Dienstag, 17. Dezember 2024

Der menschliche Faktor.

Die internationale Ölkrise in den 1970er Jahren löste erhebliche ökonomische Probleme in der Industrienation Deutschland aus.

Der Jom-Kippur-Krieg 1973 und die einseitige Parteinahme „des Westens“ für Israel, versetzte die arabischen Staaten so in Rage, daß sie aus Solidarität mit Palästina, von eben auf jetzt die Ölpreise um 70% erhöhten.

[….] Im Herbst 1973 drosseln arabische Ölstaaten die Förderung und verhängen ein Embargo. Der Ölpreis steigt um das Vierfache. Deutschland, erbarmungslos abhängig von Rohstofflieferungen, ist in ihrem Lebensnerv getroffen.  Am 25. November 1973 und weiteren drei Sonntagen gehören Deutschlands Straßen den Spaziergängern und Radlern. Die Autos bleiben in den Garagen, es gilt ein allgemeines Fahrverbot. Dies ist nur die spektakulärste einer ganzen Reihe von Energiesparmaßnahmen, die die Bundesregierung verkündet hat. Zwar nehmen die Menschen die Zwangspause nach außen hin gelassen, doch ein Gefühl des Unbehagens macht sich breit. Das Ende des Traums von der totalen Mobilität, so scheint es, naht. [….] Der Zeitpunkt für den Einsatz der Ölwaffe ist gut gewählt, denn in Europa steht der Winter vor der Tür. Erdöl ist für die Industrienationen des Westens die wichtigste Energiequelle und seit Jahren steigt die Nachfrage. Allein die Bundesrepublik Deutschland deckt 55 Prozent ihres Energiebedarfs mit Import-Rohöl, davon stammen 75 Prozent aus den arabischen Ländern.

Wirtschaftsminister Hans Friderichs (FDP) setzt zunächst auf Beschwichtigung und erklärt, dass die Vorräte für ein halbes Jahr reichen. Dennoch wird Heizöl und Benzin schnell teurer. Das Kabinett beschließt Sparmaßnahmen mit Vorbildcharakter: Bundesbehörden heizen weniger und reduzieren die Beleuchtung, für Fahrzeuge des Bundes wird ein Tempolimit eingeführt. Doch wenn's ums Auto geht, zeigen sich die mobilitätsorientierten Deutschen uneinsichtig, der Benzinverbrauch geht nicht wie erwartet zurück.

Nun entscheidet sich die Bundesregierung für eine gezielte Symbolpolitik, die die Bürger wachrütteln und zum Sparen zwingen soll. Anfang November 1973 peitscht Kanzler Willy Brandt im Eilverfahren das Energiesicherungsgesetz durch den Bundestag. Darin heißt es: "Die Benutzung von Motorfahrzeugen kann nach Ort, Zeit, Strecke, Geschwindigkeit und Benutzerkreis sowie Erforderlichkeit der Benutzung eingeschränkt werden".[….] Auf der Grundlage des Energiesicherungsgesetzes wird den Deutschen ein Sonntagsfahrverbot verordnet, zunächst an vier Tagen im November und Dezember. Darüber hinaus gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen. Vor dem ersten autofreien Sonntag - Sonderfahrtgenehmigungen gibt es nur für Personengruppen wie Polizisten, Ärzte, Blumenhändler, Journalisten und Taxifahrer - malen Psychologen Horrorszenarien an die Wand: Wenn Familien ihren Wagen stehen lassen und zuhause bleiben, wird es unweigerlich zu Gewalttaten kommen.

Doch die Menschen reagieren gelassen. [….]

(BR, 11.04.2014)

Der erste sozialdemokratische Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Brandt, der 1972 ein SPD-Rekordergebnis von 45,8% geholt hatte und vor der CDUCSU lag,  trat 1974 ermattet zurück. Helmut Schmidt übernahm in der schweren Krise. Ihm flogen (damals) bei weitem nicht so die Herzen zu, wie seinem Vorgänger. Die nächste Bundestagswahl drohte zum SPD-Desaster zu werden. Am 3. Oktober 1976 holte Kanzlerkandidat Kohl für die Schwarzen zwar beeindruckende 48,6%, verfehlte aber die absolute Mehrheit im Bundestag um sechs Mandate. SPD und FDP kamen zusammen auf 264 Sitze, CDUCSU auf 254. Mehr Parteien gab es damals nicht. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kohl wechselte als Oppositionsführer nach Bonn und arbeitete sich sechs Jahre an Helmut Schmidt ab.

Kohl war legendär nachtragend und sein Elefantengedächtnis wurde von dieser knappen Niederlage bestimmt. Er wollte es Schmidt heimzahlen, weil er sich als rheinischer Katholik betrogen fühlte. Die von ihm so verachteten protestantischen Norddeutschen hatten es ihm eingebrockt.  Die beiden Helmuts waren charakterliche diametrale Gegensätze. Schmidt zelebrierte seine Bescheidenheit, war ungeheuer gebildet, parlierte fließend in Englisch und französisch, war international als finanzökonomischer Experte hochgeachtet und strapazierte seine Umgebung mit seinem legendären Fleiß.

Kohls hingegen war die Inkarnation der Provinz. Jovial, bräsig, kaum belesen, sprach keine einzige Fremdsprache, schlief und fraß dafür umso mehr.

Die beiden Männer konnten wirklich gar nicht miteinander, weil sie einander verachteten.

Interessant war aber, mit wem sie durchaus konnten. Schmidt war auch ein scharfer Gegner seines nächsten schwarzen Kanzlerkandidaten Franz Josef Strauß, gegen den er ebenfalls die Bundestagswahl gewann; sogar viel deutlicher als gegen Kohl 1976. Politisch war der CSU-Chef sogar noch weiter von ihm entfernt, als der CDU-Chef. Aber Strauß war gebildeter als Kohl, hatte klassische Sprachen studiert, war (auch dank seines Pilotenscheins) viel in der Welt unterwegs. Daher nahm Schmidt ihn eher als ebenbürtig wahr, als den intellektuell sehr einfachen Kohl. Umgekehrt akzeptierte Strauß den Sozi-Kanzler immerhin als politisches Schwergewicht, das sich durchzusetzen vermochte und wußte wovon es sprach.

Auch nachdem Kohl 1982 selbst Kanzler wurde, konnte das Verhältnis zu seinem Vorgänger nie repariert werden. Als Herausgeber der ZEIT und Vorsitzender des Interaction Councils wirkte Schmidt sogar noch weltmännischer und intellektueller. Ein Graus für den dicken Pfälzer, der seine Staatsgäste in Strickjacke traf und mit ihnen Saumagen fraß. Wenn Bundeskanzler Kohl einen direkten Draht in die SPD brauchte, wandte er sich stattdessen an Willy Brandt. Sein Vorvorgänger stand noch weiter links und somit deutlicher weiter entfernt von ihm, als Schmidt. Außerdem konnte seine Herkunft als Exilant und Nazigegner, kaum gegensätzlich als Kohls sein. Brandt sprach fließend englisch, französisch, spanisch, italienisch, schwedisch und norwegisch. Kohl hingegen war ein hoffnungsloser Fall; unfähig, irgendetwas anderes außer pfälzisch zu sprechen.

Aber Kohl und Brandt hatten einen ähnlich emotionalen Zugang zur Politik, zu Personen und Nationen. Sie waren nicht so verkopft, wie der Hyper-Rationalist Schmidt. Und so sangen sie gern zusammen in Berlin zum Mauerfall, tief bewegt, die Nationalhymne. Ohne Schmidt.

Angela Merkel passt in keine dieser vier Schubladen. Aber auch sie kann über Parteigrenzen hinweg mit einigen gut, mit anderen gar nicht.

Helmut Schmidt besuchte sie gelegentlich im Kanzleramt. Es ist auch bekannt, daß sich Kanzler Scholz immer noch gelegentlich mit ihr austauscht.

Der 96-Jährige SPD-Mann Klaus von Dohnanyi ist sogar ein guter enger Freund von Merkel. Mit ihrem direkten Vorgänger Gerd Schröder kann sie hingegen gar nicht. Ebenso wenig mit Horst Seehofer. Geradezu legendär ist die tiefe wechselseitige Verachtung zwischen ihr und Fritze Merz. Die Gründe sind offensichtlich: Er wird ihr niemals verzeihen, ihn 2002 ausgebootet zu haben und später sogar 16 Jahre auf seinem Kanzlerthron gehockt zu haben. Das stünde ihr als ostdeutscher Protestantin ohne CDU-Sozialisation gar nicht zu, argwöhnt der zutiefst in seiner männlichen Eitelkeit gekränkte Merz. Sie wiederum fremdelt mit Merzens erzkonservativ-unflexiblen katholischen Herkunft und verachtet ihn für seine aufbrausende Dampfplauderei. Merz ist ein emotionales Wrack, das seine Gefühle nicht im Griff hat. Jeden Tag auf’s Neue, läßt Merz sich verbal gehen, poltert irgendetwas raus, das für allgemeines Kopfschütteln sorgt und mühsam wieder eingefangen werden muss. Nur weil der CDUCSU-Kanzlerkandidat nicht in der Lage ist, nachzudenken, bevor er loslegt. Merkel hingegen ist die Kontrolle in Person, lässt sich auch durch drastische Demütigungen auf offener Bühne nicht aus der Ruhe bringen.

Viele Beispiele wurden international bekannt. GWB, der plötzlich von hinten ihre Schultern begrabschte, Berlusconi, der sie telefonierend warten ließ, Putin, der sie mit einem Hund erschreckte, Seehofer, der sie wie ein Schulmädchen auf offener Bühne lächerlich machte, der Iran, der ihrer Kanzlermaschine Überflugrechte verweigerte. Merkel verschwendet dafür nicht ein Joule Energie, steckt das stoisch weg. Merz hingegen rastet bei solchen Dingen sofort aus und führt sich auf wie Rumpelstilzchen.

Wenig überraschend also auch die persönliche tiefe Abneigung zwischen dem keifenden Veitstänze aufführenden Arrogantling Merz und dem unterkühlten Rationalisten Scholz. Die beiden können sich einfach nicht ausstehen und sind nicht mal phasenweise in der Lage Gemeinsamkeiten zu zeigen.

So wie Guido Westerwelle nur zwei Dinge konnte – beleidigen und beleidigt sein, beschränken sich Merzens Fähigkeiten auf Unsinn behaupten und Empörung.

[….] Kanzler Olaf Scholz hat CDU-Chef Friedrich Merz vorgeworfen, Unwahrheiten über ihn zu verbreiten. »Fritze Merz erzählt gern Tünkram«, sagte Scholz am Montagabend im ZDF-»heute journal«.

Tünkram ist Plattdeutsch und heißt so viel wie dummes Zeug oder Unsinn. Scholz bezog sich damit auf Kritik von Merz, dass der Kanzler auf EU-Gipfeln öfter schweigend dabei sitze, ohne sich politisch einzuschalten. Im Bundestag hatte Merz nachmittags gesagt, es sei »zum Fremdschämen«, wie der Kanzler sich in der EU bewege.

Scholz sagte über Merz weiter: »Das wird ja nicht die einzige Sache sein, wo er sich so verhält. Er hat es schon oft gezeigt und wird es auch noch im Wahlkampf oft zeigen. Die Bürger werden sich ihren Reim darauf machen.«

Merz reagierte in derselben Sendung  empört. »Ich verbitte mir das, dass der Herr Bundeskanzler mich in dieser Art und Weise hier persönlich bezeichnet und angreift. Aber das ist offensichtlich ein Muster, das wir jetzt sehen.« Merz führte als Beispiel an, dass Scholz am Nachmittag im Bundestag auch FDP-Chef Christian Lindner »die sittliche Reife« für ein Regierungsamt abgesprochen habe. [….] Allerdings hatte Merz schon am Wochenende Scholz persönlich attackiert und geschrieben, Scholz sei in der EU isoliert. »Man muss es leider so sagen: Die Mehrzahl der europäischen Staats- und Regierungschefs hat einfach keine Lust mehr, den deutschen Bundeskanzler zu treffen, der entweder stundenlang schweigend dasitzt oder belehrend die Welt erklärt.« [….]

(SPON, 17.12.2024)

Fritzes Eitelkeit überstrahlt jede politische Ratio. Wie er sich gerade persönlich fühlt, wird ihm immer zehnfach wichtiger sein, als alle Interessen Deutschlands zusammen.

Selbst auf milde verbale Rempler in der heißen Wahlkampfphase reagiert der Briloner Geront hysterisch. Dabei wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nächstes Jahr eine CDU-SPD-Regierung geben, weil die ebenfalls maximal irrationalen CSUler kategorisch ausschließen, mit den Grünen zu koalieren.

Das könnte sehr ungemütlich werden, weil Scholz und Merz sich gegenseitig hassen, wie die Pest. Das ist weit mehr, als Wahlkampfgetöse.

Montag, 16. Dezember 2024

Hauptsache misogyn – die katholische Kirche im Glück.

Der katholische Joe Biden wird in einem Monat abtreten. Man könnte meinen, das sei aus Vatikanischer Sicht ein Grund zur Trauer. Schließlich waren erst zwei der 46 US-Präsidenten katholisch. Nun übernimmt wieder ein Mann, der als Kind in der Presbyterianischen Kirche konfirmiert wurde und seither mit einer Kaskade unchristlicher Aktionen – Ehebruch, Pussy-grabben, Scheidungen, Vergewaltigungen, verurteilt wegen sexueller Belästigung, Pornstar-Bumser – auffiel. Sollten die US-Kardinäle nicht dem überzeugten frommen Katholiken Biden mit seiner skandalfreien Bilderbuchehe hinterher trauern?
Au contraire! Denn Biden setzt sich für Frauenrechte und queere Anliegen ein. I Gitt! Das mögen die Vertreter der weltgrößten transnationalen Kinderfi**erorganisation gar nicht. Die Frage Trump oder Biden, entschied die katholische Kirche schon vor vier Jahren eindeutig. Sie steht an der Seite des kriminellen frauenfeindlichen Milliardärs, der leidenschaftlich jede einzelne der sieben Todsünden begeht.

(….) Aber nun steht das US-Epikopat vor einem riesigen Problem: Da Präsident Biden frommer Katholik ist, der keinen Gottesdienst verpasst und die Bibel auswendig kennt, stimmte bei der US-Wahl im November 2020 nur noch eine kleine Mehrheit der US-Katholiken für das christliche Idol Donald Trump.

Ein Skandal für die Bischöfe, denn vor die Wahl gestellt, ob die Schäfchen für Joe Biden oder Donald Trump stimmen sollten, entscheiden sie sich nicht nur für Letzteren, sondern verweigern Joe Biden auch noch die Oblate.

[….] Trotz Warnungen vor einer möglichen Politisierung haben die römisch-katholischen Bischöfe in den USA beschlossen, eine "formelle Erklärung über die Bedeutung der Eucharistie im Leben der Kirche" zu verfassen. Das teilte die Bischofskonferenz am Freitag mit.  Bei einer Geheimabstimmung hätten sich 168 Bischöfe für ein solches Lehrdokument ausgesprochen und 55 dagegen. Sechs enthielten sich der Stimme. Eine Passage wird sich mutmaßlich mit der Eucharistie für katholische Politiker befassen, die sich nicht an die kirchliche Ablehnung von Abtreibungen und andere Lehrgrundsätze halten. Betroffen wäre davon auch US-Präsident Joe Biden, ein häufiger Kirchgänger, der viel über seinen katholischen Glauben spricht, dennoch aber für eine Legalisierung von Abtreibungen eintritt.  [….]

(SZ, 19.06.2021)

Klar, wenn die weltweit größte Kinderf*ckervereinigung RKK die Wahl hat zwischen einem vorbildlich treuen und frommen Katholiken wie Biden auf der einen Seite und auf der anderen Seite dem 30.000-fachen Lügner und Sex-Protz Trump, der sich weitgehend mit Pädophilen umgibt (Gaetz, Epstein, Roy Moore,..), halten die Kindervergewaltiger zusammen.

Nach der Vorstellung der katholischen US-Bischöfe ist Trump, der nie in die Kirche geht,  ein guter Mann, weil er schwangere Frauen BESTRAFEN will – was dann nachweislich zu MEHR Abtreibungen führt.  Biden, der jeden Sonntag in die katholische Messe geht, will hingegen die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen überlassen – was nachweislich zu WENIGER Abtreibungen führt. Die Bischöfe setzten sich also nicht nur für die Kinderf*cker unter ihnen ein, sondern auch für misogyne Gesetze, die zu mehr Abtreibungen führen. Die Parteinahme gegen Biden ist nicht etwa subtil, sondern eine schreiende öffentliche Klatsche. Er soll von der Eucharistie ausgeschlossen werden, die Kommunion muss ihm verweigert werden.

Alle Amerikaner, die ein liberales Abtreibungsrecht und damit weniger Abtreibungen unterstützen, sollen von der Kommunion ausgeschlossen werden.

Keine Hostie für Frauenrechtler und Menschen mit Verstand!

[….] Betroffen wäre auch Joseph Robinette Biden Jr., der eben nicht nur ein gläubiger Christ und ein fleißiger Kirchgänger ist, sondern auch Präsident der Vereinigten Staaten.   Das ist eine bemerkenswerte Einmischung der katholischen Bischöfe in die Politik - fast ein Akt der Rebellion. Die Kirchenfunktionäre stellen sich damit zum einen gegen Papst Franziskus in Rom, der zwar alles andere als ein Abtreibungsbefürworter ist, der die amerikanischen Bischöfe Anfang Juni aber trotzdem offen davor gewarnt hat, die Teilnahme an der Eucharistie an politische Kriterien zu knüpfen. Die Eucharistie "ist keine Belohnung für Heilige, sondern sie ist das Brot für die Sünder", mahnte er.  Die Bischöfe düpieren mit ihrem Beschluss zum anderen aber auch einen Präsidenten, der als der frömmste seit langer Zeit gilt. Biden ist erst der zweite katholische Präsident der USA, der erste war John F. Kennedy. Und man muss wohl bis zum Südstaaten-Baptisten Jimmy Carter zurückgehen, um einen amerikanischen Präsidenten zu finden, der so fest im christlichen Glauben verwurzelt ist wie Joe Biden. Ein wesentlicher Teil seiner politischen Überzeugungen, vor allem, was die Sozialpolitik angeht, speist sich daraus. "Mein katholischer Glauben hat mir eine wesentliche Wahrheit eingepflanzt", schrieb Biden voriges Jahr in einem Meinungsbeitrag. […..]

(Hubert Wetzel, 21.06.2021)

Das US-Episkopat stellt sich dabei nicht nur ganz deutlich auf die Seite der ReTrumplicans und gegen die Demokraten. (…)

(RKK-Totalschaden, 29.05.2021)

In den folgenden vier Jahren sammelte Trump wegen seiner sexuellen Ausschweifungen lauter Urteile vor Gericht ein und wurde so noch mehr zum Mann der RKK.

[…] Trump, who was raised as a Presbyterian but now considers himself non-denominational, has nominated at least a dozen Catholics to top positions in his administration, including his own vice president JD Vance, a Catholic convert, and Robert F. Kennedy Jr., his pick for Health and Human Services Secretary. Their faith could play a direct role in shaping public policy, from pro-union policies and new tariffs to expanding the child tax credit and more tightly regulating the food and drug industries — and also help carve a new path forward for the Republican Party.

In interviews, several conservative practicing Catholic leaders said they see a close alignment between many of Trump’s second-term policy priorities and a conservative read of Catholic social teaching, which goes far beyond abortion. It’s also focused on promoting marriage and having children, giving parents wide discretion on everything from school content to health care and empowering non-governmental institutions like churches and nonprofit organizations for social support. “No one’s walking into the administration ready to mount a crusade or anything,” said Rachel Bovard, vice president of programs at the Conservative Partnership Institute, a Trump-aligned think tank. But “there’s a very specific sort of Catholic paradigm that you may begin to see.”  […]

(Politico, 15.12.2024)

Ganz anders, als bei Joe Biden, lassen sich mit Trumps zweiter Regierungsmannschaft hervorragend Frauen, Schwule, Transmenschen diskriminieren und in die Verzweiflung treiben. So lieben es die Katholiban. Ein Kabinett aus alten weißen Sexisten. Juhu! So viel besser, als die diverse Biden-Truppe, in der Schwule und Frauen mitreden durften. Weiber, die sich auch noch für Weiber-Sachen einsetzen, sind ein Graus für die Katholiken.

[….] Nancy Pelosi hofft in Streit mit Bischof auf Klärung durch Rom

Der Erzbischof von San Francisco hatte der ehemaligen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses wegen ihrer Haltung in der Abtreibungsfrage den Kommunionempfang verweigert. Nun hofft die Katholikin auf Beistand aus Rom.

Wie der „National Catholic Reporter“ am Donnerstag berichtete, hat sich die demokratische Ex-Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, an den Vatikan gewandt, um den zwei Jahre alten Streit mit dem Erzbischof von San Francisco beizulegen.

Erzbischof Salvatore Cordileone hatte Pelosi im Mai 2022 wegen ihrer Unterstützung eines „Grundrechts auf Abtreibung“ vom Kommunionempfang ausgeschlossen. Der Erzbischof begründete diesen Schritt wie folgt: „Eine katholische Gesetzgeberin, die Abtreibung unterstützt, obwohl sie die Lehre der Kirche kennt, begeht eine offensichtliche schwere Sünde.“ Für einen solchen Verstoß sehe das Kirchenrecht vor, dass der Sünder nicht mehr die Kommunion empfangen dürfe. Erst wenn Pelosi sich öffentlich von ihrer Haltung distanziere und beichte, dürfe sie in ihrer Heimatdiözese wieder die Kommunion empfangen. [….]

(VaticanNews, 16.12.2024)

Sonntag, 15. Dezember 2024

Übernatürliches im Kreml

Obwohl ich nie die britische TV-Serie Dr. Who gesehen habe, bin ich mit dem Wort „Tardis“ (Raum-Zeit-Maschine, Time And Relative Dimensions In Space) vertraut, da es vielfach Eingang in die Popkultur fand.

Wikipedia hilft:

Als TARDIS wird in der Serie ein ganzer Raum-Zeit-Maschinentyp bezeichnet, der als Zeitmaschine und Raumschiff zugleich dient. Das Innere einer TARDIS ist viel größer, als ihre äußere Erscheinung vermuten lässt. Mit Hilfe eines „Chamäleon-Schaltkreises“, einer Art Tarnvorrichtung, kann sie sich durch Änderung ihrer äußeren Erscheinung – ähnlich einem Chamäleon – an ihre Umgebung anpassen. In der Serie steuert der Zeitreisende „der Doktor“ ein unzuverlässiges, altmodisches Modell Typ 40 TARDIS, dessen Chamäleon-Schaltkreis seinen Dienst versagt hat und in der Tarneinstellung einer britischen Polizei-Zelle im Stil der 1960er Jahre stecken geblieben ist. Der Doktor hatte den Chamäleon-Schaltkreis repariert, der aber wieder in der gewohnten Form stecken blieb. Dieses Modell des Doktors wird in der Serie gewöhnlich als die TARDIS, in einigen der früheren Episoden einfach als das Schiff („the ship“) bezeichnet.

Die Serie fand Eingang in die britische Popkultur. So wird die Form des britischen Polizei-Notrufhäuschens eher mit der TARDIS als mit seiner eigentlichen Funktion assoziiert. Das Wort TARDIS wird dazu verwendet, all das zu beschreiben, was innen größer erscheint, als es von außen aussieht.

Es ist tatsächlich ein Wort, das erfunden werden musste, um die Wirklichkeit zu beschreiben. Ähnlich wie das Verb „mitschämen“ oder das immer noch fehlende „nicht durstig“-Pendant zu „satt“.

Die Wikipedia-Beschreibung der Tardis passt erstaunlich gut auf ein Phänomen, das man ebenfalls mit herkömmlichen Worten schwer beschreiben kann: Wladimir Putin.

Auch er passte sich vor Jahrzehnten Chamäleon-artig an seine Umgebung an, auch er ist ein kleines, altmodisches Modell, auch er ist in früheren Zeiten stehen geblieben, auch bei ihm sind eine Menge Schaltkreise unwiederbringlich durchgeschmort und insbesondere ist sein Inneres – und zwar genauer gesagt sein Mastdarm – erheblich größer als sein Äußeres.

Man fasst es nicht, wie viele Leute in seinen Verdauungstrakt passen: Donald Trump und die GOP, Marine Le Pen mit ihrer rechten Trümmertruppe, Viktor Orbán und die Fidesz, Sahra Sarrazin und ihr BSW-Fanclub, Alice Schwarzer und Emma, die AfD und halb Ostdeutschland. Je kleiner Putin sich menschlich macht, desto geräumiger wird es offenbar in seinem Hinterteil.

(….) [….]  NATO geht von einer Million Opfern im Ukraine-Krieg aus

Die NATO geht davon aus, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bereits mehr als eine Million Opfer gefordert hat. "Jede Woche gibt es mehr als 10.000 Tote oder Verwundete auf allen Seiten", sagte NATO-Generalsekretär Mark Rutte bei einer Diskussionsveranstaltung in Brüssel. Jeden Tag verursache der Krieg mehr Zerstörung und Tod.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor die Zahl der eigenen im Krieg getöteten Soldaten mit 43.000 angegeben. Zudem habe es 370.000 Fälle gegeben, in denen Verletzten Hilfe geleistet worden sei, teilte er mit. Etwa die Hälfte der Verletzten sei in den Kriegsdienst zurückgekehrt.  [….]

(Tagesschau, 12.12.2024)

Eine Million Tote, die Putins Angriffskrieg verursacht hat. Dazu astronomische Zerstörungen, globale finanzielle Kosten und apokalyptische Umweltzerstörungen.

Oder wie es Wagenknechts rechte Schwurbler ausdrücken:

[….] „Willkommen“: Russland wird Zufluchtsort für deutsche Werte-Flüchtlinge [….] Nachdem der russische Präsident das Dekret über die Unterstützung für Personen, die nach Russland umziehen möchten, unterzeichnet hat, ist die Zahl der Interessenten auf mehr als 500 neue Mitglieder pro Tag in einer Gruppe in einem der sozialen Netzwerke gestiegen.

Ein Umzug nach Russland soll „eine einzigartige Möglichkeit für Menschen, die traditionelle Werte wie Familie, Gemeinschaft und Respekt vor kulturellem Erbe teilen. [….] Ob man sich nun eine solche Auswanderung nach Russland vorstellen kann oder nicht, eines Eindrucks kann ich mich nicht erwehren: Es scheint geradezu bewundernswert, dass Russland trotz der feindseligen Stimmung, ja Kriegstreiberei gegen Russland, die derzeit in Deutschland und anderen europäischen Ländern herrscht, weiter auf friedliches Kennenlernen, Versöhnung und Freundschaft setzt. [….]

(PhiloPenis, David Berger, 05.12.2024)

Eine Million Tote durch Russlands Präsidenten übersetzt in schwurbelisch:

 Russland [setzt] weiter auf friedliches Kennenlernen, Versöhnung und Freundschaft.  (….)

(Alice is pissed, 13.12.2024)

Menschenleben, Natur, Klima – der Kreml-Herrscher vernichtet.

[….] Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj sind zahlreiche nordkoreanische Soldaten im russischen Angriffskrieg gefallen. Die Verluste seien erheblich, erklärte er. Zahlen nannte Selenskyj nicht. Das russische Militär setze die Nordkoreaner inzwischen in größerer Zahl ein. Demnach kämpfen sie vor allem in der russischen Region Kursk, in die die ukrainische Armee vor einigen Monaten vorgestoßen ist. Anfang November hatte Kiew erstmals von einer Verwicklung der Nordkoreaner in Gefechte berichtet. Inzwischen seien sie weitgehend in die russischen Einheiten integriert und könnten bald auch an anderen Frontabschnitten auftauchen. [….]

(Deutschlandfunk, 15.12.2024)

Während auch die Assad-Familie bei Putin weilt und dieser nun im großen Stil Nordkoreaner in Leichensäcke steckt, entbrennen unsere deutschen Nazi-Ossis in immer größerer Liebe zu ihm. Bernd Höcke und Tino Chrupalla tauchen mit ihrer AfD tief ein in Putins Arsch und machen es sich in den scheinbar unendlich großen Darmtrakten gemütlich. Die exkrementelle Umgebung ist ganz nach ihrem Geschmack. Braun ins Braune.

[…] Während AfD-Chef Chrupalla die Nato-Mitgliedschaft Deutschlands infrage stellt, wirbt Björn Höcke in Thüringen für einen russlandfreundlichen Kurs. Die Mitglieder seines Landesverbands bestätigten ihn im Amt. […]

Eine »Wirtschaftsgemeinschaft von Lissabon bis Wladiwostok« und mehr Unabhängigkeit von den USA: Thüringens AfD-Chef Björn Höcke arbeitet sich in einer Parteitagsrede an Friedrich Merz, Mario Voigt (CDU) sowie der deutschen Außenpolitik ab und schwört seine Anhänger auf einen russlandfreundlichen Kurs ein.

»Russland versteht sich als Gegenentwurf zur universalistischen Hegemonie der nichteuropäischen Weltmacht USA«, las Höcke bei einem Landesparteitag in Arnstadt aus einer Resolution vor. Die rund 300 Mitglieder nahmen sie an. »Von der guten Beziehung Deutschlands und Europas zu Russland hängt der Friede in Europa ab«, steht darin, aber kein Wort dazu, dass Russland die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen hat. Stattdessen: »Seit fast drei Jahren führen die Ukraine und Russland Krieg gegeneinander.« […] In seiner Rede skizzierte Höcke ein »Europa, dessen Wirbelsäule von Paris über Berlin nach Moskau verläuft«. […] Er finde dessen Traum von einer »eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft, die von Lissabon bis Wladiwostok reicht«, attraktiv, sagte Höcke.

Die von den AfD-Mitgliedern verabschiedete Resolution wurde in deutscher, englischer und russischer Sprache präsentiert. Darin ist von einer »Abspaltung Russlands von Europa« die Rede. Diese folge einem US-amerikanischen Kalkül, da die USA ihre Vormachtstellung in Europa nicht aufgeben wollten.

»Von der guten Beziehung Deutschlands und Europas zu Russland hängt der Friede in Europa ab«, heißt es in der Resolution. Einem »US-amerikanischen Weltkonzept« müsse ein europäisches entgegengestellt werden. […] Chrupalla forderte die Bundesregierung zudem auf, den Sieg Russlands im Ukrainekrieg anzuerkennen: »Russland hat diesen Krieg gewonnen.« Zudem sagte er: »Die Realität hat diejenigen eingeholt, die angeben, die Ukraine befähigen zu wollen, den Krieg zu gewinnen.« Die Bundesregierung müsse »endlich zu dem Punkt kommen, den Krieg beenden zu wollen«.[…]

(SPON, 15.12.2024)