Samstag, 20. Juni 2020

Lasst sie doch!


Wenn richtig bösartige hochrangige erzkonservative Dunkelkatholiken wie Müller, Mixa, TVE, Sarah, Burke, Viganò, Ratzinger, Gänswein, Brandmüller oder Overbeck negativ auffallen, weil sie sexuellen Kindesmissbrauch beschönigen, gegen Muslime, Frauen oder Schwule hetzen, raffgierig sind oder gegen Menschenrechte agitieren, geben sich 99% der deutschen Journalisten ganz besorgt.
Ob sie damit nicht der Kirche schadeten? Führe das nicht zu mehr Austritten? Wäre das nicht ein Affront gegen Frauen? Stoße das nicht engagierte Laien vor den Kopf?
Schließlich freuen sie sich alle wenn der „Protzbischof Tebartz-van Elst“ nach Rom verschwindet und durch einen Bescheideneren ersetzt wird, wenn der unnahbare unfreundliche Ratzinger in seinen goldenen, mit Perlen und Diamanten bestickten Prachtkleidern durch einen umgänglichen Argentinier, der auch mal lächelt, ersetzt wird und wenn Mixa, der begeistert kleine Jungs verprügelte und Seminaristen betrunken zum Petting aufforderte und seine Kaplane „meine Lustmolche“ nannte („Bleib hier, ich brauche deine Liebe“) durch den unscheinbareren Konrad Zdarsa substituiert wird.

Ich kann das gar nicht verstehen. Ich bin immer traurig, wenn sich die katholische Kirche von Ekelpaketen, die die Gläubigen vertreiben trennt.
Es kann zum Wohle Aller nichts Besseres geben, als prominente Kirchenfürsten wie TVE, die von innen heraus die totale Verdorbenheit ihrer Organisation publik machen und so den Trend zum Atheismus beschleunigen.
Gäbe es nur nette Bischöfe, würde ich von außen unvermindert weiter für den Kirchenaustritt werben und mich bemühen den fatalen, parasitären und destruktiven Charakter der Organisation Kirche aufzuzeigen.
Aber das ist schwieriger, wenn die Kirchenführer gemocht werden.

So war es auch mit der CSU, die ein genauso abzulehnender Haufen war, als 90% der Deutschen begeistert an den Lippen des 800 Millionen Euro schweren Karl-Theodor Baron von und zu Guttenberg klebten und sich wünschten ihn zum Kanzler zu haben.
Obwohl es jeder von Anfang an wissen konnte wie KTG log und betrog, war es schwer gegen die CSU Wahlkampf zu machen.
Erst als das Ausmaß all seiner Betrügereien öffentlich war und er sich in die USA abgesetzt hatte, wo er mit Philipp Amthor, Hans Georg Maaßen und weiteren dubiosen Ultrarechten der sein Augustus-Intelligence-Süppchen kocht, konnte man wieder den Charakter der CSU erkennen.

So ist es auch mit der RKK; ich nehme gern die Hilfe der Müllers, Mixas und Meisners an, wenn ich für einen Kirchenaustritt argumentiere.

Allerdings überrascht es wenig, daß sich viele Journalisten eine starke RKK und eine starke CSU wünschen.

Aber wieso zeigen sie sich nun auch wieder angesichts des AfD-internen Machtkampfes zwischen Scharfrechtsaußen und Völkischrechtsextrem nun schon wieder besorgt über den gestrigen Teilerfolg des Himmler-Imitators Andreas Kalbitz, der erst vom AfD-Vorstand ausgeschlossen wurde und sich nun erfolgreich wieder hineinklagte?

[….] Im AfD-internen Machtkampf um den Rauswurf von Kalbitz hatte Meuthen am Freitag eine juristische Niederlage hinnehmen müssen. Das Landgericht Berlin erklärte den Ausschluss durch den Bundesvorstand für unzulässig. Damit darf der rechtsnationale Politiker seine Rechte als Parteimitglied und als Mitglied im Bundesvorstand bis zur Entscheidung des AfD-Bundesschiedsgerichts wieder ausüben. Die Entscheidung fiel in einem Eilverfahren, das Kalbitz angestrengt hatte. Die Vorsitzende Richterin Meline Schröer begründete das Urteil damit, dass nach dem Parteiengesetz für die Beendigung einer Mitgliedschaft das Partei-Schiedsgericht zuständig sei. In diesem Fall habe der Bundesvorstand als Exekutive unzulässigerweise die Mitgliedschaft des 47-Jährigen für nichtig erklärt. Wegen dieses Verfahrensfehlers müsse Kalbitz Rechtsschutz gewährt werden. [….]


Anders als der Tenor der meisten Kommentare von heute begrüße ich die Niederlage Meuthens und das Frohlocken der eben schon abgeschriebenen Faschisten Höcke und Kalbitz.
Mögen sich die Braunen parteiintern die Köpfe einschlagen und sich gegenseitig attackieren.
Ordentliche Querelen schaden den Wahlchancen – die AFD ist in zwischen in allen bundesweiten Umfragen in die Einstelligkeit gerutscht; das war vor einem Jahr kaum vorstellbar – und sollten sich der Fascho-Flügel durchsetzen, wird es Ärger von den Verfassungsschützern geben.

(…..) Es werden ganz in diesem Sinne auch die Messer gewetzt, um den Ausschluss‘ des Brandenburger Partei- und Fraktionschefs rückgängig zu machen.
Seine Landtagsfraktion steht zu ihm und Kalbitz selbst klagt vor dem Parteigericht.

[….] Nach dem Parteiausschluss von Kalbitz greift AfD-Fraktionschef Gauland Parteichef Meuthen scharf an. Er habe ihm im Vorfeld von diesem Schritt abgeraten, sagt Gauland im ZDF. […..]

Bernd Höcke, der sich vor wenigen Wochen noch mit plumpem SS-Humor damit gebrüstet hatte Männer wie Meuthen „aus der AfD ausschwitzen“ zu wollen, ist erwartungsgemäß im Trumpschen Rage-Mode.

[…..] Höcke, der Thüringer Landesvorsitzende und prominenteste Kopf des rechten Flügels, reagierte mit einer Kampfansage an den Bundesparteichef Jörg Meuthen. Höcke warf ihm "Verrat an der Partei" vor, weil Meuthen am Freitag den Ausschluss von Kalbitz im Bundesvorstand mit knapper Mehrheit durchgesetzt hatte. Höcke sprach von einem Versuch, die Partei zu spalten und kündigte an, er werde "die Spaltung und Zerstörung unserer Partei nicht zulassen". Offenbar überlegt sein Lager, einen Sonderparteitag zu beantragen.
Unterdessen zeigt sich auch die Parteispitze gespalten. So lehnte Meuthens Ko-Vorsitzender Tino Chrupalla den Ausschluss von Kalbitz ebenso ab wie die Spitzen der Bundestagsfraktion Alice Weidel und Alexander Gauland. [……]

Wieso ist Jörg Meuthen noch nicht von der braunen Wucht weggefegt worden?
Wieso kann er sich anders als seine unglücklichen erst zündelnden und dann in den Flammen umgekommenen Lucke und Petry noch halten?

Die Gründe sind in diesem Fall Geld, Macht und Privilegien.
 Faschistische Hetze ist zwar allen AfDlern wichtig, aber noch lieber stopfen sie sich die eigenen Taschen voll. Sie alle haben gelernt von staatlicher Parteien-Alimentierung zu leben.
Nach der Beobachtung der AfD-Jugend und des AfD-Flügels durch den Verfassungsschutz, lag es auf der Hand, daß die Schlapphüte nun ihr Augenmerk auf die gesamte Partei richten könnten.
Schließlich hatte man den eiternden Flügel nicht etwa amputiert und entsorgt, sondern ganz einfach absorbiert. (……)

Wenn es nach mir geht, mögen Kalbitz und seine Flügel-Faschos in der AfD bleiben und weiterhin die Funktionäre gegeneinander in Stellung bringen.

[….] Die Fronten zwischen den beiden Lagern im Bundesvorstand verhärten sich derweil zunehmend. AfD-Ehrenvorsitzender Alexander Gauland, der von Anfang an gegen Kalbitz' Rauswurf war, versucht es noch einmal mit einem Appell an seine Gegenüber: Die knappe Mehrheit im Bundesvorstand solle die juristische Auseinandersetzung doch nun bitte komplett einstellen. Aber einfach so tun, als wäre nichts gewesen? Er dürfte selbst wissen, dass es dafür zu spät ist.
Selbst in der Bundestagsfraktion, die lange immun gegen Parteistreitigkeiten zu sein schien, habe die Angelegenheit schon jetzt Kollateralschäden angerichtet, gesteht Gauland ein. Plötzlich gebe es über eher banale Entscheidungen teils heftigen Streit, berichten Abgeordnete der AfD. So sollen Meuthen-Getreue am vergangenen Dienstag in der Fraktionssitzung versucht haben, zu verhindern, dass sein Co-Parteichef Tino Chrupalla im Bundestag in der Debatte über den 17. Juni eine Rede halten darf. [….]

Als Rotrotgrüner kann ich es nur begrüßen, wenn die Bundestagsfurien Weidel und Storch sich gegenseitig an die Gurgel gehen, statt darüber zu orakeln Flüchtlinge an der Grenze zu erschießen.
Mit Freude sehe ich es, wenn Gauland sein perfides verbales Gift gegen seinen eigenen Parteichef Meuthen einsetzt, statt über andere Parteien herzuziehen.
Streitet bitte weiter.
Gern mit Hauen und Stechen.

Freitag, 19. Juni 2020

Jana


Normalerweise sind Bildung, Prosperität und Intelligenz die Todfeinde der organisierten Religion.
Je schlauer die Menschen und je weniger bedrohlich ihre Lebensumstände, desto atheistischer werden sie.

Daher verlieren die Kirchen in West- und Nordeuropa, in Nordamerika und Australien kontinuierlich an Einfluss, während sie in Südamerika und Afrika wachsen.

Corona, gemeint damit ist den weltweite Pandemie mit bisher 8,7 Millionen Infizierten und 460.000 Toten, ist daher ein echtes Geschenk für die Christenfürsten. Irrationale Panik und rationale Todesangst – genau das braucht es, um aufgeklärte Menschen dazu zu bringen wieder ihre Kirchensteuern zu bezahlen.
Kein Wunder also, daß sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ehrlich über die halbe Million Toten freut.

[….] Limburger Bischof Bätzing: „Corona-Krise ist Glücksfall der Geschichte.“
„Niemand, kein Volk, kein Land, keine Wirtschaft ist eine Insel. Alles hängt mit allem zusammen“, sagte Bätzing in seiner Rede. Die Krise, so schlimm sie auch sei, habe viel Gutes hervorgebracht. „So viel Freundlichkeit und Humor habe ich selten erlebt“, sagte der Limburger Bischof, der Anfang März zum Nachfolger des bisherigen DBK-Vorsitzenden Reinhard Marx gewählt worden war.
„Mit so vielen bisher Unbekannten habe ich nie zuvor unterwegs gesprochen.“ Selten hätten andere seine guten Wünsche so gern angenommen und es ihm mit tollen Ideen gedankt. [….]

Bätzig kann Hilfe in Form einer globalen Wirtschaftskrise, zig Millionen Arbeitslosen, Pleiten, Verzweiflung, Massensterben und Zukunftssorgen wirklich gebrauchen. Die kirchlichen kinderfickerfreundlichen Bolsonaro- und Trump-Fanboys verfangen in Deutschland immer weniger mit ihren biblischen Botschaften.

[….] Zwei von drei Jugendlichen finden Glauben unwichtig
Dass Jugendliche sich vom Glauben entfernen, liegt vor allem daran, dass in den Familien keine religiösen Traditionen mehr gepflegt werden. Die Kirche kann das nicht kompensieren.
Laut der jüngsten Shell-Studie hat der Glaube sowohl für katholische wie auch für evangelische Jugendliche erheblich an Bedeutung verloren. Nur noch 39 Prozent der katholischen und 24 Prozent der evangelischen Jugendlichen sagen, dass ihnen der Glaube wichtig sei. Das lässt befürchten, dass sich der Trend zu immer mehr Kirchenaustritten von Menschen in der Familiengründungsphase weiter verstärken wird. Bereits jetzt tritt etwa ein Viertel aller Getauften im Alter zwischen 25 und 35 Jahren aus der Kirche aus. [….]

Die Jugendlichen selbst sind der Kirche ohnehin herzlich egal, da sie in der Regel noch kein oder kaum Geld verdienen.
Aber wenn sie erst mal ausgetreten sind, fehlen später die Kirchensteuerzahler.

[…..] Noch nie gab es so viele Kirchenaustritte wie 2019
Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. Das vergangene Jahr bricht offenbar alle Rekorde: 2019 reichten besonders viele Katholiken eine Abmeldung ein. … „Wir wissen bereits, dass es im vorigen Jahr noch einmal einen erheblichen Anstieg gegeben hat“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Im Jahr 2018 waren 216.000 Katholiken ausgetreten, der Rekord aus dem Jahr 2014 lag mit 218.000 Austritten nur wenig höher. […..]

Blöderweise verträgt sich das „Gottesgeschenk Corona“ nicht mit kirchlichen Praktiken wie dem gegenseitigen Oblaten-in-den-Mund-stecken, Messdiener-Fellatio, alle Finger in eine gemeinsame verkeimte Wasserpfützen stippen oder dem engen Zusammenrotten, um mit weit aufgesperrten Mundschutz-losen Mündern Viren auszuspeien (Vulgo: Singen).

Wo dennoch Gottesdienste stattfinden, fungieren sie gern als Covid19-Brutstätte.

Herr Bergoglio in Rom lehnte sich daher weit aus dem Fenster, als er versuchte mit seiner stärksten geistlichen Waffe, dem Urbi Et Orbi, die Pandemie einzudämmen. Natürlich erreichte er damit lediglich einen unfreiwilligen Beleg für die Sinnlosigkeit religiöser Rituale, weil die Infektions- und Totenzahlen auch nach Franzels nuklearer Aktion völlig unbeeindruckt weiter anstiegen.

Kirche versuchte also in Coronazeiten auf virtuelle Formen auszuweichen.
Denn in diesem komischen Internet soll sich die Jugend von heute vorzugsweise aufhalten.
Die Evangelische Kirche gründete also den Jugend-Youtube-Kanal Jana.
Dort wollte und sollte die jung konservative Vloggerin Jana Highholder die U25-Generation „abholen“, indem sie ihnen beispielsweise erklärte nicht abtreiben zu sollen. Natürlich nennt die EKD ihre Star-Jugendbeauftragte aber nicht profan „Youtuberin“ oder gar „Vloggerin“, sondern kreißte und gebar den extra abschreckenden Neologismus „Online-Netzwerk christlicher Sinnfluencerinnen und Sinnfluencer“.


Es kam wie es kommen musste: Während andere Youtuber scheinbar spielend im Alleingang Millionen Abonnenten gewinnen und für ihre einzelnen Videos achtstellige Klickzahlen erreichen, kommt Highholder mit ihrer aggressiven missionarischen Aufdringlichkeit und der geballten Medienpower der Milliardenschweren Kirche kaum jemals aus fünfstellige Klickzahlen.
Ihre Fähigkeiten als Vloggerin kann ich an dieser Stelle leider nicht analysieren, da ich nach wenigen Sekunden Ohrenschmerzen von ihrer Stimme bekam und es mir nicht gelang einzelne Videos länger anzusehen.
Die EKD hatte nach zwei Jahren ein Einsehen.

[….] Evangelische Kirche stellt Youtube-Kanal "Jana" ein
Der von der Evangelischen Kirche in Deutschland mitfinanzierte christliche Youtube-Kanal "Jana" wird eingestellt. Grund dafür seien finanzielle Einbußen, die durch die Corona-Krise entstanden sind, teilte das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik mit.
Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) hatte den Kanal gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verantwortet. Im Februar war das evangelische Contentnetzwerk "yeet" an den Start gegangen, das mediale Inhalte verschiedener Sinnfluencerinnen und Sinnfluencer anbietet.
Wie das GEP mitteilte, wird der Vertrag mit der Kölner Produktionsfirma Mediakraft für den Youtube-Kanal nicht verlängert. Das Gesicht des Kanals ist die mittlerweile 22-jährige Medizinstudentin Jana Highholder. Sie hatte im April 2018 mit dem Kanal begonnen. In ihrem letzten Video äußerte sie sich stolz über das Erreichte. [….]

Donnerstag, 18. Juni 2020

Das macht mich müde


Der 197ste Fleischskandal bei Tönnies und Co.
Dazu kann man inhaltlich nichts mehr schreiben; so selbstverständlich und erwartbar ist das.
Schon vor weit über 30 Jahren haben wir im Politikunterricht in der Schule über die Paten der Fleischmafia gesprochen, die als Prototyp der CSU-Amigos zu den Großspendern der Unionspolitiker gehörten und ganz selbstverständlich in der bayerischen Staatskanzlei ein- und ausgingen, um Politik zu gestalten.

[….] Honeckers guter alter Bekannter aus dem Bayerischen war der Rosenheimer Fleischwarenmillionär Josef März, Konzernchef und Senior der Familienfirma "Gebr. März KG", einer der intimsten Spezis des damaligen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß. [….]

Der andere Metzger-Multimillionär war der schwäbische legendäre Strauß-Amigo Alexander Moksel, der ebenfalls von seinem CSU-Kumpel mit in die DDR genommen wurde, um Geschäfte mit dem DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski, der Millionen an Moksel-CSU-Geheimkonten in der Schweiz überwies.

 Die Tönnies Holding aus dem nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb für Schweine mit über 9.000 Mitarbeitern und fest im Mastdarm der CDU verankert. Besitzer Clemens Tönnies, Privatvermögen 2,3 Milliarden Euro, erfüllt in jeder Hinsicht das Klischee des fiesen fetten Fleischers mit erzkonservativer Weltsicht, Geldgier und tiefer Verachtung für Umweltschutz und Tierwohl.

Als Fußball-Funktionär ist er mit Gazprom verstrickt, raffte mit Cum-Ex-Geschäften Geld vom Finanzamt und musste schon eine Geldbuße in Höhe von 128 Millionen Euro wegen drastischer Kartell-Verstöße zahlen.
2019 kam auch noch ein Gloria-von-Thurn-und-Taxis-Gedächtnis-Award für die übelsten rassistischen Sprüche über Afrikaner und deren angebliche Potenz.

Konsequenzen musste er nicht befürchten – dafür sorgt schon die Regierungspartei CDU.

[….] Der frühere Fernsehkommissar und Ex-Bundestagsabgeordnete Charles M. Huber tritt nach der Diskussion über die Aussagen des Aufsichtsratschef von Schalke 04, Clemens Tönnies, aus der CDU aus.
[….]  Als Grund nennt er Äußerungen des Afrika-Beauftragten der Kanzlerin, Günter Nooke (CDU), die seiner Auffassung nach eine rassistisch motivierte Kommunikation von Tönnies relativieren. [….] Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. «Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren», sagte Tönnies. Nooke hatte hierauf gefordert, eine ehrliche Debatte zu führen. «Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden», sagte Nooke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. [….]

Die Schweinemäster sind so tief in der CDU verankert, daß selbst der eher konservative Ethikrat Ministerin Klöckner just dafür anpfiff willfährig die gewünschten Tierquälermethoden abzusegnen.

[….]  Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit massive Kritik für ihre Position zur Schweinehaltung einstecken müssen. Eine heute veröffentlichte Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zum verantwortlichen Umgang mit Nutztieren wirft der Ministerin "nicht hinnehmbare" Zustände vor.
Anfang des Monats war sie mit dem Versuch gescheitert, einen Verordnungsentwurf durch den Bundesrat zu bekommen, der es den Bauern erlauben würde, Millionen Sauen viele weitere Jahre lang in engen Metallkäfigen, im sogenannten Kastenstand, zu halten. Im letzten Moment hatten sich die Länder mit grüner Regierungsbeteiligung geweigert, einem Kompromiss zuzustimmen. Der hätte das Leid der zur Bewegungslosigkeit verurteilten Sauen für acht Jahre besiegelt und das Leben der Tiere auch danach nur unwesentlich verbessert. [….]

Klöckner ist eine Erfüllungsgehilfin der Tierquälerei.


[….] Dieser Kastenstand ist so klein, dass sich die Sau darin kaum bewegen kann. Dadurch können die natürlichen Bedürfnisse des Hausschweins nicht ansatzweise erfüllt werden.
[….] Muttersauen werden wie Gebärmaschinen behandelt. Ihr Leben ist ein ununterbrochener Zyklus aus künstlicher Besamung, Trächtigkeit, Geburt, Säugezeit und erneuter Besamung. Eine Sau kann so zwei bis drei Mal im Jahr trächtig werden.
  Mit rund sieben Monaten wird die Jungsau zum ersten Mal besamt. Dazu wird sie im „Deckzentrum“ in den Kastenstand gesperrt. Per Hormonspritze wird die „Rausche“ (Phase der Empfänglichkeit) herbeigeführt. So kann die Sau künstlich besamt werden. Danach bleibt sie für mindestens vier Wochen im Kastenstand. Die Industrie argumentiert, dass es so wahrscheinlicher sei, dass die Trächtigkeit erhalten bleibt.
Etwa eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin wird die Sau in den „Abferkelstall“ gebracht. Dort wird sie erneut für etwa 5 Wochen in einen Metallkäfig (Kastenstand in der „Abferkelbucht“) eingepfercht in dem sie etwa zehn bis 20 Ferkel zur Welt bringen muss, die sie dort rund drei bis vier Wochen säugt. Dabei trennt das Gitter die Mutter von ihren Ferkeln.
Zwar können die Ferkel unter den Stangen an die Zitzen der Mutter gelangen, die Mutter kann jedoch keinen liebevollen Kontakt zu ihren Ferkeln aufnehmen. Nach der Säugephase wird die Sau meist sofort wieder ins Deckzentrum und erneut in den Kastenstand gebracht. [….] Eine Sau durchläuft diesen „Produktionszyklus“ so lange, bis sie die gewünschte „Aufzuchtleistung“ von durchschnittlich etwa 30 Ferkeln pro Jahr nicht mehr erbringt. Danach wird sie geschlachtet.
Die meisten Sauen überleben diesen Zyklus nur wenige Jahre. Dabei würde die natürliche Lebenserwartung von Schweinen sehr viel höher liegen.  [….]

Tönnies hält seine Mitarbeiter allerdings auch nicht wesentlich besser und so  entwickelte sich einer seiner Betriebe zu einem Covid19-Hotspot.

[….] Nach dem Ausbruch einer Corona-Infektion unter mindestens 657 Mitarbeitern einer Fleischfabrik im ostwestfälischen Rheda-Wiedebrück schließt der Landkreis Gütersloh alle Schulen und Kitas. Das sei "ein probates Mittel, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern," sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU). Ein genereller Lockdown von Behörden und Geschäften sei jedoch nicht geplant, da sich die Gefahr klar eingrenzen lasse. [….]

Ebenso wenig überraschend: CDU-Landesvater Laschet springt Tönnies bei und schiebt in einer perfiden, miesen, xenophoben Attacke Ausländern die Schuld in die Schuhe – aber nicht Clemens Tönnies.

[….] Außenminister Heiko Maas hat die Äußerung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet über rumänische und bulgarische Arbeiter in dem vom Coronavirus schwer getroffenen Schlachtbetrieb Tönnies als "höchst gefährlich" kritisiert. Bei einem Besuch in Bulgarien forderte der SPD-Politiker den stellvertretenden CDU-Vorsitzenden auf, sich dafür zu entschuldigen.
Laschet, der auch Kandidat für den CDU-Vorsitz ist, hatte auf die Frage, was der Corona-Ausbruch über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: "Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da das Virus herkommt. Das wird überall passieren."
[….] Maas sagte, für die Äußerung gebe es keine sachliche Grundlage. "Es ist höchst gefährlich über solche Schuldzuweisungen, die in der Sache auch noch absurd sind, Diskussionen, die wir auch in Deutschland haben, zu verstärken und auch zu verschärfen." Laschet gieße damit "Öl ins Feuer", wie es "niemand, der verantwortliche Politik macht, tun darf". […..]


Wieso diese unglaublichen Zustände in der Schlacht- und Mast-Industrie existieren? Brutale, abartige Zustände, die seit Jahrzehnten in der Presse angeprangert werden, von TV-Magazinen dokumentiert und von Tierschutzorganisationen bekämpft werden.


Dafür gibt es drei einfache Gründe.

Die Großschlachter bezahlen die C-Parteien.

Die Wähler wählen die C-Parteien.

Die Bürger kaufen ständig das Billigfleisch von Tönnies, weil ihnen beim Fressen Ethik und Moral vollkommen egal sind.

Mittwoch, 17. Juni 2020

Das Corona-Siegertreppchen

Mit Lügen, Prahlereien, drastischen Beschimpfungen und absurden Theorien kann man wunderbar das Publikum unterhalten, Wähler begeistern und Wahlen gewinnen.
Das zeigen Rechtspopulisten in allen Demokratien.

Sie die Welt, widewidewitt, so zu machen wie sie einem gefällt, ist viel einfacher als sich immer an Fakten und der Wahrheit zu orientieren, als tragfähige Kompromisse zu suchen, politische Gegner mit einzubeziehen und dauerhaft nachhaltig zu handeln.
Daher kümmern sich Bolsonaro, Boris und Donald auch nicht um lästige demokratische Spielregeln, faire Wahlbedingungen oder das Parlament.
Ihre Fans feiern sie dafür „Politiker anderen Typs“ zu sein.
Boris Johnson war schon lange als haltloser Hallodri bekannt, der lügt, daß sich die Balken biegen. Nachdem er die Brexitverhandlungen vollständig chaotisiert hatte holte er bei den vorzeitig am 12. Dezember 2019 durchgeführten
Unterhauswahlen 2019 eine gigantische absolute Mehrheit von 365 Sitzen (Labour 203 Sitze, Liberaldemokraten pulverisiert auf 11 Sitze).

Anders als die in weiten Teilen vollständig verblödeten Wähler in GB, Bra, Ostdeutschland oder den USA, lässt sich Sars-CoV2 so gar nicht von xenophoben und radikalen Sprüchen beeindrucken.


Trump, Johnson und Bolsonaro weigerten sich allesamt Monate das Virus ernst zu nehmen, spotteten über die Staaten in Asien und Südeuropa, die drastische Lockdown-Maßnahmen ergriffen.

Eine Pandemie mit losem Mundwerk zu bekämpfen scheint aber nicht zielführend zu sein, da so ein Virus nicht FOX-News guckt.

Ein halbes Jahr nach den ersten Corona-Fällen haben die drei rechtspopulistisch-antiseriös regierten Länder USA, Brasilien und Großbritannien zusammen über 200.000 Todesfälle aufzuweisen, belegen Gold, Silber und Bronze des weltweiten Todesrankings.
120.000 Tote in den USA, 46.000 in Brasilien, 42.000 in GB – aber nur 8.500 in Deutschland.


 Noch drastischer fällt der Vergleich der Todesfälle im Verhältnis zur Bevölkerung aus.
621 Tote pro eine Million Briten, 362 Tote pro eine Million Amerikaner.
Zum Vergleich: 0,3 Tote/1Mio in Taiwan, 3 Tote/1Mio in China, 4 Tote/1Mio im dicht bevölkerten Singapur, 7 in Japan, 106 in Deutschland.
Überraschung; Leugnen und Gebete helfen doch nicht gegen einen Lungenvirus.

Die Kombination aus Pandemie und populistischer Idiotenregierung aus dem engen Trump-Freundeskreis ist toxisch.

[….] Sie tanzen und sie sterben [….] Lateinamerikas größte Nation ist am Abgrund. Noch diese Woche könnte die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Brasilien auf über eine Million klettern, spätestens im August soll das Land die USA überholen. Dann gibt es nirgendwo auf der Welt mehr Infizierte als hier - und das sind nur die offiziellen Zahlen. Mittlerweile sterben so viele Menschen in Brasilien an Covid-19, dass man nicht mehr weiß, wohin mit den Leichen.
Präsident Jair Bolsonaro hat die Gefahren durch den Erreger zuerst geleugnet, dann die Verantwortung von sich gewiesen. Menschen sterben, so sei das nun mal, sagt der Präsident. Die Leute sollten nicht glauben, er sei der Messias, nur weil das sein zweiter Name sei.
[….] Nach der Ausgangssperre sei es eine Zeit lang ruhig gewesen, aber dann tönte der Präsident im Fernsehen, das Virus sei nur ein "Grippchen" und nicht gefährlich. Und die Nachbarin erzählte ihr, der Pastor in der evangelikalen Kirche habe gesagt, dass Gott helfen werde. Ende April waren die Straßen wieder voll. [….]


[….] Jetzt könnten [die Evangelikalen] bald die Zahl der Katholiken im Land übersteigen. Sie haben enorm an Einfluss gewonnen, auch dank Präsident Jair Bolsonaro: Im Wahlkampf hat er sich auf Gott berufen, öffentlich gebetet und die Nähe der einflussreichen evangelikalen Kirchengründer gesucht. Letztes Jahr war er sogar vor Edir Macedo niedergekniet. Der ehemalige Lotterieangestellte ist das Oberhaupt der Universalkirche des Königreichs Gottes, einer der größten Pfingstkirchen des Landes. Ihr gehört der Tempel des Salomon, eine Megakirche in São Paulo. Vor Tausenden ließ sich der Präsident auf der Bühne segnen, es war ein demonstrativer Kniefall vor den Evangelikalen.
Mit ihren TV-Kanälen, Radiosendern, Verlagen und Pastoren haben sie maßgeblich dazu beigetragen, dass Bolsonaro 2018 zum Präsidenten gewählt wurde. Er hat sich seitdem immer wieder bei ihnen revanchiert, nicht nur mit Auftritten, auch mit Steuervorteilen und Posten. [….]