Donnerstag, 9. Oktober 2025

Lüsterne Lust-Feinde

US-Amerikaner sind über alle Maßen begeistert von Flatulenzen. Youtube quillt über vor „fart-pranks“.

Das liegt einerseits an dem kindlich-analen Gemütszustand, den man in Deutschland aus der Grundschule kennt, wenn lachende Kinderstimmchen „wer’s zuerst gerochen, dem ist auch rausgekrochen“ skandieren. „Erbsen, Bohnen, Linsen bringen den Arsch zum Grinsen.“ Andererseits wird die schlechte Ernährung aus Fastfood eine Rolle spielen.

Die Strategie, bei einer selbstverursachten olfaktorischen Attacke von sich abzulenken, indem man als erstes und am lautesten protestiert und andere beschuldigt, findet vielfach Anwendung.

Der aggressivste Ankläger wird am wenigsten selbst verdächtigt; so zumindest die Hoffnung.

Das Prinzip war mir als Teenager in der Schule schon voll bewußt.

Es gab diese vorlauten Typen, die vorzugsweise in der Sportumkleide mit ihren sexuellen Taten prahlten und uns andere bezichtigten, noch Jungfrauen zu sein.

Klar; das waren die, die selbst noch nie mit einem Mädchen sexuell aktiv waren.

Ähnlich verhielt es sich mit den auffällig Homophoben, die ständig andere verdächtigten, schwul zu sein und sich pikiert von den (wenigen) offen Schwulen der Schule fernhielten. Diese Bullys waren mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst erotisch vielseitiger interessiert, als sie zugeben wollten. Das ist einfache Küchenpsychologie. Welchen anderen Grund sollte es geben, ständig über Homosexualität nachzudenken? Sollte das einem wirklich Heterosexuellen nicht gedanklich eher fremd sein und wenig Interesse wecken?

Schon in meiner Teenagerzeit begann ich damit, mich intensiv mit Religionen und der christlichen Kriminalgeschichte zu beschäftigen. Aus einem atheistischen Elternhaus kommend, war das eine große neue Welt für mich, deren Mechanismen aber verblüffend wenig geheimnisvoll, sondern leicht zu entschlüsseln waren.

Spätestens mit Eunuchen für das Himmelreich von Uta Ranke-Heinemann, 1988 erschienen, wußte ich welche Rolle die unterdrückten Gelüste der Kleriker spielten. Mindestens 50% der Männer im Vatikan sind schwul. Sie alle bewegen sich unter chronisch untervögelten Männern, die bunte Kleidchen und Schmuck tragen, sich streng von Frauen fernhalten und rund um die Uhr sexualmoralische Fragen besprachen. Der enorm hohe Schwulenanteil unter katholischen Geistlichen erklärt sich durch die Anziehungskraft des Berufsbildes auf Klemmschwestern, die sich nicht fragen lassen möchten, wieso sie keine Frauen und Kinder haben. Der Kurie kommt das nur gelegen, da man wirklich fromme, sündenfreie Männer nicht zu Gehorsam erpressen kann. Wissen die Bischöfe aber darüber Bescheid, wer im Priesterseminar durch welche Bettchen huschte, haben sie immer ein Druckmittel zur Hand.

Besonders aufschlussreich diesbezüglich war von 2004 bis Dezember 2012 die deutschsprachige, katholisch-traditionalistische, rechtskatholische, rechtsextreme, antisemitische, frauenfeindliche, homophobe, diffamierende, rassistische und islamfeindliche Plattform „Kreuznet“. Hier drehte sich fast alles um das ewige katholische Faszinosum Analverkehr.

(….)  Die unverkennbar Süddeutsch/Österreichisch/Schweizerischen Kreuznet-Macher blieben im Verborgenen. Bis heute weiß man nicht wie viele Autoren es gab und wer sie waren. Sicher ist aber, daß sie allesamt einer tiefen Faszination für den homosexuellen Analverkehr frönten und über eine groteske Form des Humors verfügten. Immer neue und abstrusere pseudo-vereinfachte Beschimpfungen ließen sie sich einfallen. Ob es ihre Absicht war, oder nicht; zumindest unfreiwillig zogen sie damit auch ein Publikum an, das der Wortschöpfungs-Komik frönte. Einige Kreuznet-Neologismen sind bis heute unvergessen: Gomorrhisten = Homoperverse = Kotstecher (Schwule), Urinduscher (David Berger), Bundestagsschwuchtel (Volker Beck), Blut- und Homopartei (CDU), Gummi-Isolatoren (Kondome), Brechreiz-Turnübungen (schwuler Sex). (…)

(Ein Urinator nässt sich ein, 27.06.2019)

So wie der extrem hohe Schwulenanteil die Schwulenfeindlichkeit der Kurie erklärt, kann man auch die republikanische Homo-Aversion sehen. Sie wollen nun sogar die bestialische Konversionstherapie wieder erlauben.


Die Verve in der eigenen Homophobie entsteht, weil so viele GOPer fromme Christen sind, die nicht mit ihrem eigenen unterdrückten Schwulsein klarkommen.

Wann immer sich in den USA Republikaner, konservative Christen, Trumpanzees zu Massenveranstaltungen treffen – seien es Nominierungsparteitage, Trump-Rallys oder das Kirk-Memorial, brechen die Grindr-Server zusammen, weil so viele lüsterne rechte Christenmänner miteinander Sex haben wollen, nachdem sie öffentlich Schwule verdammten.

[…] Grindr Dating App Crashes in Milwaukee During RNC: Everything We Know

Love – or at least a spike of users on the gay dating app Grindr – was reportedly in the Milwaukee air this week while the Republican National Convention was in town.

Over 1,000 users reported a Grindr outage in the Milwaukee area around 4 p.m. on Tuesday, according to Downdetector, a website that collects online service status information.

The Grindr app also allegedly experienced problems in the Cream City on Thursday— the fourth and final day of the RNC — as well as in Chicago, Los Angeles, and New York. However, Grindr's official status updates show there hasn't been an outage since May. [….]

(Newsweek, 19.07.2024)

Das betrifft aber nicht nur Homosexuelle.

Ganz allgemein kompensieren Christen ihre Nymphomanie mit öffentlicher Sexualfeindlichkeit. Obwohl das große Hobby fundamentalistischer und rechtsextremer Christen – von Amisch bis FSSPX – durch ihren enormen Kinderreichtum für jedermann sichtbar ist.

Die haben nichts als Poppen im Sinn!

[…] Studie: Christen haben überdurchschnittlich viel Sex.

Christinnen und Christen in festen Beziehungen haben in Deutschland häufiger Geschlechtsverkehr als der Durchschnitt der Bevölkerung: Das ist das Ergebnis einer neuen Sexualitätsstudie des Forschungsinstituts empirica für Jugend, Kultur & Religion im deutschen Kassel.

Für die Untersuchung befragten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr als 10.000 nach eigener Aussage gläubige Personen online. Laut Umfrage gaben 26 Prozent der befragten Frauen und 21 Prozent der Männer an, in den vergangenen vier Wochen mehr als zehnmal Sex gehabt zu haben – deutlich mehr als in der Gesamtbevölkerung, wo dies nur acht Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer angaben. [….]

(ORF, 09.10.2025)

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Hüben wie Drüben – Teil II

Da sind natürlich allerlei Gemeinsamkeiten zwischen Trump und Merz.

Beide sind groß, beide sind rechts, beide sind gesellschaftlich von vorgestern, beide sind zutiefst misogyn und homophob, beide gelten bei ihren Anhängern als ökonomische Genies, obwohl sie in dem Bereich völlig ahnungslos sind und alles falsch machen, das man falsch machen kann.

Beide mögen sich.

Beide sind davon besessen, die arme Hälfte der Bevölkerung zu drangsalieren. Beide hassen Windräder und stecken tief im Rektum der Fossillobby. Beide führen sinnlose Kulturkämpfe, um von drängenden Problemen abzulenken.

  

Beide regieren seit einigen Monaten große Industrienationen, beide beeindrucken damit, wie sie im Rekordtempo die Wirtschaft schrumpfen, beide produzieren katastrophale ökonomische Kennzahlen.

[….]  "Heftiger Schlag für die deutsche Konjunktur"

Die Lage der deutschen Wirtschaft bleibt aktuell schwierig. Im August haben die Firmen deutlich weniger produziert als erwartet. Vor allem den Industriebetrieben mangelt es an Aufträgen.

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im August so stark gedrosselt wie seit Beginn des Ukraine-Kriegs im März 2022 nicht mehr. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 4,3 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte.

Dies ist der größte Rückgang seit dem russischen Angriff auf die Ukraine.   [….]

(Tagesschau, 08.10.2025)


Bei beiden schlägt der wirtschaftliche Niedergang auf ihre persönlichen Zustimmungswerte durch, die tief in den Keller rutschen.

[….] On the approval side of things, it’s still a bit too early to tell whether the shutdown has impacted Trump’s popularity. As of today, 43.4 percent of Americans approve of Trump and 52.6 percent disapprove. On one hand, a net approval rating of -9.3 isn’t exactly surprising. Trump has fluctuated between -8.9 and -10.3 for the past two weeks. But on the other hand, Trump is less popular than he was between late July and early September. His net approval rating in that period hovered between -7 and -9.   [….]

(Nate Silver, 08.10.2025)

[….]  “He has lost more ground among the people he gained the most ground with last year — young people and Hispanics,” Elliott Morris, a data journalist who runs the publication Strength in Numbers, told me. By Morris’s estimates, there’s been about a 30 percentage point swing in approval among these voters away from Trump when compared to his margins of victory — meaning something is shifting among this segment of the electorate.

The NYT/Siena poll captures some of this, too. Trump’s youth support is shockingly low. Only 30 percent approve of him, compared to the 66 percent who disapprove. His Latino support is similar: Only 26 percent approve, and 69 percent disapprove. Those numbers stand in stark contrast to Trump’s 2024 performance, when he nearly won young and Latino voters outright last year. […..]

(VOX, 08.10.2025)

Beide befeuern den ökonomischen Kollaps zusätzlich durch ihren Ausländerhass.

[….] The human costs of mass deportation are clear, but sometimes less visible are the financial costs to American communities. The harm is immediate and expansive, affecting our nation’s GDP, the job market, the cost of goods, and lost tax revenue.

Mass deportations are forecast to reduce our nation’s Gross Domestic Product (GDP, a measure of the overall economy) by more than 7 percent in the next three years—greater than the damage to the U.S. economy during the Great Recession from 2007 to 2009, when the country’s GDP fell by more than 4 percent. In addition, despite the administration’s claims, the actual consensus of researchers is clear: mass deportations cause U.S. citizens to lose jobs. According to one estimate, if the administration succeeds in its staggering and inhumane goal of removing 4 million people over the next 4 years, there would be 2.6 million fewer jobs for U.S.-born workers.

Communities are also seeing the ramifications of this cruelty in the prices they pay for food and housing. Economists have estimated that deporting 1.3 million immigrants would increase prices 1.5 percent in the next three years. Deporting 8.3 million immigrants in that time would increase prices by more than 9 percent. This is greater than the inflation the United States saw from 2019 to 2021, during the COVID-19 pandemic, when prices went up by less than 8 percent over three years.  […]

(Sarah Krieger, 03.10.2025)

[…] Der »Jobturbo« sollte Geflüchtete aus der Ukraine schneller in Arbeit bringen. Eine Studie internationaler Spitzenforscher belegt: Das funktioniert erstaunlich gut. Doch die Regierung ist gerade dabei, diesen Erfolg zu stoppen.

Als sich fünf Forscher in diesem Frühjahr zusammensetzten, war schnell klar: Das, was sie da in Deutschland beobachten konnten, versprach einen nahezu idealen Versuchsaufbau – unter realen Bedingungen. Also begannen sie ihre Analyse, ergebnisoffen und ohne externen Auftrag.

Das Team: Wissenschaftler, die an internationalen Top-Unis wie Stanford, der London School of Economics (LSE) oder der ETH Zürich arbeiten und über das Forschungsnetzwerk Immigration Policy Lab verbunden sind. Das untersucht Strategien von Regierungen in aller Welt, Zuwanderer zu integrieren.

Das quasinatürliche Experiment: der sogenannte Jobturbo. Im Oktober 2023 hatte die damalige Ampelregierung ihre Strategie im Umgang mit Geflüchteten insbesondere aus der Ukraine geändert. Fortan sollten sie schneller und mit mehr Nachdruck in Arbeit kommen. Eine große Wirtschaftsnation mit hoher Fluchtzuwanderung wechselt flächendeckend den Kurs – das war viel weitreichender als jene kleinen Projekte, mit denen es die Forscher sonst oft zu tun haben.

Ihre Ergebnisse sind nun in einer Studie  zu finden, die sich derzeit im Peer-Review-Prozess befindet und bald in einem Fachblatt publiziert werden dürfte. Sie lag dem SPIEGEL exklusiv vorab vor, und ihre Ergebnisse sind beeindruckend: Allein in den 300 Jobcentern (von insgesamt 404), für die die Forscher exakte Daten auswerten konnten, hat der »Jobturbo« demnach bislang für knapp 102.000 zusätzliche Arbeitsaufnahmen gesorgt – rund 58.000 entfallen auf Ukrainer, rund 44.000 auf andere Geflüchtete.

Wohlgemerkt: »Das sind tatsächlich zusätzliche Wechsel in den Arbeitsmarkt, also solche, die es ohne den ›Jobturbo‹ nicht gegeben hätte«, sagt Moritz Marbach vom University College London (UCL). Fast immer handelte es sich demnach um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, nur ein Bruchteil entfiel auf Minijobs. Und die Menschen blieben in Arbeit, kündigten also weder, noch wurden sie gekündigt. Der »Jobturbo« wirkte der Studie zufolge überdies in nahezu allen Altersgruppen, in allen Bundesländern, bei Niedrig- wie bei Hochqualifizierten – und er hatte keine negativen Nebenwirkungen. […] […] Die Ergebnisse der Studie sind politisch brisant. Denn die Bundesregierung schickt sich an, das offenbar sehr erfolgreiche Projekt zu schreddern: Ukrainer, die nach dem 31. März 2025 nach Deutschland kommen, sollen kein Bürgergeld mehr erhalten, sondern die Leistungen für Asylbewerber. So steht es in einem Gesetzentwurf, der ein zentrales Wahlkampfversprechen der Union umsetzen soll. […]

(Florian Diekmann, 08.10.2025)

[…] How Trump’s mass deportations could backfire on the American economy […] President Donald Trump has promised to unleash an economic boom that will turbocharge growth, fatten paychecks and chip away at America’s mountain of debt.  However, a new analysis from Trump’s alma mater suggests that his immigration crackdown – a centerpiece of his second term – could do the exact opposite.

Trump’s policy of mass deportations would shrink most worker paychecks, erode gross domestic product (GDP) and spike the already-massive federal government budget deficit, according to a Penn Wharton Budget Model analysis shared exclusively with CNN.

“There is no question the US economy will get smaller as you deport a lot of the workforce,” Kent Smetters, professor of business economics and public policy at the University of Pennsylvania’s Wharton School, said in an interview. “You simply have fewer bodies to produce. Fewer people means a smaller economy.”   During the 2024 campaign, Trump vowed to wage the biggest domestic deportation program in American history and eventually expel millions of people.

The Penn Wharton analysis found that a four-year policy in which 10% of the nation’s unauthorized immigrants are removed per year would increase federal deficits by $350 billion, reduce GDP by 1% and dent the average worker’s wages.   [….]

(Matt Egan, 25.07.2025)

Dienstag, 7. Oktober 2025

Geistige und geistliche Führung

Es ist schon an sich ein schlimmes Schicksal, so ein Polit- und News-Nerd, wie ich zu sein. Es kommt kein Tag, der nicht noch schlimmer, als der vorherige ist.

Mich trifft es besonders hart, weil einer meiner Interessensschwerpunkte die US-Politik ist. Da gibt es nicht nur nichts zu lachen, sondern einen derartig konzentrierten Kotstrom, daß selbst mir Ironie und Sarkasmus ausgehen.

Was gibt einem in so schweren, deprimierend aussichtslosen Zeiten noch Orientierung? Wie entgeht man, vor lauter Ausweglosigkeit suizidaler Gedanken, wenn man nicht das Glück hat, dumm und/oder desinteressiert zu sein?

Während der Corona-Shutdowns, haderten weltweit Gläubige mit ihren Kirchen. Wären die nicht für das Metaphysische, für das Seelenheil zuständig? Hätten sie nicht Antworten für die Abermillionen Menschen finden müssen, deren Seelen durch die Isolation in größte Not geriet? Wo waren denn die Seelen-Experten, als Zig Millionen Angehörige um die 7,1 Millionen Covid-Toten trauerten? Was war die Liebe Gottes wert, als Priester ihre Kirchen verrammelten, niemanden mehr rein ließen und viele Millionen Menschen nicht zu ihren Freunden und Familienangehörigen durften, während diese isoliert in Kliniken mit dem Tode rangen? Einsam litten, allein starben?

Offenbar liebt der allmächtige Jesus seine Menschen doch nicht so sehr.

Aber glücklicherweise konnte die katholische Kirche die Corona-Kommunikationskatastrophe inzwischen wett machen.

Nun findet sie ihre Worte wieder.

Endlich hilft mir ein katholischer Bischof bei meiner alltäglichen medialen Verzweiflung.

Bischof Antonio Suetta von Ventimiglia-Sanremo (* 25. November 1962) kennt sich nämlich wirklich aus und weiß, wieso gerade so viel Böses über uns hereinprasselt.

Der Mann mit dem Hund und der Palme im Wappen, weiß wem er glaubt: „Scio cui crededi“ lautet sein Motto.

[….] Der Bischof des italienischen Bistums Ventimiglia-Sanremo, Antonio Suetta, hat in einem Hirtenbrief eindringlich vor "den Risiken magischer und abergläubischer Praktiken" gewarnt; diese seien Einfallstore für den Teufel. In dem auf das Erzengelfest am 29. September datierten Schreiben, das nachträglich auch auf der Internetseite der Diözese veröffentlicht wurde, ruft Suetta die Gläubigen dazu auf, sich stattdessen neu der kirchlichen Lehre über das Wirken des Bösen zuzuwenden.

Der Teufel sei "eine reale Person", die in der Welt aktiv sei, so der Bischof. Wie böse Menschen versuche er, andere zu verführen und zu beherrschen. Wer sich auf Praktiken einlasse, in denen von Energien, Chakren oder spirituellen Führern die Rede sei, lade den Dämon bewusst oder unbewusst in sein Leben ein, so Suetta. Zu solchen Praktiken zählt der Bischof Wahrsagerei, Horoskope, spiritistische Sitzungen oder das Wiederaufleben heidnischer Kulte. Auch Yoga könne "gefährlich und kontaminiert" sein.

Stattdessen ruft Suetta dazu auf, das Gebet, den Empfang der Sakramente und das Leben in der Gnade Gottes zu pflegen. "Wer in der Gnade lebt, hat nichts vom Teufel zu fürchten", heißt es in dem Brief wörtlich. Wer sich von dämonischen Kräften bedrängt fühle, solle sich ausschließlich an seinen Bischof oder einen von diesem beauftragten Exorzisten wenden. Die Hilfe von nicht autorisierten Personen oder Magiern könne die Situation dagegen "nur verschlimmern". [….]

(Katholisch, 06.10.2025)

Verdammt! Es liegt also am Yoga! Deswegen geht die Welt vor die Hunde.

Aber sowas habe ich mir schon immer gedacht, wenn ich Szenen von flatulierenden Heiden in unzüchtiger Kleidung sah.

Das kann Jesus nicht gewollt haben.

Montag, 6. Oktober 2025

Das mache ich wegen Ole von Beust

In Hamburg finden gerade zwei Volkentscheide statt.

1.) Der Zukunftsentscheid

Es geht, sehr vereinfacht ausgedrückt, darum, Hamburgs Klimaziele von 2045 auf 2040 vorzuziehen. 

[….]  Ein Gesetz, das funktioniert – und das zu Hamburg passt.

Basierend auf Expertise aus Wissenschaft, Wirtschaft, von Sozialverbänden und den zuständigen Hamburger Behörden ist der Hamburger Zukunftsentscheid entstanden. [….]

(Zukunftsentscheid Hamburg)

2.) Hamburg testet Grundeinkommen

Hier ist der Name relativ selbsterklärend.

[….] Kann das Grundeinkommen uns als Gesellschaft weiterbringen?

Testen wir es doch einfach! Per Volksentscheid wollen wir einen staatlich finanzierten Modellversuch möglich machen, um genau diese Frage zu beantworten.  [….]

(Hamburg testet Grundeinkommen)

Das bedingungslose Grundeinkommen wird schon lange diskutiert. Es gibt viele wissenschaftliche Argumente dafür und noch viel mehr, in der Regel populistische, massive Ablehnung. Ich bin ein Befürworter; denke aber, daß gerade die Gegner auch für den Test stimmen sollten. Wenn sie sich ihrer Sache so sicher sind, müssten sie ein Interesse am Scheitern des Tests haben.

Diese Frage segelt aber medial völlig unter dem Radar.

Die Stadt streitet fast ausschließlich über den Zukunftsentscheid, der viel Unterstützung findet:

Es sind allerdings die usual suspects, die sich diesen Forderungen anschließen und keine ganz großen Player.

Bis auf die LINKE, sind alle Hamburger Parteien gegen den Zukunftsentscheid, weil sie soziale Ungerechtigkeiten und enorme Kosten scheuen. Es gibt einzelne grüne Unterstützer, aber auch grüne Gegenwehr in der Bürgerschaft. Die offiziellen Amtsträger halten sich mit ihren Äußerungen sehr zurück, aber der SPD-Finanzsenator Andreas Dressel, der stets betont, als Privatperson zu sprechen, wirft sich mächtig für ein „Nein“ ins Zeug. Er fürchtet die Kosten.

Er kann aber Luisa Neubauer nicht sagen, wie teuer die Klimaerhitzung jetzt schon für Hamburg ist.


Ich habe, aus mehreren Gründen, lange mit meiner Entscheidung gehadert.
Zunächst einmal falle ich sehr ungern meiner rotgrünen Hamburger Landesregierung in den Rücken. Ich bin so froh, in einem der letzten roten Flecken Deutschlands zu leben und damit wesentlich besser, als in Schwarzbraunistan regiert zu werden. Daher ist es von zentraler Bedeutung für mich, den Senat gegen den rechten gesamtdeutschen Mainstream zu stärken.

Außerdem erscheint mir die Kampagne für den Entscheid extrem schlecht gemanaged. Das Gesetz ist viel zu kompliziert für den Ottonormalbürger. Was bedeutet das konkret? Die Gegner prognostizieren explodierende Mieten und Verkehrsstau, während die Befürworter auf den Gestaltungsspielraum der handelnden Politiker verweisen, um genau das zu verhindern.

Generell habe ich extreme Vorbehalte gegen Volksentscheide, die oft eine Diktatur der Inkompetenz sind.

(….) Die schlechteste Methode, Entscheidungen zu treffen, ist die Verlagerung vom Plenum der Volksvertreter zu den Nächstdümmeren, ihren Wählern.

Plebiszite sind ganz schlecht. In dem Fall bekommen nicht nur mehr Dumme die Möglichkeit das Ergebnis zu beeinflussen, sondern die Dümmsten sind durch den Dunning-Krueger-Effekt auch noch überproportional laut und generieren anders als die Dorftrottel (village idiots) früherer Generationen, durch die Algorithmen der Social-Media-Konzerne, auch extrem überproportional viel Aufmerksamkeit. Die riesige Mehrheit der vernünftigen Geimpften kommt in den Klugtelefonen kaum vor. Aber eine kleine Minderheit der Verblödeten diktiert die Nachrichtenlage. (…)

(Basis-Idiotie, 28.12.2021)

Es widerstrebt mir also, dem Senat auf diese Weise in die Arbeit zu grätschen.

Allerdings kann eine Hamburger Regierung auch irren. Die Tschentscher-Fegebank-Pläne für die Olympischen Spiele halte ich für blanken Irrsinn und hoffe auf einen Stopp durch eine Volksentscheid.

Der Gipfel der Dummheit war natürlich der Verkauf der Hamburger Krankenhäuser durch den rechten CDU-Senat. Gegen den überwältigen Willen der Bürger, hatten Beust und sein korrupter Finanzsenator Peiner den Asklepios-Mann Bernd Broermann zum Multimilliardär gemacht.

Der Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) ist begleitet von Protesten, Kritik, Vorwürfen und einem missachteten Volksentscheid.

- Als die Verkaufsabsichten des Senats bekannt wurden, startete die Initiative "Gesundheit ist keine Ware" ein Volksbegehren, das am 29. Februar 2004 zum Volksentscheid führte. 76,8 Prozent der Hamburger lehnten den Verkauf ab. Der Senat ignorierte den Volksentscheid. Im Dezember beschloss die Bürgerschaft den Verkauf des LBK, nachdem das Verfassungsgericht grünes Licht gegeben hatte. Dennoch blieb Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU) im Kreuzfeuer der Kritik. Die Vorwürfe:

- Asklepios wurde bevorzugt, andere Mitbewerber wie Helios und das Unternehmen Rhön-Klinikum wurden ausgebootet, ihre Angebote schlechtgerechnet. Der LBK wurde Asklepios zu einem "Schleuderpreis" hinterhergeworfen (Jens Kerstan, GAL). Aus der Finanzbehörde hieß es zu den Vorwürfen nur: "Das Angebot von Asklepios war und ist das beste." Laut Senat wurde der LBK für 318 Millionen Euro verkauft. Die Angebote der Mitbewerber wurden vom Senat nicht veröffentlicht.

Mehr als Tausend LBK Bedienstete warten auch 5 Jahre nach dem LBK "Verkauf" noch auf zugesicherte Stellen im Dienste der Stadt! Kosten für den Hamburger Haushalt und den Steuerzahler 60 Mio. bis Dato!

Auf Stationen von LBK-Krankenhäusern wurde ein Flugblatt verteilt, das offensichtlich der politischen Unterstützung des Hamburger Finanzsenators Wolfgang Peiner (CDU) dient. Verantwortlich für die Verteilung: Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH, Zentrale Dienste Unternehmenskommunikation & Marketing.

(Inside HH 2007)

Heute bin ich aber Ole von Beust dankbar.

Mit seiner massiven Hasskampagne gegen den Zukunftsentscheid, bestärkt er mich darin, mit JA zu stimmen.

Ein NEIN wäre ohnehin ein enormes PR-Problem, weil in Zukunft alle rechten Politiker die Vernachlässigung des Klimaschutzes mit dem Nein der Hamburger rechtfertigen würden.

Aber Beust hat so ein einzigartiges Talent dafür, immer das Falscheste zu tun, zu lügen und Fehlprognosen abzuliefern, daß noch Generationen nach ihm, leiden werden.

Aber dafür ist der von der CDU angerichtete Schaden in der Hansestadt auch noch deutlich größer.

(……)  Ole von Beust, teuerster und schlechtester Bürgermeister, den Hamburg je hatte, verursachte durch seine Jahrhundertfehlentscheidungen einen zweistelligen Milliardenschaden für die Stadt.

Er traf aber nicht nur grundsätzlich diese idiotischen Entscheidungen, sondern glaubte auch noch, es liefe schon irgendwie alles von allein, wenn er einmal gesagt hätte wo es lang geht.  Der Di-Mi-Do-Bürgermeister war chronisch arbeitsscheu und kümmerte sich grundsätzlich nicht um die Umsetzung seiner grotesken Pläne. (….)

(Fähige Politiker, 22.12.2016)

Die Elphi-Kosten, die durch Beusts katastrophales Management entstanden, kennt inzwischen jeder. Fast eine Milliarde butterten die Hamburger Steuerzahler hinein.  Noch teurer wurde für uns aber Beusts aberwitzige Politik beim Verscherbeln der Krankenhäuser, der Versorgungsunternehmen und insbesondere bei der HSH-Nordbank.

Asklepios, HSH, Elphi Ole von Beust ist der teuerste Bürgermeister aller Zeiten […..]  Diese Riege erfolgreicher und verdienstvoller Bürgermeister ließe sich noch fortsetzen. Einer aber gehört wohl nicht drauf: Ole von Beust (CDU). Dabei haben sie ihn alle anfangs so gern gehabt. Smart sah er aus. Und freundlich, fast ein bisschen schüchtern kam er rüber. Als er Schill rauswarf, den koksenden und erpresserischen Innensenator, regierte er zeitweise mit absoluter Mehrheit. Am Ende stiegen sogar die Grünen zu ihm ins Bett.

[…..] Tja, wer aber heute mit etwas Abstand darüber nachdenkt, was in neun Jahren Ole eigentlich gut war, der kommt nach einigem Grübeln zu dem erschreckenden Ergebnis: Viel fällt einem da nicht ein...    Seine Fehler aber werden noch in Generationen zu spüren sein: Nehmen wir die Wohnungsnot: von Beust hat sie hervorgerufen durch eine völlig verfehlte Baupolitik.

Der Verkauf der Krankenhäuser: Schlau war der jedenfalls nicht. Dann die Elbphilharmonie: Ein wunderschönes Projekt, miserabel gemanagt. Ganz zu schweigen von den Milliarden, die im Zusammenhang mit der HSH-Nordbank verpulvert wurden!

Vieles deutet darauf hin, dass Ole von Beust einer der schlechtesten  Bürgermeister war, den die Stadt je hatte. Der teuerste ist er auf jeden Fall. […..]

(Mike Schlink, Nina Gessner, Olaf Wunder, 19.12.16)

Daneben gab es durch den Privatisierungswahn der Beust-Mannschaft viele „kleinere“ Baustellen, die sehr kurzfristig Gewinne einbrachten, dann aber zum Dauer ein Vielfaches an Kosten verursachten.

Um die katastrophale CDU-Finanzpolitik zu kaschieren, wurde unter von Beusts Ägide fast das gesamte Tafelsilber verscheuert. Krankenhäuser, Immobilien, Versorgungsunternehmen wurden zu Geld gemacht, um den jeweiligen Haushalt des Jahres gut aussehen zu lassen.

Daß man ein Haus wie das Wandsbeker Rathaus nur einmal verkaufen kann und dann im nächsten Jahr Miete zahlen muß, war ein zu weitreichender Gedanke für die CDU-Polithirne.

Schlimmer sind die finanzpolitischen Entscheidungen, die unter CDU-Ägide in Hamburg fielen. Das werden noch unsere Enkel ausbaden.

Was für ein Irrsinn: Die Stadt Hamburg verkaufte 2006 das Bezirksamt Wandsbek, mietete es danach wieder an. Kurzfristig wurde Geld in die klammen Kassen gespült, langfristig zahlt Hamburg so bald eine Million Euro jährlich drauf! Das zeigt eine Parlamentarische Anfrage der Linken.  […]   Die Stadt – so viel ist klar – zahlt jährlich durchschnittlich 961.000 Euro an Mietkosten für das Bezirksamt. Ein Rückkaufsrecht wurde vertraglich nicht festgeschrieben.

Jetzt kommt heraus: Der Verkehrswert für das Bezirksamt wird laut Senatsantwort auf aktuell 11,9 Millionen Euro taxiert. Damit wird die Stadt rein rechnerisch im Jahr 2018 die Erlöse aus dem Verkauf als Miete an den neuen Eigentümer zurückgezahlt haben. Die Mietkosten von einer Million Euro laufen indes weiter.  [….]  "Hier wird der Irrsinn der Privatisierung besonders deutlich. Wir verschenken Geld an einen privaten Immobilienfonds", so Julian Georg, Fraktionschef der Linken in Wandsbek.

 (Renate Pinzke, 03.12.13)

Die CDU und Geld. Das geht immer schief.

Bezirksamt Wandsbek: Anfrage der LINKEN offenbart "ganzen Unsinn der Privatisierung öffentlicher Gebäude"

Wie aus einer Anfrage der Wandsbeker Bürgerschaftsabgeordneten Dora Heyenn hervorgeht, zahlt die Stadt für die Gebäude des Bezirksamtes Schloßstraße 60 und Robert-Schumann-Brücke 8 monatlich knapp € 85.000.- (Nettomiete).  2006 wurden die Gebäude mit einer Bruttonutzfläche von knapp 12.000 qm durch den CDU-Senat an die Alstria Office AG verkauft. Inzwischen gehören die Grundstücke der Bayernfonds Immobilienverwaltung, München. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit  bis zum 31.05.2031. Ein Rückkaufsrecht ist nicht vorgesehen. Für die Mietpreisentwicklung wurde eine Indexierung auf Basis des Verbraucherpreis-Indexes vereinbart.

Julian Georg, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE in der Bezirksversammlung Wandsbek:

„Für die meisten Normalbürger ist es völlig unverständlich, eine Immobilie zu verkaufen und diese dann für den eigenen Gebrauch  zurück zu mieten. In Wandsbek kommt hinzu, dass die Stadt mit dem  Kundenzentrum Walddörfer und dem Sozialen Dienstleistungszentrum (SDZ) Bramfeld zwei angemietete Einrichtungen schließen will, um monatlich einen relativ geringen Betrag von weniger als 10.000.- Euro zu sparen. Der ganze Unsinn der Privatisierung öffentlicher Gebäude wird an diesem Beispiel deutlich.“

Neben der Schloßstraße 60 und der Robert-Schumann-Brücke 8 hat das Bezirksamt für die Aufgabenerledigung der öffentlichen Verwaltung eine ganze Reihe weiterer Gebäude angemietet, die z.T. vorher im Besitz der Stadt waren. Für die Gebäude Am Alten Posthaus 2/4, Schloßgarten 9 und Wandsbeker Allee 71/73 zahlt die Stadt gut 100.000.- Euro monatlich.  Insgesamt also rund 185.000.- oder -  2,22 Mio. Euro Miete im Jahr!

Dora Heyenn:

"Im Jahr 2006 wurden die Grundstücke mit dem Argument verkauft: Wir müssen Schulden abbauen und die Netto-Kreditaufnahme verringern. Heute werden angemietete Büroflächen aufgegeben, staatliche Leistungen eingeschränkt und dem Bürger weitere Wege zugemutet  mit dem Argument: Wir müssen sparen, um die Schuldenbremse einzuhalten. Öffentlich-private Partnerschaften bringen dabei nur Belastungen für die öffentlichen Haushalte mit sich, wirtschaftspolitisch sind sie kontraproduktiv. Eine seriöse, transparente und ehrliche Haushaltspolitik sieht anders aus. Die öffentlichen Haushalte brauchen stattdessen eine verbesserte Einnahmenbasis durch höhere Steuern auf Unternehmensgewinne, auf Finanztransaktionen, auf hohe Einkommen und Vermögen.“

(Linksfraktion Hamburg, 05.06.13)

(Schlimmere Vergangenheit 04.12.2013)

In besonders dreister Form versuchte sich von Beust selbst Baudenkmäler zu setzen. Häßliche und teure Klötze, mit denen wir jetzt leben müssen.

(Aus der Vernunft geboren, 08.09.2014)

Wenn also Beust so vehement gegen den Zukunftsentscheid agitiert, muss der Volksentscheid richtig sein.

Danke, Ole von Beust. Wegen ihm stimme ich mit JA.

Sonntag, 5. Oktober 2025

Achtung Drohnen!

Einfach abschießen, die Scheiß-Drohnen! Mit den kernigen Sprüchen suggerieren, Söder und sein talibankuschelnder Grenzadlatus Dobrindt nun Tatkraft.

Die bayerische Flitzpiepe muss schließlich von ihrem TOTALVERSAGEN beim Schutz der kritischen Infrastruktur und der Drohnen-Invasion ablenken.

(….) Ein anderer Aspekt unseres enormen deutschen Versagens wurde ebenfalls im gestrigen Presseclub detektiert: Merz und Dobrindt. Wir befinden uns bereits in einem hybriden Krieg, die deutsche kritische Infrastruktur wird massiv angegriffen. Aber die schwarzbraunen Unionsminister verschließen fest die Augen vor der Realität und konzentrieren sich ausschließlich darauf, der AfD den Hintern zu küssen. Und so richtet sich die ganze Aufmerksamkeit des CSU-geführten Bundesinnenministeriums auf die Grenzen zu unserem NATO- und EU-Nachbarn Polen und den EU-Nachbarn Österreich, um mit aberwitzigen personellen Aufwand die Grenzübergänge zu überwachen, falls doch einmal ein Türke oder Albaner, der womöglich schwarz am Hamburger Hafen gefrorene Hühnerteile entladen will, über die Grenze kommt. Das Merzsche Totalversagen ist nicht mehr in Worte zu fassen.  (….)

(Die Einschläge kommen näher – Teil II, 29.09.2025)

Die kritische Infrastruktur Deutschlands wird seit Jahren angegriffen. Seit mindestens 2022 gibt es Berichte über Drohnen über Flughäfen und Kasernen.

Dabei wurden fünf Hauptprobleme Deutschlands sichtbar:

1.   Wir wissen nicht, wie viele Drohnen über unseren Köpfen umhersausen, weil wir keine technischen Mittel haben, sie flächendeckend zu detektieren.

2.   Wenn einzelne Drohnen doch mal entdeckt werden, haben wir, im Gegensatz zu anderen Ländern, keine Methode, um harmlose Kinderspielzeuge von Überwachungs- oder gar Kampfdrohnen zu unterscheiden.

3.   Dobrindt und Merz haben verpennt, die Zuständigkeiten zu regeln. Die Ampel hatte dazu ein fertiges Gesetz vorgelegt. Unter CSU-Zuständigkeit beginnt bei einer Drohnensichtung ein Zuständigkeitschaos von mindestens sechs Behörden.

4.   Die Bundeswehr hat keine einzige Kanone, mit der man Drohen abschießen könnte.

5.   Söder und Dobrindt belügen das Volk, indem sie von „Abschuss“ reden. Das ist in dicht besiedelten Gebieten gar nicht möglich, da die herunterfallenden Trümmerteile Menschen verletzten. Dafür braucht es viel ausgefeiltere Techniken.

Selbstverständlich sind CDU und CSU nicht nur unfähig, sondern ebenso unehrlich. Diese Leute dürfen niemals Kontrolle über deutsche Sicherheitsapparate bekommen.

[…] Wie kompliziert die Abwehr von Drohnen sein kann, machen die Vorfälle am Münchner Flughafen recht anschaulich. Eine einzige Drohne reichte, um ein halbes Dutzend Institutionen auf Trab zu halten: die Bundeswehr, die Münchner Flughafengesellschaft (FMG), die Deutsche Flugsicherung (DFS), das bei der Regierung von Oberbayern angesiedelte Luftamt Südbayern, die Bundespolizei sowie die Landespolizei mit dem in Ingolstadt ansässigen Präsidium Oberbayern Nord. Und wohl auch das Polizeipräsidium München, obwohl das für den Flughafen in keiner Weise zuständig ist – aber dort sind die „Spezialeinheiten Südbayern“ angesiedelt, die zumindest über technisches Gerät für die Drohnenabwehr verfügen.

Verantwortlich ist jede der Stellen auf ihre Weise: Die FMG ist zuständig für den Betrieb des Flughafens, die DFS für die Sicherheit des Luftraums, die Bundespolizei für die Sicherheit des Flughafengeländes, das Polizeipräsidium Nordbayern für die Sicherheit des Geländes rund um den Flughafen, die Bundeswehr für ihr eigenes Terrain. Bei Fragen verwies am Wochenende meist eine Stelle auf die andere, schließlich ist jede nur für ihren Bereich zuständig. Die Bundespolizei schließlich erklärte, sie könne „aus einsatztaktischen Erwägungen zur Wirksamkeit der Einsatzmaßnahmen“ keine detaillierteren Angaben zu den eingesetzten Systemen und ihrem taktischen Vorgehen machen.  [….]

(SZ, 04.10.2025)

Das Beste, das Schnarchnase Dobrindt nun tun kann, ist auf die Arbeit von Nancy Faeser zurück zu greifen und ihr Gesetz aus der Schublade zu holen. Er selbst ist schließlich völlig ahnungslos und scheint dieses Wochenende das erste mal die Worte „Drohne“ und „kritische Infrastruktur“ gehört zu haben. Offenbar weiß niemand in der CSU, was zur Zuständigkeit des Bundesinnenministers gehört. Sie halten den Stuhl des deutschen Verfassungsministers für eine Art Grüßaugust-Position, von der aus man gegen Migranten hetzt.

Putin hat seine wahre Freude and den bajuwarischen Trottellummen, die hierzulande Regierungsverantwortung simulieren.

[…..] Die CSU ist sicherheitspolitisch so auf Migration fixiert, dass sie Gefahren wie Drohnen außer acht lässt. Dieses Unvermögen kann Putin nur freuen. Vor anderthalb Jahren haben Aktivisten der Letzten Generation den Münchner Flughafen mit einer Sitzblockade auf dem Rollfeld blockiert, weil sie auf die Klimakrise aufmerksam machen wollten. Sie konnten sich sicher sein, dass sie damit den Hass des halben Landes auf sich ziehen würden und dass sich die bayerische CSU große Mühe geben würde, den Unmut gegen die „Klimachaoten“ noch zu steigern. Wer hätte gedacht, dass es dieselbe CSU ist, die andere Gefahren für einen sicheren Flugbetrieb am Heimatflughafen völlig unterschätzt hat.

Es ist bekannt, dass die CSU die Migrationspolitik einst als „Mutter aller Probleme“ identifizierte. Für diese Partei sind die Worte Sicherheit und Immigration weiterhin miteinander verknüpft. Da kann es schon mal passieren, dass andere Fragen der Sicherheitspolitik hintenüberfallen.

So wie jetzt. Die Frage, was über die mutmaßliche Drohnensichtung am Münchner Flughafen bekannt, ist schnell beantwortet: nichts. […..] Doch für die CSU, die die Ordnung liebt, ist es ein Armutszeugnis, dass die Sicherheitsbehörden hier so im Nebel stochern müssen. […..]

(Cem-Odos Gueler, 05.10.2025)

Politische Unfähigkeit hat einen Namen: CSU!

Samstag, 4. Oktober 2025

Fünf Monate Merz

Ein Bundestagswahlergebnis überrascht auch die Wähler, die an die alten Mehrheitsverhältnisse gewöhnt waren.

Erst nach der neuen Regierungsbildung beginnen viele zu verstehen, für wen und was sie votiert hatten. Die Umfragen sind nun volatil. In der Regel starten neue Regierungen aber mit Vertrauensvorschuss. Man ist neugierig und projiziert viele (unrealistische) Erwartungen auf das neue Kabinett, deren Mitglieder im Wahlkampf schnelle Verbesserungen für das Volk versprochen hatten.

Tatsächlich schlagen insbesondere CDUCSU Pflöcke ein, zeigen klar ihre Stoßrichtung gegen die Schwachen und für die Starken.

Inzwischen haben wir es sicher nicht mehr mit schwankenden Umfrageergebnissen zu tun, sondern mit einem klaren Trend, den alle Institute widerspiegeln:

Die Regierungsparteien werden klar abgestraft. Am 23. Februar 2025 wurde die CDUCSU deutlich stärkste Kraft mit fast acht Prozentpunkten Vorsprung vor den AfD-Nazis.

Nach fünf Monaten Merz und Dobrindt und Spahn und Reiche und Linnemann, sind die Nazis nun bundesweit recht klar stärkste Partei.

Insa sieht die AfD jetzt zwei Punkte vor der CDUCSU, 26% zu 24%.

Bei Forsa sind es gar drei Punkte, 27% zu 24%.

Kein Bundeskanzler wurde in so kurzer Zeit so brutal abgestraft.

Und womit? Mit Recht; Merz beeindruckt nicht nur mit seiner generellen Unfähigkeit und Unkenntnis. 

Noch erstaunlicher sind seine Borniertheit und Beratungsresistenz. Er scheint völlig außer Stande zu sein, dazu zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Er denkt wirklich, man müsse nur auf die Habenichtse einprügeln und die Unwerte seine Jugend reinstallieren: Atomkraft, Verbrennungsmotor und Schluß mit den modernen Irrwegen. Klimaschutz, Vegetarismus, Frauenrechte, Queere, Gendersprache, Toleranz, Multikulturalismus, Cannabis, offene Grenzen, Internationalität – alles streichen.

Merz ist wirklich so dumm, wie es scheint. Er glaubt, die alte West-Bundesrepublik der 1950er und 1960er, die Wirtschaftswunderjahre, mit den alten Rezepten zurückholen zu können und damit in der globalisierten AI/Cyberwar-Welt von 2025 bestehen zu können. Für ihn sind Gaskraftwerke die röhrende Auspuffe an Otto-Motoren die Zukunft Deutschlands.


[….] Die Investitionen in erneuerbare Energien erreichen weltweit ein Rekordhoch. Trotz regionaler Risiken sind sie offenbar für viele ein sicherer Hafen in unsicheren Zeiten.

Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr dieses Jahres ein neues Rekordniveau erreicht. Nach Berechnungen des Analysedienstes Bloomberg New Energy Finance (Bnef) flossen rund 386 Milliarden US-Dollar in Solar-, Windkraft-, Bioenergie- und Geothermieprojekte – etwa zehn Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

 

Damit setzt sich der Trend fort, dass saubere Energien nicht nur klimapolitisch, sondern auch finanziell zunehmend im Mittelpunkt stehen.

Doch die Dynamik verläuft regional höchst unterschiedlich. Während die EU einen kräftigen Aufschwung verzeichnet, brechen die Investitionen in den USA deutlich ein. China blieb mit einem Anteil von 44 Prozent an den Investitionen allerdings der größte Markt.

In Europa ist die Investitionsbereitschaft spürbar gestiegen. Nach Zahlen des Reports legten die Ausgaben für neue Projekte im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2024 um rund 30 Milliarden Dollar zu, was einem Zuwachs von etwa 63 Prozent entspricht. Vor allem im Offshore-Windbereich sind Großvorhaben in der Nordsee und an anderen europäischen Küsten vorangetrieben worden.  [….]

(Klimareporter, 01.09.2025)

Der Fritzekanzler begreift es wirklich nicht und wirkt in seiner Verherrlichung längst vergangener und unwiederbringlicher Zeiten täglich grotesker. 

[….] Friedrich Merz ruft zum 3. Oktober eine »neue Einheit« aus: Ganz Deutschland soll wieder so werden, wie es die alte Bundesrepublik einmal war. [….] Der Amerikaner mag uns nicht mehr, der Chinese gräbt uns das Wasser ab, und der Russe steht praktisch vor der Türe, da haben wir doch wirklich keine Zeit mehr für die Aufarbeitung des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. »Lassen Sie uns eine gemeinsame Kraftanstrengung unternehmen für eine neue Einheit in unserem Land«, spricht der Kanzler beim Festakt in Saarbrücken, der kleinen Landeshauptstadt tief im Westen des Landes. Der Ort passt: Merz’ Perspektive ist gewissermaßen die westmögliche.

Im Westen hat sich noch nie jemand über die fortbestehende Ungleichheit beschwert, hier nahm man die östlichen Unzufriedenheiten schon immer bestenfalls irritiert zur Kenntnis – wenn sie einem nicht sowieso gleichgültig waren, so wie dieser ganze fremde Landstrich mit seinen seltsamen Bewohnern. [….] Den großen und wichtigen Errungenschaften, die wir in der von ihm ausgerufenen neuen Einheit in die Zukunft retten sollen, den Aufgaben, die dafür zu bewältigen sind, widmet Friedrich Merz den weitaus größten Teil seiner Rede. Es sind die Werte des Westens und die Tugenden der alten Bundesrepublik. [….] Tief aus dem Westen ruft der Bundeskanzler seinen Landsleuten zu diesem Anlass zu, jetzt aber endlich mal richtig und hundertprozentig bundesdeutsch zu werden. Es ist davon auszugehen, dass seine Rede hervorragend ankommt. Zumindest bei ihm daheim im Sauerland. [….]

(Stefan Kuzmany, 03.10.2025)

Merz wird in einem Monat, am 11.11., 70 Jahre alt. Ich kann kaum glauben, daß er noch so jung ist. Er wirkt gedanklich eher wie 170 Jahre.

Wenn der deutsche Souverän sich so einen als „letzte Patrone der Demokratie“ aussucht, haben die Nazis schon fast gewonnen.

Läuft wirklich unheimlich gut, wie Fritze die AfD halbiert.