Donnerstag, 5. März 2020

Bischofsleid


Katholischer Bischof zu sein ist eine feine Sache.
Man kann immer bequeme Klamotten tragen, reist durch die Welt, steigt nur in Luxushotels ab, wird von allen Menschen ehrfürchtig „Eminenz“ oder „Exzellenz“ genannt, von Regierenden hofiert, wohnt in prächtigen Villen, fliegt Erster Klasse, ist weltweit vernetzt, hat Zugang zu allen Talkshows oder Zeitungen, wenn man mal seinen Senf dazu geben will, ist privat versichert, hat immer ein kleines Heer willfähriger Diener um sich herum, muss nie selbst kochen oder putzen, hat bis ins allerhöchste Alter weitere Aufstiegschancen, ist nahezu immun vor Gericht und kommt nach dem Tod garantiert in den Himmel.

Es ist aber nicht alles nur positiv.
Trotz ihres quasi göttlichen Standes müssen sie sich nach der schnöden Beamtenbesoldungstabelle B (für höhere Beamte); B1-B11 (7.000 bis 15.000 Euro monatlich) bezahlen lassen. Sie steigen aber erst ab B8 ein in die schnöde weltliche Gesellschaft.

B8 bekommen etwa die Bürgermeister von Bremen oder Magdeburg.
B9 stehen Staatssekretären in den Bundesministerien, dem Verfassungsschutzpräsidenten, Botschaftern, Gerichtspräsidenten, Direktoren der Bundesbank, dem BKA- und BND-Chef, allen Generalleutnants, Vizeadmiralen, Generaloberstabsärzten und Admiraloberstabsärzten der Bundeswehr und dem Chef des Bundesrechnungshofes zu.
B10 erhalten Ministerialdirektoren, der Chef der Rentenversicherung sowie Generäle und Admiräle der Bundeswehr, sowie die meisten Behördenchefs (BAMF, Bundeswehrbeschaffungsamt, Bundesversicherungsamt, etc)

Ein Bischof bekommt B8, ein Erzbischof oder Kardinal erhält mindestens B9

Nach der aktuellen Besoldungstabelle sind das monatlich für
B8 11.373,67 EUR, B9 12.051,37 EUR, B10 14.197,53 und B11 14.749,49 EUR

Ein Domdekan muss von B2 (8.176,63 EUR) leben, ein Generalvikar darbt mit B3 (8.658,13 EUR).
Bei den Bischöfen, Erzbischöfen und Kardinälen kommen aber Zuschläge aus Rom hinzu, so daß Letztere leicht auf 15.000,00 EURO monatlich kommen.
Brutto oder netto muss man in diesem Fall nicht fragen, da die Gottesmänner fast völlig von Steuern und Abgaben befreit sind.

Schwierigkeiten entstehen für die Topklerikalen aber bei den Ausgaben. Denn wie soll man 180.000,00 EURO steuerfrei im Jahr eigentlich ausgeben, wenn man kaum Unkosten hat?
Altbischof Kamphaus, der Vorgänger des legendären Limburger Bischofs Tebartz-van-Elst beklagte diesen Umstand bitterlich. Er wohne steuerfrei, ihm werde eine Dienstlimousine samt Fahrer gestellt, Reiseunkosten übernehme das Bistum und zum Essen werde er immer eingeladen.
Kamphaus kaufte sich einen VW Golf, den er selbst fuhr, zog in eine Kammer des Priesterseminars und ließ eine tamilische Flüchtlingsfamilie im Bischofspalast wohnen.
Aber wer glaubt, mit TVE wäre endlich wieder ein Weg gefunden worden Geld loszuwerden, irrt.
TVE ließ sich zwar seine legendäre neue Bischofswohnung mindestens 31 Millionen Euro kosten, aber natürlich gab er dazu nicht sein eigenes Geld aus, sondern schöpfte aus den unendlichen und stets gut gefüllten Taschen des Bischöflichen Stuhls.
Ja, was macht man eigentlich, wenn man 12.000,- oder 15.000,- netto im Monat bekommt und niemand irgendwas vom Girokonto abbuchen will?
Man ist automatisch privat krankenversichert, muss seine Hausangestellten nicht selbst bezahlen, lebt mietfrei (auch wenn es eine gewaltiges Rokoko-Palais und eine weitere Zehnmillionen-Villa in Rom sind, so wie im Falle von Kardinal Marx), muss keinen Cent für private Rentenversicherungen sparen, Limousine, Fahrer und Köchin werden gestellt und selbst wenn man nicht schwul ist und heimlich ein paar Kinder zeugt, übernimmt das Bistum die Alimente.
Wie verprasst man also das Geld, wenn alles, das zum luxuriösen Leben gehört – von prächtiger Garderobe bis zum edlen Speisen – gar nicht bezahlt werden muß? Wenn statt „Koks und Nutten“ der Bischöfliche Weinkeller und jede Menge knackiger Priesterseminaristen kostenfrei zur Verfügung stehen?

Vielleicht gibt es auf diese Frage gar keine richtige Antwort. Vielleicht sind Bischöfe schlicht und ergreifen Money-Hoarder?
Vielleicht braucht es auch so ein Geldsammler-Personal, wenn es um eine Organisation geht, die mit perfidesten Methoden eine dreistellige Milliardensumme zusammengerafft hat? Man staunt immer wieder, wenn man beispielsweise bei Carsten Frerk über das sagenhafte Kirchenvermögen nachliest.
Zuletzt wies Matthias Krause für den „Humanistischen Pressedienst“ (hpd) nach, wie einfach es für die deutsche katholische Kirche wäre Milliardensummen als Entschädigung an die Myriaden Menschen zu zahlen, die sie als Kinder gefoltert und sexuell missbraucht hatten.

[….] Kirche könnte Milliardenentschädigung an Missbrauchsopfer leicht verkraften
[….] Derzeit treffen sich die katholischen Bischöfe Deutschlands in Mainz auf ihrer Frühjahrsvollversammlung. Dort wird unter anderem um das weitere Vorgehen bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern diskutiert.
Nach ihrer Frühjahrs-Vollversammlung 2019 beauftragten die deutschen Bischöfe eine unabhängige Arbeitsgruppe, neue Grundsätze für das Verfahren für "Anerkennungszahlungen" an Missbrauchsopfer zu erarbeiten. Zur Herbst-Vollversammlung 2019 wurden zwei Vorschläge präsentiert:
Entweder eine pauschale Zahlung von 300.000 Euro pro Opfer oder gestaffelte Zahlungen von 40.000 bis 400.000 Euro. Legt man die Zahl der Opfer aus der MHG-Studie (3.677; S. 5) zugrunde, ergibt sich ein Entschädigungsvolumen von rund einer Milliarde Euro. Natürlich ruderten die deutschen Bischöfe seitdem mit voller Kraft zurück, wie diverse Medienartikel zeigen.
Eine entscheidende Frage ist natürlich, ob sich die Bistümer Entschädigungen in der Größenordnung von einer Milliarde überhaupt leisten können. Die Antwort ist ein klares "Ja", wie eine Analyse der Jahresabschlüsse aller Bistümer zeigt. [….]


 Selbst wenn die Bischöfe solche Entschädigungen nicht locker aus ihren Überschüssen abgreifen könnten, müssten sie bekanntlich persönlich keine Einbußen befürchten, denn ihre B-Beamtenbesoldung zahlen wird allgemeinen Steuerzahler völlig unabhängig davon, ob wir Mitglieder der Kirche sind.

Allein, selbst wenn es nicht um ihr eigenes Geld geht: Bedürftigen und Opfern mögen katholische Bischöfe nichts geben.
Sie handeln nach dem Motto „selber fressen macht fett!“.

Für Menschen, deren Leben sie zerstört haben, weil sie als Kind von Priestern vergewaltigt oder Sadisten wie Papst-Bruder Georg Ratzinger jeden Tag grün und blau geschlagen wurden, sollen maximal 50.000 Euro gezahlt werden. Ein Drittel eines Bischofs-Jahresgehaltes. Vier Monate Bischofslohn. Aber 5.000 Euro reichen auch. 14 Tage Bischofsgehalt.
Das muss genug sein.

[….] Missbrauchsopfer kritisieren Schmerzensgeldbeträge
[….] Opfervertreter halten die Beträge für zu gering, ihre Kritik: Die Kirche "klebt offenbar am Geld".
[….] Mit Wut und Enttäuschung haben Vertreter von Missbrauchsopfern auf das Schmerzensgeldkonzept der katholischen Kirche reagiert. "Die Kirche in Deutschland ist nicht bereit, für ihre Verbrechen die Verantwortung zu übernehmen und ihren Opfern eine Entschädigung anzubieten", sagte Matthias Katsch, Sprecher der Initiative "Eckiger Tisch". "Was für eine verpasste Chance", schrieb er in einer Mitteilung.
Zuvor hatte die Deutsche Bischofskonferenz mitgeteilt, Opfern von sexuellem Missbrauch keine Entschädigungszahlungen zu leisten, sondern Schmerzensgeld zu zahlen. Das Konzept sieht ein zentrales und unabhängiges Gremium vor, das in Anlehnung an das Niveau gerichtlicher Schmerzensgeldentscheidungen die Höhe von "Anerkennungszahlungen" festsetzt. Diese erstrecken sich in entsprechenden Tabellen von etwa 5000 bis 50.000 Euro. [….] Opfervertreter Katsch forderte nun Katholiken indirekt zum Kirchenaustritt auf. Die jetzige Entscheidung der Bischofskonferenz müsse auch Konsequenzen für Katholikinnen und Katholiken haben, sagte er. "Wollen Sie auch weiterhin eine Kirchenstruktur unterstützen mit ihren Beiträgen, die so offensichtlich am Geld klebt und ihre Opfer missachtet? Wollen Sie auch weiterhin für das moralische Versagen Ihrer Hirten in Mithaftung genommen werden?", fragte Katsch.
An den Staat gerichtet, fragte er: "Wollen wir einer solchen Institution auch weiterhin Kinder und Jugendliche anvertrauen?" Der "Eckige Tisch" werde sich das Schmerzensgeldkonzept nun sorgfältig anschauen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. [….]

Natürlich klebt die Kirche am Geld. Weil sie es können.
Die Parteien, die Parlamentarier, die Bundesregierung lassen sie.
Im Gegensatz zu anderen Nationen dürfen hier Vergewaltiger und Körperverletzer selbst entscheiden ob und wie viel Strafe sie zu bezahlen bereit sind.
Die frommen Bundestagsabgeordneten legen die Hände in den Schoß, zeigen den Zehntausenden Opfern den Mittelfinger und sorgen dafür, daß die Opfer fleißig weiter B8 bis B11 an die Bischöfe zahlen.

Mittwoch, 4. März 2020

Konservative im Vakuum


Die CDU ist übrigens nicht führungslos. Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Bundesvorsitzende, Paul Ziemiak der Generalsekretär. Ihnen stehen außerdem die fünf Stellvertreter Volker Bouffier, Silvia Breher, Julia Klöckner, Armin Laschet und Thomas Strobl zur Seite.


Nach einem Monat, der die deutsche Innenpolitik so durchgeschüttelt hat, daß es AKKs Kopf kostete und auch den Thüringer CDU-Frations- und Parteichef Mohring ins Aus schoss, gibt es in dieser letzten verbliebenen deutschen Volkspartei niemanden, der irgendeine Strategie ausbrüten konnte, wie man sich bei einer neuen MP-Wahl in Erfurt verhalten könnte.
Was für ein sagenhaftes Gesamtparteiversagen, das auch nicht besser wird, nur weil die Kemmerich-AFDP noch verantwortungsloser durch Erfurt debakuliert.

[….] Da ist eine CDU, die nicht abstimmen durfte, wie sie wollte. Weil die Bundespartei zwar sagt, was alles nicht geht, aber nie Vorschläge gemacht hat, was gehen soll. Jetzt hat die CDU Ramelow nicht gewählt, aber auch nicht verhindert. Die innerparteiliche Gretchenfrage ist damit nur aufgeschoben. Womöglich muss der neue Parteichef bereits nächstes Jahr nach der Wahl in Sachsen-Anhalt die Frage beantworten: Wenn es gegen Linke und AfD keine Mehrheit gibt, entscheidet sich die CDU dann für ein kleineres Übel oder für Unregierbarkeit?
Da ist die FDP, die heute die Arbeit verweigert hat. Sie hat gar nicht mit gestimmt, nicht einmal im dritten Wahlgang, als ein Nein möglich war. Klarer kann man gar nicht zeigen, wie überflüssig man ist. […..]

Wie lange muss man eigentlich CDUlern mit einem Hufeisen auf den Kopf schlagen bis sie tatsächlich nicht mehr entscheiden können wer das kleinere Übel ist, wenn auf der einen Seite ein überzeugter, praktizierender Christ mit klassisch sozialdemokratischer Agenda und sehr ordentlicher wirtschaftspolitischen Bilanz als Ministerpräsident steht und sich andererseits ein völkisch hetzender Rassist und Faschist steht, der immer wieder aus Hitlers „Mein Kampf“ zitiert?

[…..] Vor dem Wahltag hatten die Fraktionen multiple Szenarien durchgespielt. Die FDP kündigte an, die eigenen Stimmen ungültig zu machen. Man wolle nicht in Verdacht geraten, Ramelow oder Höcke zu wählen, hieß es. So als gebe es keinen Unterschied zwischen Thüringens beliebtestem Politiker und einem gerichtlich verbrieften Faschisten. Auch der Chef der Jungen Union, Tilman Kuban, hatte den Thüringer Parteikollegen den Boykott der Wahl nahegelegt. Mario Voigt, Fraktionschef in Erfurt, wies den Ratschlag aus Berlin strikt zurück. Abgeordnete seien nicht gewählt, "um sich aus der Verantwortung zu stehlen". […..]

Die Bundes-CDU findet auch immer noch keine Sprachregelung zu ihrem einstign Superstar Hans-Georg Maaßen, für den sich Bundesinnenminister Seehofer so begeisterte, daß er darüber fast die Groko platzen ließ.
CDU-Mitglied Maaßen, der völlig ungeniert seine Partei in Koalitionen mit den Faschisten und Rechtsradikalen treiben will, forderte erneut Ungeheuerliches:
Die Thüringer CDU solle den Nazi Bernd Höcke zum Ministerpräsidenten wählen.


Die Bundes-CDU hat dazu keine Meinung.

Dienstag, 3. März 2020

Drobbi ist traurig

Als im Jahr 2015 eine überparteiliche Koalition aus Sadisten in dem womöglich ruchlosesten Akt seit der Nazizeit einen Anschlag auf den Humanismus verübte, triumphierten die Kirchen.
Sie hatten sich, wieder einmal, Gewalt über die intimsten und essentiellsten Angelegenheiten des Individuums verschafft.
Nämlich über das Leben an sich.
Ganz in der Tradition der 2016 von Papst Bergoglio heiliggesprochenen „Hexe von Kalkutta“, die sich am Leid der Sterbenden ergötzte und ihnen Schmerzlinderung verweigerte, zwang eine Mehrheit der Bundestagsabgeordneten ihre bestialische Weltsicht auch der Mehrheit der Bevölkerung auf, die eine fundamental andere Sicht auf ihr eigenes Leben hat; die Möglichkeit haben möchte selbstbestimmt zu sterben und dabei nicht nur nicht im Stich gelassen werden will, sondern Hilfe haben möchte. Hilfe, die ihnen die meisten Bundestagsabgeordneten nicht nur verwehrten, sondern sogar unter Strafe stellte.

Letzte Woche stellte das Bundesverfassungsgericht diesen gewaltigen moralischen Skandal ab.
Es drehte aber nicht das Kräfteverhältnis zwischen Religiösen und Nicht-Religiösen um, indem es etwa diesmal den Gläubigen die Sicht der Ungläubigen aufgezwungen hätte. Nein, es lässt natürlich den Christen alle Freiheiten, die sie vorher hatten, sie müssen nichts aufgeben, nichts ändern und können mit ihren Leben verfahren wie bisher. Es werden lediglich die Humanisten davon befreit sich auch diesen Vorstellungen einer primitiven Hirtenkultur zu unterwerfen.
Ein guter und richtiger Schritt von Voßkuhles Jungs.
Aber auch ein unvermeidbarer Schritt der Richter, da in den vergangenen 2.000 Jahren das Christentum ausschließlich auf der falschen Seite stand. Alle Menschenrechte mussten gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden. Frauenwahlrecht, Kinderarbeit, Sklaverei, Homosexualität, Gleichberechtigung, Leibeigenschaft, Recht der ersten Nacht, Verbot gemischtrassiger Ehen, Verbot gemischt konfessioneller Ehen, Folter, Prügelstrafe, Vergewaltigung in der Ehe, Glaubensfreiheit, Kinderehen, Kolonialismus, Untertanengeist, Bildungsfeindlichkeit, Pressefreiheit. Immer vertraten die Christen die unmenschlichste Position.
Sie segneten Waffen, verlangten Kreuzzüge, ließen weltweit foltern und morden. Inquisition, Hexenverbrennung, Auto Dafés.
Auch im Jahr 2020 sind es die organisierten Christen, die in den USA vehement für Militär, Waffenbesitz, Trump, Folter, Rassismus und gegen Feminismus, Homorechte, Umweltschutz oder Tierrechte agitieren.

Eine Organisation, die nach 2.000 Jahren eine derartig negative Leistungsbilanz aufweist, mehr Kriege als jede andere Ideologie anzettelte, mehr Menschen als Hitler umbrachte, gegenwärtig weltweit damit beeindruckt Myriaden Kinder sexuell missbraucht zu haben und deren Vergewaltiger schützt, hätte allen Grund dankbar zu sein, vom Verfassungsgericht nicht verboten worden zu sein. Sie behalten all ihre Privilegien, lassen sich mit Milliarden Euro auch von atheistischen Steuerzahlern finanzieren.
Demut und Reue wäre angezeigt.

Allerdings nicht bei Matthias Drobinski, dem notorisch larmoyanten Kirchenredakteur der Süddeutschen Zeitung.
Er verfällt in das typische Muster all seiner Artikel: Ein einziges Aufseufzen über den Machtverlust der Kirchen, die sich nun infinitesimal umorientieren müssten, um ihre Ideologie auch weiterhin maximal durchzusetzen.

[…..] Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe hat in der vergangenen Woche in aller Schärfe gezeigt: Die Positionen und ethischen Maximen der christlichen Kirchen haben jene selbstverständliche Wirkkraft verloren, die sie in der Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg hatten, im Guten wie im Schlechten. Es waren allen voran die Kirchen, die sich für ein Verbot von Sterbehilfevereinen einsetzten und dafür, dass der assistierte Suizid nur in Grenzfällen möglich ist; eine große Mehrheit im Bundestag hat 2015 ein Gesetz beschlossen, das dem Rechnung trägt. […..] Es werden verschiedene Sterbehilfevereine ihre Arbeit aufnehmen. Der Gesetzgeber wird versuchen, dazu strenge Regeln aufzustellen, die Vereine werden dies im Zweifel bekämpfen, im Rücken die Maxime des Verfassungsgerichts: Der freie Wille zum Tod steht über allem. […..] Trotzdem hat sich etwas verschoben. Das Verfassungsgericht macht letztlich mit umgekehrten Vorzeichen das, was die Kirchen lange taten: Es erklärt die Grauzonen für inexistent, die den meisten, ja fast allen Todeswünschen zu eigen sind. Für die Kirchen war der Selbstmord eine Todsünde, die, ohne Zweifel, direkt in die Hölle führte. […..] Es gab Kirchenvertreter, die gegen jegliche Freigabe der Sterbehilfe einwandten: Es müssen leider am Ende des Lebens einige leiden, damit die Gesellschaft insgesamt nicht auf die schiefe Bahn gerät. […..] Die Zeit dürfte vorbei sein, in der sich die Urteile des Bundesverfassungsgerichts selbstverständlich in der Nähe der kirchlichen und christlichen Normvorstellungen bewegten. Den Christen weht da der raue Wind der beginnenden Minderheitensituation entgegen. Das ist aber auch eine Chance: Sie können sich mit der Kraft ihrer eigenen Überzeugungen und des eigenen Beispiels der Debatte stellen. […..] Und sie können dem mit Respekt begegnen, der sich für den Tod entscheidet. Als Akt der Nächstenliebe. […..]

Wie kommt Drobinski auf die Idee, es wäre sinnvoll die Kirchen in ethischen Belangen nach 2.000 Jahren des Totalversagens überhaupt noch zu fragen?
(Shout out an den großartigen Matthias Krause für den Gedanken.)

(…..) Eins der größten Rätsel des deutschen Journalismus wird für mich immer die Frage sein, wieso sich die an sich hochvernünftigen SZ-Chefredakteure Heribert Prantl, Kurt Kister und Wolfgang Krach immer noch den frommen Katholiken Matthias Drobinski, 52, als Redakteur halten.

Nicht nur, daß es ohnehin völlig absurd ist einen hochbefangenen Kirchenfuzzi über Kirchenthemen schreiben zu lassen, so ist Drobinski auch noch von einer schweren Echolalie befallen und schreibt in seinem stets larmoyanten Ton auch immer wieder das Gleiche:

Hach, wie traurig, die Kirche verliert Mitglieder und die Pfaffen sind frustriert. Dabei ist Franzl doch so super. Menno! Es kann aber nicht nur am Zölibat meiner heißgeliebten katholischen Kirche liegen, weil die Protestanten mindestens genauso schrumpfen. (Ätschibätsch)
Die Ursachen für das Wegsterben des kirchlichen Lebens sind also irgendwie ganz kompliziert. Das ist eine große Aufgabe für die Bischöfe und alles ist ganz furchtbar traurig, weil die Kirche doch so wichtig ist!

Die SZ verfügt über einige der besten Edelfedern Deutschlands – was wäre es für eine Wonne, wenn man auch zu kirchlichen Themen Spitzenjournalismus aus München bekäme. (…..)

So ist das eben mit Religioten. Sie leiden an einer schweren Inselverarmung und sind rationalen Argumenten nicht zugänglich.

Montag, 2. März 2020

Gerontenschlacht


Joe Biden mag ich. Bernie Sanders Leidenschaft und Engagement beeindrucken mich. Elisabeth Warren ist hochintelligent und auf alles vorbereitet.
Michael Bloomberg ist ein gewitzter Typ, der mit seinen 62 Milliarden Dollar in der Tasche den steinreichen GOP-Großspendern Paroli bieten kann.

Da könnte man doch auf den ersten Blick ganz froh sein über die demokratischen Bewerber, die morgen zum legendären „Super-Tuesday“ antreten, um eine wichtige Vorentscheidung um die Präsidentschaftskandidatur zu treffen.

Und was ist eigentlich mit den anderen 20, 30 oder 40 Dem-Kandidaten? Das war doch so eine herrlich bunte Truppe; wenn auch ob der schieren Masse sehr unübersichtlich. Man darf nicht vergessen, daß sich der Durchschnittsami überhaupt nicht für Politik interessiert und im Vorwahlgeplänkel erst mal die Typen kennenlernen muss, die seit Jahrzehnten an vorderster Stelle als Volksvertreter agieren.
Aber von „unheimlich viele Neue“ schlug das Pendel urplötzlich in „eine Handvoll Opis“ um. Auf einmal ging es ganz schnell. Innerhalb der letzten 24 Stunden warfen Pete Buttigieg und (meine heimliche Favoritin) Amy Klobuchar hin.

Außer den vier eingangs Genannten ist nur noch Tulsi Gabbard, 38 im Rennen.
Aber die praktizierende Vaishnava im Brahma-Madhva-Gaudiya-Sampradaya und Russland affine Hawaiianerin ist so irre, daß sie nicht die geringste Chance hat und bald aufgeben wird.

Bleiben also die vier Plus-Siebziger:
Biden * 20. November 1942 (Alter 77 Jahre)
Bloomberg * 14. Februar 1942 (Alter 78 Jahre)
Sanders * 8. September 1941 (Alter 78 Jahre),
Warren * 22. Juni 1949 (Alter 70 Jahre)

Ich mag ältere Menschen.
Aber der nächste US-Präsident wird erst im Januar 2021 vereidigt und soll bis Januar 2025, womöglich bis 2029 amtieren.
Dann gehen die drei Herren hart auf die 90 zu!

Damit kein Missverständnis aufkommt: Selbstverständlich ist mir jeder demokratischen Kandidat Lichtjahre lieber als Donald Trump, * 14. Juni 1946 (Alter 73 Jahre), der von allen eindeutig der Senilste ist und klare kognitive Einschränkungen aufweist.


Aber wie soll man sich glaubwürdig als dynamische Alternative zu dem geriatrischen Wrack empfehlen, wenn man selbst noch fünf Jahre mehr auf der Uhr hat?
Mann der Zukunft mit fast 80? Sind das die modernen Politiker, die ins Zeitalter der Cyberwars führen?







 Aber das sind Vergleiche der „popular votes“, also der absoluten Stimmen.
Hillary Clinton hatte vor vier Jahren in solchen Umfragen auch immer geführt. Die Umfragen waren sogar richtig. Tatsächlich bekam Clinton fast drei Millionen Stimmen mehr als Trump.

Bekanntlich wurde sie aber dennoch nicht Präsidentin, weil die USA sich ein anachronistisches und haarsträubend ungerechtes Wahlsystem leisten, das die Republikaner so grotesk bevorzugt, daß Trump Berechnungen von Wahlforschern zu Folge, sogar mit zehn Millionen Stimmen weniger als Biden/Sanders/Warren/Bloomberg als Präsident wieder gewählt werden könnte.

Damit der demokratische Kandidat sicher gewinnt, wird ein sehr hoher „voter turnout“ (Wahlbeteiligung) benötigt, so daß er absolut gesehen mindestens 10% mehr Stimmen als die Republikaner bekommt.

2016 funktionierte das nicht, weil wie üblich die Generation der unter 30-Jährigen zu desinteressiert, träge und phlegmatisch war, um wählen zu gehen.
Ihnen waren Trump UND Clinton zu alt, um ihren Hintern ins Wahllokal zu schleppen.

Wie soll das besser werden, wenn die Demokraten dieses Jahr statt mit einer 69-Jährigen mit einem 79-Jährigen antreten?

Es zeugt wieder einmal von schweren politischen Systemversagen in den USA, daß weder ein offen krimineller Präsident, noch die Zerstörung der Gewaltenteilung und schon gar nicht die drastische Verfassungsfeindlichkeit einer ganzen Partei zu einem erfolgreichen Impeachment führte.
Die Demokraten setzen nun noch einen drauf, indem sie sich als unfähig zeigen die Egoismen der Parteigeronten zu unterbinden und nicht in der Lage sind einen jüngeren, konsensfähigen Kandidaten zu präsentieren.

Die USA sind doomed.

Viele deuten den Rückzug Klobuchars und Buttigiegs bereits als Zeichen von Disziplin. Damit wollten die beiden moderaten Kandidaten Biden stärken und Sanders verhindern, weil niemand Sanders tatsächlich zutraut zu gewinnen.
Bidens mit 48% überraschend deutlicher Primary-Sieg von South Carolina scheint ein deutliches Zeichen für seinen Durchmarsch zu sein.

[….] Noch in der Wahlnacht versuchte Biden, der zum moderaten Flügel der Partei gehört, das Rennen um die demokratische Nominierung als Zweikampf zwischen ihm und dem selbsterklärten Sozialisten Bernie Sanders darzustellen. Sanders hat nach seinen Siegen in New Hampshire und Nevada derzeit die meisten Delegierten. Er liegt auch in den Umfragen in vielen Bundesstaaten des Super Tuesday an erster Stelle, darunter in Kalifornien, das mit Abstand am meisten Delegierte zu vergeben hat. Zudem hat Sanders mehr Geld in seiner Wahlkampfkasse. Die demokratischen Wähler müssten sich jetzt entscheiden, sagte Biden am Samstagabend: "Die meisten Amerikaner wollen nicht das Versprechen auf eine Revolution, sie wollen Resultate." Er sei der Garant dafür, dass die Demokraten Donald Trump besiegen könnten.
Dieser Ansicht sind nach dem Resultat von South Carolina auch viele Vertreter des demokratischen Establishments. Ex-Parteichef Terry McAuliffe rief die anderen Präsidentschaftskandidaten mehr oder weniger direkt auf, ihren Wahlkampf einzustellen und sich hinter Biden zu stellen, wenn sie eine Nominierung von Sanders noch verhindern wollten. […..]

Trump wird sich freuen, wenn der für seine wirren Reden berüchtigte Biden antritt.
Schon jetzt ziehen ausgerechnet Trumps nepotistische Blagen durch die Talkshows und prangern Hunter Biden an.
Es ist grotesk.
Es könnte für den orangen Wahnsinnigen reichen.

Sonntag, 1. März 2020

Impudenz des Monats Februar 2020.

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.


Donald Trump, Präsident der Herzen, geistiges Genie und sexiest man alive, setzte neben Mauerbau und Muslimban, neben einer wundervollen billigen Krankenversicherung und dem budget-surplus vor allem zwei Wahlkampfversprechen eindrucksvoll um:
Daß er nie Golf spielen werden, weil er dazu vor lauter Arbeit gar keine Zeit haben werden und natürlich sein Mantra „I‘ll hire only the best people!“


Schon nach dem ersten Jahr im Amt waren fast jeder Vierte seiner best people abgängig.
Aber Trump drehte immer freier und holte immer dubiosere Hohlköpfe ins Weiße Haus. Eine solch massive Konzentration der Inkompetenz gab es nie.
In schneller Folge flogen seine Senior Staffer aus dem Weißen Haus; stets mit Schmähungen des IQ45 bedacht. Und natürlich der typisch Trumpschen Neurose allen anderen die Schuld für sein fatalen Personalfehler zuzuschieben

[…..]
  1. McGahn
  2. Wray
  3. Sessions: “I don’t have an attorney general. ... He was the first senator that endorsed me. And he wanted to be attorney general, and I didn’t see it. And then he went through the nominating process and he did very poorly. I mean, he was mixed up and confused, and people that worked with him for, you know, a long time in the Senate were not nice to him, but he was giving very confusing answers. Answers that should have been easily answered.”
  4. Former deputy attorney general Rod J. Rosenstein: “[Former FBI deputy director Andrew McCabe] and Rod Rosenstein, who was hired by Jeff Sessions (another beauty), look like they were planning a very illegal act, and got caught.”
  5. Former chief White House strategist Stephen K. Bannon: “When he was fired, he not only lost his job, he lost his mind. ... Steve pretends to be at war with the media, which he calls the opposition party, yet he spent his time at the White House leaking false information to the media to make himself seem far more important than he was.”
  6. Former secretary of state Rex Tillerson: "[Current Secretary Mike Pompeo’s] predecessor, Rex Tillerson, didn’t have the mental capacity needed. He was dumb as a rock and I couldn’t get rid of him fast enough. He was lazy as hell. Now it is a whole new ballgame, great spirit at State!”
  7. Former chief economic adviser Gary Cohn: “Gary Cohn, I could tell stories about him like you wouldn’t believe. ... Gary Cohn never thought we could ever make this deal with Mexico and never thought in a million years we could make this deal with Canada.”
  8. Former defense secretary Jim Mattis: “What’s he done for me? How had he done in Afghanistan? Not too good. I’m not happy with what he’s done in Afghanistan and I shouldn’t be happy. He was very happy.” “When President Obama ingloriously fired Jim Mattis, I gave him a second chance. Some thought I shouldn’t, I thought I should.”
  9. Former White House communications aide Omarosa Manigault Newman: “When you give a crazed, crying lowlife a break, and give her a job at the White House, I guess it just didn’t work out. Good work by General Kelly for quickly firing that dog!”
  10. Federal Reserve Chairman Jerome Powell: “So far, I’m not even a little bit happy with my selection of Jay. Not even a little bit. And I’m not blaming anybody, but I’m just telling you I think that the Fed is way off-base with what they’re doing.”
  11. Federal Reserve Vice Chairman Richard Clarida and/or Vice Chairman for Supervision Randal Quarles: “I put a couple of other people there I’m not so happy with too, but for the most part I’m very happy with people.” (These were the only people Trump had appointed to the Fed at the time.)
  12. Former national security adviser H.R. McMaster: After McMaster said Russia’s interference in the 2016 election was “incontrovertible,” Trump responded, “General McMaster forgot to say that the results of the 2016 election were not impacted or changed by the Russians and that the only Collusion was between Russia and Crooked H, the DNC and the Dems.”
  13. Former chief of staff John Kelly: “He’s doing an excellent job in many ways. There are a couple of things where it’s just not his strength. It’s not his fault, it’s not his strength.”
  14. Former health and human services secretary Tom Price: On Price’s use of private planes, “I will tell, you personally I’m not happy about it. I am not happy.”
  15. Former White House aide Cliff Sims: “A low level staffer that I hardly knew named Cliff Sims wrote yet another boring book based on made up stories and fiction. He pretended to be an insider when in fact he was nothing more than a gofer. He signed a non-disclosure agreement. He is a mess!”
  16. Former lawyer/fixer Michael Cohen: “If anyone is looking for a good lawyer, I would strongly suggest that you don’t retain the services of Michael Cohen!” (Also called him a “rat.”)
  17. Former deputy campaign manager David Bossie: “There is no excuse for any group, including ones run by people who claim to be part of our ‘coalition,’ to suggest they directly support President Trump’s re-election or any other candidates, when in fact their actions show they are interested in filling their own pockets with money from innocent Americans’ paychecks, and sadly, retirements.” […..]

Das ist Trump: Leute persönlich einstellen, sich selbst für diese weisen Entscheidungen loben und kurz darauf die Inkompetenz dieser Mitarbeiter beklagen. Das ist Trumps Signature-Move: John Bolton, Michael Cohen, Steve Bannon, Omarosa Manigault Newman, Jerome Powell, Anthony Scaramucci, Jeff Sessions, Rex Tillerson – sie alle lobte er erst über den grünen Klee, um sie sogleich nach der leisesten Kritik an ihm in Grund und Boden zu verdammen.

Die „Profis“, die Trump selbst in die Administration des mächtigsten Landes der Erde holt, sind am Ende immer “weak,” “wacky,” “clueless” oder  “morons”.

[…..] Forget the deep state, Robert Mueller’s team of “angry Democrats,” and the lawmakers who led the impeachment inquiry — there’s another force working to undermine the Trump administration from within. Someone who’s put complete idiots in vital positions of power. Someone who’s entrusted major administration initiatives to half-wits. Someone who, despite promising to hire the “best people,” keeps having to fire incompetents. That someone is Donald Trump.
Former White House chief of staff and alleged adult in the room John Kelly is the latest Trump hire to earn a presidential insult. Once a “star” member of the administration who was doing such a “great job” that Trump could not be “happier or more impressed,” the president now believes that Kelly was in “way over his head” and that he “went out with a whimper.” What changed? Fourteen months after leaving the administration, Kelly finally offered some lukewarm criticism of Trump in public, stating that his handling of accused war criminal Eddie Gallagher’s case was “exactly the wrong thing to do” and that immigrants are “overwhelmingly good people,” despite the president’s diatribes. [……] 

In Wahrheit gibt es natürlich nur ein Einstellungskriterium für Trump:
Man muss ihm hemmungslos in den Hintern kriechen und ihn öffentlich lobpreisen.
So wurde Mike Pence sein VP und nun auch der Corona-Beauftragte.
So wurde aber auch Richard Grenell, der sich so gut wie gar nicht um seinen eigenen Job als US-Boschafter in Deutschland kümmerte, sondern stattdessen ununterbrochen in Trumps Sender FOX auftauchte, um schleimtriefende Lobeshymnen auf den Präsidenten abzulassen neuer Direktor aller siebzehn amerikanischen Nachrichtendienste.
Natürlich ist er dafür genauso inkompetent wie für seinen jetzigen Job, aber eben ein begnadeter Honig-um-den-Bart-Schmierer.

Wer in Deutschland lebt kennt natürlich die rechtsextremen Unverschämtheiten Richard Grenells, weiß was für eine groteske Karikatur eines Diplomaten er ist.
Auch die Ukraine-Affäre machte noch mal klar, daß er Botschafterposten nach der Höhe der Spenden für die Trump-Wahlkampagne vergibt und grundsätzlich jeden feuert, der Anzeichen von Fachwissen erkennen lässt.
Darüber dürfen wir aber nicht vergessen, daß Trump den gesamten diplomatischen Dienst der USA korrumpiert und lächerlich gemacht hat.

Die Impudenz des Monats Februar 2020 ist die US-Botschafterin in Dänemark:
Carla Sands.

Trump hatte sicher keine Ahnung wo und was eigentlich dieses Dänemark ist. Das zeigte sich spätestens als er annahm Grönland einfach abkaufen zu können und die Ministerpräsidentin Mette Frederiksen als „nasty woman“ abqualifizierte, nachdem sie das abstruse Ansinnen 50.000 Grönländer „zu verkaufen“ ablehnte.

   [……]  Medienberichten zufolge wird die Finanzmanagerin Carla Sands neue US-Botschafterin in Kopenhagen. Der Posten blieb ein halbes Jahr lang unbesetzt. Sands ist ehemalige Schauspielerin. [……]  Sands ist ausgebildete Chiropraktikerin und hat früher als Schauspielerin in Fernsehen und Kino gewirkt. Ihr Vorgänger, Rufus Gifford, war dreieinhalb Jahre lang im Amt und hörte am selben Tag auf, an dem Trump ins Weiße Haus einzog. Als politisch ausgewählter Diplomat sollte er die Vereinigten Staaten unter Trump nicht repräsentieren.
Gifford war eine Berühmtheit in Dänemark, hatte unter anderem eine eigene Fernsehsendung. 2015 heiratete er seinen Partner Stephen DeVincent im Kopenhagener Rathaus. Nach seinem Aus übernahm Laura Lochmann vorübergehend die Führung der Botschaft. [……] 

Sands, *1960, versuchte sich erst an einer Chiropraktikerschule, erreichte mit freizügigen Oben-Ohne-Aufnahmen ein paar Gastauftritte in der Endlos-Soap „Reich und Schön“ und schlitterte von da zu ihrem Karrierehöhepunkt – einer Tittenrolle im B-Movie „Deathstalker III: The Warriors from Hell“

[….] Deathstalker (John Allen Nelson) geht mal wieder Barbarenlieblingsbeschäftigungen wie Saufen, Rumhuren und Sich-bei-Schaukämpfen-gegenseitig-auf-die-Fresse-Kloppen nach, als die Schurken des fiesen Troxartes (Thom Christopher) das Volksfest überfallen, auf dem er sich gerade zur Publikumsbelustigung prügelt. Die suchen nämlich nach dem Zauberer Nicias (Aarón Hernán), der einen Zauberstein hat, den er wiederum an Prinzessin Carissa (Carla Sands) weitergibt. Carissa flieht zusammen mit Deathstalker, Nicias verzieht sich via Zauberei, die Schergen folgen Carissa und Deathstalker, man weiß nicht genau, worum es geht, aber irgendwie schon, denn in diesen Sword-and-Sorcery-Filmen geht es ja fast immer um das Gleiche. [….]

1999 heiratete sie den 150-Millionen Dollar schweren real estate mogul Fred Sands von der Vintage Capital Group und übernahm nach seinem Tod 2015 den Chefsessel.
2016 spendete sie 250.000 Dollar für Trumps Wahlkampagne und ließ weitere 100.000 Dollar für seine Amtseinführungskampagne springen.
Also brachte sie alles mit, was eine Botschafterin können muss.

In Kopenhagen angekommen, machte sie sich sofort unbeliebt, indem sie im Grenell-Style von den Dänen verlange amerikanische Rüstungsgüter zu kaufen.

[….] USA missbrauchen NATO als Verkaufsplattform für Rüstung [….] F-35-Kampfjets für NATO-Mitglied
Vorigen Dienstag rief die US-Botschafterin in Dänemark, Carla Sands, Kopenhagen dazu auf,  mehr US-Kampfjets zu kaufen. Darüber hinaus soll sie hinzugefügt haben, die NATO fordere mehr Jagdflugzeuge. Der Ankauf von Jets könnte Kopenhagen außerdem der Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels der NATO näherbringen. Kopenhagen soll bereits 27 dieser Maschinen erworben haben.
Politiker der Dansk Folkeparti (DF) und der Socialdemokraterne (S) zeigten wenig Verständnis für die Aussagen der US-Diplomatin. Das sei "inakzeptabel". Das dänische Parlament werde entscheiden, welche Ausrüstung gekauft und wie viel für die Verteidigung ausgegeben werde. [….]

Zum 75. Jahrestag des Auswitzbefreiung am 27.01.2020 setzte sie den folgenden Tweet ab, an dem das Ungeheuerlichste ist, daß er auch heute noch nicht gelöscht ist, obwohl russische Diplomaten außerordentlich irritiert waren zu hören, daß es nun die USA waren, die das größte Vernichtungslager der Menschheitsgeschichte befreit haben sollten – wenn auch vermutlich ganz ohne Hilfe der Kurden.




Aber das sind Petitessen.
Sands tut das was sie in Trumps Augen können muss: Konsequente Unterbindung von Demokratie und Meinungsfreiheit!
Jeden Kritiker seiner Politik mundtot machen.

[….] The decision to block a prominent NATO expert from speaking at a conference in Denmark because he has spoken critically of U.S. President Donald Trump’s policies highlights a growing trend in which the State Department has quashed engagement with Trump critics, prompting public relations gaffes for U.S. embassies.
Stanley Sloan told Foreign Policy he was on his way to Copenhagen to give a keynote address on NATO at an event when he received word from the organizers that Trump’s ambassador to Denmark pressured them to quash his speaking engagement. The U.S. Embassy in Denmark helped fund the conference, and the U.S. ambassador was also scheduled to speak at the conference.
The head of the Danish Atlantic Council, a think tank, told Sloan in a letter on Dec. 7 that the organization was “instructed that Ambassador Carla Sands does not want [his] presence at the Conference” because of his past criticism of Trump’s policies on NATO. Lars Bangert Struwe, the head of the council, said in the letter to Sloan the he strongly objected to the decision but given the embassy was the major funder of the conference, it “has the last word.” A day later, Struwe announced on Twitter he was canceling the conference on NATO’s 70th anniversary altogether.
Sloan, who is currently a visiting scholar at Middlebury College and a nonresident senior fellow at the Atlantic Council, a Washington-based think tank, previously served as a CIA intelligence analyst and specialist at the Congressional Research Service. Sloan, who has frequently spoken at conferences funded by the U.S. government in the past, said he was disheartened by the move. “In the past I’ve always even bragged to audiences in the United States and Europe that the State Department sponsored me over the years even though they knew that I might criticize American policy. And I did that when there were Democratic and Republican administrations. … That’s something that I thought was a small sign of strength in American democracy,” he said. [….]

Auf der einen Seite ein erfahrener CIA-Analyst und vielfacher Professor verschiedener Unis und Thinktank-Mitglied. Und auf der anderen Seite die Tittenmaus von „Deathstalker - The Warriors from Hell“. Da ist doch klar auf wessen Expertise Trump setzt.