarer Sieger hervorgegangen, was vor allem mit Donald Trump zu tun hatte. Der Präsident rüpelte sich durch seine Veranstaltung. […..]Während also Trump sich in Miami mal wieder um Kopf und Kragen redete, war Biden in Philadelphia die Ruhe selbst. Nicht ein einziges Mal erhob er seine Stimme. […..]  Sollte er die Wahl am 3. November tatsächlich gewinnen, dann wird das daran gelegen haben, dass er seine Kampagne nach einem Grundsatz führt, den Trump niemals verstehen wird: Weniger ist mehr. […..]

(Christian Zaschke, 17.10.2020)

Das was linke Pundits wie David Pakman oder Brian Tyler Cohen in den bisherigen beiden TV-Duellen als verpasste Gelegenheiten ansahen und sich grämten, daß Harris, respektive Biden nicht zum groben Punch ansetzte, sollte vielleicht wirklich nicht sein, weil es moderate Wechselwähler verschreckt.


Selbst Hardcore-Trump-unterstützer wie Senatschef Mitch McConnell oder der Texaner Ted Cruz ahnen, daß es für ihre Partei am 03.11. ganz fürchterlich schief gehen könnte.

[….] Prominente Republikaner gehen auf Distanz zu Trump  […..] So kritisierte der Trump-Vertraute Chris Christie unter anderem die Schutzvorkehrungen im Weißen Haus. Er habe angenommen, sich dort in einer "sicheren Zone" zu befinden. "Ich lag falsch."  […..] Bereits vergangene Woche hatte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, gesagt, dass er seit Anfang August nicht im Weißen Haus gewesen sei - wegen der Sorge um den dortigen Umgang mit Coronavirus-Risiken. […..] Der republikanische Senator Ben Sasse attackierte unterdessen in einer Telefonkonferenz mit Wählern den Amtsinhaber auf breiter Front. Trump gebe Geld "wie ein betrunkener Matrose" aus und "küsst Diktatoren den Hintern", schimpfte Sasse in einem Mitschnitt, den die konservative Website "Washington Examiner" veröffentlichte. […..] Ebenfalls am Donnerstag erklärte der republikanische Gouverneur von Massachusetts, Charlie Baker, öffentlich, bei der Präsidentschaftswahl nicht für Trump zu stimmen[…..] Laut "Forbes" haben außerdem der republikanische Gouverneur von Vermont, Phil Scott, sowie der Senator von Utah und frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney erklärt, nicht für Trump zu stimmen.    Noch weiter gehen laut "Forbes" die früheren republikanischen Gouverneure von Ohio und Michigan, John Kasich und Rick Snyder: Sie unterstützen offen Biden. […..]

(Spon, 16.10.20)

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Corona nervt

 Prolog

 Als misanthropischer und antinatalistischer Sozialphobiker kommt mir Social Distancing sehr entgegen.

An den Gesichtsmasken stört mich wie meine Brille beschlägt und ich daher gelegentlich halbblind im Supermarkt umher irre. Davon abgesehen finde ich es sehr angenehm das halbe Gesicht vor den anderen Menschen zu verstecken und freue mich sogar noch mehr darüber die Münder und Nasen der Passanten versteckt zu wissen.

Als Kind erzählte mir mal irgendjemand Männer sollten keinen Vollbart tragen, da ihre Lippen darin wie eine um 90° gedreht Vagina aussähen. Unglücklicherweise konnte ich dieses Bild nie mehr aus meinem Hirn verdrängen und finde bärtige Typen allesamt latent pervers. Noch unglücklicherweise ist Vollbart im Gegensatz zu meiner Jugend heutzutage strikte Einheitsmode. Kein Mann tanzt da aus der Reihe und diese Uniformität stößt mich noch mehr ab. Wieso geben die y-Chromosomer kollektiv ihre Individualität ab?

Das ist ein Grund mehr weswegen ich die allgemeine Maskenpflicht nur begrüßen kann; ich will keine bärtigen Männerlippen sehen.

Hamburg ist derzeit kein Corona-Hotspot. Unser Inzidenzwert kratzt zwar auch an der 40er Marke, ist aber weit von den dreistelligen Werten im durchseuchten Berlin entfernt. Auch andere Großstädte sind viel schlimmer als Hamburg betroffen; Bremen 83, Stuttgart 70.

Offenbar verhalten sich die Hamburger relativ diszipliniert, aber wie ich als hypersensitiver Sozialphobiker anmerken möchte, lange nicht mehr so diszipliniert wie im März, April und Mai.

Wenn ich bei REWE einen Topf Quark aus dem Kühlregal fische, wartet der nächste Quarkkäufer eben nicht mehr in gebührendem Abstand bis ich fertig bin, sondern presst sich gleich dazu.

Männer sind vorsichtiger als Frauen, Ältere vorsichtiger als Junge.

Teenagerinnen und weiblichen Twens ist aber alles egal; die rücken einem auf die Pelle, grabbeln alle Waren an und plappern unaufhörlich Aerosole ausspuckend in ihre Mobiltelefone.

Wir hatten uns schon an die schöne große NULL in den Zeitungsstatistiken mit den täglichen Neuninfektionen in Hamburg gewöhnt. Gestern waren es aber wieder 168 neue Corona-Infektionen in der Hansestadt; neue Vorsichtsregeln wurden in Kraft gesetzt.

Keine Gesichtsschilde mehr, Maskenpflicht in mehreren Straßenzügen, etc.

Ich sehne mich nach dem starken Staat, der aber nicht kommt, weil Horst Seehofer als zuständiger Bundesinnenminister wie schon das gesamte Jahr abgetaucht ist und so tut als sei er längst pensioniert. Frau Merkel lässt sich von renitenten Provinzherrschern aus Kiel, Düsseldorf, München, Berlin, Potsdam, Magdeburg und Erfurt auf der Nase rumtanzen.

[…..] Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden. Dann sitzen wir in zwei Wochen eben wieder hier. Es reicht einfach nicht, was wir hier machen. Die Grundstimmung ist, dass sich jeder ein kleines Schlupfloch sucht.“ [….]

(Angela Merkel, 14.10.2020)

Einigkeit bestand nur darin, daß keiner der Ministerpräsidenten einen zweiten Lockdown wünsche.

Die Wirtschaftsexperten sehen es genau wie der MPs.

[…..] Top-Ökonomen warnen vor zweitem Lockdown.  Die deutsche Wirtschaft ist bisher recht gut durch die Coronakrise gekommen. Einen zweiten Lockdown würde sie aus Sicht führender Wirtschaftswissenschaftler nicht mehr so gut wegstecken können. […..]

(SPON, 15.10.2020)

Darüber könnte ich zum Wutbürger werden. Sind das de erbärmlichen Talkingpoints des Oktobers? Wir wollen keinen Lockdown?

Geht es noch redundanter und lächerlicher?
Als ob irgendjemand einen Lockdown anstrebe!

Lockdown ist wie eine Operation am offenen Herzen oder Wurzelbehandlung.

Niemand möchte das. Jeder schreckt davor zurück. Man ergreift selbstverständliche alle Maßnahmen, um diese ultima ratio zu vermeiden.

Erst wenn die Katastrophe da ist, muß man den Thorax auf sägen, bzw alle Veranstaltungen absagen, Restaurants schließen.

Laschet und Kretschmer sind sich also einig keinen zweiten Lockdown zu wünschen?

Das ist ungefähr so informativ wie die Aussage sich einig zu sein keinen Super-GAU im Atomkraftwerk nebenan zu wünschen.

Wer will das schon? Aber wenn all die Reaktorkühlsysteme ausfallen, sollte man einen besseren Plan haben als zu erklären, es bestehe Einigkeit darüber keinen Super-Gau zu wünschen.

Corona nervt, aber föderales Chaos, das Pochen auf regionale Extrawürste und sinnentleerte Allgemeinplätze nerven noch mehr.

Natürlich schränkt kein MP gern das öffentliche Leben drastisch ein und würgt damit die Wirtschaft ab.

Aber ob man das gern tut oder das gern möchte, ist irrelevant.