Dienstag, 28. Juli 2020

Nie um eine Ausrede verlegen.


Der Trump-Fan Ted Yoho, 65, sehr religiöser republikanischer Abgeordneter aus Florida im US-Repräsentantenhaus seit 2012, beleidigte am 21.07.2020 die 30-Jährige Alexandria Ocasio-Cortez, demokratische Kongressabgeordnete für die südliche Bronx und das nördliche Queens auf den Stufen des Kapitols in Anwesenheit von Reportern derart unflätig, daß er nach einer jetzt schon legendären zehnminütigen Replik der Angegriffenen inzwischen erklärte nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten.


Entlarvend war, daß Yoho nicht etwa Ocasio-Cortez um Entschuldigung bat. Oder den Kongress, seine Partei, die weiblichen Abgeordneten, seine Wähler.

Nein, er wies daraufhin sehr fromm zu sein, verheiratet zu sein und Töchter zu haben. Mit seiner Familie als Schild darf man das. Family Values.
Das ist die klassische „wir sind besser als die“-Einstellung aller Voll-Religioten: Ich bin Gottes Liebling, ich habe eine höhere Moral, ich bin mehr wert als die anderen, ich darf mir das rausnehmen.

Daher ist es nur zu natürlich, daß erst recht die religiösen Führer selbst aus ihrer gefühlten moralischen Überlegenheit heraus nicht fähig sind Reue zu empfinden und ihre Opfer nur verachten.

Kleriker, Kirchenfürsten, Priester, Geistliche, die überführt wurden Minderjährige oder Schutzbefohlene sexuell zu missbrauche zeigen statt Reue oder Mitgefühl für ihre Opfer daher erst einmal eine sensationelle Ausrede.

Zehn Beispiele.

1. Die Kardinal Groër-Ausrede.

Der Österreichische Oberkatholik Hans Herrman Groër (1919-2003) hatte nicht nur über Jahrzehnte kontinuierlich kleine Jungs missbraucht; sein Verhalten war auch stadtbekannt.

(…..) In Wien war es über lange Jahre der Primas selbst, der ganz offen kleine Jungs sexuell bedrängte.
„S’Hosentüarl zu - wir ham Religion“ raunten sich die Schüler gegenseitig zu, wenn der spätere Kardinal Groer den Klassenraum betrat.
Geändert hat er sich nie - noch als Greis griff er beherzt sogar komatösen Jungs im Krankenhaus an den Schniedel.
Es wunderte wenig, daß Groers wortgewaltigster Verteidiger, Bischof Kurt Krenn, Jahre später selbst darüber stolperte, daß sein Priesterseminar in St Pölten offenbar nur ein getarnter Homo-Puff war. (….)

Als die Groër-Verbrechen offiziell wurden, zeigte er sich zu seiner Entschuldigung von seiner frommsten Seite.

[…..] Sofort nach Bekanntwerden der Anschuldigungen Hartmanns begann Kardinal Groer streng zu fasten, ansonsten hüllte er sich in Schweigen.
Bischöfliche Fürsprecher ergriffen für ihn das Wort, denunzierten den Ankläger als "sehr kranke Seele" und wiesen alle Attacken auf den Kardinal energisch zurück. Im Wiener Stephansdom fanden sich mehrere hundert Gläubige ein, zur abendlichen Andacht für den geprüften Oberhirten. Groer betete mit ihnen den schmerzhaften Rosenkranz und verabschiedete sich mit einem innigen "Maria mit dem Kinde lieb". [….]

2. Bischof Alvarez-Ausrede

Bernardo Álvarez Afonso (*1949) römisch-katholischer Bischof von San Cristóbal de La Laguna erklärte kurzerhand die Opfer zu den eigentlichen Tätern; sie würden die frommen Geistlichen dazu provozieren sie zu vergewaltigen.

Bishop Alvarez said that there are children who want to be abused:

3. Erzbischof Carlson-Ausrede

Robert James Carlson (*1944) emeritierter römisch-katholischer Erzbischof von Saint Louis erklärte, er habe gar nicht gewußt, daß es illegal ist Kinder sexuell zu missbrauchen und Unwissenheit schütze vor Strafe.

[….] The St. Louis archbishop embroiled in a sexual abuse scandal testified last month that he didn’t know in the 1980s whether it was illegal for priests to have sex with children, according to a court deposition released Monday.
Archbishop Robert Carlson, who was chancellor of the Archdiocese of Minneapolis and St. Paul at the time, was deposed as part of a lawsuit against the Twin Cities archdiocese and the Diocese of Winona, Minnesota. […..]

4. Die Kardinal Pell-Ausrede

Der zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte ehemals dritthöchste Geistliche der 1,3 Milliarden Katholiken ließ durch seinen Anwalt erklären, der Geschlechtsverkehr mit den minderjährigen Messdienern habe nur wenige Minuten gedauert – das zähle nicht.

(……)  Pells Anwalt erklärte die Unschuld seines Mandanten mit der Dauer des Analverkehrs. Der habe nur sechs Minuten angehalten und sei damit juristisch nahezu irrelevant: „plain and vanilla penetration sex“!

Ein paar Messdienern mal seinen Penis in den Mund zu schieben, konnte er sich da wohl erlauben – so glaubte Pell.
 Gleich mehrere erzkonservative Ex-Premierminister standen in seiner Gerichtsverhandlung als Leumundszeigen da und der mächtige Papst beließ ihm demonstrativ sein rotes Kardinalshütchen – als Ausweis seiner allerhöchsten Würde derjenigen, die den Stellvertreter Gottes auswählen und durch die der Heilige Geist spricht.
So einer kann ja schlecht in den Knast kommen, befand Pell selbst, zumal er ja gar keine Kinder missbraucht hatte und unschuldig ist.
Außerdem hat er die Kinder, die er gar nicht missbraucht hat, laut seines Anwaltes nur sechs Minuten missbraucht.

(….) Nein, nein, nein, George Pell AC, 77, Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche, ehemaliger Erzbischof von Melbourne, ehemaliger Erzbischof von Sydney, ehemaliges Mitglied des Päpstlichen Kardinalsrats, Kardinalpriester der Titelkirche Santa Maria Domenica Mazzarello, langjähriger Großprior der Ordensprovinz Australien-New South Wales des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Generalkaplan im Großpriorat Australiens, Träger des Lazarusordens und des kirchlichen Großkreuzes des Verdienstordens des Heiligen Lazarus, der hochrangigste australische Katholik aller Zeiten, ist unschuldig, hat keine Kinder vergewaltigt und ist nur Opfer einer linken Hetzjagd!
So tönen heute seine Fans – darunter der allmächtige Rupert Murdoch, Executive Chairman der News Corp (Fox News) und gleich mehrere australische ehemalige Premierminister.

 
Gottes Top-Mann beharrt vehement auf seiner völligen Unschuld und von „sexuellem Missbrauch“ oder „Vergewaltigung“ kann gar nicht die Rede sein, weil es nämlich nur „plain and vanilla penetration sex“ mit einem 12-Jährigen und einem 13-Jährigen war. Nur sechs Minuten lang erzwang Pell den Analverkehr, wie sein Verteidiger Robert Richter beschwichtigend erklärte.

Wo ist also das Problem?
Und dafür sechs Jahre Haft? Für sechs Minuten? Ist ja unverschämt, tobt die gesamte austro-amerikanische konservative Medien- und Politlandschaft. (…..)

5. Die Küng-Ausrede.

Klaus Küng (*1940), emeritierter Opus Dei-Bischof der Diözesen Feldkirch und St. Pölten, der auch Medizin studierte, verabreichte Seminaristen heimlich K.O.-Tropfen, versuchte diese dann sexuell zu missbrauchen, um dadurch festzustellen, ob diese heimlich schwul wären – und Schwule hasst der Altbischof wie die Pest.

[…..] Doch das Gespräch verlief für den jungen Mann anders als erwartet. Schließlich erlitt er in der für ihn außerordentlich belastenden Situation beim Verlassen des Bischofshauses einen Kreislaufkollaps. Der Bischof (er studierte auch Medizin) ließ ihn dann auf ein Sofa im Bischofshaus zurückbringen und verabreichte ihm ein Medikament. Wie eine Laboruntersuchung später zeigte, handelte es sich dabei um ein rezeptpflichtiges, medizinisch nicht indiziertes Medikament (Benzodiapezin, welches sedierend und hypnotisch wirkt).
Bischof Küng habe dann alle anwesenden Personen aus dem Raum geschickt und soll begonnen haben, den Priester unsittlich zu berühren. Der Bischof soll ihm, während er den Priester am Rücken und im Gesäßbereich streichelte, immer wieder gesagt haben "Fügen Sie sich, fügen Sie sich, dann wird alles wieder gut." Küng, er gilt auch als prominentes Mitglied des Opus Dei, soll dabei erregt gewesen sein.
[….]

6. Die Maciel Degollado-Ausrede

Marcial Maciel Degollado (1920-2008) kopulierte über Jahrzehnte regelmäßig mit kleinen blonden Jungs, die ihm seine Legionäre weltweit suchten und zuführten.
Als Begründung gab er eine päpstliche Sondererlaubnis zur Behebung eines schmerzhaften Samenstaus im uro-genitalen Bereich an.

(…..)  Die Rede ist, mal wieder, von den Legionären Christi, LC, die römisch-katholische Kongregation päpstlichen Rechts und ihrem legendären Gründer Marcial Maciel Degollado.

Kinderfickende Nazis ersetzten auf Geheiß Woytilas und Ratzingers die verhassten südamerikanischen „Befreiungstheologen“, die sich für die Armen einsetzen und den faschistischen Mörder-Diktatoren kritisch gegenüberstanden.
Der Priester Maciel Marcial Degollado, (1920–2008), Chef der LC und Multimillionär war der erklärte Liebling des Papstes Johannes-Paul II.
Da er sagenhafte Summen in die Kasse der RKK spülte, drückte der Wächter der Glaubenslehre Ratzinger alle Augen zu.
Maciel Marcial Degollado hatte mindestens fünf Kinder von zwei Frauen und vergewaltigte darüber hinaus mehrere Dutzend (bis zu 100) Jungs.
Die Vorgehensweise war laut STERN immer gleich:

Vater Maciel rief die ca 12-Jährigen Jungs zu sich, klagte über „schmerzhaften Samenstau in den Hoden“, müsse sich zur Abhilfe masturbieren lassen und dabei auch Kinder penetrieren.
Er erklärte dazu, er habe eine persönliche Erlaubnis von Papst Pius XII „die Schmerzen im uro-genitalen Bereich“ derart zu behandeln.
Hochwürden Samenstau bevorzugte dabei blonde und hellhäutige kleine Jungs, die ihm seine „Legionäre“ weltweit suchten und zuführten.
Seit 1976 wurden Berichte über diese Kindesvergewaltigungen nach Rom geschickt.
Man hielt dort immer die schützende Hand über Maciel.
JP-II ("Maciel ist ein vorbildlicher Priester") würdigte ihn 2004 mit einem Empfang im Petersdom, Ratzinger stellte die Untersuchungen gegen ihn bereits 1999 ein.

Dokumente aus den Vatikan-Archiven belegen laut AP, dass der Heilige Stuhl schon in den fünfziger Jahren Beweise hatte, wonach Maciel drogenabhängig und pädophil gewesen sein soll. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge ermittelten damals drei sogenannte Visitatoren, das Ergebnis sei jedoch bis heute nicht veröffentlicht worden. 1998 sollen sogar einige seiner Opfer Anzeige erstattet haben.    Doch Papst Johannes Paul II. verband eine enge Freundschaft mit Maciel, die sich seit dem ersten Zusammentreffen im Januar 1978 entwickelt hatte. Der Papst verehrte den Mexikaner, führte ihn gern als Vorbild an und widmete ihm noch 2001 eine Festmesse auf dem Petersplatz.

Der gegenwärtige Papst, der im Bundestag mit standing Ovations bedacht wurde, ist der Beschützer eines der perfidesten pädosexuellen Gewalttäter.
 Die seit Dekaden bekannten Untersuchungsergebnisse über den brutalen Päderastensumpf seiner Legionäre hält Ratzinger bis heute unter Verschluß.

Tatsächlich aber hatten zehn Opfer, die von Marcial Maciel in den 50er-Jahren im römischen Seminar missbraucht worden waren, den Vatikan schon vor 30 Jahren verständigt. Seit 1983 war auch Papst Johannes Paul II. über die Missbräuche informiert. Doch er schätzte den Ordensgründer und lobte noch 1994 öffentlich dessen «effiziente Führung für die Jugend». 1997 sagte die Gruppe der zehn Opfer vor den Medien, Maciel habe Hunderte Knaben missbraucht.
Ein Jahr später erhob die Gruppe Anklage gegen Maciel bei der Glaubenskongregation, die unter Kardinal Ratzinger für alle schwerwiegenden Missbrauchsfälle in der Kirche zuständig war. Ratzinger aber war nie bereit, die Gruppe der Opfer anzuhören und gegen Maciel etwas zu unternehmen. Worauf sich die Gruppe 2002 bei der UNO Gehör verschaffte und im Genfer Palais des Nations die Medien über die Untätigkeit der Glaubenskongregation informierte.
(Tagesanzeiger 02.05.2010)

Ratzinger führt also die Tradition seines Vorgängers fort und ermutigt die Legionäre geradezu weiterhin Kinder zu ficken und zu quälen. Rom weiß schließlich Bescheid und hat noch nie etwas unternommen.

Im Gegenteil, mit der Rapid-Seligsprechung des größten Marcial Maciel Degollado-Fans Woytila, hat Ratzinger noch mal unterstrichen, daß er fest an der Seite der Sextäter steht und nicht an die Opfer zu denken gewillt ist.
 Sein ganzes Mitgefühl gilt nur den LC. Er ernannte nach Maciels Tod 2008 einen neuen Chef und ließ mitteilen Benedikt XVI. werde den Ordensmitgliedern "auf dem Weg der Reinigung" beistehen und sie nicht alleinlassen.

7. Degenhardt-Ausrede

Für Johannes Joachim Kardinal Degenhardt (1926-2002), den langjährigen Erzbischof Paderborns, waren die Mütter der Kleinkinder schuld, wenn diese von den Vätern missbraucht wurden.

(…..) Die moralisch verwerflichste Form des Indiviuums war wohl der deutsche Kardinal Degenhardt, der den Müttern eine Mitschuld zuschob - denn wenn sie überhaupt einen nackten Kinderkörper den Ehemännern zugänglich machten, wäre es verständlich, daß sie ihren Begierden nicht widerstehen könnten.
Damit offenbart der Kirchenfürst, daß seiner persönlichen Ansicht nach jeder Mann ein potentieller „Kinderschänder“ (in diesem Fall tatsächlich Pädophiler) sei. (…..)

8. Die Mixa-Ausrede

Walter Johannes Mixa (*1941) emeritierter römisch-katholischer Bischof von Eichstätt und Augsburg, von 2000 bis 2010 katholischer Militärbischof in Deutschland war der erklärte Liebling Joseph Ratzingers und wurde symbolträchtig seine erste große Beförderung des Pontifikats.
Mixa, der heute bei der AfD auftritt war damals schon als berüchtigter Prügel-Bischof bekannt, der bereits als Pfarrer systematisch in katholischen Kinderheimen auftauchte, um dort kleine Kinder brutal zu schlagen.
Darüber hinaus stellte er auch seine Seminaristen sexuell nach.
Aber, so seine Ausrede, dies wären ohnehin alles „Lustmolche“ und er handele nur „im Überschwang der Gefühle“.

(…..) Der Bischof und seine "Lustmolche" (=Kaplane und Priester)
Brisant ist vor allem ein wiedergegebener Dialog aus einem Urlaub des Bischofs, unter anderem mit einem jungen Priester.
Das Gespräch soll so verlaufen sein:

Daraufhin habe der Bischof geantwortet, dies sei im Überschwang der Gefühle geschehen.

Er, Mixa, habe es gebeichtet. Den ganzen Urlaub über soll es immer wieder Streit gegeben haben, weil der Mann sich von Mixa bedrängt fühlte.

Einer der beiden jungen Priester hat angegeben, dass Mixa, der damals Stadtpfarrer in Schrobenhausen war, an einem Morgen nach dem Übergriff erst zur Beichte gegangen sei, bevor er die Messe gefeiert habe. Im Zuge der Ermittlungen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten sei zudem ans Licht gekommen, dass Mixa Geld an eine Person in Rom gezahlt hatte, die im Rotlichtmilieu verkehrte. Die Akte soll am 27. April an Jean-Claude Périsset, den päpstlichen Botschafter in Berlin, gegangen sein und von dort in den Vatikan. Das Dossier soll zusammen mit den zuvor bekannt gewordenen Vorwürfen, Mixa habe ehemalige Heimkinder geschlagen, den Ausschlag dafür gegeben haben, dass der Papst Mixas Rücktritt zugestimmt hat.
(TS) (….)

9. Die Bergoglio-Ausrede.

Papst Franziskus (lateinisch Franciscus PP.; bürgerlicher Name Jorge Mario Bergoglio SJ (*1936), seit dem 13. März 2013 der 266. Bischof von Rom und damit Papst, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und Souverän des Vatikanstaats weiß auch, daß seine Kirchenfürsten gern männliche Jugendliche vergewaltigen.
Aber das ist natürlich nicht ihre Schuld, sondern sie sind dabei Opfer Satans.

[……] «Priester, der Kinder missbraucht, wird zum Werkzeug Satans»
In seiner Abschlussrede der Missbrauchskonferenz macht Papst Franziskus Versprechungen ohne konkreten Inhalt. Bei Opfern und Experten löst die Rede Empörung aus.
[……] Papst Franziskus hat den sexuellen Missbrauch von Kindern mit heidnischen «Menschenopfern» gleichgesetzt. [……] Ein Priester, der Kinder missbrauche, werde «zu einem Werkzeug Satans».
[……] Bei Opfern und Experten löste die Rede Empörung aus. Sie fordern zum Beispiel, dass Vertuscher und Täter konsequent aus dem Klerikerstand entlassen werden oder dass die Machtstruktur und die Männerbünde in der Kirche diskutiert würden. Hinter diesen hohen «Anstatt konsequent aus der Opferperspektive die Verantwortung der Kirche zu benennen, (war es) routiniertes und uninspiriertes Abspulen von Selbstverständlichkeiten», sagte Thomas Schüller, Direktor am Institut für Kanonisches Recht an der Universität Münster. Die Rede sei «ein Fiasko» gewesen. [……]  

10. Die William W.-Ausrede

Der New Yorker Pfarrer W. hatte mehrfach Fellatio, gelegentlich auch Cunnilingus an seinen Gemeindemitgliedern vollzogen. Nicht etwa weil er gern an Penissen leckte, sondern weil er dadurch die Dämonen der Besessenen per Blowjob aus ihren Körpern saugen wollte.

[….] Ein presbyterianischer Pfarrer aus dem US-Bundesstaat New Jersey muss sich wegen eines ungewöhnlichen Dämonen-Exorzismus vor Gericht verantworten: Der 69-jährige William W. aus der eine halbe Autostunde von Manhattan entfernten 40.000-Einwohner-Stadt Linden wird von mehreren Gläubigen beschuldigt, an ihnen während einer Beratung Oralsex vollzogen zu haben. Als Vorwand für den sexuellen Übergriff habe er angegeben, Dämonen heraussaugen zu wollen. Dabei habe er sich auf Rituale der amerikanischen Ureinwohner und auf den Epheser-Brief im Neuen Testament berufen ("Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt").
Drei männliche Gemeindemitglieder und eine weibliche Diakonin haben laut US-Medienberichten bei einem Gericht im Bezirk Middlesex Anzeige gegen den Pfarrer, die Diözese und die "Presbyterian Church (USA)" gestellt. Ein weiterer Mann klagte in einem Nachbarbezirk.
Die Männer berichten übereinstimmend, dass sie den Pfarrer um Lebenshilfe gebeten hätten und er ihnen dann bei einem Einzeltreffen erklärt habe, sie sollten sich nackt ausziehen und hinlegen. Dann habe er eine "Engelsmünze" auf ihre Stirn gelegt und ihnen gesagt, sie sollten weitere Steine auf ihren Händen und Füßen balancieren, während er durch Oralsex die Dämonen aus ihrem Körper sauge.
[….]

Die frommen Herren sind also alle recht kreativ bei ihren Ausreden.
Nur ernsthafte Reue, die Übernahme eigener Verantwortung und Scham gegenüber ihren Opfern findet man selten.

Montag, 27. Juli 2020

Politisch nicht korrekt.


Es gibt viele Dinge, über die man sich im täglichen Smalltalk stundenlang beklagen kann. Das Wetter, die Politiker, den HSV, nervige Radfahrer, rücksichtslose Hundehalter, anstrengende Vermieter, viel zu laute Motorradfahrer, Falschparker, Paketboten, Smombies.

Aber es gibt auch Tabus; dazu gehören insbesondere Kleinkinder. Niemand schimpft öffentlich über die penetrante Lautstärke der kleinen Racker.
Und falls es doch einmal jemand wagt, sich gegen den Höllenlärm aus einer KITA auszusprechen, folgt sofort der öffentliche Bannstrahl. Lokaljournalisten rücken an, um einen an den Pranger zu stellen und auf der Social-Media-Ebene schwillt er Recht ein Shitstorm an.

„Du warst wohl nie ein Kind!“
-      Äh, doch, selbst ich war mal ein Kind. Aber ein Ruhiges. Damals habe ich nicht den lieben langen Tag in der Öffentlichkeit geschrien wie am Spieß, weil meine Mutter ohnehin nur am Handy klebte und mich ignorierte.

Auf politischer Ebene lautet das entsprechende Mantra „Familie“.
Wenn der Begriff politisch oder gar religiös verwendet wird, schrillen bei mir alle Alarmglocken, weil es dann garantiert ideologisch und irrational wird.
Meist sollen damit Teile der Gesellschaft ausgegrenzt werden. „Family Values“ ist der Schlachtruf der konservativen US-Amerikaner, wenn sie gegen LGBTIQ zu Felde ziehen. Als ob Schwule und Lesben keine Familien hätten!
Die haben genauso Geschwister, Eltern, Cousinen, Tanten und Onkel wie jeder andere auch.
Der deutsche Staat kennt hunderte familienpolitische Leistungen, die zusammengerechnet zwar den EU-weit größten Prozentsatz an „Familienförderung“ ergeben, aber dennoch verrottete Grundschulen, baufällige Kitas und Millionen Kinder unter der Armutsgrenze hinterlassen.
Die Gründe kann ich schon seit Jahrzehnten singen: Das meiste Geld kommt bei steinreichen Familien oder gar Kinderlosen an, die gar keine Unterstützung bräuchten. Das ist das Wunder des Ehegattensplittings, das steinreichen Menschen ohne Leibesfrüchte die dicksten familienpolitischen Leistungen zuschanzt.
Hinzu kommen die Gießkannen-Leistungen wie Kindergeld, die ebenfalls an alle Millionärinnen in den Vorortvillen verteilt werden.

Seit Jahrzehnten ist aber keine wie auch immer gefärbte Regierung in der Lage diesen unfassbaren Unsinn abzuschaffen, weil die Superreichen, die am meisten profitieren die stärkste Lobby haben.

Tatsache ist aber, daß die familienpolitischen Leistungen des Staates dringend gekürzt werden müssen. Selbst wenn der Kuchen insgesamt deutlich keiner ist, wäre noch genug übrig, um das Geld zu den Familien zu leiten, die es auch wirklich benötigen.
Aber auch das klappt offenbar nicht.
Also spricht man seit mindestens zwei Jahrzehnten mit Tränen in den Augen von den „Alleinerziehenden“, die es finanziell so schwer haben.
Das ist eine Binse. Kinder sind ein sehr teurer Luxus und wenn man statt zwei potentiellen Verdienern nur noch einen hat, fehlt die Hälfte des Geldes.

Im Bundestagswahlkampf 1990 musste sich SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine bei einer RTL-Zuschauerdiskussion ernsthaft den Vorwürfen einer alleinerziehenden Mutter von elf Kindern stellen, die den Kontakt zu einem halben Dutzend Vätern abgebrochen hatte. Sie wollte wissen wie sie unter SPD-Regierung bessergestellt wäre und ob sie dann endlich ihre gewünschte 12-Zimmerwohnung bekäme; sie wünsche sich für jedes Kind ein eigenes Zimmer.
Lafontaine blieb cool, rechnete die im SPD-Programm versprochenen Leistungen zusammen und niemand stellte die offensichtliche Frage laut:
„Mädel, ist dir nach neun, oder zehn Kindern ohne Vater nicht mal eingefallen zu verhüten?“
Man kann die Frage auch nicht stellen, weil man dumme Mütter oder dumme Väter mit viel zu vielen Kindern, die sie sich nicht leisten können, nicht sanktionieren darf. Dies träfe schließlich die Kinder und die können erstens nichts dafür und werden zweitens als Erwachsene erst Recht ein Kostenfaktor für den Staat, wenn sie arm und bildungsfern aufwuchsen.
Daher ist es auch müßig die „Schuldfrage“ zu stellen:
Hat eine Alleinerziehende fünf Kinder, weil sie völlig verantwortungslos ist und ohne nachzudenken mit jedem poppt?
Oder hatte sie sich vielleicht die perfekte Beziehung aufgebaut, alles geplant, mit einem liebevollen Partner/Partnerin Wunschkinder bekommen, aber der/die Partner/in starb tragisch/unvorhergesehen?
Der Staat darf nicht moralisieren, weil die Kinder nun mal da sind.

Ich sehe das ein. Der Staat kann und soll also nicht an Sozialleistungen, die Kindern zu Gute kommen sparen.

Aber es ärgert mich, daß die vielen so viel vernünftigeren Menschen, die sich vielleicht auch Kinder wünschen, sie aber nicht bekommen, weil sie zu dem Schluss kommen nicht die finanzielle/emotionale/soziale Stabilität bieten zu können, in der politischen Diskussion immer unter den Tisch fallen.
Und was ist erst mit so vernünftigen Menschen wie mir, die als Antinatalisten aus prinzipiellen moralischen Erwägungen nicht noch mehr Ressourcen-verbrauchende Menschen in eine hoffnungslos überbevölkerte Welt setzen?
Wir Kinderlosen bezahlen die vielen staatlichen Leistungen von Kindergeld über Kitas, Lehrergehälter, Gymnasialausstattungen, Universitäten, die wir alle selbst nie in Anspruch nehmen.

Vor ein paar Tagen bekam ich die gefühlt zehnte Mitgliederbefragung von Lars Klingbeil zugeschickt.
Meine Partei, die SPD, ist schließlich unter Nawabo-Esken „eine Mitmach-Partei“ geworden. Daher müssen/sollen/dürfen die einfachen Mitglieder nun an der programmatischen Erneuerung mitwirken.
Seitenweise klickte ich mich durch ein Dickicht sozialer Wohltaten. Kinder, Kinder, Alleinerziehende, Kinder, Familien, aber insbesondere die Alleinerziehenden, Kinder, Familien.
Mir liegen rein zufällig darbende Senioren unter der Armutsgrenze, die sich ihr karges Leben kaum leisten können, zu städtischen Tafeln gehen müssen und als Ü80er noch Zeitungen austragen oder putzen gehen, weil die Rente nicht reicht, mehr am Herzen als junge Mütter, die ja immerhin in Regel physisch fit sind.
Am Pflegenotstand ändert sich aber auch nie etwas.
Man soll nicht Bedürftige gegeneinander ausspielen, aber Kinder haben wenigstens noch Hoffnung, daß es besser wird, sie sind sichtbar und haben Perspektiven.
Eine demente 91-Jährige im Pflegeheim, die von überarbeiteten Pflegern grob misshandelt, fixiert und sediert wird, in ihren eigenen Exkrementen liegen muss, hat hingegen keinerlei Perspektive. Ab da wird es nur noch schlimmer und sie lebt außerdem weit außerhalb des öffentlichen Fokus.

Ich frage mich, ob diese Fixierung aus Familie, Kinder und Alleinerziehende so schlau ist von der SPD.
In Städten wie Hamburg sind schon über 50% der Wohnungen Singlehaushalte.
Nur in 18% der Hamburger Haushalte leben überhaupt Kinder.
Dafür daß also in 82% der Hamburger Wohnungen gar keine Kinder leben, ist der Kinder-Lobbyismus also extrem überproportional entwickelt.

Ich habe es satt, daß Single-Haushalte in dem Parteiprogrammteil über soziale Wohltaten gar nicht vorkommen.
Wir leben nachhaltiger, verbrauchen weniger klimaschädliche Ressourcen und ich behaupte, daß wir auch sozialer engagiert sind.
 Seit vier Dekaden halte ich mich regelmäßig in Alten- und Pflegeheimen auf. Dort kümmern sich die Angehörigen, die selbst keine Kinder haben. Wer Kinder hat, verfügt schließlich immer über die Generalentschuldigung keine Zeit für Oma und Opa zu haben.
Singles sind in der Flüchtlingshilfe engagiert, arbeiten für Umweltschutzprojekte, sammeln Plastikmüll am Strand, kaufen für kränkliche Nachbarn ein.
Dafür wollen wir kein Geld haben, verlangen nicht etwa ein monatliches Singlegeld – dabei tun wir überproportional viel für den Konsum, weil unsere Lebensunterhaltskosten pro Kopf deutlich höher sind, als in Mehrpersonen-Haushalten.
Es wäre nur ganz schön, wenn in einem Parteiprogramm auch mal erwähnt wird, daß wir, die Mehrheit der Haushalte, überhaupt existieren.
Über 50% der Haushalte können schließlich nicht alle FDP wählen.

Sonntag, 26. Juli 2020

Fest im Sattel


Die mächtigsten Menschen der Welt sind alle in irgendeiner Weise von dem Corona-Virus bedroht.
Bolsonaro ist selbst infiziert, Johnson sogar fast an Covid19 gestorben und ihre besten Kumpel müssen zu drastischen Mitteln greifen, um von ihrem desaströsen Krisenmanagement abzulenken.
Recep Tayyip Erdoğan stieß mit seiner Entscheidung die Hagia Sophia wieder als Moschee zu verwenden die halbe Welt vor den Kopf, um seine Anhänger bei Laune zu halten.
Donald Trump schickt Sturmtruppen in demokratisch regierte US-Städte.

Ein internationaler Chef aber, der einer Organisation vorsitzt, deren Hauptzweck die Korruption ist, kann über solche Probleme nur lachen:
Thomas Bach!
Der Mann, der jedes Jahr Milliarden Dollar in die Taschen käuflicher Funktionäre verschiebt, in den Mastdärmen menschenrechtsfeindlicher Diktatoren zu Hause ist und für jeden Usurpator mit Geld und Macht ein Ohr hat.
Der deutsche FDP-Funktionär Bach, der eigentlich nur für die olympischen Spiele da sein sollte, erlebt gerade eine (mindestens) fünfjährige Olympiade. Die Olympischen Sommerspiele von 2020, die genau jetzt in Tokio stattfinden sollten, sind verschoben. Ein Megadesaster für Bachs IOC. Aber zu seinem Glück interessieren ihn der Sport wenig und die Sportler noch viel weniger.
Wozu auch? Die haben kein Geld und sind für seinen Posten irrelevant.

[…..] Gefehlt hat nur der weiße Rauch aus dem Kamin. Aber der 136. IOC-Konvent fand halt leider nicht in Rom, sondern virtuell statt, außerdem ist für den Rauch noch etwas Zeit: Als IOC-Boss bestätigt wird Thomas Bach erst bei der Session 2021. Nimmt man die einstündigen Hosiannagesänge des entrückten olympischen Stimmvolks zum Maßstab, die jetzt Bachs Verkündigung, den Ringe-Konzern weitere vier Jahre befehligen zu wollen, umrahmten, erscheinen liturgische Korrekturen für die nächste Krönungsmesse des Sport-Pontifex nicht ausgeschlossen: weißer Rauch also und Applaus, bis die Hände glühen.
Oder ist diese mittelalterliche Ekstase ob einer äußerst vorhersagbaren Amtsverlängerung des deutschen Wirtschaftsanwalts nur sportinternen Zwängen geschuldet? Außerhalb der Bruderschaft ist Bach nicht so gut gelitten; schon gar nicht bei denen, um die sich ja alles drehen soll im olympischen Sport: bei den Sportlern. [….]

Corona killt die Spiele.
Mit einigem medialen Aufwand wird nun daran erinnert, daß wir derzeit eigentlich Hundertschaften hochbezahlter Korrespondenten, TV-Techniker, Journalisten und noch viel mehr Funktionäre in Japan haben sollten.
Das TV-Sommerprogramm sollte freigeräumt sein für endlose Übertragungen der 30 km-Geherinnen und Luftpistolen-Schießer.
Die Magazine und Morgensendungen sämtlicher TV-Stationen müssten nun eigentlich thematisch mit Medaillenspiegeln bestückt; Zeitungstitelseiten für unbekannte schwitzende Muskel-Typen mit weit aufgerissenen Mäulern freigeräumt sein.

Aber den großen Elefanten im Raum spricht niemand an: Die Olympischen Spiele werden in Wahrheit gar nicht vermisst.
Wer nicht gerade selbst Sportler ist, oder in irgendeiner Form finanziell von Sportveranstaltungen lebt, kann durchaus auf das milliardenschwere Pharma-Spektakel verzichten.
Im Gegenteil, der Bombast-Kommerz ist sogar so unbeliebt, daß das IOC so gut wie keine Chancen mehr hat die Spiele an demokratisch regierte Länder  zu vergeben.
Wann immer das Volk auch etwas dazu sagen darf, heißt es ‚NEIN DANKE‘!
Hamburg, Oslo, München/Garmisch, Graubünden 2026, Boston, Innsbruck 2026 – überall holten sich die Bewerber und das IOC blutige Nasen vom Wahlvolk.
Ein so ökologisch wahnsinniges und extrem überteuertes Korruptionsprojekt kann man nur noch durchführen, wenn wie in Sotchi oder Peking per order die mufti entschieden wird und die Bewohner der fraglichen Orte nichts zu melden haben.

Selbst im obrigkeitshörigen Japan sinkt die Begeisterung für die auf den 23.Juli 2021 verschobenen Spiele dramatisch. Allein die Verschiebung um ein Jahr kostet sechs Milliarden Euro. Aber wer kann garantieren, daß die Pandemie 2021 völlig unter Kontrolle ist?

[….] Nachdem die Spiele ohnehin schon deutlich teurer wurden als veranschlagt, soll nun alleine die Verschiebung auf 2021 bis zu sechs Milliarden Euro kosten - bei denen unklar ist, wer sie trägt. Für das IOC stellt sich bei den Finanzen zudem die Frage, ob alle Sponsoren auch 2021 dabei bleiben.
[….] Yuriko Koike bleibt nach einer Wiederwahl Gouverneurin der Präfektur Tokio, was dem IOC eine gewisse politische Stabilität gewährleistet. Mitbewerber hatten sich für eine sofortige Absage der Spiele ausgesprochen.
Die Bürgerinnen und Bürger in Tokio sind einer Umfrage zufolge geteilter Meinung. 51,7 Prozent finden, dass die Spiele und die anschließenden Paralympics entweder abgesagt oder nochmals verschoben werden sollten, wie aus einer Ende Juni veröffentlichten Umfrage der japanischen Tageszeitung "Tokyo Shimbun" unter rund 1000 Menschen hervorging. 46,3 Prozent wollten dagegen, dass die Spiele im Sommer des nächsten Jahres stattfinden. [….]

Ein Gutes haben die geplanten olympischen Spiele immerhin – auf dem Sendeplatz der Sportsparte wurde in der ARD eine großartige Uwe Schwering-Reportage über die 37-Millionen-Stadt Tokio ausgestrahlt.


Ein faszinierender Moloch. Und ein genialer Leistungsbeweis für das öffentlich-rechtliche Korrespondenten-System. Schwering lebt sieben Jahren in Tokio, spricht selbstverständlich japanisch und kann kompetent durch das Land führen.

Wer noch nicht genug hat von Uwe Schwering, möge sich seine legendäre Abschiedsdokumentation von 2006 über das englische Essen ansehen!

Samstag, 25. Juli 2020

Roma locuta causa finita - Teil II


Als letzte Woche die vatikanische Ohrfeige die deutschen Gläubigen niederstreckte, war ich ehrlich dankbar.

Mitleid ist nicht angebracht, denn die RKK-Mitglieder sind freiwillig zahlende Stützen eines homophoben, misogynen absolutistischem Systems.

(……)  Verschiedentlich arbeitete ich mich an der deutschen HUK ab. Gern verwende ich den Vergleich mit einer „kommunistischen Plattform“ in der FDP; das bringt nichts.
Bis heute hat sich an meinem Vorurteil wenig geändert. Ich halte die Jungs und Mädels für naiv, gaga und überflüssig.

Doch, daß sich nicht alle Schwulen outen mögen, halte ich für absolut verständlich, wenn auch bedauerlich.
Das mag für mich eher eine theoretische Frage sein, aber ich kann mir nur sehr schwer vorstellen mich für einen Verein, wie zum Beispiel die Katholische Kirche oder die Fußballbundesliga, zu engagieren, der mich grundsätzlich ablehnt.
Im Falle der RKK werfe ich das auch allen Frauen vor: Wieso engagiert ihr euch ausgerechnet für einen Laden, der euch für so minderwertig hält, daß ihr noch nicht mal niederste Ämter selbst übernehmen dürft?
Wie erbärmlich es ist, wenn die 2000 Jahre lang Unterdrückten bei den ersten Brotkrumen, die sie zugeteilt bekommen, gleich vor Dankbarkeit in Verzückung geraten!

Über viele Jahrhunderte haben katholische Offizielle Schwule, Gottlose, Hexen, Ehebrecherinnen und viele andere mehr gefoltert und umgebracht und nur weil sie das nun seltener tun, ist alles verziehen?

Ebenso gut könnte Kenan Kolat (Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland e. V.; TGD) auf Knien zur NPD-Zentrale robben und sich dafür bedanken, daß heute kein von Migranten bewohntes Haus angezündet wurde.

Die Leute von der HUK möchte ich eigentlich zum Psychiater schicken und ihre Schizophrenie behandeln lassen.

Wir, die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (kurz: „HuK”), wollen die volle Teilhabe von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Queeren (LGBTQs) am kirchlichen und gesellschaftlichen Leben. Als Zeuginnen und Zeugen der befreienden Botschaft von Bibel und persönlicher Gotteserfahrung arbeiten wir
-      am Abbau von Vorurteilen gegenüber und Diskriminierung von LGBTQs innerhalb der Kirchen,
-      für die vollständige berufliche Gleichstellung mit heterosexuellen Biomännern und -frauen,
-      gegen die Diskriminierung von HIV-Positiven und an AIDS Erkrankten,
-      an der Schaffung von Räumen, um als LGBTQs Spiritualität zu teilen, und
-       an der Erkennbarkeit von uns als Christinnen und Christen innerhalb der LGBTQ-Gemeinschaft.

Wenn man Teilhabe und Anerkennung möchte, sollte man sich dringend eine andere Ideologie suchen!
In der Bibel, die nur so strotzt von Strafandrohungen, dem Zorn und der Eifersucht Gottes, der Intoleranz und Brutalität ausgerechnet „die befreiende Botschaft“ zu erkennen, zeugt schon von schwerer geistiger Umnachtung.

Der signature-move der Katholiken gegenüber anderen christlichen Konfessionen ist das Papsttum und damit das Primat Roms.
An der Spitze der Kirche steht nicht einfach ein Präsident oder Chef mit großer Macht, sondern ein Vizegott mit in vielfacher Hinsicht absoluter Macht.

Nicht von ungefähr ist der Ausspruch Roma locuta causa finita weltweit sprichwörtlich für die absolute Herrschaft des Vatikans geworden.

Aber nach dem römischen Verbot der Laienleitung sind es nun ausgerechnet höchste RKK-Funktionäre, die diesen Zentralismus beklagen – als ob sie nicht selbst genau diesen Irrsinn stützten und finanzierten!

Nach einer endlosen Abfolge von Skandalen – darunter Massenmorde, Genozide, Raub, myriadenfacher Kindesmissbrauch – fällt katholischen Bischöfen ein, daß Rom auch irren könnte?
Der Vatikan, der exakt vor 150 Jahren den Kardinalfehler beging den Papst für unfehlbar zu erklären? Genau diesem Prinzip haben sich aber alle katholischen Geistlichen unterworfen.

Jetzt ist es ein bißchen zu spät an führender Stelle der Kleriker-Hierarchie zu stehen und den Kern des Katholizismus‘ zu bemerken.

[…..] Es muss mächtig brodeln bei einigen katholischen Bischöfen in Deutschland. Anders ist es nicht zu erklären, dass Oberhirten aus der ganzen Republik mitten in der Urlaubszeit die Verbalkeule auspacken - gegen ein Dokument, das den Segen von Papst Franziskus hat. "Ich kann den Eingriff in meine bischöfliche Hirtensorge nicht so einfach hinnehmen", sagt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf. Von einer "starken Bremse der Motivation und Wertschätzung" spricht der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. Irritiert und befremdet sei er, schreibt Franz-Josef Overbeck aus dem Bistum Essen. Und sogar der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der Kirchenrechtler, der sonst nicht für scharfe Wortwahl in innerkirchlichen Debatten bekannt ist, spricht von einem "theologisch defizitären" Dokument, das so besser nicht hätte veröffentlicht werden sollen und für die Kirche "mehr Schaden als Nutzen" bringe.
Der Stein des Anstoßes ist ein 36-seitiges, weltweit versandtes Papier mit einem sperrigen Titel: "Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche", verfasst von der Kleruskongregation im Vatikan und zugelassen von Papst Franziskus. […..]
[…..] Hiltrud Schönheit […..] ist Vorsitzende des Katholikenrats der Stadt und Region München. "Fassungslos und erschrocken" sei sie nach der Lektüre gewesen, sagt sie. Im Erzbistum München und Freising gibt es bereits - wie in anderen Diözesen auch - Versuche, Pfarreien durch Teams von ehrenamtlichen Laien leiten zu lassen. "In dem Papier steht: Jede Pfarrei soll von einem Priester geleitet werden. Gut und schön. Wir haben aber keine mehr. Wir können darüber gar nicht mehr diskutieren. Das ist Realität." Die Haltung der Kleruskongregation, dieses "Leugnen der Wirklichkeit" erinnere sie an "das Verhalten eines zweijährigen Kindes, das sich die Augen zuhält und sagt - ich bin nicht da."
[…..] Hiltrud Schönheit hat in der vergangenen Woche viele Gespräche geführt, mit Laien, mit Priestern. Sie fühlt sich sogar schon an den Konflikt zwischen Rom und den deutschen Bischöfen über die Schwangerenkonfliktberatung erinnert. […..] "Jeder fragt sich doch jetzt: Was mache ich in dieser Kirche noch?" […..]

Tja, Hiltrud Schönheit, entweder Sie treten aus oder Sie unterstützen all das was Sie nicht mögen.