Samstag, 8. September 2012

Hüben wie drüben: Nicht geliefert.



Barack Obama beklagte vorgestern bei seiner großen Nominierungsrede es sei Zeit „some nation-building“ zu Hause in den USA zu betreiben, statt „Trillion Dollar“ in Kriegen zu wasten, wie es die Republikaner wollten.
My opponent said it was “tragic” to end the war in Iraq, and he won’t tell us how he’ll end the war in Afghanistan. Well I have, and I will. And while my opponent would spend more money on military hardware that our Joint Chiefs don’t even want, I will use the money we’re no longer spending on war to pay down our debt and put more people back to work rebuilding roads and bridges and schools and runways.
Because after two wars that have cost us thousands of lives and over a trillion dollars, it’s time to do some nation- building right here at home.
Wer würde ihm da widersprechen?
Das wäre schon eine gute Idee endlich mal die völlig marode Infrastruktur der USA zu modernisieren. Brücken, Dämme, Tunnel - alles rottet vor sich hin. 
In Deutschland werden jedes Jahr zig Milliarden Euro in den Straßenbau gesteckt. Manche behaupten daher auch, das deutsche Kapital läge buchstäblich auf der Straße. 
Eine voll funktionsfähige Stromversorgung, Internetanbindung, schnelle Verkehrsanbindungen sind ein enormer Wettbewerbsvorteil für alle in Deutschland ansässigen Unternehmen.
Nun ja, wie ich diese Bundesregierung kenne, wird sie auch dieses „Kapital“ kontinuierlich verplempern.
Schon vor Jahren hatte Merkel eine deutschlandweite Versorgung mit Highspeed-Internetverbindungen versprochen. 
Wie so ziemlich jede ihrer Versprechungen - man erinnere sich nur an Klimaziele und Bildungsgipfel  - ist daraus nie was geworden. Die zuständigen Minister schlafen und das Thema wurde still und heimlich beerdigt.

Obamas „nation-building at home“ hat auch nicht geklappt. 
Nach wie vor genügt ein Stürmchen, das in Deutschland gar nicht erwähnenswert wäre, um in Amerika so viele uralte rostige über-Land-Strommasten umzuknicken, daß Millionen Menschen ohne Strom sind.
Ich habe versucht herauszufinden, wieso Obama „nicht geliefert“ hat. 
Eine Antwort habe ich nicht gefunden. Natürlich, die komplett fanatisierten republikanischen Gouverneure nehmen keine staatlichen Gelder und der Kongress blockiert sowieso alles, das aus dem Weißen Haus kommt. 
Ob Obama sich mit mehr Druck aber dennoch hätte durchsetzen können? Da scheiden sich die Geister.
Es mag ein Trost sein, daß der amerikanische Infrastruktur-Nachteil gegenüber Deutschland bald aufgehoben sein könnte.
 Immerhin stümpern hierzulande einige der unfähigsten Minister der letzten 100 Jahre - Aigner und Rösler - an der sogenannten „Energiewende“, die sie nach Herzenslust sabotieren. 
Von Leitungsausbau kann unter solchen Typen keine Rede sein.

Einen anderen Punkt, den Obama in seiner Nominierungsrede ausführlich beleuchtete, waren seine Anstrengungen in der Bildungspolitik.
Millionen Jobs wären nicht besetzt, weil sich keine genügend qualifizierten Amerikaner dafür fänden. US-Firmen wären im großen Stil gezwungen sich Fachkräfte im Ausland zu suchen.
We can gut education, or we can decide that in the United States of America, no child should have her dreams deferred because of a crowded classroom or a crumbling school. No family should have to set aside a college acceptance letter because they don’t have the money. No company should have to look for workers overseas because they couldn’t find any with the right skills here at home. That’s not our future. […] Help me recruit 100,000 math and science teachers within ten years, and improve early childhood education.
Help give two million workers the chance to learn skills at their community college that will lead directly to a job. Help us work with colleges and universities to cut in half the growth of tuition costs over the next ten years.
Neu ist auch das nicht. Der große Soziologe  Richard Sennett beklagte 2008 im SZ-Interview die Verblödung seiner US-Landsleute.
Sennett: Die USA haben eine effektive Analphabeten-Quote von 28 Prozent.

SZ: Ist das Ihr Ernst?

Sennett: Es geht um effektiven Analphabetismus, und der liegt dann vor, wenn jemand einen einfachen Vertrag oder einen längeren Text nicht lesen kann. Das Ausbildungsniveau ist sehr niedrig. Die USA importieren Ingenieure und Programmierer, weil es die entsprechenden Fertigkeiten hier nicht gibt. Ich weiß, dass das merkwürdig klingt: Amerika ist ein reiches Land und befindet sich doch im Niedergang.

Es ist schwer einheitliche Zahlen zu finden - während Wikipedia von 44 Millionen Analphabeten in den USA schreibt (das National Institute of Literacy zitierend), gibt es andere Studien, die auf etwas weniger Lese-Unfähige kommen.
Das US-Bildungsministerium gab eine Studie in Auftrag, die die Verbreitung des Analphabetentums bei Erwachsenen in der US-amerikanischen Gesellschaft untersuchen sollte.
 Das Ergebnis der Studie, für die 19.000 Menschen untersucht wurden, ist erschreckend: 32 Millionen Erwachsene in den USA, also jeder Siebte, können nicht richtig lesen und schreiben.    Besonders schwer wiegt die Lage in den Bundesstaaten Kalifornien, New York und Florida, wo sich die Lese- und Schreibfähigkeit der Erwachsenen seit der letzten Studie im Jahr 1992 weiter verschlechtert hat.
 Für die Zukunftsfähigkeit eines Landes ist das nicht gerade ideal. 
 Insbesondere nicht, wenn mit China und Indien zwei Giganten als Konkurrenz heranwachsen, die gewaltige Bildungsanstrengungen unternehmen.
Schon heute unterhalten alle großen Software-Unternehmen ihre wichtigsten Entwicklungszentren in Indien.

Gastmann geht unter anderem der Frage „Was ist ein Computer-Inder?“ nach - [watch 11.00- 16.00
In Bangalore, dem „silicon valley“ Indiens, besucht er das „IIIT-B“.
The International Institute of Information Technology, a Deemed University, popularly known as IIIT-B, was established in 1999 with a vision to contribute to the IT world by focusing on education and research, entrepreneurship and innovation.
Jedes Jahr werden in Indien 400.000 „Computer-Inder“ ausgebildet, wovon 90% für ausländische Firmen arbeiten. 
Siemens, Robert Bosch und SAP - sie alle hocken in Bangalore und lassen dort die hightech-Arbeit machen, die zu Hause keiner mehr kann.

Die Indische Firma “Tutor Vista” gibt Online-Nachhilfe in der ganzen Welt. 
80-90 % ihrer Schüler sitzen in Amerika, der Rest kommt aus Europa. 
2000 indische Professoren unterrichten amerikanische Schüler in ENGLISCH, Mathe und Naturwissenschaften, weil deren eigene Lehrer nicht qualifiziert genug sind.

Auf Gastmanns Frage, ob die amerikanischen Schüler eigentlich sehr dumm wären, antwortet man in Indien mit einem entschiedenen „Nein“. Immerhin 2 bis 3 von zehn Amerikanischen Schülern wären talentiert.

Zurück nach Deutschland. 
Da haben wir die ewige Bildungsministerin Annette Schavan, die auf etwas dubiose Weise ihren Doktortitel erlangte (Direkt-Promotion ohne vorherigen akademischen Abschluß und Verwendung jeder Menge nicht gekennzeichneter Eigenplagiate) und leider keine Zeit für Bildungspolitik hat, weil sie Dutzende religiöse Bücher schreibt und täglich das Stundengebete praktiziert.

Wenig verwunderlich, daß Deutschlands völlig verfehlte Schul- und Hochschulpolitik (Zugangsbeschränkungen, Studiengebühren, selektions-Schulsystem) PISA-Krüppel und keine Fachleute hervorbringt.
[Der Bundesbildungsbericht, den Bund und Länder bei unabhängigen Wissenschaftlern unter Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)in Auftrag gaben zeigt], dass eine Schicht von 15 bis 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen von diesen Chancen dauerhaft ausgeschlossen bleibt. Sie können nicht richtig lesen oder Texte verstehen, brechen die Schule oder die Lehre ab und nehmen auch nicht an Weiterbildungskursen teil.
"Es gibt eine Gruppe, die unten hängt und da nicht mehr rauskommt", fasste Thomas Rauschenbach, Präsident des Deutschen Jugendinstituts zusammen. Sein Kollege Martin Baethge vom Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut aus Göttingen ergänzte: "15 bis 20 Prozent der Jugendlichen befinden sich im Abstiegsstrudel".
 Dafür aber immerhin 13 Millionen Leser der BILD-Zeitung.

Deutschland hat nicht nur eine bildungsferne Schicht, einen geistigen Bodensatz, sondern ein stabiles, festes und tiefes Fundament aus Idioten.
Bei einer Reichweite von 13 Millionen Lesern kann man bei der BILD nicht von einer überschaubaren Schicht sprechen; nein es wird in gewaltigem Ausmaß systematisch verblödet.

Neben diesen 13 Millionen partiellen geistigen Analphabeten, gibt es in Deutschland zusätzlich noch 7,5 Millionen reale Analphabeten, die tatsächlich nicht schreiben und lesen können.
In Deutschland können etwa 7,5 Millionen Erwachsene keine einfachen Texte lesen oder schreiben. Damit zählten mehr als 14 Prozent der Erwerbsfähigen zu den sogenannten funktionalen Analphabeten, heißt es in einer Studie der Universität Hamburg. Diese können nur einzelne Sätze, nicht aber zusammenhängende Texte lesen und schreiben.
Damit sind hierzulande doppelt so viel Menschen vom funktionalen Analphabetismus betroffen als bislang gedacht. Zwei Millionen von ihnen scheitern der Studie zufolge schon an Sätzen, 300.000 Menschen sogar an einzelnen Wörtern. Analphabetismus im engeren Sinne zeigt sich damit bei etwa vier Prozent der Bevölkerung.
Die Hamburger Professorin Anke Grotlüschen hatte für die Studie mehr als 8000 Erwachsene befragt. Damit lägen nun erstmals umfassende Zahlen über den Analphabetismus vor, sagte die Wissenschaftlerin. Bisher gingen Schätzungen von etwa vier Millionen Menschen mit funktionalem Analphabetismus aus. 60 Prozent sind Männer, 40 Prozent Frauen. Menschen mit höherer Bildung stellen 12 Prozent der funktionalen Analphabeten.
(Zeit 28.02.2011)
Sechs Millionen der insgesamt 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten haben in Deutschland einen regulären Schulabschluß erworben.

Zusammen mit den BILD-Lesern sprechen wir also von mindestens 20 Millionen Verblödeten.


Genaues weiß man aber auch in Deutschland nicht.
 Frau Schavan hat das nie prüfen lassen. So gibt es auch Untersuchungen, die auf an die zehn Millionen „funktionale Analphabeten“ in Deutschland hinweisen.

Die SZ verweist auf neuere Studien, wie sie unter anderem die Hamburger Professorin für Erwachsenenbildung Anke Grotlüschen erarbeitet.
Während Länder wie Frankreich und England seit Jahren mit aussagekräftigen Daten das Problem Analphabetismus angehen, wird in Deutschland kaum darüber geredet. 'Im Land der Dichter und Denker darf es das wohl nicht geben', sagt Anke Grotlüschen.
(SZ, 14.08.10)
2011 wurde die Studie der Uni Hamburg fertig.



Demnach können gut 14 Prozent der Erwerbstätigen (18 bis 64 Jahre) in Deutschland nur einzelne Sätze lesen und schreiben. Selbst kurze Texte verstehen sie nicht.

Die Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erstellt. Ausgangspunkt war die Frage, wie gut die erwachsene deutsch sprechende Bevölkerung tatsächlich liest und schreibt.

Fast doppelt so viele Betroffene wie geschätzt

Mehr als vierzehn Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung sind sogenannte funktionale Analphabeten und Analphabetinnen – das entspricht 7,5 Millionen Deutschen. Die Ergebnisse liegen weit über dem Schätzwert von etwa vier Millionen. Die Personen können einzelne Sätze lesen oder schreiben. Kurze Texte bewältigen sie aber nicht, was negative Auswirkungen auf ihre Teilhabe am sozialen Leben hat. Mit einem Anteil von rund 60 Prozent sind deutlich mehr Männer als Frauen betroffen. Für die Forschenden besonders überraschend: Mehr als ein Zehntel der funktionalen Analphabeten und Analphabetinnen verfügt über höhere Bildung, wie z. B. ein Studium
(Uni HH März 2011)
 
Vermutlich 9,5 Millionen erwachsene Menschen in Deutschland sind funktionale Analphabeten. 13 Millionen Deutsche lesen nur sehr langsam und fehlerhaft.

Das heißt, sie erkennen zwar einzelne Buchstaben, können aber nur bekannte Worte mühsam entziffern, so gut wie gar nicht schreiben und scheitern vor ganzen Sätzen.
Man braucht eine Menge Intelligenz, um sich dieses Problem im Alltag nicht anmerken zu lassen, stets Ausreden parat zu haben (Brille vergessen, Hand verletzt,…) und sich ohne Email, SMS, Fahrplan, Zeitung, Straßenschilder etc durchs Leben zu kämpfen.

Wie kann das angehen?
Wie kann Deutschland sich 15 - 20 % funktionale Analphabeten leisten, wie konnten die alle unser Schulsystem passieren?

Bei der Ursachenforschung verweist Frank auf die Berliner Psychologin Ute Jaehn-Niesert, die Expertin auf diesem Gebiet ist.

Wenn sie über die spricht, beschreibt sie eine Welt ohne Bücher und Briefe; eine Welt, in der Bildung einen geringeren Stellenwert hat als das tägliche Fernsehprogramm. 'Die Betroffenen haben von ihren Eltern nie gelernt, dass Lesen und Schreiben wichtig sind', sagt Jaehn-Niesert. Sie haben oft nicht mal gelernt, dass sie selbst wichtig sind. Analphabetismus trifft vor allem Menschen, die schon als Kinder wegen ihrer schlechten Sprachentwicklung auffallen - oft, weil in den Familien schlicht zu wenig gesprochen wird. Weil es Probleme gibt, Armut oder Arbeitslosigkeit oder Gewalt. Oder alles zusammen. Sorgen, die sprachlos machen. Die Lehrer allein aber können das nicht alles abfangen, und so brechen jährlich 70000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss ab. Sie sind besonders gefährdet. Aber gerade Jüngere, die noch leicht lernen, kommen zu selten in die Abendkurse. 'Die negative Schulerfahrung ist zu frisch', sagt Ute Jaehn-Niesert.
(SZ, 14.08.10)
Es tut sich diesbezüglich leider gar nichts. 
Im September 2012 werden wieder einmal die gleichen Zahlen von der EU in den Raum geworfen.

Es bedeute einen massiven wirtschaftlichen Schaden, daß in den großen EU-Ländern an die 20 % der Menschen nicht ausreichend lesen und schrieben können. [Überraschung!!!]
Es ist die zentrale Fähigkeit für den Erfolg in Schule, Ausbildung, Job, Alltag: das Lesen. Jetzt zeigt ein neuer Bericht der EU-Kommission, dass gerade diese Kompetenz etwa einem Fünftel der Europäer entweder ganz fehlen soll oder dass sie das Lesen und Schreiben zumindest nicht ausreichend beherrschten, um ihren Alltag zu bewältigen.
Die Autoren der Studie bezeichneten diesen hohen Anteil als "Alarmsignal" angesichts der in Europa herrschenden Wirtschaftskrise. Nur gut ausgebildete Schulabsolventen könnten einen Job finden und zum Wachstum der Wirtschaft beitragen.
Nach Berechnung der Experten würde sich die Unterstützung von Schülern direkt auszahlen: Würde der Staat die Kompetenz von Schülern im Lesen, Schreiben, der Mathematik und den Naturwissenschaften besser fördern, könnte das Bruttoinlandsprodukt Europas um mehrere Billionen Euro steigen.
Nicht für alle Länder lagen den Experten präzise Zahlen vor, heißt es auf den Internetseiten der EU-Kommission, aber für Deutschland, Frankreich und Großbritannien liege der Anteil derer, die nicht ausreichend lesen können, bei 20 Prozent.
Frau Schavan liefert nicht. Warum sollte sie auch. 
Die Bundeskanzlerin veranstaltete drei „Bundesbildungsgipfel, die allesamt scheiterten. Anschließend wurde das Thema „Bildung“ von dieser Bundesregierung offiziell beerdigt und das Volk der fortschreitenden Verdummung überlassen.
Wie sollte man auch etwas an der Situation ändern, wenn man dringend der Pharmalobby oder den Hoteliers Milliardengeschenke machen muß?

Nur lau springt die Opposition auf die Kritik der EU an.
Deswegen fordert die SPD-Bundestagsfraktion eine Alphabetisierungsdekade in
Deutschland: eine gemeinsame Kraftanstrengung aller relevanten Akteure aus
Politik, Wirtschaft, Medien und Verbänden, um schrittweise die Zahl der
Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche zu verringern.
Anfang 2011 hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan angekündigt, einen
gesellschaftlichen Pakt für Alphabetisierung und Grundbildung zu initiieren.
Geschehen ist wenig. Zwar gibt es inzwischen eine gemeinsame Vereinbarung mit
den Ländern, doch diese weisen kaum konkrete Ziele auf. Statt auch
finanziell eine Vorreiterrolle einzunehmen, schiebt die Bundesregierung die
Verantwortung über wesentliche Maßnahmen auf die Länder und Kommunen ab.
Dies ist keine wirksame Hilfe für die 7,5 Millionen funktionalen
Analphabeten in Deutschland.


Frau Merkel versündigt sich an Deutschlands Zukunft!

Freitag, 7. September 2012

Gut = Schlecht



Wenn man sich willkürlich einen der neun dicken Bände von Deschners „Kriminalgeschichte des Christentums“ zur Hand nimmt und mit geschlossenen Augen irgendeine Seite aufschlägt, findet man mit Sicherheit eine kirchliche Abartigkeit, die einem die Haare zu Berge stehen läßt.

Fragte man mich, welches christliche Verbrechen ich für das Schlimmste halte, müßte ich lange nachdenken. Die Liste der Kirchenopfer ist schier endlos.

Hexenverbrennungen? Kreuzzüge? Inquisition? Raffgier durch Reliquien- und Ablasshandel? Psychische Zerstörung von Millionen Seelen durch die Verdammung ganz natürlicher körperlicher Aktivitäten? Kollaboration mit faschistischen Diktatoren? Hunderttausendfacher Kinderraub in Spanien? Waffen segnen und Kriegstreiberei? Antisemitismus? Genozide an Katharern, Waldensern, Hussiten,..? Sklavenhandel? Abschlachten der „slawischen Heiden“? Völkermord in Kroatien?

Das Übelste, das Christen getan haben und das bis heute propagiert wird, ist meiner Ansicht nach die Mission, die Hand in Hand mit dem Kolonialismus ging.

Die Mission ist nicht nur zahlenmäßig vermutlich das gewaltigste Christliche Verbrechen - allein in Amerika wurden 150 Millionen indigene Menschen ausgerottet - sondern auch das, welches die übelste Form der Hybris beinhaltet. 
Christen nahmen und nehmen sich das Recht die ganze Welt mit ihrer Ideologie zu überziehen und viele Völker und ungezählte Kulturen, die im Gegensatz zur Christlichen Kultur vollkommen friedlich geprägt waren und im Einklang mit ihrer Umwelt lebten, zu zerstören. 
Christen merzten jeden Funken Kultur aus, zwangen über Jahrtausende gewachsene Gesellschaften ins Unglück, raubten ihre Identität, beuteten sie aus und überließen sie der Verelendung.
Noch heute spricht der Vatikan von seiner „glücklichen Schuld - ja, es sei ein bißchen bedauerlich, daß so viele Millionen Menschen starben - aber dafür hätten sie ja das „Geschenk des Evangeliums“ bekommen, wären also als Christen gestorben und hätten somit die Chance auf ewiges Leben NACH DEM TOD.

Details kann man außer bei Deschner zum Beispiel in Gert von Paczenskys „Verbrechen im Namen Christi - Mission und Kolonialismus“ (Orbis Verlag, 2000, ISBN-13: 978-3-572-01177-3) nachlesen.
Missionare waren Verbündete des Kolonialismus, oft sogar grausame. Sie halfen, alte Kulturen zu zerstören, Menschen zu entwurzeln, Familien und ganze Völker zu spalten. Sie förderten und billigten ein System, das unzählige Millionen in drei Erdteilen verelenden ließ, ihnen Hunger und Krankheiten brachte. die vielgepriesenen Missionsschulen erzogen die "Heiden" zu Menschen zweiter Klasse, anstatt sie auf Selbstverantwortung, Unabhängigkeit und die moderne Welt vorzubereiten. An der Fehlentwicklung Lateinamerikas, Afrikas und Asiens, dem Hauptproblem der Gegenwart, tragen Missionare und Kirchen aller Richtungen und Konfessionen Mitschuld.
Die Pfaffen und Oberpfaffen sehen allerdings keinen Anlass zur Selbstkritik. 
Und der Staat überließ den Kirchen in den letzten 50 Jahren über sechs Milliarden Euro, mit denen sie nach Gutdünken missionieren können. Das Entwicklungsministerium weist den Kirchen alljährlich Mittel zu. 2012 waren das jeweils 108 Millionen Euro. Insgesamt griffen sie Christen dieses Jahr 216 Millionen staatliche Gelder für "Entwicklungshilfe" ab.

Pressesplitter:
Gauck lobt die Kirchen: Bundespräsident Joachim Gauck hat die beiden großen Kirchen aufgerufen, sich weiter für die Entwicklungshilfe zu engagieren. 'Das sind keine ungebetenen Einreden, sondern erwünschte Mitwirkungen', sagte Gauck bei einem Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Zusammenarbeit von Staat und Kirche. Grundsätzlich blieben die Kirchen eine 'unersetzliche Stimme im Chor derjenigen, für die ein Leben in Fülle sich gerade nicht am Kontostand oder der Kreditkarte entscheidet', betonte der Bundespräsident. […]  Die Kirchen erhalten seit 1962 vom Staat Geld für Hilfsprojekte, über das sie eigenständig verfügen können.
 (SZ 07.09.12)
 In einem ökumenischen Gottesdienst, der dem Festakt vorausging, beschrieb der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, die kirchliche Entwicklungsarbeit als ganzheitliche Hilfe für die Hungernden und Entrechteten dieser Welt. Gott befähige die Menschen, "Verantwortung zu übernehmen für uns und für unsere Mitmenschen, für unsere Welt und für das von Gott geschaffene Universum", sagte der rheinische Präses. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hob hervor, Entwicklungszusammenarbeit sei nicht nur eine Aufgabe des Staates, sie verlange "das Mittun vieler". Kirchlicher Entwicklungsdienst wolle Menschen zur Selbsthilfe befähigen und richte sich an alle Menschen unabhängig von Herkunft und Religion.

"Jesus war ein Liberaler."
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP)

Donnerstag, 6. September 2012

Alter und Weisheit.




Es gibt so eine besondere Klasse von intellektuellen Menschen, die im sehr hohen Alter (>90) immer noch schlauer und interessanter werden.

Sie haben ihr Gehirn auf eine solche Weise zu benutzen gelernt, daß sie kontinuierlich Informationen aufsaugen und dadurch permanent ihren Horizont erweitern. 
Man kann sie schon ein Dutzend mal in TV-Diskussionen oder Interviews gesehen, bzw gehört haben und sie sind immer wieder faszinierend.
Dazu gehören Egon Bahr, Marion Dönhoff, Carl-Friedrich von Weizsäcker, Freya von Moltke, Helmut Schmidt, Loki Schmidt, Margarethe Mitscherlich, Sebastian Haffner und Marcel Reich-Ranicki.
Zu einer solchen Intellektuellen, die heute vor 90 Jahren geboren wurde, habe ich persönlich ein sehr enges Verhältnis. Sie ist nur nicht bekannt, oder gar prominent. Es gibt aber eben auch solche hellwachen Denker, die nie an die Öffentlichkeit streben.

Hildegard Hamm-Brücher, 91, die zu dem einen Promille der besten Nachkriegspolitiker gehört, räumte kürzlich bei einem gemeinsamen Auftritt mit der kurz danach verstorbenen Mitscherlich ein, daß sie sich sehr auf ihre Kernthemen Freiheit und Demokratie konzentriere und immer nur dann ihr Wort erhebe, wenn sie „ihre Themen“ bedroht sehe. Ihre Fixierung darauf würde aber innerhalb ihrer Familie zu Stirnrunzeln führen. Die eigenen Kinder könnten es manchmal gar nicht mehr hören und verdrehten inzwischen die Augen, wenn Mutti wieder „damit“ anfange.

Die meisten normalen Menschen werden im Alter „im Kopf“ leistungsschwächer. So wie man auch körperlich kontinuierlich abbaut.
Das bedeutet natürlich auch, daß diejenigen, die in ihrer „aktiven“ Berufszeit schon keine großen Leuchten waren, nicht durch weiße Haare und Falten im Gesicht zu Intellektuellen mutieren.

Genscher, Scheel, Kohl oder Bernhardt Vogel sind heute genauso uninteressant wie damals.

Joschka Fischer und Bill Clinton waren schon mit 60 Jahren weltweit geachtete „Elder Statesmen“, denen man in Washington, genauso wie in Moskau oder Jerusalem zuhört.

Vollkommen versagt das „Altersweisheitskonzept“ als Produkt aus Intellekt und Alter, wenn der Multiplikant zwar gigantisch groß ist (zB 107 = Jopi Heesters), aber der Multiplikator Null bleibt.

Guido Westerwelle, George W. Bush oder Fipsi Rösler werden im Alter von 90 oder 70 Jahren genauso verblödete Deppen wie mit 30 oder 50 sein. 

Schließlich gibt es eine Kategorie der Alten, bei denen sich die natürlich zunehmende Demenz in Form von politisch immer abwegigeren Äußerungen und Verbohrtheit äußert. Selbst wenn man sie ursprünglich mal durchaus geschätzt hat, kann man sie jetzt leider nicht mehr ernst nehmen. 

Beispiele für diese verfallenden Geister sind Klaus von Dohnanyi, Ralph Giordano, Rolf Hochhuth, Arnulf Baring und Charlotte Knobloch.
 
Die Knobloch mutiert zunehmend zu tragischen Figur und läßt auch hardcore-Israel-Freunde verzweifeln.

Die Genitalverstümmelungs-Debatte treibt tatsächlich immer noch neue Blüten!

Gestern gab es ausnahmsweise mal eine interessante „Phönixrunde“ zu dem Thema.
Pinar Atalay diskutierte mit: - Ali Kizilkaya (Vorsitzender Islamrat) - Prof. Reinhard Merkel (Strafrechtler Universität Hamburg) - Wolf-Michael Catenhusen (Stellv. Vorsitzender Deutscher Ethikrat) - Stephan J. Kramer (Generalsekretär Zentralrat der Juden in Deutschland) - Wolfram Hartmann (Präsident Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte)

Auch ich habe noch dazugelernt:
 In Israel wird man laut Stephan J. Kramer auch als Jude anerkannt, wenn man nicht beschnitten ist - denn Jude zu sein definiere sich über die jüdische Mutter oder Konversion. Nicht durch Stummelpimmel.

Aber eingeschränkte Rechte hätten Unbeschnittene laut Kramer sehr wohl. 
Sie könnten nicht bar mitzwat werden, es gebe Probleme sie zur Thora aufzurufen und sie könnten NICHT HEIRATEN - das kontrolliere der Rabbiner vor der Hochzeit.

Ich sage es ja schon lange: Die Abrahamiten sind Penis-Fetischisten! 
In Israel kann man nicht nur ÜBERHAUPT NICHT säkular heiraten, sondern NUR kirchlich durch einen Rabbiner.
 Damit aber nicht genug - bevor der eine Hochzeit durchführt, greift er erst mal dem Bräutigam in den Schritt und kontrolliert, ob ihm der Penis optisch zusagt. 
Und sie mögen nur chirurgisch manipulierte Penisse, bei denen die Eichel blank liegt.
Wolfram Hartmann, Präsident Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Phoenix, 5.9.2012:  „Jeder von uns Kinder- und Jugendärzten hat in seiner Praxis Kinder gesehen nach der Beschneidung, die mit erheblichen Schmerzen vorgestellt wurden, die traumatisiert waren, und die wir kaum anschließend im Genitalbereich untersuchen konnten.“
Charlotte Knobloch, knapp 80, ergab sich vor zwei Tagen einem Larmoyanz-Anfall und stellte eine sagenhafte Stellungnahme in die Süddeutsche Zeitung.
Wollt ihr uns Juden noch?
Sechzig Jahre lang habe ich als Überlebende der Schoah Deutschland verteidigt. Jetzt frage ich mich, ob das richtig war. […]
Unvermindert tauchen vermeintliche Experten auf und behelligen uns ungefragt mit ihren medizinischen, juristischen, psychologischen oder moralischen Assoziationen. Die selbsternannten Retter der Säkularität und des deutschen Rechtssystems schwingen sich auf, das vermeintlich brutale religiöse Ritual auf seine Legalität, Modernität und Sozialverträglichkeit hin zu überprüfen. […]
Nicht einmal in meinen Albträumen habe ich geahnt, dass ich mir kurz vor meinem achtzigsten Geburtstag die Frage stellen muss, ob ich den Judenmord überleben durfte, um das erleben zu müssen. […]    Wir hören uns weit mehr an als die Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften. Wir ertragen es, dass alternde Literaturnobelpreisträger mit SS-Vergangenheit ihre letzte Tinte dafür opfern, Deutschland und die Welt vor der kriegslüsternen Atommacht Israel zu warnen. Wir ertragen, dass obsessive Weltverbesserer dazu aufrufen, Produkte aus Israel zu boykottieren und Unterschriften sammeln, wohl wissend, dass sich kein Mensch für sie interessieren würde, wenn sie die humanitären Katastrophen in Gambia, Somalia, Weißrussland - jenseits der besetzten Gebiete anprangerten. Wir ertragen das Verständnis, das palästinensischen Selbstmordattentätern entgegengebracht wird, weil ihnen das Verhalten Israels ja keine Alternative lasse.
Wir ertragen, dass deutsche Parlamentarier auf von Terrorgruppen organisierten Schiffen anheuern, um öffentlichkeitswirksam Baustoffe und abgelaufene Medikamente in den Gaza-Streifen zu liefern. Ladung, die niemand braucht und die auch gar nicht ankommen soll, weil der angestrebte PR-Effekt nur dann eintritt, wenn die israelische Marine dem Treiben ein Ende setzt. Wir ertragen, dass die singulären Verbrechen der Nationalsozialisten relativiert werden, selbst in der sogenannten Prager Erklärung, in der einige Bürgerrechtler die Verbrechen des Kommunismus und den Holocaust gleichsetzen.  Das alles und noch viel mehr hören wir uns geduldig an. […]
 Ich habe diese Last immer gerne getragen, weil ich der festen Überzeugung war, dass es dieses Land und seine Menschen verdient haben. Erstmals geraten nun meine Grundfesten ins Wanken. Erstmals spüre ich Resignation in mir. Ich frage mich ernsthaft, ob dieses Land uns noch haben will. Ich frage mich, ob die unzähligen Besserwisser aus Medizin, Rechtswissenschaft, Psychologie oder Politik, die ungehemmt über "Kinderquälerei" und "Traumata" schwadronieren, sich überhaupt darüber im Klaren sind, dass sie damit nebenbei die ohnedies verschwindend kleine jüdische Existenz in Deutschland infrage stellen. Eine Situation, wie wir sie seit 1945 hierzulande nicht erlebt haben.
Anders als im Islam ist die Beschneidung im Judentum konstitutiv. Sie ist Kern der jüdischen Identität. Der Eifer, mit dem Selbstberufene gefühls- und gedankenlos unsere religiösen Fundamente in den Dreck ziehen, sucht seinesgleichen. Menschen, die offenbar keine Ahnung von der religiösen Bedeutung der Brit Mila, der Beschneidung, haben, die vermutlich niemals mit einem Juden gesprochen haben, wollen uns nun vorschreiben, ob und wie wir unsere Religion ausüben dürfen.
Ich will das nicht mehr stillschweigend hinnehmen. Nicht nach all dem, was wir Juden in Deutschland erleiden mussten. […] Ich fordere Respekt und ein Mindestmaß an Empathie. Das sollte doch drin sein für die Juden in Deutschland.
(Ein Gastbeitrag von Charlotte Knobloch 05.09.2012)
„Wollt ihr uns Juden noch?“ ist schon eine heftige Aussage der Vizepräsidentin des Jüdischen Welt kongresses.

Frau Knobloch ruft Geister hervor, die keiner von uns auf der Bühne sehen will.
Das ist irgendwie schon heikel, weil das zu der (völlig falschen!!!!) These führt Juden wären am Antisemitismus Schuld.
Antisemitismus gibt es aber gerade dort, wo es praktisch überhaupt keine Juden gibt. Z.B. unter ostdeutschen Jugendlichen, die in ihrem ganzen Leben noch nie einen Juden getroffen haben, aber sie dennoch hassen.
Es ist also besondere Vorsicht vorm Pauschalisieren angebracht. Nur weil Frau Knobloch extrem überzieht, heißt das noch lange nicht, daß „die Juden“ alle ihrer Meinung sind, geschweige denn daß man andere Juden für ihren Groll in Haftung nehmen könnte.   Ich hasse ja auch nicht ALLE Bayern, obwohl ich Herrn Dobrindt und Herrn Ratzinger für gemeingefährliche Fanatikler halte. Und es gefiele mir nicht als Amerikaner gehasst zu werden, nur weil George W. Bush und Mitt Romney verlogene Pestbeulen sind.

Wieso Knobloch so vollständig die sachliche Ebene verlässt, ist m.E. nur psychologisch zu erklären. Schließlich ist sie ja nicht auf den Kopf gefallen.
Daß aber Jüdinnen generell, insbesondere aber DEUTSCHE, insbesondere ÄLTERE und insbesondere solche, die im Zentralrat arbeiten, keine rein kühl-rationale Betrachtungsweise auf Vorgänge in Deutschland haben, die sie (fälschlicherweise) als antijüdisch empfinden, ist nicht überraschend und nur zu verständlich.

Ich würde mir daher wünschen, daß ihre Freunde und Kollegen sie ein bißchen mehr vor sich selbst schützen. Es gibt doch massenhaft säkulare Juden, denen es völlig egal ist, ob sie beschnitten sind, bzw zunehmend auch Jüdische Gruppen, die sich explizit gegen die Babybeschneidung engagieren.
Knobloch hat sich leider verrannt und sieht nicht mehr klar.
Als nichtreligiöser Mensch, der rein zufällig auch in Deutschland lebt und sich als ausgesprochen Israel-freundlich empfindet, möchte ich Knobloch zurufen, daß es bei diesem Urteil überhaupt nicht um Juden ging.
 Es wurde nur an seit 1949 bestehendes Recht erinnert.
 Außerdem hat Deutschland mittlerweile die UN-Kinderschutzkonvention unterschrieben (genau wie Israel auch). 
Demnach ist es nun einmal generell JEDEM in Deutschland lebenden Mensch verboten seinem Kind ohne Grund körperlichen Schaden zuzufügen. 
Weder darf ich meinem Baby ein heidnisches Pentagramm auf den Oberschenkel brennen, noch darf ein Liebhaber der alten chinesischen Kultur folgend seinem Baby die Füße einschnüren oder Zehen amputieren.Wenn zur Gesundung eines kranken Kindes eine Bluttransfusion nowendig ist, dies aber von den Eltern aus religiösen Gründen abgelehnt wird, weil sie Zeugen Jehovas sind, muß ihnen der Staat das Sorgerecht entziehen, um das Kind zu retten.
Und selbstverständlich darf auch niemand Stücke der Geschlechtsorgane abschneiden. Ob das jüdische, christliche, atheistische oder muslimische Eltern sind, spielt dabei logischerweise keine Rolle.
Hinzu kommt, daß wir durch das Grundgesetz gezwungen sind auch die Religionsfreiheit der Babies zu schützen und sie nicht mit unabänderlichen Merkmalen im Alter von acht Tagen in eine Religion zwingen dürfen.
Zu der Kinderquälpraxis, bei der allein in den USA jährlich 100 Babies ums Leben kommen hat ein deutscher Bischof die passende Antwort. Pro-religiös. Contra-Kinderrechte.
Als Reaktion auf die "erschütternden" Äußerungen von Charlotte Knobloch hat sich Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm für die Akzeptanz der jüdischen Beschneidung in Deutschland ausgesprochen. Es sei sehr sinnvoll, das "hohe Gut der Menschenrechte" nach Kräften zu stützen. Dieser Sinn werde jedoch in sein Gegenteil verkehrt, "wenn das Recht als Kampfinstrument gegen Religion verwendet wird."  
Es sei "unerträglich", so Bedford-Strohm, "wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland heute Anlass für die Frage sehen, ob sie als Religionsgemeinschaft in Deutschland noch eine Zukunft haben. Die männliche Beschneidung ist für das Judentum konstitutiv. Wer sie in Frage stellt, muss wissen, dass er damit jüdisches Leben in Deutschland überhaupt in Frage stellt."