Montag, 3. April 2023

Bayern auf Droge

Das war wieder einmal reiner Rechtspopulismus, als Markus Söder im Oktober 2022 auf dem CDU-Parteitag wider die Ampelpläne wetterte, „da muss noch Kokain her und Christel Mett“!

Was ihm da unfreiwillig komisch geriet, war eine schlichte Lüge, da niemand in der Ampel-Koalition derartiges plant oder fordert.

An dieser Stelle will ich nicht erneut die Cannabis-Legalisierungs-Diskussion führen. Wissenschaftlicher Konsens besteht darin, daß die strikte Drogenverbotspolitik („war on drugs“) gescheitert ist und zu mehr Drogentoten führt, als liberalere Strategien. Daher wenden sich auch mehr und mehr Ländern von dem Verbotsunsinn ab. Daher sind die Ampel-Pläne völlig richtig.

Ich empfehle MAITHINK X vom 26. Februar 2023 mit Dr. Mai Thi Nguyen-Kim zum Thema „Deutschlands dumme Drogenpolitik“. Darin sind alle Fakten und Erkenntnisse zum Thema sachlich und verständlich in 29 Minuten zusammengefasst.

Die Säuferpartei CSU agiert hingegen nicht nur populistisch, antiwissenschaftlich und illiberal, sondern auch perfide und antihumanistisch, indem sie mehr Tote produziert. Menschenleben sind der bayerischen Christenpartei herzlich egal. Da zettelt sie lieber einen Kulturkrieg an und plant mehr Tote ein – siehe Waffenrecht, siehe Promillegrenze, siehe Rüstungsexporte, siehe Tempolimit, siehe Frontex, siehe Flüchtlingsobergrenze, siehe Grenzschließungen, siehe Pushbacks. Lebensschutz ist unnütz, wenn man stattdessen ein paar mehr CSU-Wählerstimmen generieren kann.

[….] 2022 zählte Bayern offiziell 277 Drogentote - anhaltend hohes Niveau, ein Plus im Vergleich zum Vorjahr (255 Fälle), wie die neue polizeiliche Kriminalstatistik zeigt. In fast der Hälfte der Fälle ist Heroin im Spiel, oft aber geht es um eine Mischvergiftung.   [….]

(Johann Osel, 02.04.2023)

In Bayern sterben immer mehr Menschen an Drogen und die tatsächliche Zahl der Toten liegt weit über 277.

[….] Regelmäßig streichen Uwe Schmidt und sein Team von der Drogenhilfe Schwaben Klienten aus ihrer Liste - weil sie tot sind. Da sind zum einen die "stillen Drogentoten", wie der Geschäftsführer und Sozialpädagoge sie nennt, "der Körper macht so einen Lebenswandel nicht lange mit". Abhängige etwa von Heroin, Amphetaminen oder Opiaten sterben irgendwann, zu früh oder viel zu früh, letztlich an Herzversagen, Leberzirrhose, Lungenschäden, auch an Folgen von Infektionskrankheiten. Alkohol und Rauchen tragen da nicht selten dazu bei. Von Freunden, aus der Szene, von Betreuern erfährt die Drogenhilfe dann von diesen Toten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die andere Hälfte der Drogentoten sind diejenigen, die statistisch erfasst sind: Tote, bei denen etwa eine Überdosis als kausale Ursache festgestellt wird.   [….]

(Johann Osel, 02.04.2023)

Möchte man diese Opfer der strikten Drogenpolitik am Leben erhalten, müsste man Pläne der Apel, wie das "Drug-Checking" unterstützen. So könnten Suchtkranke anonym und straffrei prüfen lassen, ob das Zeug, das sie sich spritzen müssen, mit einer tödlichen Substanz gestreckt ist.

Aber das brächte der CSU keinen Vorteil an der Wahlurne.

[….] Als Allheilmittel sieht Uwe Schmidt das Vorhaben zwar nicht, aber als "große Chance". Seine Klienten konsumieren "ins Blaue hinein". Das Prinzip Hoffnung, dass alles glatt geht. Laut Experten sei jede 500. Spritze so riskant, dass Lebensgefahr drohe, also für Abhängige "locker einmal im Jahr". Attraktiv sei Drug-Checking auch, weil die Leute beim Check warten müssten - und greifbar seien für die Drogenhilfe oder soziale Beratung, um ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Übrigens auch "bisher Unerreichbare": Leute aus der Mitte der Gesellschaft, die sich ihres problematischen oder hygienisch unsicheren Konsums gar nicht bewusst seien. Koks auf der Party, Speed im Club. Noch dazu erhalte man Indizien, welche Drogen in welcher Reinheit unterwegs sind, glaubt Schmidt. Das böten bis dato nur Sicherstellungen der Polizei. Das alles seien ähnliche Pro-Argumente wie für Konsumräume, die seit 20 Jahren gesetzlich erlaubt und in manchen deutschen Städten unter klaren Regeln etabliert sind - nicht aber in Bayern, die Staatsregierung lehnte die Umsetzung bislang strikt ab. Es gehe da um sicheren Konsum, der sonst in der Parkecke oder Toilette ablaufe, erklärt Schmidt, in Eile und Angst vor der Polizei machten Konsumenten dann Fehler beim Injizieren. Dazu komme der Schutz der Öffentlichkeit, weniger zurückgelassene Spritzen zum Beispiel.  [….]

(Johann Osel, 02.04.2023)

Sonntag, 2. April 2023

Gruseliges in West-Ungarn

Johanna Mikl-Leitner, 59, von 2011 bis 2016 Österreichische Bundesinnenministerin, seit 2017 konservative Landeshauptfrau von Niederösterreich, ist sowas wie die Zukunftshoffnung der ÖVP.

Ihr Plan war es, mit erzkonservativer Politik die FPÖ-Faschisten klein zu halten.

Genau wie die ostdeutsche CDU und die bayerische CSU scheiterte sie daran und erreichte das Gegenteil. In Nord wie Süd gilt: Wenn die Konservativen rechtsextreme Positionen gesellschaftsfähig machen, wählen die Leute das Original. Die menschenverachtenden Putin-affine AFD und FPÖ profitieren.

Mikl-Leitner sollte in Niederösterreich, dem seit 1945 ununterbrochen von der ÖVP regierten größten Bundesland, leichtes Spiel haben.

2013 gewann die ÖVP mit 51% die absolute Mehrheit: 30 von 56 Sitzen.

2018 konnte sie die Mehrheit verteidigen; erhielt bei 49,6% noch 29 Sitze.

Im Januar 2023 kam für die prominente ÖVP-Amtsinhaberin aber der Absturz. Sie verlor 10 Prozentpunkte, schlug bei 39,9% auf, während die FPÖ 10 Prozentpunkte gewann und mit 24,2% sogar die SPÖ überholte.

Anders als in Deutschland, gibt es in Österreich keinerlei Schamgefühl bei der Zusammenarbeit mit Faschisten und so koaliert Mikl-Leitner nun in St. Pölten mit den Braunen, die sehr braun sind und sie zuvor »Moslem-Mama« und »Impfhexe« verteufelte. Aber so what?

[….] »Kellernazis« nennt Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, die niederösterreichischen Vertreter der Freiheitlichen. Deren Chef Udo Landbauer trug in der Vergangenheit Mitverantwortung für NS-Liederbücher. In einem davon steht zu lesen: »Da trat in ihre Mitte der Jude Ben-Gurion: ›Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million.‹«

Vergessen, verziehen – Landbauer ist nun die Nummer zwei in der Regierung. »Gratuliere, auf gute Zusammenarbeit«, flüsterte ihm Mikl-Leitner kaum hörbar bei der Vereidigung zu. Und erklärte sich anschließend in ihrer Regierungserklärung zur obersten Brückenbauerin in der politischen Landschaft Niederösterreichs. [….] Das Bündnis der von Kanzler Karl Nehammer angeführten ÖVP mit den am äußersten rechten Rand angesiedelten Freiheitlichen Niederösterreichs hat Schockwellen ausgelöst, vor allem in der Hauptstadt. [….]

(DER SPIEGEL, 23.03.2023)

Es ist selbst für Adolf Hitlers Heimat erbärmlich, wie die Post-Kurz-Konservativen gar nicht erst den Versuch unternehmen, auch nur einen Funken Anstand wiederzuerlangen.

Unterdessen zeigt der ultrarechtsradikale FPÖ- Bundesparteiobmann Herbert Kickl wie man sich eine zukünftige Mikl-Kickl- oder gar Kickl-Mikl-Bundesregierung vorzustellen hat.

Karin Kneissl, die auf Vorschlag der FPÖ 2017-2019 österreichische Außenministerin war, machte es bei ihrer Hochzeit vor.

Die Verbundenheit der FPÖ mit dem bekannten Philanthropen aus Moskau ist legendär. Man denke nur an das Strache-Mallorca-Video.

[….]  Bei ihrer Hochzeitsfeier im August 2018 hat die damalige österreichische Außenministerin Karin Kneissl nicht nur mit ihrem Ehrengast Wladimir Putin getanzt – sie erhielt vom russischen Präsidenten auch wertvolle Ohrringe als Geschenk, wie österreichische Medien am Donnerstag enthüllten.

Kneissl war von Dezember 2017 bis Mai 2019 Außenministerin. Sie lud Putin zu ihrer Hochzeit ein, als ihr Land turnusgemäß die EU-Ratspräsidentschaft innehatte. Bilder davon, wie sie mit Putin Walzer tanzt und einen tiefen Knicks vor ihm macht, gingen damals um die Welt. Doch erst jetzt wurde bekannt, dass der Kreml-Chef neben Blumen und dem Don-Kosaken-Chor auch Saphir-Ohrringe im Wert von geschätzt 50.000 Euro für die Braut mitbrachte. [….]

(Der Spiegel, 18.03.2022)

Kneissl mag den russischen Präsidenten offenbar sogar lieber als ihren Ehemann Wolfgang Meilinger, den sie nach gut einem Jahr wieder verließ, nachdem er sie angeblich verprügelte. Sie zeigte ihn im April 2020 wegen häuslicher Gewalt an.

Die Liebe zu Putin hielt hingegen; Österreichs Ex-Außenministerin Kneissl arbeitet seit Mai 2020 für den russischen Propagandasender RT und zog im Juni 2021 in den  Aufsichtsrat des russisch-kontrollierten Ölkonzerns Rosneft ein.

Die FPÖ hegt nicht nur klare Vorlieben – für Wladimir Putin – sondern auch ebenso klare Abneigungen: Den Ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hält sie für einen „Kriegstreiber“ und war gar sehr empört, als dieser vor drei Tagen im österreichischen Parlament eine Videoansprache hielt, um sich für die Unterstützung aus Wien zu bedanken.

[….] Eklat im österreichischen Parlament: Gesamte FPÖ-Fraktion boykottiert Selenskyi-Rede [….] Sie holten Tafeln mit den Slogans „Platz für Neutralität“ sowie „Platz für Frieden“ heraus. Dann standen sie alle gemeinsam auf und gingen. Die Abgeordneten der rechten Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) haben vor einer Video-Ansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi geschlossen den Plenarsaal im österreichischen Parlament verlassen.  Selenskyi hatte am Donnerstag (30. März) die Möglichkeit bekommen, vor dem österreichischen Nationalrat zu sprechen. Die FPÖ war gegen die Rede des ukrainischen Präsidenten. FPÖ-Chef Herbert Kickl hatte im Vorfeld kritisiert, dass die österreichische Regierung und die anderen Oppositionsparteien „einseitig für eine Kriegspartei Partei“ ergriffen hätten, berichtet der öffentlich-rechtliche österreichische Rundfunk ORF. [….]

(Merkur, 30.03.2023)

Gute Nacht, EU.

Samstag, 1. April 2023

Impudenz des Monats März 2023

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Es ist sicher überflüssig, an dieser Stelle die historische Anklage Donald Trumps zu erklären; die gesamte Weltpresse schreibt darüber. An erster Stelle, er selbst – selbstverständlich in falscher Rechtschreibung. Wie immer bei dem ungebildeten Polterer.

Trump beklagt „indicated“ worden zu sein.

Er ist eben nicht nur kriminell, sondern auch ein Idiot, der das Wort „indicted“ (angeklagt) nicht schreiben kann.

Das von der New Yorker Grandjury ins Rollen gebrachte Verfahren ist dabei nur eins von Sieben, das für den orangen Demokratiezerstörer lästig ist.

[….] In New York steht Donald Trump unter Anklage. In vier weiteren Strafverfahren und zwei Zivilprozessen droht ihm zusätzlicher juristischer Ärger. Ein Überblick.

Ein Zitat von Donald Trump teilen seine Fans gerade besonders oft in den sozialen Medien, jetzt, da er der erste Ex-Präsident der langen Geschichte der USA ist, der unter Anklage steht: "In Wirklichkeit haben sie es nicht auf mich abgesehen, sondern auf euch. Ich stehe nur im Weg."

Ob der 76-Jährige wirklich hofft, dass seine Fans ihn wegen solcher Aufrufe mit Gewalt vor der Justiz schützen und zurück an die Macht bringen könnten, ist nicht klar. Eindeutig hingegen ist, dass Trump mit der überdrehten Rhetorik politisches Kapital zu ziehen versucht aus den Rechtsverfahren, die ihm drohen. Sie könnten ihm helfen, sich die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu sichern. Nicht geschadet hat ihm etwa, als vor Kurzem der Finanzchef seiner Trump Organization verurteilt wurde. Dieser erhielt zwei Jahre Gefängnis wegen Steuerhinterziehung und Betrugs; Trump kam ungeschoren davon.

Bis zum Wahltermin im November 2024 dürfte keiner der Prozesse erledigt sein. Trump ist damit nicht nur der erste ehemalige Präsident unter Anklage - er wäre im Fall eines Wahlsiegs auch der erste amtierende Präsident, gegen den Verfahren laufen. Selbst im Fall einer Verurteilung dürfte er das Amt von Gesetzes wegen antreten, ja er könnte sich sogar selbst begnadigen, allerdings nur im Bezug auf Bundesgesetze.  [….]

(Fabian Fellmann, SZ, 31.03.2023)

Trump tut das, was er am liebsten tut: Seinen Amtseid, also den Schutz der US-Verfassung, maximal zu verletzten. Er schürt Gewalt, greift Rechtsstaat, unabhängige Justiz und die Demokratie selbst an. Selbstverständlich stets mit maximaler Proletenhaftigkeit und gespickt durch rassistische, antisemitische Codes.

[….] Nun übertrifft sich Trump selbst mit seiner Verachtung für die Justiz. Den afroamerikanischen Staatsanwalt beschimpfte er schon als "Tier", er unterstellt ihm eine Verschwörung mit Joe Biden und dem Großspender George Soros. Kurz: Trump bedient sich rassistischer und antisemitischer Klischees, um seine Anhänger gegen die Staatsgewalt aufzubringen. Das macht klar, wie wichtig es ist, dass mehrere Justizbehörden Trumps Verhalten derzeit genau überprüfen - auch wenn das politisch heikel ist. Die Verfahren setzen allerdings den Rechtsstaat einem Stresstest aus. Nicht nur Trump und seine Fans nennen die Untersuchungen eine politische Hexenjagd. Selbst Vertreter föderaler Institutionen, allen voran Kevin McCarthy, Sprecher des Repräsentantenhauses, kritisierten New Yorks Justiz. Dabei waren doch Gewaltenteilung und Föderalismus Ur-Anliegen der Gründerväter der USA, deren Verfassung die Republikaner angeblich so achten.

Die Anklage hat das Potenzial, das Land in eine existenzielle Krise zu stürzen.  [….]

(Fabian Fellmann, 31.01.2023)

Damit komme ich zur Impudenz des Monats März 2023, nämlich die in die moralische Bodenlosigkeit abgestürzte republikanische Partei, die ihrem kriminellen Messias tatkräftig dabei hilft, die USA zu zerstören. Stellvertretend küre ich Senator Lindsey Graham zum Blödmann des Monats.

Der pyknische Junggeselle aus South Carolina ist neben Ted Cruz der rückgratloseste Heuchler, der sich bar jeder Selbstachtung weinend vor Trump und den rechten Medien schleimspurziehend auf den Knien rutschend lächerlich macht.

Wir erinnern uns; Graham ist derjenige, der 2015 und 2016 am lautesten Trump verurteilte und Biden in den höchsten Tönen lobte.

Trump is a xenophobic, race-baiting, religious bigot

(Lindsey Graham 2016)

If we nominate Trump, we will get destroyed.......and we will deserve it.

(Lindsey Graham, 3. Mai 2016)

Als Trump jedoch entgegen Grahams Annahme die US-Präsidentschaftswahl gewann und zum größten GOP-Machtfaktor wurde, verschluckte der Senator seine Worte, drehte sich um 180 Grad und küsste enthusiastischer als alle anderen Republikaner Trumps gewaltigen Hintern ab. 

Nach der Anklage gegen Trump übertraf sich der 67-Jährige Jurist selbst, heulte pathisch in die Kamera und bettelte um Geld für Trump!

Dafür bepöbelt und beschimpft er die Biden-Familie als wäre sie Satan selbst, um Trump zu gefallen.

[….] "as good a man God ever created" and "the nicest person I think I've ever met in politics."  [….]

(Lindsey Graham über Joe Biden 2015)

[….] “All I can tell you is that on multiple fronts, we’re in a dangerous situation. Weakness breathes provocation,” Graham said. “A spy balloon over the United States shooting down an American drone — a multimillion dollar drone. They know they can get away with it. Mexico is blaming us for the fetanyl crisis, and Joe Biden is like a deer in headlights. He needs to up his game quickly.” Graham doubled down on Biden, saying that all this chaos started when the president pulled out of Afghanistan, which after 20 years, was the longest war in American history. Still, that wasn’t enough time for Graham.

“That set everything else in motion. Obama is president, Putin invades Ukraine. Biden gets elected president, Putin is trying to dismantle Ukraine. The border is completely broken. The Mexican president is taunting the United States, belitting the Republican Party, claiming that Mexico is not responsible for the poisoning of America to fetanyl, and our commander in chief is sitting around playing the fiddle, while the world burns.” [….]

(The Wrap, 15.03.2023)

Diese schamlose Lügerei, das Pathos, das Trump-Küssen lohnt sich. Nachdem Graham 2002 erstmals in den US-Senat einzog, wurde er 2008 und 2014 mit 58 und 54 Prozent der Stimmen klar wiedergewählt. Die US-amerikanische Wähler mögen offenbar solche völlig korrupten prinzipienlosen Politamöben, die alles dafür tun, die Verfassung und das Land zu zerstören.

  










Freitag, 31. März 2023

Konfessionelles Hufeisen

Die evangelische Kirche für so eine Art „Katholizismus light“ zu halten, weil dort die drei großen aktuellen Forderungen des Synodalen Weges bereits umgesetzt sind (Kein Zölibat, weibliche Geistliche, Homo-Akzeptanz), bietet sich auf den ersten Blick an, ist aber grundfalsch.

 
Die Protestanten verfügen nicht über den praktischen Sündigen-Beichten-Schwamm-drüber-Mechanismus.

Die extrem Lust- und Lebensfreude negierenden Ausprägungen des Protestantismus sind logische Konsequenz: Hutterer, Evangelikale, Pietisten, Calvinisten, Amish.

Man darf die beiden Haupt-Charakteristika der Lutherschen Lehren niemals vergessen: Rasender Antisemitismus und radikales Obrigkeitsdenken. Man hat zu dienen, sich einzufügen, fleißig zu sein, sich stets unterzuordnen. Keine Extravaganzen, nichts Buntes, immer bescheiden sein. Adolf Hitler war zwar Katholik, aber den konkreten eliminatorischen Judenhass fand er bei Martin Luther. 

Die protestantischen „deutschen Christen, DC“ waren begeisterte Unterstützer der Nazis, während die prächtigen katholischen Kirchenfürsten schon wegen ihrer Privilegien und ihrer Arroganz eher Schwierigkeiten hatten, sich der NSdAP unterzuordnen. Militärisch, einheitlich, mit nivellierten Klassenunterschieden sollte es bei HJ und BDM zugehen. Das passte habituell besser zum Protestantismus, als eitle Kardinäle in Brokat und Gold.

Wer so trist und streng lebt, wie es die strengen lutherischen Kirchen verlangen, sehnt sich nach Pomp und Internationalität. Nach bunteren Gottesdiensten und extravaganten Titeln.

Der hochintelligente Gustav Heinemann (1899-1976) war durch und durch Protestant.

[….] Unter dem Einfluss seiner Frau Hilda entwickelte er großes Interesse an der Religion. Während des Nationalsozialismus gehörte er der Bekennenden Kirche an (eine Untergruppe der evangelischen Kirche, die den Machtanspruch des Nationalsozialismus nicht akzeptierte). Unter anderem war er Mitglied des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Präses der Gesamtdeutschen Synode. [….]

(Bundespräsident)

Bei Hilda und Gustav wuchs die ebenfalls hochintelligente Tochter Uta (1926-2021) auf, die immer eine freie und kritische Denkerin war. Aus der sittenstrengen Enge des Elternhauses zog sie 1953 den Schluß, zum Katholizismus zu konvertieren. Die brillante Akademikerin, die sich 1969 als erste Frau der Welt in katholischer Theologie habilitierte und 1970 als erste Frau der Welt einen Lehrstuhl als Professorin in diesem Fach innehatte, musste später oft erklären, wie sie auf die Idee gekommen war, nach einem langen Studium der evangelischen Theologie Katholikin zu werden.

Der Essener Bischof Franz Hengsbach konnte Ranke-Heinemann akademisch nicht annähernd das Wasser reichen und war doch derjenige, der ihr am 15. Juni 1987 die Lehrbefugnis für katholische Theologie entzog. Auch ihr Kommilitone Joseph Ratzinger, der in den nicht-akademischen Bereich wechselte, disste sie später.

War sie nicht durch ihre freiwillige Konversion selbst schuld, sich solchen Männern unterordnen zu müssen? Sie selbst sagte „Ich wußte ja nicht, daß ich vom Regen in die Traufe komme.“

Der Käßmannsche Luschen-Protestantismus des 21.Jahrhunderts wirkt oberflächlich betrachtet so viel liberaler als der Kindersexfreundliche Woelki-Katholizismus.

Aber wir vergessen dabei, wie erzkonservativ die eine Million Evangelikalen in Deutschland ticken und welche pietistischen Flügel zur EKD gehören.

Man denke nur an die unsäglich frauenfeindlichen drei Hamburger Rüß-Brüder – allesamt pietistische Pfarrer.

Oder an ihr Bremer Pendant Olaf Latzel.

[….]  Alles auf Anfang: Das Oberlandesgericht hat den Freispruch für den umstrittenen Bremer Pastor Olaf Latzel kassiert und das Verfahren an das Landgericht zurückgewiesen. Das Urteil sei zu knapp und lückenhaft, kritisierten die Richter. Das Verfahren gegen den Seelsorger der evangelikalen St.-Martini-Gemeinde wegen Volksverhetzung geht also weiter.

Im dem Verfahren geht es um Aussagen, die Latzel im Jahr 2019 in einem Eheseminar getätigt hat. Der Pastor sprach damals von "Genderdreck", einer "Homo-Lobby" und "Verbrechern" vom Christopher Street Day. Das Landgericht sah seine Äußerungen als von der Religionsfreiheit gedeckt und sprach Latzel vom Vorwurf der Volksverhetzung frei. Das Oberlandesgericht hat jedoch eine andere Auffassung. "Wenn der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist, kann das automatisch nicht mehr von der Religionsfreiheit gedeckt sein", sagte Peter Lüttringhaus, Sprecher des Oberlandesgerichts. [….]

(Buten und binnen, 23.02.23)

Besonders lustig übrigens agierte das Landgericht Bremen, als es im August 2021 einen Gutachter im Fall Latzel bestellte.

[….]  Gutachter für Latzel-Prozess: Ausgelebte Homosexualität ist Sünde

Der Theologe Christoph Raedel soll für das Berufungsverfahren Olaf Latzels dessen Aussagen zu Homosexualität und Gender anhand der Bibel prüfen. Raedel erklärte nun vorab, dass er praktizierte Homosexualität nicht gutheißen könne. Der theologische Gutachter für das Berufungsverfahren um den wegen Volksverhetzung verurteilten Bremer Pastor Olaf Latzel bezeichnet „ausgelebte Homosexualität“ als „Sünde“. Der Theologieprofessor Christoph Raedel von der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen sagte am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd), er stimme der Haltung seiner methodistischen Freikirche voll zu: „Die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche kann die praktizierte Homosexualität nicht gutheißen und betrachtet diese Handlungsweise als unvereinbar mit der christlichen Lehre.“ In dem Berufungsprozess am Landgericht Bremen solle er Latzels Aussagen über Homosexualität und Geschlechtergerechtigkeit theologisch-wissenschaftlich bewerten, bestätigte Raedel. [….]

(Pro Medienmagazin, 03.09.2021)

Protestantismus in Deutschland – ein Fall für das Titanic-Magazin.

[….]  Zur Klärung der Frage, ob es Volksverhetzung ist, wenn Latzel sagt, Homosexualität sei eine „Degenerationsform von Gesellschaft“ und „überall laufen Verbrecher rum vom CSD“ soll der Theologieprofessor Christoph Raedel beurteilen, ob diese Aussagen „noch von der Bibel gedeckt“ sind. Raedel wiederum bekennt sich selbst dazu Homosexualität für eine (heilbare) Sünde zu halten und „ein Symptom für den gefallenen Zustand der Welt, der die Entfremdung des Menschen von Gott beschreibt.“ Zusammengefasst soll also ein Quatschkopf beurteilen, ob der Quatsch eines anderen Quatschkopfes mit dem Quatsch eines jahrtausendealten Quatschtextes übereinstimmt. Hast Du, hohes Gericht, etwa vor, bei der Gelegenheit gleich die ganze Bibel der Volksverhetzung zu überführen?

Löblich, aber vielleicht gar zu emsig, findet:  [….]

(Titanic, 10/21)

Donnerstag, 30. März 2023

Verhältnis zu Russland

Wenn man heute durch die Stories der deutschen Presse scrollt, kommen Putin und ganz allgemein Russland, wieder sehr schlecht weg.

·        Putin eskaliert an der Atomdrohungsschraube, indem er russische Atomraketen in Belarus stationieren lässt.

·        Putin eskaliert auf diplomatischer Ebene, indem er seinen Geheimdienst einen US-amerikanischen Journalisten einsperren lässt.

·        Putin eskaliert auf Cyber-Ebene, indem seine Hacker große Angriffe auf westliche Infrastruktur vorbereiten.

Ich finde es wichtig, nach wie vor zwischen „Putin“ und „Russland“ zu unterscheiden. Natürlich sind nicht alle Russen Putin-Fans und natürlich sind nicht alle Russen gleich.

Aber selbst wenn man sich wie der AfD-Propagandist David Berger in tumber Ukraine-Phobie ergeht und Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj hanebüchene Perversionen andichtet, kann aller Whataboutism dieser Welt nicht rechtfertigen, welche Politik der Kreml-Chef 2023 betreibt.

Ich empfehle an dieser Stelle auch gern noch einmal die dreiteilige ARTE-Dokumentation „WER IST PUTIN?“. Ein kleines Meisterwerk, welches viel über die Hintergründe des Ukraine-Krieges erklärt, das auch drastische Fehlleistungen des Westens nichts ausspart, so daß Sahra Sarrazin und ihr Ehemann Oskar Lafontaine Whataboutism-Material über die USA sammeln können.

Aber auch all das macht eben nicht besser, was Putin jetzt gerade in anstellt: Die Zerstörung einer großen souveränen Nation und Massenmord.

Da ist es irrelevant, wie viele katastrophale Fehler die USA, der Westen, die EU, Deutschland, Merkel angestellt haben.

Mir gefallen Sanktionen auch nicht. Niemanden gefallen Sanktionen. Sie sind nie zielgerichtet, treffen einen auch selbst und wirken, wenn überhaupt, nur langsam.

Es hilft aber alles nichts; Sanktionen sind erstens die stärkste Waffe vor der militärischen Eskalation und zweitens finanziert man mit ohne Sanktionen indirekt die Massaker an der Ukrainischen Bevölkerung mit. Sanktionen, die uns selbst gar nicht schaden, kann es nicht geben; das liegt in der Natur der Sache.

Es ist aber ethisch nicht vertretbar, diesen Schaden an uns selbst zu vermeiden. Zumal eben nicht nur die CDU oder die Merkel-Regierung oder die Energiewirtschaft in den letzten Jahrzehnten vom russischen Gas und Öl profitierten, sondern ALLE Deutschen. Es war außerordentlich bequem, eine zuverlässige und billige Energieversorgung zu haben. Das brachte günstige Verbraucherpreise und ersparte uns hunderte Milliarden Euro Investitionen in den Umstieg zu alternativen Energien.

Jetzt kommt eben die dicke Rechnung für unsere bisherige amoralische Doofheit, das Weggucken, das sich einen schlanken-Fuß-Machen.

In Europa ist diese Erkenntnis aber noch nicht vollständig angekommen. Jeder will sich aus den Belastungen durch Russland-Sanktionen herauswinden.

Belgien beharrt auf den sanktionsfreien Import russischer Diamanten.

Die FDP blockiert aus blankem Populismus den längst überfälligen Einstieg in Gas- und Öl-unabhängigere Formen des Heizens und des Verkehrs.

In Norwegen, Finnland, Schweden, Estland und Dänemark herrschen im Januar durchschnittlich deutlich niedrigere Temperaturen als in Deutschland und trotzdem gibt es dort die meisten Wärmepumpen. Die Häuser sind ähnlich gedämmt wie hier. Verbote von Öl- und Gasheizungen gelten dort längst. Deutschland hängt nicht nur technisch Jahre hinterher, sondern weigert sich in Form der FDP auch noch 2023 die Putinsche Realität anzuerkennen.

[….]  Es gibt ein Land in Europa, in dem schon heute die meisten Menschen ihre Wohnungen mit einer Wärmepumpe beheizen. Etwa zwei Drittel aller Haushalte werden dort mit den Geräten warm gehalten, um die seit einigen Wochen in Deutschland fast schon ein Kulturkampf entbrannt ist. In dem nordeuropäischen Land, dem Weltmeister der Wärmepumpen, sind die äußeren Bedingungen für die neue Heiztechnik nicht unbedingt besser als in Deutschland. Es ist dort im Winter sogar bitterkalt. Und trotzdem hat Norwegen bereits im Jahr 2017 ein Verbot für den Einbau neuer Gasheizungen beschlossen, seit 2020 gilt das Gesetz. Das Land hat sich voll und ganz auf Wärmepumpen festgelegt. Generell gilt in Europa: Dort, wo im Winter die niedrigsten Temperaturen herrschen, laufen die meisten Wärmepumpen.   [….]

(ZEIT, 26.03.2023)

Genauso blamabel sieht es bezüglich der 2022 neu entfachten schwarzengelben Liebe zur Kernenergie aus. Da werden alle Sanktionsaugen zugedrückt. Das Uran dafür soll weiter aus Russland kommen und Putins Kriegskasse füllen.

[….] Russland soll bei Brennelemente-Fertigung in Lingen helfen

Das zeigt sich nun auch im Fall der Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen: Für die Produktion von Brennstäben haben russische und französische Firmen ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Das sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover am Mittwoch. Das Ministerium muss als atomrechtliche Genehmigungsbehörde über einen Antrag entscheiden, ob künftig auch in Lizenz in Lingen Brennelemente für osteuropäische Atomkraftwerke eines russischen Typs hergestellt werden dürfen. [….]

(SPON, 30.03.2023)

Mittwoch, 29. März 2023

Blamables aus Bayern

Bill Maher hat insofern Recht, daß die sich explosionsartig vermehrenden Trigger-Warnungen großer Unsinn sind.

Der psychologische Begriff „Trigger“ und das abgeleitete Verb „triggern“ sind aber im Social-Media-Zeitalter unverzichtbare Worte geworden.

2009, als Ratzi noch amtierte, drückte er es in einem Schreiben an alle seine Bischöfe mit „daß auch Katholiken, die es eigentlich besser wissen konnten, mit sprungbereiter Feindseligkeit auf mich einschlagen zu müssen glaubten“ aus.
Es ging um die heftigen Reaktionen auf seine Begnadigung des FSSPX-Bischofs und Holocaust-Leugners Williamson. Der Tiara-Geront hatte sein Publikum getriggert.

Tatsächlich können öffentliche Personen, auch völlig unschuldig zu „Triggern“ werden. Die Algorithmen von Twitter, Facebook und Instagram machen es möglich. Ricarda Lang oder Sawan Chebli sind solche Fälle. Allein die Nennung ihrer Namen triggert den rechten Mob. Sie müssen gar nichts sagen, um die braunen Trolle mit sprungbereiter Feindseligkeit auf sie einschlagen zu lassen.

Auch für das linke Publikum gibt es solche Namen, wie beispielsweise Gerd Schröder. Das triggert sie zuverlässig und lässt mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit die Begriffe „Gas-Gerd“ und „HartzIV“ folgen, während seine zweifellos großen Verdienste für Deutschland nie erwähnt werden. Die Bürgerlichen werden am meisten von Claudia Roth getriggert.

Facebook und Twitter sind zu toxisch, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen, aber „in real life“ mache ich mir schon seit Jahren den Spaß nachzufragen, wenn wieder einmal jemand gegen Roth pestet; typischerweise sind das Handwerkermeister; denjenigen festzunageln, was ihn eigentlich ganz konkret stört. Interessanterweise kann das niemand beantworten. Die Pseudoantworten lauten dann „wie die schon aussieht! Was die für Klamotten anhat! Diese bunten Haare!“ Wenn es besonders seriös zugeht, wird eingeworfen, sie hätte gar keine Qualifikation, da sie „Ton, Steine. Scherben“ gemanaged habe.

Die Angriffe auf Roth sind aber insofern passend, als sie einer meiner ausgesprochenen Lieblinge ist. Ich kann mich nicht erinnern, jemals anderer Meinung gewesen zu sein und bewundere ihr kontinuierliches Engagement für Themen, die anders als die LGBTIQ-Rechte in Deutschland des Jahres 2023, kontrovers sind und kaum Aufmerksamkeit erregen. Den Kampf gegen die Todesstrafe, den Rechtsextremismus oder für Erinnerungskultur.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland wird in ihrem Regierungsjob sogar noch mehr gehasst, als auf den beiden früheren Ebenen als Parteichefin und Bundestagsvizepräsidentin.  Die Augsburgerin Roth, die gut mit einem gewissen Günther Beckstein befreundet ist, verhält sich völlig richtig gegenüber ihres Heimatbundeslandes, wenn sie in den "Madame Soler"-Streit eingreift. Dabei handelt es sich um eins der berühmtesten Picasso-Gemälde, das 1903 entstand und dem berühmten jüdischen Sammler Paul von Mendelssohn-Bartholdy gehörte. Er wurde 1934/34 „arisiert“, das Portrait landete bei dem weltbekannten Galeristen Justin Thannhauser, der aber später aufgrund seiner jüdischen Verwandtschaft ebenfalls vor den Deutschen floh. 1964 kaufte der Freistaat Bayern das Werk. Vor 25 Jahren unterschrieb die Bundesrepublik Deutschland die Washingtoner Erklärung vom 3. Dezember 1998, in der geregelt wurde, von den Nazis geraubte Kunstschätze, den Erben der ursprünglichen Besitzer zurück zu geben. Nur CSU-Bayern weigert sich.

[….] Seit 2009 sind nun die Erben Paul von Mendelsohns bemüht, das Gemälde zurückzuerhalten, was jedoch die Pinakothek bisher stets verweigert hat. So sehr man nun eingestehen mag, dass die Angelegenheit überaus komplex ist, so ist empörend gleichwohl der Umstand, dass das Land Bayern sich unverdrossen weigert, das auf der Washingtoner Erklärung beruhende Verfahren zu akzeptieren: nämlich sich gemeinsam mit den Erben vor der sogenannten „Limbach Kommission“ zu verantworten.

Deren Aufgabe aber ist so definiert: „Die unabhängige Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz, ist 2003 von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden eingerichtet worden, um bei Differenzen über die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter zu vermitteln.“

Der eigentliche Skandal dieser Affäre besteht weniger in dem Umstand, dass die Münchner Pinakothek dieses kunsthistorisch so bedeutsame Gemälde behalten will, sondern darin, dass das Land Bayern nicht bereit ist, die causa auch nur – gemeinsam mit den Erben – durch die Kommission überprüfen zu lassen. Das Land Bayern – kunstpolitisch gesehen ein Fall von postnationalsozialistischer Hehlerei? Die Haltung des Freistaats schädigt das Ansehen des ansonsten so kunstfreundlichen Bundeslandes Bayern.  [….]

(FR, 08.09.2022)

Claudia Roth kann, will und darf Bayern damit nicht durchkommen lassen.

 [….] Mit dieser Einschätzung stehen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, deren Direktor Bernhard Maaz sich nicht äußern wollte, seit Jahren allein da, internationale Institutionen wie das Museum of Modern Art und das Guggenheim Museum in New York haben Meisterwerke aus der Sammlung des jüdischen Bankiers restituiert. Aber sogar eine Petition der Erben an den Bayerischen Landtag blieb bislang ohne Erfolg. Ein Sprecher des Ministeriums teilte auf Anfrage der SZ mit, dass es keinen neuen Sachstand gebe. [….] Bislang hatte sich Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien im Kanzleramt, nicht zu dem Fall geäußert, nun sagt sie der SZ: "Ich fordere die bayerische Landesregierung ausdrücklich dazu auf, endlich den Weg dafür freizumachen, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen einer Anrufung der Beratenden Kommission zustimmen. Das ist nun wirklich überfällig."

Offensichtlich ist die Ansage mehr als ein spontaner Wutausbruch. Im Kulturstaatsministerium wird grundsätzlich an dem Problem gearbeitet, dass es auch fast ein Vierteljahrhundert nach Verabschiedung der Washingtoner Erklärung, nach der sich Staaten dazu verpflichten, verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut zu restituieren, ausgerechnet im Land der Täter noch kein Raubkunst-Gesetz gibt und keine juristisch verbindlichen Verfahren. Nicht einmal belastbare Statistiken. [….] Rüdiger Mahlo, Vorsitzender der Jewish Claims Conference in Deutschland, kann immerhin vorrechnen, dass es bei dem Tempo, "noch gut 2000 Jahre dauern kann, bis das Thema abgearbeitet ist". [….] Der Koalitionsvertrag war in der Frage zwar deutlich, aber knapp: man versprach "die Restitution von NS-Raubkunst zu verbessern, indem wir einen Auskunftsanspruch normieren, die Verjährung des Herausgabeanspruchs ausschließen, einen zentralen Gerichtsstand anstreben und die Beratende Kommission stärken".

Nun sagt Claudia Roth der SZ, dass man in Berlin derzeit sehr konkret an der Umsetzung arbeite: "Mit dem Finanzministerium und dem Justizministerium ist mein Haus dazu im Gespräch." Denn: "Jede gerechte und faire Lösung bezüglich eines NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts ist ein wichtiger Schritt für die Übernahme von Verantwortung für die Vergangenheit und unsere Pflicht, gegenüber den betroffenen Familien, an denen sich unser Land so sehr vergangen hat, zumindest etwas zur Gerechtigkeit beizutragen." [….]

(Catrin Lorch, 27.03.2023)

Dienstag, 28. März 2023

Limes, Rubikon und Rote Linie des Vatikans

Auch die heilige römisch-katholische Kirche ändert mal ein Dogma.

Tauend Jahre verheiratete Priester, Tausend Jahre Zölibat.

Neunzehnhundert Jahre Geozentrismus, 100 Jahre Heliozentrismus.

Achtzehnhundert Jahre Zinsverbot, 200 Jahre Bankgeschäfte.

(….) Während es im Islam heute noch  Zakat und Zinsverbot gibt, ist völlig in Vergessenheit geraten, daß die  Katholische Kirche die längste Zeit ihrer Existenz kein Herz für Kredithaie und Wuchergeschäfte hatte.
Im Gegenteil; die Bibel verbietet dies.


35 Wenn dein Bruder verarmt und sich neben dir nicht halten kann, sollst du ihn, auch einen Fremden oder Halbbürger, unterstützen, damit er neben dir leben kann. 36 Nimm von ihm keinen Zins und Wucher! Fürchte deinen Gott und dein Bruder soll neben dir leben können. 37 Du sollst ihm weder dein Geld noch deine Nahrung gegen Zins und Wucher geben.
(Levitikus 25)


20 Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid in Ägypten Fremde gewesen. 21 Ihr sollt keine Witwe oder Waise ausnützen. 22 Wenn du sie ausnützt und sie zu mir schreit, werde ich auf ihren Klageschrei hören. 23 Mein Zorn wird entbrennen und ich werde euch mit dem Schwert umbringen, sodass eure Frauen zu Witwen und eure Söhne zu Waisen werden. 24 Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Wucherzins fordern.
(Exodus 22)

20 Du darfst von deinem Bruder keine Zinsen nehmen: weder Zinsen für Geld noch Zinsen für Getreide noch Zinsen für sonst etwas, wofür man Zinsen nimmt. 21 Von einem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, von deinem Bruder darfst du keine Zinsen nehmen, damit der Herr, dein Gott, dich segnet in allem, was deine Hände schaffen, in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen
(Deuteronium 23)

 

Insbesondere ab dem 12. Jahrhundert hat eine Vielzahl unfehlbarer Päpste das Zinsverbot als „unveränderliches kirchliches Gebot“ bestätigt.


Seinen Ausgangspunkt nahm das schon altkirchliche Zinsverbot im Mittelalter mit dem Zweiten Laterankonzil von 1139, dem Decretum Gratiani, einem ausdrücklichen Zinsnahmeverbot durch Papst Innozenz III. von 1215 und dem Konzil von Vienne von 1311. Danach war es verboten, Zinsen auf geliehenes Geld zu verlangen.
[…] Noch 1745 wandte sich Papst Benedikt XIV. in der an die hohe Geistlichkeit Italiens adressierte Enzyklika Vix pervenit entschieden gegen den Zins. In § 3, Absatz I heißt es: Die Sünde, die usura heißt und im Darlehensvertrag ihren eigentlichen Sitz und Ursprung hat, beruht darin, dass jemand aus dem Darlehen selbst für sich mehr zurückverlangt, als der andere von ihm empfangen hat […] Jeder Gewinn, der die geliehene Summe übersteigt, ist deshalb unerlaubt und wucherisch.
(Wiki)


In den nächsten Jahrhunderten fand man allerdings auch im Vatikan heraus wie wunderbar einfach man sich mit Geldverleih eine goldene Nase verdienen kann.
Insbesondere katholische Ritterorden waren extrem kreativ dabei die biblischen und Vatikanischen Regeln zu umgehen.
Im 19. Jahrhundert waren Zinsen dann inzwischen so alltäglich geworden, daß es überhaupt keinem mehr auffiel als Papst Pius VIII. am 18. August 1830 alle vorherigen Zins-Gesetze aufhob. (……)

(Wie sich die Zeiten ändern – Teil II, 06.10.2013)

Bei den für deutsche Katholiken so wesentlichen Themen – Schwulen/Lesben-Segnung, Pille, Kondom, Zölibat, Frauenpriestertum wird es in den nächsten paar Jahrzehnten kein Umsteuern geben.

Ich glaube nicht, daß die RKK in 500 Jahren noch existiert, da ich

1.) Von einem vorherigen, alle Menschen vernichtenden Atomkrieg ausgehe und

2.) Für den Fall, daß das nicht passiert, der menschengemachte Klimawandel die Erde in einen unbewohnbaren Glutofen transformieren wird und

3.) Für den Fall, daß Homo Demens auch das überlebt, die Menschheit sehr viel klüger geworden sein muss und das schließt wiederum Religiosität aus.

Aber rein hypothetisch kann ich mir einen Vatikan im 26. Jahrhundert vorstellen. Der wäre dann mutmaßlich nicht mehr boy-exclusive, hätte wahrscheinlich lesbische verheiratete sexuell aktive Bischöfinnen und würde sich also Vorkämpferin der Queeren Rechte feiern lassen.

Aber eins wird der Vatikan auch in 1.000 Jahren nicht tun: Freiwillig was von seinem Vermögen abgeben. Denn das ist die eine wirkliche Konstante der 2.000 Jahre alten Kirche: Die blanke Raffgier. Der manische Drang nach Reichtümern.

In 20 Jahrhunderten erwarb sich die Papst-Kirche mehr Expertise als jede andere Organisation der Erde, wurde zum reichsten Verein, der jemals existierte.

Die Marketing-Strategie, „Armut für die Schäfchen“ zu predigen, während die Hirten alle Register ziehen, um die Gläubigen noch ärmer zu machen, bleibt unübertroffen.







Während der prunkverliebte Ratzi wenigstens so ehrlich war, sich ständig in den teuersten Golddurchwirkten und edelsteinbesetzten, hermelinumhüllten Tand zu werfen, gibt der Jesuit Bergoglio eine Meistervorstellung der Heuchelei, indem er mit billigen Tretern im Fiat umherfährt und die Armen bejubelt. Während er natürlich andererseits auf den größten und wertvollsten Schätzen der Menschheitsgeschichte hockt und gar nicht daran denkt, den im Mittelmeer ersaufenden Flüchtlingen, Obdach in seinen Myriaden Immobilien zu geben oder mit seinen Vatikanbank-Milliarden Kinder vorm Hungertod zu retten. 

Geld abzugeben kommt überhaupt nicht in Frage. Erst Recht nicht, wenn der Vatikan als reichste Organisation, wie gewöhnliche Multimilliardäre Steuern zahlen soll, mit denen dann Sozialleistungen finanziert werden.

Niemals! Selbst fressen, macht fett!

[….] Die katholische Kirche hat in Rom einen gewaltigen Immobilienschatz und zahlt darauf nur wenig Steuern. Brüssel fordert die italienische Regierung zum Handeln auf. Wird sie sich mit dem Vatikan anlegen? [….] Die vatikanische Güterverwaltung, nicht einmal für alle Immobilien in Italien zuständig, weist mehr als 4000 Wohnungen, Büros und Geschäftsräume aus. Da ist viel Sakrales dabei, namentlich die Kirchen, aber auch Gewerbliches. Die Kirche verdient dabei gutes Geld, mit weltlichen Geschäften sowieso, aber auch mit karitativen: kirchlichen Schulen, Ordenskrankenhäusern und Gästehäusern für Pilger. Der Heilige Stuhl ist in Rom ein sehr gegenwärtiger Player der Wirtschaft, und kein kleiner.

Im Volk - wer auch immer das im Einzelnen ist - ein beliebtes Thema: Es sei nicht in Ordnung, dass dieser Player dort, wo er auch Geld verdient, vom Staat eingeräumte Ausnahmerechte genießt. So zahlt er zwar kommunale Immobiliensteuer, von 5,8 Millionen Euro im Jahr ist die Rede, das ist aber ganz sicher nur ein Bruchteil dessen, was für einen normalen Immobilienbesitzer gleicher Größenordnung anfallen würde.

In Brüssel, wo das Wirtschaftsrecht der EU-Staaten geschrieben wird, fallen solche Sonderregelungen auf, zumal wenn nicht kirchliche Konkurrenten eine Wettbewerbsverzerrung monieren. [….] Jetzt ist die Kommission mit ihrer Geduld am Ende. In einem neuen Beschluss fordert sie die italienischen Behörden auf, die infrage stehenden Immobiliensteuern für 2006 bis 2011 von nicht gewerblichen Besitzern nachträglich einzufordern. [….] Es ist unklar, um wie viel Geld es dabei genau geht, aber einige Milliarden Euro sollen es sein. [….]

(SZ, 27.03.2023)

Montag, 27. März 2023

Red State Business as usual

Der 66-Jährige John Cooper, Demokrat, amtiert seit 2019 als Bürgermeister von Nashville. Heute hatte er die wahrlich unangenehme Pflicht, das 19. US-Schulmassaker des Jahres 2023 mit sieben Toten zu kommentieren


Tragik?

Die private streng christliche Covenant School der Presbyterian Church liegt in Tennessee's 5th district, der seit im Januar 2023 eine gewisse Berühmtheit erlangte, als Trumps Zäpfchen Kevin McCarthy 15 Wahlgänge brauchte, um zum House Majority Leader aufzusteigen. Einer der hartnäckigen Verweigerer war nämlich der ultrarechtsradikale Verschwörungstheoretiker Andy Ogles, der als gewählter Abgeordnete von Tennessee's 5th district zusammen mit Matt Gaetz und Lauren Boebert seinem Parteifreund hartnäckig die Stimme verweigerte.

Der 51-Jährige Waffenfetischist gehört zum ultraradikalen Freedom-Caucus und wurde im November 2022 erstmals mit 56% der Stimmen in den US-Kongress gewählt.

[….] As an elected official, I took an oath to defend the Constitution. The Second Amendment is abundantly clear that “the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed.” I will fight tirelessly to ensure that your constitutional rights are protected and never infringed upon. Disarming the people is the most effective way to enslave them, and we must remain vigilant when anyone seeks to erode our civil liberties. The rights of the people to keep and bear arms, protect themselves and their families, and prevent tyrannical rule is a fundamental liberty of our constitutional republic.   [….]

(Andy Ogles)

[…] Media sources have characterized Ogles's political views as conservative or far-right. Ogles opposes abortion and same-sex marriage. In a 2022 interview, he downplayed the need for exceptions in an abortion bill, calling them "red herrings". In June 2022, after the repeal of Roe v. Wade, Ogles said, "The next thing we have to do is go after gay marriage." Ogles has called for the impeachment of President Joe Biden and Vice President Kamala Harris, and for treason charges to be brought against Secretary of Homeland Security Alejandro Mayorkas. He has called for the United States Department of Education to be defunded. Ogles denies the legitimacy of the 2020 United States presidential election. Ogles supports school choice, term limits, deregulating health care, and lower taxes. He opposes earmarks.[…..]

(Wikipedia)

Ogles lügt wie gedruckt, so daß er schon mit George Santos verglichen wird.

Daß heute in der christlichen Schule sieben Menschen erschossen wurden, ist also nicht „tragisch“, wie Bürgermeister Cooper sagt, sondern folgerichtig. Die Nashviller wollten so einen Vertreter im Kongress. Durch die Wahlentscheidung der US-Amerikaner und insbesondere der Christen unter ihnen, wird jede Schusswaffen-Beschränkung, die Demokraten fordern, verhindert. Die US-Amerikaner wollen nichts gegen die täglichen Mass Shootings tun. Im Gegenteil, sie sorgen ausdrücklich dafür, daß sie weiter stattfinden. Erschossene US-Christenkinder können also nicht unter dem Begriff „Tragik“ subsumiert werden.

(….) Als tragisch wird es auch immer wieder erachtet, wenn kleine Kinder andere kleine Kinder töten. Das ist immer wieder eine Meldung wert, obwohl das in den USA jeden Tag mehrfach vorkommt.

[….] Im US-Bundesstaat Texas hat ein dreijähriges Mädchen versehentlich ihre ein Jahr ältere Schwester erschossen. Die Dreijährige habe »Zugang zu einer geladenen halb automatischen Pistole« bekommen, sagte der Sheriff des Countys Harris rund um die Millionenstadt Houston, Ed Gonzalez, am Sonntagabend (Ortszeit). »Familienmitglieder haben einen einzigen Schuss gehört. Sie sind in den Raum gerannt und haben das vierjährige Kleinkind ohne Lebenszeichen auf dem Boden gefunden.« Der Sheriff sprach von einer »weiteren tragischen Geschichte eines Kindes, das Zugang zu einer Schusswaffe bekommt und jemand anderem Schaden zufügt«. [….] In den USA kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Kinder bei ihren Eltern eine Waffe finden und abfeuern. Für Aufsehen sorgten auch Fälle, in denen Kinder Schusswaffen mit in die Schule brachten. [….]

(SPON, 14.03.2023)

Dabei ist das, was Ed Gonzalez hier reflexhaft „tragisch“ nennt, gerade eben gar nicht tragisch, sondern absolut zu erwarten und gesellschaftlich gewollt.

Tragik wird durch ein schicksalhaftes unverdientes Leid definiert. Einer Person widerfährt völlig unerwartet etwas so schreckliches, daß alle anderen mitleiden.

Das war aber im County Harris genau umgekehrt. Durch Schusswaffen getötete Kinder sind an der Tagesordnung und das passiert keineswegs schicksalhaft, sondern weil die waffenfanatischen Eltern so komplett verblödet sind, geladene Waffen offen so rumliegen zu lassen, daß ihre Dreijährigen damit „spielen“.  (….)

(Unpopuläre Meinungen zu Amokläufen, 14.03.2023)

Wer so wählt und sich so verhält, wie die streng christlichen Bürger Tennessees, muss sich nicht wundern, über das was heute geschah.

[….] ·  At least three children and three adults are dead after a shooting Monday at the Covenant School, a private Christian elementary school in Nashville, Tennessee, that teaches preschool through 6th grade, police said.

·  The shooter, described as a 28-year-old Nashville woman, entered the building through a side door and was armed with at least two assault-style rifles and a handgun, police said.

·  The shooter, who police believe was once a student at the school, was killed during gunfire with police, authorities said.  […..]

(CNN, 27.03.2023)

Die Bürger Nashvilles stimmten gerade erst im November 2022 ganz freiwillig für einen moralisch völlig verkommenen Waffennarren, dessen gesamte Familie auf Weihnachtskarten mit automatischen Waffen posierte.

Ogles schickt nun den Opfern THOUGHTS AND PRAYERS!


Mit Tragik hat das nichts zu tun. Das ist einzig und allein perfide Dummheit.

Dummheit der Wähler und ihrer Repräsentanten. Die Amerikaner bekommen was sie sich wünschten.

[….] Back in December 2022, Tennessee Rep. Andy Ogles from the 5th district of Tennessee sent out a Christmas card to his constituents. The card showed Ogles, his wife, and his three children smiling and posing in front of a Christmas tree – with four of five family members holding assault-style rifles.  This type of thing is fairly standard for Republican leaders, and it wouldn’t really be a big deal except for the fact that a woman shot and killed three children and three adults at a Christian elementary school in his district earlier today. Through the lens of that, it doesn’t look good at all. Someone shared the photo and it quickly racked up more than three million views. Suffice to say, people are not happy about it.

“Praise the Lord and pass the ammunition. Parents will lay their babies to rest today but never tuck them in again. Thanks Tennessee law makers. Their blood is on your hands,” someone replied to the photo. Another person took the idea of Ogles’ Christian values and lampooned them.

“Thank you Lord of Lords, Prince of Peace, for bestowing upon us these murderous weapons. Thank you also for knowledge that ‘Thou Shalt Not Kill’ doesn’t literally mean we shouldn’t kill, or make sacrifices to protect children from being killed. In your name, amen.” Pretty good satire, unfortunately in the worst of circumstances.   [….]

(John Silman, 27.03.2023)