Sonntag, 8. März 2020

FFF gedemütigt.


Greta Thunberg, die so extremen Hass und Abwehr von AfD und FDP auf sich zieht, steht immerhin nicht unter Verdacht es sich leicht  zu machen.
Sie nimmt ihre Sache sehr ernst und lässt sich nicht vor einen anderen Karren spannen.
Ihre Wut auf die Tatenlosigkeit der vorherigen beiden Generationen ist echt.
Zweifellos setzt sie das Klima-Thema in vielen Ländern sehr viel höher auf die Agenda und verhalf den Grünen Parteien und Klima-NGOs zu sehr viel neuer Kraft.
So viel Kraft, daß Rechte und Konservative sie auch ernst nehmen und bei jeder Gelegenheit über „die psychisch kranken Klima-Gretel“ lamentieren und ungeniert hetzen.
Kein Nazi-Blog, der ohne bösartige Schmähungen der schwedischen Teenagerin auskommt.
Die hochgradig verblendeten Verschwörungstheoretiker des Schlages David Berger und Donald Trump, die grundsätzlich den menschengemachten Klimawandel bestreiten, sind das kleinere Problem, da sie sich selbst damit am meisten lächerlich machen.
Schlimmer sind die radikal überheblichen Christian Lindners, die in sagenhafter Arroganz verlautbaren lassen, Thunberg solle das Thema lieber den Profis (wie ihm, Lindner) überlassen. Der AFDP-Chef ist damit sogar noch unangenehmer als die Opportunisten von Bergoglio über Merkel bis von der Leyen, die gern ein bißchen von „Gretas Ruhm“ abhaben wollen, indem sie sie öffentlich loben, aber in Wahrheit weiter bei allen Klimaschutzmaßnahmen auf der Bremse stehen, vage Ziele in fernen Jahrzehnten formulieren, die Madrider Klimakonferenz krachend scheitern lassen und denen im Zweifel die Wünsche der Autoindustrie viel wichtiger als der Schutz des Planeten ist.
Wo die Grünen regieren, sind die keinen Deut besser. In Hessen lassen sie neue Startbahnen bauen und dafür Wälder roden, in Hamburg gibt es kein Tempolimit und kein Kreuzfahrschiffsverbot, in Baden Württemberg wird die Autoindustrie gepampert und auch die Stuttgarter Grünen verweigern sich Fahrverbote für die dreckigsten Klimaschädlingsautos. Die grünschwarze Landesregierung in Wiesbaden ließ überhaupt keine Windräder mehr aufstellen. Grünes Klima-Totalversagen in Hessen.
Selbst die nicht regierenden Grünen an der Bundesspitze werden sich hüten klimapolitische Maßnahmen zu fordern, die echte Einschränkungen im Alltag bedeuten. Robert Habeck verzichtete symbolträchtig in den Jamaika-Koalitionsverhandlungen von 2017 a priori auf grüne Klimaschutzziele – um „guten“ Willen zu zeigen.
Kurzum; die meisten politischen Player sind neidisch auf das Jugend-Motivationspotential von Rezo oder „Fridays For Future“, sie würden aber ihren eigenen Kindern „keine Entschuldigung schreiben“ (AKK), um dort teilzunehmen.
Niemand fordert tatsächlich den Verzicht auf Flugreisen oder SUVs, weil das gar nicht ginge.
Das schade der Wirtschaft, werde vom Wahlvolk abgelehnt und wäre technisch nicht umsetzbar.
Greta, wir haben dich lieb, finden deine Anliegen ehrenhaft, aber nun geh‘ zurück nach Schweden und nerv uns nicht weiter.
Wir Erwachsenen können deine naive Kindergartenpolitikvorstellungen gar nicht umsetzen.
Geht nicht. Unmöglich. Darf nicht. Wirtschaftsfeindlich.
Corona, das Todesvirus, das nun sogar einen deutschen Toten forderte. Einen Deutschen! Bei Chinesen und Italienern war es noch zu tolerieren? Ein 60-Jähriger in Ägypten, aber mit deutschem Pass!

Frage: Ist es wirklich so dramatisch, wenn mal ein Deutscher stirbt?
Jein. Eigentlich nicht.

Seit vielen Jahren wissen wir durch unzählige TV-Dokumentationen und Zeitungsberichte, daß in deutschen Krankenhäusern fleischfressende Antibiotika-resistente Superbakterien wie MRSA regelrecht herangezüchtet werden.
 Das führt pro Jahr zu mindestens 40.000 Toten in Deutschland.
Über hundert Menschen sterben an diesen Krankenhauskeimen JEDEN TAG!
Sterben ist völlig normal und häufig.

Jedes Jahr sterben in Deutschland zwischen 850.000 und 950.000 Menschen.


Auch Todesfälle durch Virusepidemien gibt es immer wieder, ohne daß es das öffentliche Leben beeinträchtigt.

[…..] Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das sei die höchste Zahl an To­des­fällen in den vergangenen 30 Jahren, wie der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, heute mit Blick auf eine eigene aktuelle Auswertungen erklärte. [….]

Wieso also gab es 2018 nicht die geringste Panik, als durch eine Virusinfektion über 25.000 Deutsche starben, während beim Stand von einem Corona-Toten bundesweit die Nudeln und das Klopapier ausverkauft sind, die Krankenhäuser ihre Sterilum-Spender bewachen müssen und Schwestern die Mundschutzmasken gestohlen werden?

Nun, es gibt Unterschiede zwischen einer Grippe- und einer Covid19-Infektion:
An Grippe sterben hauptsächlich alte Menschen in Pflegeheimen, die niemand vermisst und außerdem tangiert Grippe nicht die Industrieproduktion.

Corona führt aber zu Fabrikschließungen, Flugstornierungen, Hotelbuchungsabsagen, zu Kursrutschen und Umsatzeinbußen.

Tja, Greta Thunberg, wenn es um finanzielle Interessen geht und nicht bloß um das alberne Überleben aller Spezies auf einem sich aufheizenden Planeten, geht all das was man eben noch als „undurchführbar“ betrachtete, doch ganz einfach:
Drastischer Rückgang der privaten Flugreisen, massive Einschränkung des PKW-Individualverkehrs, Stillstand der Kreuzfahrtriesen und sogar die Luft in den asiatischen Smog-Glocken wird schlagartig viel besser, weil die Wirtschaft zurückgefahren wird.
Sorry Greta, Du wurdest verarscht.
Covid-19 zeigt es nur allzu deutlich. Wir wollten aber nicht, weil wir nur von der Wand bis zur Tapete denken. Der Generation der über 50-Jährigen ist es schlicht und ergreifend egal, wenn die Erde im Jahr 2060 oder 2070 ein unbewohnbares Treibhaus ist.

[…..]  Corona- vs. Klimakrise Zweierlei Maß
[…..]  Das Virus wird womöglich zu einer globalen Rezession führen, Lieferketten werden lahmgelegt, in Teilen Chinas, Koreas und Italiens ist das öffentliche Leben praktisch zum Erliegen gekommen. In China hat die Reaktion auf das Virus offenbar zu einem so deutlichen Rückgang der Luftverschmutzung geführt, dass man die sogar auf Satellitenaufnahmen erkennen kann. Notenbanken senken Zinsen, Regierungen erwägen Investitionspakete, ganze Branchen ändern ihre Planung und ihre Prioritäten. […..]  Und dann ist da diese andere potenzielle Katastrophe, ebenso global. Und wenn wir nicht bald zu handeln beginnen, ist sie noch weit gefährlicher als Covid-19 es je sein könnte. […..] 
Da fragt man sich doch: Warum führt diese eine Krise eigentlich zu so heftigen Reaktionen, und die andere, ungleich existenziellere, nicht?
[…..]  Es gibt eine einfache psychologische Erklärung für die krasse Diskrepanz zwischen den Reaktionen auf das Coronavirus und denen auf die Klimakrise: Wir Menschen sind umso weniger bereit, unser Verhalten zu ändern, je weiter die vermuteten Konsequenzen des Nichthandelns entfernt scheinen, zeitlich wie räumlich. […..]  Unsere längst bekannten kognitiven Verzerrungen lassen also das eine bedrohlicher erscheinen als das andere. Obwohl es, global und menschheitsgeschichtlich betrachtet, genau umgekehrt ist: Klimakrise und Artensterben sind für die Menschheit weit bedrohlicher als eine zusätzliche Viruserkrankung, so bedrohlich und potenziell tödlich diese Erkrankung auch sein mag. […..] 

Samstag, 7. März 2020

Hoffnung für den November


Hubert Wetzel, der stets kenntnisreiche USA-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, stellt heute sehr nüchtern fest, daß der nächste US-Präsident mal wieder ein alter weißer Mann sein wird. Weit über 70. So viel stehe immerhin fest.
Biden oder Trump; weniger wahrscheinlich Sanders.
Wie konnte das passieren bei einer demokratischen Partei, die deutlich jüngere Wähler als die Konkurrenz hat, stolz auf ihre Diversität ist und mit einer wahrlich bunten Truppe aus Jungen, Asiaten, Latinos, Schwarzen, Frauen und Schwulen antrat?
Sind etwa auch die Trump-Gegner heimliche Chauvis?
Vielmehr wäre der Prozess des Aussiebens zu Gunsten von Biden ein Zeichen von Reife; die Demokratischen Vorwähler hätten sich strikt danach gerichtet wer die besten Chancen habe Trump tatsächlich zu schlagen.
Dafür müsse man Biden nicht lieben; wenn er denn nur gewinne.
Für die Herzenswärme werde Obamas Vize sicherlich eine progressive dunkelhäutige Frau als VP aussuchen und so versuchen ein Ticket zu bilden, das mit Bidens Vertrauensvorschuss und seinen Siegchancen, sowie dem Jugendappeal und Statement pro Diversität der Vizepräsidentin-Kandidatin die beiden wenig vertrauenswürdigen alten weißen Männer Trump und Pence besiegen könne.
Bitte kein lahmer VP-Pick à la Tim Kaine.
Da die demokratische Partei mit Nancy Pelosi und Alexandria Ocasio-Cortez de facto von zwei Frauen repräsentiert werde, gebe es ohnehin keine mangelnde Glaubwürdigkeit beim Thema Diversität.
Zudem habe der Super Tuesday gezeigt, daß Joe Biden bei afroamerikanischen Wählern ähnlich viel Zuspruch und sogar noch höheren Turnout als Barack Obama erreiche.
Schwarze vertrauten ihm einfach, weil sie wüßten, daß Obama ihm total vertraute.

Ich hadere sehr mit Biden, der noch im Wahlkampf 2008 vehement die gay marriage ablehnte und sich in dieser Frage auf die Seite Sarah Palins stellte, aber ich erkenne die Tatsache seiner enormen Beliebtheit an. Wenn Biden wirklich die beste Chance ist Trump aus dem Oval Office zu vertreiben, stelle auch ich mich hinter ihn, obwohl ich ihn keineswegs für den bestmöglichen US-Präsidenten ab Januar 2021 halte.
Vielleicht braucht es nach dem Desaster 2017-2021 erst einmal einen Übergangspräsidenten, der wieder ein wenig Vertrauen in die Institutionen der USA herstellt. Es wird sehr interessant die Entwicklung der GOP nach dem Verlust einer Trump-Präsidentschaftswahl zu beobachten.
Bisher kuschen sie alle vor IQ45, werfen sich sofort devot zu Boden, weil er mächtig ist, über zig Millionen fanatische Fans verfügt und somit als Wahlsieggarant erscheint.
Was aber, wenn Trump auf einmal der Geschlagene ist, der nach einer Amtszeit schmachvoll rausgeworfen wurde? Wie lange wird dann noch der Burgfriede zwischen den zutiefst feigen, heuchlerischen und verlogenen Opportunisten Graham, Cruz, McConnell einerseits und den wahrhaft komplett verblödeten glühenden Trump-Fans Gaetz, Jordan und Pence halten?
Werden sie sich zerfleischen?
Eine in Auflösung befindliche GOP könnte bei der Wahl von 2024 den Weg frei machen für einen blutjungen schwul-lesbischen Transgender-schwarzen Pazifisten-Sozialist, der als #47 die USA richtig umkrempelt.

Es gibt weitere schlechte Nachrichten für Donald Trump:
Michael Bloomberg ist mit seinen 61 Milliarden Dollar zwar aus dem Rennen ausgeschieden, weil er einsehen musste die Kandidatur nicht kaufen zu können, aber er ist bei Weitem nicht so ein rücksichtsloser Egomane wie Trump. Daher wird er seine persönlichen Ambitionen zwar begraben, aber nach eigener Aussage nun genauso intensiv Joe Biden unterstützen und plant auch weiterhin zwei Milliarden US-Dollar im Präsidentschaftswahlkampf auszugeben.
Schon jetzt sind Bloombergs Anti-Trump-Spots allgegenwärtig. Sie werden dem senilen Clown weiterhin sehr wehtun.





Schließlich ist da noch die gerade erst an Fahrt aufnehmende Corona-Krise, die IQ45 nicht durch Lügen und Prahlereien abwenden kann.
Niemand kann die 30 bis 40 Millionen hardcore-Trumpwähler, die ihn wie einen Messias verehren und zu seinen Cult-gatherings erscheinen davon abhalten ihn zu wählen. Aber es gibt weitere 10 bis 25 Millionen Trumpwähler, die ihn für vulgär und persönlich abstoßend halten, jedoch auch keine Sympathien für die Demokraten hegen und bereit sind trotz aller moralischen Skrupel zu dem orangen Mann zu stehen, der die Aktienkurse hochbringt und den Unternehmen alle Wünsche erfüllt.
Die können sich jedoch von ihm abwenden, wenn in China die Produktion still steht und sich trotz der republikanischen Verneblungsversuche herausstellt wie extrem abhängig die US-Ökonomie von China ist; daß bei Wall Mart fast nur chinesische Produkte in den Regalen liegen und auch die Kreditgeber alle aus China stammen. Das Budgetdefizit ist unter Trump genauso explodiert wie das Handelsbilanzdefizit zu China.
Was werden diese Wähler tun, wenn der Dow Jones abstürzt und Trump weiterhin bei dem Corona-Management versagt?



Noch lachen wir über Trumps sagenhafte Idiotie.
Aber was passiert, wenn die Anzahl der Toten und Infizierten rasant ansteigt?


🤷‍♀️🤷🏼‍♂ pic.twitter.com/cRjVWrTpYq
— D Fullen 🇺🇸🌊 (@dhfull50) March 6, 2020

Freitag, 6. März 2020

CDU driftet immer weiter ab


Schimpfen können ist eine Kunst, die nur wenige beherrschen.
Interessanterweise beherrschen ausgerechnet die größten Schimpfer ihr Metier oft überhaupt nicht, sondern beschränken sich auf eine simple Kombination aus Koprolalie und Echolalie.
Genauso funktionieren auch die Pöbeleien des antidemokratischen Rassisten Donald Trump.
„Antifa! Antifa!“ ätzt er beispielsweise und beweist mit der falschen Betonung, daß er sogar zu blöd ist zu begreifen was er selbst verbal flatulenzt.

Besondere Häme trifft oft eher den Pöbler als den Adressaten, weil sie dessen Beschränktheit offenbart.
So sind zwei der meist verbreiteten Schimpfworte – „Wichser“ und „schwul“ – nur von geistig sehr Minderbemittelten negativ konnotiert.
Masturbation und Homosexualität sind in Wahrheit weit verbreitet, gesund und völlig normal.

Das betrifft auch den Begriff „Antifa“.
Unter Demokraten sollte Einigkeit bestehen, daß Faschismus die gefährlichste und verachtenswerteste Ideologie überhaupt ist.
Antifaschismus ist geradezu der Gründungskonsens beider deutscher Staaten nach 1945. Es musste erst gründlich entnazifiert werden.
Faschisten mussten ihrer Gesinnung abschwören.
Wie sollte es auch ausgerechnet in Deutschland anders sein, nachdem der Faschismus mehr als einen Kontinent vollkommen zerstörte, den Holocaust beging und darüber hinaus 55 Millionen weitere Kriegstote verursachte?
„Wehret den Anfängen“ und „Nie wieder!“ sind die einigenden Kernüberzeugungen aller deutschen Parteien.

Wer kein Antifaschist ist, muss sich sehr ernste Fragen bezüglich seiner Verfassungstreue gefallen lassen.
Folgerichtig werden Antifa-Aktivisten üblicherweise von Nazis, AfD-Flügelmännern und David Berger attackiert.
Es ist eine Ehre für alle Antifaschisten; wer den Zorn des zutiefst verlogenen und bösartigen PiPi-Bloggers auf sich zieht, macht offensichtlich alles goldrichtig.

Aber dann gibt es auch noch CDU-Gliederungen, deren politischer Kompass schon lange völlig kaputt ist.
Werte-Union, JU und ostdeutsche Landesverbände, die sich einen verbalen Überbietungswettbewerb mit völkischen AfDler liefern, davon faseln das „Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen“ – so die stellvertretenden CDU-Fraktionschefs Ulrich Thomas und Lars-Jörn Zimmer in Sachsen-Anhalt – nähern sich immer wieder den völkischen Stichwortgebern für den tödlichen Rechtsterrorismus an.

[….] Die sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann hatte bereits 2016 verlangt, die Union dürfe sich "nicht für immer und ewig" gegen Bündnisse mit der AfD aussprechen. Ähnlich hatte sich im September 2018 der Chef der sächsischen CDU-Landtagsfraktion, Christian Hartmann, geäußert. Erst nach heftiger Kritik - unter anderem von Kramp-Karrenbauer - ruderte er zurück. [….]

Der weit nach Rechtsaußen abgedriftete CDU-Landesverband Hamburg, der sich vor zwei Wochen bei den Landtagswahlen seine 11-Prozent-Quittung abholte, schwärmt für Friedrich Merz, ist auf vielen Ebenen mit völkischen Burschenschaften verquickt und überlegt ernsthaft den Rechtsrechtsrechtsaußen MdB Christoph Ploß zum neuen Parteichef zu machen.
In unmittelbarer geographischer Nähe, dem zu Schleswig-Holstein gehörenden „Hamburger Speckgürtel“ Pinneberg verlangt die CDU gar die Schließung des Antifa-Cafés im Geschwister-Scholl-Haus – passenderweise einen Tag nachdem Sophie Scholls Schwester Elisabeth Hartnagel 100-jährig in München gestorben ist.

[…..] Das endgültige Aus für das Antifa-Café in Pinneberg? Die CDU will sämtliche politischen Veranstaltungen in Jugendeinrichtungen verbieten. Das würde allerdings nicht nur das Café betreffen.
Die Antifaschistische Initiative Kreis Pinneberg ruft nun dazu auf, am Dienstag den 10. März Solidarität zu bekunden. Um 17.30 Uhr findet die Kundgebung am Rathaus Pinneberg statt. Es wird versucht zu verhindern, dass durch einen Beschluss der Pinneberger Ratsversammlung offene Jugendarbeit in städtischen Jugendeinrichtungen verboten wird. Ein solches Verbot würde nicht nur das Antifa-Café im Geschwister-Scholl-Haus treffen. Auch andere, wie beispielsweise die Fridays-for-Future-Gruppe aus dem Kreis Pinneberg, dürften sich dann dort in Zukunft nicht mehr versammeln. […..]

Was ist bloß los mit der CDU?
Nur vier Wochen, nachdem sie sich in Erfurt wie eine läufige Hündin der braunen Bulldogge Bernd anboten und gleich drei Köpfe rollten (AKK, Mohring, Hirte) die nächste Nazi-Anbiederei?

[…..] Die Parteien“, so steht es im Grundgesetz, Artikel 21, „wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ Dass Parteien und ihre Funktionär*innen diese Rolle schon mal damit verwechseln, einzig sie seien beauftragt mit dieser „politischen Willensbildung“, diesen Vorwurf nähren Vorgänge wie das, was die CDU im schleswig-holsteinischen Pinneberg sich da gerade ausgedacht hat. „Politische Veranstaltungen“ zu untersagen, weil man es kann? Und das am Ende noch als Reaktion­ auf die Kränkungserfahrung, die dem christdemokratischen Nachwuchs dort bereitet wurde, im bösen Antifa-Haus in der Bahnhofstraße? Geht's noch? […..]