Mittwoch, 27. Dezember 2023

Erlöst

Der unter paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie leidende Attentäter Dieter Kaufmann, war natürlich schuldunfähig, als er am 12. Oktober 1990 mit Papas Revolver auf Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und seinen Personenschützer Klaus-Dieter Michalsky, der sich schützend vor Schäuble warf, feuerte.

Man muss das so deutlich sagen, weil Schäuble, im Gegensatz zum im selben Jahr fast tödlich von Adelheit Streidl verletzten Oskar Lafontaine, durch die Querschnittslähmung immer als Attentatsüberlebender sichtbar war.

Natürlich wünscht man niemanden, auch keinen völkisch-rechten äußerst unangenehmen Ex-Bundesfinanzministern wie Schäuble und Lafontaine, einen solchen Anschlag. Schäuble selbst sprach darüber recht unverblümt bis kokettierend, indem er beispielsweise sagte „ich bin ein Krüppel“. Wie er das in Wahrheit psychisch „bewältigte“, weiß ich nicht.

Politisch half es ihm aber enorm, im Rollstuhl zu sitzen, weil er dadurch stets eine Mischung aus Mitleid und Bewunderung für seine Tapferkeit erfuhr, die ihn nahezu immun dagegen machte, für seine Lügen und schweren politischen Fehlleistungen verantwortlich gemacht zu werden. Das hielt 33 Jahre an und wurde auch heute, am Tag nach seinem Tod, von den Wichtigen pawlowsch abgespult.

[…..] Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) schreibt in einer Erklärung: "Ich trauere um einen Politiker, der unser Land in vielfältiger Weise geprägt hat." […..] Sie habe seine Disziplin bewundert, "auch sich selbst gegenüber, die er trotz und mit seiner Querschnittlähmung nach einem Attentat aufbrachte".   […..]

(SZ, 27.12.2023)

Ausgerechnet Schäuble, der so viel und so ausdauernd log, wie in der deutschen jüngeren Vergangenheit nur Ursula von der Leyen, wurde vom Volk hartnäckig für einen ehrlichen und integren Typen gehalten.

Wäre er nie verletzt worden und ein normaler Ex-CDU-Minister, hätte er in der Merkel-Ära nie mehr ein Amt bekommen und schon gar nicht das des Finanzministers. Ausgerechnet.

(….) Der gegenwärtig wieder beliebteste Politiker überhaupt heißt Wolfgang Schäuble. Der Mann also, der Jahrzehnte als rechte Hand Kohls agierte, den am 2. Juli 1990 abgeschlossenen Einigungsvertrag zur Auflösung der DDR verhandelte.

Der Vertrag, der durch die unsägliche Treuhand die ostdeutsche Wirtschaft zu 99% in den Besitz Westdeutscher brachte und auf sonderbare Weise dafür sorgte, daß der Stasi-Oberst und sagenumwobene DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski (1932-2015) im Gegensatz zu so vielen kleinen Lichtern nicht einen Tag ins Gefängnis mußte und stattdessen in Saus und Braus in einer Villa am Tegernsee seinen Lebensabend verbringen durfte.

Schäuble ist auch derjenige, der in sagenhafter Dreistigkeit die Öffentlichkeit und auch direkt vom Rednerpult aus das Parlament belog.

 

[1999] erklärte Wolfgang Schäuble vor dem Bundestag, er habe nie Geld von dem Waffenlobbyisten Karl-Heinz Schreiber bekommen. Nach langer und intensiver Arbeit im Untersuchungsausschuss kommt dann aber ans Licht, dass er vor dem Parlament gelogen hat und sehr wohl Geld angenommen hat.

Wolfgang Schäuble musste nach dieser Geschichte zurücktreten. Heute ist er wieder da - als Finanzminister aller Deutschen. Kann man so einem Mann eigentlich noch Geld anvertrauen?

[1999] gab Christian Ströbele den entscheidenden Anlaß, dass Wolfgang Schäuble als Bundesinnenminister zurücktreten mußte, weil er auf Christians Vorhalt hin öffentlich geleugnet hatte, von dem zwielichtigen Karl-Heinz Schreiber für die CDU eine Barspende im Koffer angenommen zu haben. Und diese Lüge holte ihn bei seiner Kür zum Finanzminister nun nochmals ein.

(Christian Ströbele online)        

 

Schäuble sitzt seit 43 Jahren ununterbrochen im Bundestag.

Er ist bei seinen Mitarbeitern extrem unbeliebt, weil er menschlich unanständig ist und gerne andere schlecht aussehen lässt, um selbst in besserem Licht zu erscheinen. Unvergessen wie Schäuble im Jahr 2010 mit offen zur Schau getragenem Sadismus seinen Sprecher Michael Offer so sehr demütigte, daß dieser anschließend zurücktreten mußte.

 

Schäubles Verhalten hatte für Empörung bei Politikerkollegen gesorgt. Die Opposition warf dem Minister einen schlechten Stil vor. "So, wie sich Minister Schäuble aufgeführt hat, geht man mit Schutzbefohlenen nicht um", sagte Carsten Schneider, der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. "Es offenbart einen schlechten Stil, Mitarbeiter derart bloßzustellen." Der Finanzminister zeige damit, "wie frustriert er ist - und dies trotz guter Zahlen".

Auch Koalitionspolitiker echauffierten sich über das Verhalten Schäubles. Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki hatte über das öffentliche Auftreten Schäubles gesagt: "Der Mann steht unter Drogen."

(SPON 09.11.2010)

 

Immer wieder wird er bei Lügen ertappt, aber als Polit-Oldie beruft er sich im Zweifelsfall auf Gedächtnislücken. So ist der Deutschen liebster Politiker – bis heute zeigt er keinerlei Scham dabei die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen.

Das einzige, das Schäuble nicht tut, ist sein eigentlicher Job.

Die Aufgaben eines deutschen Finanzministers in einer GroKo mit gewaltigen Mehrheiten im Rücken, läßt er demonstrativ liegen. Auch hier sprudeln die Steuereinnahmen und der Schuldendeinst wird aufgrund der Nano-Zinsen unverdienterweise in den nächsten Jahren um 100 Milliarden Euro billiger als eingeplant.

Deutschlands Finanzschwierigkeiten liegen eher im System.

Die Milliarden kommen dort an, wo sie nicht verloren haben, fehlen bei den Bedürftigen und versickern in einem gewaltigen Steuergesetzgebungschaos.

Es gäbe keine bessere Gelegenheit diese Absurditäten endlich mal anzupacken.

Herr Schäuble hätte es dabei unendlich viel leichter als Kollege Varoufakis.

Seine Kassen sind voll und er hat eine überwältigende 80%-Parlamentsmehrheit im Rücken.

Dennoch tut Schäuble nichts, weil er offensichtlich zu faul oder zu feige ist.

Merkel und Schäuble machen sich beide vor den Lobbyisten in die Hose.

Da werden auch zu groteske Schwachsinnigkeiten nicht angefasst.

Schäuble ist ein fauler Arbeitsverweigerer, der einfachste Reformen zu Hause schon seit vielen Jahren aussitzt, während er aber umso rabiater von anderen – also zum Beispiel den Griechen – fordert endlich ihre Hausaufgaben zu machen.

Schon vor fünf Jahren (sic!) hatte ich eben diesen Sachverhalt kritisiert. Damals saß die Merkel-Westerwelle-Regierung auf einer großen Mehrheit, die sie lediglich dazu nutzte, das Mehrwertsteuerchaos noch zu vergrößern. Die nächsten fünf Jahre hat Schäuble aber kontinuierlich weiter durchgeschlafen. Dringend notwendige Reformen verschiebt der Minister oder sagt sie ganz ab.
Die Berechnung der Mehrwertsteuer, dieser Irrsinn im Quadrat, bleibt bestehen.


Offenbar fürchtet Schäuble, der zurzeit im Krankenhaus liegt, massive Widerstände gegen die Steuerpläne.
Der Regierung liegt ein Gutachten vor, wonach der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent allein für Lebensmittel gerechtfertigt sei. Die Vergünstigung beispielsweise für Schnittblumen, zahntechnische Leistungen oder Zeitungen seien dagegen steuerlich nicht zu begründen. Die Gutachter empfehlen, für diese Güter den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zu berechnen. Der Finanzminister will dieser Empfehlung nicht folgen. In der Koalition wird Schäubles Weigerung mit Verwunderung aufgenommen, da sich der Finanzminister die Gelegenheit entgehen lasse, die Staatskasse zu füllen.
Die Regierung vertagte eine Entscheidung in dieser Frage immer wieder. Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, dass eine Kommission den Katalog der ermäßigten Steuersätze überprüfen soll.
(Stuttgarter Zeitung 05.10.10)


Nun bleibt es bei dem Schilda-artigem Dickicht.
7% für Hotelübernachtungen, Windeln 19%, Rennpferde 7%, Apfelsaft 19 Prozent, aber Äpfel 7%. Aufgebrühter Kaffee 19 Prozent. Auf Kaffeebohnen, Haustauben, Bienen und Chicoree, Speisesalz (aber nicht in wäßriger Lösung!) gibt es 7 %.
Die schwarz-gelbe Steuersenkungskoalition hat in ihrem ersten Gesetz das Chaos noch vergrößert - wider alle Vernunft.
Inzwischen blickt keiner mehr durch und die Merkel-Regierung mit ihrer dicken Bundestagsmehrheit legt tatenlos die Hände in den Schoß.
Schäuble fällt aus und sagt Vereinfachungen ab.
  (….)

(Wen der Urnenpöbel liebt – Teil II, 29.12.2015)

Wie extrem Schäuble als Finanzminister zu Zeiten der vollen Kassen Deutschland schadete, indem er alle Reformen verweigerte, um seinem Schwarze-Null-Fetisch zu frönen, weiß man heute nur zu gut. Deutschland zerfällt, ist Europa-weit abgehängt, hockt auf einem nicht mehr einzuholenden Investitionsstau.

Schlimmer noch; Schäubles Schwäbische Hausfrau-Irrelehren wurden Teil des Mainstreams und sind inzwischen beim Urnenpöbel so beliebt, daß keine Regierung mehr das Richtige tun kann.

Schlimmer noch, Schäubles falsche, destruktive und gnadenlose Austeritätspolitik gegenüber Südeuropa, legte die Axt an den europäischen Gedanken. Maßgeblich von Schäuble beeinflusst, wurde Brüssel so unbeliebt, daß in allen 27 Mitgliedsstaaten antieuropäische Parteien stark wurden, die dem Brexit nacheifern.

(….) Schäuble drückt seine Austeritätspolitik durch, ohne daß es irgendwelche Belege dafür gäbe, daß es jemals in der Geschichte der Menschheit funktioniert hätte eine bankrotte Wirtschaft durch radikales Sparen und Abwürgen jedes Konjunkturimpulses mitten in der Krise wieder in Gang zu bringen.

Ich wiederhole es immer wieder:

Auch Deutschland steht heute so gut da, weil die Bundesregierung im Krisenjahr 2008 durch den SPD-Finanzminister Steinbrück genau das diametrale Gegenteil dessen tat, was man heute von Athen verlangt:

Es wurden massive Konjunkturprogramme aufgelegt, zig Milliarden Euro geliehen, um die stotternde Nachfrage wieder anzukurbeln. Merkel und Steinbrück fluteten die heimische Wirtschaft geradezu mit Geld – Beispiel Abwrackprämie.

Das was damals offensichtlich funktionierte, will man nun gerade NICHT für Griechenland, sondern setzt auf ein Rezept, das noch nie funktionierte, das Millionen in Armut treibt, Tausende Kinder hungern läßt. Ausgerechnet Merkel, die Frau mit dem vollen Hosenanzug, die ihren Wählern nicht die allergeringste Änderung zumuten mag, verlangt von den Griechen noch viel radikaler zu kürzen. Man stelle sich vor, was in Deutschland los wäre, wenn hier die Renten um 50% gekürzt würden und die Wähler daraufhin Obdach und Krankenversicherung verlören.

Ich wage sehr zu bezweifeln, daß sie bei der nächsten Wahl wieder CDU wählen würden, damit die noch grausamer spart. Und nun, Potzblitz, Überraschung, haben die griechischen Wähler gesagt: ES REICHT. Sie wollen endlich eine andere Politik. Eine Politik, die nicht fremdbestimmt ist und offensichtlich seit Jahren die Lage immer nur verschlimmert. (….)

(Der schöne Mann – Teil II, 16.02.2015)

Schäubles historisches Versagen kann gar nicht scharf genug verurteilt werden.

(….) In der Tat sitzt Griechenland deswegen mehr denn je in der Patsche, da es insbesondere von den Deutschen aufgezwungen jeden Cent an die ausländischen Gläubiger zahlen muß und für die eigene Wirtschaft keinerlei Impulse mehr setzen kann. […] […] Es gibt Solidarität in Europa.

Man könnte zusammenhalten und die Gemeinsamkeiten betonen.

Deutschland stört.

[…] […] Schäuble gibt den Imperator

[….] Griechenland knickt ein - und Deutschland sagt immer noch Nein. Mit der prompten Antwort auf den Athener Antrag übernimmt das Bundesfinanzministerium die Rolle des Bösewichts in der Euro-Gruppe. Es scheint, als sei ein Bruch der Währungsunion gewollt.

[….] […] Doch Schäuble hat den Niederländer, der bisher als sein Adlatus wahrgenommen wurde und ohnehin mit dem Job riskiert, als tragische Figur in die Geschichte Europas einzugehen, demontiert. Wenn Berlin den Athener Brief für indiskutabel hält, wozu sollen sich die Finanzminister noch treffen? [….]

(Arvid Kaiser, ManagerMagazin 19.02.2015)

 

Man versteht nicht, daß die deutsche Öffentlichkeit nicht versteht, daß die Griechen nicht verstehen, wieso diese gewaltigen Milliardensummen, die ihnen angeblich helfen sollen doch zu fast 80% direkt an den Finanzsektor abfließen – also unter anderem DEUTSCHEN BANKEN zu gewaltigen Gewinnen verhelfen.

 

Mindestens 77,12% der Programmmittel flossen direkt (über Bankenrekapitalisierung) oder indirekt (über Staatsanleihen) an den Finanzsektor.

(Fazit einer ausführlichen attac-Dokumentation 2013)

 

Schäuble schiebt das Geld nach wie vor den raffgierigen Banken, die die Krise verursacht haben, in den Rachen und beklagt sich, wenn sich die Griechen beklagen. […] Auch der lammfromme Sigmar Gabriel ärgert sich vernehmlich über das halsstarrige Agieren des Juristen Schäuble, der im Gegensatz zu dem renommierten Ökonomie-Professor Varoufakis über keinerlei Fachkenntnis in der Materie verfügt.

 

[…] Deutschland sagt „Nein“! Aber nicht alle sind damit einverstanden. Denn nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Verlängerung der Finanzhilfen für Griechenland abgelehnt hat, gibt es Kritik aus der eigenen Bundesregierung.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat verstimmt auf Schäubles Ablehnung reagiert. „Das schriftliche Angebot der griechischen Regierung zu Verhandlungen über die Fortsetzung des Reformprogramms ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, hieß es in Ministeriumskreisen. […]

(MoPo dpa 19.02.15)

 

Schäuble glaubt offensichtlich die Angelegenheit Europa als kleinkrämerischer Rechtsanwalt betrachten zu können, ohne gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge zu berücksichtigen und möchte zudem den rechtsnationalen Wählern in Deutschland Zucker geben.  (….)

(Schäbig, schäbiger, Schäuble, 19.02.2015)

Sein Rollstuhlbonus trug Schäuble aber nicht nur über seine zerstörerische, destruktive Finanzpolitik hinweg, sondern ließ Presse und Wähler auch fast vergessen, daß er in innenpolitischen und parteipolitischen Dingen mit sicherem Griff ins Klo stets auf das falsche Pferd setzte. Er wetterte gegen die Doppelstaatsbürgerschaft, da sie schizophren mache. Er pöbelte düster-national raunend gegen Christos Reichstagsverhüllung und – immerhin das rechne ich ihm positiv an – setzte quasi im Alleingang Armin Laschet als Kanzlerkandidat 2021 durch, womit er Olaf Scholz zum Regierungschef machte.

[….] Schäuble war ein großer Politiker, der große Fehler gemacht hat – es waren fünf, mindestens. Der erste große Fehler war sein Eintreten für eine Generalamnestie der Steuerbetrüger und der Schmiergeldempfänger im Flick-Skandal der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. Er propagierte die Amnestie damals, um Schaden von Helmut Kohl abzuwenden. Er tat dies aus Loyalität. Sein zweiter Fehler war die Zögerlichkeit und die Unvollständigkeit seiner Erklärungen zu einer 100 000-Mark-Spende des Waffenhändlers Schreiber. […] Sein dritter Fehler war es, dass er Kohl zu lange vertraute. Er hat sich an die Loyalitätsdevise gehalten, dass man ein Amt nicht nutzt, um gegen den zu arbeiten, der einen ins Amt berufen hat. […] Als Innenminister hat Schäuble nicht nur „die nötigen Freiheiten im Kampf gegen den Terrorismus“ verlangt, bis hin zur Rettungsfolter und zum Abschuss von entführten Zivilflugzeugen durch die Bundeswehr. Das Bundesverfassungsgericht hat dann ein solches Abschuss-Gesetz für verfassungswidrig erklärt. Er hat sich auch, und das war ein grober Fehler, in Überlegungen verirrt, ob man Terroristen nicht gezielt töten sollte. […]  

(Heribert Prantl, 27.12.2023)

Sicher, unmittelbar nach dem Tod eines wichtigen Mannes, darf man ihn etwas rosarot zeichnen. Aber wenn jemand persönlich so hinterhältig und politisch so destruktiv wie Schäuble war, sind die Lobhudeleien nicht angemessen.

Dienstag, 26. Dezember 2023

Noch eine Schippe Irrsinn mehr

Falls man mal kurz den flüchtigen Gedanken „irrer geht es nun echt nicht mehr“ haben sollte, muss man nur einen US-Nachrichtensender einschalten, um sich daran erinnern zu lassen, wie vollständig umnachtet die GOP-Q-MTG-jewish spacelaser-Verschwörungstheoretiker rund um Trump ticken.

Gestern wiederholte CNN eine „The Whole Story“-Reportage aus dem September 2023, in der Investigativ-Reporter Donie O’Sullivan die Aktivitäten des wahnsinnigen Michael Protzman nachzeichnete: “Waiting for JFK: Report from the Fringe”

Er vertritt eine QAnon-Untergruppe, die ebenfalls an den „deep state“ glaubt, von den ausgesaugten Kindern in demokratischen Pizzeria-Kellern überzeugt, genauso rasend antisemitisch, Trumpophil wie der Haupt-Q-Stamm ist, aber darüber hinaus auf John F. Kennedy und seinen Sohn JFK Jr. fixiert ist.

[….]  In this episode, O’Sullivan tracks the stories of Americans who have been consumed by a conspiracy theory that John F. Kennedy and John F. Kennedy Jr. are still alive and are descended from Jesus Christ. In reporting the documentary, O’Sullivan went to Dallas where Michael Protzman, then a leader in this conspiracy theory, had convened his followers at the Grassy Knoll waiting for JFK or JFK Jr. to reappear. […..]

(CNN, 18.09.2023)

Dabei sollte man ihn nicht Protzman nennen, denn er selbst firmiert unter dem Kampfnamen „Negative 48“; eine seiner Ansicht nach logische und konsequente Benennung. „"Evil" in his gematria is 48, and he's anti-evil so put a minus on it, Negative 48.” Nach der Gaga-Zahlenlehre „Gematria“, für die man tief in Okkultismus, Satanismus und Esoterik eintauchen muss, ist Protzman also „das Gute“!

[…..] Protzman’s popularity is built on a bastardized version of numerology known as gematria, a Jewish system of assigning a numerical value to a name, word, or phrase based on the letters used and inferring some sort of spiritual or mystical meaning behind the phrase.

Protzman’s fake gematria is based on English (A=1 to Z=26) rather than Hebrew (Aleph=1 Taf=400)—a system Protzman appears to have co-opted from a similar method developed by English occultist Aleister Crowley. Protzman applies this fake version of gematria to passages of the Bible as well as QAnon phrases, freely mixing the two worlds to create a link between Christianity, QAnon, and the Kennedys.

Protzman uses this system as “proof” to support the complex and fantastical lies he has told his followers. In Protzman’s telling, Jesus Christ married Mary Magdalene and had four children with her. This gave rise to a bloodline that went on to create many famous people today, notably the Kennedys.

He also claims that blood-type O is a marker for the Christ bloodline and that the “New World Order” is trying to hunt down that bloodline by DNA testing COVID-19 PCR swabs. In Protzman’s fantasy world, John F. Kennedy and Jackie Kennedy are the physical second incarnation of Jesus and Mary Magdalene, while JFK Jr. is the Archangel Michael, and Donald Trump is the Holy Spirit.  [….]

(David, Gilbert, 05.11.2021)

Der fette orange Nazi als Heiliger Geist; das klingt schon mal logisch.


Nur zu verständlich, daß Trumps engste politische Berater und Freunde sich gern im Protzman-Kennedy-Umfeld zeigen.

[….] Last weekend, Roger Stone, the former Trump and Nixon adviser who has been subpoenaed by the House select committee investigating January 6, visited the QAnon cult that has been holed up in Dallas for the last six weeks waiting for the resurrection of John F. Kennedy and his son.

Stone met with the group after he spoke at a conspiracy-focused conference taking place in the city on Saturday, he told VICE News. He met with the group after one of its members recognized him in the bar at the Hyatt hotel, where many group adherents have been staying.

“I did meet with the group after one of the members asked me to drop by a session they were holding,” Stone said, adding that he spoke about JFK given he has written several books on the subject.  [….]

(Vice, 14.12.2021)

Einen so netten Verbrecher wie Stone, kann man nicht im Knast sitzen lassen, dachte sich der orange HeiGei. Wir erinnern uns; Sonderermittler Robert Mueller hatte Trumps Pitbull Stone im Januar 2019 festnehmen lassen.  Im November 2019 befand ein Geschworenengericht Stone in allen sieben Anklagepunkten für schuldig.

Die Staatsanwälte forderten neun Jahre Gefängnis, woraufhin der amtierende US-Präsident Richter und Staatsanwälte öffentlich bedrohte und von seinem Justizminister attackieren ließ. Geschockt von dem Verfassungsfeind an der Staatsspitze, erklärten alle vier mit dem Fall befassten Staatsanwälte ihren Rücktritt. Dennoch wurde Stone vom United States District Court for the District of Columbia zu 40 Monaten Haft verurteilt, die Trump ihm prompt wieder erließ, um anderen von Mueller verhörten Zeugen zu signalisieren, er werden jeden begnadigen, der sich weigere gegen ihn auszusagen.

So kann Roger Stone heute frei wie ein Vogel bei den radikal antisemitischen Hitler-Verehrern mitlaufen, die fest daran glauben, der demokratische 1963 erschossene Präsident Kennedy und sein Sohn Erzengel Michael (JFK Jr.), zeigten sich in Dallas, um Biden ab- und Trump wieder einzusetzen.

Als die beiden Kennedys doch nicht reinkarnierten, hielt das die Fanatiker nicht von ihrem Irrsinn ab. Man kennt das von den Zeugen Jehovas und anderen, die vergeblich das Ende der Welt oder die Rückkehr Jesus ankündigen und von der Realität ausgelacht werden. Erst im offensichtlichen Widerstand gegen die schnöde Wirklichkeit, beweist sich ein wahrer Gläubiger. Und so wurden sie fester Bestandteil der Trump-Rallys, des Mannes, der uneinholbar vorn liegt bei der Präsidentschaftskandidatensuche der GOP:

[….] Many flew in especially for the rally, while others traveled there with Protzman in an RV. The group, wearing red ties and T-shirts with JFK’s picture on the front, were able to secure prime seats right next to the stage where Trump spoke.

While the group has been dismissed by many within the QAnon movement as a distraction and a clown show, Protzman and his followers continue to attract attention. At the rally, they were interviewed by far-right networks like One America News and the Right Side Broadcasting Network, while one of Protzman’s lieutenants, Steven Tenner, posed for pictures with both Mike Lindell and Donald Trump Jr.

Figures like former Trump adviser Roger Stone and GOP Oklahoma Senate candidate Jackson Lahmeyer have also visited the group in Dallas and taken pictures with them. Protzman used Trump’s rally in Texas, and one held in Phoenix a few weeks earlier, as a way to renew interest in his cult.   [….]

(David Gilbert, 04.02.2022)

Negative 48 selbst kann man nicht mehr befragen, weil er zur Zeit tot ist. Er starb im Sommer dieses Jahres bei einem Unfall. Protzmans Tod ist für QAnon-Jünger aber nur der Beweis, daß er quicklebendig ist – schließlich hätten JFK 1963 und JFK Jr. 1999 ihre gewaltsamen Tode auch nur inszeniert, um im Untergrund die Installation des Heiligen Donalds als ewigen Herrscher der USA vorzubereiten.

Unterdessen wird die Negative48-Strömung des Q-Universums kompetent weitergeführt. Von Tiny Teflon.

[….] Wussten Sie, dass John F. Kennedy gar nicht am 22. November 1963 in Dallas einem Schussattentat zum Opfer fiel? Wir auch nicht, doch auch die Faktenlage hält einen Teil der QAnon-Bewegung nicht davon ab, den ehemaligen US-Präsidenten, der heuer 106 Jahre geworden wäre, für quicklebendig zu erklären.  Im Juni allerdings geriet der Kennedy-Arm von QAnon ins Wanken. Ihr Anführer, Michael Protzman, vulgo "Negative 48", kam infolge eines Motocross-Unfalls im Alter von 60 Jahren ums Leben. Trotz mehrfacher Bestätigung seitens der Klinik, in die er nach dem Crash eingeliefert worden war, und trotz Veröffentlichung der Sterbeurkunde blieb man dem eigenen Markenkern treu und vermutete zunächst eine absichtliche Falschmeldung, hinter der ein größerer Plan steckt. Eine neue Anführerin wurde aber allem Anschein nach trotzdem gefunden: Und zwar eine 13-Jährige, die nur unter dem Pseudonym "Tiny Teflon" bekannt ist, berichtet "Vice".

Dass sie nun die oberste Figur der fragwürdigen Gemeinschaft ist, mag aufgrund ihres Alters ungewöhnlich wirken, ist aber letztlich nicht ganz überraschend. Sie gilt als Zögling von Protzman und trat seit März 2022 auch immer wieder vor seinen zehntausenden Followern in Livechats auf seinem Telegram-Kanal auf. Später erhielt sie auch die Berechtigung, selber Beiträge zu posten und Mitglieder zu verwalten. [….] "Tiny Teflon" verfolgt auch schon ehrgeizige Pläne. Ihr aktuell wichtigstes Ziel ist es, mehr Kinder für ihren Kult zu begeistern.  Abseits des Kennedy-Mythos pflegt man freilich auch das Hauptnarrativ von QAnon, nämlich das ein von progressiven und linken Politikern und Prominenten geführter Ring weltweit Kinder entführe und diese zur Gewinnung des Stoffwechselprodukts Adrenochrom in Untergrundanlagen foltere. Donald Trump, Wladimir Putin und andere Persönlichkeiten von meist rechtskonservativer bis rechtsextremer Anschauung würden hingegen im Geheimen an deren Enttarnung arbeiten, wobei man sich immer wieder einmal kurz vor einer Masseninhaftierung der mutmaßlichen Kinderquäler wähnt. [….]

(Der Standard, 18.8.2023)

Montag, 25. Dezember 2023

Weihnachtschristen extrascheußlich

Es ist Weihnachten; daher zuerst einmal eine mittelgute Nachricht:

[….]  Die Zahl der Kirchenaustritte in Deutschland ist auch 2023 hoch geblieben. Der spektakuläre Negativrekord bei den Katholiken von 2022 wird aber wohl nicht übertroffen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa unter Städten und Kommunen nahelegt. Um offizielle Zahlen der Deutsche Bischofskonferenz (DBK) geht es dabei nicht. Der Umfrage zufolge kehrten aber auch 2023 wieder Zehntausende der Kirche den Rücken.

In der bayerischen Landeshauptstadt München traten bis zum 15. Dezember dieses Jahres 19.081 aus den Religionsgemeinschaften aus, wie das Statistische Amt der Stadt auf Anfrage mitteilte. 2022 waren es im gleichen Zeitraum mit knapp über 26.000 noch deutlich mehr.

In Berlin sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht, blieb aber auch 2023 auf hohem Niveau. Bis Ende September traten 16.708 Menschen aus der Kirche aus, wie eine Sprecherin der Berliner Zivilgerichte sagte. Im selben Zeitraum des Vorjahrs hatte es 18.018 Kirchaustritte gegeben, also etwa 1300 mehr. Der Statistik zufolge verließen 9699 evangelische und 6876 katholische Christen ihre Kirchengemeinde.

In Frankfurt am Main wurden 7201 Austritte aus der Kirche erklärt und damit rund 2000 weniger als 2022 (9155). Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in anderen Teilen Deutschlands: Im Südwesten hält der Mitgliederschwund zwar an, wie eine Umfrage unter Städten in Baden-Württemberg zeigt.  [….]

(SPON, 22.12.2023)

Schade; denn ich hatte natürlich auf einen neuen Rekord gehofft. Aber wenigstens stimmt die Richtung immer noch. Hunderttausende verlassen die Kinderfi**ersekte und machen die Christidioten zur immer marginaleren Minderheit.

Sehr unerfreulich ist hingegen, wie Staat und Parteien immer noch die kriminellen Machenschaften der Kirchen decken und sie vor Strafe schützen. Die Täterorganisation wird gepampert, die Opfer fortwährend gedemütigt. Der Staat überlässt den Tätern, nicht nur die Aufklärung ihrer schweren Straftaten, sondern auch die Entscheidung, ob sie bestraft werden. Noch schlimmer; der Staat verdammt die Opfer schweren sexuellen Missbrauchs dazu, sich als Bittsteller ausgerechnet an die Täter zu wenden, falls sie so etwas wie Gerechtigkeit möchten.

(…..) In ganz Deutschland leben etwa 26% Katholiken, also 22 Millionen.

Wie überall auf der Welt sind auch in Irland und Deutschland katholische Geistliche intensiv damit beschäftigt Kinder zu foltern, auszubeuten, zu schlagen und sexuell zu missbrauchen.

Wie überall auf der Welt standen auch in Irland und Deutschland katholische Bischöfe ausschließlich auf der Seite der Täter, drangsalierten die Opfer, verhinderten die Strafverfolgung der Sextäter in ihren Reihen.

Die irische katholische Kirche zahlte 1,2 Milliarden Euro Entschädigung an die Missbrauchsopfer. Die deutsche katholische Kirche, die fast sechsmal so viele Mitglieder wie die Irische hat, zahlte aber alles zusammen bloß 33 Millionen Euro Anerkennung für sehr viel mehr Opfer. Die Irischen Kirchen brachten die 36-fache Summe auf. Umgerechnet auf irische Verhältnisse, müsste die DBK 6,8 Milliarden Euro an die von ihren Geistlichen gequälten Kinder überweisen. Das sind über 200 mal mehr, als Marx, Woelki, Bätzing und Co rausrücken wollen.

Warum kommen die deutschen Katholiken derart billig davon?

Die Antwort ist einfach: Staatsanwaltschaft und Politik stellten sich in Deutschland nie auf die Seite der Opfer, erzwangen keine eigenen Ermittlungen, sondern überließen es achselzuckend ausgerechnet der Täterorganisation selbst, zu entscheiden, ob und wieviel sie zahlen mag.

(….)  Hunderttausende Kinder wurden ihren Müttern entzogen und in kirchliche Heime zur Zwangsarbeit, zum Verprügeln und sogar für Medikamententests geschickt. Aber niemand zieht die RKK zur Rechenschaft. Die Regierung hält still, das Parlament denkt nicht daran die seit 1919 in der Weimarer Reichsverfassung und später ins Grundgesetz übernommene Aufgabe von der Ablösung der Kirchenfinanzierung auszuführen und die Justiz sieht weg.

Das gleiche Bild beim myriadenfachen sexuellen Missbrauch Jugendlicher und Kinder durch katholische Geistliche.  Keine staatlichen Kommissionen, die nachbohren, wie in anderen Ländern. Die Opfer müssen nicht gehört werden und falls doch mal Schmerzensgeld bezahlt werden sollte, dürfen sich die Täter selbst überlege wie viel sie freiwillig zahlen. Kein Richter spricht ein Urteil, die vergewaltigten Kinder, deren Leben oft zerstört wurde, haben ohnehin nichts zu melden. Am allerbesten ist aber, daß die Verantwortlichen ganz oben, die den sexuellen Gewalttätern immer wieder neue Kinder-Opfer zuführten, die Vergewaltiger vor Veröffentlichung ihrer Taten schützen, noch nicht mal angeklagt werden.

Papst-Bruder, Kardinal Müller, Erzbischof Heße, Papst Ratzinger – sie alle konnten systematisch Kinder quälen lassen, ohne irgendwelche Konsequenzen zu fürchten.

Bischof Ackermann aus Trier, der Missbrauchsbeauftragte der DBK, der in seiner Diözese ebenfalls Kindervergewaltiger schützte, sieht auch im September 2020 keinen Anlass für die Schreibtischtäter persönliche Konsequenzen zu ziehen, da in der katholischen Kirche „eine andere Kultur“ herrsche.

[…..] Der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann sagte katholisch.de, Rücktritte seien bei den Beratungen der Bischöfe kein Thema gewesen. "Wir haben in der Kirche eine andere Kultur als in der Politik. Wer zurücktritt, vollzieht zwar ein großes Symbol und macht den Weg frei für einen Nachfolger, aber gleichzeitig ist er dann auch aus der Verantwortung heraus", sagte er. […..]

(Annette Zoch, 25.09.20)

Ebenso argumentieren mutmaßlich auch Mafia-Dons, die nach ein Massenmorden nicht ihren Chefposten räumen wollen.  (….)

(Verantwortungslos, 25.09.2020)

Weltweit haben Staaten gezeigt, daß die weltliche Justiz, am besten in Form von Regierungskommissionen, gefragt ist, wenn es gilt die massenhaften Sexverbrechen der Kirche aufzuklären. Es gab solche Untersuchungen in Irland, Holland, den USA und Australien.

Deutschland tut nichts. Merkel und ihren ultrakatholischen Freundinnen AKK, Schavan, Thierse, Kretschmann und Nahles, schien der Schutz der sadistischen Straftäter in Soutane immer noch wichtiger zu sein als Gerechtigkeit und Opferschutz.  (…)

(Ein Hoch auf Skydaddy, 03.11.2022)

Diese ungeheuerliche katholische Unmoral wurde nun vom Augsburgs Bischof Bertram Meier in den Schatten gestellt. Der AfD-Freund* ist einer der vier Bischöfe, die zusammen mit Horrorkardinal Woelki ein Schreiben an den Vatikan schickten, um den von der Mehrheit der DBK unterstützten „Synodalen Weg“ zu diskreditieren. Das Kirchenvolk kann Meier nicht leiden. Die AfD schon.

[…..] Der Theologe Schüller widerspricht: Mit seiner Haltung zur AfD stelle sich der Augsburger Bischof Bertram Meier damit in die Tradition der deutschen Bischöfe in der NS-Zeit, die das menschenverachtende System nicht aktiv bekämpft haben: "Er wird zum Steigbügelhalter für eine breiter werdende gesellschaftliche Akzeptanz von Rechtsradikalen."

An jene dunkle Zeit erinnert fühlte sich auch der Theologe Daniel Bogner von der Universität Fribourg in der Schweiz. "Mich erinnert diese bischöfliche Haltung an die Positionierung der katholischen Kirche gegenüber der NS-Regierung Hitlers im Jahr 1933", sagte er der dpa. "Man hat damals auch hervorgehoben, dass die Reichsregierung einzelne Positionen vertrat, die der Kirche wichtig waren, zum Beispiel das Recht auf Selbstorganisation der Kirche oder die Schulfreiheit."

Meiers Sicht nannte Bogner "deutlich zu naiv". "Man kann nicht die Augen davor verschließen, dass die AfD mittlerweile mit einer Massivität Positionen vertritt und dafür auch Anhängerschaft gewinnt, die die Axt an die Wurzel der Demokratie anlegen.   [….]

(BR, 21.09.2023)

Nach dem Aus des rechtsradikalen Prügelbischofs Mixa, hat Augsburg wieder einen würdigen M-Bischof des Grauens an der Spitze.

[….] In der katholischen Kirche melden sich seit einiger Zeit prominente Stimmen zum Umgang mit der AfD zu Wort. So hatte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, im August ihre Forderung bekräftigt, AfD-Mitglieder von kirchlichen Wahlämtern auszuschließen. "Meine Haltung ist klar: Wer in der AfD ist, darf in der Kirche keine Macht bekommen." Die Haltung der Partei sei eine "Haltung der Zerstörung". Der Augsburger Bischof Bertram Meier hatte in der vergangenen Woche hingegen mit Äußerungen zur AfD heftige Irritation ausgelöst. Auf Kritik stieß insbesondere der Satz: "Wie die Kirche tritt etwa die AfD zum Beispiel für den Schutz ungeborenen Lebens oder die Ehe von Mann und Frau ein – und doch können wir als Kirche nicht unsere Sichtweise auf solche Überschneidungen verengen."  [….]

(BR, 25.09.2023)

Beim Thema sexueller Missbrauch, setzt der Augsburger Sadist noch einen drauf und zeigt die ganze Perfidie, die Verkommenheit seines klerikalen Charakters.

[….] Ein Betroffener von sexualisierter Gewalt durch einen Priester soll 150.000 Euro Entschädigung bekommen. So hat es eine von der Kirche eingesetzte Kommission entschieden. Doch der zuständige Bischof will nicht zahlen.

Als Hans-Joachim Ihrenberger hörte, dass das Bistum Augsburg ihm eine Entschädigung von 150.000 Euro nicht zahlen will, war er fassungslos. Vor allem, über die Begründung, dass seine aktuelle Lage doch gar nicht so schlecht sei: "Zu sagen, ich habe eine Berufsausbildung, zwei Kinder und eine Ehe, und deswegen zahlen wir nicht. Das war ein Schlag ins Gesicht. Die wissen doch gar nicht, wie es mir wirklich geht."

In Wirklichkeit, sagt Ihrenberger im Gespräch mit dem WDR-Rechercheteam "Kirche und Missbrauch", bekomme er, wenn seine Ehefrau ihn berühren wolle, immer noch Angstzustände. Schon als der heute 62-Jährige als junger Mann seine Ausbildung zum Koch abgeschlossen habe, habe das viel länger gedauert als üblich.

Mittlerweile sitzt er im Rollstuhl. Nach zwei Herzinfarkten und drei Schlaganfällen könne er kaum noch das Haus verlassen.

In seinem Fall droht nun erstmals ein deutscher Bischof, die Entscheidung der eigens eingesetzten Entschädigungskommission zu blockieren, deren Unabhängigkeit stets betont wurde: Augsburgs Bischof Bertram Meier hat sein Nein der Kommission schriftlich mitteilen lassen. Das Schreiben liegt dem WDR vor.

Auf die Anfrage des Senders hin teilt ein Sprecher des Bischofs zwar mit, es sei noch nicht alles entschieden. Die Aussagen in den Briefen sind allerdings recht deutlich.  Dass er die Verletzungen durch den Priester bis heute bei jedem Toilettengang spürt, steht in den Unterlagen, die Ihrenberger an die Kirche geschickt hat. Darin beschreibt er, wie er als Kommunionkind vom Priester zum ersten Mal im Genitalbereich "gestreichelt" wurde und auch ihn dort habe berühren müssen. Es folgten, so steht es in Ihrenbergers Antrag auf Entschädigung, zwei Jahre schlimmster sexualisierter Gewalt, auch mit Vergewaltigungen.

Das Bistum Augsburg, wo die sexualisierte Gewalt laut Ihrenberger geschah, hielt seine Angaben für plausibel und leitete sie an die "Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen" (kurz UKA) weiter. Die UKA wurde von den deutschen katholischen Bischöfen ins Leben gerufen und entscheidet seit 2021 darüber, wie viel Geld Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kirche bekommen sollen.

Seit der Gründung wird die Kommission kritisiert. Die Kommission sei nicht wirklich unabhängig, sie sei von den Bischöfen nach deren Spielregeln eingesetzt worden. Außerdem seien die gezahlten Beträge zu niedrig.  [….]

(Tagesschau, 22.12.2023)

Die RKK und Meier sind wie sie sind. Es liegt an den Augsburgern. Wer heute immer noch zahlendes Mitglied dieser perfiden Sadistenvereinigung ist, macht sich mitschuldig.

Sonntag, 24. Dezember 2023

Christliche Konservative suchen den Kulturkrieg

Christliche Traditionen als Mittel zur Ausgrenzung von Minderheiten, sind dieses Jahr das große Thema der Konservativen in den USA und Deutschland.

(…..) Der Trumpismus löste das rechte politische Spektrum endgültig aus der ohnehin schon gelockerten Verankerung in die Realität. Der orange Messias führte die republikanische Masse in die debile Nebelwelt der „alternative facts“, in der man sich nicht zur Tatsache eine Meinung bildet, sondern sich erst eine (zumeist sehr bösartige) Meinung aneignet und anschließend dazu passende „Fakten“ erfindet.

In dieser rechten Wahnwelt gibt es die Guten - sich selbst – und viele Schuldige; nämlich alle, die anders sind, aussehen, glauben, lieben.

Das US-amerikanische Christentum ist die symbiotische Ergänzung der politischen Hass-Ideologie; nämlich eine exkludierende Hass-Religion, die auf Xenophobie, Sexismus und Rassismus fußt.

 [….] Seite an Seite mit den rechten Gruppen kämpfen die fundamentalistischen Christen nicht mehr länger nur um ihre religiösen Überzeugungen. Sie führen auch einen Kulturkampf gegen die Befürworter der Homo-Ehe, liberale Abtreibungsgesetze und LGBTQIA+, und das in einer Intensität, die inzwischen an die europäischen Religionskriege der Reformationszeit erinnert.  [….] Vor allem weiße Evangelikale verwechseln inzwischen Religiosität mit Rassismus und drängen auf die Wiederherstellung der »White Christian Supremacy«, der politischen wie zahlenmäßigen Überlegenheit der weißen Christen in den USA, denn die sei einst von Glaubensflüchtlingen wie etwa den Mayflower Pilgrims begründet worden. Sie warnen vor einem angeblichen »Great Replacement« (»Großen Bevölkerungsaustausch«) und fühlen sich durch die Einwanderung ethnischer Minderheiten bedroht. [….][….] Nicht rassistische Rechtsradikale sind in seiner Bewegung mit ihrer Ideologie auf einen längst fahrenden religiösen Zug aufgesprungen. Vielmehr hat eine immer noch mächtige und ressourcenstarke Religionsgemeinschaft sich den alt-weißen Rassismus zu eigen gemacht, um sich selbst vor dem befürchteten Niedergang zu retten. »Race«, nicht Religion ist die wahre Mobilisierungskraft, die nun die Partei der Republikaner von der Basis bis zur Spitze durchzieht. [….]

(Claus Leggewie, 25.11.2023) (…..)

(Rechts – links, Religiös – atheistisch, 15.12.1023)

Seit die CDU Ende 2021 Fritze Merz anheimfiel, wurden die letzten Rudimente einer integrativen „Union“ ausgemerzt. Nun geht es nur noch gegen die anderen.

Merz nimmt sich ein Beispiel an den durchaus erfolgreichen US-Republikanern und anderen Rechtsradikalen in Europa. Im Social Media Zeitalter diktieren Algorithmen die Verbreitung der Inhalte. Hass, Empörung und Hetze sind wesentlich effektiver, als konstruktive Vorschläge, Werben um Toleranz und komplizierte Auseinandersetzungen mit der Realität. Merz gießt systematisch Öl ins Feuer, facht Empörung gegen Minderheitern an, weil er davon parteitaktisch profitiert, während die auf Frieden und Solidarität fußenden Rotgrünen Schaden nehmen. Auf den Zug ins Verderben aufzuspringen und rechtsradikale Narrative zu verbreiten, wie es Friedrich Merz tut, zeigt sich in der Praxis durch den Hass auf Minderheiten, den er schürt.

[….]  Mitten in einer aufgeregten Brandmauerdebatte gab er kurz vor der Sommerpause ein Fernsehinterview, in dem er so klang, als stelle er es seiner Partei frei, in den Kommunen mit der AfD zusammenzuarbeiten. In den Führungsgremien der CDU löste das eine Krisenstimmung aus, die ein Betroffener als „beispiellos“ beschrieb.  [….] Merz hat mit Blick auf ukrainische Flüchtlinge von „Sozialtourismus“ gesprochen und arabischstämmige Kinder „kleine Paschas“ genannt. Er hat die CDU als „Alternative für Deutschland mit Substanz“ bezeichnet und die Grünen als „Hauptgegner“ in der Regierung. Es gab Proteststürme nach seiner Bemerkung, dass Migranten den „deutschen Bürgern“ die Termine beim Zahnarzt wegnähmen und dass Kreuzberg nicht Deutschland sei. Und dass er jederzeit bereit ist, die Länderchefs seiner eigenen Partei öffentlich abzukanzeln, wenn er sich angegriffen fühlt, davon wissen Hendrik Wüst in Nordrhein-Westfalen und Kai Wegner in Berlin ein Klagelied zu singen.  [….]

(Boris Herrmann und Robert Roßmann, SZ, 15.12.2023)

Die Konservativen in Deutschland sind um Kampf gegen den Rechtsextremismus nicht bloß unsicherer Kantonisten, sondern Helfershelfer der Faschisten, die das tumb-desinteressierte Volk in die falsche Richtung schubsen. Im rechtsradikalen Springer/AfD-Echoraum sind Muslime und Veganer besonders verhasst. Genau deswegen zeigen sich Weidel, Chrupalla, Merz, Söder und Aiwanger am liebsten mit Schweinewürsten im Maul, etikettieren das Nichtessen toter Schweine als undeutsche Kulturlosigkeit um.

(….) Der FDP-General, längst nach ganz Rechtsaußen abgedriftet, twittert wie Lutz Bachmann. Seine hepatisgelbe Bundestagskollegin, die AFDP-Abgeordnete Katja Adler, teilt so kräftig gegen die vier Millionen Muslimein Deutschland aus, daß sie bei der Gelegenheit auch noch alle Juden in Deutschland bedroht und verunglimpft. Adler erinnert dabei an den CDU-Lieblingsministerpräsidenten Daniel Günther, der in seinem ersten Landtagswahlkampf ebenfalls antisemitisch ritt, indem er mit einem Schweinefleisch-Fresszwang, die Juden aufforderte nicht koscher zu essen.

2016 brachte er einen Schweinefleisch-Gebots-Antrag in den Landtag ein.

Schweinefleisch zu fressen gehöre „zur deutschen Tradition“ erklärte Günther; die koscher essenden Juden also nicht. Die antisemitische Günther-Idee wird seither immer wieder in Variationen vorgetragen; besonders stark zuletzt im Bayerischen Wahlkampf von AfD und CSU. Schweinefleischfressen als Apotheose des Deutschtums. „Vegetarier und Juden gehören nicht zu uns“ meinen also die beiden bayerischen Regierungschefs Aiwanger und Söder.

[….] Ein Wirt im oberösterreichischen Bad Ischl wollte sich einen "Scherz" erlauben – doch der ging nach hinten los. Hintergrund ist ein Spruch, den der Restaurantbesitzer des Traditionsgasthauses k. u. k. Hofbeisl zu Ischl, Marcus Hofbauer, auf einem Schild aufgeschrieben hat. Darauf war zu lesen: "Menschen, die Schweinefleisch essen, neigen statistisch gesehen weniger häufig dazu, sich und andere in die Luft zu sprengen." Das Schild mit dem Spruch stand nach Angaben des Wirtes mehrere Stunden lang vor dem Restaurant. Ein Foto davon verbreitete sich schnell im Netz. Zahlreiche österreichische Medien berichteten über das Schild.

Dem Inhaber des Gasthofes wird nun islamfeindliches Verhalten vorgeworfen. "Das ist kein Humor, das ist purer Rassismus", zitiert die Nachrichtenseite Oe24" eine Frau.  [….]

(STERN, 10.11.2023)

Nach dieser Logik wären auch Juden und Vegetarier Bombenleger.

Die Perfidie der Konservativen, sich mit Islamophobie und völkisch-judenfeindlichen Sprüchen, als besonders aktive Kämpfer wider des Antisemitismus zu inszenieren, ist an Widerlichkeit kaum zu überbieten.  (….)
(Konservative mit toxisch alten Ansichten – Teil II, 12.11.2023)

Das von deutschen und US-amerikanischen Nazis verwendete Weihnachts-Framing, als Abwehrkultur gegen Dunkelhäutige und Muslime, übernimmt Fritze Merz nur zu gern von antisemitischen Hetzern wie David Berger.

[….]  Weihnachten als Ausdruck abendländischer Kultur

Wie niemals zuvor in meinem Leben habe ich seit einigen Jahren das Gefühl, dass das Weihnachtsfest ein wichtiger Teil unserer abendländischen, meiner Kultur ist. Die uns [….] zu dem gemacht hat, was wir heute sind. Und nur wenn wir uns erneut auch auf diese Wurzeln zurückbesinnen, können wir erneut jene Standhaftigkeit gewinnen, um gegen die derzeit über Europa hereinfallende Flut der Barbarei der „neuen Normalität“ bestehen.

Der Theismus ist das Heilmittel gegen jenen praktischen Atheismus, der für die Ersatzreligionen wie die Corona-Diktatur [….] mit-verantwortlich ist bzw., diese erst so recht möglich gemacht hat. [….] Für Ungläubige mag das, was wir derzeit erleben, die Dämmerung sein, die in die endgültige Dunkelheit führt, für Gläubige eine extrem schwierige Zeit, da die Bosheit groß wurde. [….]

(David Berger, PP, 24.12.2024)

Bei Merz klingt es so:

[….] Friedrich Merz erklärt den Weihnachtsbaum zur deutschen Leitkultur

[….] Einer geht noch. Einen Spruch, über den dann wieder alle Welt diskutiert, hat Friedrich Merz noch platziert. Wenige Tage vor Weihnachten machte sich der Oppositionschef in Deutschland – eh klar – über die Bedeutung des Festes Gedanken. Und dabei ging es auch um den Tannenbaum im heimischen Wohnzimmer. Der CDU-Chef selbst hat seinen im Sauerland gefunden: 220 Zentimeter hoch – man weiß das, weil Merz den Baum nicht rein privat kaufte, sondern Journalisten dabei mitnahm. Warum das Grün daheim so wichtig ist, erklärte er der Funke-Mediengruppe so: "Wenn wir von Leitkultur sprechen, von unserer Art zu leben, dann gehört für mich dazu, vor Weihnachten einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Es ist die Art von christlich-abendländisch geprägter kultureller Identität, die sich über Generationen überträgt, von der unsere Kinder geprägt sind und die sie dann so oder so ähnlich selbst weitertragen." Man erfährt auch noch, dass im Merz'schen Wohnzimmer in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) keine neumodische Bling-Bling-Glitzer-Deko auf den Baum kommt, sondern dass dieser mit echten roten Kerzen geschmückt wird. Also quasi Leitkultur auch bei den Kerzen. [….]

(Der Standard, 22.12.2023)

Muslime verunglimpfen Merz und seine C-Lumpen so gern, daß sie dabei in einem Abwasch auch noch gegen Juden und Atheisten hetzen.

Tatsächlich liegt Merz ausnahmsweise nicht falsch. Denn Antisemitismus ist sowohl Teil seiner deutschen, als auch seiner katholischen Kultur.

Der demoskopische Erfolg gibt ihm ebenfalls Recht. Mit Antisemitismus kann man – siehe AfD und Ost-CDU, siehe Aiwanger – viele Wählerstimmen gewinnen.

Anständige Politiker verzichten auf die Methode, aber Anstand sucht man in der 2023er CDU ohnehin vergeblich.


[….] Alle, die hier leben wollen, müssen unsere Leitkultur ohne Wenn und Aber anerkennen. [….] 


Beachten Sie: Plastikbäume und/oder bunte LED-Beleuchtung sind nicht Teil der deutschen Leitkultur und führen zur unzumutbaren Verwässerung derselben. Nur wer sich zu unserer Leitkultur bekennt, kann sich integrieren und deutscher Staatsbürger sein. Nur wer die rechte Tanne kauft, ist ein wahrer Nordmann. Der Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union Deutschlands erläutert: »Es ist die Art von christlich-abendländisch geprägter kultureller Identität, die sich über Generationen überträgt, von der unsere Kinder geprägt sind, und die sie dann so oder so ähnlich selbst weitertragen.« Sollten Sie also einer anderen Religion angehören als jener von der deutschen Leitkultur vorgegebenen, sind Sie durch Teilnahme an Christmette und Gänseschmaus angehalten, sich umfassend und über Generationen christlich-abendländisch prägen zu lassen.
[….]

(Stefan Kuzmany, 22.12.2023)