Freitag, 15. Mai 2015

Inselverarmung



Jim Jefferies fasste den Inhalt der zehn Gebote auf den Kernsatz “Try not to be a cunt” zusammen.
Was müßten Christen doch für schlechte Menschen sein, wenn sie erst durch das Pochen auf Gottes Gebote zu der Einsicht kämen nicht zu morden.


Es ist schon viel Hirnverknotung notwendig, um anzunehmen, daß ein LIEBER Gott alle Menschen gemacht hat, daß aber diejenigen, die das nicht wissen gar nicht lieb sind und daher auch nichts Gutes tun.
Diejenigen, die es wissen, sind hingegen deswegen lieb, weil sie das per order di mufti UND aus rein egoistischen Motiven sein müssen, um später nämlich nicht in der Hölle zu schmoren.

In diesem christlichen Gedankengang ist so viel falsch und widersprüchlich, daß man einmal mehr versteht, wieso Christen generell einen niedrigeren IQ haben.

Christliche Nächstenliebe existiert also niemals aus altruistischen Motiven, sondern wegen Gottes Anweisungen so sein zu müssen.
Christlichen Altruismus kann es nicht geben, denn der Kern des christlichen Heilsversprechens liegt ja gerade darin, daß jede gute Tat vergolten wird, von Gott gewissermaßen auf das „Haben-Konto“ geschrieben wird und dereinst mit dem Himmelreich belohnt zu werden.
Christlicher Altruismus ist ein Oxymoron, weil es per Definition paradox ist altruistisch zu sein, um eine Belohnung verdienen zu wollen.

Christentum ist also offensichtlich schwachsinnig.
Man muß deutliche geistige Defizite haben, um in christlichen Gruppen der sozialen Netze solche Bilder zu posten und zu bejubeln, während täglich Hunderte oder Tausende Flüchtlinge elendig auf dem Mittelmeer ersaufen, weil die EU mit ihren christlichen Regierungschefs sie mit militärischen Mitteln abdrängt und nun sogar als Allheilmittel die Zerstörung der Fluchtboote plant.


Ich weiß gar nicht, ob Gott auch für Asien zuständig ist.
Falls ja, besteht da auch noch großer Bedarf an wohlfeilen Sprüchen von christlichen Facebookgruppen.

Die Schlepper haben sich davongemacht, nun treiben viele Boote vor den Küsten Thailands und Malaysias. Manche Flüchtlinge werden von Fischern gerettet, andere aufs Meer zurückgeschickt. Überlebende berichten von brutalen Übergriffen.
Was der Mann am Telefon schildert, klingt verzweifelt. Er sitzt mit vielen anderen Flüchtlingen in einem Boot auf der Straße von Malakka. In der Ferne können sie Inseln sehen, nachts die Lichter am Ufer. Doch der Diesel für den Bootsmotor ist alle, das rettende Land unerreichbar. Sie sind Strömung und Wetter praktisch ausgeliefert.
[….] Ungezählte Boote sind unterwegs, die Lage eskaliert zusehends. "Die Menschen waren sehr schwach. Im Hintergrund hörte ich die Kinder weinen", sagte Lewa der Nachrichtenagentur Irin. Die Schlepper, die den Passagieren versprochen hatten, sie nach Thailand zu bringen, seien bereits am Sonntag von Bord gegangen. Sie hätten 350 Menschen, darunter 84 Kinder und 50 Frauen, auf offener See ihrem Schicksal überlassen.
[….] Bis zu 5500 Flüchtlinge aus Burma und Bangladesch werden auf den Booten vermutet. Ihr Schicksal ist ungewiss: Zwar retteten indonesische Fischer am Freitag rund 800 Menschen, nachdem ihr Boot unweit von Aceh zu sinken begann. Zeitgleich wies Indonesien jedoch andere Boote mit Hunderten Flüchtlingen ab. Wie auch Malaysia und Thailand geht Indonesien neuerdings härter gegen Migranten vor und schleppt manche Boote zurück auf das offene Meer.[….]

Es ist naheliegend anzunehmen, daß Menschen, die angesichts dieser Zustände frohlockend von der Botschaft Jesu sprechen geistig und geistlich retardiert sein müssen.

Faszinierenderweise können aber auch Menschen, die offensichtlich nicht auf den Kopf gefallen sind, so etwas glauben.
Hamm-Brücher, Hans-Jochen Vogel sind weitere Beispiele.

Es gibt eindeutig Korrelationen zwischen Bildung und IQ einerseits und Spiritualität und Religiotie andererseits.
Unzählige Umfragen zeigen, daß die Religiosität mit höherer Bildung abnimmt.
Typischerweise sind die amerikanischen Eliteunis Hochburgen des Atheismus, während die Highschool-Dropouts im Biblebelt, die auch glauben in Brasilien spreche man brasilianisch und der Kanzler von Deutschland hieße Hitler, jedes Wort der Bibel ernst nehmen.

Unter Intellektuellen gibt es die höchste Atheistenquote.
Aber genauso wie einige Atheisten dennoch Idioten sein können, gibt es auch Hochgebildete, die trotzdem sehr überzeugte Christen/Juden/Moslems sind.

Warum bloß?

Die einzige Erklärung, die ich bisher für dieses scheinbare paradox habe ist die gewissermaßen neurologische Argumentation Michael Schmidt-Salomons. Stichwort „Inselverarmung“

Solange nämlich Religioten das Sagen auf unserem Planeten haben - und das haben sie leider, Mensch sei’s geklagt, in vielen Teilen der Welt -, sind alle Versuche, das Zusammenleben der Menschen vernünftiger, freier, gerechter zu gestalten, notwendigerweise zum Scheitern verurteilt. (Denken Sie nur an die muslimischen Extremisten in Somalia, die 2011 dringend benötigte internationale Hilfe für die hungernde Bevölkerung nicht zuließen.) Versuchen wir also angesichts der Bedeutung dieses Phänomens eine kurze Definition des religiotischen Syndroms:
Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Sie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht.
 Bemerkenswert ist, dass sich Religiotie nicht notwendigerweise in einem generell reduzierten IQ niederschlägt: Religioten sind zwar weltanschaulich zu stark behindert, um die offensichtlichen Absurditäten ihres Glaubens zu erkennen, auf technischem oder strategischem Gebiet können sie jedoch (siehe Osama bin Laden) hochintelligent sein. Wie es „Inselbegabungen“ gibt (geistig behinderte oder autistische Menschen mit überwältigenden mathematischen oder künstlerischen Fähigkeiten), so gibt es offensichtlich auch „Inselverarmungen“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind).
Religiotie sollte daher als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor Jahren vorgeschlagen hat, um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu erfassen.

Es widerstrebt mir und erschüttert mich regelrecht einen Mann, den ich wie Vogel fast adoriere als partiell debil zu bezeichnen.

Aber wie soll man es besser ausdrücken?

Daß er überzeugter Katholik ist und demnach an all die sadistisch-paradoxen Sätze der Bibel, die grundgesetzwidrigen Regeln, die antihumanistischen Traditionen und die kriminelle Mutter Kirche glaubt, IST debil.

In der letzten Wochenend-Ausgabe der SZ wurde Babynahrungsproduzent Claus Hipp eine ganze Seite lang von Martin Wittmann über seinen Glauben interviewt.
Der 77-Jährige ist geschäftlich extrem erfolgreich, hat Kunst und Jura studiert, engagiert sich sozial und kulturell sehr stark.
Er ist vermutlich das, was unsere Gesellschaft unter einem „guten Christen“ versteht.
Jeden Morgen öffnet er die Wallfahrtskirche Herrenrast, zündet die Kerzen an, betet. Sonntags ministriert er im Münchner Dom am Marienplatz; der Frauenkirche – eine hohe Ehre.
Sich sozial zu engagieren leitet er aus seinem Glauben her.
Offensichtlich erwartet er also, daß Gott ihn beobachtet und an seiner himmlischen Registrierkasse sitzend viele Pluspunkte hinter den Namen Hipp, Claus eingibt.
Nun können die bizarren Motive der glaubenden Wohltäter den Bedürftigen theoretisch egal sein.
Man mag auch von evangelikalen Kirchen in Amerika schaudernd davonlaufen, aber dennoch sind sie gelegentlich wohltätig, helfen Armen und Alten und Kranken.
Hipp aber kommt beim Lobpreisen seines eigenen Glaubens (und damit natürlich sich selbst) nicht umhin den bösen Atheisten eins mitzugeben.
Und spätestens da wird er sehr unsympathisch.
Oder aber, um es mit MSS auszudrücken: DEBIL

Ist Wirtschaftsethik für einen gläubigen Christen überhaupt von Religion zu trennen?

Sehen Sie, in schwierigen Zeiten kann der Gläubige all das unternehmen, was auch ein Atheist unternehmen kann. Doch in Situationen, in denen man machtlos ist, kann er zusätzlich noch beten und hoffen. Das bringt ihn rein wirtschaftlich gesehen in die stärkere Position. Dazu kommt, dass sich der Atheist keiner höheren Macht verpflichtet fühlen muss.

Er kann sich auch ohne Gottbezug einer höheren Sache verantwortlich fühlen.

Vielleicht der Allgemeinheit. Aber ein Gläubiger, der sich Gott verantwortlich fühlt, lebt in einer anderen Dimension. Das kann man nicht leugnen. Natürlich ist das ein Unterschied.

Wer nach Kants kategorischem Imperativ handelt, lebt nicht unmoralischer als ein religiöser Mensch.

Die moralische Verpflichtung des Atheisten kann aber niemals höher sein als die des Gläubigen.

Haben Sie denn lieber Christen im Betrieb als Atheisten?

Nein. Wir haben Atheisten, wir haben auch Moslems, alle möglichen Religionen. Es mag manchmal leichter sein, wenn die Mannschaft sich ideologisch versteht. Aber wenn ich jemanden einstelle, dann muss das Fachliche stimmen, und der Angestellte muss mit Menschen umgehen können. Ein Moslem kann gefühlvoller sein als jemand, der mir vom Glauben her nähersteht. Das Gefüge muss stimmen. Bei uns kommt sicher auch Mobbing und manch anderes Unschönes vor. Aber das versuche ich zu unterbinden.

Sehen Sie sich als Missionar?

Nein, ich lasse jedem seine Freiheit. Aber es ist mir unverständlich, wenn Menschen sagen: Ich kann nicht glauben. Natürlich kann man, man muss nur wollen. Glauben ist ein Akt des Willens: Ich möchte etwas für wahr halten, was ich nicht weiß; von etwas überzeugt sein, was ich nicht sehe.
(Claus Hipp in der SZ vom 08.05.2015, befragt von Martin Wittmann)

Donnerstag, 14. Mai 2015

Christi Himmelfahrt.



Die größten Feiertage mit der eindeutig gewaltigsten ökonomischen Bedeutung sind in Europa und Amerika natürlich die Weihnachtstage. Man feiert die Geburt Jesu, der allerdings wohl eher im März geboren wurde und bedient sich dabei heidnischer Traditionen – zB Bäume schmücken.

Christlich wesentlich bedeutender ist aber Ostern, das hierzulange ebenfalls rein heidnisch begangen wird: Osterfeuer, Eier-Schmuck, Lammbraten.
Für Franzl, Kässi und die anderen Religioten bildet Ostern hingegen den Kern der christlichen Botschaft: Überwindung des Todes. Papa Gott massakriert Junior-Gott (Karfreitag), erweckt ihn wieder zum Leben (Ostersonntag) und schickt ihn schließlich doch in den Himmel (Himmelfahrt).
Um die Sinnhaftigkeit des Plans zu verstehen, empfiehlt sich eine Lobotomie.
Gott ist sauer auf seine eigene Schöpfung, hat also offenbar selbst versagt, läßt das aber jemand anders ausbaden, der aber gleichzeitig er selbst ist.
Diese Todesstrafe war so ein enormes Opfer, daß sieben Milliarden Menschen noch 2000 Jahre später dankbar und ehrfürchtig sein müssen, obwohl Gott natürlich unsterblich ist und insofern eine Hinrichtung auch keine so große Sache ist, wenn man kurz danach ohnehin wieder zum Leben erweckt wird, um dann noch mal 39 Tage in Ruhe zu chillen, bis man sich endgültig ins Paradies absetzt, um nie wieder zu kommen, aber nach weiteren neun Tagen doch irgendwie wieder Bock auf Mutter Erde hat und daher sich selbst – diesmal als Heiligen Geist – wieder zu den Menschen schickt (Pfingsten – „Ausgießung“ des HeiGei).

Die Himmelfahrt hat man sich übrigens wörtlich vorzustellen. Jesus nahm keinen Fahrstuhl oder Heißluftballon; nein, er sauste wie Supermann aus eigener Kraft nach oben. Interpretationsspielraum gibt es nicht; das MUSS man glauben.

Dass Christus mit Leib und Seele in den Himmel auffuhr und nun zur Rechten des Vaters sitzt, ist ein Dogma, das alle Glaubensbekenntnisse bezeugen.
Christus ist aus eigener Kraft in den Himmel aufgefahren, und zwar als Gott in der göttlichen Kraft und als Mensch in der Kraft der verklärten Seele, die den verklärten Leib bewegt, wie sie will. Im Hinblick auf die menschliche Natur Christi kann man mit der Heiligen Schrift auch sagen, dass er (von Gott) in den Himmel aufgenommen oder erhoben wurde (Mk 16,19 EU; Lk 24,51 EU; Apg 19,11 EU). Vgl. Summa theologiae III 57, 3; Catechismus Romanus I 7, 2; KKK 659-667.
(Kathpedia)


Es lag wohl in der Familie. Auch Jesus‘ Mutter hob eines Tages einfach ab und schoss hinauf ins Paradies.
Auch hier gibt es nichts zu deuten und zu interpretieren. Es ist ein Dogma und MUSS daher so geglaubt werden.

Am 1. November 1950 formulierte Papst Pius XII. in der Apostolischen Konstitution "Munificentissimus Deus" das Dogma der leiblichen Aufnahme in den Himmel und bestätigte damit das, was bereits seit langer Zeit gefeiert wurde:

"In der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und auch kraft Unserer eigenen verkündigen, erklären und definieren Wir: Es ist ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die immerwährende Jungfrau Maria, die makellose Gottesgebärerin, als sie den Lauf des irdischen Lebens vollendete, mit Leib und Seele zur himmlischen Glorie aufgenommen wurde."

Vor der Verkündung des Dogmas über die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel beriet sich Papst Pius XII. mit allen Bischöfen der Welt. Das Ergebnis war ein Plebiszit für das marianische Dogma. Nur 22 von 1181 Oberhirten sprachen sich dagegen aus.
(Kathpedia)

Aber wie das so ist mit dem Zwangsglauben; immer mehr der doofen Christenschafe fangen das unerlaubte Denken an und beginnen zu zweifeln.
Unverschämtheit.
Das sind eben die bösen Folgen von Schule und Alphabetisierung.

[….]  Jeder zweite Deutsche (48 Prozent) verbindet mit dem kirchlichen Feiertag „Christi Himmelfahrt“ den Vatertag. Für 39 Prozent geht es an diesem Tag um die Auffahrt Jesu in den Himmel. Jeder 20. Deutsche (5 Prozent) hält Himmelfahrt für eine Luftfahrtschau. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). [….]  
Das Institut ermittelte auch die Haltung von Parteianhängern zu dem Feiertag. Vor allem für Wähler der „Alternative für Deutschland“ (AfD/52 Prozent) und der CDU/CSU (50 Prozent) bedeutet das Fest die Auffahrt Jesu in den Himmel. Niedriger sind die Werte bei Sympathisanten der FDP (45 Prozent), der SPD (43 Prozent), von Bündnis 90/Die Grünen (36 Prozent) und der Partei „Die Linke“ (32 Prozent). [….]

Als man sich vor 500 Jahren noch nach der Kirche richtete, weil die Kirchenfürsten auch ganz direkt die staatliche Gewalt ausübten, war das alles irgendwie besser: Leibeigenschaft, Sklaverei, Frauenentrechtung, Ius Prima Noctis, keine Bücher, nur Analphabetismus und was der Pfarrer befahl wurde auch getan.


Und jetzt muß man solche Meldungen lesen:

[….] Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Ottweiler plant, vier Kirchen und zwei Gemeindehäuser aufzugeben. Grund sind die sinkende Zahl der Gemeindemitglieder und finanzielle Probleme. Der Beschluss fiel auf einer Klausurtagung am Wochenende.
[….] Betroffen sind den Angaben zufolge das Gemeindehaus in Ottweiler, die Kirchen in Steinbach, Stennweiler und Hirzweiler-Welschbach sowie die Kirche und das Gemeindehaus in Mainzweiler. Die Zahl der Gemeindemitglieder sei kontinuierlich gesunken - waren es 1990 noch über 8000 Mitglieder, liege ihre Zahl nun bei 5600. [….]

Sogar in Gottes eigenem Land bröckelt es gewaltig.
Wie kann das nur sein? Die Christliche Himmelfahrts-Geschichte ist doch so ungeheuer glaubwürdig und überzeugend!

Die Amerikaner fallen vom Glauben ab
"God's own Country" - das war einmal. [….] Die Zahl der US-Bürger, die sich selbst als Christen identifizieren, ist in den vergangenen sieben Jahren deutlich gefallen - von 78 auf 71 Prozent. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der Amerikaner, die keiner Religion zugehören, von 16 auf 23 Prozent. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des renommierten Pew Research Centers.
Die schwindende Zahl der Christen zieht sich quer durch alle Altersstufen und alle sozialen Schichten. "Der Rückgang findet in allen Regionen des Landes statt, sogar im 'Bible Belt'", sagte der Herausgeber des Pew-Berichts, Alan Cooperman, mit Blick auf die konservativ-christlich geprägten US-Südstaaten.
Die traditionellen protestantischen und katholischen Konfessionsgemeinschaften sind besonders stark von dem Mitgliederschwund betroffen. [….] Insgesamt leben heute in den USA fünf Millionen weniger Christen als noch 2007. Die Gesamtbevölkerung wuchs in diesem Zeitraum um etwa 18 Millionen. [….]


Mittwoch, 13. Mai 2015

Worte, Lügen und Indolenz.



Hyon Yong Chol fand seinen Chef Kim Jong Un wohl ein bißchen langweilig und schlief bei einer seiner weitschweifigen Reden ein.
Kim III. fand das nicht so gut und ließ ihn deswegen gleich mal hinrichten.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat offenbar seinen Verteidigungsminister Hyon Yong Chol abgesetzt und hinrichten lassen. Das berichtete Han Ki Beom, Vizechef des südkoreanischen Geheimdienstes NIS, bei einer Anhörung vor einem Parlamentsausschuss in Seoul.
Hyon soll bei einer Veranstaltung in Anwesenheit des Diktators eingeschlafen sein und ihm wohl auch widersprochen haben. Deshalb sei er wegen "Untreue und Respektlosigkeit" gegenüber Nordkoreas Staatschef zum Tode verurteilt worden.  Die Exekution wurde den Geheimdienstangaben zufolge mit Flakfeuer vollzogen. Unbestätigten Berichten zufolge ist in Nordkorea diese Methode hochrangigen Regierungsvertretern vorbehalten, an denen die Führung ein Exempel statuieren will. [….]

Es bleibt zu hoffen, daß die ewige Merkel nicht zu solchen Methoden greift.
Angesichts ihres rhetorischen Talents würde in Deutschland sehr schnell die Flak-Munition ausgehen.
So schlechte Redner, die wie Merkel seit zwei Dekaden nahezu täglich öffentliche Reden halten, erlebt man selten. Und das sage ich als jemand, der 16 Jahre Kohl miterlebt hat.
Man ahnte damals nicht, daß diese erbärmliche Vergewaltigung der deutschen Sprache noch zu unterbieten wäre.
Aber schlimmer geht immer.
Die Bundeskanzlerin spricht eigentlich gar nicht; denn sprechen würde die Weitergabe von Informationen bedeuten. Nein, sie simuliert eher Kommunikation.

Merkel hat einen ganz eigenen Stil entwickelt. Muß man ihr auch lassen. Wenn einer sagt, was ihr nicht paßt, dann sagt sie nicht: Das ist doof, das sehe ich anders, oder: wie kommt ihr da drauf. Dann sagt die Merkel so einen Satz wie: Das ist nicht mein Ductus. Da kann der andere nicht mal sauer sein. Ja, Sie können nicht auf einen Mensch sauer sein, der einen Ductus hat. Am Ende ist das so eine Frauensache, da haben Sie richtig die Arschkarte.  Der Ductus der Kanzlerin ist teilweise atemberaubend. Am Tag nach der Atomkatastrophe in Fukuschima saß die Frau auf der Pressekonferenz und sagte wörtlich: Man kann an einem solchen Tag nicht sagen, daß die Kernkraftwerke sicher sind - sie sind sicher. So ein Satz hätte der Steinbrück gar nicht überlebt. Es gibt nur zwei Menschen in diesem Land, die sich in ein und denselben Satz selbst widersprechen dürfen: Merkel und Beckenbauer. Das sind Idole, die dürfen sowas. Der Beckenbauer ist ja der weltweit erste anerkannte Hirnprothesenträger. […]  Der Franz, der ist beliebt, genau wie die Merkel. Es gab eine legendäre Umfrage. Da fanden 70% die Regierung beschissen, und 70% fanden die Merkel gut. In derselben Umfrage. Das waren auch dieselben 70%, da gehe ich schwer davon aus. Die bringen die Merkel mit der Regierung gar nicht in Verbindung. […]
(Volker Pispers – Bis Neulich 2014)

Merkels „Stil“ (im pisperschen Sinne) macht es nun sogar möglich mit massiven Lügen vor ihrem Wahlvolk zu bestehen.
Es ist nur noch peinlich.
Aber es interessiert keinen. So entsteht auch kein Druck auf die Kanzlerin.
Sie orientiert sich nur an Umfragen und nicht an Moral oder Wahrheit.

[….]  Im Fall "No Spy" widerlegt nun ein Mailwechsel die Behauptung des CDU-geführten Kanzleramts aus dem Wahlkampf 2013, ein solches Abkommen sei in greifbarer Nähe. Darüber hinaus belegen die Dokumente, warum die Regierung das Abkommen wider besseres Wissen öffentlich herbeizureden versuchte: Es war halt Wahlkampf. Und am Montag lieferte Regierungssprecher Steffen Seibert eine gnadenlos peinliche Vorstellung ab, als er ein ums andere Mal wiederholte, 2013 "nach bestem Wissen und Gewissen" informiert zu haben. Wobei ein Sprecher naturgemäß stets im Namen anderer informiert. In diesem Fall: der Kanzlerin.
Ist da etwas eingerissen im Verhältnis des politischen Personals zur Wahrhaftigkeit? Tatsächlich gehörte die Lüge seit jeher zur Politik wie der Tiefschlag zum Boxkampf - doch wenn nicht alles täuscht, hat sich unter dem politischen Spitzenpersonal ein gefährlicher Common Sense ausgebreitet, wonach es sich um ein Kavaliersdelikt handele, bei dem man sich nur eben nicht erwischen lassen dürfe.
[….] Der Gipfel des Zynismus ist jene Beschwichtigung, die seit Tagen wieder zu lesen und hören ist: Wer je an ein No-Spy-Abkommen geglaubt habe, sei naiv und also selbst schuld. Genau so entstehen Verschwörungstheorien: Wenn man nichts mehr glauben kann, ist alles möglich.
[….]   Wenn die Sozialdemokraten ihren Lügen-Vorwurf ernst meinen, dann müssen sie auch erklären, wie sie eigentlich unter einer Kanzlerin weiterregieren wollen, der sie derart Gravierendes zutrauen. Verglichen mit den schwarz-gelben Wildsau-Gurkentruppe-Schmähungen der vergangenen Legislaturperiode jedenfalls hat auch dies eine neue Dimension. Wer aber erst "Lüge" ruft und dann im Regierungsalltag tut, als sei nichts gewesen, der bestätigt letztlich nur die Annahme der Politikverächter: dass "die da oben" doch sowieso alle unter einer Decke steckten.
(Christoph Hickmann, SZ, 13.05.15)

Die SPD und Frau Fahimi bezichtigen Merkel der massiven Lüge, fordern aber keine personellen Konsequenzen. Macht ja nichts.

Merkel kann mich nicht überraschen. Ich habe ihr immer alles Schlechte zugetraut und meine Ansichten zu ihr unverblümt immer wieder aufgeschrieben.
Mich überrascht auch das Phlegma des Urnenpöbels nicht.
Natürlich schaltet der ab bei ernsthafter Politik, wenn man lieber Enthirnungs-TV mit Heidi Klump gucken kann.
Aber von der schmalen Klasse der Journalisten hätte ich schon deutlichere und massivere Angriffe auf die Kanzlerin erwünscht.

 [….] Schon Mitte August 2013 hatte der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich in einem Interview erklärt: "Wir haben die Zusage, dass ein solches Abkommen bald abgeschlossen werden kann." Der stellvertretende Chef der US-Botschaft schrieb daraufhin in einer E-Mail an Merkels engsten außenpolitischen Berater im Kanzleramt: "Ich habe mich über die Äußerungen von Friedrich in der 'Rheinischen Post' gewundert. Das wird Washington noch mehr verwirren."
Zu diesem Zeitpunkt war Angela Merkel schon acht Jahre lang die mächtigste Frau der Welt. Sie hatte Dutzende Kontrahenten fachfrauisch zerlegt. Sie musste als politisch maximal erfahren gelten. Es ist ausgeschlossen, dass eine solche Person nicht den Sinngehalt dieser Diplomaten-Äußerungen versteht. Es ist ausgeschlossen, dass derart wesentliche Informationen wie die wiederholte Ablehnung eines No-Spy-Abkommens durch viele verschiedene amerikanische Stellen nicht an Merkels Ohr gelangten oder sie diese gar aus Naivität fehlinterpretierte. Angela Merkel ist nicht nur die mächtigste, sondern auch die am wenigsten naive Frau der Welt. Also hat Angela Merkel persönlich am 11. September 2013 gelogen. Aber was nun?
[….] Da ist ein Problem-Elefant im Raum: Was, wenn trotz aller Enthüllungen genau nichts passiert? Was, wenn ein mediales Potpourri an beweisbaren Vorwürfen Angela Merkel einfach nicht dazu bringen kann, irgendwelche Konsequenzen zu ziehen?    Bleischwer fällt dann das geringe Politikinteresse der Bevölkerung zurück auf die Kontrollfunktion der Medien. Eigentlich absurd und kontraintuitiv, dass Merkels Macht größer wird, wenn weniger Leute wählen. Aber genau das geschieht. Das leider nicht unwahrscheinliche Szenario: Die Presse der Bundesrepublik schießt aus allen Rohren, trifft Merkel, offenbart ihr undemokratisches, katastrophales Verhalten - aber die verbleibenden Wähler wählen sie einfach trotzdem. [….]