Sonntag, 23. Juni 2013

Revanchistisches Geschwätz.


Von allen extremen Politgruppen, die wir in Deutschland zu bieten haben, waren mir die Vertriebenen-Verbände immer die mit Abstand Unsympathischsten. (Burschenschaftler mal kurz ausgeklammert...)
Schon allein die Selbstüberschätzung, daß sie behaupten für alle Vertriebenen zu sprechen!
Die meisten Menschen mit Wurzeln in östlichen ehemals deutschen Gebieten, halten die CSU-affinen Trachten-Fanatiker vom BdV für genauso abartig, wie sie es auch wirklich sind. Das einzig „Gute“ an den Vertriebenen ist, daß sie mit Erika Steinbach und Bernd Posselt Topfunktionäre haben, die genauso so grotesk und unsympathisch sind, wie ihre Verbände. 
CSU-Mann Posselt
Merkel und Steinbach
CDU-Mann Pawelka

(Eigenartigerweise sind diese Vertriebenen auch alle geradezu grotesk häßlich.) 
 Das sind Söhne und Töchter von Kriegsverbrechern, die sich immer noch ihren Führer zurück wünschen.
Die BdV-Chefin wird bei ihren NPD-Claqueuren kaum Probleme haben ihren sogenannten „Anspruch“ zu begründen, aber diejenigen, die mehr als drei Gehirnzellen haben, fragen sich schon, wieso die braune Freundin Merkels überhaupt für ehemalige Heimatvertriebene spricht.

Polnische Gebiete als Steinbachs Heimat anzusehen, gelingt nur mit einem Höchstmaß an Rabulistik:
Ihr Vater Wilhelm Karl Hermann ist ein in Hanau (Hessen) geborener Feldwebel der Nazideutschen Luftwaffe.
Ihre Mutter, Erika Hermann stammt aus Bremen.
Ins seit dem deutschen Angriff auf Polen 1939 westpreußische und seit 1945 wieder polnische Rahmel, gelangt Feldwebel Hermann 1941 als Soldat Hitlers.
Dort wird Erika Steinbach 25. Juli 1943 geboren und verläßt Ihre Heimat, der sie 64 Jahre später noch nachweint, im Januar 1945 als 18 Monate altes Baby, da die Rote Armee die Konzentrationslager befreiend gen Westen vorrückt.

18 Monate in Polen als Teil der Hitler-Armee soll nun Maßstab sein?

Wieso fixiert sich der BdV eigentlich auf das Jahr 1943?
Polen ist schließlich schon einen Tick älter. Der Wawelhügel mitsamt Grotte in Krakau wurde schon vor 20.000 Jahren bewohnt. In der Bronze- und Eisenzeit dominierte die Lausitzer Kultur. Als bekanntestes Beispiel gilt die Pfahlbausiedlung in Biskupin, die um 700 v. Chr. gegründet wurde. Zur Zeit der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert kamen Slawen nach Polen. Um 960 gründete der westslawische Katholik Herzog Mieszko I. den Staat.

Tausende Jahre Geschichte interessieren Frau Steinbach aber offenbar einen Dreck - sie orientiert sich wie die NPD an einem anderen „1000-Jährigem Reich“.

1943 scheint ihr Lieblings-Status-quo zu sein.

Steinbach braune Kollegen von der Revanchisten-Truppe bemühen oft das „Deutschland in den Grenzen von 1937“.
1937 war Deutschland immerhin deutlich kleiner als 1941 zum Beispiel, aber Neonazis haben offensichtlich nicht die Eier, um so ein Gebiet zu fordern.

1937 ist für deutsche Großmachtsphantasien aber auch ein ordentlicher Brocken. Pommern, Niederschlesien, Oberschlesien und Ostpreußen waren schon vor der den weiteren „Anschlüssen“ unter Hitler Teil des Deutschen Reiches.

Traditionalisten könnten in der jahrtausendealten europäischen Geschichte durchaus auch weiter zurück greifen.

Wieso fordert eigentlich niemand ein Deutschland in den Grenzen von 1100?
Ottonen und Salier dominierten damals, "Deutschland" war wesentlich kleiner und westlicher. Also kein Vorbild für den BdV - die waren nämlich noch gar nicht dort eingefallen, von wo aus sie später mal vertrieben werden sollten.

Gehen wir mal weiter zurück ins Jahr 800. Da war hier ein gigantisches einheitliches Reich. Wäre das nichts, was sich Holger Apfel wünschen könnte?
Natürlich nicht, denn damals war das alles französisch - unter Karl, dem Großen und die Teutonen hatten gar nichts zu melden.

Gehen wir also lieber wieder ein paar Jahrhunderte in die andere Richtung:

1789 (französische Revolution) ist nichts für Nationalisten von 2009 - ein einziges Chaos aus Mikro-Staaten. Obwohl Friedrich der Große bereits wie die wilde Wurst Eroberungskriege angezettelt hatte.

Deutschland in den Grenzen vom Wiener Kongress (1815) wäre für NPD und Erika Steinbach auch eher ungeeignet. Die schlimmste Kleinstaaterei war zwar vorbei, aber dennoch waren es noch lauter eigenständige Staaten, die sich hier tummelten. 39 eigenständige Einheiten gab es noch - und wir sprechen heute mit 16 Bundesländern noch von föderaler Unregierbarkeit.

Eine schöne staatliche Einheit, auf die man sich bei dem BdV berufen könnte, war Deutschland aber wenige Jahre vorher: 1806.
Welch beeindruckend riesiges politisch einheitliches Gebilde findet man da in Europa! Aber davon lassen BdV-Tradis schön die Finger - denn das war damals ALLES Frankreich. Schon wieder.
Heute hat wieder ein Kumpel der braun-homophoben Erika sein Schandmaul aufgerissen.

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Rudi Pawelka, hat von Polen und Tschechien eine Entschuldigung und Entschädigung für die Vertreibung von Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg gefordert. "Wir machen einseitig Versöhnung, das bringt auf Dauer nichts", sagte Pawelka auf dem Deutschlandtreffen der Schlesier in Hannover. "Wir haben uns vielfach entschuldigt."

[…]  In seiner Rede kritisierte Pawelka auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese habe sich 2002 noch in der Opposition für eine Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter im Osten eingesetzt, tue jetzt aber nichts. Als moralischen Tiefpunkt deutscher Außenpolitik bezeichnete Pawelka, dass Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Königsberg 2011 einen Kranz für gefallene Sowjet-Soldaten niederlegte, nicht aber für Frauen und Kinder, die von den Soldaten ermordet worden seien.
Im Gegensatz zu den Behauptungen Pawelkas ist die Kanzlerin oft genug auf Linie mit den Ewiggestrigen.
Sie hielt immer ihre schützende Hand über Erika Steinbach und nahm ungerührt schwere außenpolitische Verstimmungen mit Polen in Kauf, indem sie für Steinbach einen Sitz in der biliateralen Stiftung forderte.
Daß Steinbach Vater zu denen gehörte, die 20% der polnischen Bevölkerung ausgerottet hatten – jeder FÜNFTE POLE wurde im zweiten Weltkrieg von den Deutschen ermordet – und daraus ihren „Anspruch“ auf eine „Heimat in Polen“ ableitet, stört Merkel nicht.

Prozentual haben die Polen das höchste Blutopfer im Zweiten Weltkrieg geleistet.
In absoluten Zahlen war der Krieg für die Russen am Brutalsten.
Rund 20 Millionen Russen starben – also mehr als drei Mal so viele Opfer wie bei den Deutschen, die den Krieg angezettelt haben. 
Das sind 70 mal so viele Tote, wie die Opfer, die Amerika zu beklagen hatte – und Amerika sind wir doch immer so dankbar.
Die Russen haben nicht nur Ausschwitz befreit, sondern auch Deutschland von Hitler befreit.

Wir sollten als Russland gegenüber extrem dankbar und bescheiden auftreten.

Die Kanzlerin erdreistet sich aber diese Woche in St. Petersburg einen Eklat zu provozieren, indem sie die Rückgabe von ein paar Goldklumpen verlangt, welche die Rote Armee neben ihren 20 Millionen Leichensäcken mit nach Hause nahm.
Eklat bei Merkels Russland-Besuch

Der Streit zwischen Deutschland und Russland um die sogenannte Beutekunst schwelt schon lange. Nun hat er anlässlich eines Besuchs von Kanzlerin Angela Merkel in St. Petersburg zu einem Eklat geführt. Eigentlich wollten Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin am Abend gemeinsam die Ausstellung "Bronzezeit - Europa ohne Grenzen" mit Ansprachen eröffnen. Diese Grußworte seien von der russischen Seite entgegen der ursprünglichen Planung jedoch kurzfristig abgesagt worden, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.[…]

Nach Angaben von Vize-Regierungssprecher Georg Streiter wollte Merkel in ihrer Rede erwähnen, dass Deutschland auf der Rückgabe von Kunstwerken bestehe, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Russland gebracht wurden.
(Tagesschau 21.06.13)
Den Zwist indes an der Ausstellung zur Beutekunst zu exemplifizieren, wäre der unglücklichste Weg, um auf politische Differenzen zu antworten.

Berlin würde dabei in Russland – aber wohl auch in der westlichen Öffentlichkeit – wenig Zustimmung finden. Gerade jetzt, nachdem Merkel-Deutschland in der Krise in Südeuropa als Erbe der Nazi-Väter karikiert wird. Beutekunst verlangt etwas mehr Empathie.    

Berlins Position in der Beutekunst ist einfach: Von Deutschen begangenes Unrecht kann nicht durch Unrecht gesühnt werden. So sieht es auch das internationale Recht.

Eine Position allerdings, die es sich vielleicht doch zu einfach macht. Russland hält in diesem Fall nichts vom formalen Recht. Leiden, Gerechtigkeit und Moral werden in den Vordergrund gerückt und historische Verantwortung angemahnt.

Dafür sollte man Verständnis haben. Auch wenn sich das System mit dem Rückbezug auf den „Großen Vaterländischen Krieg“ als patriotische Klammer und wichtigstes Ideologem fragwürdige Legitimität verschafft.

Putin schlug mit seinen Worten zur Deeskalation den richtigen Ton an: die Politik sollte den Kunstexperten über Divergenzen hinweg folgen und nach Lösungen suchen. Vor allem das Aufrechnen sein lassen.
Interessanterweise wohnt Merkel ganz in der Nähe der Museumsinsel und hat sich sicherlich schon einmal die Nofretete angesehen, die im Ägyptischen Museum im Nordflügel des Neuen Museums ausgestellt ist.
Die Nofretete ist nach Ansicht vieler Kunstexperten eins der größten Kunstwerke der gesamten Menschheitsgeschichte.
Als ich sie das erste Mal im Original gesehen habe, war ich auch auf eine geradezu magische Weise von ihr gefangen. Natürlich kannte ich, wie jeder Mensch der Erde, das Bild der Nofretete, aber diese Büste im Original ist unfassbar grandios.
Zeitlos schön.
Die Nofretete ist zweifellos Ägyptisch und Ägypten möchte sie dementsprechend auch zurück haben – schließlich wurde sie, wie so vieles anderes  auf der Berliner Museumsinsel (Pergamonmuseum!) geraubt.
Auf dem Ohr ist Merkel aber taub.
Sie fordert nur  von anderen, was sie selbst nie tun würde.
Das betrifft verschleppte Kunst genauso wie Austeritätspolitik, die auch nur die Südeuropäer machen sollen, während Merkel in Deutschland die Wahlgeschenkmilliarden um sich wirft.

Man kann sich übrigens auch einsichtig verhalten; zumindest wenn man nicht in der CDU ist.

Die Nachfahren von Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg, Hitlers letztem Botschafter in Moskau, wollen Dutzende wertvolle Bücher aus ihrem Familienbesitz an die Schlossbibliothek in Pawlowsk bei Sankt Petersburg überstellen. Die Bücher wurden im Zweiten Weltkrieg vom "Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg" aus dem Zarenschloss entwendet und  Schulenburg geschenkt.

"Ich finde es sehr gut, dass wir in diesem aufgeheizten Klima ein positives Zeichen setzen können", sagte Stephan Graf von der Schulenburg, ein Großneffe des Diplomaten und Widerstandskämpfers, am Sonntag der Süddeutschen Zeitung. "Natürlich sind die Bücher gestohlen. Und natürlich müssen sie nach Russland zurückkehren."

Die in Russland seit 70 Jahren vermissten Bücher stammen aus der Bibliothek der Kaiserin Maria Feodorowna (1759 bis 1828), einer gebürtigen Prinzessin von Württemberg. Unter ihnen befinden sich "Lessings sämtliche Schriften" in der dreißigbändigen Ausgabe von 1771, Mirabeaus Briefe, 1792 in Paris veröffentlicht, und die Memoiren von Marie Antoinette, erschienen 1823 in Paris.


 

Samstag, 22. Juni 2013

Religiotenkonzentrat!



Nicht nur, daß meine einst so geliebte „ZEIT“ immer mehr zum religiösen Blatt wird, das ungeniert Werbung für die Kirchen macht.
Nicht nur, daß Tagesspiegel und Süddeutsche Zeitung relativ erbärmliche Religionsredakteure haben (wobei Claudia Keller vom TS noch drei Klassen dämlicher und primitiver als Matthias Drobinski von der SZ ist).
Nicht nur, daß ich monatlich im mehrfacher Ausführung mit dem evangelischen „Chrismon“-Magazin der sinnfreien Plappertaschen Käßmann und Göring-Kirchentag belästigt werde.

Nein, diese Woche habe ich sogar ZWEI EXEMPLARE von „CREDO“ bekommen.
(Beilage in SZ, FAZ und ZEIT)
Da hat mal jemand richtig Geld in die Hand genommen. 
Hochglanzmagazin, 84 Seiten und das als Beilage in den TOP-Überregionalen!
Titel: 
„Ein Magazin zum Jahr des Glaubens. In Kooperation mit dem L’osservatore Romano“
Herzausgegeben von Bischof Gregor Maria Hanke und Peter Seewald.
Zuerst dachte ich also, hier handele es sich um das katholische Gegenstück zu dem fürchterlichen „Chrismon“ und erwartete die usual suspects wie Andrea Nahles, Annette Schavan und Wolfgang Thierse über ihre Beziehung zu Gott phantasieren zu sehen.
Aber nichts da!
Credo ist die Hardcore-Version.
 Purer Dunkelkatholizismus. Kathnet und die FSSPX dürften begeistert sein.
Die perfekte Masturbationsvorlage für jeden Tradi.
Da ist die Crème de la Crème der Zölibatsbefürworter und Homohasser versammelt.
Erhältlich auch online und als pdf zum Download.
Und in der Heftmitte gibt es dazu noch ein DREI-Seiten-Interview mit unserer christlichen Kanzlerin über ihren Glauben!
Was will man mehr?
Es gibt eigentlich gar keinen Grund auf einzelne Texte in diesem Blogposting einzugehen – die Autorenliste sagt schon alles:

Editorial vom Papstbiographen Peter Seewald.
Andreas Püttmann über die „Risiken der Entchristlichung Deutschlands“
Kolumne von MATTHIAS MATUSSEK über das „katholische Abenteuer“
Photoreportage über Prozessionen („Demonstrationen des Glaubens“)
BIRGIT KELLE mit einem Plädoyer für ein Frauenbild als Mutter in der Familie.
RALF SCHULER (von der BILD-Zeitung) über die „Diaspora Berlin“ (Schauder…)
DR. ALEXANDER KISSLER über seine sechs katholischen Lieblingsbücher, darunter MARTIN MOSEBACHs „Westend“
PETER SEEWALD über die Päpste Franzi, Ratzi und JP-II.
Der „Jesus-Fakten-Check“ (vertrauenswürdige Zeugen, bestmögliche Aufzeichnungen!)
MARTIN ZÖLLER (Vatikan-Mann des BR) über Fritz Gerlich.
Vier Seiten Interview mit KARDINAL KURT KOCH.
Portrait MARTIN DREYER (gründete 1992 die Jesus-Freaks)
BISCHOF RUDOLF VODERHOLZERs Plädoyer für den Zölibat.
PAUL BADDE über das „Heilige Anlitz von Manoppello“
WALTER KARDINAL BRANDMÜLLER über „Gott und die Deutschen“.
GABRIELE KUBY über „Genderismus in der Gesellschaft“
ROBERT SPAEMANN erklärt „Was ist eigentlich Glaube!“.

 Auf der letzten Seite wird dann mal so richtig geprotzt mit all den Dingen, die sich die RKK unter den Nagel gerissen hat.


 Die vielleicht schönste Geschichte beginnt erst auf Seite 70 und bringt Hoffnung für Ungläubige und Ketzer:

Wie geht eigentlich katholisch?
Wie erklärt man Atheisten den Zauber des Glaubens?
Ein Mann und eine Frau versuchen es.

Ich bin gespannt.
Und erfahre:

Ein Bischof, Gregor Maria Hanke, 59, und eine gläubige Betriebswirtin, Julia Kleinheinz, 27, geben Antworten, die viele Fromme überraschen und viele Atheisten nachdenklich machen können.

[…] CREDO: Was ist für Sie der unverrückbare Kern des Katholischen?

Kleinheinz:  Für mich ist es die Eucharistie. Also, dass Gott seinen Sohn gesandt hat, der auf die Welt gekommen und Mensch geworden ist, um auf der Erde dauerhaft gegenwärtig zu sein und in unser Leben einzugreifen, in Liebe und aus Liebe zu uns.

Hanke: Für mich ist es der sakramentale Gedanke. Das Heil wird mir zuteil, aber ich kann es mir nicht selbst holen, ich muss es mir schenken lassen. Keiner kann sich selbst ein Sakrament spenden. Auch ich als Bischof brauche einen Priester, der mir in der Beichte Vergebung zuspricht. […]

Kleinheinz: Den Zauber des Katholischen kann man mit allen Sinnen erfahren, man kann ihn riechen, schmecken, hören, fühlen. Denken Sie an den Weihrauch, der das Aufsteigen unserer Gebete symbolisiert, oder an die Gemäuer einer alten Kathedrale. Denken Sie an die Orgelmusik. Mich zieht dieser mystische Aspekt des Katholischen sehr an. […]

CREDO: Gott erfahren ohne Eucharistie, geht das überhaupt?

Hanke:  Es geht, aber dann drängt es einen zum Höhepunkt. Es ist wie beim Bergsteigen, da will man auch nicht nach der Hälfte umkehren, sondern das Gipfelkreuz erreichen. Die Eucharistie ist der Gipfel, da zieht es einen unablässig hin. […]

Kleinheinz: Eine Freundin von mir interessiert sich stark für Schamanismus. Bei ihr habe ich festgestellt, dass sie zwar sucht, aber sich ständig mit sich selbstbeschäftigt. Immer ist sie es, die etwas tun oder leisten muss, bei Jesus ist es umgekehrt, er wirkt an uns, wir müssen nur Ja sagen.
Hanke: Wenn ich Gott ernst nehme, ist er der ganz Andere, ein gewaltiges Du. Wo ich mir meinen persönlichen Gott zurechtschnitze, kann ich nicht beschenkt werden, Gott will uns aber beschenken. […]

Kleinheinz: Die Menschen von heute wollen ihr Leben nicht aus der Hand geben. Sie wollen selbstbestimmt agieren und ahnen nicht, wie befreiend es sein kann, die Führung abzugeben. Gott hat einen persönlichen Plan für jeden, und der Plan ist gut, aber wir kennen ihn noch nicht. Wir leiden doch längst darunter, dass wir so viele Möglichkeiten und Optionen haben. Wir sind unsicher, wir schwanken, wir verspüren echten Druck, uns alle Möglichkeiten und augenscheinliche Freiheiten offen zu halten, aber wer sich nicht entscheidet, wird niemals frei sein.

Jetzt bin ich als Atheist aber ins Nachdenken geraten und bin bekehrt! 
Hosianna!

Freitag, 21. Juni 2013

Geistige Giganten des Konservatismus - Teil VI

Geistig zurückgebliebene Radikalinskis wie Palin und Bachmann, sowie bösartige ultrarechte Demagogen und Lügner wie Rubio und Ryan sind für die Wähler aus der Mitte einfach zu extrem.

Andererseits vertreiben die wenigen verbliebenen Republikaner, die noch halbwegs zurechnungsfähig sind – wie zum Beispiel der neue Verteidigungsminister Chuck Hagel oder der einstige Hoffnungsträger Chris Christie - die fanatisierten Teebeutler von den Urnen.

Schwer vorstellbar, daß sich demnächst eine republikanische Führungsfigur finden läßt, die wie einst Ronald Reagan das ganze GOP-Spektrum abdeckt.
Das Spektrum ist nämlich breiter und bunter geworden.

Langfristig wird eine zerfasernde GOP die Mehrheitsfähigkeit verlieren und den Demokraten wieder Mehrheiten in beiden Kongresskammern ermöglichen.
Sie könnten sich dann auch wieder ein bißchen nach links orientieren – so wie es sich die Basis wünscht.

Dann könnte es wieder voran gehen in Amerika.

Der sechste geistige Gigant des Konservatismus (GGK), den ich in dieser neuen Reihe vorstellen möchte bringt alles mit, das man sich von einem amerikanischen Fundi wünscht: Michael Clifton Burgess (* 23. Dezember 1950) ist Republikaner, Texaner, seit 2002 Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses, Gynäkologe, Mitglied des congressional Tea Party Caucus und selbstverständlich als Anhänger der Reformed Episcopal Church stramm christlich. 


Seine Wähler lieben ihn; fast bei jeder Wahl holte er locker 2/3 der Stimmen.
He won the general election with 75% of the vote. He won re-election with 66% in 2004, 60% in 2006, 60% in 2008, 67% in 2010, and 68% in 2012. (Wikipedia)
Er befürwortete den Irak-Krieg, den Afghanistan-Krieg und ein Amtsenthebungsverfahren gegen Barack Obama, der diese Kriege beenden will.
Wie für rechtskonservative GOPer üblich, lügt er gerne.
In 2011, he submitted an amendment to the 2012 Energy and Water Appropriations Act to defund part of the act that established higher efficiency standards for household light bulbs. However, Burgess' claims that the standards represented a "ban" on conventional lightbulbs were rated as "Mostly False" by the fact checking website PolitiFact.com

On August 9, 2011, Burgess met with a Tea Party group in Keller, Texas to discuss his vote to raise the debt ceiling. When a constituent asked if the House of Representatives was considering impeaching President Barack Obama, Burgess responded "It needs to happen, and I agree with you it would tie things up... No question about that.
Zum GGK-VI macht Burgess aber seine medizinische Expertise zum Schwangerschaftsabbruch. „Abortion“ ist bekanntlich das ganz große Thema der Teebeutler.
 Man meint alle ihre Ansichten zum Thema schon gehört zu haben, aber Burgess argumentiert wissenschaftlich fundiert gegen die Abtreibung.
Als Gynäkologe hat er nämlich Embryos im Ultraschall beim Onanieren erwischt.
Männlichen Föten greifen Burgess zu Folge schon im Alter von 15 Wochen zwischen ihre Beine, weil sie die schönen Gefühle beim Vier-gegen-Einen-Spiel lieben. 
Und wer orgasmische Freunden fühlen kann, müsse folgerichtig erst Recht den grauenvollen Schmerz des Abgetrieben-Werden empfinden können!


Watch a sonogram of a 15-week baby, and they have movements that are purposeful,” Burgess continued. “They stroke their face. If they’re a male baby, they may have their hand between their legs. If they feel pleasure, why is it so hard to think that they could feel pain?"
Wann immer man sich die Pfeifen von Union und FDP im Bundestag ansieht und bei so viel Doofheit am liebsten die Finger in der Autotür klemmen gehen will, muß man sich nur vergegenwärtigen was für komplett Irre im US-Kongress sitzen.
Dagegen ist der Bundestag noch ein Hort der Vernunft – und das sage ich trotz Thierse und Steinbach!
Please make them stop.
Yet again, a member of the House Republicans' loony wing has taken it upon himself to school us in the particulars of female biology. Last year, Todd Akin said that the gals have the gift for identifying rapist sperm and thus preventing pregnancy; last week, Trent Franks said that the "incidence" of rape resulting in pregnancy is "very low" (which is surely no consolation to the estimated 83,000 American women impregnated via rape each year); and, this week, we've had a very creative contribution from Texan Michael Burgess.

He said that we should bar abortions as early as 15 weeks, because at that point in pregnancy...how shall I daintily phrase this...the male fetuses are masturbating.

Wow, did you know that the womb was a sexual pleasure zone? I didn't know that, either! […]

By suggesting that teensy male fetuses spank the monkey, Burgess was apparently trying to make a case for the pain canard. The House GOP's anti-abortion bill - the most restrictive measure in a decade; it passed the chamber last night - aims to bar the practice at 20 weeks because fetuses at that age supposedly feel pain. Hence the bill's catchy title, the Pain-Capable Infant Protection Act.

What a crock.   The overwhelmingly male House Republicans are free to believe junk science if they so choose, but the American mainstream would probably prefer to believe the American College of Obstetricians and Gynecologists, the Journal of the American Medical Association, and the British Royal College of Obstetricians and Gynecologists - all of which, after studing the real science, have stated that there's no such thing as fetal pain at 20 weeks or earlier. As the American College concluded last year, "fetal perception of pain is unlikely before the third trimester," which begins in week 25. The group said this is "the dominant view of the medical profession."

As for Burgess' claim that 15-week male fetuses are pleasuring themselves, well, that would be quite a feat, considering the biological facts: (a) the length of fetuses at that stage is roughly four inches, (b) they have yet to develop central nervous systems, and (c) medical experts say that, even at 20 weeks, fetuses are not yet capable of grasping...um...anything. […]