Donnerstag, 15. Mai 2014

Das Zweinutzungshuhn



Vor die Frage gestellt welcher Aspekt des Christentums mir der Unsympathischste ist, müßte ich überlegen. Da gibt es so vieles.

Daß Christen schon kleinste Kinder psychisch zerstören, indem sie ihnen einreden schlecht und sündig zu sein, daß sie durch ihre völlig normalen Verhaltensweisen Schuld am Tode Jesu wären?

Daß Christen missionieren und aus dem selbstverständlichen „Wir-sind-besser-als-die-Anspruch“ ableiten als alleinseligmachende Ideologie mit anderen Kulturen nach ihrem Gutdünken verfahren zu können???

Daß Christen sich für „die Krone der Schöpfung“ halten und sich sogar regelrecht gezwungen sehen „sich die Erde untertan zu machen“??

Ich bleibe heute mal beim dritten Punkt.
Das Superioritätsgefühl gegenüber Fauna und Flora, die Missachtung nichtmenschlicher Wesen, der Specizismus ist extrem abstoßend.

Letztendlich führt die christliche Geringschätzung der Natur zum Aussterben mehrerer Tierarten pro Tag.
Es ist tief in der Christlichen Seele verankert, das selbstverständliche Recht zu haben andere Tiere zu töten.
Christliche Eroberer, Seefahrer zumeist, fanden nichts dabei Wale oder  Riesenschildkröten bis zur fast vollständigen Ausrottung zu massakrieren.
Oft genug ist es den Christen gelungen eine ganze Rasse zu eliminieren.
In der sogenannten Neuzeit waren es allein in der gefiederten Welt tausende Arten.

Beispiele:

    Tasmanischer Emu, Dromaius novaehollandiae diemenensis, Tasmanien, 1873
    Réunion-Gans, Alopochen kervazoi (Réunion, Maskarenen, ca. 1690er Jahre)
    Mauritius-Gans, Alopochen mauritianus (Mauritius, Maskarenen, ca. 1690er Jahre)
Rosenkopfente (Rhodonessa caryophyllacea)
    Labradorente, Camptorhynchus labradorius (nordöstliches Nordamerika, ca. 1880)
    Nördliche Spitzschwanzente Anas georgica niceforoi (Kolumbien, 1950er Jahre)
    Raoulinsel-Großfußhuhn, Megapodius sp. (Raoul Island, Kermadecinseln, 1876)
Riesenalk (Alca impennis)  ca. 1900
    Eskimo-Brachvogel, Numenius borealis (nördliches Nordamerika, Überwinterungsplätze: Südamerika, spätes 20. Jahrhundert?)
    Wurde 1963 zuletzt gesichtet
    Nordinsel-Schnepfe, Coenocorypha barrierensis (Nordinsel, Neuseeland, 1870er-Jahre)
    Neukaledonien-Laufhühnchen Turnix varius novaecaledoniae (Neukaledonien, Melanesien, frühes 20. Jahrhundert)
    Hawkins-Ralle, Diaphorapteryx hawkinsi (Chatham-Inseln, Südwestpazifik, 19. Jahrhundert)
    Samoa-Waldralle, Gallinula pacifica (Savaiʻi, Samoa, 1907?)
    Maskarenen-Purpurhuhn, Porphyrio coerulescens (Réunion, frühes 18. Jahrhundert)
    Marokko-Trappe (Ardeotis arabs lynesi) (1990er-Jahre?)
    Andentaucher, Podiceps andinus (Im Bereich von Bogotá, Kolumbien, 1977)
    Delacour-Zwergtaucher, Tachybaptus rufolavatus (Alaotra-See, Madagaskar, späte 1980er Jahre)
    Wurde 2010 von der IUCN offiziell für ausgestorben erklärt.
    Brillenkormoran, Phalacrocorax perspicillatus (Kommandeurinseln, Nordpazifik, ca. 1850)
    Guadalupe-Wellenläufer, Oceanodroma macrodacyla (Guadalupe, Ostpazifik, 1910er Jahre)
    Jamaika-Sturmvogel, Pterodroma caribbaea (Jamaika, Westindische Inseln, ca. 1890)
Wandertaube (Ectopistes migratorius)
    Die Wandertaube galt Anfang des 19. Jahrhunderts als häufigster Vogel der Welt. Ein einzelner Schwarm wurde auf über zwei Milliarden Vögel geschätzt. Allein im Jahre 1879 wurden eine Milliarde Vögel geschossen, meist als Sport, aber auch aus Schädlingsbekämpfungsgründen oder um die Nachfrage nach Delikatessen zu befriedigen. Das letzte Exemplar in der Wildnis wurde 1900 geschossen. Das letzte Individuum namens Martha starb 1914 im Zoo von Cincinnati.
    Tawitawitaube, Gallicolumba menagei (Tawi-Tawi, Philippinen, 20. Jahrhundert)
    Dodo, Raphus cucullatus (Mauritius, Maskarenen, spätes 17. Jahrhundert)
    Wurde von Linné als Didus ineptus bezeichnet. Ein etwa ein Meter großer flugunfähiger Vogel, der nur auf Mauritius vorkam. Sein bewaldeter Lebensraum ging verloren, als holländische Siedler nach Mauritius zogen. Die Vögel wurden massenweise als Proviant auf die Schiffe geladen und die Dodonester wurden von Affen, Schweinen und Katzen zerstört, die die Holländer auf die Insel brachten. Das letzte Exemplar wurde 1681 getötet, nur 80 Jahre nachdem die neuen Räuber eingeführt wurden.
    Madeira-Ringeltaube (Columba palumbus maderensis) (Madeira, 1904)
    Tahiti-Laufsittich, Cyanoramphus zealandicus (Tahiti, Gesellschaftsinseln, ca. 1850)
    Paradiessittich, Psephotus pulcherrimus (Bereich von Rockhampton, Australien, späte 1920er Jahre)
    Réunion-Sittich oder Maskarenen-Papagei, Mascarinus mascarinus (Réunion, Maskarenen, 1834?)
    Karolinasittich, Conuropsis carolinensis (südöstliches Nordamerika, c.1918?)
    Lord-Howe-Ziegensittich Cyanoramphus subflavescens (Lord-Howe-Insel, Australien, 1860er-Jahre)
    Réunion-Eule, Mascarenotus grucheti (Réunion, Maskarenen, 18. Jahrhundert?)
    Weißwangenkauz, Sceloglaux albifacies (Südinsel und Stewart Island, Neuseeland, 1914?)
    Rotwangenkauz (Sceloglaux albifacies rufifacies) (Nordinsel, ausgestorben ca. 1870er Jahre?)
    Gouldsmaragdkolibri Chlorostilbon elegans (Jamaika oder nördliche Bahamas, Westindische Inseln, spätes 19. Jahrhundert)
    Sakaraha-Zwergfischer, Corythornis madagascariensis dilutus (Madagaskar, 1970er-Jahre?)
    Kaiserspecht, Campephilus imperialis (Mexiko, Ende der 1950er Jahre?)
    Der Kubanische Elfenbeinspecht (Campephilus principalis bairdii) wurde zuletzt im März 1987 gesichtet.
    Schmalfederhonigfresser, Chaetoptila angustipluma (Big Island, Hawaiʻi, 1860er Jahre)
    Bonin-Kernbeißer, Chaunoproctus ferreorostris (Chichi-jima, Ogasawara-Inseln, 1830er Jahre?)
    Gelbkopf-Kleidervogel, Psittirostra psittacea (Hawaiʻi, c.2000?)
    Offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet. Dies war einst die am weitesten verbreitete Art der hawaiischen Kleidervögel. Seit 1987 oder 1989 gibt es keine zuverlässigen Nachweise mehr.
    Weißwangen-Kleidervogel, Melamprosops phaeosoma (Maui, Hawaiʻi, 2004?)
    Das letzte bekannte Exemplar starb am 28. November 2004 in Gefangenschaft. Zwei weitere Vögel, die man vorher noch auf Maui nachweisen konnte, sind spurlos verschwunden.
    Antioquia-Buschammer (Atlapetes blancae) (Kolumbien, spätes 20. Jahrhundert?)
    Schwarze Strandammer (Ammodramus maritimus nigrescens) (Florida, 1987)
    Saint-Christopher-Rotkopfgimpelfink Loxigilla portoricensis grandis (Saint Kitts, Westindische Inseln, 1929)
    Sirintaraschwalbe, Pseudochelidon sirintarae (Thailand, späte 1980er Jahre?)
    Cebu-Bindenraupenfänger Coracina striata cebuensis (Cebu, Philippinen, Beginn des 20. Jahrhunderts?)
(Wikipedia)

So wie von Humanisten in den letzten 200 Jahren gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen Frauen-, Schwulen-, Kinder-Rechte, sowie die Ächtung von Rassismus, Sklaverei und Diskriminierung durchgesetzt wurden, versuchen es heutige evolutionäre Humanisten auch mit Natur- und Tierrechten.
Stichwort „Great Ape Project“.
Es gibt sogar ein Tierschutzgesetz (TierSchG), welches in der Bundesrepublik natürlich gegen den Widerstand der „C“-Parteien erkämpft wurde.
Der Grundsatz des Tierschutzgesetzes lautet: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen” (§ 1 Satz 2).
Dieser Kernsatz wurde aber erst im Mai 2002 auf Betreiben der rotgrünen Bundesregierung in das Grundgesetz aufgenommen.
Tierversuche, Qualzüchtung und ähnliches sind allerdings weiterhin möglich.

Der sogenannte Wirbeltierparagraph wird nur eingehalten, wenn er nicht kommerziellen Zwecken zuwiderläuft.

§ 4
(1) Ein Wirbeltier darf nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.

Nach § 1 ist die Tötung eines Wirbeltiers nur möglich, wenn ein vernünftiger Grund vorliegt.
Eine Gummiformulierung, die bei der Hühnerzucht eklatant auffällt.
Erwünscht sind nur Hennen, weil sie Eier legen und schnell Fleisch liefern. Ihre Brüder sind ökonomisch weniger interessant, weil sie mehr Futter brauchen und langsamer wachsen. Ein ausgewachsener Hahn würde den Verbraucher mehrere Cent mehr als seine Schwester kosten. Da niemand diese Centbeträge aufwenden will, werden die männlichen Küken sofort nach ihrem Schlupf gehäckselt. Etwa 40 Millionen Küken jedes Jahr allein in Deutschland. Wenn sie „Glück“ haben, werden sie vergast.


Wir können das machen, weil Hühner “Nutztiere” sind.
Das ist die nächste Perversion, die sich Homo Sapiens ausgedacht hat.
Ihre Mitgeschöpfe werden in Nutztiere und nichts nutzende Tiere unterteilt.
Ein Tier, das keinen ökonomischen Zweck für den Menschen erfüllt, ist nutzlos und hat somit auch keine Daseinsberechtigung.

Mast- und Schlachttiere, Fleischtiere, Milchtiere, Fett-, Leder-, Daunen- oder Felllieferanten, Zuchttiere und Arbeitstiere haben eine wirtschaftliche Bedeutung für den Menschen. Krähen oder Ringelnattern nicht.

Tierfreunde stecken übrigens genauso in dieser moralischen Sackgasse. Sie empören sich über das Schlachten von Hunden oder Katzen, drücken aber alle Augen, inklusive Hühneraugen zu, wenn Schweine oder Kühe getötet werden.

Zu meiner Jugendzeit war es einige Jahre absolut verpönt Thunfisch zu essen, weil jeder Berichte darüber kannte, wie beim Thunfischfang die armen süßen und neugierigen Delphine mit in die Netze gerieten und dann ertranken.
Das durfte man nicht unterstützen, weil man Delphine liebte.
An die Thunfische dachte hingegen niemand. Die waren den Tierfreunden vollkommen egal.
Daß Haie geschützt werden, ist noch ein sehr junges Phänomen.
Die ersten Jahrzehnte der Tierschutzbewegung galten Haie im Gegensatz zu niedlichen Robbenbabys mit Kindchenschema-Köpfen als Bestien, die man ruhig hundertmillionenfach abschlachten durfte.

Tierschutz wirklich ernst zu nehmen und nicht bei dem Tierschutzgesetz immer wegzusehen, hätte Konsequenzen.
Lebendtiertransporte wären unmöglich, Ratten würden nicht mehr in den Versuchslaboratorien sterben und die Geflügelzüchter müßten sich einen Weg ausdenken wie sie mit den maskulinen Küken verfahren.

Die rotgrüne Regierung in Düsseldorf schlug da schon mal Pflöcke ein, die den CDU-affinen Tiermästern gar nicht gefallen.
Eigentlich ist die Massentötung bereits per Tierschutzgesetz verboten – eine Zwickmühle für die Behörden und die Brütereien. Die Eier- und Geflügelindustrie argumentiert, es gebe keine Alternative zum herrschenden Verfahren. Nun hat das Land Nordrhein-Westfalen jedoch das Kükentöten konkret untersagt, die dortigen Brütereien müssen sich ab 2015 umstellen.
(Kathrin Burger, SZ vom 15.05.2014)
Daß der „Wert“ eines lebenden Geschöpfes jenseits der Ökonomie liegen könnte, wird allerdings bisher nicht akzeptiert.
Es wäre dabei zu einfach den Schwarzen Peter einseitig den Massentierhaltern zuzuschieben.
Der Urnenpöbel ist genauso Schuld. Noch nie in der deutschen Geschichte waren Eier und Hühnerfleisch auch nur annähernd so billig wie heute (gerechnet in Arbeitsminuten des Durchschnittslohns.)

Es gibt genügend Studien darüber, daß gerade tägliches Fastfood und Fertiggerichte sogar deutlich teurer sind, als wenn man auf Märkten lokale, frische Produkte kauft und selbst kocht.

Faulheit und insbesondere Denkfaulheit spielt eine Rolle.

Es stimmt nicht, daß „die Milch schon wieder teurer“ geworden ist!

Im Gegenteil - noch nie haben Deutsche einen so geringen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgegeben wie heute.

Eine Studie des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) beweist, daß sich die Kaufkraft des Durchschnittsverdieners auf die Arbeitszeit gerechnet vervielfacht hat: Basis der Berechnungen ist der Durchschnittsnettolohn, der 1960 geschätzt bei 1,27 Euro je Arbeitsstunde lag. 2009 waren es 14,05 Euro - die Deutschen verdienen also heute elfmal so viel wie vor fünf Jahrzehnten. Die Preise hätten sich im gleichen Zeitraum dagegen nur vervierfacht, sagt Christoph Schröder vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Deshalb seien fast alle vom IW untersuchten Produkte des Alltags günstiger geworden, wenn man ihre Preise ins Verhältnis zur Lohnentwicklung setzt.
(Spiegel)

Kinobesuche, Kaffee, Kühlschränke, Tageszeitungen, Brot, Eier, Milch, Käse, Strom, …alle Beispiele, die durchgerechnet worden sind, wurden erheblich billiger in den letzten Jahrzehnten.
Es gab nur eine einzige Ausnahme - Kabeljau wurde etwas teurer.

Die „gefühlte Armut“ ist darin begründet, daß immer mehr Dinge im Laufe der Dekaden als unverzichtbar gelten.
1980 hat niemand ein Handy oder ein Navi vermisst. Man konnte wunderbar ohne iPad und Co auskommen.

Gäbe es also Nachfrage nach Hühnern, die nicht in Turbogeschwindigkeit gemästet zu billigsten Preisen produziert würden, müßten auch nicht 40 Mio vorzeitig jährlich „vernichtet“ werden.

Der Verbraucher stellt sich aber dieser Problematik nicht.
So obliegt es den Züchtern der pressierenden Politik entgegen zu kommen.
Und das ist biologisch gar nicht einfach.

Beispielsweise wird seit einigen Jahren das sogenannte „Zweinutzungshuhn“ diskutiert, das gut Eier legt und auch gehörig Fleisch ansetzt. „Da jedoch Reproduktions- und Mastleistung genetisch negativ korrelieren, ist es schwierig, beide Merkmale optimal zu kombinieren“, sagt Klaus Damme, Wissenschaftler am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Geflügel- und Kleintierhaltung in Kitzingen. […]
Trotzdem haben Forscher von Lohmann Tierzucht, dem größten Geflügelzüchter weltweit, im vergangenen Jahr die Rasse „Lohmann Dual“ auf den Markt gebracht. Es ist ein Hybridhuhn, das laut Firmenangaben rund 250 Eier im Jahr legt, während seine Brüder nach 56 Tagen Mastzeit 2,3 Kilogramm auf die Waage bringen. Zum Vergleich: Die übliche Legeleistung liegt bei mehr als 300 Eiern, und das Mastgewicht erreichen die in der Branche flapsig Arnold-Schwarzenegger-Hähne genannten Tiere in den Geflügelmastbetrieben nach 35 Tagen. Dabei brauchen sie nur 1,7 Kilogramm Futter, um ein Kilogramm an Gewicht zuzulegen, die Dual-Hähne brauchen rund 2,7 Kilogramm Futter. Eier und Fleisch der Lohmann-Dual-Tiere würden so zwar billiger als Öko-Produkte, aber teurer als konventionelle. Beim Handel besteht darum derzeit kaum Nachfrage.
[…]  Doch auch [eine technisch ausgefeilte Frühgeschlechtererkennung] würde nichts am grundlegenden System ändern: Hühnerrassen werden auch dann allein für die Eigenschaften eines Geschlechts optimiert. Tierschützer sprechen weiterhin von einer Qualzucht der Vögel für die Bedürfnisse der Legebatterien oder Mastanlagen. Reuter plädiert darum für einen kompletten Umbau in der Geflügel- und Ei-Produktion: Er fordert das Zweinutzungshuhn.
(Kathrin Burger, SZ vom 15.05.2014)

Der Dodo oder die Hawkins-Ralle hatten leider Pech. Sie wurden ausgerottet bevor Genetiker sie mit einer Nutzung oder gar einer Zweinutzung versehen konnten.

Sie sind die Kollateralschäden der menschlichen Entwicklung.



Mittwoch, 14. Mai 2014

Dankbahr


In meiner früheren Wohnung hing ein Zeitungsausschnitt in der Küche, der mit „Dank Bahr“ überschrieben war.
Hintergrund waren heftige Anwürfe aus der CDU und CSU, daß Egon Bahr als Sonderbeauftragter der Bundesregierung und als Bundesminister intensiv mit den Kommunisten in der Sowjetunion zusammen gearbeitet hätte.
Es war die Hochzeit von Peter Hintzes (leider erfolgreichen) „Roter Socken Kampagne“, als jeder Politiker, der es auch nur wagte mit einem PDS-Politiker zu sprechen zur Persona Non Grata erklärt wurde. Man witterte überall böse IMs und wollte die „Kommunisten aus der DDR“ mit strikter Missachtung aus dem Parlament vertreiben. Genauso hatte es ja schon mit den schlimmen Grünen 1983 geklappt.
Kohl und die Seinen wollten die Geschichte klittern. Sie stellten den Zusammenbruch des Warschauer Paktes als Folge ihres strikt antikommunistischen Kurses dar und versuchten noch einmal a posteriori Brandt und Bahr als vaterlandslose Gesellen zu diffamieren.
Aus Sicht der Konservativen ist man ein guter Außenpolitiker, wenn man Konfrontation sucht und andere Nationen vor den Kopf stößt (außer natürlich die USA, die sich alles erlauben darf).
Die Union biegt sich dabei nicht nur die Fakten zurecht, sondern sie behauptet das diametrale Gegenteil der Wahrheit.
Darum ging es in dem „Dankbahr“-Artikel, den ich extra aufgehängt hatte:
Die DDR fiel nicht TROTZ der Bahrschen Ostpolitik, sondern WEGEN ihr.
Das legendäre und bahnbrechende Konzept des „Wandels durch Annäherung“ war ebenso genial wie erfolgreich.
Deutschland hat allen Grund sich tagtäglich vor Egon Bahr zu verneigen.
Immer nur mit den Regierungen zu sprechen, mit denen man ohnehin einer Meinung ist, war schon vor einem halben Jahrhundert, als Bahr seine neue Ostpolitik erdachte, genauso falsch, wie 40 Jahre später unter George W. Bush.

Bahrs Entspannungsbeziehungen mit den sozialistischen Ländern lösten jedenfalls die »Lieber tot als rot«-Atombombeneinsatzpolitik in Bonn ab, sie sicherten zeitweilig Frieden in Europa und hatten zugleich beachtlichen Anteil an der Zerstörung der DDR und der anderen sozialistischen Länder. In Bahrs Worten: »Wir können eine Linie ziehen vom Moskauer Vertrag über Helsinki und zur Solidarnosc.« Einer, der besonders davon profitierte, Joachim Gauck, hat sie – intellektuell stets auf der Höhe – als feige »Appeasementpolitik« bezeichnet, also mit der Haltung der Westalliierten in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gegenüber Hitler gleichgesetzt. Nun bekommt Egon Bahr den Gauck an seinem 90. Geburtstag als Bundespräsidenten. Etwas Strafe muß sein, aber so einen übersteht ein Bahr mit Leichtigkeit.

Die Kalten Krieger in Washington waren schon vor 50 Jahren ähnlich borniert wie die CDU heute noch.

Das zeigt eine Tonbandaufnahme, die nun das US-Außenministerium veröffentlicht hat. Es geht um ein Gespräch am 3. Februar 1973. Brandt litt an einer Stimmbandentzündung und hatte eine Geschwulst entfernen lassen.

Nixon: Wie sieht es mit Brandts Kehle aus?
Kissinger: Leider ist sie (die Geschwulst – Red.) nicht bösartig. Es ist schrecklich, so etwas zu sagen …
Nixon: Ich weiß, was Sie meinen …
Kissinger: Ich meine …
Nixon: Sie meinen, dass er unglücklicherweise bei sehr guter Gesundheit ist.
Kissinger: Leider wird er uns erhalten bleiben, yeah.
Nixon: Er ist ein Trottel.
Kissinger: Er ist ein Trottel …
Nixon: Er ist ein Trottel …
Kissinger: … und er ist gefährlich.
Nixon: Tja, leider ist er gefährlich.

Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts – um noch einmal Egon Bahr zu zitieren.
Die Kunst der Diplomatie besteht darin sich mit den Typen an einen Tisch zu setzen, die man eben nicht gern auch privat zu einem gemütlichen feuchtfröhlichen Abend treffen würde.
Joschka Fischer kann eindrucksvoll davon erzählen wie er immer wieder zu Slobodan Milosevic reiste und mit Engelszungen (letztendlich erfolglos) auf ihn einredete, um ein Blutvergießen auf dem Balkan zu verhindern.
Das ist das ureigene Geschäft eines Diplomaten.

Man ist heute vollkommen auf dem Holzweg, wenn man meint Wladimir Putin durch Gesprächstopps und Ausladungen, durch Ächten und Ignorieren zur Raison bringen zu können.

Die deutsche Diplomatie steht Kopf, wenn man Mißfelder und Schröder dafür kritisiert Gespräche mit dem russischen Präsidenten zu führen, während man selbst stolz die Tür des G8-Gipfels vor Moskau zugeschlagen hat und nunmehr als G7 weitermachen will.

Unglücklicherweise scheint diese maximal dumme Politik nun auch bei dem sogenannten „runden Tisch“ in Kiew bevorzugt zu werden.
Der deutsche Spitzendiplomat und Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger soll es richten.
Er holt die Freunde der faschistisch unterstützten Übergangsregierung an einen Tisch und bittet zu konstruktiven Gesprächen.
Diejenigen, die aus Kiews Sicht Ärger machen, die separatistisch veranlagten Gruppen der Ostukraine dürfen allerdings nicht mitreden.

"Ein Runder Tisch ist nur dann sinnvoll, wenn sich alle daran versammeln, die miteinander im Konflikt sind. Selbstgespräche sind unnötig“, kommentiert Stefan Liebich, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Auswärtigen Ausschuss, die Einberufung eines ‚Runden Tisches der nationalen Einheit‘ in Kiew durch die dortige Übergangsregierung unter Ausschluss  prorussischer Aktivisten aus der Ostukraine. "Zu einem Ergebnis, dass alle anerkennen, kommt man nicht, wenn die, die anderer Meinung sind, ausgeschlossen werden." Liebich weiter:
"Wir sind weiterhin der Ansicht, dass die OSZE in der Lösung des Konflikts in der Ukraine eine entscheidende Rolle spielen soll. Umstrittene Altpolitiker wie den Expräsidenten Leonid Kutschma und diverse Oligarchen an den Tisch zu laden zeugt eher vom Gegenteil. Es schwächt die OSZE statt sie zu stärken.  Mit einem Ende des Militäreinsatzes im Osten des Landes und der Zulassung von Parlamentswahlen könnte Kiew zeigen, dass ein Friede und eine politische Lösung auch tatsächlich gewollt sind.“
(Pressemitteilung Die LINKE 14.05.14)

Es erinnert ein wenig an den Runden Tisch zum Missbrauch in der katholischen Kirche, den im Jahr 2010 Kristina Schröder, die fromme Annette Schavan und die phlegmatische Leutheusser-Schnarrenberger ins Leben riefen. Hier diskutierten Vertreter der Täterorganisation RKK mit katholischen Politikern. Nur die Opfer mußten draußen bleiben und wurden bis heute nicht gehört.

Ischingers triumphal vorgetragene Aussage „wir haben das Völkerrecht nicht gebrochen“, die offenbar Russland den alleinigen Schwarzen Peter zu schieben soll, irritiert außerordentlich.
So kann er nicht als neutraler Mittler fungieren.
Erfreulicherweise sagte er heute auch Richtiges.
"Wir werden keinen Sieg erringen, wenn wir glauben, wir ringen jetzt Russland nieder", so der Diplomat. Eine glückliche Hand beweist die Merkel-Regierung allerdings wirklich nicht.

Bei ihren Bemühungen zur Stabilisierung des Kiewer Umsturzregimes intensiviert die Bundesregierung ihre Kontakte zu den ukrainischen Oligarchen. Bereits am Dienstag ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit mit dem Multimilliardär Rinat Achmetow zusammengetroffen. Ziel ist es, die Regimegegner im Osten des Landes zu bezwingen und so die südöstliche Industrieregion Donbass wieder unter Kontrolle zu bekommen. Eine wichtige Rolle dabei spielt der Milliardär Ihor Kolomojskij, der mit seiner "Privatbank", der größten Geschäftsbank des Landes, sowie der "Privat Group" zu den
einflussreichsten Ukrainern gehört. Kolomojskij, dem außerordentliche
Aggressivität nachgesagt wird, ist vom Kiewer Umsturzregime bereits im
März zum Gouverneur von Dnipropetrowsk ernannt worden; von dort aus
unterstützt er Milizen, die im äußersten Osten der Ukraine gegen die
Regimegegner kämpfen, darunter ein Freikorps, das vom faschistischen
"Prawij Sektor" ("Rechter Sektor") gegründet wurde. Die Bemühungen
Berlins und Washingtons, die Ukraine an den Westen zu binden, führen damit nicht nur zur Konsolidierung der im Land weithin verhassten Oligarchen, sondern auch zur Stärkung paramilitärischer Freikorpsverbände - und womöglich in den Beginn eines Bürgerkriegs. […..]

Daß nun ausgerechnet der pöbelnde CSU-Prolet Ferber Herrn Steinmeiner vorwirft nicht effektiv zu sein, weil Steinmeiner ein bißchen zu sehr Außenpolitik à la Union betreibt, ist ein guter Witz.

Ferber hatte gegenüber SPIEGEL ONLINE die diplomatischen Bemühungen Steinmeiers in der Ukraine-Krise kritisiert: "Außer Spesen nichts gewesen", schimpft der CSU-Mann über Steinmeiers jüngste Ukraine-Reise.
Auch der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel wies Ferbers Kritik zurück: "Noch nie hat eine Partei im Wahlkampf derart verantwortungslos den Bemühungen um den Frieden einen Dolchstoß versetzt." Die CSU falle damit nicht nur Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Rücken, sondern ganz Deutschland und Europa. Seehofer solle sich von diesem brandgefährlichen Spiel distanzieren. Die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Christine Lambrecht, sprach von der "untersten Schublade, die man im Wahlkampf finden kann".

Dienstag, 13. Mai 2014

Bärtige Männer im Kleid.



Da Papst Franz sich derzeit um die wichtigeren Fragen kümmert – nämlich die Taufe von kleinen grünen Marsmännchen – bleibt die organisierte Religiotie weiterhin auf Antihomokurs.

Conchita Wurst, über die nur noch Witze mit „so einem Bart“ gemacht werden, triggert nun europaweit die letzten Homophoben aus ihren Löchern raus.


Als Atheist begrüße ich natürlich jede Gelegenheit, zu der sich Christen freiwillig blamieren und zum Auslachen präsentieren.

In den Post-ESC-Debatten kriechen nun noch einmal die längst totgeglaubten Gendermainstreamideologen des Schlages Gabriele Kuby aus ihren Gruften und diagnostizieren nichts weniger als den Untergang des Abendlandes. Eine Nummer kleiner geht es nicht. Nicht fehlen dürfen auch Verschwörungstheorien von finsteren Homo-Untergrundbewegungen, die systematisch die Gläubigen verschwulen wollen.

Österreich wird gerade international lächerlich gemacht. Man muß hinter die Kulissen blicken, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen, die im Showbusiness und staatlich geförderten Medien- und Kulturbetrieb der Alpenrepublik für die Entblödung eines ganzen Landes verantwortlich sind. Die Vertrottelungsstrategen haben zur Förderung der Homosexualität den Transvestiten Tom „Conchita Wurst“ Neuwirth zum diesjährigen österreichischen Vertreter beim Eurovisions Songcontest erkoren. Seither belehrt man die Österreicher jeden Tag „ex cathedra“ von steuerbezahlten Höhen, was sie politisch korrekt zu denken und worüber sie „begeistert“ zu sein haben.
Und wer nicht willig ist, etwa Länder wie Weißrußland, wo man die Ausladung des Herrn Conchita Wurst forderte, weil die Kinder zur besten Sendezeit nicht einem Tuntentheater ausgesetzt werden sollen, das bestenfalls Homosexuelle und andere „Verqueerte“ in erregte Begeisterung versetzen kann, wird homo-zwangsbeglückt. […]
Transvestit Tom „Conchita Wurst“ Neuwirth ist ein ideologisches Produkt einer bestimmten Richtung, die um die totale kulturelle Hegemonie kämpft. [….]
Die Wahl des Siegers erfolgt beim Songcontest völlig undurchsichtig. An eine tatsächliche Abstimmung der Zuschauer vor dem Fernsehgerät in den Teilnehmerstaaten glaubt schon lange nur, wer so naiv ist, daran glauben zu wollen. Sitzen im Songcontestgremium ideologisch gleichgestrickte Genossen wie im Österreichischen Rotfunk, dann könnte Tom „Conchita Wurst“ Neuwirth – wie durch ein „Wunder“ – , wenig demokratisch, dafür aber um so politisch korrekter sogar den Songcontest gewinnen. Was für eine Schande für Österreich.

Wenig überraschend hat die russisch-orthodoxe Kirche scharfe Kritik am Sieg von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest (ESC) geübt. […]
Der Sprecher der Synode der russisch-orthodoxen Kirche, Wladimir Legoida, sagte am Montag nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax, das Ergebnis sei „noch ein Schritt bei der Abkehr von der christlichen Identität der europäischen Kultur“. Der Triumph sei ein weiteres Glied in einer Kette der „kulturellen Legitimierung von Lastern in der modernen Welt“.
Die Anerkennung von Dingen, die in der Bibel als „Abscheulichkeit“ bezeichnet würden, sei keine neue Entwicklung, so Legoida. Sie dürfe nicht verharmlost werden. Die kulturelle Legitimierung des Phänomens sei noch gefährlicher als die rechtliche, weil sie oft der Vorbote von Gesetzen sei.
[…] „Das ist Europas Ende!“, wetterte der Ultranationalist Wladimir Schirinowski in einer Sendung des Staatsfernsehens. Europa habe „Durchfall mit Blut und Schaum“. „Sie haben schon keine Männer und Frauen mehr. Bei ihnen gibt es nur noch ‚Es‘“, schimpfte der Parlamentsabgeordnete.
Der als Initiator des international umstrittenen russischen Anti-Homosexuellen-Gesetzes bekannte Kommunalpolitiker Witali Milonow in St. Petersburg kritisierte, dass Russlands Tolmatschewy-Zwillinge in Kopenhagen ausgebuht worden seien. „Die Dänen haben sich als Schweine erwiesen. Ein solches Pfeifen während unsere Künstler auftreten - ein Zeichen echter Degradierung. Euro-Homos schmort in der Hölle“, twitterte der Politiker. […]

Man versteht es natürlich, daß die bisherigen bärtigen Männer im Kleid um ihr Monopol fürchten.


"Für Bischof Laun der schlimmste Tag seit der Kreuzigung"
Franz Joseph Moped (Kabarettist/"Gebrüder Moped")


Aber Spaß beiseite; die zunehmende Gelassenheit der westlichen Gesellschaften gegenüber Homosexualität ist existenzbedrohend für die Katholiken und die Orthodoxen. Je weniger sich ganz normale Schwule auf dem Lande verstecken müssen, desto weniger attraktiv wird der Ausweg ins Priesterseminar. Dem einzigen Ort, in dem man wirklich frei von Frauen leben kann, sich nicht fragen lassen muß weswegen man noch nicht verlobt ist und zudem auch noch jedem Menge gleichgesinnter Männer findet, die ebenfalls gern im Kleid posieren.

Eine öffentliche Conchita Wurst steht somit auch als fleischgewordene Metapher für den allgegenwärtigen Priestermangel.

Wer als Mann auf bunte Fummel steht, muß nun nicht mehr das öde Theologiestudium durchziehen, sondern kann auch zum ESC gehen und dafür europaweit bejubelt werden.

Katholische Kleriker sind nicht mehr die einzigen Männer, die in überladenen Abendkleidern umherstolzieren.





Geoutete und auch noch geachtete Schwule sind zudem das Ende eines Geschäftsmodells.
Bisher waren die vielen Klemmschwestern in der RKK ideale Geistliche, weil sie den Vorgesetzten automatisch Erpressungspotential boten.
Durch die Angst vom Outing konnten sie sich auf die ultrakonservative Linie schubsen lassen.

Oder man hat sie einfach abgezogen; wie man es in der Jugendsprache nennt.
Gib mir Geld, oder ich denunziere Dich!
Nie war es leichter als im Zeitalter der sozialen Netzwerke einen Pfaff unter Druck zu setzen.
Ein idealer Zustand für die Verklemmten von Vorgestern.

Ein katholischer Geistlicher hat in Italien Jahre über Jahre von schwulen Mitbrüdern hohe Geldsummen erpresst. Seine Opfer fand er über Facebook.
Homophobie kann ein lukratives Geschäft sein. Das ist es zumindest, was der für seine streng katholisch-konservative Gesinnung bekannte Priester Diego Caggiano gedacht haben muss. Der 37jährige aus den Abruzzen steht wegen schwerer und fortdauernder Erpressung zum Nachteil von schwulen katholischen Priestern vor Gericht.
Die Geschichte geht auf das Jahr 2011 zurück und wurde dadurch bekannt, dass ein der Opfer den besonders papsttreuen Priester angezeigt hat. Zusammen mit dem Komplizen Giuseppe Trementino, 31Jahre, von Bagnoli del Trigno (Isernia), lockte Caggiano homosexuelle Priestern aus unterschiedlichen Regionen Italiens durch Facebook an. Sobald er ihr Vertrauen gewonnen hatte, versuchte Caggiano, intime Geständnisse über ihre Sexualität oder die ihrer Kollegen zu erlangen. Als er dann Details und Fotomaterial über die ausgelebte Homosexualität des Kollegen gesichert hatte, berief er sich auf seine moralische Verpflichtung, jene, die gesündigt hatten, an die zuständigen kirchlichen Behörden zu melden. […]
Das geforderte Schweigegeld war zunächst noch relativ niedrig, nahm aber über die Zeit stets zu.