Sonntag, 10. Januar 2016

Das wird nichts mehr

Ganze 78 Seiten stark ist die Halbzeitbilanz „gesagtgetangerecht“ der SPD-Bundestagsfraktion.


Eine tolle Sache. Mit den abgegriffensten Slogans, die sich ein Spindoktor vorstellen kann - die SPD-Bundestagsfraktion packt an – pinselt man sich selbst den Bauch.
Aber offensichtlich traut sich die SPD-Fraktion kein Urteil darüber zu, ob die gesagtgetangerechten Dinge auch RICHTIG sind.
Sie schätzt ihre eigene Glaubwürdigkeit als genauso gering ein, wie sie tatsächlich ist.
Daher wird zu jedem umgesetzten Punkt eine beeindruckende Meinungsumfrage hintangestellt.



Umfragen, die aber nur in der gedruckten Version für die Mitglieder enthalten sind.



 Offensichtlich fürchtet die Fraktionsführung, daß die Parteibasis nicht überzeugt ist und will sie im wohligen Gefühl wiegen zur übergroßen Majorität zu gehören.
Wir erfahren unglaublich überraschende Zahlen: 93% der Bürger sagen JA zur „Guten Pflege“ und „in Würde altern“.
Donnerschlach. Wer hätte das gedacht?

In der Welt der SPD-Fraktion ist alles super. Sie tut ja immer nur das, was auch große Mehrheiten des Volkes wollen. Dazu ist sie auch noch ehrlich und verlässlich. Sie setzte genau das um, was sie vorher auch versprochen hat.
Deswegen wird der SPD in allen Umfragen ja auch eine satte absolute Mehrheit attestiert.
Moment.
Den letzten Satz streiche man lieber.
In Wahrheit ist die SPD bei der bundesweiten Sonntagsfrage gerade auf ein Legislatur-Tief von 23% runtergerauscht. Noch einmal deutlich weniger, als beim desaströsen Ergebnis von 2013.

Ich will an dieser Stelle darauf verzichten die angeblich so enormen Erfolge der SPD genauer unter die Lupe zu nehmen.
Oft handelt es sich in Wahrheit nämlich nur um eher schwache Kompromisse. Es gibt eben keine volle Gleichstellung Homosexueller, es gibt keine doppelte Staatsbürgerschaft, es gibt keine Transparenz bei den Waffenexporten und es gibt auch keine guten Verhältnisse in Pflegeheimen.
Mir ist auch noch nicht aufgefallen, daß durch die Mietpreisbremse auf einmal große Auswahl an günstigen Mietwohnungen in Hamburg herrscht.

Ich nehme es der SPD noch nicht mal übel, daß sie sich in all diesen Punkten nicht voll durchsetzen konnte. Da die CDU/CSU fast doppelt so stark wie die SPD ist, wäre alles andere auch verwunderlich.
Übel nehme ich der SPD, daß sie nicht ehrlich sagt wie weit sie ohne die Union gegangen wäre, bzw wie sehr Merkel und Seehofer blockierten.

Außerdem verschweigt die SPD-Bundestagsfraktion wieso sie eigentlich für Militäreinsätze, TTIP, Waffenexporte in das grausame Folterregime Saudi-Arabien und die Vorratsdatenspeicherung engagiert ist.


Die Halbzeitbilanz ohne die extrem unpopulären Punkte vorzulegen, den Mitgliedern also immer noch nicht zu erklären, wieso Zickzack-Sigi auf einmal doch für die Vorratsdatenspeicherung war, schafft nicht gerade Vertrauen.

Überhaupt scheint mir Gabriel Strategie sich an den Mainstream anzupassen grandios gescheitert zu sein.
Der Parteichef, der immer behauptet so genau zu wissen wie der einfache Bürger tickt und sich gemäß dem Merkel-Vorbild je nach Umfrage entscheidet, bzw die unpopulären Entscheidungen verheimlicht, vergisst daß seine Partei eben nicht die CDU ist.

In der SPD möchte man nicht nur dem Stammtisch und der Straße folgen, sondern bevorzugt Entscheidungen, die an einem humanistischen Kompass ausgerichtet sind.
Wenn Gabriels Methode sich immer nach der Mehrheit zu richten auch bei der SPD funktionieren würde, müßte nach der beeindruckenden, mit enormen Zustimmungswerten versehenen Halbzeitbilanz an der demoskopischen Front Friede-Freude-Eierkuchen herrschen.
Aber lieber Sigmar Gabriel, das Gegenteil ist der Fall.

Mir scheint es nur zu offensichtlich, daß die potentiellen SPD-Wähler die Nase gestrichen voll davon haben, wie die Parteiführung an Merkels Rockzipfeln hängt in erbärmlicher Weise angeblichen Stimmungen folgt.

[….] Nach den Übergriffen von Köln kann es der Großen Koalition gar nicht schnell genug gehen: Gesetze sollen verschärft, die Bürger beruhigt werden. In der SPD wird nun gewarnt: Man solle sich nicht treiben lassen.
Die Winterpause des Bundestags ist vorbei, die Abgeordneten kommen diese Woche zu ihren Sitzungen zusammen. Von einem gemächlichen Neujahrsbeginn kann diesmal wahrlich keine Rede sein. Das Hauptthema sind die Übergriffe in Köln - und wie damit umgegangen werden soll. "Die Stimmung an der Basis ist unterirdisch", beschrieb Carsten Linnenmann (CDU) die Lage auf einer Klausurtagung des CDU-Bundesvorstandes.
Die Parteichefs von CDU, CSU und SPD - Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel - stehen unter Druck. In Zuschriften an Parlamentarier der Großen Koalition vermischt sich die Wut über die Vorfälle in Köln mit dem Zweifel, ob die Flüchtlingskrise überhaupt noch zu schaffen ist. [….]  Kanzlerin Merkel, deren Flüchtlingspolitik in der Union umstritten ist, ist im Zugzwang, auch sie plädiert für härtere Gesetze. [….] Noch vergangene Woche lehnten Stimmen vom linken Flügel der SPD raschere Abschiebungen ab, doch dann überraschte Parteichef und Vizekanzler Sigmar Gabriel mit einem "Bild"-Interview aus Kuba, wo er gerade Wirtschaftsgespräche führte. Gabriel verlangte, es müssten "alle Möglichkeiten des internationalen Rechts" ausgelotet werden, "um kriminelle Asylbewerber in ihre Heimat zurückzuschicken". Das sei man den Deutschen und der "überwiegenden Mehrheit der anständigen Flüchtlinge schuldig".[….]

Abgesehen davon, daß mir als Laie nicht ersichtlich ist, wieso offenbar genug Polizisten vorhanden sind, um jedes Auto, das ein paar Minuten im Halteverbot steht, abzuzetteln, während man gleichzeitig über Personalnot klagt, ist es mir auch neu, daß es bisher erlaubt war Frauen zu vergewaltigen oder handgreiflich zu werden.
Ich bin kein Jurist, aber ich dachte, das wäre bisher auch schon verboten gewesen.
Und welcher Strafrechtsparagraph regelt die Unterlassung von Strafverfolgung in Abhängigkeit vom Haut-Teint?

Wie erbärmlich, daß Gabriel und Co nun in schönster rechtspopulistischer CSU-Art sofort nach schärferen Gesetzen verlangen. Ein bißchen Rassismus ist auf einmal ganz in Ordnung?
Auf so eine SPD kann man als Mitglied nicht stolz sein.

Nicht Gesetze fehlen, sondern eine Exekutiv, die sie wie es sich gehört, anwendet. Schreckliche Angriffe auf Frauen wie in der Silvesternacht in Köln werden durch neue Gesetze nicht verhindert. Auch die Fehler der Polizeiführung nicht. Schon deshalb sind die Vorschläge aus der Union unseriös und daneben. Ein neues Gesetz, das die Ausweisung von Asylbewerbern nach Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung erlaubt, hätte nicht geholfen. Ein solches Gesetz gibt es nämlich schon. Und wer mit Gewalt, Drohung mit Gefahr für Leib und Leben eine andere Person sexuell nötigt oder sich deren Handys und Geld aneignet, ist bereits heute als Verbrecher und Räuber mit Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr bedroht. Das Problem ist, die Polizei war zwar in Köln vor Ort, aber nicht in der Lage, die Angriffe auf Frauen zu verhindern, Verdächtige zu identifizieren und festzunehmen. Sie hat versagt. Die Fehler lagen mach Stand der Informationen bei der Führung. Jetzt ist es schwierig, Täter zu finden, Taten nachzuweisen und in absehbarer Zeit zu rechtskräftigen Verurteilungen gar von Serientätern zu kommen. Daran werden die vorgeschlagenen neuen Gesetze nichts ändern. Die Polizei muß in die Lage versetzt werden, ihres Amtes zu walten.

BTW:




Samstag, 9. Januar 2016

Ein bißchen Engagement darf schon sein.


Eigentlich mischt man sich ja nicht in die nationalen Wahlkämpfe anderer Länder ein.
Im Jahr 2008 verbannte Angela Merkel allerdings aus alter Verbundenheit zu ihrem Busenfreund George W. Bush Barack Obama von einem Auftritt am Brandenburger Tor. Nachdem Außenminister Steinmeier schon sein OK gegeben hatte, mußt Obama blamiert auf Anordnung des Kanzleramtes für seine Rede zur in den USA nahezu unbekannten Berliner Siegessäule umziehen.

Natürlich blöd für Merkel, daß Obama kurze Zeit später zum mächtigsten Mann der Welt gewählt wurde. Seitdem ist das deutsch-amerikanische Verhältnis reichlich abgekühlt. Wie wir inzwischen durch Edward Snowden und andere wissen, nimmt das Weiße Haus das Berliner Kanzleramt offenbar gar nicht mehr ernst und betrachtet Deutschland als so unsicheren Hallodri, daß man ihn geheimdienstlich überwachen muß.

Die Zeit der völlig autark handelnden Nationalstaaten ist ohnehin vorbei.
Entweder man schottet sich so ab wie Nordkorea und lebt dann in der ökonomischen und kulturellen Steinzeit, oder aber man öffnet sich vollkommen und bildet Allianzen.
Auch die gegenwärtig militärisch und wirtschaftlich noch größte Macht der Erde, die USA, kann im Alleingang quasi nichts mehr erreichen. Sie braucht Freihandelszonen, internationale Geldgeber, ist völlig von Importen abhängig und bricht allein auch keine Kriege mehr vom Zaun.

Die Welt wird kleiner, wächst zusammen – das ist eben nicht nur eine griffige Floskel, sondern politische Realität und Notwendigkeit.

Bartosz Wieliński, Redakteur im Auslandsressort der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza fordert heute in einem Gastkommentar der SZ sogar ausdrücklich die Deutschen dazu auf sich in Polen einzumischen, die neue Warschauer Regierung zu kritisieren.

Bitte nicht schweigen
Nach dem Sieg der rechtspopulistischen Partei PiS ist eine Katastrophe in den deutsch-polnischen Beziehungen unvermeidbar. Trotzdem sollte die Bundesregierung sich mit Kritik auf keinen Fall zurückhalten.
[….] Um die Gewerkschaft Solidarność schlechtzumachen, verbreitete die Regierung im Kommunismus einst Zeichnungen vom "Baum des Volksverrats". Jetzt hetzen die Pis-Anhänger auf Twitter oder Facebook gegen uns und machen uns zu "Volksdeutschen". Angestachelt werden sie von Vizepremier Mateusz Morawiecki, der öffentlich bedauert, dass man heute mit der Verunglimpfung seines eigenen Landes zu kämpfen habe. Das Ziel war damals dasselbe wie heute: die Unbeugsamen mundtot machen. Wie viel leichter hätte es die Pis, wenn das Ausland nicht wüsste, was in Polen vor sich geht.
Doch das Ausland weiß es. EU-Kommission und Europaparlament wollen sich die Situation in Polen genau ansehen, in den westlichen Medien häufen sich die kritischen Kommentare. Ich verstehe die Empörung des Westens voll und ganz. Wir sind eine große Familie. Es ist normal, dass die Verwandten eingreifen, nachsehen, zu Hilfe kommen, wenn einem ihrer Nächsten Schlimmes geschieht. Und dass ein Verwandter, wenn er sich danebenbenimmt, Ermahnungen zu hören kriegt. Ermahnungen, die schärfer werden, wenn er nicht reagiert.
Die Ausschaltung des Verfassungsgerichts, die brutale Übernahme der öffentlichen Medien widerspricht den Werten Europas. Ebenso widerspricht dem Geist der europäischen Demokratie die Methode, mit der die Pis das Recht ändert: im Eiltempo, über Nacht, womit der Opposition jedes Recht auf Diskussion genommen wird. Die Gesetze, die auf Eilabstimmungen in Sejm und Senat warten, sollen die Kompetenzen der Geheimdienste erweitern, die Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft beenden, private Medien repolonisieren. [….]

Große Länder wie Indien, Russland oder China zu kritisieren mag ökonomische Nachteile bringen.
Das sollte einen aber nicht von ehrlichen Worten untereinander abhalten.
Wichtig dabei ist aber, daß die genannten der Nationen eine völlig andere Geschichte haben und nicht zu unseren engsten Partnern in EU oder NATO gehören.
Alle drei Länder haben in ihrer Geschichte schwer unter Westeuropa gelitten.
China hat 5000 Jahre lang keinen Kolonialismus betrieben und anderen Nationen mit Kriegen überzogen. Russland wurde mehrfach von Westeuropa aus angegriffen. Zuletzt führte die deutsche Aggression dazu, daß mindestens 22 Millionen Sowjetbürger starben – darunter auch mittelbar der ältere Bruder Wladimir Putins.

Daher ist eine gewisse Zurückhaltung angebracht. Es steht Deutschland nicht an oberlehrerhaft daher zu kommen.
Und es steht der USA, die im 21. Jahrhundert bereits einige illegale Angriffskriege anzettelte und die Welt mit Drohnenangriffen überzieht nicht an den moralischen Zeigefinger gen Moskau zu erheben.

Wir untereinander sollten hingegen umso mehr auf die Einhaltung unserer Werte dringen.
Wir sollten die in den USA praktizierte Todesstrafe, sowie amerikanische Folterlager eben nicht stillschweigend hinnehmen, sondern bei jeder Gelegenheit anprangern.

Gerade Deutschland mit seiner bekannten Geschichte sollte nicht schweigen, wenn der rechtsradikale Hetzer Donald Trump ausflippt.
Nach seiner Forderung alle Muslime an den amerikanischen Grenzen abzuweisen, protestierte die Muslimin Rose Hamid in South Carolina während einer GOP-Wahlkampfveranstaltung stumm mit einem gelben Judenstern und wurde vom rasenden Trump unsanft aus der Halle geworfen.
Das Publikum grölte und schimpfte wie von Sinnen.


So geht es nicht.

In England unterschrieben bisher mehr als eine halbe Million Menschen eine Petition für ein Einreiseverbot gegen Donald Trump.

Nach Trumps fortwährenden Angriffen auch gegen Deutschland, ist es hohe Zeit etwas Ähnliches für Deutschland zu planen.
Seine Twitternachrichten sprechen eine deutliche Sprache.

Donald J. Trump  @realDonaldTrump
Germany is going through massive attacks to its people  by the migrants allowed to enter the country. New Years Eve was a disaster. THINK!
15:25 - 6 Jan 2016

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Man shot inside Paris police station. Just announced that terror threat is at highest level. Germany is a total mess-big crime. GET SMART!
14:24 - 7 Jan 2016

Natürlich würde Merkel es niemals zu so einem Schritt kommen lassen, aber es wäre schon ein Zeichen, wenn sich genügend Deutsche einer solchen Petition anschlössen.

[….] Nachdem in Großbritannien schon 500.000 Unterschriften für ein Einreiseverbot Trumps gesammelt wurden, gibt es nun auch in Deutschland eine entsprechende Initiative. Und mit dem bayerischen Grünen-Politiker Dieter Janecek den ersten Bundestagsabgeordneten, der sich für ein Trump-Einreiseverbot ausspricht.
"Trumps Hetztiraden gegen Minderheiten und Geflüchtete dürften den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen"; sagte Janecek SPIEGEL ONLINE. "Deutschland sollte klare Kante zeigen gegen Hassprediger jeglicher Art, im Zweifelsfall auch mit Einreiseverboten."
[….] Auf der Plattform Change.org ist 35.000-mal eine Petition gezeichnet worden, die Trump die Einreise nach Deutschland verbieten will - "bis unsere Volksvertreter eindeutig geklärt haben, was zur Hölle mit dem Mann los ist", wie es dort heißt. Allerdings ist nicht nachprüfbar, ob sich dahinter auch 35.000 Bürger verbergen.
[….] Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs hielte ein Einreiseverbot für Trump sogar für "groben Unfug". In einer Demokratie müsse man "andere Meinungen aushalten können", glaubt er.
Oder die Konfrontation sogar suchen? So sieht es der Linken-Parlamentarier Jan Korte: "Wenn er kommt, sollten sich alle möglichst bekloppte Frisuren machen und Donald Trump noch lächerlicher machen - soweit das überhaupt möglich ist", sagt Korte mit Blick auf die blonde Haartolle des US-Politikers. "Das ist die richtige Antwort auf seine Hetze." [….]

Freitag, 8. Januar 2016

Der größere Skandal hinter dem Skandal.



Mal wieder ein Update aus Regensburg.
Über Jahrzehnte waren die Regensburger Domspatzen die Wirkungsstätte des weltbekannten „Orgel-Ratz“, also dem heute fast 92-Jährigen Georg Ratzinger, der von 1964 bis 1994 als Domkapellmeister der Chef der Regensburger Domspatzen war.
Während seiner Zeit gabt es rund 2000 „Domspatzen“, von denen rund ein Drittel sexuell missbraucht wurde.

Ob der ältere Papstbruder womöglich selbst sexuell übergriffig wurde, ist nicht bekannt.
Vielfach berichtet wurde aber von seiner ausgesprochen sadistischen Ader.
Er geriet in regelrechte Prügelorgien, warf mit Stühlen nach zehnjährigen Schülern. Ratzinger prügelte so von Sinnen auf seine Schüler ein, daß ihm vor Wut das Gebiss rausflog und durchs Klassenzimmer geschleudert wurde.

Auch Chorchef Georg Ratzinger, der Bruder von Papst Benedikt XVI., wurde von ehemaligen Domspatzen als "extrem cholerisch und jähzornig" erlebt. So habe Ratzinger noch Ende der achtziger Jahre bei Chorproben erzürnt Stühle in die Männerstimmen hineingeworfen. Einmal habe sich der Domkapellherr so erregt, dass ihm sogar das Gebiss herausgefallen sei. Der 86-jährige Ratzinger wollte sich dazu nicht äußern.

Offenbar will man aber in Regensburg mit aller Macht die Verantwortung der Ratzingers vertuschen und zu Lebzeiten des Papstes und seines Bruders nicht mehr in die Verlegenheit kommen einen Pontifex-Maximus-Bruder anklagen zu  müssen.
Sechs lange Jahre seit dem Canisius-Schock gelang das bisher.
Im Jahr 2016 wird es allerdings durch den mit der Klärung des Missbrauchsskandals beauftragten Rechtsanwalt Ulrich Weber noch einmal ungemütlich für den frommen Orgel-Ratz.

[….] Im vergangenen Februar hatte das Bistum insgesamt 72 frühere Domspatzen als Opfer körperlicher Gewalt genannt - und angekündigt, jedem von ihnen eine Entschädigung von 2500 Euro zu zahlen.
Wie viele der 72 anerkannten Gewaltopfer auch sexuell missbraucht wurden, ließ die Kirche offen. Und während Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer bislang nur von zwei Tätern sprach, berichtet Ulrich Weber nun von "eindeutig mehr als zwei Beschuldigten".
[….]  Weber erwartet, dass sich weiterhin Opfer bei ihm melden - und die Zahlen weiter steigen. Wann es einen Abschlussbericht geben wird, ließ Weber offen.
Bereits jetzt sei aber klar, dass bei den Domspatzen über Jahrzehnte hinweg ein "System der Angst" geherrscht habe, sagte Weber der SZ. Er müsse davon ausgehen, dass zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und den frühen Neunzigerjahren mindestens jeder dritte der rund 2400 Domspatzen zum Gewaltopfer geworden sei. "Das ist die einhellige Aussage der Opfergespräche", sagte Weber. [….] Während das Bistum den Misshandlungen anfangs nur in der Domspatzen-Vorschule in Pielenhofen und später in Etterzhausen verortete, bestätigt Weber jetzt auch Übergriffe im Gymnasium, Internat und Chor in Regensburg. [….]

Ebenso wichtig wie den Namen Ratzinger rein zu halten, ist es für die hunderte Milliarden Euro schwere katholische Kirche, die Opfer höchstens mit Almosen abzuspeisen.

Die Opfer der Geistlichen um Ratzinger wurden nur mit der Kneifzange angefasst.

Einige Opfer, die über Jahre regelmäßig von Pfarrern vergewaltigt wurden haben schon ausgerechnet wie viel sie durch die Maximalentschädigung von 5.000 Euro „pro Fick“ als Kind verdient hätten.

Wie praktisch es doch ist wenn die Täter unter sich bleiben und allein entscheiden, wie und ob überhaupt man den Päderasten-Augiasstall ausmisten muß.

Die moralisch verkommenen Katholiken der Bundesregierung rücken nun in den Focus, weil sie drei Jahre lang demonstrativ die Opfer im Stich ließen, ihre Bitten ignorierten und sich mit den Tätern solidarisierten.

1. Nach dem Scheitern der Pläne für eine Aufarbeitung durch das KRIMINOLOGISCHE FORSCHUNGSINSTITUT NIEDERSACHSEN stehen wir wieder am Anfang. Auch drei Jahre nach den ersten Veröffentlichungen vom Januar 2010 liegen  noch immer keinerlei detaillierte Zahlen und Informationen über das Ausmaß  der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland vor.
Die Katholische Kirche als Institution ist offensichtlich mit der Aufarbeitung  überfordert. Das ist nicht wirklich überraschend. Denn Selbstaufklärung kann  nicht funktionieren, dazu braucht es eine unabhängige Instanz.  Jetzt ist die Öffentlichkeit gefragt: Der Deutsche Bundestag sollte eine Untersuchungskommission einrichten und die zahlreichen Fälle von sexuellem  Missbrauch sowie das dahinter liegende institutionelle Versagen untersuchen.
Als Vorbild können dabei die Erfahrungen in anderen Ländern dienen.  […] Dass es auch anders geht, zeigt beispielhaft das Vorgehen in den Niederlanden.
[…] 2. Die 2011 von der katholischen Kirche einseitig festgelegte „Anerkennungsprämie“ für die Missbrauchstaten ihrer Priester von „bis zu 5.000 Euro“ ersetzt  keine echte Entschädigung, die auf der Grundlage der unabhängigen Untersuchung festgelegt werden sollte.
Auf Grundlage der unabhängigen Untersuchungsergebnisse muss über eine  angemessene Entschädigung für den zugefügten Schaden gesprochen werden. […]
3. Es gibt immer noch immer keine Clearingstelle für die Abwicklung von Anträgen auf Hilfe. Die Missbrauchsbetroffenen aus katholischen Institutionen in Deutschland befinden sich daher auch weiterhin in einer fachlich und menschlich absolut inakzeptablen Situation: Da es keine unabhängige Anlaufstelle gibt, müssen sie sich an die Institution selbst also die katholische Kirche wenden, um Ihre Anliegen zu formulieren. Es handelt sich hierbei um dieselbe Institution, die bis zum Januar 2010 vorsätzlich jegliche Thematisierung, Aufdeckung, Aufarbeitung oder gar Hilfen für die Betroffenen verhindert hat.  […]

Einige Opfer, die von der Kirche nach wie vor ignoriert werden, sind im Hungerstreik - auch davon war heute bei den selbstzufriedenen Bischöfen keine Rede.

Warum HUNGERSTREIK-DEMO:
    Weil der Deutsche Bundestag das Thema sexualisierte Gewalt und andere Formen von Gewalt seit drei Jahren aussitzt, anstatt konkrete Entscheidungen zu treffen.
    Weil unsere Bundesregierung eine gerechtere Gesetzesreform, sowie die Aufhebung der Verjährungsfristen verhindert.
    Weil der scheinheilige Runde Tisch dieser Bundesregierung nichts gebracht hat.
    Weil de facto nichts passiert ist.

Welche Sitten allgemein bei den Regensburger Drecksspatzen herrschten dürfte im Vatikan nicht gerade unbekannt sein - schließlich führte der Prügel-Pater Georg Ratzinger dort lange das Kommando. Der ehemalige Schüler Alexander Probst, 51, versichert per eidesstattlicher Erklärung wie es ihm damals erging.

Er hat jahrelang geschwiegen. Er wollte nicht darüber reden, wie er von dem Präfekten regelmäßig befummelt und für dessen Lust missbraucht wurde. Und er hat keinem erzählt, dass er vom Domkapellmeister Georg Ratzinger immer wieder "verprügelt" wurde. "Ein cholerischer Sadist", sagt er heute über den Bruder von Papst Benedikt XVI. [….] Was der Bub erlebte, war "der blanke Horror". Prügel, sagt Probst, "gehörten zum Schulalltag".
 Doch damit nicht genug: "Im Zimmer des Präfekten musste man sich bis auf die Unterhose ausziehen. Er hat uns dann übers Knie oder den Stuhl gelegt und mit dem Geigenbogen das blanke Hinterteil verhauen. Es ging um Macht und diese Macht hat aus meiner heutigen Sicht auch eine sexuelle Komponente gehabt."  Als Probst nach der vierten Klasse nach Regensburg kam, ins Internat der weltbekannten Domspatzen, hoffte er auf Besserung. […] Doch es sollte noch viel schlimmer kommen.   Georg Ratzinger war zu dieser Zeit der Chef der Domspatzen. "Wir waren seiner Macht ausgeliefert. Der ist regelrecht explodiert und hat uns vermöbelt", so Probst. Wer in den Gesangsproben in den Probenräumen des altehrwürdigen Doms falsch gesungen oder auch nur kurz mit einem Kameraden geflüstert habe, sei mit Ohrfeigen bestraft worden.   Georg Ratzinger selbst hat nach Agenturberichten bereits eingeräumt, bis zum Ende der 1970er Jahre in den Chorproben hin und wieder Ohrfeigen verteilt zu haben. Doch habe er nie jemanden "grün und blau" geschlagen, erklärte er. Außerdem seien früher Ohrfeigen "einfach die Reaktionsweise auf Verfehlungen oder bewusste Leistungsverweigerung" gewesen, teilte er mit.   Von wegen "hin und wieder Ohrfeigen", sagt Probst. "Das war an der Tagesordnung. Mich hat er einmal an den Haaren gepackt und so lange geohrfeigt, bis das Büschel Haare ausgerissen ist." Alle Schüler, erzählt Probst, hatten Angst vor dem Domkapellmeister. "Wir hatten regelrechte Wachposten. Und wenn Ratzinger nahte, dann hat jeder geschaut, dass er wegkommt."

Der Sadist Ratzinger prügelte zwar brutal auf die Kleinen ein, aber vergewaltigt wurde Alexander Probst abends vom Präfekten persönlich.

Natürlich ist Pater Ratzinger heute hochgeschätzt. 
Kinder zu quälen ist nun wirklich kein Grund, um die behäbige Kirche in Wallung zu bringen.

Heute nun wurde von RA Weber der neue Zwischenbericht aus dem Bistum Regensburg vorgestellt.

[….] Bis zu 700 Missbrauchsopfer bei Regensburger Domspatzen
[….] Mindestens 231 Kinder sollen zwischen 1953 und 1992 bei den Regensburger Domspatzen misshandelt, weitere 50 sexuell missbraucht worden sein. Fast viermal so viele Opfer wie das Bistum bis dato eingeräumt hatte. Hier noch von Einzelfällen zu reden, wäre zynisch. Es handle sich um ein System, sagt Anwalt Ulrich Weber, den das Bistum vor einem Dreivierteljahr beauftragt hat, den Missbrauch bei den Domspatzen lückenlos aufzuklären.
Mehr noch als die Zahlen erschrecken die Ereignisse hinter den Zahlen. Die sexuellen Übergriffe reichten "von Streicheln bis hin zu Vergewaltigungen". Darüber hinaus seien die Kinder teils blutig geschlagen worden - mit dem Stock, mit dem Siegelring, mit dem Schlüsselbund. Und wenn eines der Kinder vor Angst ins Bett gemacht habe, sei es zur Strafe vor seinen Mitschülern bloßgestellt worden.
Wie perfide Priester und Lehrer auch die Kinder selbst in ihr System aus Prügel und Schweigen eingebunden haben, schildert Ulrich Weber an einem Vorfall aus den Sechzigerjahren. Damals sei ein Internatsschüler "erheblich verletzt worden", worauf dessen Mutter Anzeige gegen einen Kirchenverantwortlichen erstattete.
Weil Mitschüler aber "gedrängt wurden, über einen Treppensturz zu berichten", konnten die Prügel nicht bewiesen und nicht bestraft werden. Am Ende verließ nicht der Täter das Internat, sondern das Opfer. [….] Ob die Domspatzen-Verantwortlichen auch von den sexuellen Übergriffen wussten, ergebe sich dagegen nicht eindeutig aus den Akten. Das liege auch daran, sagt Weber, dass über sexuellen Missbrauch "untereinander größtenteils gar nicht kommuniziert wurde". Eine bemerkenswerte Aussage, schließlich ist in Webers Gutachten von insgesamt 42 beschuldigten Priestern und Lehrern die Rede.
[….] Nimmt man alle Formen der Gewalt zusammen - also seelische, körperliche und sexuelle Übergriffe - dann müsse er davon ausgehen, dass in der Zeit zwischen 1953 und 1992 jeder dritte Domspatz zum Opfer geworden ist, sagt Weber. Dieser Eindruck habe sich aus den Gesprächen ergeben, die er mit rund 70 Opfern geführt habe. "Ich sehe keinen Grund, an der Gesamtopferzahl von 600 bis 700 zu zweifeln", sagt Weber. [….]

Der Stiftungsvorstand der Domspatzen, dem damals auch Georg Ratzinger angehörte, wusste von diesem Gewaltregime, das im Wesentlichen unter Schuldirektor Johann Meier herrschte. Das geht unter anderem aus einem Schreiben aus dem Jahr 1975 hervor, in dem der Vorstand Meier mitteilt, dass Prügel und übermäßige Gewalt nicht mehr geduldet würden. Meier ignorierte diese Anweisung nicht nur. Er gab dem Vorstand gar zu verstehen, dass das Domspatzen-Gymnasium in Regensburg sich an Etterzhausen zu orientieren habe und nicht umgekehrt. Konsequenzen hatte dies für Meier ebensowenig wie ein zwölf Jahre später zusammengestelltes Dossier, das erhebliche Vorwürfe gegen den Schuldirektor aufführte. Er blieb bis zu seinem Tod ein hochgeachtetes Mitglied der Domspatzen-Familie.

Erinnert sich noch jemand die gescheiterte Studie des weltweit renommierten Kriminologen Christian Pfeifer?
Er sollte eigentlich die über Dekaden praktizierte Vertuschung der Kinderfickereien der katholischen Bistümer untersuchen und scheiterte daran, daß man ihm nicht genügend Einsicht in die Unterlagen gewährte.
Kein Bistum mauerte so sehr wie Regensburg.
Der seinerzeitige Bischof Gerhard Ludwig Müller, der schon mehrfach Opfer von sexueller Gewalt seiner Priester zum Schweigen gebracht hatte, sie durch Anwälte einschüchtern ließ und persönlich dafür sorgte, daß vorbestrafte Pädophile erneut Kindern zugeführt wurden, damit sie erneut sexuell übergriffig werden konnten, eben dieser Abschaumbischof Müller mauerte wie kein anderer bei der Aufklärung.
Das Bistum Regensburg gab überhaupt keine Daten frei.

Bischof Müllers persönlicher Pädosexskandal datiert im Jahr 3 v. C. (2007, drei Jahre „vor Canisius“). Er vertuschte Kindersex, zwang die Opfer mit einem Anwalt zum Schweigen, den er später als „Aufklärer“ einsetzte und führte dem „stark auf Buben fixierten“ Päderasten Kaplan K. neue Jungs zu, die dieser auch gleich wieder vergewaltigte. Entschuldigen wollte sich Abschaumbischof Müller nicht und wurde zur Belohnung zum drittmächtigsten Mann des Vatikans befördert. Unfassbare Zustände, die es aber Jahrelang nicht zu einer Welle der Empörung und Kirchenaustritte schafften.


Der eigentliche Skandal ist, daß der Hauptvertuscher für sein Schweigen und das Reinwaschen der Ratzingers auch heute noch hochgeehrt als drittmächtigster Mann der Kirche fungiert.
Glaubenspräfekt Müller wurde sogar von Papst Franziskus zum Kardinal erhoben.
Der alte Ratzinger, der junge Ratzinger und Müller – sie alle drei leben höchstgeehrt im Vatikan und werden nicht zur Rechenschaft gezogen.


Wenn man den Berichten Prof Pfeifers folgt, kann man davon ausgehen, daß die Akten im Bistum Regensburg über Jahre gesäubert wurden.
Es wird Gründe gehabt haben, daß Bischof Müller so lange niemand Einblick gewährte.

Die also vermutlich ohnehin schon deutlich geschönte Wahrheit findet sich nun in diesem Zwischenbericht.

Der gegenwärtige Regensburger Bischof Voderholzer steht ganz in der unsäglichen Tradition Müllers und versucht immer noch alles kleinzureden.

Er wolle die Missbrauchsfälle "nicht an die große Glocke hängen", denn es ginge ihm um die Menschen selber. "Aber die Art und Weise, wie die Sache gegenwärtig in der Öffentlichkeit dargestellt wird, nötigt mich, auch öffentlich wenigstens ein paar Sätze dazu zu sagen." Der Bischof wolle weitere Gespräche mit den Opfern führen, allerdings "im Verborgenen". Er bittet weitere Opfer darum, sich bei ihm zu melden und Vertrauen in das Bistum zu haben.

Einer solchen Organisation gehört natürlich mindestens ab sofort jede finanzielle Unterstützung des Staates gestrichen.
Und natürlich sollten die staatlichen Stellen SELBST ermitteln – so wie dies beispielsweise in Holland oder Irland geschehen ist.
Erbärmlich, erbärmlich, erbärmlich, daß sich weder Parlament noch Bundesregierung oder Bundesstaatsanwaltschaft jemals veranlasst sahen zu ermitteln.