Freitag, 15. Januar 2016

Crazy Christen Teil II



Üblicherweise richten Christen Schaden an, indem sie sich am Staat bereichern oder auch ganz direkt Menschen misshandeln.
Seit dem Krieg wurden in Deutschland Hunderttausende Kinder in Christlichen Heimen gequält und man wird nie ausrechnen können wie viele Menschen durch den Einfluss der Kirchen unglücklich gemacht wurden, indem ihnen zum Beispiel schreckliche Schuldgefühle für Masturbation oder gleichgeschlechtliche Liebe aufoktroyiert wurden.

Wenn Christen sich öffentlich äußern – uns sie sitzen ja in jeder Talkshow – schwanke ich zwischen Ärger und Mitleid.

Gelegentlich kommt es aber auch vor, daß überzeugte Christen sich einfach nur nach Strich und Faden selbst lächerlich machen, so daß man sie guten Gewissens nach Herzenslust auslachen kann.

Ein schönes Beispiel für völlig schambefreite Clownchristen der harmlosen Art sind die Tänzer und Sänger des inzwischen berühmten „Jesus-Tanzes“ von Thomas Klein aus dem Bibel.TV-Studio.


Klein, der unter dem Motto „mit Kindern Jesus feiern und anbeten“ von Radolfzell (Bodensee) aus einen schwunghaften Handel mit seinen debil-entrückten Infantilitäten betreibt, bietet inzwischen 38 dieser Ohrenbluten-verursachenden Gaga-Lieder zum kostenpflichtigen Download an.
Man kann dem Mann aber nicht wirklich böse sein, da er so offensichtlich nicht alle Nadeln an der Tanne hat und zudem auch noch unfreiwillig so lustig ist.

Etwas ähnlich Bizarres lernte ich vorletzte Woche ausgerechnet via RTL-II bei der Doku „Der Jugendknast“ kennen.
In typischer RTL-II-Manier werden hier ein knappes Dutzend Straftäter aus der Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf vorgestellt.
Der 125-Millionen-Euro-Bau auf dem insgesamt etwa 30 ha großen Gelände am Rande Wuppertals bietet Platz für 510 Einzelzellen.

In dem erst fünf Jahre alten Knast werden Intensivstraftäter unter 24 Jahren untergebracht. Wenn man der RTL-II-Doku Glauben schenken will, erfüllen die Kriminellen jedes Klischee: Alle kommen aus völlig zerrütteten Familienverhältnissen, konsumieren exzessiv Drogen, haben so gut wie keine Hemmschwelle bei der Anwendung von Gewalt und sind zudem zu keiner Einsicht fähig.
Fast alle werden nach der Entlassung wieder straffällig.
Für mein Gefühl – und das sage ich jetzt rein subjektiv und nicht durch Fakten untermauert – haben sie auch gar keine andere Wahl, weil sie durchweg kaum Ausbildung und Schulabschlüsse vorweisen können und man ihnen ihre kriminelle Vergangenheit buchstäblich ansieht.
Wie sollten solche Teenager auch auf „legale Beine“ kommen, wenn sie gerade durch den Knast noch stärker an ein Umfeld aus 100% Kriminellen gewöhnt sind und zudem mit legalen Jobs nur einen Bruchteil dessen verdienen könnten, was sie sich zuvor durch Kriminalität „erwirtschaften“ konnten?
Wenig erfreulich auch, daß diese Jungs einer bekannten Volksregel entsprechend offenbar beim Geschlechtsverkehr einen solchen Eifer an den Tag legen, daß viele von ihnen mit 18 Jahren schon mehrfache Väter sind.

Ich bin hin- und hergerissen, da das „wegschließen/wegsperren“-Konzept so offensichtlich scheitert und nur noch mehr Kriminalität verursacht.
Kann man solche Jugendlichen eigentlich überhaupt für ihre Taten verantwortlich machen? Würde nicht jeder unter den erbärmlichen Umständen, in denen sie aufwuchsen – gewalttätige Eltern, Verwahrlosung, harte Drogen, keine Vorbilder, kriminelle Verwandte – genauso abrutschen?
Was bringt es diese armen Typen mit mehrjährigen Haftstrafen endgültig in die Kriminalität zu drängen?

Andererseits bin ich über die emotionslosen Schilderungen ihrer aberwitzig brutalen Gewalttaten ausreichend entsetzt, um einzusehen, daß man solche Schläger auch nicht nicht wegsperren kann.

Die beiden gesetzlichen Aufgaben die eine JVA hat, scheinen sich zu widersprechen:

§ 2 JStVollzG Vollzugsziel, Aufgaben

(1) Der Vollzug der Jugendstrafe dient dem Ziel, die Gefangenen zu befähigen, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen.

(2) Der Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten ist bei der Gestaltung des Vollzuges zu gewährleisten.

Was also tun mit diesen Kindern, die längst in den Brunnen gefallen sind?

Hier nun setzt man in NRW offensichtlich auf Jesus.
Um die kriminellen Teens von den zersetzend öden 23 Stunden pro Tag in Einzelhaft etwas abzulenken, dürfen sie Mitglieder der „christlichen Gefährdetenhilfe“ zu Keksen und Gesang treffen.

Mauern sind kein Hindernis -  besuchen Sie Menschen im Gefängnis
Ein wichtiger Zweig der Gefährdetenhilfe SCHEIDEWEG sind die regelmäßigen Besuche im Gefängnis: die Kontaktgruppen. Ziel unserer Besuche ist, es respektvoll und freundlich Gottes Liebe an die Inhaftierten weiterzugeben.
In Einzelgesprächen baut der Mitarbeiter eine Beziehung zu dem Gefangenen auf und kann neben Themen über "Gott und die Welt" auch seelsorgerliche Fragen mit dem Gefangenen besprechen.

Und wieder bin ich hin- und hergerissen. Ganz ohne Sarkasmus; ich bewundere diese Christen für ihr Engagement. Ich selbst wäre zu feige und zu desillusioniert, um mich in die Höhle des Löwen unter die schweren Jungs zu mischen – obwohl ich weiß, daß gerade sie dringend einen anderen Input brauchen.
Andererseits ist es so unfassbar lächerlich mit der Kirchentagsklampfe in ein Gefängnis zu gehen und völlig abgebrühten Typen Thomas-Klein-artige Jesus-Tänze vorzusingen, bzw den Straftätern zu versichern, sie müssten sich nur Jesus hingeben, den Herrn annehmen.
Was für ein Paradox. Wenn Jesus sich wirklich um die Schwachen und Benachteiligten sorgte, hätte er die Kinder ja wohl kaum erst in diesen fatalen Strukturen zur Welt kommen lassen, die sie direkt in den Knast führten.

Ein Blick auf die von den überzeugten Christen im Knast verwendeten Materialien genügt, um zu verstehen, daß ihr Engagement zum Scheitern verurteilt ist.

Diese Christen mit ihrem Glauben, Jesus rette jeden.
Erst hat Jesus die Knastkinder nicht vor der zerrütteten Verhältnissen, in die sie geboren wurde gerettet, dann hat er sie nicht vor dem Knast gerettet und schließlich erweist sich auch noch die christliche Gefährdetenhilfe als völlig ineffektiv. Die Rückfallquote tangieren Gitarrenklänge über Jesu Liebe mit einer Packung Bahlsen-Butterkekse offenbar nicht im Geringsten.

Wer bei der Geährdetenhilfe mitmachen möchte, braucht sich keine Sorgen darüber zu machen, daß man nicht weiß was man mit den Knastis reden soll.
Die christlichen Gruppen stellen dafür ein Faltblatt mit Erfahrungen zur Verfügung.

Kontaktgruppen finden in Räumlichkeiten der Haftanstalten statt: Oft steht die Kirche, manchmal auch Besucherräume, Schulzimmer usw. zur Verfügung. Der Anstaltsgeistliche (oder ein Beamter) holt unsere Gruppe an der Pforte ab und schließt sie durch viele Türen und Gänge zur Kirche. Die Gefangenen werden von den Vollzugsabteilungen zur Kirche gebracht. Ein junger Mann ist zum ersten Mal hier. Wir reichen uns die Hand und nennen unsere Vornamen. Die Gruppenstunde beginnt und wird etwa so ablaufen:

Begrüßung

gemeinsame Lieder

Kurze Aufwärmrunde: Gratulation zum Geburtstag, jemand ist zum letzten Mal da, Begrüßung der neuen Teilnehmer, besondere Erlebnisse

Gebet

Andacht

Persönliche Gespräche

Schluss, Gebet und Informationen, z.B. zum nächsten Gottesdienst.

Eine Kontaktgruppe - so wurde mir gesagt - verfolgt zwei Ziele: Die Weitergabe von Gedanken über „Gottes Liebe und die Welt“ und den Aufbau einer Gesprächsbeziehung. Beides wird von den Gefangenen geschätzt: In der Andacht neue Gedanken zu hören und mit Leuten von draußen ein persönliches Gespräch zu führen.


Donnerstag, 14. Januar 2016

Lob der Hamburger AfD.



Es ist immer wieder erstaunlich sich die Fakten zur Köln-Hysterie zu vergegenwärtigen:

Die Zahl der Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte hat sich im letzten Jahr mehr als vervierfacht. Der rassistische Mob in Deutschland wird im atemberaubenden Tempo immer gewalttätiger.

924 Delikte, darunter allein 76 Brandstiftungen und Dutzende Sachbeschädigungen: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte dramatisch gestiegen. Insgesamt registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) vorläufigen Zahlen zufolge mehr als viereinhalbmal so viele Delikte wie 2014 - damals waren es 199 gemeldete Straftaten.
Die Zahl der Gewalttaten lag mit 163 knapp sechsmal höher als noch im Vorjahr, berichtete "tagesschau.de" unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA).

Es gibt auch nackte Zahlen über die Kriminalität VON Ausländern.

Herausgekommen ist ein Buch, das auf rund 250 Seiten aufräumt mit Vorurteilen: "Soko Asyl - Eine Sonderkommission offenbart überraschende Wahrheiten über Flüchlingskriminalität". Dieses Buch hat einen klaren Vorteil: Es beruht auf Fakten, die nicht zu widerlegen sind. Die Quelle sind unter anderem aktuelle Statistiken der Polizei in Braunschweig. Nicht nur deshalb, sondern weil das Buch auch unbequeme Wahrheiten beschreibt, dürfte es der Debatte um die Konsequenzen aus der Silvesternacht in Köln eine neue Richtung geben.
[….] Geschrieben wird das Buch von einem ausgewiesenen Kenner der Materie: Ulf Küch, Chef beim Bund deutscher Kriminalbeamter in Niedersachsen. Der 58-Jährige ist als Kriminaldirektor Leiter der Kripo in Braunschweig. Mit seinem Wissen hält er nicht hinter dem Berg: Wenn es um die Frage geht, wie viel Kriminalität mit den Flüchtlingen nach Deutschland kommt, tritt er allen Schwarzmalern mit Fakten entgegen: "Der Anteil von Kriminellen, die mit den Flüchtlingen nach Deutschland eingereist sind, ist prozentual nicht höher als der Anteil von Kriminellen in der deutschen Bevölkerung." Und noch eine Botschaft hat Küch: Obwohl seit Anfang vergangenen Jahres rund 40.000 Menschen die Aufnahmestelle in Braunschweig durchlaufen haben, steht fest: In der Kriminalitätsstatistik fällt das nicht ins Gewicht.
[….] Das sind Argumente, die jenen den Wind aus den Segeln nehmen werden, die auf dem Rücken der Schutzbedürftigen ihre rechten Parolen formulieren. [….] Nach Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht bezweifelt Braunschweigs Kripo-Chef Küch, dass die Täter Asylbewerber sind, die erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen sind. [….]

Aber der immer brauner werdende Mob in Deutschland möchte nicht durch Fakten verwirrt werden.
Er weiß, daß Flüchtlinge kriminell sind und wenn das nicht geschrieben wird, liegt das nur an der Lügenpresse, die natürlich links-grün-versifft indoktriniert nicht die Wahrheit schreibt.

In dem Stil präsentierte sich Anfang der Woche die braunste Ex-Ministerin Deutschlands – Kristina Schröder, die schon vor ihrer Ministerzeit und vor ihrer Heirat als Kristina Köhler als Hessen-Hitlers rechtsnationaler Homunculus aufgefallen war.
Schon vor acht Jahren orakelte sie öffentlich unter dreister Verdrehung der Fakten von der „zunehmenden Deutschenfeindlichkeit“.

Eben diese Schröder hievte Frank Plasberg vor drei Tagen aus der Mottenkiste – offensichtlich waren sowohl Roger Köppel als auch Erika Steinbach an dem Tag verhindert.
Und Schröder lieferte – beklagte wieder einmal nicht vorhandene Tabus und gerierte sich als Mutige, die sich traue die Wahrheit auszusprechen. Zum Kotzen.

[….] Welche Konsequenzen drohen Deutschland nach den Angriffen in der Silvesternacht? Darüber wollte Frank Plasberg mit seinen Gästen sprechen. Am Ende blieb man als Zuschauer fassungslos zurück - was vor allem an Kristina Schröder lag.
[….]  Ex-Ministerin Kristina Schröder (CDU) taucht mit ihrem Tweet über die "gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen in der muslimischen Kultur" aus der Versenkung auf. Einen riesigen Schwall triumphal-rassistischer Gewaltphantasien gegenüber Flüchtlingen kübeln Deutsche dieser Tage über die sozialen Netzwerke und in die Kommentarspalten der Onlinemedien.
[….] Richtig Fahrt nimmt diese Hysterie auf, wenn sie mit der Verschwörungstheorie gepaart ist, es gebe in Deutschland ein politisch-mediales Gutmenschen-Kartell, welches die Wahrheit durch Verschleierung und Beschönigung unterdrückt.
[….] "Kein seriöses Medium verschweigt, was hier passiert ist", warf Prantl ein. Man hätte sich gewünscht, dass jemand in der Runde die Verschleierungsthese des neuen Rechtspopulismus als das auseinandernimmt, was sie ist: eine wahnhafte Konstruktion. Die deutsche Öffentlichkeit verschweigt und beschönigt Integrationsprobleme, Übergriffe migrantischer Jungmänner und Frauenunterdrückung in islamischen Gesellschaften?
Wo leben die Leute, die so was herbeifantasieren? Offensichtlich nicht in dem Land, in dem von Sarrazins "Deutschland schafft sich ab", Buschkowskys "Neukölln ist überall" oder Kirsten Heisigs "Das Ende der Geduld" noch jedes Buch, das prominent gegen zu viel Toleranz und Multikulti wettert, zum Millionenseller und Gegenstand monatelanger Debatten auf allen Kanälen geworden ist.
Der orientalische Macho, das unterdrückte Kopftuchmädchen, die religiös geprägte Parallelgesellschaft: Seit vielen Jahren sind diese Angstfiguren ein allgegenwärtiger Topos der deutschen Öffentlichkeit, wenn es um Migration geht. Und damit das nicht unerwähnt bleibt: Auch seriöse, differenzierte fundamentalismuskritische Positionen sind reichlich zu lesen - deutsche Medien drucken täglich Artikel von Wissenschaftlern, Frauenrechtlerinnen und andern Aktivisten aus der arabischen Welt und Deutschland selbst.   [….] Mit ihrer Suada, das Thema muslimische Männergewalt werde "tabuisiert", bekam Kristina Schröder frenetischen Applaus vom Studio-Publikum. [….]

Wer sich nicht erklären kann wie es in der Weimarer Republik gelang solche massiv antidemokratischen und antisemitischen Stimmungen zu generieren, daß Hitler an die Macht kommen konnte, muß sich nur mal im Januar 2016 in Deutschland umsehen.

In unserer angeblich so gefestigten Demokratie haben die gefestigten Politiker leider die Hosen voll, fürchten sich vom braunen Mob nicht gewählt zu werden und reden ihm daher nach dem Mund, statt sich ihm mit aller Macht entgegenzustellen.

[….]  Es sind nicht die notgeilen Muslime, die wir fürchten müssen. Sondern uns selbst.
Die Politiker spüren das. Sie haben Angst vor ihrem Volk. Sie trauen den Deutschen nicht über den Weg. Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hielt die Klarstellung für nötig: "Es gibt keinen Bonus für Nationalität oder Aufenthaltsstatus." Ein sonderbarer Satz. Er evoziert gerade das, was er leugnet. Und so gossen aus lauter Furcht die, die das Feuer hätten löschen sollen, noch mehr Öl in die Flammen.
[….]  Das deutsche Sexualstrafrecht ist rückständig. Es wäre ein Leichtes, die Istanbul-Konvention zu ratifizieren. Jede nicht einverständliche sexuelle Handlung wäre dann endlich unter Strafe gestellt. Das ist in Deutschland immer noch nicht der Fall. Die Union sträubte sich bislang. 1997 tat sie sich schwer damit, dass Vergewaltigungen in der Ehe auch als solche bezeichnet und bestraft werden. Leute wie Horst Seehofer oder Volker Kauder stimmten damals dagegen. Heute verlangt CSU-Verkehrsminister Dobrindt: "Es muss zu einer zwingenden Ausweisung bei Sexualdelikten kommen."
Das Interesse an Gesetzen, die Frauen wirksam vor männlicher Zudringlichkeit schützen, ist nur dann groß, wenn es um die Zudringlichkeit von Ausländern geht. "Unsere" Frauen missbrauchen wir bitte selbst. So sieht es aus, wenn Sexismus und Rassismus sich treffen. [….]

So eine politische Stimmung bedeutet für die eben noch nach dem Abgang Luckes am Rande des Abgrund stehende AfD pures Doping.
Sylvester und Köln sind für die Höcke/Gauland/Petry-Pest wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern an einem Tag.
In Sachsen-Anhalt erwartet Höckes Haufen 15% bei den Landtagswahlen im März 2016.

Man vergisst es schon fast, aber auch Hamburg gehört zu den fünf unglücklichen Bundesländern mit einer AfD-Fraktion im Landtag.

Aber im Moment habe ich unter den gegebenen Umständen wenig zu meckern.
Denn wenn schon eine AfD in der Bürgerschaft sitzt, ist sie am ehesten zu ertragen, wenn sie sich wie der hanseatischer Fraktionschef Jörn Kruse verhält.

Er hat sich nach Kalifornien abgesetzt und begleitet für mindestens drei Monate seine Frau Carola Groppe zu einem Forschungsaufenthalt in Stanford.
Er macht also gewissermaßen die Von der Leyen.

Nun beklagen sich CDU und SPD über die mangelnde Arbeitsmoral des AfD-Chefs, der 24.000 Euro vom Steuerzahler kassiert, ohne überhaupt anwesend zu sein.
Tatsächlich gibt es aber keine Anwesenheitspflicht für Hamburger Abgeordnete. Das können nur die Fraktionen intern regeln – die SPD verlangt beispielsweise schon 50 Euro Strafe nur bei Verspätungen ihrer Abgeordneten.
Die ohnehin fast nie anwesende AfD führte aber nie solche Regelungen ein.
 Wohlweislich.

Ich weiß nicht was CDU und SPD zu meckern haben wegen der 24.000 Euro, die Kruse kassiert.
Mir ist es lieber, wenn die AfD abkassiert und nicht im Parlament erscheint, als wenn sie das Geld nimmt und auch noch zu den Sitzungen erscheint; da womöglich sogar redet.

„Die Arbeit leidet nicht“, sagt Bernd Baumann, der als stellvertretender Vorsitzender zusammen mit Ex-Schill-Innensenator Dirk Nockemann nun die Fraktion leitet. „Wir sind täglich in Kontakt.“ Auf telefonische Anfragen der taz antwortete der 67-Jährige indes nicht.
Aus Sicht der Bürgerschaftskanzlei gibt es formal kein Problem: „Die Abgeordneten verfügen über ein freies Mandat“, sagt Ulfert Kaphengst, Sprecher von Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD). Sie seien „nur ihrem Gewissen und ihren Wählern verantwortlich“. Insofern bestehe für Volksvertreter auch keine Anwesenheitspflicht in Plenarsitzungen und Ausschüssen. Ihre vollen Diäten erhielten sie weiterhin. Bei Kruse sind dies gut 8.000 Euro monatlich, da er als Fraktionsvorsitzender die dreifache Diät eines einfachen Parlamentariers erhält. Begründet wird die Höhe dieser Vergütung im Abgeordnetengesetz damit, dass der Posten des Fraktionschefs ein „Vollzeitjob“ sei – zumindest in der Theorie.
Kruse hat Parlamentspräsidentin Veit am 12. November 2015 über seine Auszeit informiert. Die habe das „zur Kenntnis genommen“, sagt ihr Sprecher Kaphengst, zu erlauben oder zu untersagen habe sie nichts. Kruse habe bislang keinen bleibenden Eindruck im Parlament hinterlassen, spottet FDP-Fraktionschefin Katja Suding: „Sein dreimonatiger Auslandsaufenthalt dürfte deshalb wohl kaum auffallen.“ Ähnlich sieht das auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Kienscherf.

Ich wünschte, Höcke, Gauland und Petry nähmen sich ein Beispiel an dem Hamburger Kollegen und verschwänden für Monate aus Deutschland.
Ach was für Monate.
Wenn sie nie wieder kommen, ist das immer noch früh genug.
Das sollte dem Steuerzahler einiges wert sein!

Mittwoch, 13. Januar 2016

Gerontokrähen hacken nicht


Braulio Rodríguez Plaza, 71, Erzbischof der kastilischen Diözese Toledo in Zentralspanien und Primas von Spanien ist noch kein Kardinal.
Noch nicht.
Es kann nicht mehr lang dauern, denn die Erzbischöfe von Toledo werden so gut wie immer zu Kardinälen erhoben; erst Recht als oberster spanischer Bischof.

Seine Exzellenz kennt sich aus. Das wird Papst Franz sicherlich bald würdigen.

[…..] Nach Ansicht des Erzbischofs von Toledo, Braulio Rodriguez Plaza, sind Frauen selbst schuld, wenn sie von ihren Männern körperlich misshandelt werden. Häusliche Gewalt habe ihren Ursprung darin, dass Frauen ihren Männern nicht gehorchten oder gar um eine Scheidung bäten.
Diesen bemerkenswerten Erklärungsansatz für das Phänomen "Häusliche Gewalt" verkündete Erzbischof Rodriguez seiner Gemeinde in einer Predigt am 27. Dezember in Toledo. Aber auch ein Gegenmittel hatte der Erzbischof im Angebot: "Frauen können verhindern, dass sie geschlagen werden, indem sie einfach das tun, was die Männer von ihnen verlangen."

Ja, die verdammten Weiber!
Die sollten sich eben unterordnen, wie es Jesus eindeutig von ihnen in der Bibel verlangt.

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."
(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)

"Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen. Die Frau ist ein Mißgriff der Natur... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuß und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger...eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann...die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann."
(Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274)

Peter Gauweiler, ein rechter rechter Bayer, drückte es einst diplomatisch so aus:

Mit Bayern verheiratete Preußinnen machen die Erfahrung, daß der bayerische Mann nichts gegen Emanzipation hat. Bloß gegen Ungehorsam!“

Das ist Gottes Plan für Frauen und Kinder. Dem Ebenbild seiner selbst, sollen sie gehorchen.
Und wenn ihnen etwas zustößt haben sie selbstverständlich selbst Schuld.

Die Kirchen haben aber immer noch nicht verstanden, daß die Definition der Begriffe „Opfer“ und „Täter“ recht einfach ist, wenn es um einen erwachsenen Mann in Soutane und einen missbrauchten kleinen Jungen in dessen Obhut geht.

Das Kind ist dann das Opfer und gehört geschützt, liebe RKK.

Der ehemalige Chef von Radio Vatikan hatte 2010, zur Hochphase der Kinderfickerfälle die Täter wortreich entschuldigt.

Ganz Katholik, reagierte Freiherr von Gemmingen-Hornberg nach üblichen Schema - die Täter sind in Wahrheit die Opfer und das Ganze wird noch mit einem tolldreisten Nazivergleich à la Kreuznet in Worte gefasst.
Die Kinderpenis-begeisterten Pater würden inzwischen genauso verfolgt wie die Juden im dritten Reich.
Na klar, völlig unschuldige Opfer wie die Juden und Kinderficker - das ist für den Top-Vatikaner ein und dasselbe.

"Es ist fatal, nun den ganzen Orden schlecht zu machen. Ich muss einen Vergleich ziehen: Mit den Juden ist es so losgegangen, dass vielleicht der ein oder andere Jude Unrecht getan hat. Dann aber hat man schlimmerweise alle angeklagt und ausrotten wollen. Man darf nicht von einzelnen Missetaten ausgehen und eine ganze Gruppe verurteilen", sagte der frühere Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan der Heilbronner Stimme.

Da ist es Zeit meine immer wieder gern zitierten Lieblingsaussagen von Bischof Afonso und Kardinal Degenhardt auszupacken.

In einem Interview hatte Bernardo Álvarez Afonso Homosexualität und Päderastie gleichgestellt und behauptet, dass Minderjährige nicht immer schuldlos an sexuellem Missbrauch seien:

"ES GIBT13-JÄHRIGE KNABEN, DIE DAS SOGAR WÜNSCHEN
WENN DU NICHT AUFPASST, PROVOZIEREN SIE DICH."

Wir kennen das ja auch von deutschen Kardinälen:
Wenn Katholiken pädophil sind und kleine Kinder mißbrauchen sind nicht etwa sie selbst schuld sondern nach katholischer Lesart entweder die Opfer selbst, oder deren Mütter - wie es Kardinal Degenhardt erkannte:

„WENN JUNGE MÄNNER STÄRKER MIT DER PFLEGE VON KLEINKINDERN BETRAUT SIND UND DABEI NACKTE ENTBLÖSSTE KÖRPER STÄNDIG SEHEN; SIE BERÜHREN UND SAUBER MACHEN MÜSSEN, IST DIE GEFAHR GROSS, DASS SIE BEGIERDEN NICHT WIDERSTEHEN KÖNNEN. DER VIELE KÖRPERKONTAKT MIT DEM JUNGEN KINDE BEI DER PFLEGE WÜRDE IHNEN SICHER OFT ZUM VERHÄNGNIS WERDEN.
UND DESWEGEN STELLEN WIR FEST; DASS AUCH DIESE KONSEQUENZ; DASS VÄTER HAUSMÄNNER WERDEN, AUCH NEGATIVE ASPEKTE HAT!“

Diese katholische Sicht der Vergewaltigung kleiner Kinder brachte zuletzt der amerikanische Franziskaner-Mönch und TV-Star Father Benedict Groeschel (79) zum Ausdruck:


Ja genau. So ist es. Die armen Priester müssen rund um die Uhr aufpassen, um nicht von diesen dauergeilen Messdienern besprungen zu werden.

Mit den Menschenrechten lassen sich diese kirchlichen Ansichten nicht vereinbaren, aber das macht nichts, weil der Vatikan diese ohnehin nicht anerkennt.

 […..] Silvano Maria Tomasi ist katholischer Erzbischof und ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, der UNO. Allerdings hat der Vatikanstaat die Menschenrechtscharta der UNO nicht unterzeichnet. Die Menschenrechte stellen jene Rechte dar, die einzelne Personen vom Staat einfordern können. Der Heilige Stuhl ist einer der wenigen Staaten, die diese Rechtsforderungen der Vereinten Nationen nach wie vor ablehnen. Auch die Europäische Menschenrechtskonvention wurde bisher vom Heiligen Stuhl nicht unterzeichnet.
[…..] Aus einem präzisen Grund hat der Vatikan immer noch Probleme damit, solche internationalen Dokumente zu unterzeichnen, erklärt Daniele Menozzi, Historiker an der Universität Scuola Normale Superione in Pisa und Autor eines 2012 erschienen Buches zum Thema Kirche und Menschenrechte:
"Gegen das Recht des Menschen über sich selbst zu bestimmen argumentieren die Päpste mit dem Naturrecht, dem sich der Kirche nach die Menschen unterzuordnen haben."
[…..] "Das Motiv der Ablehnung solcher Erklärungen seitens der Kirche liegt in der Überzeugung der Päpste, dass sich eine menschliche Gesellschaft nach den Prinzipien Gottes und nicht der Menschen zu organisieren habe.
[…..] Mit dem Pontifikat von Johannes Paul II., vor allem aber von Benedikt XVI. setzte sich innerhalb der Amtskirche wieder jene orthodoxe Konzeption des göttlichen Naturrechts als allem menschlichen Recht übergeordnet durch.[…..]

Bis zu 700 kleine Jungs sind während der Zeit Georg Ratzingers als Domkapellmeister zu Regensburg gequält, geprügelt und sexuell missbraucht worden.
Der ältere Papstbruder war während seiner aktiven Zeit von 1964-1994 berüchtigt für seine extreme sadistische Gewalt, die er schon an Grundschülern auslebte.

Ich war selbst in den Schuljahren 1983/84 und 1984/85 in Pielenhofen. Und ja, ich durfte selbst sowohl körperlichen (weit über das damalige übliche Maß hinaus) wie auch sexuellen Missbrauch "genießen", dieser hat in der Tat stattgefunden.
Leugnen oder verharmlosen wird an dieser Stelle nichts nutzen. Die Namen der beteiligten Protagonisten sind hinlänglich bekannt, es spielte sie immer nach den gleichen Schemata ab. Relativ beliebt für derartige Zwecken waren auch die wöchentlichen "Duschtage", die ja zumeist abends stattfanden. Erstaunlicherweise war dann auch der damalige Direktor dieses "Instituts" zugegen. Dort erhielt der ein oder andere Bub auch einmal eine "Sonderbehandlung".
Die meisten schwiegen, denn geglaubt hätte damals einem achtjährigen Buben ohnehin niemand. So auch meine persönliche Erfahrung mit meinen eigenen Eltern. Ein Herr Monsignore wäre doch zu so etwas niemals in der Lage!

[…..] Nach den Worten von Michael Sieber, Chormitglied in den 1960er Jahren, versichern mehrere ehemalige Domspatzen, dass Ratzinger „auch über den sexuellen Missbrauch im Regensburger Internat, zumindest über den Verdacht, informiert war“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.
Ratzinger sei nicht dagegen eingeschritten und habe sich auch nicht informiert, ob die Verdächtigungen wahr seien. Entsprechende Berichte will Sieber nach Rücksprache mit den Betroffenen demnächst veröffentlichen.

Der Prügelpater Ratzinger ist heute, mit 91 Jahren, zu keinerlei Einsicht fähig.
Sein Mitgefühl gilt nur sich selbst.
Nach dem bewährten katholisch-vatikanischen Motto „Hilfe für die Täter, Verachtung für die Opfer!“

[…..] Der ehemalige Leiter der Regensburger Domspatzen, Georg Ratzinger, hat die Aufklärung des dortigen Misshandlungs- und Missbrauchsskandals als "Irrsinn" bezeichnet. "Diese Kampagne ist für mich ein Irrsinn. Es ist einfach Irrsinn, wie man über 40 Jahre hinweg überprüfen will, wie viele Ohrfeigen bei uns verteilt worden sind, so wie in anderen Einrichtungen auch", sagte der 91-Jährige am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk. Er war am Montag aus Rom von einem Besuch bei seinem Bruder Josef, dem früheren Papst Benedikt XVI., zurückgekommen. "Für mich ist das Thema abgeschlossen", betonte Georg Ratzinger, der den weltberühmten Chor von 1964 bis 1994 geleitet hatte. […..]
(Passauer Neue Presse, 12.01.2016)

Um jegliche Konsequenzen für die Täter, die Kinderprügler, die Schlägertypen in Soutane, die Penisbefummler, Sadisten, Päderasten, Ephebophilen, Soziopathen, Gewaltfetischisten zu verhindern, gibt es Menschen wie den früheren Regensburger Bischof Müller, der erfolgreich die Aufklärung des Massensadismus der römisch-katholischen Geistlichen verhinderte.
Müller nahm die Ratzinger-Brüder aus der Schusslinie und wurde dafür mit dem vielleicht wichtigstem Job in der Kurie belohnt.
Papst Ratzinger machte Müller zum Kurienerzbischof und Präfekten der Glaubenskongregation. Papst Bergoglio bestätigte Müller in diesem Amt und kreierte ihn als Kardinal.
Seine Eminenz Kinderfickerfreund Müller gehört damit zum stadtrömischen Klerus und darf sich zu den „Prinzen des Papstes“ in den Adelsstand versetzt ansehen.
Müllers voller Titel lautet: Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalis („Kardinal der Heiligen Römischen Kirche“).

[…..] Der Kriminologe Professor Christian Pfeiffer wollte den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche schon vor Jahren aufklären. Doch die Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen scheiterte Anfang 2013. Widerstand habe er damals insbesondere aus dem Bistum Regensburg gespürt, wie Pfeiffer am Mittwoch sagt. „Eine tragende Rolle bei dem Scheitern hatte der damalige Bischof Gerhard Ludwig Müller.“ […..] Die Rolle des Regensburger Generalvikars Fuchs für das Scheitern seiner Studie bewertet Pfeiffer im Nachhinein so: „Er hat seinen Job gemacht, so wie es von ihm erwartet wurde. Er ist den Anweisungen seines Dienstherrn gefolgt.“ Er habe Fuchs im Unterschied zu dem „Hardliner und Machtmenschen“ Beer als einen um vernünftige Lösungen bemühten und sehr respektablen Gesprächspartner erlebt. „Wenn es persönlich Schuldige gibt, dann waren das Beer und der damalige Bischof Müller.“ Dass ausgerechnet Letzterer in Rom den Auftrag bekommen hat, einen Gerichtshof im Vatikan einzurichten, von dem jene Oberhirten, die Fälle von sexuellem Missbrauch durch Priester oder kirchliche Mitarbeiter in ihrem Bistum vertuscht haben, abgeurteilt werden sollen, stößt auf Pfeiffers Unverständnis. […..]

Die gegenwärtige Führung des Bistums Regensburg ist derweil untergetaucht – während sich fortwährend weitere Opfer melden.
Bischof Rudolf Voderholzer steht aber auch treu zu seinem Vorgänger Bischof Müller, indem er sich darum bemüht die Täter zu schützen.
Im Falle Georg Ratzingers bedeutet das ihn und sein loses Mundwerk vor sich selbst zu schützen.

Bistum Regensburg will Georg Ratzinger behüten - und entmündigt ihn
[…..] Die Pressemitteilung des Bistums Regensburg klingt wie eine Korrektur. Prälat Georg Ratzinger, heißt es darin, begrüße die Aufarbeitungsarbeit des Bistums Regensburg bei den Domspatzen. […..] Erst soll es Irrsinn sein - und noch am selben Nachmittag hält er es für "richtig, alle Beschuldigungen rückhaltlos aufzuklären"? Im Subtext sagt die Mitteilung aus dem Bischöflichen Ordinariat: Leute, ihr seht ja, dieser Mann ist ein alter Mann, von jetzt an fragt ihr ihn besser nicht mehr.
Die Verlautbarung soll ihn behüten - wenn sich der Bruder von Papst Benedikt unter Kuratel stellen lässt, könnten ihm unruhige Wochen erspart bleiben. Denn es gibt einige Fragen, die ihm Opfer von Prügel und sexuellem Missbrauch gerne noch stellen würden. […..] Es spricht viel dafür, dass Georg Ratzinger um die Vorgänge in der Vorschule mehr wusste als er heute angibt. Viele seiner früheren Sänger sagen, sie hätten es ihm erzählt, Jahrgang für Jahrgang, immer wieder. Und auch die Geschichten über sexuelle Übergriffe könnten ihm nicht entgangen sein. […..]

Dienstag, 12. Januar 2016

Parteitrennung



"A black Christian is like a black person with no memory."
- Chris Rock


Von Europa aus betrachtet wundert man sich ein bißchen darüber, daß die vier Top-Kandidaten der stramm rechts-konservativen Republikaner ein offensichtlich schwer Geisteskranker, in Schwarzer und zwei Hispanics sind.
Müßten Einwanderer und Angehörige von Minderheiten nicht eine natürliche Abscheu vor der GOP haben?
Oder umgekehrt betrachtet; wieso favorisieren die zornigen weißen Antiliberalen kubanische Einwanderer und Dunkelhäutige für die Präsidentschaftskandidatur?
Geht jetzt etwa alles? Könnten auch eine Frau oder womöglich ein Schwuler für die Republikaner ins Rennen gehen?
Vermutlich gibt es Grenzen. Frau ist theoretisch möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Schwul ist sehr, sehr theoretisch möglich, aber praktisch so gut wie ausgeschlossen und ein absolutes NoGo ist nach wie vor ein Atheist.
Offenbar führt die partielle Überwindung der alten Rassen-, Geschlechter und Konfessionsgrenzen aber nicht zu einem Ende der Trennlinien in der amerikanischen Gesellschaft, sondern im Gegenteil zu einer Vertiefung der Gräben.
Die Frontlinien richten sich aber zunehmen an anderen Parametern aus.
Ein so religiös geprägtes Volk wie das Amerikanische kann nicht die Grundhaltung aller Religioten – „WIR SIND BESSER ALS DIE!“ – aufgeben.
Es muß immer die anderen geben, auf die man hinabblicken kann. Die anderen, die so niedrig stehen, daß man selbst automatisch weit über sie hinausragt.
Die anderen sind aber heute weniger die Andersfarbigen, sondern die Anhänger der anderen Partei.
George W. Bush war der erste Präsident, der den Anspruch Präsident aller Amerikaner zu sein aufgab und nur für „seine“ Hälfte der Bürger Politik machte.
In seinem manichäischen Weltbild waren die anderen grundsätzlich im Unrecht, because we do things right.
Er, der auserwählte Präsident wurde von Jesus angeleitet und wer GWBs Entschlüsse ablehnte war damit nicht nur anderer Meinung, sondern gegen ihn und gegen Gott.
Barack Obama war angetreten, um die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden.
Das war naiv, wie man heute weiß.
Bei dem Versuch während seiner ersten zwei Amtsjahre immer die Republikaner mit ins Boot zu holen, obwohl die Demokraten in beiden Parlamentskammern die Mehrheit hatten, scheiterte er fürchterlich.
Die GOP legte Obamas Umarmungsversuche als Schwäche aus und wurde immer aggressiver, bis sie sukzessive die Mehrheit der Gouverneursposten, des Senats und des House‘ erobert hatten. Obama verlor entsetzlich viel Zeit und sieht nun trotz einiger innenpolitischer Erfolge auf ein schlimmer gespaltenes Land denn je zuvor. Die Republikaner haben sich inzwischen so sehr der Obstruktion verschrieben, daß sie die Realität glatt negieren.
Die USA sind unabhängig von den parlamentarischen Mehrheiten nahezu unregierbar geworden.
Entweder es gibt einen republikanischen Präsidenten Cruz, Trump, Rubio oder Carson und damit einen Anführer, der die Demokraten so zutiefst hasst, daß er nie einen Kompromiss eingehen wird, oder es wird mit Sanders oder Clinton eine Person Präsident, die wie Satan persönlich die Hassgefühle der GOPer auf sich ziehen.
Willkommen im amerikanischen Zeitalter der Parteien-Apartheid.
Der New Yorker Soziologe Prof Jonathan Haidt sieht schwarz, und zwar dunkelschwarz.

[….] Nicht Hautfarbe oder Religion sind die Gefahr für die Demokratie in Amerika - sondern die Parteien.
Stellen Sie sich vor, Sie gehören einem Auswahlkomitee an und müssen einen neuen Mitarbeiter auswählen (oder jemanden, der an Ihrer Universität einen Platz bekommen sollte, oder auch jemanden, der in Ihrem Forschungsgebiet einen Preis erhalten sollte). Am Ende des Auswahlprozesses sind zwei Kandidaten übrig, die nach objektiven Kriterien exakt gleichwertig wären. Welchen Kandidaten würden Sie wählen? Den Kandidaten A, der dieselbe Hautfarbe hat wie Sie? Oder wäre es Kandidat B, der das gleiche Geschlecht hat wie Sie? Kandidat C, der dieselbe Religion hat wie Sie? Oder Kandidat D, der in derselben Partei ist wie Sie und der Ihre ideologischen Ansichten teilt?
Die meisten Amerikaner entscheiden sich heute für Kandidat D. [….] Es ist überhaupt nicht gut für Amerika, die Welt und die Wissenschaft, dass die Abneigung gegen Menschen mit anderen politischen Ansichten drastisch gestiegen ist.
[….] [….] [….] Für Amerika ist das sehr bedenklich, denn ohne Kompromisse lässt sich keine leistungsfähige Demokratie schaffen. Und wachsende Feindlichkeit zwischen Menschen mit unterschiedlicher politischer Meinung bedeutet, dass Amerikaner die jeweils andere Seite nicht nur für falsch, ja, für böse halten, sogar sie als eine Gefahr für die Existenz der Nation sehen. Amerikaner müssen künftig mit mehr Polarisierung, mehr Hetze, mehr Lähmung und blockierter Regierungsgewalt rechnen. [….]