Mittwoch, 23. April 2025

Starker, schwacher Trump

Donald Trump wird extrem gestärkt durch die beispiellose Verblödung großer Teile der US-Wählerschaft.

So konnte er zum zweiten Mal US-Präsident werden.

So schwingt er sich zum Diktator auf.

So transformiert er generalstabsmäßig die US-Demokratie.

[….] Das Vorgehen Trumps in der Wirtschaft offenbart die gleiche zerstörerische Dynamik, mit der er den Staat und die Demokratie umbauen will. Ohne gute Vorbereitung wäre das alles in so einem Tempo nicht möglich gewesen.

Die Manöver der Trump-Regierung basieren auf einem faktischen »Playbook«, dem Handbuch der Spielzüge des modernen Autokratie-Umbaus, das auch schon Populisten wie Ungarns Premierminister Viktor Orbán, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und dem Präsidenten Venezuelas, Hugo Chávez, lang anhaltend Macht bescherte: Aushöhlung und Ideologisierung des Beamtenapparats, strukturelle Einschüchterung auf allen Ebenen, wirtschaftlicher Druck auf Medieneigner und gesetzliche Bestrebungen, die Pressefreiheit einzuschränken, politischer und finanzieller Druck auf Universitäten, um die Freiheit der Lehre und der Forschung einzuhegen und diese neu zu definieren, ideologische Umdeutung der eigenen Geschichte (das Smithsonian Institute und das Museum für Afro-Amerikanische Geschichte hat Trump gerade im Visier ), Veruntreuung zur Ermächtigung von Freunden und Familie (oder es ihnen zu erleichtern, sich zu bereichern, wie ein neuer Dokumentarfilm zeigt ), die Politisierung der Justiz – und schlussendlich – in Orbáns Fall – neue, verfassungsrechtliche Befugnisse, um den zuvor etablierten Bruch mit politischen Normen zu zementieren. Es gibt also auch einen Ausblick auf das, was noch kommen könnte.  [….]

(Cathryn Clüver Ashbrook, 19.04.2025)

So verdummt er sein Volk systematisch weiter.

[….] Der antielitäre Kulturkampf wurde in den Bundesstaaten zum Nahkampf erklärt. So wurden im vergangenen Schuljahr mehr als 10.000 Bücher  aus Bibliotheken entfernt und immer mehr Kinder  zu Hause unterrichtet. Nach der Aufhebung des nationalen Rechts auf Abtreibung wurde dieses auf Bundesstaaten-Ebene weiter eingeschränkt oder abgeschafft – eine faktische Kriminalisierung  fand statt.  [….]

(Cathryn Clüver Ashbrook, 19.04.2025)

Die logische Folge ist ein Brain-Drain. Die klügsten Köpfe der USA verlassen das Land. Die Doofen bleiben, werden immer lauter und konzentrieren sich auf.

Die MAGA-Religion feiert damit enorme Erfolge, die 250 Jahre alten Institutionen der US-Demokratie erweisen sich als erstaunlich wehrlos. Es scheint sich in breiten Teilen der Bevölkerung und der Presse eine tiefe Sehnsucht nach faschistischer Herrschaft zu manifestieren.

[….] Donald Trumps Umbau der Vereinigten Staaten von einer der ältesten Demokratien der Welt zu einer protofaschistischen Kleptokratie schreitet beinahe ungebremst voran. Zwei der drei offiziellen Staatsgewalten hat der US-Präsident bereits weitgehend geschleift: Die Judikative, allen voran der Supreme Court , fällt entweder Urteile zu seinen Gunsten oder wird von Trump ignoriert. Die Legislative, den Kongress, umgeht der Präsident, der per Dekret regiert, weitgehend; die Republikanische Partei hat sich ihm ohnehin ausgeliefert.  Sein nächstes Opfer könnte die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) sein. Der US-Präsident liebäugelt damit, Fed-Chef Jerome Powell, den er selbst 2017 als obersten Währungshüter nominiert hatte, durch einen willfährigen Handlanger zu ersetzen. Der soll auf sein Geheiß die Leitzinsen niedrig halten, damit sich Amerikas Wirtschaft mit billigen Krediten vollpumpen und durch Zölle vor ausländischer Konkurrenz geschützt wachsen kann. Andere Schlüsse lassen Trumps Tweets und sonstige Äußerungen nicht zu. [….] Zwar gehört die Fed nicht zu den drei Staatsgewalten, die eine Demokratie im Kern ausmachen. Aber genau wie regierungskritische Medien und das Recht auf freie Meinungsäußerung gehört die politische Unabhängigkeit der Zentralbank zur DNA jeder liberalen, demokratischen Marktwirtschaft. Konsumenten, Unternehmer, Investoren müssen sicher sein können, dass Währungshüter auf Basis objektiver Faktoren wie Inflation, Geldmenge, Wirtschaftswachstum oder Kreditversorgung Entscheidungen fällen und die Richtung für Zinsen und Wirtschaft vorgeben und nicht etwa nach Gutdünken des jeweiligen Machthabers agieren. [….] Und wie wenig Probleme der von Republikanern dominierte Supreme Court mit einem nahezu allmächtigen Präsidenten Trump hat, bewies er bereits im Sommer 2024. Damals, noch vor der Präsidentschaftswahl, sicherten die Richter künftigen US-Präsidenten weitreichende Immunität für ihre Amtshandlungen zu. Eine bahnbrechende Entscheidung, die die Axt anlegt an das System der Checks and Balances und die demokratische Kontrolle politischer Entscheidungsträger. [….] Schon jetzt, nach nicht einmal 100 Tagen im Amt, hat Trump das Vertrauen  der Investoren in die US-Wirtschaft, das auf Stärke, Verlässlichkeit und Rechtssicherheit basiert, wie kein anderer US-Präsident vor ihm erschüttert. [….]

(Tim Bartz, SPON, 23.04.2025)

Den Jüngern des Trump-Kultes fehlt es an intellektueller Kapazität, um sich vorzustellen, sie selbst könnten von den negativen Auswirkungen des Trumpismus getroffen werden. Die glauben freilich, es träfe nur People Of Color, Atheisten, Queere, Natives und Gebildete.

Aber sie werden selbstverständlich ebenfalls betroffen sein, weil die Weltwirtschaft in den Abgrund gezogen wird. Außerdem sind die orangen Epigonen im Kabinett kaum weniger debil als ihr Messias: Hegseth, Noem, Navarro, Witkoff, RFK, Vance arbeiten alle hart daran, den USA maximalen Schaden zuzufügen.

Es gibt aber möglicherweise auch international weitere Kehrseiten des Trumpismus‘ für das US-Volk. Konkurrenten schließen sich zusammen, kombinieren notgedrungen ihre Kräfte. Gut möglich, daß die USA ökonomisch und politisch bald einer gemeinsamen Front aus EU, GB, Kanada, Mexico und China gegenüberstehen.

Zudem wird die Unterqualifikation der Trump-Administration auf Ebene der Staats- und Regierungschefs gnadenlos ausgenutzt. Putin, aber auch Xi, ebenso wie vermeidliche Verbündete (Netanyahu) können Washington beliebig manipulieren und so ihren Willen durchsetzen.

[…..] „Friedensplan“ der US-Regierung: Putin wird belohnt, die Ukraine aufgegeben. Trump wollte den Ukraine-Krieg großmäulig innerhalb von 24 Stunden beenden. Mit seinem aktuellen Plan wirft er Russland die Ukraine zum Fraß vor. [….] Weit über hunderttausend Tote und Verletzte, schwerste Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie gewaltsame Grenzverschiebungen: Der russische Präsident Wladimir Putin kann sich glücklich schätzen. Sein Angriffskrieg, mit dem er seit über drei Jahren das Nachbarland Ukraine nahezu täglich in Grund und Boden bomben lässt, zahlt sich also doch noch aus.  So und nicht anders muss der sogenannte Friedensplan der US-Regierung unter Donald Trump gelesen werden, der mit dem Begriff Kapitulation aus der Sicht Kyjiws wohl treffender umschrieben wäre. Washington erkennt Russlands völkerrechtswidrige Annexion der Krim genauso an wie die partielle Besetzung der vier Gebiete Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja.

Zum Dank für Moskaus freundliches Entgegenkommen, vielleicht doch einem Waffenstillstand zuzustimmen – spätestens nach 24 Stunden ohnehin schon wieder Makulatur –, gibt’s die Aufhebung der US-Sanktionen noch obendrauf nebst vertieften Wirtschaftsbeziehungen. Die Ukraine oder besser das, was von ihr übrig ist, wird den Europäern vor die Füße geworfen.

Für Trump, in Sachen Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ähnlich verwahrlost wie sein neuer Bruder im Geiste Wladimir Putin, ist das ein echter Deal. [….]

(Barbara Oertel, 23.04.25)

Dienstag, 22. April 2025

Schwerste Volksverdummung

Rund die Hälfte der Amis finden Trumps Politik immer noch gut.

Mehr Amerikaner sehen die USA jetzt „auf gutem Weg“, als zuletzt unter Joe Biden.

Das zeigt, wie völlig ungeeignet die durch rechtsradikale Fernsehsender und X/FB/Tiktok gehirngewaschenen Wähler für die Demokratie sind. 

Sie kannten schließlich Trump, den 34-fach verurteilten Verbrecher, zweifach impeachten Rassisten und Vergewaltiger, der zu einem gewalttätigen Staatsstreich auf das Kapitol aufgerufen hatte. Dennoch befand der US-Souverän, Donald Trump sei „besser für die Wirtschaft“, als eine schwarze Frau, unter deren Vizepräsidentschaft die Wirtschaft sich ausgesprochen positiv entwickelt hatte und das ökonomische Desaster der ersten Trump-Präsidentschaft repariert hatte.

Trumpanzees sind aber eben gerade keine, souverän die Fakten abwägenden Entscheider über die Zukunft der Nation, sondern in der großen Mehrheit debile Ungebildete. Nur gut 30% der US-Wahlberechtigten konnten sich am 05.11.2024 dazu aufraffen, für Harris, also gegen Trump zu stimmen. 70% war das egal, oder sie stimmten aktiv für Trump.

Es ist ebenfalls keine Frage der subjektiven Meinung, sondern objektiv messbar, was für ein ökonomisches Desaster Trump in kürzester Zeit anrichtet – also ausgerechnet dem Bereich, den 70% der Amis als seine Kernkompetenz ansehen.

So ganz, ganz langsam aber geht es bergab mit der Zuversicht in Trumps ökonomische Kompetenz. Denn Trumps Zoll-Irrsinn zieht die gesamte Weltwirtschaft in den Abgrund, wie just auch das IWF bestätigt.

[….] Das, was die IWF-Ökonomen in ihrer neuen Analyse veröffentlichen, durchaus dramatisch. Denn dieser zufolge wird das Wachstum der Weltwirtschaft demnächst deutlich zurückgehen. Der Grund ist die erratische Zoll- und Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Besonders betroffen sind die USA selbst.  Es zeigt sich also: Der Kurs von Trump ist so unvernünftig und zerstörerisch, dass er auch den USA selbst schaden wird. Zum einen fürchtet die Wirtschaft natürlich nichts so sehr wie Unsicherheit. Wenn hohe Zölle angekündigt, diese kurz danach für einige Zeit ausgesetzt, darauf wieder neue Ausnahmen gemacht werden – dann ist das Gift. Wenn Verlässlichkeit fehlt, wird niemand investieren und neue Fabriken bauen. [….] Noch bejubeln viele Unternehmerinnen und Unternehmer in den USA die Politik des Präsidenten. Was könnte Donald Trump zur Umkehr bewegen?   [….]

(Caspar Busse, SZ ,22.04.2025)

Selbstverständlich versuchen die Demokraten diese, sich verschlechternden Zahlen, für sich auszunutzen. Aber bekanntlich sind Zahlen und Fakten wenig effektiv, um damit Wahlentscheidungen zu beeinflussen. Anderenfalls Hätte Kamala Harris einen Erdrutschsieg gegen Trump einfahren müssen. Dennoch ist es richtig, wenn die Opposition versucht, sich dieses Themas zu bemächtigen.

Denn die klassischen gesellschaftlichen Kräfte, die Aktivisten, die Presse, die Bildungseinrichtungen, die Gewerkschaften verharren immer noch in einem Dornröschenschlaf. In Relation zur Gesamtbevölkerung von 340 Millionen Einwohnern, lassen sich kaum Protestler gegen die Rapid-Transformation in eine antidemokratische Trump-Diktatur auf den Straßen sehen.

[…..] Die Tesla-Aktie verlor zwar, stürzte aber nicht vollständig ab. Was schon merkwürdig ist, wenn man bedenkt, wie überschuldet diese Marke ist und dass sie mittlerweile von ganzen Ländern abgelehnt wird. Dass jede Woche Tausende gegen sie protestieren und sie noch immer von einem mit Ketamin vollgepumpten, peinliche Mützen tragenden Typ geführt wird. Seit ich einen Cybertruck mit eigenen Augen gesehen habe, wird mir immer klarer, wie viel masochistischer Glaube dem ganzen Tesla-Phänomen zugrunde liegt. Überhaupt zählt der Glaube in den USA mehr als Fakten. Egal, ob es um den Kapitalismus geht, um „Make America great again“ (Maga) oder sogar um den eigenen Ruin – Glaube, nicht Fakten. Magisches Denken, Grausamkeit und Zölle werden es schon richten.

Triumphierende Pseudo-Christen freuen sich auf die Theokratie. Christo-Faschisten wollen einen obligatorischen Glauben an die heterosexuelle weiße männliche Vorherrschaft und an wissenschaftliche Unkenntnis als Leitprinzip etablieren. Heiße niemals einen Fremden willkommen, liebe niemals andere wie dich selbst, sündige und dir wird vergeben, während alle anderen in der Hölle schmoren, selig sind die Reichen, denn sie werden das Himmelreich erben – das sind ihre auf den Kopf gestellten Gebote. Schon jetzt berauben sie Frauen, Indigene und trans Menschen der Gesundheitsversorgung und des Wahlrechts. Sie sehnen sich danach, die schlimmsten Fehler der Geschichte noch einmal zu begehen.

Alle, die am Tag von Trumps Amtsantritt ein Paradies erwarteten, müssen jetzt einfach ganz fest daran glauben, dass die Hölle gut für sie ist. Friss oder stirb wie der Schwächling, der du bist. Die Alternative lautet: Flucht. Um einen Satz zu zitieren, der manchmal Billy Wilder zugeschrieben wird: In den Dreißigerjahren landeten die pessimistischen Juden in Hollywood, die optimistischen endeten in Auschwitz.   […..]

(A.L. Kennedy, 19.04.2025)

Montag, 21. April 2025

Dunkelkatholiban glücklich.

Für einen so alten, so kranken und so mächtigen Staatschef liegen die Nachrufe weltweit schon lange in den Schubladen der Redaktionen und Staatskanzleien.

Er wird gelobt und gepriesen; seine Homophobie, Kinderfic**er-Toleranz und Misogynie verschwiegen.

Etwas aus dem Rahmen fällt ausgerechnet der Bundes-Frank-Walter, der allen Ernstes verkünden lässt: "Mit Franziskus verliert die Welt […..] einen überzeugenden Christen“ und dessen „spürbar tiefen Glaube“ hervorbebt.

Donnerschlach! Der Papst war Christ? Und auch noch gläubig? Damit konnte niemand rechnen! Danke Herr Bundespräsident Steinmeier für diese tiefe Erkenntnis. 


Wie Vorgänger Joseph R., der am Silvestertag den Löffel abgab, suchte sich auch Vizegott Jorge einen Feiertag, Ostermontag des Heiligen Jahres, aus. Ein Fest für esoterische, metaphysische Schwurbler, die weltweit dazu ihre Verschwörungstheorien ausbreiten. Ich musste hingegen an Steffen Lüdke vom SPIEGEL denken, der letzte Woche vom möglichen Rapid-Niedergang der Trump-Administration schrieb und dazu den Vergleich mit der britischen Premierministerin Truss zog.

[….] Zugegeben, Liz Truss ließ kein Pappschild anfertigen, um ihre waghalsige Wirtschaftspolitik zu erklären. Sie erhob auch keine Zölle, sondern verkündete radikale Steuersenkungen auf Pump. Dennoch fühlen sich viele Briten beim Blick in die USA gerade an die verhängnisvollen Tage im Herbst 2022 erinnert, in denen sie die britische Wirtschaft zum Absturz brachte.

Kaum hatte Truss damals ihre Möbel in die Downing Street geschafft, zwang sie ihrem Land ein ähnliches riskantes Experiment auf, wie es nun der US-Präsident mit seiner radikalen Zollpolitik wagt. Der Versuch endete im Desaster.  Die Märkte rebellierten. Truss entließ ihren Finanzminister und trat nach nur 45 Tagen im Amt schließlich selbst zurück. Die Boulevardzeitung »Daily Star« wettete auf dem Höhepunkt der Krise, dass Truss schneller zurücktrete, als ein Salatkopf welken würde. Der Spitzname »Lettuce Liz« war geboren.

Manche Beobachter in London fragen sich nun, welches Gemüse für Trump steht. Vielleicht ein Kürbis, witzelte Journalist Lewis Goodall in seinem Podcast.   Die Parallelen zum Drama in Washington sind frappierend. Donald Trump erlebt seinen Liz-Truss-Moment.  [….]

(Steffen Lüdke, SPON, 11.04.2025)

Nun schon wieder eine Truss-Parallele: Das hochbetagte Staatsoberhaupt Elisabeth-2 hatte im September 2022 ihren letzten öffentlichen Auftritt, als Liz Truss nach Balmoral reiste, um ihr die Hand zu schütteln. Das gab ihr den Rest. Die 96-Jährige Queen starb daraufhin. Genau wie Liz auf Elisabeth, scheint Präsident Trumps Vize J.D. Vance auf den Papst gewirkt zu haben: Ein Kurztrip nach Rom, ein Handschlag und prompt stirbt der Mann.

[….] Der Papst erklärte Homosexuellen als krank, blockierte die radikale Aufklärung der Verbrechen der Katholische Kirche an Hunderttausenden Kindern, verharmloste den Kolonialismus, schrieb die reaktionären Geschlechterbilder fort, stellte sich offensiv gegen Israel und forderte die Ukraine mehrfach auf, aufzugeben. Er war einer der mächtigsten Menschen der Welt - er war kein Opfer und nicht in Bedrängnis, er war vorbildlich was den Klimawandel oder die soziale Ungleichheit, die ungerechten Auswirkungen der Globalisierung anging und zugleich eine große Enttäuschung zum Beispiel bei den o.g. Themen. Wer etwa bagatellisiert, wie er die hunderttausendfachen Verbrechen an Kindern bagatellisierte, soll sich zum Teufel scheren!  […..]

(Ilko-Sascha Kowalczuk, 21.04.2025)

Amüsiert lese ich die globalen Lobhudeleien, die nun auf Bergoglio einprasseln. Kritik kommt heute ziemlich kurz. Da wird nur mal am Rande erwähnt, daß er Schwule für Menschen zweiter Klasse hielt, die „zum Psychiater gehen“ sollten. Oder die Amazonas-Synode maßregelte, als sie sogar Menschen ohne Penis ein bißchen weniger diskriminieren wollte.

[….] So geschehen nach der Amazonassynode in Rom. Drei Wochen lang hatten im Oktober 2019 Bischöfe und Ordensleute aus Lateinamerika leidenschaftlich diskutiert, wie sie sich die Kirche künftig vorstellten: Auch bewährte verheiratete Männer, sogenannte viri probati, sollten dort zum Priester geweiht werden und Gemeinden führen können. Frauen dürften als Diakoninnen (»Dienerinnnen«), so ihr Vorschlag, das Evangelium verkünden, predigen und taufen. [….]  Danach veröffentlichte Franziskus sein Apostolisches Schreiben »Querida Amazonia« (»Geliebtes Amazonien«). Es war eine Vollbremsung. Verheiratete Priester, zur Diakonin geweihte Frauen, nichts davon mochte der Papst erlauben. Die Konservativen waren begeistert, liberale Katholiken entsetzt.

Einen Schlingerkurs verfolgte er auch im Umgang mit Homosexuellen. Wenn einer schwul sei »und den Herrn sucht und guten Willen hat – wer bin dann ich, ihn zu verurteilen ?«, hatte er kurz nach seiner Wahl gesagt. [….] Doch auch bei diesem Thema blieb Bergoglio vorsichtig. Homosexualität nannte er eine »Modeerscheinung«. Über seine Glaubensbehörde untersagte er Geistlichen weltweit, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen, obwohl sogar Tiere, Motorräder und Waffen regelmäßig den Segen der katholischen Kirche erhalten .

»Gott kann Sünde nicht segnen«, ließ er verkünden. Ende 2023 erlaubte er solche Segnungen dann doch – wenn sie nicht länger als 10 bis 15 Sekunden dauern und jeden Anschein einer katholischen Eheschließung vermeiden. [….] (SPIEGEL-Nachruf von Frank Hornig, 21.04.2025)

Aber fromme Schwule sind so froh, nun nur noch als zweitklassige Menschen, statt wie vorher, als Drittklassige angesehen zu werden, daß sie ihren Jorge preisen.

A propos schwule Katholiken: Die extremsten katholischen Kritiker von rechts finden sich im afrikanischen Klerus, unter katholischen US-Republikanern (Vance, Gingrich, William Barr, Rudy Giuliani, Kellyanne Conway, Elise Stefanik, Matt and Mercedes Schlapp, die Kardinäle Dolan und Burke, Hardcore-Nazi Bannon) und den deutschen Ratzingerianern. Müller, Gänsi, Taxis-Gloria und natürlich David „der Urinduscher“ Berger, hassen Bergoglio wie die Pest.

Man kann mir schwerlich übertriebene Freundlichkeit und Rücksichtnahme auf erzkonservative Kuriale vorwerfen, aber selbst ich bin erschrocken über den triefenden Hass, den Berger heute über seinem Papst  („diese dunklen Sümpfe des Bösen, in denen er sich politisch wohl fühlte") auskübelt.

D. Berger 21.04.2025

D. Berger, 21.04.2025 
 

Damit passt Berger sich perfekt in den Trumpismus ein. Trumps enthusiastische Jüngerin MTG jubilierte „das Böse wurde von der Hand Gottes besiegt“.

[….] Just hours after the death of Pope Francis, Republican Rep. Marjorie Taylor Greene of Georgia posted on X, formerly Twitter, "Today there were major shifts in global leaderships. Evil is being defeated by the hand of God." [….]

(Newsweek, 21.04.2025)

Die US-Dunkelkatholiken um Trump sehen es also genau, wie der von Hass zerfressene Urinduscher.

[….] SPIEGEL: Trump machte aus seiner Ablehnung gegenüber dem Papst keinen Hehl. Könnte Washington bei einem kommenden Konklave Einfluss nehmen?

Wolf: Trump dürfte froh sein, dass Franziskus weg ist. [….]

(Theologie-Professor Hubert Wolf)

Das bringt mich jetzt in eine einigermaßen groteske Lage. Obwohl Bergoglio ausgerechnet beim Ukraine-Krieg auf Trumps Linie war und Russland nicht als Aggressor benennen wollte, kämpft Washington nun für einen konservativeren Papst.

[….] Wolf:  Im Fall der Ukrainer war klar, wer der Aggressor ist: Russland. Doch statt dies klar zu benennen, fuhr Franziskus einen Tag nach dem russischen Angriff in einem Fiat Cinquecento zum russischen Botschafter in Rom, um ihn in seiner Residenz zu besuchen. Das hat noch nie ein Papst gemacht. [….] Es war das falsche Signal zur falschen Zeit. Sinnvoller wäre es gewesen, sich zuerst an die angegriffenen Ukrainer zu wenden. Er hätte den Ukrainern sagen sollen, dass die katholische Kirche sie in ihrem legitimen Verteidigungskampf unterstützt. Stattdessen vermittelte er den Eindruck, die Amerikaner seien an allem schuld, weil sich die Russen durch sie bedroht fühlten. Erinnern Sie sich an die Bilder vom orthodoxen Patriarch Kirill I., der russische Waffen segnete: Franziskus hat ihn als Bündnispartner in der Verteidigung der Werte des Abendlandes bezeichnet. Mich hat das alles reichlich sprachlos gemacht. [….]

(Theologie-Professor Hubert Wolf)

Als Humanist bin ich zutiefst abgestoßen vom Hass der deutsch-amerikanischen Dunkelkatholiken. Aber als Atheist hoffe ich, ihr Plan, ein echtes Ekelpaket als nächsten Pontifex Maximus zu installieren, möge gelingen.

Woelki for pope! Umso schneller würden die Gläubigen aus der katholischen Kirche getrieben. Das rechte Trump-Pack zieht alle Strippen, die es hat.

[….]  Francis Critics, Conservatives Among the Top Candidates to Be Next Pope[….] During his 12 years at the helm of the Church, Pope Francis placed a heavy focus on social justice issues, such as tolerance towards the so-called LGBTQ community, climate change, and mass migration, in what some regarded as a split from Church doctrine.

Francis also had a significant impact on the makeup of the College of Cardinals, having selected approximately 80 per cent of the cardinals who will be eligible to vote for the next Pope.

Rather than selecting from large archdioceses such as those in cities like Los Angeles and Milan, Pope Francis focused on selecting cardinals from the periphery of the church, particularly in Africa and Asia, with a focus on those with a “pastoral” background.

The extent of the lasting impact of such moves will be put to the test in the conclave, where cardinals will determine whether to select a successor in line with the progressive vision of Pope Francis or whether to return to a more conservative perspective, represented by some of the leading contenders to become his replacement. [….]

(Breitbart, 21.04.2025)

Möge das Vorhaben gelingen und sich zu einem gewaltigen Schuss in den eigenen Fuß entwickeln.

Sonntag, 20. April 2025

Theologencrash

 Die AfD-Freundin Julia Klöckner stand schon immer weit rechts in der CDU.

Mit gerade mal 29 Jahren stieg die studierte Theologin und Winzerin 2002 in den CDU-Parteilandesvorstand von RP auf. Von 2010-2022 amtierte sie als Landesvorsitzende und setzte als Spitzenkandidatin gleich zwei Landtagswahlen hintereinander in den Sand, indem sie sich 2011 und 2016 mit einem xenophoben Kurs rechts von ihrer Nemesis Angela Merkel inszenierte. Eine bemerkenswerte Leistung in dem konservativen Flächenland des Helmut Kohl.

Für die Niederungen der Landespolitik konnte sich die 2002 in den Bundestag gewählte Lügnerin allerdings nie richtig erwärmen und mauschelte sich zielstrebig in ein Ministeramt. Mit parlamentarischen Regeln nimmt sie es ohnehin nicht so genau. Das beweist eindrücklich ihr Tweet aus der offiziellen Zählkommission zur Bundespräsidentenwahl 2009, als sie 15 Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe des Ergebnisses schon Köhlers Wahl ausplauderte.

Die Nestlé-Lobbyisten vertritt das gesamte Potpourri des Stahlhelm-Parteiflügels:
Sie war für TTIP und Glyphosat, betrachtet als radikale Lebensschützerin Embryonen als Personen, wettert gegen Stammzellenforschung, will Queeren die Adoption verbieten, streitet populistisch für ein Burka-Verbot in Deutschland – obwohl es keine Burka-Trägerinnen in Deutschland gibt. 2015 bildete sie die Antipode zu Merkels Flüchtlingspolitik, forderte Obergrenzen, statt Grundgesetz. Sie will Pestizideinsatz in der ökologischen Landwirtschaft, betäubungslose Ferkelkastration und Kükenschreddern. Klöckner agitierte auf Nestlés Geheiß gegen die Lebensmittelampel und sabotierte den Nutriscore. Dabei steckte sie eine peinliche Pleite bei einer Foodwatch-Klage ein und wurde 2022 vom Verwaltungsgericht Köln verurteilt, weil sie als Ministerin 2018 einen Bericht des Max-Rubner-

Instituts zum Nutriscore erst verheimlichen wollte und dann manipulierte.

Der Klimawandel ist für Klöckner bloß ein Modetrend, dem man hinterherlaufe, bis sich etwas anderes en vogue sei.

[….] Existenzielle Krisen zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine bemerkenswerte Klarheit schaffen. Allerdings nur, wenn man akzeptiert, dass ein katastrophaler Ausgang droht.

Das ist bekanntlich gerade der Fall. "Der Klimawandel ist unser dritter Weltkrieg", schrieb der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz diese Woche im "Guardian".

Die relevanten politischen Akteure hierzulande wissen das längst, die Wähler sowieso. International gilt, mit wenigen Einschränkungen, das Gleiche. Es gibt überwältigende wissenschaftliche Evidenz. Manche Leute wollen all das nicht glauben, manche wiegeln ab, manche sind der Meinung, dass ihr Reichtum sie schon irgendwie vor den schlimmsten Folgen bewahren wird.

Der Klimawandel ist aber, anders als zum Beispiel Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner es diese Woche wieder behauptet hat , nicht irgendein politisches "Thema", das "gerade en vogue" ist.

Der Klimawandel ist so "en vogue" wie eine Krebsdiagnose. Oder wie ein Auto, in dem bei Tempo 180 plötzlich die Bremse nicht mehr richtig mitspielt: Keiner will ihn, aber wenn man ihn erst mal als Faktum akzeptiert hat, wird alles andere zweitrangig. Und das bleibt dann auch so. [….] Julia Klöckner verglich die Klimakrise mit den syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen des Jahres 2015. Was eine bittere Ironie birgt, denn gegen die Fluchtbewegungen, die diesem Planeten bevorstehen, wenn wir nicht schleunigst beidrehen, war die sogenannte Flüchtlingswelle von 2015 ein Rinnsal.

In Banda, im indischen Utta Pradesh, stieg die Temperatur diese Woche auf über 48 Grad Celsius , fünf Grad über die normale Temperatur für diese Jahreszeit. Das ist nur ein Vorgeschmack. [….]

(Prof. Christian Stöcker, 09.06.2019)

Die Ministerin aus der Pfalz geriert sich als wahre Jüngerin Donald Trumps und lügt vollkommen ungeniert.

 [….]  Aber wenn ich von Demokraten bei solch einem ernsten Thema eines erwarte, dann wenigstens: dass sie diese Debatte ehrlich führen – und nicht wider besseres Wissen Unwahrheiten verbreiten.

Wer glaubt, zumindest darauf sei Verlass, kennt Julia Klöckner nicht. Die CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Landwirtschaftsministerin verbreitete Ende September auf Twitter die absurde Meldung, Asylbewerber hätten im Vorjahr Zahnarztkosten in Höhe von 690 Millionen Euro verursacht. Diese Behauptung ist nicht wahr, Klöckner stützte sich auf eine Falschmeldung des „Spiegel“. Das Magazin korrigierte den Irrtum nach wenigen Stunden, nämlich sobald es ihm auffiel, und transparent, wie es sich gehört.

Nicht so Julia Klöckner. Die denkt bis heute nicht daran, ihren falschen Tweet richtigzustellen, einzuordnen oder halt einfach zu löschen. Obwohl sie genau weiß, dass sie seit mittlerweile zwei Wochen eine Unwahrheit verbreitet. [….] Bislang hatte ich keine dezidierte Meinung zu Klöckner. Ich erinnere vage, dass sie sich einmal sehr unglücklich zu Meinungsfreiheit und Hitlergrüßen äußerte. Und dass sie sich als Ministerin für ein Nestle-Werbevideo hergab. [….] Also befragte ich Google nach Lesenswertem über Klöckner und fiel prompt in ein rabbit hole: Das halbe Internet ist offenbar voller Menschen, die dieser Frau Falschbehauptungen unterstellen. Ob als Ministerin, Abgeordnete, Landespolitikerin. Als sei Unehrlichkeit ein roter Faden ihrer Karriere.

[….] Die SPD rügte Julia Klöckner bereits 2016 dafür, massiv Falschbehauptungen in die Welt zu setzen, und listete diese auf drei DinA4-Seiten unter dem Titel „Klöckners Unwahrheiten“ auf. Der FDPler Gero Hocker warf Klöckner vor, „dreist die Unwahrheit zu verbreiten“, nachdem sie von einem Antrag der Liberalen zur Streichung von Zuschüssen für eine Sozialkasse sprach. „Diese Aussage der Ministerin ist schlichtweg ausgedacht und damit erlogen“, schreibt Hocker. „Unserer Aufforderung, hierfür irgendeinen Beleg zu liefern, ist Julia Klöckner bis heute nicht nachgekommen – weil es schlichtweg keinen gibt.“

Belege schuldig bleiben und aussitzen, das kennt auch der taz-Autor Jost Maurin von ihr. 2020 behauptete sie in einer Talkshow, ein rumänischer Erntehelfer sei entgegen der öffentlichen Darstellung gar nicht an Covid-19 gestorben, sondern an einem Herzinfarkt. Die zuständige Behörde widersprach ihr prompt. Maurin fragte nach, woher Klöckner ihre Information habe. Sie schwieg. Auch für eine weitere Unwahrheit, eine Falschbehauptung über Pestizidpolitik, entschuldigte sie sich nicht. Ihr Ministerium räumte später lediglich ein, dass „eine ursprünglich getroffene Aussage so nicht zutreffend ist“.

2022 warf Klöckner der Ampelkoalition vor, jungen Menschen Pubertätsblocker zu empfehlen. Schnell kam heraus, dass die von ihr kritisierte Publikation aus der eigenen Regierungszeit stammt.

Die Liste derer, die Klöckner konkrete Vorwürfe machen und diese auch belegen, ist noch weitaus länger. Selbst Martin Rütter, der sonst dauerliebe Hundetrainer, beschuldigte Klöckner nach Kontakt mit ihrem Ministerium der Unehrlichkeit. Er sagte: „Also jetzt geht die Dreistigkeit wirklich in eine Dimension, wo du dich fragen musst, ist diese Frau in einem Zustand, dass die glaubt, dass alle völlig verblödet sind?“ [….]

(Tagesspiegel, 14.10.2023)

Mit der Übernahme des CDU-Bundesparteivorsitzes durch Friedrich Merz, kam endlich Klöckners Chance, sich als Mitglied der vier apokalyptischen Rechtsradikalen (Linnemann, Klöckner, Span, Merz) in das Herz des Chefs zu hetzen.

 „Für das, was Ihr wollt, müsst Ihr nicht AfD wählen. Dafür gibt es eine demokratische Alternative: die CDU“ twitterte sie vor der Bundestagswahl. Sie kübelte Lügen über die Grünen aus und machte sich eifrig an der Brandmauer zu den Nazis zu schaffen.

[….] Zudem sprach Klöckner davon, dass sie verstehen könne, dass Wähler mit ihrer Stimme ein Zeichen setzen wollten. "Zum Beispiel gegen grüne Gängelung beim Heizungsgesetz". Das sogenannte Heizungsgesetz hatten die Grünen mit SPD und FDP beschlossen. Klöckners CDU hatte 2020 mit der SPD selbst das ursprüngliche "Gebäudeenergiegesetz" verabschiedet, das diverse Einschränkungen zu Heizungen vorsah und 2023 von der neuen Regierung erweitert wurde. [….]

(NTV, 09.01.2025)

Lügen und Hetzen gehören zur Theologin Klöckner, wie das Amen in der Kirche.

Das gefällt dem mutmaßlichen nächsten Bundeskanzler und so beförderte er sie in das zweithöchste Staatsamt. Dort muss die AfD-Freundin Julia Klöckner die finanziellen Rechenschaftsberichte der CDU-Schatzmeisterin Julia Klöckner prüfen.

Daß die Kirchen es wagen, die nun formal zweitmächtigste Frau im Staate für ihre menschenfeindlichen Positionen zu kritisieren, kann Julia Trump nicht ertragen und wandelt auf Söders Spuren, der ebenfalls schon einen Maulkorb für Kirchenvertreter forderte, die es wagen, die CSU zu kritisieren.

(…) Die Hälfte der Deutschen sind schon aus der Kirche ausgetreten, die nun unter Einflussverlust und Personalmangel leidet. Derart ausgezehrt, lassen die Kirchen vermehrt Frauen und zu allem Übel auch noch Grüne- oder Sozi-Frauen in ihre Gremien. Das stopft zwar Personallöcher, führt aber unausweichlich zu Konflikten mit der erzkonservativen Bischofsbruderschaft, die ihre politische Agenda am liebsten auf dem Stand der 1950er lassen würde:

Für das Recht Kinder zu schlagen.

Schwule ins Gefängnis.

Straffreie Vergewaltigung in der Ehe.

Verbot von Scheidung.

Verbot von Verhütungsmitteln.

Verbot von Schwangerschaftsabbruch.

Verbot von Masturbation.

Verbot von vorehelichem Sex.

Der Mann bestimmt über die Frau.

Linkshänder schlagen.

Uneheliche Kinder ihren Müttern wegnehmen.

Berufsverbot für Atheisten.

Das gefiel nicht nur der CDUCSU, sondern befand sich im schönen Einklang mit Bibel und dem Katechismus.

Heute müssen die Bischöfe ihr Programm etwas anpassen, um nicht noch schneller Mitglieder zu verlieren. Daher üben sie gelegentlich zarte Kritik an der brutal ausländerfeindlichen Politik der Christen-Parteien.

Die sind aber zutiefst empört, weil sie das Bündnis zwischen Christentum und C-Parteien immer noch als moralfreie Zweckgemeinschaft begreifen.

Ja, man betonte bei jeder Gelegenheit das christliche Menschenbild, inszenierte sich als bester Kirchenfreund, ging in Gottesdienste. Aber doch nur wegen des politischen Vorteils und nicht etwa, weil einer der C-Herren den Unsinn von den Kanzeln tatsächlich glaubte. Nach der Kirche, ging es erst mal in den Puff. Natürlich haben Söder und Seehofer Kinder mit ihren Sidekicks gezeugt, weil sie Ehebrecher sind. Darüber breiteten die Kirchen den Mantel des Schweigens und konnten sich dafür sicher sein, im Freistaat stets auf vollen Kassen zu sitzen und in luxuriösen Palais‘ zu residieren.  (…)

(Wenn Konservative zickig werden, 12.02.2025)

Diesen Humanismus, Nächstenliebe und Familienwerte, kann Klöckner überhaupt nicht leiden. Sie will ungestört Ausländer drangsalieren und verbittet sich zu Führers Geburtstag am 20.04. theologischen Widerspruch.

[….] Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat am Osterwochenende abermals die Kirchen in Deutschland kritisiert. Diese würden sich zu oft zu politischen Themen äußern, statt Trost und Stabilität zu spenden. Dadurch würden sie zu austauschbaren Nichtregierungsorganisationen (NGOs), sagte die Katholikin, Christdemokratin und studierte Theologin [….] »Klar kann sich Kirche auch zu Tempo 130 äußern, aber dafür zahle ich jetzt nicht unbedingt Kirchensteuer«, sagte Klöckner. [….] Bereits vor Anfang April äußerte sich Klöckner ähnlich im Interview des Senders »Domradio« . »Ich halte es zum einen für nicht immer sinnvoll, wenn Kirchen glauben, eine weitere NGO zu sein und sich zu Tagespolitik äußern«, [….] Kritik an Klöckners Äußerungen kommt unter anderem vom Publizisten Heribert Prantl. »Ich denke, da irrt Frau Klöckner«, so Prantl in einer Reaktion im »Domradio«. »Die Kirche ist eine NGO – und zwar eine sehr große.« Außerdem seien das Evangelium, die Bergpredigt und die Propheten ebenfalls politisch. »Von den Propheten kann man sogar sagen, dass sie tagespolitisch waren«, so Prantl.

Solange die Kirchen Werbung für die Union gemacht hätten, sei diese damit auch einverstanden gewesen. [….]

(SPON, 20.04.2025)