Dienstag, 20. März 2012

Der ewige Sex.


Vor knapp 30 Jahren haben die Hamburger Behörden Live-Peep-Shows verboten. 
Das war eine echte Lachnummer in der Stadt mit dem vielleicht bekanntesten Rotlichtviertel der Welt: Hamburg-St. Pauli, rund um die Reeperbahn.

Deutlich mehr als eine Millionen Freier gehen in Deutschland PRO TAG zu Prostituierten. Rund 35.000 Frauen sollen allein in Hamburg anschaffen gehen.
Und nun auf einmal kam jemand auf die Idee, daß ausgerechnet Peep-Shows, wo also immerhin geschützt vor grabbelnden Freiern, hygienisch korrekt und sicher hinter Glas kopuliert wird, unsittlich wären.
Sex auf der Reeperbahn? Das war ja mal ganz was Neues.

Im Sommer 1982 urteilte das Bundesverwaltungsgericht in Berlin, die Zurschaustellung nackter weiblicher Körper in dieser Form verstoße gegen die "guten Sitten" und verletze die Würde der Frau. Zum Jahresende 1983 erhielten die Hamburger Peepshows in St. Georg und auf St. Pauli die behördliche Aufforderung, dichtzumachen. Die Frauen gingen sogar auf die Straße, um gegen die Entscheidung zu demonstrieren - ohne nachhaltigen Erfolg
Im Zuge dieser rechtlichen Neuerungen bin ich damals natürlich an einem der letzten Tage auch in eine Peepshow gegangen. Was gar nicht so einfach war, da sich die Behörden durch die Schließung schon zum Gespött der ganzen Stadt gemacht hatten, in allen Zeitungen darüber berichtet wurde und ein dementsprechender Andrang herrschte.

Wie das damals so üblich war, hatte ich „auf dem Kiez“ noch ein paar Freunde aus meiner Schule getroffen und um die Warterei zu verkürzen, haben wir uns mindestens zu dritt in diese Peepshow-Kabinen gepresst. 
Das haben aber alle so gemacht und insofern hörte man aus den Nachbarkabinen eher Gelächter statt Gestöhne.
Der Live-Koitus wirkte unter den Vorzeichen eher wie eine Kuriosität als eine Schlüpfrigkeit.
 Ich weiß nur noch, daß ich es nicht glauben konnte wie unglaublich gelangweilt die Dame bei ihren Verrenkungen aussah (sie hätte sich auch dabei die Fingernägel feilen oder Topflappen häkeln können) und zweitens war das Gerät, mit dem der männliche Darsteller arbeitete, so grotesk überdimensioniert, daß wir uns alle sofort besorgt fragten, wie eigentlich normale Männer anschließend noch mal Sex haben sollten, ohne Minderwertigkeitskomplexe zu bekommen.
 
Auch wenn die Darstellerin offensichtlich nicht voller Elan bei ihrer Arbeit war, so dürfte ihr das besser gefallen haben als die Alternative: Fast alle Darstellerinnen gingen anschließend nämlich wieder auf den Straßenstrich, wo man kein geregeltes Einkommen hat, friert, Gewalt ausgesetzt ist und sicherlich weit weniger appetitliche Kopulationskomparsen konsumiert.

Kurz nach dieser Geschichte war ich mal in einer hauptsächlich von eher nicht heterosexuell Orientierten besuchten Bar und habe mit einem großen Haufen Lesben darüber diskutiert, ob sie sich nun zukünftig vermehrt vor Vergewaltigern fürchten müssten.

Schließlich wäre es für eine Lesbe noch weit schlimmer vergewaltigt zu werden.
 Darüber sollte ich mir als Mann kein Urteil anmaßen - aber die Theorie bezweifele ich sehr stark. Stimmte die Theorie, hieße das im Umkehrschluß, daß die Vergewaltigung einer heterosexuellen Frau nur halb so wild sei, weil sie den Akt ja prinzipiell gewohnt wäre.

Grundsätzlich aber stellte man sich vor, daß Peepshows eine sehr hygienische Triebabfuhrmethode wären, die den notgeilen Männern ihre Gelüste erst mal befriedigen, so daß sie sich dann nicht mangels (freiwilliger) Alternative mit Gewalt an jemanden vergreifen müßten.
Die Theorie kam mir schon viel sinnvoller vor. 

Ich habe aber nie etwas darüber gelesen, ob nach Schließung der Peepshows die Vergewaltigungen signifikant messbar zugenommen hätten.

Dennoch trauere ich den Live-Peepshows irgendwie hinterher.
 Das war so eine schön niederschwellige Geschichte: Sehr billig, ungefährlich für alle Beteiligten und die Männer waren mit einem kleinem Papierkorb und einer Kleenexbox zufrieden.

Für den gehemmten Sexanfänger ist eine „richtige“ Prostituierte doch sicherlich eine ganz andere Nummer. Viel teurer und außerdem erfordert es ein gewisses Selbstbewußtsein. 

Naja, andererseits; so schwierig kann es ja nicht sein, wenn über eine Million Männer das in Deutschland jeden Tag hinkriegen.

Kurz nach den alten Live-Peep-Shows tauchten die Video-Peepshows auf.

Die waren legal und im Zeitalter bevor jeder einen VHS-Rekorder zu Hause hatte auch sicherlich eine Marktlücke. 
Völlig unklar ist mir hingegen wieso in dem Fall nicht gilt:
 „die Zurschaustellung nackter weiblicher Körper in dieser Form verstoße gegen die "guten Sitten" und verletze die Würde der Frau.“
Kopulationen im Studio vor Regisseur, Beleuchtern, Ton- und Kameramann sind sittlich akzeptabel und wenn stattdessen hinter halbblinden Glasscheiben irgendwelche Anonymixe Mark-Stücke in Schlitze stecken, ist das bähbäh und gehört verboten?

Man müßte mal Alice Schwarzer fragen, wie das zu erklären ist.
 Fragt sich nur wie sehr die Vorzeige-Feministin noch als Moral-Ikone taugt, nachdem sie ihre Seele an BILD, Merkel und die CDU verkauft hat.

Auf der Reeperbahn gibt es übrigens auch heute noch Live-Sex. 
Aber vor großem Publikum in den berühmten Clubs der Großen Freiheit. Da treiben es auch zwei junge Menschen mit überdimensionierten Genitalien auf einer Drehbühne. Das Publikum sitzt aber nicht in Einzelkabinen, sondern einem theaterartigen Auditorium, hat eine Menge Eintritt bezahlt und kann den mannigfachen und nackten Kellnern und Kellnerinnen Geldscheine in den Tanga stecken.

Das verstößt offenbar auch nicht gegen die guten Sitten.

Vielleicht weil die armen Wichser, die sich nur für ein oder zwei Euro Sex leisten können, ausgesperrt bleiben? 
Man weiß es nicht.

Meine Peepshow-Erfahrung als Teenager mit meinen Klassenkameraden war insofern in einer ganz anderen Zeit, da wir alle vermutlich bis auf unsere eigenen (spärlichen) Erfahrungen noch kaum jemals andere bei diesen Aktivitäten gesehen hatten.

Das ist heute natürlich vollkommen anders. 
Kaum denkbar, daß ein 16-Jähriger des Jahres 2012 noch nicht im Internet sämtliche Pornovarianten durchgeklickt hat, die ich mir als 16-Jähriger noch nicht mal vorstellen konnte.

Gibt es dadurch jetzt mehr oder weniger Sex-Verbrechen? Animiert das die Kinder? Werden sie verdorben, wie die Kirche unkt?
 Oder aber werden sie abgeklärt und abgestumpft? Kriegen sie womöglich massenhaft Minderwertigkeitskomplexe, weil ihnen tagtäglich Kopulations-Szenarien geboten werden, denen sie körperlich gar nicht gewachsen sind?

Ich weiß es nicht.

Interessanterweise steigt aber das Alter, in dem man „sein erstes Mal“ erlebt derzeit an.
 Seit den 1960er Jahren haben die Jungs und Mädels nicht mehr so lange gewartet wie heute.

Das Gute am heutigen Internetsex-Zeitalter sind aber Leute wie Ogi Ogas und Sai Gaddam, die 55 Millionen Sex-Suchanfragen und Millionen erotischer Geschichten und Kontaktanzeigen im Internet ausgewertet haben, um ein statistisches Bild zu erstellen worauf die Leute eigentlich wirklich abfahren. Was stimuliert sie, wonach suchen sie ganz konkret, wenn es um Sex geht?

Die Antworten gibt es als Buch und teilweise als Interview abgedruckt im letzten SZ-Magazin. 

Zusammenfassend ist es so, daß Männer primitiver zu stimulieren sind als Frauen. 
Sie interessieren sich für Hintern, Brüste und, hört, hört: Penisse. 
Frauen hingegen sind komplizierter und phantasievoller. 

What else is new? 

Wir sind eben doch nur Bonobos ohne Fell!

Sie schreiben: »Alles, was man sich nur vorstellen kann, existiert bereits im Web als Pornografie.«

Genauso ist es. Und wir wollten jede Sexpraktik, über die wir schreiben, selber angesehen und mit Menschen gesprochen haben, die sie praktizieren.
Was war das Seltsamste, was Sie im Netz gefunden haben?

Kennen Sie in Deutschland Calvin und Hobbes?

Der Cartoon über einen rebellischen Jungen, der Lehrer und Eltern zur Verzweiflung treibt, und seinen imaginären Freund, einen Tiger?

Genau der. Im Internet gibt es eine Zeichnung, in der Calvin und der Tiger einen recht explizit dargestellten Dreier mit Calvins Mutter haben. Dieser Comicstrip ist so detailliert gemalt, es muss einen ganzen Tag gedauert haben, das anzufertigen. Das kann man abartig finden, aber es ist doch erstaunlich, auf welche Ideen das menschliche Gehirn beim Thema Sex kommt. Und es gibt eben auch wunderbar fantasievolle Umsetzungen. Am kreativsten sind wahrscheinlich alle Bereiche von Dominanz- und Unterwerfungsfantasien. Übrigens eine der wenigen sexuellen Fantasien, in der sich Männer und Frauen sehr ähnlich sind.

Wie unterscheiden sich Männer und Frauen, wenn sie im Internet nach Pornografie suchen?

Männer sind sehr einfach zu erregen. In Gefängnissen malen sich Männer etwa Strichfiguren beim Sex an die Zellenwand, das reicht notfalls als Stimulierung. Eine Frau braucht gleichzeitige multiple Stimulierung, ein bloßer visueller Reiz reicht dafür selten. Das Einzige, was Frauen weltweit gern sehen, sind Hintern von Männern. Aber bei Weitem nicht so gern, wie Männer Frauenhintern ansehen. Frauen mögen erotische Geschichten mehr als die bloße Abbildung von Sex.
[…]
Männer suchen nicht unbedingt sehr schlanke Frauen.

Männer suchen erotische Fotos von gesund aussehenden Frauen, und wenn sie die Wahl haben zwischen unter- oder übergewichtigen Frauen, nehmen sie die übergewichtigen. Wir haben uns die 200 beliebtesten weiblichen US-Erotikdarstellerinnen angesehen und ihren Body-Mass-Index. Er lag im gesunden Bereich. Nicht darunter.

Was die Erotikindustrie als Schönheitsideal vorgibt, etwa übergroße Silikonbrüste, ist nicht unbedingt das, was Männer am Computer suchen?

Nein, Männer bevorzugen Amateurdarstellerinnen mit natürlichen Körpern. Wissen Sie, was interessant ist? Auch heterosexuelle Männer sehen sich sehr gern große Penisse an.

Stellen sie sich vor, es wäre ihr eigener?

Nein, darum geht es nicht. Bei Affen sind Penisse ein sehr wichtiges und sichtbares soziales Werkzeug, das Aggression oder Erregung zeigt; alle männlichen Primaten achten sehr auf die Geschlechtsteile ihrer Konkurrenten. Es ist eher eine Art sexuelle Information als erotische Faszination. Männer sind sich übrigens sicher, dass Frauen auch gern große Penisse sehen wollen – ganz falsch.

In Ihrem Buch erklären Sie sehr viel mit unserer Abstammung und vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden entstandenen Prägungen. Sind wir immer noch Höhlenmenschen?

Manche Verhaltensweisen unserer Sexualität haben ihren Ursprung in einer Zeit noch vor den Höhlenmenschen. Der fundamentale Unterschied im Design des männlichen und weiblichen Gehirns ist: Männer sind darauf programmiert, bei Frauen auf den Körper zu achten, Frauen bei Männern dagegen auf die Persönlichkeit. Das ist so, seitdem wir soziale Primaten wurden. Die meisten sexuellen Verhaltensweisen von Männern und Frauen lassen sich so bis heute erklären.
(SZ-Magazin)

Montag, 19. März 2012

Durchzug im Oberstübchen



Norbert Brunner (*1942), Präsident der Schweizer Bischofskonferenz und Ratzis Statthalter in Sitten, ist einer dieser Großkleriker, der den Boden der Realität längst verlassen hat und dem Größenwahn verfallen ist.

Wie sein ultrakonservativer, radikal rechter Hellvetischer Bruder im Amte, Vitus Huonder, Bischof von Chur, der en passant feststellte, das göttliche Recht stünde immer über den Menschenrechten, hält sich auch Brunner für allmächtig und omni-zuständig.

Seinen Chef JR zitierend rät der Schweizer Oberkatholik den „Ungläubigen“ so zu leben als ob es Gott gäbe.

Trotzdem empfiehlt der Bischof in Anlehnung an Papst Benedikt XVI. «zu leben, als ob es Gott gäbe». Das bedeute, ein wirklich freier und verantwortungsvoller Mensch zu sein.

Das sind keine Petitessen, die die Herren Bischöfe hier verbreiten; denn Gottes Gebote (es beginnt schon in Gebot 1 mit Sippenhaft und Religionszwang) sind völlig unvereinbar mit den Menschenrechten und der Würde eines jeden Menschen.

Was unter der Ägide der Kirchen von den Menschenrechten übrig bleibt, sehen wir jeden Tag in den zahllosen Veröffentlichungen über die Terrorregime in katholischen Einrichtungen

Zwei Milliarden Dollar mußte die RKK allein seit 2010 an Entschädigungszahlungen für sexuelle Übergriffe ihrer Priester aufbringen - dabei sind die Summen, die in Einzelfall gezahlt werden oft lächerlich; in Deutschland beispielsweise maximal 5000 Euro.

Erwähnt seien nur zwei Meldungen vom Wochenende.

Im nicht eben stramm katholischen Holland hatte die RKK 2011 zugeben müssen zwischen 1945 und 1981 bis zu 20.000 Kinder sexuell missbraucht zu haben. 
Aber wie weit die sadistische Perversion der katholischen Geistlichen ging, konnte man sich bisher kaum vorstellen. Jungs wurden „nicht nur“ von Priestern vergewaltigt, sondern anschließend auch noch in Kirchen-Psychiatrien verfrachtet, wo man sie anschließend kastrierte:

Die katholische Kirche der Niederlande hat einem Bericht der Zeitung "NRC Handelsblad" zufolge in den fünfziger Jahren mehrere Jungen kastrieren lassen, um deren angebliche Homosexualität "zu heilen".
Bekannt geworden war demnach der Fall eines Jungen, der Mitte der fünfziger Jahre in einem katholischen Internat missbraucht worden sei. Als dieser sich gewehrt habe, sei er in einer kirchengeführten psychiatrischen Klinik untergebracht und dort kastriert worden, mit dem Ziel, ihn von seinen "homosexuellen Neigungen zu befreien".
Laut der Zeitung gibt es Hinweise auf zehn weitere Fälle.

Unfassbar auch der heutige Profil-Bericht aus dem Österreichischen „Horrorkloster Kremsmünster“* in dem hunderte heranwachsende Jungs auf perfideste Art gezüchtigt und sexuell gequält wurden. Polizei, Justiz und Krankenhäuser  - alle guckten über Dekaden demonstrativ weg, weil die Macht des Sadisten-Stifts überall hineinreichte.

 Das Benediktinerstift Kremsmünster war für Hunderte Klosterschüler bis in die neunziger Jahre die Hölle. An der Tagesordnung: systematische Gewaltexzesse, sexueller Missbrauch, emotionale Zermürbung. Ein pädophiler, schwer bewaffneter Mönch stand als Konviktsdirektor an der Spitze eines ¬sadistischen Regimes. […] Elf Verfahren mussten – nicht wegen fehlender Stichhaltigkeit, sondern wegen Verjährung – eingestellt werden. Einer blieb übrig und, wie aus Ermittlerkreisen zu vernehmen ist, „will die Staatsanwaltschaft diesen Herrn“: Pater Alfons ­August Mandorfer, 78, von 1970 bis 1996 Konviktsdirektor (Internatsleiter) und Präfekt (Erzieher) sowie Musiklehrer. Ein schwer bewaffneter Mönch, der in seinem Zimmer über viele Jahre eine Pistole der Marke Glock sowie eine Pumpgun von Winchester illegal aufbewahrte und damit auch Kinder bedroht haben soll. Erst im Vorjahr wurde die Pumpgun beschlagnahmt, nachdem der jetzige Abt Ambros Ebhart die Polizei gerufen hatte. […] Das Studium der rund 1200 Seiten erweckt den Eindruck, dass es sich in Kremsmünster nicht um gelegentliche Fehltritte einzelner überforderter Erzieher und Lehrer handelte, sondern um ein besinnungsloses Gewaltregime, das sich ohne Gegenwind aus der Abtei verselbstständigt hat. Opfer, die die Ereignisse ihrer Kindheit heute ohne Rachegelüste und auf hohem Niveau reflektieren, sprechen von einem „Nachkriegs-KZ“ und von einem „Vernichtungslager für Kinderseelen“. Die Gewaltrituale aus nichtigen oder gar keinen Gründen erinnern teilweise an Hinrichtungen: Zehn-, zwölfjährige Kinder mussten sich hinknien oder gar die „Bet-Stellung“ einnehmen, bevor sie misshandelt wurden.

Von allen diesen Fällen ist noch kein einziger Täter verurteilt worden - die Katholische Kirche ruht sich darauf aus, daß sie fast immer von Verjährungsfristen gerettet wird. 
In den Fällen, in denen ihnen das „weltliche Recht“ finanziell hilfreich erscheint, akzeptieren sie es - anders als von Bischof Huonder behauptet - gerne als über dem Kirchenrecht stehend.

 Jede andere Organisation, die sich auch nur 10% der Verbrechen zu Schulden kommen lassen hätte, wäre längst aufgelöst und verboten worden!!!!

Davor muß die RKK aber keine Angst haben, da eine breite Religioten-Front in den Parlamenten ihre schützende Hand über sie hält.
Die ein oder andere Million an Schmerzens- und Schweigegeld muß Ratzis Pädophilen-freundliche Organisation wohl noch ausgeben.

Also schön weiter Beiträge zahlen, liebe Katholiken.

Der größte Depp der SPD-Bundestagsfraktion sieht übrigens die Zahlungen der Kirchenmitglieder als Wohltätigkeit für den Staat an. 
Die Kinderschänderorganisation, die zehntausende Heranwachsende auf nicht in Worte zu fassende brutale Weise gequält hat, nennt Thierse „moralisch“, die Kirchen wären gar der „moralische Kitt der Gesellschaft“.

Wer solche Abgeordneten hat, braucht sich eigentlich über gar nichts mehr zu wundern.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sieht in der Kirchensteuer eine finanzielle Unterstützung der Gläubigen für den Staat. Denn mit den Mitteln würden jene sozialen und kulturellen Leistungen der Kirchen unterstützt, die sie für die öffentliche Hand übernähmen, schreibt Thierse in einem Beitrag für die in München erscheinende Zeitschrift „Jesuiten“. Dadurch werde auch die Vielfalt von Angeboten und damit auch der soziale und kulturelle Reichtum der Gesellschaft gefördert. Die Eigenbeiträge der Gläubigen müssten daher „mindestens als Gewinn für beide Seiten“ betrachtet werden, so der SPD-Politiker. Gleichzeitig verwies Thierse auch auf die Bedeutung der Kirchen als „moralischer Kitt der Gesellschaft“.

Jedes SPD-Mitglied sollte sich für so einen Menschen wie Wolfgang Thierse schämen.
 Er und seine Co-Religiotin Nahles machen die ganze Partei de facto unwählbar.

Wenn es bloß eine Alternative gäbe.....





*Einige wenige Auszüge der Aussagen ehemaliger Kremsmünster-Schüler:
Herbert K.: „Ich kann bezeugen, dass in meiner Zeit mindestens 50, 60 Schüler von Pater Alfons misshandelt wurden. Er sagte oft: ‚Hey du Jude, ich hol meine Pumpgun und erschieß dich.‘ Ich glaube, er war ein alter Nazi. Das Geschirr, aus dem wir essen mussten, war aus der Nazi-Zeit und mit Hakenkreuzen verziert.“

Julian H.: „Ich habe eine schwere Kindheit gehabt und immer unter den Schlägen meines Vater gelitten. Konviktsdirektor Pater Alfons hat mich wiederholt aus nichtigem Anlass in sein Zimmer geschleift und dort mit einer Ochsenpeitsche und auch mit der flachen Hand heftig geschlagen. Er nützte meine familiäre Situation aus und sagte, wenn ich etwas erzählte, würde mir ohnehin niemand glauben.“

Eduard D.: „Ich war damals 15. Es war so, dass er mich entweder gleich im Stehen oder auf seinem Schoß sitzend entkleidete. Danach vollzog er an mir den Oralverkehr bis zum Orgasmus. Wobei ich in seinem Mund abspritzte und er das Ejakulat schluckte … Weiters erinnere ich mich, dass es häufig vorgekommen ist, dass er mir während des Oralverkehrs einen zehn bis 15 Zentimeter langen Gegenstand in den After einführte und immer hin- und herbewegte. Auch ich musste ihm in die Hose greifen und seinen erigierten Penis masturbieren, bis er zum Orgasmus kam … Durch diese Handlungen hatte ich eine Sonderstellung bei ihm, und es ging mir gut.  
[…] 
Andere Opfer berichten von mehreren Selbstmorden durch Schüler, die während oder im Anschluss an die „Kremsmünsterer Zeit“ begangen worden sein sollen.

Sonntag, 18. März 2012

Den Jüngsten gehört die Zukunft.


Wenn sich Kirchenfürsten zusammenrotten, geht es zu wie in den Bejas beim Sumo:
 Die unangenehmsten Jobs werden stets an die Jüngsten delegiert.

So muß beispielsweise nach einer erfolgten Wahl eines Papstes an dessen Gehänge gegrabbelt werden - nicht, daß sich wieder eine Frau ins Heilige Konklave einschleicht.
Um sich diesbezüglich keines Risikos auszusetzen, führten die Katholiken bei der Papstwahl ein ausgefeiltes Penisprüfverfahren ein; den Kotstuhl!!
„Der nach unten hin offene Sedes stercoraria. Auf dem Möbel mit dem irreführenden Namen mußten die neugewählten Päpste Platz nehmen und sich dann vom jüngsten Mitglied des Kardinal-Kollegiums unter die Soutane greifen lassen - um sicherzustellen, daß es sich bei dem zukünftigen Pontifex wirklich um einen Mann handelte. Fand der Gottesmann, wonach er suchte, sprach er die Worte: „Habet testes“ (er hat Hoden).Worauf die Kardinäle antworteten: „Deo gratias“ (dem Herrn sei Dank).
Dabei wäre der skurrile Greiftest - den die katholische Kirche wider besseres Wissen und alle Beweise heute leugnet - bei den meisten Päpsten überflüssig gewesen. Denn fast alle hatten schon vor ihrer Wahl bewiesen, daß sie Testes-Träger waren.“
(Der Spiegel 11/97)

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."
(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)
Die zweifelhafte Ehre Ratzingers Nachfolger am Zipfel zu ziehen, fällt nach derzeitigem Stand Kardinal Woelki von Berlin zu; er ist der jüngste Purpur-Kleidchen-Träger weltweit.

Auf der Ebene des deutschen Episkopats sieht es nicht anders aus. 

Nachdem dieser unangenehme Pater Mertens im Januar 2010 die Omertà gebrochen hatte und die Bischöfe nicht länger ihre „ich weiß von nichts“-Strategie der Opfereinschüchterung fahren konnten, mußte einer her, der sich den kinderfickenden Priestern widmet. 
Und so wurde im Februar 2010 der Trierer Bischof Stephan Ackermann zum Beauftragten der katholischen Kirche für sexuellen Missbrauch ernannt. 
Eine sehr zweifelhafte Ehre; schließlich ist der Kindesmissbrauch gerade in der katholischen Kirche systemimmanent.
Der damals gerade erst 46-Jährige Ackermann hatte nun also einen Job zu erledigen, der ähnlich sinnvoll ist wie der des Enthaltsamkeitsbeauftragten im Swingerclub, oder dem des Millionärssteuerlobbyisten in der FDP.

Es galt nun die alten Methoden weiterzuführen (Opfer einschüchtern, Täter schützen, Taten verheimlichen, möglichst billig aus der Sache rauskommen), dabei aber stets Betroffenheit zu heucheln und zu lügen, daß sich nun aber wirklich alles ändern werde.

Ackermanns Kollegen hatten die Freiheit sich ihre perfiden Strategien selbst aussuchen zu können. (Regensburg beispielsweise veröffentlicht bis heute keine Fallakten, gibt keine Auskünfte. Müller beschimpft stattdessen die Medien. Freiburg versucht sich raus zu winden und erklärt stets zufälligerweise gerade nichts mit den Kinderfickern zu tun gehabt zu haben. Hildesheim taucht ganz unter und schickt einen neuen Weihbischof vor, Essen verkündet, daß die Schwulen schließlich die Sünder wären und München zeigt mit dem Finger stets auf andere (zum Beispiel Ettal und Augsburg), um selbst die schmutzige Wäsche im Keller lassen zu können.

 Trier hat da weniger Auswahl. 
Als offizielles Aufklärer-Bistum muß es eine Vorreiterrolle bei der Transparenz übernehmen. Seine Botschaft lautet unmissverständlich „NULL TOLERANZ BEI PÄDOPHILIE!“

Eigentlich.

Uneigentlich spielt Ackermann nur für die Öffentlichkeit den Aufklärer, vertuscht und verschweigt die Kinderficker unter seinen Priestern.
 Mindestens sieben Priester, die schon durch pädosexuelle Übergriffe auffällig wurden, beschäftigt Ackermann immer noch. 

In seinem Bistum sind mindestens sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer im Einsatz, darunter ein Geistlicher, der als Lehrer in einem Internat sexuelle Beziehungen zu einem seiner Schüler unterhalten haben soll, und zwei wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilte Priester.
Das Bistum möchte die genaue Zahl der Priester, die im "eingeschränkten Einsatz unter Auflagen" tätig sind, derzeit nicht preisgeben. Kirchenmitarbeiter und Opfer kritisieren die Zustände als unhaltbar. "Bischof Ackermann lässt ehemalige und potentielle Täter weiter Seelsorger sein", so Thomas Schnitzler von der Opferinitiative "MissBiT". Das Risiko, dem er Kinder aussetze, sei "absolut nicht vertretbar".  
Ein 72-jähriger Pfarrer, der als Seelsorger in einem Krankenhaus arbeitet, gab gegenüber dem SPIEGEL zu, immer wieder versetzt worden zu sein. Dabei sehe er seine Pädophilie selbst als riskant an: "Es ist wie eine Sucht, eine Schizophrenie", bei der er "ganze Teile des Bewusstseins" ausschalte. Seine Vorgesetzten hätten es zwar gut mit ihm gemeint. Die Perspektive sei aber "einseitig nicht auf die Opfer, sondern auf die Interessen der Kirche gerichtet" gewesen.

Die Zustände im Bistum Trier erinnern dabei eher an einen Psychothriller.

Im Februar 2010 […] erhielt der damalige Pfarrer der Köllerbacher Herz-Jesu-Gemeinde, Guido Johannes Ittmann, einen Anruf vom Bistum, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass es auch im Bereich seiner Gemeinde Hinweise auf Missbrauch gebe. Man wolle die Sache aber "aus dem Bistum heraushalten".
[…] In einer "Fallbeschreibung" von Ittmann für die Kripo, die der SZ vorliegt, schreibt dieser, der damals zuständige Völklinger Dechant Klaus Leist habe die Vorwürfe als bloße "Gerüchte" abgetan, wodurch in beiden Gemeinden rasch der Unmut gegen ihn und [Pater] Gorges gewachsen sei. Leist, der jetzt als Pfarrer in St. Wendel tätig ist, habe Gorges als psychisch krank hingestellt. […]
Ittmann erhielt ab November 2010 nach eigenen Angaben "Briefe mit beleidigendem Inhalt und eindeutigem Bezug zu den Missbrauchsfällen in der Martinsgemeinde". Es folgten anonyme Drohbriefe. Irgendwann fand der Pfarrer vor der Wohnungstür einen Müllsack mit Tierkadavern. Als der Sprecher des Pfarrgemeinderats, Alois Himbert, einmal nach dem Gottesdienst ins Weihwasserbecken griff, hielt er eine tote Fledermaus in der Hand.  Es dauerte nicht lange, da gingen in der Gemeinde Gerüchte um, Ittmann habe sich bei seiner früheren Tätigkeit in der Jugendseelsorge in Berlin etwas zu Schulden kommen lassen. Gerüchte, die das Bistum erst über ein halbes Jahr später auf Anfrage von Mitgliedern der Laiengremien zurückweisen sollte. Ittmann wirft Leist vor, diese Behauptung selbst gestreut zu haben. In der Nacht auf Ostersonntag 2011 verließ Ittmann nach weiteren Drohbriefen fluchtartig die Gemeinde und begab sich in ärztliche Behandlung.

Der Oberhirte sieht es locker: 
Mögen doch seine Trierer Pfarrer tun und lassen was sie wollen; auf ein paar Kinderseelen kommt es dabei nicht an - in Ackermanns Bistum hält man zu ihnen; den TÄTERN:

Da gibt es einen Geistlichen, der als Lehrer eines Internats an der Saar über Jahre sexuelle Beziehungen zu einem seiner Schüler unterhalten haben soll und nun Gemeindepfarrer im Bistum ist. Zwei seiner Mitbrüder, die als Besitzer von Kinderpornografie verurteilt wurden, wirken als Gottesmänner in Krankenhäusern. Ein weiterer Kollege durfte Ende vorigen Jahres schon wieder Messen lesen, obwohl er erst im März 2011 suspendiert worden war - mehrere inzwischen verjährte Missbrauchsfälle gehen auf sein Konto.
Der Umgang mit problematischen Pfarrern ist in vielen Fällen ähnlich: Die mutmaßlichen Täter werden wegen sexueller Übergriffe angezeigt oder zur Selbstanzeige bewogen. Anschließend bekommen sie eine Bewährungsstrafe. Danach dürfen sie wieder zurück in den kirchlichen Dienst.
[…]   Beispiel W.: Der heute 48-jährige Pfarrer hatte sich vor einigen Jahren an mehreren Minderjährigen vergriffen. "Wir holten unsere Kinder nach einem Betwochenende ab", erinnert sich ein Vater. "Sie sollten im Missionshaus auf die Kommunion vorbereitet werden." Sein neunjähriger Sohn war verstört, zögerlich erzählte er, dass er sich die Hose habe ausziehen müssen. Pfarrer W. habe von ihm und anderen Kindern verlangt: "Alles runter!" Dann habe er sie über sein Knie gelegt und aufs nackte Gesäß geschlagen. "Wut und Scham der Kinder waren immens", sagt der Vater.
W. wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, durfte trotzdem in einer anderen Gemeinde weiterarbeiten. […] Heute ist er Pfarrer einer Klinik im Saarland, wo Kinder als Patienten und Besucher anzutreffen sind. "Man kommt gegen den Vertuschungswillen der Kirche nicht an", sagt der Vater des von W. misshandelten Jungen resigniert. (Spiegel 19.03.12)

Und das sind die Methoden, die der Vorzeige Antimissbrauchs-Bischof anwendet.

Wer heute immer noch seine Kinder in katholischen Einrichtungen betreuen läßt, sollte wegen Fahrlässigkeit belangt werden!

Samstag, 17. März 2012

It’s the economy, stupid!



In erstaunlich vielen Wirtschaftsredaktionen herrscht immer noch ein primitives Schwarz-Weiß-Bild vor. 
CDU = gut für „die Wirtschaft“ und SPD = "wirtschaftsfeindliche Umverteiler".

Auf welche praktischen Erfahrungen sich diese Erkenntnisse beziehen, ist mir nicht klar. 
Es war die CDU, welche sich nach 1945 die „SOZIALE Marktwirtschaft“ auf die Fahnen geschrieben hatte. 
In den 1970ern hatten wir einen SPD-Kanzler Helmut Schmidt, der ganz sicher eine Menge von Wirtschaft verstand und sich nicht scheute in der Krise den Bürgern einiges zuzumuten („autofreier Sonntag“, etc). Die Steuersätze wurden dann vom CDU-Kanzler Kohl auf nie erreichte Höhen geschraubt. 
Auch die ach so „wirtschaftsfeindlichen“ Lohnnebenkosten stiegen in der Kohl-Zeit rasant an. 
Und während drei Dekaden war das Wirtschaftsministerium durchgehend mit FDP-Leuten besetzt. 

Das endete erst 1998 mit Rot/Grün und unter Schröder wurden die Steuern drastisch GESENKT.

Welche Stellschrauben man anziehen muß, um „die Wirtschaft“ anzukurbeln, ist offenbar weit komplizierter, als es die Umverteiler-Epigonen denken.

Inzwischen hat sich auch herumgesprochen, daß Wirtschaftswachstum allein nicht ausreicht. Wachstum auf Kosten einer zerstörten Umwelt oder massenhaft pauperisierten Arbeitern, die ins Elend abgleiten, geht nicht lange gut.

Umverteiler der primitivsten Kategorie gibt es heute eigentlich nur noch in der FDP und der Linken.
 Erstere meinen alles würde gut, wenn man „die Reichen“ weitgehend aus der Solidarität entließe und ihnen durch Steuergeschenke die Portemonnaies noch mehr auffülle.

 Letztere sehen zwar korrekterweise, daß die Lücke zwischen arm und reich rasant immer größer wird, glauben aber (teilweise) es sei damit getan den Millionären ihre Millionen wegzunehmen. 

Der französische Präsidentschaftskandidat François Hollande schlug Ende Februar eine Abgabe von 75 Prozent auf Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro vor. Es dauerte nicht lange bis der frankophile Lafontaine auf den Zug aufsprang. Nun gruseln sich die rechten Blätter.

Oskar Lafontaine, Fraktionschef der Linken im Saarland, würde die Millionäre in Deutschland gern richtig zur Kasse bitten. Er sprach sich dafür aus, dass die sehr Reichen bis zu 75 Prozent Einkommenssteuer zahlen sollten. „Jeder, der mehr als eine Million Euro verdient, sollte sehr stark besteuert werden“, sagte Lafontaine.

Ich hingegen fände es ganz schön, wenn Steuergerechtigkeit herrschte.
 Es ist nicht fair, daß die Krankenschwester und der Nachtwächter automatisch Steuern und Sozialabgaben abgezogen bekommen, während beispielsweise Immobilienbesitzer mit dem hundertfachen Einkommen sich künstlich so arm rechnen, daß sie gar keine Steuern zahlen und sich zudem auch noch den Solidarsystemen entziehen, indem sie privat krankenversichert sind und auch keine Rentenbeiträge zahlen.

Übrigens ist auch Millionär nicht gleich Millionär.
 Wäre es nicht längst an der Zeit Steuersätze nicht nur nach der absoluten Höhe des Einkommens zu staffeln, sondern nach der Art des Einkommens?

Ich fände es beispielsweise gerechtfertigt, daß ein Unternehmer sehr wenig Steuern zahlt, wenn er viele Arbeitsplätze schafft, Lehrlinge ausbildet und seine Angestellten mindestens tariflich bezahlt.  Ein anderer Unternehmer mit der gleichen Bilanzsumme, der aber mit Finanzderivaten spekuliert und gar keine Arbeitsplätze schafft, sollte viel höher besteuert werden.

Wirtschaftspolitik kann also mehr oder weniger intelligent gemacht werden - wie es schon der viel gescholtene Gerd Schröder vor seiner Kanzlerschaft feststellte.

Dabei halte ich es für NICHT intelligent, wenn man wie die FDP einfach die Maximalforderungen der Arbeitgeberlobby erfüllt.
Lobbys haben keineswegs das Wohl des gesamten Staates im Auge.

Gerade die Industrielobby der Konzerne ist dabei oft so realitätsblind, daß sie hartnäckig über Dekaden Wahnideen frönt, die sich längst als Humbug herausgestellt haben.

Stichworte sind „Fusionitis“ und „Privatisierungen“, die immer noch als Allheilmittel gepriesen wurden, als längst klar war, daß sie in 75% der Fälle schief gehen.

Gewaltige Summen sind verbrannt worden, um die Folgen dieser Gaga-Ideologie wieder einigermaßen zu lindern. Allein Daimler-Benz soll mehr als 60 Milliarden Euro dabei verprasst haben Chrysler und Mitsubishi wieder loszuwerden, die eben noch im Größenwahn aufgekauft wurden.

Unzählige Bürgermeister geben Unsummen dafür aus einmal privatisierte Versorgungsunternehmen zurück zu kaufen. Der Ausverkauf der Hamburger Krankenhäuser an Asklepios unter dem CDU-Senat ist so ein abschreckendes Beispiel. 

Dieser CDU-Senat war es auch, der mit dem Argument die Privatwirtschaft verstünde mehr von Atomenergie die Hamburger Elektrizitätswerke HEW (zu denen das AKW Krümmel gehörte) an den schwedischen Atomkonzern Vattenfall verscheuerte. 
Das war ja mal eine ganz tolle Idee.
 Bis heute werden monatlich neue Beweise dafür geliefert, daß Vattenfall als Betreiber vollkommen unverantwortlich agiert und der inzwischen gewählte SPD-Senat muß sich damit abmühen, wenigstens einen Teil der Stromnetze zurück zu kaufen. 

Übertroffen wurde diese Giga-Dämlichkeit nur noch von der Baden-Württembergischen CDU, die 2010 unter verfassungswidrigen Umständen für das Land 46,5 Prozent der EnBW-Anteile vom französischen Konzern EdF kaufte. 
Nun sitzt Herr Kretschmann da, muß für das geliehenen Geld (Kaufpreis fünf Milliarden Euro) Zinsen zahlen und hat dafür einen tief in den roten Zahlen steckenden Dinosaurier ohne Zukunft an der Hacke.

Wirtschaft ist nicht das was die großen Verbände gerne hätten. 

Die meisten Mittelständler und Familienunternehmer bekommen Ausschlag und Tobsuchtsanfälle, wenn sie die sharholder-value-Raffgier der Pharma-, Finanz- und Energie-Konzerne kommentieren sollen.

Wirtschaft ist nicht nur das was Herr Ackermann der Merkel bei intimen Geburtstagsfeiern im Kanzleramt zuflüstert.

Aber selbst die Großsprecher der Konzerne sind inzwischen so entsetzt über SchwarzGelb, daß sie sich nicht scheuen Klartext zu reden.
Zuletzt geschah das gestern am Rande der Handwerksmesse in München beim traditionellen 'Kanzler-Spitzengespräch mit der Wirtschaft.' Die Herren sind not amused.

Diesmal sparten die Wirtschaftsvertreter schon im Vorfeld nicht mit harscher Kritik. Auch im dritten Jahr Schwarz-Gelb lägen 'im Prinzip die alten Probleme alle noch auf dem Tisch', man habe sich deutlich mehr erwartet, wetterte Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, kritisierte, bei der Energiewende, 'wurstele jeder vor sich hin', er forderte die Kanzlerin auf, eine Koordinationsstelle für die Energiewende zu schaffen. Handwerkspräsident Otto Dentaler wollte mehr Tempo von der Bundesregierung, sonst werde Deutschlands Energiewende 'zur Lachnummer'. Und auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ist für Attacken auf die Politik bekannt. Die Reformpolitik gehe nicht weit genug.     Angela Merkel lächelt alle diese Vorwürfe an diesem sonnigen Freitag in München einfach weg. Nach dem Spitzentreffen wird sie auf die Kritik angesprochen. Sie kontert: 'Also ich bin mit der Wirtschaft zufrieden.'
(SZ 17.03.12)

Wirtschaft findet auch ganz konkret auf der Bundesländer-Ebene statt. 
Hier wird nicht von Steuersätzen gefaselt, sondern die Landesregierung muß zusehen, daß sie die heimische Wirtschaft zum Wohle aller unterstützt.

Das gelingt mal weniger gut - dafür stehen die CDU-Regierungen Mappus, Diepgen und Beust.
Mal aber sehr gut. Kurioserweise war der langjährige Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf von der LINKEN bei der Wirtschaft sehr geschätzt - weil er kompetent war.


Sehr zufrieden ist die Hamburger Wirtschaft mit dem SPD-Senat, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter bundesweit 3000 Firmen ergab.

Hamburgs Mittelstand ist mit dem Senat deutlich zufriedener als noch vor einem Jahr. 89 Prozent der Firmen loben die Mittelstandspolitik der Stadt. 39 Prozent der Hamburger Firmen sind sogar uneingeschränkt zufrieden. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr und auch mehr als im Bundesdurchschnitt (30 Prozent). Mit diesem Ergebnis rutscht die Hansestadt im Vergleich zu den anderen Bundesländern nach Rang elf im Vorjahr jetzt auf den zweiten Platz bei der Zufriedenheit des Mittelstands. […]
 78 Prozent der befragten Firmen finden [die Bildungspolitik der SPD] gut oder sehr gut. Vor einem Jahr waren es nur 68 Prozent. Auch an der Förderpolitik des Senats gibt es offenbar wenig auszusetzen. 78 Prozent der Mittelständler sind damit zufrieden und damit zehn Prozent mehr als vor einem Jahr.

Wenn schon eine absolute Sozi-Regierung von allen Bundesländern die zweitbeste Wirtschaftspolitikbewertung bekommt, fragt sich, wer die Nummer eins ist.

Nun, der Spitzenreiter ist ganz eindeutig. Von einer Landesregierung sind die Mittelständler geradezu aus dem Häuschen vor Glück.

 Der Mittelstand in Baden-Württemberg stellt der grün-roten Regierung einer Studie zufolge ein überragend gutes Zeugnis aus. Das Rückgrat der Wirtschaft im Südwesten ist mit den aktuellen politischen Rahmenbedingungen so zufrieden wie in keinem anderen Bundesland. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Stuttgarter Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor. Demnach ernten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und seine Koalition Traumnoten und schaffen im Vergleich zur beendeten Ägide von Schwarz-Gelb mit Stefan Mappus (CDU) an der Spitze teils große Sprünge.
[…] In der im Januar erhobenen Analyse stößt Baden-Württemberg sogar den Musterschüler Bayern vom Thron, wo das konservative Bündnis aus CSU und FDP regiert. Die für die Studie von Ernst & Young beauftragten Marktforscher fragten bei rund 400 repräsentativ ausgewählten Südwest-Mittelständlern fünf Kategorien ab. Bei der Förder- und Mittelstandspolitik sowie bei der Infrastrukturpolitik belegt das «Ländle» Rang eins. Bei den Themen regionale Rahmenbedingungen und Bildungspolitik ist es im Vergleich der 16 Länder der zweite Platz.
Man könnte inzwischen also durchaus sagen, daß die Einladung der Bayerischen Landesregierung an Baden-Württembergische Unternehmen ob der zu befürchtenden Grün-Roten Wirtschaftsfeindlichen Politik ins Nachbarland überzusiedeln etwas fehl am Platze war…..

Freitag, 16. März 2012

Interpretation der Heiligen Schrift

"Pfarrer brauchen mehr Zeit für Bibellektüre"
(Ex-Bischöfin Maria Jepsen)

„Eltern sollen aus Bibel vorlesen“
(Ex-Bischöfin Margot Käßmann)


Die beiden ehemaligen norddeutschen Bischöfinnen sind gewissermaßen mediale Antipoden. 
Während Frau Jepsen durchaus eine angenehme, persönlich eher unaufdringliche Person ist, die hauptsächlich hinter den Kulissen wirkte, ist Frau Käßmann mediengeiler als 1000 Casting-Show-Kandidaten zusammen. 
Bei jeder noch so persönlichen Angelegenheit (Klimakterium, Ehekrach, Erkrankungen,..) rast Käßmann als erstes zur BILD-Zeitung, um ihre Unterwäsche möglichst öffentlich zu waschen. 
Undenkbar hingegen, daß Jepsen sich vor die Kameras drängeln würde, um die Öffentlichkeit von ihrem Nietnagel zu berichten.

Dafür ist Jepsen auch so gut wie vergessen und Käßmann everybodys darling, deren Namen sofort fällt, wenn es um öffentliche Pöstchen geht.

Gemeinsam ist ihnen beiden aber die geistige Inselverarmung, die sie zu Religioten macht.
Da redet man eben auch viel Unsinn.
Allerdings gehe ich mit den beiden ausgemusterten Oberhirtinnen darin konform, daß man mehr Bibel lesen sollte.
 Natürlich nur, wenn man über 18 ist.

Eine intensive Beschäftigung mit „Gottes Wort“ führt bei geistig normal Entwickelten unweigerlich zu Atheismus.

Praktischerweise kann man aus der Bibel aber auch je nach Bedarf alles und auch das diametrale Gegenteil herauslesen.

 So waren in der katholischen Kirche - gestützt auf die Bibel, die fordert, daß Bischöfe verheiratet sein MÜSSEN - tausend Jahre lang Priester auch Ehemänner.
 Als aber die Kirche immer reicher wurde und befürchtete Priester mit großer Kinderschar würden kirchlichen Besitz aus der Kirche hinaus vererben, las man kurzerhand das Gegenteil aus der gleichen Bibel. 
Nun mußten auf einmal Priester ehelos sein.

Inzwischen sind wir diverse Schismen weiter, haben außer Ratzinger noch eine Handvoll weiterer Päpste und zudem eine unüberschaubare Zahl weiterer Christlicher Kirchen, die alle ihrer eigenen Interpretation von „Gottes Wort“ frönen.

 Mal sind Schwule akzeptiert und werden Bischöfe, mal werden schon schwule Atheisten verflucht und verdammt.

 Mal hagelt es Kirchenstrafen, wenn nur darüber nachgedacht wird, daß auch eine Frau Priesterin werden könnte, mal steigen Bischöfinnen zu landesweiten Kirchenchefs auf.

Aber auch innerhalb derselben Kirchen ändern sich die unveränderlichen Dogmen natürlich mit dem Zeitgeist. 
So kämpften die Mormonen einst erbittert für die Polygamie und vertreten jetzt streng die Monogamie.
1954 forderte die deutsche evangelische Kirche, an einer »gewissen Entscheidungsbefugnis« des Vaters gegenüber der Mutter müsse »festgehalten werden«
Diesen Satz würde Frau Käßmann, die stets erklärt, sie halte am christlichen Leitbild der Ehe fest und sich dennoch im Jahr 2007 scheiden ließ, sicherlich nicht mehr unterschreiben.

Die Römisch-katholische Kirche hängt sklavisch an Zölibat und Misogynie (nur die Kombination aus beiden sorgt für stetigen Nachwuchs schwuler Priesteramtskandidaten) und läßt daher das Projekt Ökumene mit den fortschrittlicheren protestantischen Kirchen gegen die Wand fahren. 
Stattdessen bemüht sich Ratzi um Ökumene mit den erheblich konservativeren Christlichen-orthodoxen Kirchen, obwohl dort Priester und Diakone verheiratet sein dürfen.

Es gibt übrigens auch verheiratete katholische Priester - und zwar diejenigen, die vorher Anglikaner oder Protestanten waren und als verheiratete Geweihte konvertiert sind. In den Fällen erlaubt dann Ratzinger das, was partout nicht erlaubt sein darf.

Den rechten, deutschnationalen Katholiken, die sich stets darum sorgen das deutsche Volk (immerhin das bei weitem Zahlreichste in der EU!) stünde kurz vorm Aussterben, empfehle ich ökumenische Kontakte zu den Christen der Sekte Ziona Ka Pa, die zwar noch deutlichen Nachholbedarf bei der Missionierung hat, dafür aber mit riesigen Reproduktionsraten beeindruckt. 

Indien ist ohnehin das Christenreservoir der Zukunft. 
Viele aussterbende Klöster aus dem deutschen Sprachraum, füllen ihre Zellen schon mit indischen Mönchen und Nonnen auf.

Ziona Chana ist das geistige Oberhaupt der christlichen Sekte Ziona Ka Pa, was »Vater« bedeutet. Gegründet wurde die Glaubensgemeinschaft 1942 von Chanas Vater und dessen Bruder. Die Mitglieder leben weitgehend isoliert von der Außenwelt in dem Dorf Baktawng im indischen Bundesstaat Mizoram. Sie glauben daran, dass die Rückkehr Christi kurz bevorsteht und dass das Sektenoberhaupt regelmäßig mit Gott spricht. Polygamie ist erlaubt – tatsächlich hat aber in Baktawng außer Ziona Chana nur ein anderer Mann ebenfalls mehrere Frauen: sein ältester Sohn.

Das geistige Oberhaupt der gut 4000 Anhänger seiner christlichen Kirche lebt nur mit seiner eigenen Familie in knapp 100 Zimmern zusammen. 
Das ist weniger als der Papst hat, aber vor allem auch weniger Raum PRO PERSON, denn Zionas engste Familie besteht aus 181 Personen.
 Zu den 94 Kindern und 39 Frauen kommen 14 Schwiegertöchter und 33 Enkel.
 Im Gegensatz zu seinem Kollegen J.R. im Petersdom, hat sich Ziona die Anrede „Vater“ redlich verdient.

The sect called Ziona Ka pa or 'Father', believes in Kum sang rorel or the rule of one thousand years by Christ on earth as foretold in the Bible s Revelation chapter 20 and that they would be ruling the world with Christ soon.

Die Regeln der Ziona Ka Pa würden so manchen GOPer und CSU'ler erheblich das Leben vereinfachen.
Wären aber andererseits ein Problem für den Finanzminister, der das Kindergeld zusammenkratzen muß.

Wie so oft bei polygamen Gesellschaften gestaltet sich das Zusammenleben für die Frauen erstaunlich angenehm.  („Meine Frauen sind wie Schwestern zueinander, da gibt es nie Streit. Sie wissen, dass das meine Gefühle verletzen würde.“) 
Sie teilen sich die Arbeit und müssen auch nicht so oft ihren ehelichen Pflichten nachkommen. („Jeden Morgen bestimmen meine älteren Ehefrauen, wer am Tag was machen muss, wer also kocht, wer putzt, wer abspült. Und so wird‘s dann gemacht.“)

Nur beim Zählen der Kinder herrscht offenbar etwas Verwirrung, denn es existierten Berichte mit sehr unterschiedlichen Zahlen.
 Laut vaphual.net hatte der potente Sektenchef schon vor zwei Jahren 109 leibliche Kinder.

 Amazing but true! A family of 180 members in Mizoram makes one complete village and perhaps the largest family in the world. Welcome to Baktawng, 90 km north of state capital Aizawl, for a taste of incredible India.    In the quiet Mizo hamlet, 64-year-old patriarch Ziona presides over 180 members, including his scores of wives and over a hundred children. Ziona, who married 50 times and fathered 109 children, is the self-styled chief of Baktawng, a village ringed by verdant hills.   “Yes, Ziona heads the village. His family could be the largest family in the world,” said Mizoram Home Minister Tawanluia.     The “villagers” said Guinness Book of World Records officials recently tried to put Ziona into their records for getting married the highest number of women. But the effort went in vain because he refused to pose for a photograph.

Beim Poppen wird übrigens  - ganz christlich - kein Samen verschwendet, da Ziona Chana stets seine jüngsten Frauen bevorzugt.

 Er stellt allerdings klar, daß Sex selbstverständlich nicht seine Antriebsfeder ist.

Eines muss ich hier klarstellen: Ich heirate nicht allein, um Sex zu haben. Meine Frauen schlafen in großen Sälen, die jüngste am nähesten bei mir, die älteste am weitesten weg. Wenn ich mit einer Frau intim werden will, frage ich tagsüber meine älteste Frau, und die wiederum fragt dann die jüngeren. Sie sagt ihnen, dass ich die Nacht mit ihnen verbringen will – und im Normalfall sagen sie Ja. Wenn nicht, respektiere ich das. Ganz allein schlafe ich aber fast nie.

Wie praktisch…..

Donnerstag, 15. März 2012

Auf dem Land leben.



Einige mögen Berge, einige mögen lieber Meer.
Ich finde, das eine schließt das andere nicht aus - würde aber für mich selbst immer einen Wohnort in Küstennähe bevorzugen, weil der Blick auf das Meer grundsätzlich das Gefühl der Beengung nimmt.

Mag es auch noch so ein kleines Nest sein; man ist immerhin irgendwie mit dem Rest der Welt verbunden.
 Blöd sind allerdings die elende Fischfresserei und die unweigerlich auftauchenden Urlauber, die sich bei Temperaturen über 15°C sofort entblättern und ihre welken Körper ins Wasser halten. 

In den Bergen hat es dafür den unerträglichen Skitourismus samt Anziehungskraft auf Schickimicki-Touristen, Après-Ski-Klischees, gerne mal latent verblödete Inzest-tolerierende Ureinwohner und weit verbreitet konservativ-religiöse Grundeinstellungen.

Ideal ist das alles nicht.

Die kleine, 27.000 Einwohner zählende Stadt Nordenham stelle ich mir aber durchaus liebenswert vor. Sie gehört in die Region Oldenburg, liegt also an der Wesermarsch und somit am „richtigen“ Meer, der Nordsee. 
Nichts gegen die deutsche Alternative, die Ostsee, aber irgendwie schockt das da nicht so richtig. 
Es gibt keine Gezeiten und riecht auch noch nicht mal richtig nach Meer, weil der Salzgehalt so gering ist.

Nordenham aber klebt genau gegenüber von Bremerhaven im Marschland. Also ganz günstig gelegen. Küste, schön ruhig, aber Bremen ist immer in Reichweite, wenn man mal was aus der Zivilisation braucht.

Da es in Nordenham noch sehr viele Industriearbeitsplätze gibt, ist die politische Landschaft eher links gefärbt - mit ein paar Ausrutschern nach ganz rechts. 
Der zur Zeit glücklicherweise tote NPD-Großszampano Jürgen Rieger stammt aus dem Nordenhamer Stadtteil Blexen.

Bei den Bürgermeisterwahlen von 2008 gewann mit fast 60% der Sozi Hans Francksen und auch im Stadtrat dominiert die SPD deutlich mit 17 Sitzen vor der CDU mit 9 Sitzen und den Grünen mit 4 Sitzen.
 Ähnlich wie in der roten Hochburg Hamburg, gab es aber auch mal einen CDU-Ausrutscher.
 Mit den zu erwartenden Resultaten:

Der 2003 gewählte Vorgänger Dr. Georg Raffetseder (CDU) wurde am 19. Juli 2007 vom Landgericht Oldenburg wegen versuchter Erpressung und Bestechlichkeit zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf zwei Jahre Bewährung verurteilt. Im Zuge dieser Vorgänge wurde er im April 2007 suspendiert und am 14. Oktober 2007 bei einem Bürgerentscheid mit 93,6 % der Stimmen (bei 46 % Wahlbeteiligung) abgewählt, noch bevor sein Revisionsantrag beim Bundesgerichtshof (Az.: 3 StR 480/07) schließlich abgelehnt wurde.
Ebenfalls typisch für die Küste:
 Mäßiger Kirchgang. Wenig Katholiken, diverse Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden.
Auch dort geht alles seinen ganz üblichen gemächlichen Gang:

Wie geht das? In unserer Kirche normalerweise so: wir werden als Kinder getauft, bekommen Patinnen und Paten an die Seite gestellt, die uns mit dem christlichen Glauben bekannt machen, dann folgt mit Beginn der siebten Klasse der Konfirmandenunterricht und mit 14 die Konfirmation.
Es geht aber auch anders. Manchmal kommen Erwachsene zu uns und möchten getauft werden. Nun haben einige Erwachsene angefragt, die getauft sind aber sich nachträglich konfirmieren lassen möchten.
Woher bekommen sie Orientierung, ohne Paten und Konfirmandenunterricht? Wir bieten für diese Gruppe von Erwachsenen, die sich taufen oder konfirmieren lassen möchten ab Mai Glaubenskurse für Erwachsene an. Alle Pastorinnen und Pastoren aus Nordenham und Blexen werden je eine Einheit übernehmen.

Wer sich erst als Erwachsener zu Taufe und Konfirmation durchringt, muß aber auf einen besonderen kirchenmusikalischen Service verzichten, der nur Kinder vorbehalten ist; nämlich das Durchgefickt-werden.

In der Nordenhamer Kirchengemeinde Blexen war es ein 45-jähriger Kirchenmusiker, der in den letzten drei Jahren mindestens 20 Mal kleine Jungs vergewaltigt hat.

Ein Mann, der sooooo nett war; "ein lieber Kerl einfach"!

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet. In mindestens 20 Fällen soll sich der Mann an drei Jungen vergangenen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat er die Taten gestanden, die ihm vorgeworfen werden. "Wir sind alle völlig fassungslos", sagte Gemeindepastor Hartwig Dede. Der 45-Jährige sei sehr engagiert gewesen. "Ein lieber Kerl einfach", so zumindest dachte Dede über den Mann, bis die Eltern Anzeige bei der Polizei erstatteten und die Ermittlungen am Montag begannen. Zuvor habe es keinerlei Anhaltspunkte für einen Verdacht gegeben, sagte Dede.
 […] Erst im vergangenen Oktober war in der oldenburgischen Kirche ein ehemaliger Küster aus Wilhelmshaven wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk sicherte den Opfern über die Polizei die Hilfe der Kirchengemeinde und des Oberkirchenrates zu.
Im Gegensatz zu Atheisten und Konfessionslosen können sich Berufsreligioten immer noch nicht vorstellen, daß sowas überhaupt vorkommt und sind total überrascht.

"Bis gestern war er für mich ein Mitarbeiter, wie man ihn sich nur wünschen kann", sagte der sichtlich bewegte Pastor. Die Gemeinde stehe unter Schock. Es habe zuvor keinerlei Anhaltspunkte für einen Verdacht gegeben. "So etwas haben wir uns von ihm nie, nie vorstellen können."
(Welt 14.03.2012)