Dienstag, 16. Juni 2026

Der Weltzerstörer.

Da gibt es eigentlich keine zwei Meinungen mehr:
Obamas Irandeal, der Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), von 2015, gemeinsam ausgehandelt von den fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitgliedern, der EU und Deutschland mit dem Iran, erforderte enorm viel Expertenwissen und war besonders bedeutend, weil es sich nicht nur um Absichtsbekundungen handelte, sondern ein Überprüfungsmechanismus implementiert wurde.

Völlig überraschend konnten Trumps Golf-Kumpel und sein Schweigersohn NICHT innerhalb von 24 Stunden in Pakistan einen viel besseres Abkommen erzielen.

US-Präsident Trump kündigte den JCPOA 2018 aus drei Gründen:

Erstens, weil er wahnsinnig dumm ist.

Zweitens weil er rasend vor Eifersucht, manisch jeden Erfolg Obamas zerstören muss.

Drittens, weil er ein Rassist ist, der einem schwarzen Präsidenten seine eingebildete „White Supremacy“ beweisen will.

Unnötig zu erwähnen, aber selbstverständlich richtete der orange Verbrecher damit ein Desaster an.

Aber, es gibt kein Desaster, das Trump nicht noch wesentlich verschlimmern könnte. Und so griff er gemeinsam mit seinem kriminellen Kumpel Bibi Netanjahu den Iran an. Er diagnostizierte mehrfach die totale Vernichtung der Iranischen Waffensysteme, das Ende der Iranischen Atompläne, eine Übergabe des waffenfähigen Urans an die USA und einen Regimechange.

Er erreichte schließlich, das diametrale Gegenteil, weil die Trump-Administration, im Gegensatz zu den vorherigen US-Regierungsmannschaften, über keinerlei Expertise verfügt, ja nicht einmal die Geographie kennt.

[….] »Fußweg nach Iran möglich« Trump verortet Katar völlig falsch

Donald Trump erklärt dem Emir von Katar die »gefährliche Position«, in der sich dessen Land befinde. Nur hat er keine Ahnung, wo genau es liegt. Es ist nicht der erste geografische Fehltritt des US-Präsidenten.

US-Präsident Donald Trump führt Krieg in Nahost, doch seine geografischen Kenntnisse in der Region sind mindestens mangelhaft: Erneut verortete er den Staat Katar am Persischen Golf fälschlicherweise als Nachbarland Irans mit gemeinsamer Landgrenze. »Sie können direkt über die Grenze gehen, also sind Sie in einer viel gefährlicheren Position«, sagte Trump zu Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian.

Von Katar aus könnte man nach Iran »buchstäblich laufen«, sagte Trump. Von »jedem anderen Ort« müsse man nach Iran fliegen, nur von Katar aus sei der Fußweg möglich.

Katar ist eine Halbinsel am Persischen Golf, die nur an Saudi-Arabien grenzt. Der Rest des kleinen Landes ist von Wasser umgeben. Die Luftlinie nach Iran beträgt an der schmalsten Stelle, getrennt vom Persischen Golf, etwa 200 Kilometer. Iran grenzt unter anderem an den Irak, die Türkei, Afghanistan und Pakistan. [….] Trump hatte schon vor und während seiner ersten Amtszeit als US-Präsident mit Fehlern und Ausrutschern in Geografie für Gesprächsstoff gesorgt. Belgien bezeichnete er einmal als Stadt, Albanien verwechselte er mit Armenien und das afrikanische Namibia nannte er »Nambia«.  [….]

(Spon, 16.06.2026)

Die Weltgegend rund um den Iran spielt allerdings auch gerade gar keine Rolle für die USA.  Man kann wirklich nicht erwarten, dass sich ein US-Präsident damit beschäftigt, wo der Iran liegt und welche Nachbarländer er hat!

Selbstverständlich kannte auch niemand die strategische Bedeutung der Straße von Hormus und so schickte der Iran die Ökonomien der Industriestaaten auf Talfahrt, hob die Energiepreise in den USA auf solche Höhen, daß Trump im tiefsten demoskopischen Keller hockend, vor der Teheraner Führung auf die Knie fiel und ihnen alles gab, wovon sie vorher kaum zu träumen wagten.

[….] Trump kapituliert: Sein „Iran-Deal“ ist nicht nur für Israel ein Debakel[….] Die USA und der Iran haben eine eineinhalbseitige Absichtserklärung unterschrieben. Um diese zu erhalten, musste der US-Präsident viele Zugeständnisse machen. [….] Donald Trump hat (scheinbar) mit einem ersten Iran-Deal ein Problem gelöst, das er selbst verursacht hat: Die Straße von Hormus soll wieder für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werden. Das wäre eine Voraussetzung, damit der Öl-Preis in den kommenden Monaten weltweit wieder fallen kann.

Doch alleine für diese vage Zusicherung (Teheran behält sich weiter vor, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen zu erheben) musste der US-Präsident unglaubliche Zugeständnisse machen, der in seinem Wahn ursprünglich „nichts anderes, als die bedingungslose Kapitulation” des Iran akzeptieren wollte. Nun geben die USA sofort zwölf Milliarden an eingefrorenen iranischen Geldern frei, und während der für drei Monate geplanten Verhandlungen noch einmal denselben Betrag. Dazu kommt ein „Wiederaufbaufonds” von 300 Milliarden Dollar, den aber nicht die USA, sondern die mit den USA verbündeten Golfstaaten bezahlen sollen, wie Vize-Präsident JD Vance erklärte. Der Iran müsse sich dafür aber an seine „Verpflichtungen” halten. Die USA haben für Trumps Krieg bisher etwa 70 Milliarden Dollar ausgegeben. [….] Statt also die Chance zu nutzen, das mittelalterlich-religiöse Regime in Teheran zu beseitigen – wie es Trump einst auch den Iranern versprochen hat – werden die Mullahs erst einmal mit Sanktionserleichterungen belohnt. [….] Über das ballistische Raketenprogramm der Mullahs wird noch nicht einmal verhandelt. Und auch ein mögliches Atomprogramm – einer der Gründe für den Beginn des Kriegs – kommt in der Vereinbarung kaum vor[….]

 Trump hat den Mullahs Werkzeuge an die Hand gegeben, die sie vorher gar nicht hatten. Das macht sie in der Region mittelfristig mächtiger, als sie es je waren. Dazu kommt: Trump zerrüttet – ähnlich wie in Europa – die Bündnisse in der Region. Dass die USA die Golfstaaten nicht wirklich militärisch schützen konnten, konnte jeder sehen. [….]

(Christian Burmeister, 16.06.2026)

Trump reißt Bibi gleich mit den Abgrund. Der selbsternannte größte Freund Israels, hat Israel brutal geschadet durch seine Doofheit.

Bernd Dörries, SZ, 16.06.2026

[….] Das Abkommen der USA mit Iran wird in Israel als Katastrophe gesehen. Die Partnerschaft zwischen Netanyahu und Trump ist wohl beendet. [….]  Netanyahu steht als Verlierer da. Als Größenwahnsinniger, der den Nahen Osten neu gestalten wollte, es aber nicht mal schaffte, seinen Partner Donald Trump bei der Stange zu halten. [….] Das Regime in Iran dagegen steht gestärkt da; es hat von den USA Konzessionen erpresst. Im Gegenzug für die Öffnung der Straße von Hormus darf es, sobald die Vereinbarung tatsächlich in Kraft tritt, wieder sein Öl verkaufen, erhält eingefrorene Vermögenswerte zurück. Fast vergessen scheint, dass das Regime gerade noch als Paria galt, nachdem es Tausende Demonstranten ermordet hatte. [….] Schon jetzt kann man also sagen: Netanyahu hat das Versprechen nicht erfüllt, die Gefahr einer iranischen Atombombe langfristig zu bannen. [….] Ein Kollateralschaden ist zudem die Allianz zwischen Israel und den USA. Trump hat sich bei der Aushandlung des Abkommens über den Widerstand Israels hinweggesetzt und offenbar sogar den Libanon in die Waffenruhe eingeschlossen – was Netanyahu bis zuletzt zu verhindern versuchte. [….] In Israel ist die Meinung über das zwischen Iran und den USA geschlossene Abkommen einhellig: Eine »Katastrophe« sei es, eine »totale Kapitulation«, ein »strategischer Tiefpunkt«, eine »Gefahr für Israels Sicherheit«. »Schlechter Deal« lautete am Sonntag die Schlagzeile der Tageszeitung »Yedioth Aharonoth«. Der Journalist und Netanyahu-Lautsprecher Amit Segal zitierte einen anonymen »sehr hochrangigen israelischen Offiziellen«, üblicherweise ein Codewort für den Premier, bereits am Freitag mit den Worten: Der Deal sei »Shit«.[….]  

(Juliane von Mittelstaedt, 16.06.2026)

Der ökonomische Zwerg Iran gewinnt gegen den planetaren Primus USA.

Trump setzt seine allergrößte Macht ein; das US-Militär, und holt sich von dem Paria-Staat am Golf eine blutige Nase ab. Immerhin dienen die Fälle Kanada und Grönland/Dänemark, sowie jetzt auch der Iran, als Beispiel, wie man mit dem irrlichternden senilen US-Präsidenten umgeht: Mit Widerstand und Härte.

[….] Das Fiasko in Iran verändert den Blick auf Trump. [….] Das angekündigte Abkommen zwischen Teheran und Washington ist höchstens ein Kompromiss. Der US-Präsident hatte keine andere Wahl mehr. Für die Europäer könnte darin eine Chance liegen. [….] [….] Trump hasst ja bekanntlich solche Gipfeltreffen: zu viele Leute, zu lange Gespräche, alles zu multilateral. Er muss also bei Laune gehalten werden, sonst reist er wieder ab – oder er reist gar nicht erst an. Die Franzosen haben deshalb unter anderem den Klimawandel aus dem Gipfelprogramm genommen: Den mag Trump nicht. Entwicklungshilfe mag er auch nicht, darum ließ man auch die weg.

Alle nehmen dieses infantile Gehabe des mächtigsten Mannes der Welt hin. Weil er eben der mächtigste Mann der Welt ist und sich auch so aufführt. Den soll man nicht brüskieren, dem widerspricht man nicht einmal, wenn er lügt. Trump behauptet jetzt, dass sein Rahmenabkommen mit Iran ein großer Erfolg sei, ein Sieg, ganz fantastisch. Er behauptet, sein Abkommen sei viel besser als das „schreckliche Abkommen“, das damals, 2015, „Barack Hussein Obama“ unterzeichnet habe und das den Iranern angeblich den Weg geöffnet hätte zur Atombombe. [….] Trump bleibt Trump, und Einsicht ist nicht seine größte Tugend. Aber vielleicht hört jetzt das jämmerliche Hofieren auf. Es bringt ohnehin nichts. [….]

(Oliver Meiler, 16.06.2026)

Einer allerdings begreift es nicht. Unser Fritze.

Der Bundeskanzler nimmt coram publico Anlauf, um tief in Trumps Anus zu tauchen. Man kann es kaum ertragen, die Bilder zu sehen. Zum Mitschämen, der Sauerländer Simpel.

[….] Die Szene hat großes Fremdschampotenzial. Sie spielt sich am Dienstagvormittag beim G7-Gipfel ab, in Évians-les-Bains, gelegen in Frankreich, am Südufer des Genfer Sees. [….] Gerade hat Donald Trump den Saal betreten, nun drängen sich die Händeschüttler um den US-Präsidenten. [….] Als die anderen von Trump ablassen und sich zu ihren Plätzen begeben, nähert sich Merz noch einmal, fasst Trump am Arm und holt dann rasch aus einer Aktenmappe einen flachen Gegenstand, eingewickelt in Papier. Es ist das Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft, auf dem Rücken beflockt mit dem Namen Trump und der Nummer 47. Weil Trump der 47. Präsident der USA ist. Nachdem er bereits der 45. war. Es soll ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk sein, Trump ist gerade 80 geworden.

Merz steht da also und hält Trump das Trikot hin, wie ein Kellner dem Gast im Restaurant die Weinflasche präsentiert. [….] Trump nickt gnädig und gibt Merz die Hand. Dann nimmt er das Trikot und bedeutet Merz, er solle noch kurz bleiben, um für Fotos zu posieren.

Trump bleibt sitzen und hält die Rückseite des Jerseys für die Kameras hoch. Merz steht daneben, eine Hand auf der Rückenlehne von Trumps Stuhl, und nickt eifrig. Wie der Klassenstreber, der dem Lehrer ein Geburtstagsgeschenk überreicht hat, bezahlt vom eigenen Taschengeld.

Dann ist zumindest diese Szene vorbei. Doch der Gipfel der Schmeichelei geht weiter. [….] Und Merz? Mit einer Mischung aus Unterwürfigkeit und Geduld hatte er es erstaunlich lang geschafft, einen einigermaßen guten Draht zu Trump zu halten – bis er sich beim Besuch einer Schule despektierlich über Trumps Irankrieg ausließ [….] und damit Trumps Zorn erregte: Merz wisse nicht, wovon er rede, kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht gehe. [….] Zumindest kann man es als gutes Zeichen werten, dass Trump das Deutschlandtrikot vor die Kameras hielt. [….]

(SPON, 16.06.2026)

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