Mittwoch, 9. Januar 2019

Demokratische Legitimation.


In der CDU streiten die beiden alten Herren Merz und Schäuble erbittert gegen ein demokratisches Wahlergebnis, mutmaßen Verschwörungen, sowie technische Gemeinheiten als Ursache für die Wahl Kramp-Karrenbauers zur Vorsitzenden.

AKK hatte am 07.12.2018 in Hamburg 517 von 999 Stimmen bekommen. Wie auch immer ihre parteiinternen Gegner das drehen und wenden wollen; die anderen Kandidaten hatten die gleiche Chance und unterlagen. Die neue Chefin errang nicht nur eine relative, sondern auch die absolute Mehrheit.
Der Parteitag hatte gesprochen und nach der allgemeinen Begeisterung über den Ausbruch der Demokratie in der CDU waren nun die Verhältnisse geklärt.

Könnte man denken.
In Wahrheit konnten es die stockkonservativen Männer natürlich nicht ertragen erneut einer Frau unterlegen zu sein und begannen sofort Kramp-Karrenbauers Autorität zu untergraben.
Serienwahlverliere Merz hielt sich anschließend öffentlich für so großartig, daß er ins Kabinett eintreten müsse und sein Parteipate Schäuble brachte den Heuschrecken-Multimillionär als Kanzlerkandidat ins Gespräch – an AKK vorbei.
Dabei war die Machtfrage eben erst entschieden worden.
Aber ein demokratisches Votum bedeutet in der heutigen „jeder hat eine Meinung und muss sie sofort herausposaunen“-Welt nicht mehr viel.
Angebliche Demokraten erweisen sich immer mehr als schlechte Verlierer. Abstimmungsergebnisse werden scheinbar nur noch akzeptiert, wenn man sie gewonnen hat. Das ist aber keine Demokratie mehr, sondern Trumpismus.

Die Sozis können ein Lied davon singen.
100% der Delegiertenstimmen bekam der Seeheimer Martin Schulz in Berlin am 19.03.2018 mit 605 von 605 Stimmen. Euphorie brach aus, man wähnte die SPD schon mit einem Fuß im Kanzleramt. So unumstritten hatte in 150 Jahren noch kein SPD-Chef geherrscht.
Wie lange es anhielt wissen wir ja. Ein halbes Jahr später schlug „der Martin“ mit blamablen 20,5% auf und war bald weg vom Fenster.
Die SPD musste wieder eine Entscheidung treffen; diesmal eine so weitreichende, daß weder die Bundestagsabgeordneten, noch die Parteitagsdelegierten genügend Rückgrat dafür hatten.
Statt also die Qualifizierten und dafür Bezahlten mit der Groko-Entscheidung zu betrauen, wählte man den Weg der Diktatur der Inkompetenz: Sollten doch die Mitglieder entscheiden, dann könnte anschließend auch niemand den Schwarzen Peter haben, wenn es schief ginge.

[…..] Rund 463.000 Mitglieder waren zur Stimmabgabe aufgerufen, beteiligt haben sich an dem Votum rund 378.000 Mitglieder. Das entspricht einer Beteiligung von rund 78 Prozent. Für eine Neuauflage der Großen Koalition stimmten 66,02 Prozent der Mitglieder. [….]

In diesem Fall gehörte ich ausnahmsweise zur Zweidrittel-Mehrheit der Ja-Sager.
Ich mag die Groko und die Tatsache, daß damit Merkel und Seehofer und Spahn in ihre Ämter kamen auch nicht.
Aber sie ist eindeutig das kleinste Übel nachdem Jamaika platzte. Anderenfalls gäbe es jetzt eine wie auch immer geartete schwarz-braune Zusammenarbeit ohne Sozi-Minister und ganz ohne all die Verbesserungen, die die SPD für ärmere Menschen erreichen konnte.
66 Prozent sind eine klare Mehrheitsentscheidung, die basisdemokratisch getroffen wurde.
Die Partei befriedet wurde aber keineswegs; im Gegenteil. In der Social-Media-Welt drehen die Unterlegenen nur noch mehr auf. Statt den demokratischen Prozess zu akzeptieren, arbeiteten sich SPD-Linke, Jusos und sonstige Groko-Gegner nun erst Recht an ihrer Partei ab, überschütten die Bundestagsfraktion bei jedem kleinen Fehler mit Häme, fallen der eigenen Koalition in den Rücken und zeigen das Gegenteil von Solidarität.

Ende April 2018 gab es das nächste Partei-Votum. Diesmal musste eine neue Parteivorsitzende der SPD bestimmt werden. Nahles dabakulierte, wie immer. Ihre Gegenkandidatin Simone Lange blieb aber ebenfalls erschreckend unter den Erwartungen und so landete die katholische Pfälzerin bei 414 von 631 Delegierten-Stimmen.
Wieder so ein eindeutiges Zweidrittel-Ergebnis, das für jeden Demokraten bindend sein muss.
Da dieselbe Prozentzahl wie beim Mitgliedervotum über die Groko auftauchte, verbreiteten Journalisten und Parteipolitiker sogleich den Schluß, die Groko-Unterstützer hätten mit zusammengebissenen Zähnen für Nahles gestimmt, die auch diesen Kurs vehement vertrat. Kühnerts No-Groko-Freunde hätten sich hinter Frau Lange gesammelt, die aus der Groko ausscheiden wollte.

Das ist natürlich blanker Unsinn, wie schon die Tatsache zeigt, daß Kevin Kühnert Andrea Nahles nach ihrer Wahl öffentlich und offensiv unterstützte.
Bei mir zB war es in jeder Hinsicht entgegengesetzt. Ich unterstütze die Groko, weil es um mehr als die Partei, nämlich alle Bürger geht, weil ich einen Außenminister Maas statt Außenminister Spahn haben möchte und einen seriösen Olaf Scholz lieber über die Finanzen wachen lasse statt eines CSU-Windeis à la Seehofer.
Frau Nahles sieht das zufällig genauso, aber deswegen ist die Position nicht falsch.
Innerparteilich geht es aber um eine Personalie und deswegen lehne ich Nahles als Vorsitzende kategorisch ab; hätte sie niemals gewählt.
Die Frau ist meiner Ansicht nach eine katastrophale Fehlbesetzung, die für einen erheblichen Teil des demoskopischen Abstiegs verantwortlich ist. Würde sie nicht Fehlentscheidung an Fehlentscheidung reihen und dabei diplomatisch wie ein Nashorn durch die Arena walzen, stünde die SPD weit besser da.

Frech kann sich der bei der Basis unbeliebte Finanzminister und Vizekanzler als Kanzlerkandidat ins Spiel bringen, obwohl Nahles als Fraktions- UND Parteivorsitzende eigentlich das doppelte „erste Zugriffsrecht“ hat.
Zugriffsrecht hätte.
Aber was kann sie schon dem ehemaligen Hamburger Bürgermeister entgegensetzen, wenn sie abgesehen von allen Sympathiefragen so offensichtlich unfähig, ungeeignet und intellektuell unterbelichtet ist? Daß Scholz genügend Fleiß und Kompetenz mitbringt, um Kanzler zu sein, bezweifelt niemand ernsthaft. Nahles‘ Ansehen in der Bevölkerung ist hingegen irgendwo zwischen Fußpilz und Lothar Matthäus angesiedelt.


Ich stimme, erstaunlicherweise auch in dieser Hinsicht mit der ganz großen Majorität des Urnenpöbels überein: Nahles kann es nicht.

Ich stelle aber nicht den demokratischen Prozess in Frage.
Nahles ist selbstverständlich die regulär gewählte Vorsitzende. Ein große Mehrheit wollte es so und als Teil einer Partei kämpft man vor der Wahl vehement für seine Position, verteidigt aber nach der Wahl die Majoritätsentscheidung und schmollt nicht in der Ecke.
Man fällt nicht sofort den eigenen Leuten in den Rücken.

Wir lernen also wieder einmal, wie schwierig und fatal Mitgliedervoten sind.
Göring-Kirchentag statt Habeck, Müller statt Saleh, Scharping statt Schröder, Oettinger statt Schavan – die Kette der radikal falschen Mitgliederentscheidungen ist lang.


Meistens ist die Basis verblödet und entscheidet mehrheitlich für die Scheiß-Option. Siehe Recep Tayyip Erdoğans Wahl mit 52% zum Präsidenten im Juni 2018. Siehe Brexit. Nach dem Basisvotum der Engländer ist aber nicht nur falsch entschieden, sondern das Land ist in dieser Frage nicht etwa geeint, sondern mehr gegeneinander aufgehetzt denn je. Wie auch immer nun entscheiden wird, eine Hälfte der Bevölkerung wird in Frust verfallen und sich zunehmend destruktiv verhalten.



AfD, Linke, Grüne, SPD und FDP setzen alle auf mehr plebiszitäre Elemente, weil das populär ist und man sich einen schlanken Fuß macht. Nur CDU und CSU sind dagegen.
In diesem Fall – und es ist der einzige Fall an den ich mich erinnern kann seit ich erwachsen bin – stimme ich der Union zu. Sie hat Recht, alle anderen irren.

Die indirekte Demokratie – also mit hoher Wahlbeteiligung Experten in einen Gremium zu wählen, die dort als VolksVERTRETER nach ihrem eigenen Gewissen und unbeeinflusst entscheiden, ist zielführender.

Ebenso sollten Delegierte in Parteien entscheiden.
Nachdem aber die Büchse der Urwahl-Pandora offen ist, nutzt nun jeder die Drohung mit Basis-Entscheidung, um demokratische Prozesse zu unterminieren. Nichts anderes tun Merz und Schäuble, wenn sie AKK ausbooten wollen, indem sie eine Urwahl des CDU-Kanzlerkandidaten vorschlagen.

[….] Die Ba­sis­ab­stim­mung wird ins Feld ge­führt, um die Ent­schei­dung der De­le­gier­ten zu dis­kre­di­tie­ren. Dar­in liegt die Haupt­ge­fahr von di­rek­ter De­mo­kra­tie. Sie stärkt das po­li­ti­sche Sys­tem nicht, sie de­le­gi­ti­miert es. Die »Zeit« frag­te vor ei­ni­gen Jah­ren in ei­nem Plä­doy­er für Volks­ent­schei­de, ob es sein kön­ne, dass »un­se­re Par­tei­en­de­mo­kra­tie eine Vor­lie­be für die au­to­ri­tä­re Re­ge­lung wich­ti­ger Fra­gen« habe. Ent­schei­dun­gen ei­nes frei ge­wähl­ten Par­la­ments wer­den auf die­se Wei­se mo­ra­lisch dis­kre­di­tiert. Dass die Bür­ger sich von der li­be­ra­len De­mo­kra­tie ab­wen­den, ist eine rea­le Ge­fahr. Di­rek­te De­mo­kra­tie ist nicht die rich­ti­ge Ant­wort. [….]
(Ralf Neukirch, Spiegel-Leitartikel, 05.01.2019)

Dienstag, 8. Januar 2019

Franzels Pädos


Ob mit oder ohne „Brand“; Müller-Kardinäle sind eine üble Sache für diejenigen, die der römisch-katholischen Kirche wohlgesonnen sind.
Oder für Atheisten wie mich: Da capo! Macht weiter so, brecht öffentlich Lanzen für’s Kinderficken. Das ist so ziemlich das einzige, bei dem es noch einen Ablehnungskonsens gibt.

Aber der Reihe nach – Papst Franz musste gerade erst drei Kardinäle, also seine allerengsten Vertrauten und allerhöchsten geistlichen Fürsten, die den nächsten Papst wählen, kaltstellen, weil die selbst kleine Jungs missbraucht hatten.

Bergoglio reduzierte aber die Strafen, denn schließlich konnte ja keiner ahnen, daß daran irgendwas falsch ist, wenn man 11-Jährige Messdiener im Beichtstuhl vergewaltigt.

An dieser Stelle noch mal ein Rückblick auf die Müllers.
Der eine, Gerhard Ludwig Kardinal Müller, fiel schon als Regensburger Bischof besonders übel auf, weil er pädosexuelle Gewalttäter gezielt neuen kleinen Jungs zuführte und anschließend massiv die Opfer bedrohen ließ.

(….)Es geht um den Kaplan Peter K.

Nach der ersten Verurteilung des Priesters als Sexualstraftäter, konnte er mit dem Segen seines Bischofs Müller mit den Ministranten von Riekofen Ausflüge unternehmen.
Er hat mit ihnen Wasserpfeife geraucht und Wein getrunken.

Und das nicht einmal ein Jahr nach seiner Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs an zwei kleinen Jungs - also mitten in der Bewährungszeit, in der er Kindern fernzubleiben hatte.
Sofort begann er wieder einen Jungen zu belästigen – Dank Bischof Müller wurde den Eltern verschwiegen in welche Gefahr sie ihre Kinder brachten.

Höflichere Menschen als ich, Rudolf Neumaier zum Beispiel, drücken es so aus:
Bischof Gerhard Ludwig Müller macht sich mit dieser Politik des Leugnens und Verschweigens nicht nur als Geistlicher unglaubwürdig, er schadet damit der gesamten Kirche.

Kaplan K., laut Gutachten sehr stark auf Buben fixiert, wurde vor zwei Jahren vom Landgericht von Regensburg zum zweiten mal verurteilt:

Drei Jahre Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs im Wiederholungsfall sowie die sofortige und zeitlich offene Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt. Dass ihn sein Dienstvorgesetzter, also die Diözese, wieder einsetzte und damit die Taten ermöglicht habe, habe sich bei der Strafzumessung zugunsten des Angeklagten ausgewirkt, sagt der Richter. (…..)

Müller handelte als Bischof derartig verwerflich, daß selbst Kinderfickerbeschützer wie Ratzi ihn eigentlich hätten rauswerfen müssen.
Aber zu Müllers Bistum gehören auch die Regensburger Domspatzen, bei denen 30 Jahre lang Papstbruder Georg Ratzinger seinen sadistischen Trieben frönte und kleine Kinder schwer misshandelte.
Um das Pontifikat seines kleinen Bruder nicht zu gefährden war es wichtig die Aufklärung über Ratzingers Abscheulichkeiten unter allen Umständen zu unterdrücken. Das tat Müller, so daß der Papst bei ihm in schwerer Schuld stand, ihn nach Rom holte und zum drittmächtigsten Mann der 1,3 Milliarden Katholiken beförderte. Zum obersten Glaubenswächter und rothütigen Kardinal.

Seine Eminenz Müller, ein enger Freund der rechtsradikal-rassistischen Fürstin Gloria und ihres Intimus Kurienerzbischof Gänswein, ist bis heute völlig uneinsichtig und kann keine Spur Mitleid für die Zehntausenden von Priestern misshandelten und missbrauchten Kinder aufbringen.
Daß einige wenige Bischöfe nun Transparenz walten lassen wollen beim Thema Kindesmissbrauch, sogar weltliche Justiz bemühen, lehnt er strikt ab.

[…..] Laut Kardinal Müller können Laien Bischöfe nicht verurteilen: "Mit Lynchjustiz kommt man nicht weiter"
Die Missbrauchsaufarbeitung ist in vollem Gang. Wie soll man mit Bischöfen umgehen, die Missbrauch vertuscht haben, ist eine der Fragen. Sie können jedenfalls nicht innerkirchlich durch Laien gerichtet werden, meint Gerhard Ludwig Kardinal Müller. [….]

Roms Topkardinal steht fest an der Seite der Täter und hetzt gegen die Opfer.

[…..] Nach Meinung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller wird der sexuelle Missbrauch von manchen Akteuren innerhalb der katholischen Kirche instrumentalisiert, um eigene Interessen durchzusetzen. Das schreibt der frühere Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation in einem Gastbeitrag, der auf den Internetseiten Lifesitenews und Kath.net erschienen ist. "Es ist klar, dass diese Verbrechen instrumentalisiert werden, um eine andere Agenda zu befördern", so Müller dort wörtlich. "Man will das sakramentale Priestertum mit der Missbrauchskrise aus den Angeln heben."
Müller kritisiert außerdem, wie manche "Mächtigen in der kirchlichen Bürokratie" in der  Missbrauchskrise agierten. Die Kirche sei ein Werk Gottes und als solches nicht veränderbar, betont Müller. Sie sei "wesenhaft" heilig und könne nicht nur als "historisches Gebilde" gesehen werden. [….]

Der andere Müller, der mit den „Brand“ ist aus demselben Holz geschnitzt.
Die Opfer heuchelten und Schuld wären ohnehin nur die Schwulen.

[….] Die Argumente zur eigenen Entlastung wirken wie eine weitere Verhöhnung der Opfer. So bezeichnete Kardinal Walter Brandmüller die Empörung in der Bevölkerung in einem Interview kurz vor seinem 90. Geburtstag als Heuchelei. "Was in der Kirche an Missbrauch passiert ist, ist nichts anderes, als was in der Gesellschaft überhaupt geschieht." Sexueller Missbrauch sei alles andere als ein spezifisch katholisches Phänomen. Der eigentliche Skandal sei, dass sich die Kirchenvertreter in diesem Punkt nicht von der gesamten Gesellschaft unterschieden.
Etwas später wies Brandmüller darauf hin, dass 80 Prozent der Missbrauchsfälle im kirchlichen Umfeld männliche Jugendliche und nicht Kinder beträfen. Es sei zudem "statistisch erwiesen", dass es einen Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosexualität gebe.
[….]

Das sind nach wie vor ungeheuerliche Aussagen. Solche Kardinäle gehören vor den Richter.

Leider versagen deutsche Juristerei und Politik in diesem Punkt fast vollständig und man muss bis auf die unterste Ebene der Hierarchie gehen, um einen Vertreter der katholischen Klasse zu finden, der sich moralisch anständig äußert.

[….] Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine hat im Zusammenhang mit der Missbrauchsdebatte die deutschen Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Walter Brandmüller scharf kritisiert. "Wenn ein römischer Kardinal die aufkommende Diskussion über Zölibat, kirchliche Sexualmoral und Priesterausbildung […] als 'Missbrauch des Missbrauchs' geißelt, halte ich das – nicht zuletzt auch den Missbrauchsopfern gegenüber – für untragbar", sagte Kleine laut domradio.de beim Dreikönigsempfang des Katholikenausschusses der Stadt Köln am Montagabend.
Wenn ein anderer Kardinal behaupte, ein Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosexualität sei statistisch erwiesen, dann "handelt es sich um eine bösartige Diffamierung Homosexueller, um vom eigentlichen Skandal abzulenken", so der Stadtdechant weiter. [….]

In den USA, in Australien, in Irland, in den Niederlanden sieht das anders aus.
Auch im katholischen Frankreich lässt sich die Justiz nicht mehr ganz so leicht von den Karren der Kinderfickerkirche spannen.
Der 68-Jährige Philippe Xavier Christian Ignace Marie Kardinal Barbarin ist nicht amüsiert. Ihm könnten 45.000 Euro Geldstrafe und drei Jahre Gefängnis bevorstehen.

[…..] In Frankreich stehen mehrere Kirchenvertreter vor Gericht, darunter der Erzbischof von Lyon. Der Vorwurf: Er soll von Fällen sexuellen Missbrauchs gewusst, sie aber nicht angezeigt haben.
Mit ernster Miene war Kardinal Philippe Barbarin am Vormittag im Gerichtssaal in französischen Lyon erschienen. "Ich werde der Justiz antworten. Sie hat mich heute einbestellt. Ich erscheine vor ihr", sagte der sonst so redegewandte Erzbischof von Lyon eher schmallippig den wartenden Journalisten.
Die Fälle, um die es ab heute vor Gericht geht, liegen bereits lange zurück. Ende der 80-er und Anfang der 90-er Jahre soll sich Bernard Preynat, ein Priester aus der Diözese Lyon, vielfach sexuell an Minderjährigen vergangenen haben. Taten, die der Priester selbst teilweise eingeräumt hat. Viele davon sind mittlerweile verjährt. Wegen einiger läuft ein gesondertes Verfahren gegen Preynat selbst.
Das Gericht in Lyon dagegen befasst sich nun mit der Frage, ob Kardinal Barbarin und mehrere weitere, teils hochrangige Mitarbeiter der Kirche von den Missbrauchsfällen gewusst, diese aber nicht angezeigt haben. [….]

Pech für die französischen Kardinäle. Im Deutschland der streng katholischen Parteichefinnen Kramp-Karrenbauer und Nahles mit einer de-facto Staatskirche, die sich 12 Milliarden Mitgliedsbeiträge direkt vom Staat eintreiben lässt und weitere Steuerentlastungen in Höhe von 20 Milliarden Euro jährlich, sowie fast 600 Millionen Euro für Bischofsgehälter und Priesterausbildung zuschieben lässt, müssen auch die Müllers in ihren roten Ballkleidern, sowie die Bestie Georg Ratzinger nichts befürchten.

[…..] 2016 hatte [Kardinal Barbarin] bei einem Treffen von Bischöfen in Lourdes gesagt, die Mehrheit der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs seien "Gott sei Dank" verjährt. "Ich habe es in der Vergangenheit nicht immer verstanden, die besten und passendsten Wörter zu nutzen", erklärte er nun vor Gericht.
"Wir wollen die Wahrheit über das Schweigekartell wissen", sagte der Mitgründer des Opferverbands La Parole Libérée (etwa: die befreite Rede), Alexandre Hezez, zum Auftakt des Verfahrens. Der Verband wirft dem Erzbischof vor, dem Priester erst 2015 den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen untersagt zu haben, als die Vorwürfe öffentlich bekannt wurden.
"Absolut nichts vom Leid der Opfer der sexuellen Übergriffe verstanden"
Neben dem Kardinal stehen auch zwei frühere Mitglieder der Erzdiözese Lyon vor Gericht: Maurice Gardès, derzeit Erzbischof im südwestfranzösischen Auch, und Thierry Brac de la Perrière, Bischof von Nevers im Zentrum des Landes. Vorgeladen sind zudem zwei Kleriker aus Lyon und die ehemalige Verantwortliche einer Gruppe für Missbrauchsopfer. Dem Priester Preynat steht ein separater Prozess bevor.
"Dieses Verfahren ist ein Schauprozess", kritisierte einer der Verteidiger vor Gericht. […..]

Montag, 7. Januar 2019

Ignorantia legis non excusat


Wenn ich in einem Laden etwas mitgehen lasse und ohne zu bezahlen erwischt werde, erwartet mich dafür eine Strafe.
Ausreden helfen nicht.
Auch als Nicht-Jurist, der noch nie etwas vom Diebstahl-Paragraphen gehört hat

[…..] Was sagt Jesus Christus dazu? Bei dem schwersten aller Verbrechen der Geschichte, der Kreuzigung Jesu, bat Jesus Gott in einem bekannten Gebet: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!" "Denn sie wissen nicht was sie tun!" Unwissenheit schützt also doch vor Strafe - selbst bei einem Gottesmord! Das ist so Gottes Wille!
In der Bibel findet sich auch der Satz: "Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt, hat aber nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden müssen. Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden." (Lukas 12, 47)
Wenn ein Mensch sieht, daß ein anderer Hilfe braucht, und diese Hilfe nicht leistet, so kann er wegen unterlassener Hilfeleistung bestraft werden. Wenn er aber davon nichts wußte, wird er nicht bestraft.
Beim sogenannten Insider-Handel kaufen Spekulanten Aktien ihres Unternehmens, von denen sie wissen, daß sie steigen werden, und verkaufen sie, bevor sie fallen werden. Das ist bei uns zu Recht verboten. Wer aber die Aktie kauft ohne Insiderwissen zu haben der wird nicht bestraft. Also: Auch bei uns kann man sich ab und zu auf Unwissenheit berufen!
Ich fordere unsere Justiz dazu auf, den Leitsatz "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" abzuschaffen!  [….]

Das Blöde an Jesus (=Gott=HeiGei) ist, daß er sich genau wie seine Reinkarnation Donald Trump immerfort selbst widerspricht.

[….]  „Und wenn eine Seele sündigt und irgendetwas von alledem tut, was der HERR verboten hat und man nicht tun soll, auch wenn sie es nicht gewußt hat, so ist sie dennoch schuldig und trägt ihre Schuld.“ (3.Mose 5:17)
Manchmal sind die Menschen schon sehr eigenartig. Sie lesen ein paar Gesetze und Vorschriften, versuchen diese zu halten und denken, Gott würde sich darüber freuen. Aber dies ist nicht wahr! Das halten irgendwelcher Bestimmungen rettet Sie nicht. Ich möchte Sie heute fragen, kennen Sie alles, was Gott gern von Ihnen möchte? Sie wissen ja nicht einmal genau, was Ihre Frau oder Ihr Mann gerne von Ihnen möchte. Auch nicht, was Ihr Arbeitgeber wirklich von Ihnen möchte oder Ihre Hausgenossen. Mit anderen Worten, Sie sind so armselig, dass Sie eigentlich gar nichts genau wissen. […..]

Eine radikale Ansicht und gleichzeitig das diametrale Gegenteil zu vertreten hat natürlich viele Vorteile.

So konnte die Kirche 2000 Jahre lang gnadenlos alle anderen verdammen und bestrafen, wenn diese fehlten.
Man denke nur an diesen bösartigen Giordano Bruno, der am 17.02.1600 mit fest gebundener Zunge auf dem Campo de’ Fiori auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde.
Außerdem wurden alle seine Schriften zerrissen und verbrannt, weil die miese Sau behauptet hatte die Erde drehe sich um die Sonne, statt umgekehrt.

Hunderte Millionen Menschen kamen wegen der Gnadenlosigkeit der Kirche ums Leben, denn sie trugen als Menschen eine schwere Schuld in sich – egal ob sie nun wußten, was Gott wollte, oder nicht. (3.Mose 5:17)
Rübe ab half jedenfalls weiter.

Anders verhält es sich in Fällen, in denen die Kirche selbst oder einer ihrer Würdenträger sündigen.
Dann gilt natürlich Lukas 12,47 und es sollen wenige bis keine Schläge dafür verteilt werden.

Ob es um die Unterstützung faschistischer Folterregime Hitlers, Mussolinis oder Francos geht oder um die Myriaden sexuell durch Priester missbrauchten Kinder: In den Fällen werden alle Augen, inklusive Hühneraugen zugedrückt.
Denn woher sollte man schon ahnen, daß es irgendwie schlecht ist was Adolf Hitler anstellte?
Einen Weltkrieg anzetteln, sechs Millionen Menschen in Folterlagern massakrieren  und weltweit weitere 60 Millionen Menschen zu töten soll ein Problem sein?
Nicht für den Vatikan, der auf Befehl des Papstes Bischof Hudal als Superschleuser installierte, um all die angeklagten KZ-Wächter und SS-Größen vor der Alliierten Justiz zu verstecken.

Das gleiche Phänomen beim Kinderficken. Klar, Bergoglios Kleriker tun das; gerade musste er gleich drei seiner best Buddies, die Kardinäle Pell, Errázuriz und Pasinya von ihren Posten entfernen.
Aber woher sollte man denn wissen, daß das schlecht ist? Und wenn man es nicht weiß, kann man auch nicht bestraft werden.

[….] The St. Louis archbishop embroiled in a sexual abuse scandal testified last month that he didn’t know in the 1980s whether it was illegal for priests to have sex with children, according to a court deposition released Monday.
Archbishop Robert Carlson, who was chancellor of the Archdiocese of Minneapolis and St. Paul at the time, was deposed as part of a lawsuit against the Twin Cities archdiocese and the Diocese of Winona, Minnesota. […..]

Robert James Carlson ist Nachfolger des ultrarechtsradikalen erzkonservativen Papstkritikers Raymond Leo Kardinal Burke.
Carlson erkrankte zwar an Krebs, wurde aber laut eigener Angaben durch eine Wallfahrt zum Altar der Jungfrau Maria nach Fátima geheilt und amtiert nach wie vor als geehrter Erzbischof.


Auch der angeklagte Theodore Edgar Kardinal McCarrick, 88, der auf Befehl des Papstes nun bis zum kanonischen Verfahren in einem ihm zur Verfügung gestellten Palazzo ein Leben des Gebets und der Buße führen soll, hat sich im Grunde nichts vorzuwerfen.
Nachgewiesen wurden ihm ja bloß zwei über Jahre andauernde Vergewaltigungen. James Grein missbrauchte McCarrick erstmals als dieser 11 Jahre alt war, aber das ging ja nur ein bis zwei Jahrzehnte so und außerdem war das laut Vatikan schließlich einvernehmlicher Sex!
Man kennt doch diese 11-Jährigen, die verführen die armen Kardinäle.

  […..] Priest’s sex with teenage boy was ‘consensual’ says Vatican
In the latest twist to a probe into alleged sexual abuse of boys and young men by Archbishop Theodore McCarrick, Church Militant claims the Vatican has decided that an altar boy aged 16 had approached the priest in New York’s St Patrick’s Cathedral in 1972 to solicit sex.
Although the allegation of abuse by the former altar boy was found to be credible by the Archdiocese of New York, the Vatican disagrees.
[…..] Church Militant’s Michael Voris, above, said in a video report:
The Vatican is attempting to recast the molestation as somehow ‘consensual sex’.
Voris also pointed out that this echoes a notion promoted by Chicago Cardinal Blase Cupich at the United States Conference of Catholic Bishops (USCCB) meeting in November, that consensual homosexual sex involving priests with young men is somehow not all that egregious.
The Vatican’s apparent attempt to discredit and downplay the charges against McCarrick raises a “big red flag,” said Voris. […..]

Der Junge wollte es doch auch!
Woher sollte Theodore McCarrick denn wissen, daß es irgendwie schlecht ist einen Elfjährigen zu ficken?
Also da kann man ihm nun wirklich keinen Vorwurf machen.