Samstag, 13. Juni 2026

Es gibt keinen Widerstand

Weder das Volk, noch die Gerichte, noch der Kongress, noch die Parteien, noch die Presse oder die Wirtschaft halten Trump auf. Niemand packt ihn, bevor er wieder etwas absolut Idiotisches und Hochgefährliches anstellt.

Ausgerechnet dieser moralisch verkommene, intellektuell unterbelichtete, sadistische, selbstverliebte Serienpleitier vermochte es, 250 Jahre Demokratie in den USA auszuhebeln, die Gewaltenteilung zu schleifen, die Presse nahezu gleichzuschalten und sich auf nie dagewesene Weise selbst zu bereichern.

Er könnte tatsächlich die stärkste Wirtschafts- und Militärmacht der Erde in eine absolutistische Familien-Autokratie transformieren, in der seine halbdebilen Nachkommen für Generationen herrschen.

Könnte. Man muss aber den Konjunktiv verwenden, denn eins spricht dagegen:

Trump selbst. Er ist einfach zu dumm und merkt daher nicht, wie er sich immer wieder selbst ins Knie schießt, unnötig die US-Wirtschaft schwächt, das internationale Ansehen ruiniert und selbst seine treuesten Jünger gegen sich aufbringt.


Der Mann ist vollkommen auf den Kopf gefallen und verfügt international, sowie national über derart wenig Glaubwürdigkeit, daß nach seinen Ankündigungen eines „Peacedeals“ mit dem Iran, Medien bei den glaubwürdigeren Teheraner Nachrichtenagenturen und X-Accounts des Mullah-Regimes nachsehen, ob Trump nicht bloß wieder einmal phantasiert, wie er es inzwischen 39 mal öffentlich log!

[….] Donald Trumps Drohungen kommen oft in den frühen Morgenstunden. Vorgestern, 7.03 Uhr Eastern Time, postete der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social: »Der Bully des Nahen Ostens ist TOT.« Im März, es war gerade elf Minuten nach sechs, schrieb er: »Iran, das derzeit völlig fertiggemacht wird, hat sich entschuldigt und ergeben«.

Gestern, um 8.22 Uhr, eine neue Ankündigung: Die USA würden Iran noch am Abend »sehr hart angreifen.« Sie würden die Insel Charg einnehmen und die komplette iranische Ölindustrie unter amerikanische Kontrolle bringen, eine Operation, die ohne US-Bodentruppen nicht machbar wäre. [….] Am Abend ließ Trump die Öffentlichkeit dann wissen, er habe »den Krieg mit Iran beendet.« [….] Der Krieg im Nahen Osten, von Trump geplant als kurzer Siegeszug, dauert nun schon mehr als 100 Tage an. [….] Seit Wochen erklärt Trump, ein Abkommen sei binnen weniger Tage zu erwarten. Dann wieder kündigt er Eskalation an, droht mit Bomben und Bodentruppen. Den Zickzackkurs mag Trump als Strategie verkaufen – er zeigt aber vor allem, dass er keinen Plan hat. [….] Trumps Art, ständig zwischen hartem, feindlichen Gebaren und integrativeren Tönen zu wechseln, führe dazu, dass man ihm schlicht nicht mehr vertraue. »Ich halte ihn nicht für einen beeindruckenden Verhandler«, sagte der Harvard-Experte Robert Mnookin schon zu Trumps erster Amtszeit dem US-amerikanischen Radionetzwerk NPR. [….] Inzwischen gilt Trump weniger als geschickter Stratege, denn schlicht als erratisch und unverlässlich. [….]

(Spon, 12.06.2026)

CNN, 11.06.2026

Wer dreimal lügt, dem glaubt man nicht.

Wer 39 mal lügt, dem glaubt die iranische Führung nicht mehr.

Wer 30.000 mal allein in seiner ersten Amtszeit lügt, dem glauben immer noch 77 Millionen US-Amerikaner, die ihn am 05.11.2024 wiedergewählt haben. Aber die Amerikaner sind eben ein sehr dummes Volk.

Selbst die größten Idioten bemerken beim Tanken und beim Gang in den Supermarkt, wie enorm die Preise anziehen.

Sie mögen es nicht, wenn ihr heißgeliebter oranger Messias ihnen vorschwärmt, wie sehr er die auf 4,2% gestiegene Inflation liebe.


Wäre Trump nur ein kleines bißchen intelligenter als ein Strohballen, würde er Verständnis heucheln, Mitgefühl aussprechen, sich aus der Verantwortung stehen.

Bei derartig wohlgesonnenen Medien, bei einem so ergebenen Kongress, könnte er leicht den Konsumentenfrust überstehen.

Aber selbst mit seinem Kriegskurs kurz vor den Midterms die Benzinpreise in die Höhe zu jagen und dann die Inflation zu bejubeln, während er zu seinem 80. Geburtstag manisch sein Konterfei auf Geldscheine, in Pässe, auf Goldmünzen pressen lässt, verschreckt selbst MAGA-Fanatiker. Bisher nur einen kleineren Teil seiner erzloyalen Basis, aber die Preisexplosion an den Tankstellen geht erst richtig los.

[….] Führungskräfte aus der Öl- und Gasbranche haben das Weiße Haus gewarnt, dass die Benzinpreise in den kommenden Monaten stark anziehen könnten, da die Treibstoffvorräte auf kritisch niedrige Werte fallen [….] Branchenvertreter sagen, sie täten alles, um Alarm zu schlagen: Die Preise stünden kurz davor, in die Höhe zu schießen, weil die kommerziellen und staatlichen Vorräte, die Preissteigerungen bislang abgefedert hätten, sich rasch leerten, so mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen, die aus Angst vor Vergeltung durch die Regierung nur unter der Bedingung der Anonymität sprachen. Einige Bestände könnten binnen Wochen aufgebraucht sein, warnen die Manager – ausgerechnet in der Hochphase der sommerlichen Reisesaison. [….] Die Warnungen unterstreichen die wachsenden politischen und wirtschaftlichen Risiken für Präsident Donald Trump, während der Konflikt mit dem Iran in seinen vierten Monat geht – ohne erkennbare Anzeichen für einen diplomatischen Durchbruch, trotz wiederholter Vorhersagen des Weißen Hauses über Fortschritte.

CNN 11.06.2026

Schon jetzt sieht sich Trumps Regierung mit der höchsten Inflationsrate seit drei Jahren konfrontiert. Das hat zu einem deutlichen Rückgang seiner Zustimmung unter Wählern geführt und bei Republikanern die Sorge vor umfangreichen Verlusten bei den Zwischenwahlen verstärkt – Verluste, die dazu führen könnten, dass sie die Kontrolle über eine oder beide Kammern des Kongresses verlieren. [….] [….]

(FR, 12.06.2026)

Bitte immer weiter so, Trump!

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