Montag, 7. Januar 2019

Ignorantia legis non excusat


Wenn ich in einem Laden etwas mitgehen lasse und ohne zu bezahlen erwischt werde, erwartet mich dafür eine Strafe.
Ausreden helfen nicht.
Auch als Nicht-Jurist, der noch nie etwas vom Diebstahl-Paragraphen gehört hat

[…..] Was sagt Jesus Christus dazu? Bei dem schwersten aller Verbrechen der Geschichte, der Kreuzigung Jesu, bat Jesus Gott in einem bekannten Gebet: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!" "Denn sie wissen nicht was sie tun!" Unwissenheit schützt also doch vor Strafe - selbst bei einem Gottesmord! Das ist so Gottes Wille!
In der Bibel findet sich auch der Satz: "Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt, hat aber nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden müssen. Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden." (Lukas 12, 47)
Wenn ein Mensch sieht, daß ein anderer Hilfe braucht, und diese Hilfe nicht leistet, so kann er wegen unterlassener Hilfeleistung bestraft werden. Wenn er aber davon nichts wußte, wird er nicht bestraft.
Beim sogenannten Insider-Handel kaufen Spekulanten Aktien ihres Unternehmens, von denen sie wissen, daß sie steigen werden, und verkaufen sie, bevor sie fallen werden. Das ist bei uns zu Recht verboten. Wer aber die Aktie kauft ohne Insiderwissen zu haben der wird nicht bestraft. Also: Auch bei uns kann man sich ab und zu auf Unwissenheit berufen!
Ich fordere unsere Justiz dazu auf, den Leitsatz "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" abzuschaffen!  [….]

Das Blöde an Jesus (=Gott=HeiGei) ist, daß er sich genau wie seine Reinkarnation Donald Trump immerfort selbst widerspricht.

[….]  „Und wenn eine Seele sündigt und irgendetwas von alledem tut, was der HERR verboten hat und man nicht tun soll, auch wenn sie es nicht gewußt hat, so ist sie dennoch schuldig und trägt ihre Schuld.“ (3.Mose 5:17)
Manchmal sind die Menschen schon sehr eigenartig. Sie lesen ein paar Gesetze und Vorschriften, versuchen diese zu halten und denken, Gott würde sich darüber freuen. Aber dies ist nicht wahr! Das halten irgendwelcher Bestimmungen rettet Sie nicht. Ich möchte Sie heute fragen, kennen Sie alles, was Gott gern von Ihnen möchte? Sie wissen ja nicht einmal genau, was Ihre Frau oder Ihr Mann gerne von Ihnen möchte. Auch nicht, was Ihr Arbeitgeber wirklich von Ihnen möchte oder Ihre Hausgenossen. Mit anderen Worten, Sie sind so armselig, dass Sie eigentlich gar nichts genau wissen. […..]

Eine radikale Ansicht und gleichzeitig das diametrale Gegenteil zu vertreten hat natürlich viele Vorteile.

So konnte die Kirche 2000 Jahre lang gnadenlos alle anderen verdammen und bestrafen, wenn diese fehlten.
Man denke nur an diesen bösartigen Giordano Bruno, der am 17.02.1600 mit fest gebundener Zunge auf dem Campo de’ Fiori auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde.
Außerdem wurden alle seine Schriften zerrissen und verbrannt, weil die miese Sau behauptet hatte die Erde drehe sich um die Sonne, statt umgekehrt.

Hunderte Millionen Menschen kamen wegen der Gnadenlosigkeit der Kirche ums Leben, denn sie trugen als Menschen eine schwere Schuld in sich – egal ob sie nun wußten, was Gott wollte, oder nicht. (3.Mose 5:17)
Rübe ab half jedenfalls weiter.

Anders verhält es sich in Fällen, in denen die Kirche selbst oder einer ihrer Würdenträger sündigen.
Dann gilt natürlich Lukas 12,47 und es sollen wenige bis keine Schläge dafür verteilt werden.

Ob es um die Unterstützung faschistischer Folterregime Hitlers, Mussolinis oder Francos geht oder um die Myriaden sexuell durch Priester missbrauchten Kinder: In den Fällen werden alle Augen, inklusive Hühneraugen zugedrückt.
Denn woher sollte man schon ahnen, daß es irgendwie schlecht ist was Adolf Hitler anstellte?
Einen Weltkrieg anzetteln, sechs Millionen Menschen in Folterlagern massakrieren  und weltweit weitere 60 Millionen Menschen zu töten soll ein Problem sein?
Nicht für den Vatikan, der auf Befehl des Papstes Bischof Hudal als Superschleuser installierte, um all die angeklagten KZ-Wächter und SS-Größen vor der Alliierten Justiz zu verstecken.

Das gleiche Phänomen beim Kinderficken. Klar, Bergoglios Kleriker tun das; gerade musste er gleich drei seiner best Buddies, die Kardinäle Pell, Errázuriz und Pasinya von ihren Posten entfernen.
Aber woher sollte man denn wissen, daß das schlecht ist? Und wenn man es nicht weiß, kann man auch nicht bestraft werden.

[….] The St. Louis archbishop embroiled in a sexual abuse scandal testified last month that he didn’t know in the 1980s whether it was illegal for priests to have sex with children, according to a court deposition released Monday.
Archbishop Robert Carlson, who was chancellor of the Archdiocese of Minneapolis and St. Paul at the time, was deposed as part of a lawsuit against the Twin Cities archdiocese and the Diocese of Winona, Minnesota. […..]

Robert James Carlson ist Nachfolger des ultrarechtsradikalen erzkonservativen Papstkritikers Raymond Leo Kardinal Burke.
Carlson erkrankte zwar an Krebs, wurde aber laut eigener Angaben durch eine Wallfahrt zum Altar der Jungfrau Maria nach Fátima geheilt und amtiert nach wie vor als geehrter Erzbischof.


Auch der angeklagte Theodore Edgar Kardinal McCarrick, 88, der auf Befehl des Papstes nun bis zum kanonischen Verfahren in einem ihm zur Verfügung gestellten Palazzo ein Leben des Gebets und der Buße führen soll, hat sich im Grunde nichts vorzuwerfen.
Nachgewiesen wurden ihm ja bloß zwei über Jahre andauernde Vergewaltigungen. James Grein missbrauchte McCarrick erstmals als dieser 11 Jahre alt war, aber das ging ja nur ein bis zwei Jahrzehnte so und außerdem war das laut Vatikan schließlich einvernehmlicher Sex!
Man kennt doch diese 11-Jährigen, die verführen die armen Kardinäle.

  […..] Priest’s sex with teenage boy was ‘consensual’ says Vatican
In the latest twist to a probe into alleged sexual abuse of boys and young men by Archbishop Theodore McCarrick, Church Militant claims the Vatican has decided that an altar boy aged 16 had approached the priest in New York’s St Patrick’s Cathedral in 1972 to solicit sex.
Although the allegation of abuse by the former altar boy was found to be credible by the Archdiocese of New York, the Vatican disagrees.
[…..] Church Militant’s Michael Voris, above, said in a video report:
The Vatican is attempting to recast the molestation as somehow ‘consensual sex’.
Voris also pointed out that this echoes a notion promoted by Chicago Cardinal Blase Cupich at the United States Conference of Catholic Bishops (USCCB) meeting in November, that consensual homosexual sex involving priests with young men is somehow not all that egregious.
The Vatican’s apparent attempt to discredit and downplay the charges against McCarrick raises a “big red flag,” said Voris. […..]

Der Junge wollte es doch auch!
Woher sollte Theodore McCarrick denn wissen, daß es irgendwie schlecht ist einen Elfjährigen zu ficken?
Also da kann man ihm nun wirklich keinen Vorwurf machen.


Sonntag, 6. Januar 2019

Hinsetzen – Teil III


Das ist mehr als „rechts blinken“ oder dog whistle, um AfD-Wähler auf sich aufmerksam zu machen.

Sahra Wagenknecht ist inzwischen voll auf Linie mit rechtsextremen verschwörungstheoretischen Blogs. Sie lässt keinen Pegida-Trigger mehr aus.

Rückblick:
(…..)Sie tickt offensichtlich braun, appelliert immer wieder an dumpfe Abwehr-Gefühle und antihumane Gemeinsamkeiten mit CSU und AfD.

(….) Wie man garantiert eine Bundesregierung mit einer starken Beteiligung der Partei DIE LINKE verhindert, demonstriert gerade Sahra Wagenknecht, die sich ihren Ehemann als Vorbild nahm. Auch der hatte bekanntlich schon höchsteffektiv seine eigene Partei, deren Vorsitzender er war, gespalten, dezimiert und bekämpft.
Das will Wagenknecht auch unbedingt mit der Linken schaffen: Die Partei zerstören, die Mitglieder kurz vor wichtigen Wahlen in Flügelkämpfe treiben und den Bundesbürgern zeigen, daß man derzeit die Linke wirklich nicht wählen kann.
Mit ihrem neo-völkischen Verein #Aufstehen konnte sie bereit gewaltigen Unfrieden säen und der eigenen Linken-Parteiführung viele lange rostige Dolche in den Rücken stoßen. (….)

Wagenknecht ist eindeutig eine Spalterin, die vor keiner Scheußlichkeit zurückschreckt.

[….] Was für eine groteske Schmierenkomödie. Erst verriet Lafontaine seine eigene Partei, deren Vorsitzender er war, um als Linker in ihrem Fleisch zu sektieren, dann heiratete er die Linke Sahra Wagenknecht, die nun etwas Ähnliches in ihrer Partei abzieht: Die Linke in zwei Hälften zu zerteilen.
Beide bedienen sich dabei xenophober Ressentiments und spielen die Ärmsten in Deutschland perfide gegen Flüchtlinge und Asylanten aus. Es gibt eine lange Geschichte dieses Fischens im braunen Sumpf.

Seit ihrer Heirat scheint Wagenknecht sogar deutlich aggressiver gegen Flüchtlinge zu agitieren. Immer wieder robbt sie sich mit Vorurteilen gegen Heimatvertriebene, die den Deutschen etwas wegnähmen, mit ihnen konkurrierten an AfD-Wähler heran.

Sie schafft es nicht bei ihrer neuen linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ auf ausländerfeindliche Untertöne zu verzichten.

[….] In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten spiel­te [Wagenknecht] noch mit Res­sen­ti­ments ge­gen Flücht­lin­ge und Frem­de. [….]  Mat­thi­as Miersch, Frak­ti­ons­vi­ze und ein­fluss­rei­cher Netz­wer­ker des lin­ken Flü­gels, merkt kri­tisch an, dass sich Wa­genk­necht in der Ver­gan­gen­heit aus rot-rot-grü­nen Ge­sprächs­krei­sen »eher her­aus­ge­hal­ten« habe. Und der SPD-Ge­sund­heits­ex­per­te Karl Lau­ter­bach bucht das Pro­jekt schlicht als »Un­sinn« ab. »Wir kön­nen nicht alle drei Jah­re eine neue Par­tei grün­den und die Lin­ke wei­ter spal­ten«, sagt er. [….] Bei den Grü­nen ste­hen Wa­genk­nechts Chan­cen eher noch schlech­ter als bei der SPD. [….] weil sich die Lin­ken-Po­li­ti­ke­rin mit ih­rer kri­ti­schen Po­si­ti­on zu Ein­wan­de­rung und Flücht­lings­auf­nah­me hin­rei­chend un­be­liebt ge­macht hat. Nicht mal die Nach­wuchs­or­ga­ni­sa­ti­on, sonst für lin­ke Pro­jek­te zu ha­ben, mag sich für die Samm­lungs­be­we­gung ein­set­zen. Dass sich lin­ke Ak­teu­re ver­net­zen, sei sinn­voll, sagt Ri­car­da Lang, Spre­che­rin der Grü­nen Ju­gend, »aber Frau Wa­genk­necht ist da­für die Fal­sche«. Sie ori­en­tie­re sich in der Mi­gra­ti­ons­fra­ge an Rech­ten und Kon­ser­va­ti­ven. [….]
(Der Spiegel Nr. 32, 04.08.2018)

Wagenknecht wagt kein Risiko; sie bleibt in der Partei. Klebt an ihren Pöstchen.
Ganz offensichtlich wird mit dem Projekt „Aufstehen“ eher ihre eigene Profilneurose bedient; schließlich waren sie und ihr Ehemann bisher schon das Haupthindernis für rotrotgrüne Zusammenarbeit.
 [….]

Ihr neuester Coup zu Weihnachten ist das schäbige Heranrobben an die französischen Gelbwesten.
Das war zu erwarten, nachdem sich schon alle rechten, bzw völkischen Blogs und Parteien von AfD bis David Berger auf den Zug setzten.

Wie kann sich eine intelligente Frau nur so verrennen? Da stümpert die SPD wie noch nie, schrumpft sich auf 14%, so daß es im linken Lager viele Millionen herrenlose Stimmen zu verteilen gibt, die Wagenknecht nur einsammeln müsste, aber sie hetzt nun beinahe im Wochentakt so asozial und unsolidarisch, daß die ganze Partei DIE LINKE sogar hinter das miserable 9,2%-Bundestagswahlergebnis zurück gefallen ist. Und das trotz einer extrem unbeliebten Groko und einer sich in Lyse befindlichen SPD.

Jede einzelne Forderung der Rechtsradikalen übernahm Oskar Lafontaines Ehefrau.
Eine beliebte Verschwörungstheorie der Nazis fehlte noch und wurde heute auch wortgleich übernommen.

 [….] Die "Aufstehen"-Bewegung der Linken-Fraktionschefin Wagenknecht polemisiert gegen ARD und ZDF - und ähnelt in ihrer populistischen Wortwahl der AfD.
Ein Mann, der mit den Schriftzügen "ARD" und "ZDF" versehen ist, hält einen anderen Mann kopfüber und schüttelt diesen, bis der Inhalt aus dessen Taschen auf den Boden fällt. Und dieser Inhalt besteht offenbar hauptsächlich aus Geldscheinen. Über der Grafik steht rot unterlegt die Frage: "Rundfunkbeitrag anheben? Bessere Idee: Einkommen der Fernseh-Intendanten senken!"
Mit diesem Tweet über den Rundfunkbeitrag hat die linke Bewegung "Aufstehen" um die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht am Samstag für Empörung gesorgt. In der Mitteilung wurde zudem die Forderung gestellt: "Bürgermedien statt Regierungsrundfunk!" Vor allem über den Begriff "Regierungsrundfunk" regten sich andere Nutzer in den sozialen Netzwerken auf, klingt er doch nach "Staatsfunk", dem Begriff, mit dem die AfD immer wieder den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu diskreditieren versucht. [….]

Der nächste Schritt Wagenknechts kann eigentlich nur sein sich von Lafontaine zu trennen und Lutz Bachmann, Jürgen Elsässer oder David Berger zu heiraten.

Es ist nur logisch, daß die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry, die an der Grenze auf Kinder schießen lassenund den Begriff „völkisch wieder positiv besetzen“ wollte mit dem Gedanken schwanger geht sich Wagenknecht anzuschließen.

[….] Will sie sich noch einmal neu erfinden und sich womöglich der "Aufstehen"-Bewegung von Sarah Wagenknecht anschließen? Ausgeschlossen erscheint es nicht. Das Projekt betrachtet sie mit großem Interesse. Über Wagenknecht sagt Petry: "Ich habe Sympathie für viele ihrer Positionen, vor allem in der Migrationspolitik." [….]

Die AfD-affine Epoch Times listet genüsslich auf wie sich Wagenknecht von linken Positionen verabschiedet und sich in Richtung Frauke Petry bewegt.

Ob nun ein neorechtes Bündnis einer wie auch immer gearteten „Liste Wagenknecht-Petry“ oder ein direkter Übertritt zur AfD-Fraktion als nächstes ansteht, ist irrelevant für die politische Haltung der ehemaligen Frontfrau der Kommunistischen Plattform.
Sie ist die gesamte Querfront in einer Person.

Samstag, 5. Januar 2019

Evangelische Power


Die EKD ist eine der mächtigsten, größten und reichsten Organisationen in Deutschland. Über 21 Millionen Mitglieder, enge Vernetzung mit den höchsten Stellen des Staates, der amtierende Bundestagspräsident war designierter Kirchentagspräsident, sie verfügt über eine gewaltige Infrastruktur, ein Milliardenvermögen und viele Hunderttausende Angestellte.

Die Evangelen, die als „Deutsche Christen“ eine der wichtigsten Stützen Adolf Hitlers waren und mit ihrem Vordenker Martin Luther über einen der einflussreichsten Antisemiten der Weltgeschichte verfügen, können also durchaus etwas bewirken in diesem Staat.

Wir wissen alle wie nachhaltig wenige tausend Aktive ein ganzes Land auf Kurs zwingen können. Man denke nur an die Lokführer, die Gewerkschaft Cockpit oder die Gelbwesten.

Heinrich Bedford-Strohm, HBS, Chef der Massenorganisation EKD setzt dementsprechend auch die Daumenschrauben brutal ein, wenn es gilt christliche Positionen durchzusetzen:
Gebete und wenn die nichts nutzen, verfügt er sogar noch über eine Eskalationsstufe: Die Schweigeminute.
Uiuiui, das erschüttert dann die Grundfeste der Republik, wenn HBS zum Äußersten greift.

 […..] „Als Christinnen und Christen haben wir keine vorschnellen Antworten“, sagt Präses Manfred Rekowski, „aber wir können unsere Fragen und Klagen vor Gott bringen“, und ruft die rheinischen Gemeinden zum Gebet auf.

Gebet angesichts des Absturzes von Flug 4U9525
Von jetzt auf gleich
aus dem Leben gestürzt.
Kinder, Jugendliche, Erwachsene – Menschen.
Ihre Zukunftspläne: vernichtet.
Ihre Träume: zerplatzt.
[…..] Gott, wir flehen dich an:
Weiche nicht von unserer Seite!
Erbarme dich unser!

Schweigeminute für die Opfer des Absturzes um 10.53 Uhr
Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Manfred Rekowski hat die Gemeinden in seiner Landeskirche gebeten, sich am heutigen Donnerstag, 26. März, an der Schweigeminute zu beteiligen. […..]

Wozu braucht es Mechaniker bei „Lufthansatechnik“ oder gut ausgebildete Fluglotsen, wenn man doch viel besser Gott das Wohl der Fluggäste anvertrauen kann?

[….] Für die Opfer des Krieges in Syrien findet am 30. November 2016 um 15 Uhr eine Schweigeminute statt. Evangelische Kirchengemeinden im Rheinland, in der Pfalz sowie in Hessen und Nassau sollen sich mit Friedensgebeten beteiligen. „Wir rufen Christinnen und Christen zu Gebeten für die leidenden Menschen in Syrien auf, weil wir gewiss sind, dass Gott mit ihnen ist in ihrem Leiden “, sagt der rheinische Vizepräses Christoph Pistorius. [….]

So ein Glück. Danke für den Einsatz, liebe EKD. Die christlichen Regierungen Europas und Amerikas beendeten sofort alle Waffenexporte in den Nahen Osten und Syrien ist nun befriedet.

 […..] Der Kirchentag unterbricht sein gesamtes Programm für die Toten der europäischen Außengrenzen am Freitag, 26. Mai 2017, um 12 Uhr.
Die Gedenkveranstaltung ab 11 Uhr und die Schweigeminute um 12 Uhr erinnern an die mehr als 10.000 Menschen, die in den letzten drei Jahren auf ihrer Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind. In Anlehnung an die Losung des Kirchentags steht die Kampagne unter dem Motto „Du siehst mich – Siehst du mich?". Dieses Motto steht auch im Mittelpunkt der Plakatkampagne. „Wir dürfen uns nicht an dieses tausendfache Sterben gewöhnen", so Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): „Wir beklagen nicht die Opfer einer Naturkatastrophe, sondern die Opfer einer Politik, die auf Abschreckung und Abschottung setzt. Dies ist mit dem christlichen Verständnis von Nächstenliebe und einer gottgegebenen Menschenwürde nicht vereinbar." […..]

Danke EKD, nach dieser enormen Machtdemonstration haben die EKD-Mitglieder Merkel und Söder bekanntlich die gesamte Migrationspolitik überdacht und dafür gesorgt, daß niemand mehr auf der Flucht umkommen muss.

[….]  Bischöfin Kirsten Fehrs […..] gedachte heute […..] mit einer öffentlichen Schweigeminute und einem Gebet der Opfer der Messerattacke von Barmbek.
Das Gedenken fand an den Magellan-Terrassen in der Hamburger Hafencity zu Beginn der Veranstaltungen statt, mit denen die evangelische Kirche dort heute und morgen das 500. Jubiläum der Reformation begeht. [….]

Hurra, endlich ein probates Mittel, um rechtsextremen und islamistischen Terror zu beenden.

Da dieses Mittel so ungeheuer effektiv wirkt, setzte es die EKD auch erfolgreich gegen Kinderficken ein. Heiner Keupp, em. Professor für Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität und Mitglied der unabhängigen Aufarbeitungskommission der Bundesregierung ist schwer beeindruckt.

[….] SZ: Kürzlich hat die Synode der evangelischen Kirche eine Schweigeminute für die Opfer von sexuellem Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter eingelegt. Eine Schweigeminute nach jahrzehntelangem Schweigen - wäre ein Aufschrei nicht angebrachter?

Heiner Keupp: Was ich mir vor allem gewünscht hätte, ist die Mitsprache der Betroffenen. Dass sie der Synode von ihrer eigenen Erfahrung hätten berichten dürfen. Man muss ihnen mehr zuhören.

SZ: Sie sind unzufrieden?

Heiner Keupp: Ja, mit beiden Kirchen, auch wenn sich inzwischen etwas bewegt. Unter den katholischen Bischöfen, die ich selbst bei ihrer Versammlung in Fulda erlebt habe, waren einige dabei, denen merkst du an, dass sie tief erschüttert sind und etwas ändern wollen. Aber die große Mehrheit sitzt da, und man versteht nicht, was hinter ihrer Fassade abläuft. Ich glaube, dass viele das Thema aussitzen wollen. [….]

SZ: Die evangelische Kirche geht das Thema Missbrauch erst jetzt offensiv an. Dabei sieht sie seit Jahren bei den katholischen Kollegen, wie deren Institution erschüttert wird.

Heiner Keupp: Der Windschatten war ein Schutz. Die Medien hatten lange nur die katholische Kirche im Blick. Das hat die Protestanten glauben lassen, nicht unbedingt an die Öffentlichkeit gehen zu müssen. Wie bei der Autoindustrie und dem Dieselskandal habe ich den Eindruck: Die geben nur das zu, was ihnen öffentlich nachgewiesen wird. Ich nenne das den institutionellen Narzissmus. Man will die schöne Fassade der Kirche nicht beschmutzt haben. [….]

Ach, Papperlapapp, die Opfer sollen sich mal nicht so anstellen.
Mehr als eine Schweigeminute kann man nun wirklich nicht verlangen.
Das ist doch eine mehr als großzügige Aktion der EKD!

Freitag, 4. Januar 2019

Zurück ins Mittelalter

Unglücklicherweise lässt sich jeder Fortschritt zurückdrehen.
Polen und Ungarn waren in den 1980er und 1990ern Vorreiter der Liberalität, öffneten die Grenzen als die DDR noch steinzeitkommunistisch war.
Ausgerechnet das Gorbatschow-Russland wurde 1985 Anführer einer Bewegung für Demokratie und Bürgerrechte.
Und wir alle kennen die Bilder von fröhlichen Studentinnen mit modischen Frisuren und kurzen Röcken, die in den 1970ern im Irak und Afghanistan unbeschwert auf der Straße spazierten.
Die Attatürk-Türkei war eins der säkularsten Länder der Welt. Dort durften in öffentlichen Gebäuden keine Kopftücher getragen werden, weil religiöse Bekundungen in staatlichen Angelegenheiten verboten waren. Eine türkische Muslimin, die den ganzen Tag Kopftuch tragen wollte, musste dafür nach Deutschland auswandern.
Nun trägt Emine, Gattin des almmächtigen Staatschefs selbst Kopftuch.

Wer hätte gedacht, die mühsam erkämpfen Homo- und Trans-Rechte ließen sich in den USA wieder zurückdrehen?
Aber das ist die Realität der Trumpjahre. Alle geistigen Errungenschaften werden geschliffen. Umweltschutz, Menschenrechte, Folterverbot.
Und der Süd-Trump, Jeir Bolsonaro, rechtsradikaler Hassfanatiker, gibt als erste präsidentielle Handlung den brasilianischen Urwald zur Rodung frei.

Wie konnte das passieren?

So ein backlash entsteht, wenn sich der Staat aus der Bildung zurück zieht und den Religiösen den Raum freimacht, um sich zu entfalten.

Unter Erdoğan kehrte der Koran in die Schulen und Universitäten zurück.
Die Amerikaner fingen während der verhängnisvollen Reaganomics an die staatlichen Schulen kaputtzusparen und überließen Millionen Kinder dem evangelikalen Irrsinn ihrer religiotischen Homeschooling-Eltern.
Es waren auch die USA, die zusammen mit islamischen Kämpfern aus Saudi Arabien die sowjetisch-staatlichen Strukturen in Afghanistan zerschlugen und so die Taliban an die Macht brachten. Da steckt es schon im Wort „Taliban“, welches aus dem arabischen talib (طالب),  „Schüler“ stammt. Taliban sind Koranschüler. Sie warfen die Frauen aus den Bildungsanstalten und steckten sie in Burkas.

Und so kommt es in einem Hightechland wie den USA zur Bildung einer Bildungs-Unterschicht aus zig Millionen Menschen, die Evolution für Unfug halten, das Erdalter auf 6.000 Jahre schätzen und die Bibel in Erwartung der Endzeit wörtlich auslegen.

Noch hanebüchener sind die Verhältnisse im noch jüngeren und technikaffineren Israel.
Der erst 70 Jahre alte Staat mit seinen 8,9 Millionen Einwohner ist technisch in vieler Hinsicht weltweit führend.
Software, Kommunikation, Gentechnik, aber auch die modernste Landwirtschaft der Erde kommt aus Israel.
Und dennoch leistet sich das Land eine Regierung, in der Ultraorthodoxe sitzen, die dafür sorgen, daß ihre Kinder konsequent von Bildung und Internet ferngehalten werden, daß Mädchen möglichst gar nichts lernen, sondern nur gebären, während sich ihre Ehemänner ihr Leben lang auf Poppen und den Talmud konzentrieren.
So sehr, daß sie nicht zur Armee können und üblicherweise niemals einer Erwerbsarbeit nachgehen.
Ja, knapp die Hälfte der Israelis sind säkular und interessieren sich kaum für Religion, aber 15 % sind orthodox und die völlig fanatischen Charedim (ultraorthodoxe Juden) stellen weitere 7-8% der Bevölkerung. Jeder fünfte Israeli liebäugelt also mit dem Gedanken das Land in eine fundamentalistische Theokratie umzuwandeln.
Genau wie salafistische Muslime und evangelikale Christen sind auch die Charedim eine echte Gefahr für die Demokratie.
Alle drei Gruppen zeichnen sich durch extreme Bildungsferne und extreme Vermehrung aus. Ihre Frauen sind partiell entrechtete Gebärmaschinen, die möglichst kontinuierlich schwanger sein sollen; kochen und putzen müssen.

Diese ultraorthodoxen Juden lehnen des Staat Israel ab.

[….] Micha Brumlik: „Die Satmarer Chassidim sind gegründet worden schon vor dem Holocaust – von Rabbi Yoel Teitelbaum, der die geschichtsphilosophische These vertreten hat, dass der Holocaust, also die Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden Gottes Strafe für Zionismus und Assimilation gewesen sei.“
Micha Brumlik lehrt und forscht am Berliner Zentrum für Jüdische Studien zur Geschichte des Judentums und der Diaspora. Als deutscher Jude kann er Rabbiner Yisroels Sicht auf die Dinge nicht nachvollziehen:
„Der Zionismus war eine zeitgemäß nationalistische Reaktion auf den Judenhass und das hat sich dann natürlich nach dem zweiten Weltkrieg durch die Erfahrung der Ermordung von sechs Millionen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland verstärkt und heute sagen viele Jüdinnen und Juden, ob sie mehr oder weniger Antisemitismus erfahren, dass das im Zweifelsfall so etwas wie eine letzte Fluchtmöglichkeit ist, weil ja der Staat Israel allen Jüdinnen und Juden sofort bei Eintritt auf das staatliche Territorium die Staatsbürgerschaft gewährt.“ [….]

Ein sehr schönes Beispiel dafür, daß sich die Strenggläubigen aller Abrahamitischen Religionen in nichts nachstehen.
Sie alle sind völlig irre.

Zu allem Unglück haben diese extremistischen Strömungen mindestens ein Bein in ihrer jeweiligen Regierung.
Der ganze Staat Saudi Arabien wird wahabitisch regiert.

Für die völlig erkenntnisresistenten Kreationisten stellt Mike Pence den US-Vizepräsident.

Diese Spinner sind so durchgedreht, daß die Darwins Erkenntnisse rundherum ablehnen, Dinosaurierknochen für maximal 6.000 Jahre alt halten, so daß T-Rex und Veloraptoren gemeinsam mit den ersten Menschen auf der Erde umherspazierten.
Sie glauben daran, daß ihr LIEBER Gott aber eines Tages keine Lust mehr auf seine Schöpfung hatte und deswegen bis auf eine Familie  und ein Pärchen jeder Tierart alle Lebewesen der Welt in einer gigantischen Flut vernichtete.

[….] Gott hat die ganze Welt vor 6000 Jahren binnen sieben Tagen erschaffen. Daran glaubt man besser - sonst kommt es zu Horrorszenarien wie dem Nürnberger Reichsparteitag. Wer daran zweifelt, sollte das Museum der Kreationisten in Kentucky besuchen. [….]

15% der amerikanischen Schüler hören in der Schule nichts von Evolution. Dafür bauen Extremisten extra ein Kreationismus-Museum, um dort Kinder zu „unterrichten“.

[….] Ich sitze in einem halbrunden Raum und schaue mir gerade ein Video über die Erschaffung der Welt an. „An Tag sechs hat Gott alle Landtiere geschaffen und auch den Menschen …“ dröhnt es auf Englisch aus Lautsprechern. Außer der sehr tiefen Erzählerstimme ist es still im Raum. Alle anderen Besucher*innen starren gebannt auf den Bildschirm. Vor mir sitzt eine Familie, die sich ehrfürchtig im Arm hält. Als die Projektion endet, steht ein Mann aus der ersten Reihe auf und murmelt: „That was amazing!“
Das ist nur einer von vielen Räumen des Kreationismus-Museums, irgendwo auf einem einsamen Feld im Norden Kentuckys. Zum Zeitpunkt des Videos bin ich noch guter Dinge, bestens von den irrwitzigen Darstellungen unterhalten und nicht ahnend, dass mich der Rundgang noch fast drei Stunden kosten wird. Die Ausstellung präsentiert die Schöpfung der Welt, wie sie in der Bibel wörtlich beschrieben wird. Bibelzitate ersetzen Erklärtafeln und wo selbst die fehlen, gilt Gott als Ultima Ratio. [….]

In Israel wird Evolution in Museen nur verschämt in der letzten Ecke hinter Vorhängen gezeigt. Mit einem ultraorthodoxen Wachmann, der aufpasst, daß kein Charedim aus Versehen mit wissenschaftlichen Fakten konfrontiert wird.

Fakten nur hinter Vorhängen; verschämt in der schmuddeligen FSK18-Ecke?
Wie kann das angehen in einem Hightechland mit hochgebildeter junger Bevölkerung? Wieso macht das Bildungsministerium den Wahnsinn mit?

Ganz einfach, die Charedim sitzen in der Netanjahu-Regierung. Gegen ihren Willen geht gar nichts und wenn man ohne Warnung Kindern Wissenschaft zugänglich machte, würden diese nur noch radikaler von solchen Einrichtungen ferngehalten werden.
Schon jetzt werden in 25% der staatlichen Schulen Israels keine der Bibel widersprechenden Erkenntnisse über das Erdalter oder die Entstehung der Arten gelehrt.

[…..] Im Naturgeschichtlichen Museum in Jerusalem haben sie sich für Vorhänge entschieden. Sie verdecken alle Exponate, die der biblischen Schöpfungsgeschichte widersprechen - egal ob es sich um Schädel früher Menschen handelt oder um Dinosaurier. Religiöse Menschen, heißt es aus dem Museum, hätten andernfalls überhaupt keine Begegnung mit der Naturgeschichte. Wer wolle, könne einen Blick hinter den Vorhang werfen. […..] Als nun das neue nationale Museum zur Naturgeschichte in Tel Aviv eröffnet wurde, warteten viele gespannt darauf, wie man damit umgeht. "Es ist wirklich ein heikles Thema im Land", gesteht Israel Herschkowitz ein. Der Anthropologieprofessor der Tel Aviver Universität hat an der ersten Schau mit dem Titel "Was macht uns menschlich?" mitgearbeitet. Die Evolution wird in dem modernen Bau zwar nicht ausgespart, aber in den letzten Winkel verbannt. Jener Teil, bei dem es um die Entwicklung des Menschen geht, wurde im letzten Stockwerk platziert. "So kann jeder entscheiden, ob er die anthropologische Schau sehen will oder nicht."
Wer sich dorthin wagt, findet neben einer Zeittafel und sechs ausgestellten Schädeln einen ultraorthodoxen Juden als Aufpasser vor. Er sei einer von zwei religiösen Museumsmitarbeitern, erzählt der junge Mann. "Das ist der Teil, den Ultraorthodoxe gar nicht mögen." […..]