Montag, 26. Dezember 2016

CDU-Lügerei



Das ist eigentlich ziemlich dämlich.
Wann immer eine leichte Flunkerei, eine Falschmeldung, eine gefakte Newsmeldung oder eine bewußte Lüge zur Sprache kommt, sagt jeder einmal „postfaktisch“, man freut sich über die eigene Kenntnis dieses Neologismus‘ und die Angelegenheit ist erledigt.

„Postfaktisch“ im Trumpschen Sinne, ist aber das was ich seit sechs Jahren als „Post Truth Era“ in Bezug auf die US-Republikaner benenne.
Willkürliche Lügen, um Wählerstimmen zu generieren, sind ein alter Hut. Mit Postfaktizität ist aber gemeint, daß man keine Mühe mehr aufwendet, um die Lüge zu tarnen, weil das Auditorium a) viel zu ungebildet ist die Lüge zu durchschauen und es b) so stark ideologisch verzerrt denkt, daß es denjenigen, die Lügen enttarnen ohnehin nicht glaubt.

Die Teaparty agiert schon seit der Präsidentschaft Obamas auf diese Weise.
Trump perfektionierte die Methode, indem er so massiv und kontinuierlich log, daß er damit nicht nur in seinem ureigenen rechts-rassistischen Biotop reüssierte.
Da ihm auf großer Bühne immer mit dem Vorwurf er sei ein Lügner begegnet wurde, wurden diese Klagen langweilig. Die „Mainstreammedien“ wollten nicht mehr wie eine Platte mit Sprung klingen. News-Sender können schließlich nicht immer alte Hüte verkaufen.
Man sendete fürderhin Trump im O-Ton und ohne Factchecks, da es in der Medienwelt common sense war, es mit einem Lügner zu tun zu haben.
So erlebten die mäßig an Politik Interessierten beim zufälligen Hineinzappen einen unkommentierten Donald Münchhausen und hielten das für authentisch.
Und selbst wenn die innerparteilichen und demokratischen Gegner ihn der Lüge bezichtigten, so war das definitiv weniger unterhaltsam als die immer neuen Absurditäten Trumps.

Post-Truth-Era/Postfaktizismus heißt also, daß man mit Lügen politisch erfolgreich ist, sich aber keinerlei Mühe mehr beim Lügen gibt.

Es ist aber selbstverständlich ein großer Irrtum zu glauben, daß früher nicht in der Politik gelogen wurde, daß man früher nicht irreale Stimmungen genutzt hätte.

[….] Nichts an dem Wort "postfaktisch" ist schlauer als das morgendliche Kopfschütteln und "Alles Trottel"-Murmeln, wenn im Radio die Nachrichten kommen. Das Wort des Jahres mag das Wortnachschubbedürfnis derer stillen, die gerne "exorbitant" statt "doll" sagen, aber so viele sind das ja auch wieder nicht. Für etwas anderes ist das Wort "postfaktisch" nicht gut.
Es ist sogar schädlich, weil sich in ihm die selbstmitleidige Hybris derer spiegelt, die glauben, es gäbe eine tapfere Minderheit von Wahrheitskriegern, die mit nichts als der ehrenvollen Waffe der nackten Wahrheit kämpfen. [….] Wer glaubt, wir befänden uns in einem postfaktischen Zeitalter, ignoriert zumindest ganz postfaktisch die Tatsache, dass es in der Politik immer schon um Dinge ging, die nicht einfach "wahr" oder "falsch" sind, sondern sehr viel mit Emotionen zu tun haben.
Angst, Enttäuschung, Hoffnung, Wut, Solidarität, Sehnsucht, Rache- und Sicherheitsbedürfnisse sind alle ziemlich subjektive und doch wirksame Dinge. Sie alle haben seit jeher Politik am Laufen gehalten, und zwar am Laufen in einem grundlegenden Sinne und nicht in dem Sinne, dass ein paar rationale kühle Köpfe vor einer Horde dämlicher Zombies weglaufen, die Fake News auf Facebook gelesen haben.
[….] Wissen Sie noch, damals, als wir vor den Wahlen noch die Parteiprogramme aller zur Wahl stehenden Parteien durchgearbeitet haben? Als wir alle Zahlen und Begriffe, die uns in den Nachrichten irgendwie verdächtig vorkamen, in dicken Enzyklopädien und verzweigten Archiven nachschlugen, um zu verifizieren oder zu widerlegen, was geht? Wissen Sie noch? Ich auch nicht.
[….] Wenn man sich durch die politische Ideengeschichte liest, verbringt man viel Zeit damit, Leuten dabei zuzusehen, wie sie sich Dinge entweder schönreden oder wie sie an der Dummheit oder Verlogenheit der anderen verzweifeln. Rationalität und wasserdichte Faktenkenntnis waren nie die primären Merkmale von Politik oder der allgemeinen Mentalität. Die Vertreter des Positivismus haben versucht, eine solche Weltsicht zu etablieren - und entsprechend bekannt ist diese Denkrichtung heute: Keine Sau kennt sie. [….]

Springen wir einmal rund 15 Jahre zu den großen CDU-Spendenskandalen zurück.


CDU, CSU und FDP verhielten sich kriminell und die erwischten Politiker logen, daß sich die Balken bogen.
Soweit war es damals schon so wie heute.



Kohl, Schäuble, Merz, Koch, Bouffier, Kanther, Kiep oder Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein wurden auch durchaus beim Lügen ertappt.

Der Unterschied zu heute war aber, daß die Aufdeckung der CDU-Lügen skandalös war. Zeitungen machten voller Empörung mit der Nachricht auf.
Es war peinlich für die Ertappten und fortan verwendeten sie sehr viel Zeit und Mühe darauf sich herauszureden, Dinge zu verdrehen und Nebelkerzen zu werfen.


Richtig schlimme Lügen konnten auch politische Konsequenzen haben.
1987 wurde CDU-MP Barschel wegen seiner heftigen Lügereien abgewählt und der Lügner Wolfgang Schäuble verlor deswegen den Parteivorsitz.

Das bedeutet aber keineswegs, daß vor der Erfindung des Begriffs „postfaktisch“ enttarnte Lügen immer das Karriereende waren.

Den meisten Unions-Lügnern gelang es politisch zu überleben. Der Großlügner Roland Koch amtierte von 1999 bis 2010 als Ministerpräsident und wurde auch dann nicht wegen seiner langen Nase abgewählt, sondern hatte einfach keine Lust mehr von Merkel im Bund blockiert zu werden.


Wolfgang Schäuble war da schon längst wieder allseits beliebter Bundesminister.

Im Jahr 2016 hat man sich einfach an die immer dreisteren Lügen gewöhnt.
Typen wie de Maiziere, Schäuble und insbesondere Frau von der Leyen, die regelrecht allergisch gegen Fakten ist, lügen fröhlich vor sich hin und werden trotzdem kontinuierlich von den meisten Journalisten als hochseriöse und kompetente Politiker verkauft.

Die Neologismen „Fakenews“ und „postfaktisch“ beziehen sich im bundesrepublikanischen Diskurs des Jahres 2016 eher auf die AfD, obwohl CSU-Politiker kaum weniger dreist Lügen über Flüchtlinge verbreiten.

Die Abstumpfung ist enorm. Maischberger, Will und Co laden ständig die AfD- und CSU-Lügenkönige ein und überlassen ihnen devot kostenlose Werbezeit.
Es ist höchst unglaubwürdig, Postfaktizität zu beklagen und „von der Politik“ Maßnahmen gegen Fakenews zu verlangen, wenn die Presse selbst nicht endlich zum Angriff übergeht.
Wann immer ein Gauland, ein de Maizière, eine Petry oder ein Söder öffentlich lügt, muß das Schlagzeilen geben. Es muß dem phlegmatischen Urnenpöbel eingehämmert werden. De Maizière lügt. In Versalien bitte.


Die Worte „Unwahrheit, Lügner, faktenwidrig“ müssen in jedem Artikel mit dem Namen des Delinquenten so konsequent verknüpft werden, daß etwas hängenbleibt.


Konservative Wähler haben generell eine sehr viel höhere Toleranzschwelle gegenüber Lügen.
Außerdem ist die Kanzlerin und CDU-Parteivorsitzende außerordentlich Lügen-tolerant. Sie stand öffentlich von der Leyen, de Maizière und selbst dem Megalügner von und zu Guttenberg bei.
Sozis würde eine Postfaktizität-Konzentration wie de Maizière oder von der Leyen niemals verziehen werden.



Sonntag, 25. Dezember 2016

Bewiesenermaßen falsch.



Diese Weltuntergangssekten sind irgendwie lustig.
Jedes Mal, wenn ein vorhergesagter Termin verstreicht, sind sie als Lügner enttarnt. Da solchen Endzeitpropheten über keinerlei Glaubwürdigkeit verfügen, werden ihre Prognosen selbstverständlich nicht mehr ernst genommen.
Sie schaffen es gar nicht mehr in die normalen Nachrichten, sondern finden nur noch in der Yellowpress statt.

Es ist allerdings unverständlich wieso einige dieser Sekten voller falscher Propheten immer noch allgemein ernst genommen werden.
Man nehme nur die Katholische Kirche.
Was haben unfehlbare Päpste schon für sagenhaften Unsinn von sich gegeben.
Erst war die Erde eine Scheibe, dann wurden diejenigen verbrannt, die den Geozentrismus in Frage stellten und die blasphemische Behauptung eines heliozentrischen Weltbildes aufstellten.
Die RKK weiß auch, daß man Kinder schlagen muß, daß Frauen nicht in der Öffentlichkeit sprechen dürfen, daß Jesus die Sklaverei für eine prima Sache hielt. Die RKK hält bis heute an Lateinischen Zahlen fest, aber man vergisst, daß auch Anordnung der Kirche Benutzer arabischer Zahlen auf den Scheiterhaufen kamen, weil nach ihrer Ansicht die Null die Zahl des Teufels war. Ehebruch gehörte bestraft, unehelich geborene Kinder den Eltern weggenommen, Linkshänder verprügelt, Juden bei Pogromen massakriert und Schwule dürfen genau wie Frauen bis heute nicht Priester sein.

Es gibt ganz Bibliotheken über die Irrtümer der Kirche.
Insbesondere die massive Amoral der RKK ist seit Jahrhunderten hinreichend bewiesen.

Kann man nicht endlich damit aufhören in seriösen Medien immer noch über Papst und Bischöfe zu berichten?
Diese misogynen Herren in ihren bunten Tuntenkostümen sind ein Fall für die Klatschpresse.

Zu Weihnachten heißt die erste Meldung in den großen Nachrichtensendungen aber wieder einmal, der Papst bete und segne.

Das Konzept des Gebets ist an sich so absurd, daß man es gar nicht erst ausprobieren muß.
Man betet zu einem Gott, der allmächtig ist und alles vorausbestimmt.
Wenn aber ohnehin alles bestimmt ist, braucht es auch keine Gebete mehr.
An die Allmächtigkeit des guten Mannes im Himmel glauben noch nicht mal die Gläubigen. Daher bitten sie in Gebeten auch nie um Wünsche, deren Erfüllung nicht wenigstens im Bereich des zufällig möglichen liegt.
Man betet zwar für die Heilung von Krebs (es gibt tatsächlich Spontanremissionen), aber fleht Gott nicht an, ein amputiertes Bein nachwachsen oder einen Toten wieder auferstehen zu lassen.
Ein Allmächtiger könnte das, aber so sehr glauben selbst Hardcorereligioten nicht, daß sie etwas physikalisch Unmögliches erbitten.


Aber auch wenn wir uns die Gebete für das theoretisch im Bereich des Möglichen ansehen, erkennen wir die Unsinnigkeit des Konzepts.
Selbst der Vizegott persönlich, sein Stellvertreter auf Erden, ist ganz offensichtlich nicht in der Lage durch Gebete das geringste bißchen zu erreichen.

Jedes Jahr dieselbe Leier der päpstlichen Gebete für den Weltfrieden.

Papst Franziskus hat in Rom den Segen Urbi et Orbi gespendet und in seiner Weihnachtsbotschaft zu Frieden in aller Welt aufgerufen. Zugleich gedachte er der Opfer von Krieg und Terror.
[…..] Auch auf den Terror in Europa ging Franziskus in seiner Weihnachtsbotschaft ein. Ausdrücklich bat er um Frieden für jene, "die verletzt wurden oder einen geliebten Menschen verloren haben durch grausame Terrorakte, die im Herzen vieler Länder und Städte Angst und Tod gesät haben".
[…..] Vor der Weihnachtsbotschaft hatte Franziskus am Heiligen Abend bereits eine Christmette im Petersdom gefeiert. Dort appellierte er an die Gläubigen, bei der Feier der Geburt Jesu Christi an das Leid der Kinder zu denken, die vor Bomben fliehen oder in Booten flüchten müssen. […..] (DIE ZEIT, 25.12.16)

Ist es nicht wirklich überflüssig diesen papalen Großunsinn journalistisch zu begleiten?

Hunger, Terror und Krieg sind Mist, aber beten stoppt sie nicht.
Quot erat demonstrandum.
Und quot erat expectandum.

Gegen den Hunger – noch immer verhungern täglich 10.000 bis 20.000 Kinder – könnte die steinreiche Kirche etwas tun.
In Deutschland sitzen schon einzelne Bistümer auf Milliardenschätzen – ganz zu schweigen von den enormen finanziellen Mitteln Roms.
Vom Geld trennen will sich aber auch Papst Franz nicht.
Dann lieber beten. Bringt zwar nichts, aber kostet auch nichts.


Sollen doch die Menschen weiter elend verhungern und verrecken.

Im Südsudan tobt immer noch ein Bürgerkrieg, der längst ethnische Züge angenommen hat. Vergewaltigung wird als Waffe eingesetzt. Wenn man Frauen im Südsudan berichten hört, was sie gesehen oder erlebt haben, dann könnte man ob all der Grausamkeit verzweifeln. Wie jubelten die Menschen, als der Südsudan im Juli 2011 vom Sudan unabhängig wurde. Jetzt versinkt das weite Land zunehmend in Barbarei.
[…..] Und dann Syrien: Seit Russland im Herbst 2015 militärisch eingriff, haben sich die Kräfteverhältnisse in Syrien geändert, aber einem Frieden ist das Land damit nicht nähergekommen. Zum Jahresende kapitulieren die Rebellen in Ost-Aleppo und verlassen die staubigen Trümmer der einst von ihnen kontrollierten Viertel. Es stimmt, dass zur bewaffneten Opposition auch extremistische und terroristische Gruppen gehören. Aber darf man deshalb die Zivilbevölkerung und ihre Schulen, Krankenhäuser, Bäckereien und Märkte gleich mit auslöschen, wenn man "Terroristen" angreift? […..]

Gegen Hunger und Elend in der Welt hülfe allerdings eine Enteignung der Kirchen.
Man verkaufe ihren Billionenschatz und investiere die Summe in die Welthungerhilfe.

Mit den Kirchengebäuden kann man ohnehin Sinnvolleres anfangen, wie das Beispiel England zeigt.

Churches In England Are Being Converted To Bars.
At one church, the only thing being worshipped is beer -- at another, gleaming cars are on sale. Increasingly, it seems, a different kind of conversion is taking place at Britain's churches.
Thanks to a steady decline in religion and the high costs of maintaining these historic buildings, a rising number of churches are being given new lives that may have horrified their founders. […..]

Samstag, 24. Dezember 2016

Lebensschutz à la Christ



Wenn organisierte Religioten über den Wert des Lebens orakeln, unterschiedliche Wertigkeiten definieren und schließlich zum Kampf für das ihrer Meinung nach wertvollste Leben ansetzen, ist immer Vorsicht geboten.

Was eigentlich Leben ist, welches geschützt werden muß, definieren sie ganz allein.
Tierleben gehören natürlich nicht dazu.

Amerikanische PRO-LIFE-Aktivisten sind genauso fanatisch wie die deutschen sogenannten „Lebensschützer“. Sie ordnen das Leben einer Frau oder eines Gynäkologen etwas anderem unter.
Ihr geschlossenes Weltbild ist typischerweise mit vielen anderen Ressentiments verquickt. Lebensschützer sind in Personalunion fast immer auch Homohasser oder agitieren gegen PID, Stammzellenforschung, Gentherapie für MS- oder Alzheimerkranke, Sterbehilfe und Patientenverfügungen.


Die christliche Religion bietet dabei den Leim, der die diversen Vorurteile mit der Fundi-immanenten „Wir sind besser als die“-Attitüde verklebt. Wir sind besser als die, wir dürfen mehr als die.
Sie maßen sich daher an exklusiv zu definieren was Familie ist. Uneheliche Gemeinschaften oder gemischtrassige Paare müssen nicht unbedingt dazu gehören. Schwule und Lesben sogar ganz bestimmt nicht - als ob nicht auch jeder LGBTI Eltern, Geschwister, Tanten und Cousins hätte.

Besonders grotesk agieren Lebensrecht-betonende Fundis in Bezug auf Gewalt.

Folter, Kriegseinsätze, Militär, Waffen, Todesstrafe – alle Methoden, bei denen letztendlich menschliche Leben vernichtet werden, finden ausgerechnet bei sogenannten PRO-LIFE-Anhängern signifikant mehr Zustimmung als bei Atheisten.

Christians More Supportive of Torture than Non-Religious Americans
A new Washington Post/ABC News poll finds that Americans, by a 59-31% margin, believe that CIA “treatment of suspected terrorists” in detention was justified.
A plurality deemed that “treatment” to be “torture,” by a 49-38% margin.
Remarkably, the gap between torture supporters and opponents widens between voters who are Christian and those who are not religious. Just 39% of white evangelicals believe the CIA’s treatment of detainees amounted to torture, with 53% of white non-evangelical Protestants and 45% of white Catholics agreeing with that statement. Among the non-religious, though, 72% said the treatment amounted to torture. (The poll did not break down non-Christian religions in the results.)
Sixty nine percent of white evangelicals believe the CIA treatment was justified, compared to just 20% who said it was not. (Those numbers, incidentally, roughly mirror the breakdown of Republican versus Democratic voters among white evangelicals.) A full three-quarters (75%) of white non-evangelical Protestants outnumber the 22% of their brethren in saying CIA treatment was justified. White Catholics believe the treatment was justified by a 66-23% margin.
But a majority of non-religious adults, 53%, believe the CIA actions were not justified, with 41% of the non-religious saying the treatment was justified. [….]

Ein ähnliches Bild bei der Todesstrafe in Amerika. Obwohl dort seit 1973 bisher 130 Fälle von unschuldig Hingerichteten dokumentiert sind, begeistern sich gerade die Bibelleser für das Töten anderer Menschen.


Individuals who self-identify as Protestants are somewhat more likely to endorse capital punishment than are Catholics and far more likely than those with no religious preference. More than 7 in 10 Protestants (71%) support the death penalty, while 66% of Catholics support it. Fifty-seven percent of those with no religious preference favor the death penalty for murder. [….]


In Deutschland ist man eigentlich zurückhaltender gegenüber der Todesstrafe, aber unter der Führung der christlichsten Kanzlerin aller Zeiten, weicht die Opposition zum offiziellen Töten anderer auf.
Kein böses Wort hört man aus den Reihen der zu 100% christlichen Bundesregierung zu den hunderten Todesopfern durch US-Drohnen.

De Maizière und Merkel und Seehofer und der tägliche Bibel-Hörer Söder, die alle für Parteien mit dem C im Namen stehen, finden es auch offensichtlich nicht weiter störend, daß im Jahr 2016 ein Rekordzahl Flüchtlinge im Mittelmeer verreckt ist.

Bei der Flucht über das Mittelmeer sind nach Schätzungen der internationalen Organisation für Migration (IOM) und des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in diesem Jahr etwa 5000 Menschen umgekommen. Das seien so viele wie in keinem Jahr zuvor, sagte IOM-Sprecher John Millman in Genf. "Ein trauriger Rekord." Schätzungen zufolge starben im Jahr 2015 etwa 3600 Menschen im Mittelmeer.
Zuletzt kamen nach Angaben der Organisationen am Donnerstag etwa 100 Menschen ums Leben, als zwei Schlauchboote vor Sizilien kenterten, die von Libyen nach Italien unterwegs waren. [….]

Im Gegenteil; sie tun alles dafür, um die Zahl weiter hoch zu treiben, indem für hermetisch verschlossene Grenzen gesorgt wird.

Die fromme Pfarrerstochter Merkel, die immer wieder die christlichen Wurzeln ihres Handelns betont, respektiert nicht jedes Mitglied der göttlichen Schöpfung.

2011 freute sich Frau Merkel sogar öffentlich über die widerrechtliche Tötung eines Menschen – das brachte ihr eine Anzeige ein.

[….] Ein Satz von Angela Merkel, den die Bundeskanzlerin als Reaktion auf die Tötung Osama Bin Ladens äußerte: "Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten", sagte die CDU-Politikerin am Montag.
Die Reaktion wird seither heiß diskutiert - politisch, völkerrechtlich, ethisch, moralisch. Heinz Uthmann hat die öffentliche Debatte nun neu befeuert, auf seine ganz persönliche Art: Er hat die Bundeskanzlerin angezeigt. Wegen öffentlicher Billigung eines vorsätzlichen Tötungsdelikts, strafbar gemäß Paragraf 140 des Strafgesetzbuches (StGB).
Darin heißt es im Kern: Wer eine rechtswidrige Tat öffentlich billigt, kann mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe bestraft werden. Merkels Äußerung begründe "den Anfangsverdacht einer Straftat nach § 140 StGB", schreibt Uthmann in seiner zweiseitigen Anzeige, die er am Mittwochabend bei der Hamburger Staatsanwaltschaft in den Briefkasten geworfen hat und die SPIEGEL ONLINE im Wortlaut vorliegt. [….]

Als Top-Misanthrop kann ich mich nur wundern.
Ja, natürlich wünsche ich mir abstrakt betrachtet das Ende der Rasse Homo Sapiens. Homo Sapiens ist generell zu schädlich für alle anderen Arten der Flora und Fauna.
Der Planet hätte Grund zur Freude, wenn er endlich die ekelige Infektion los wäre.


Weil ich aber selbst zu dieser Pest-Gattung* gehöre, möchte ich mir umso weniger anmaßen über das Lebensrecht anderer zu urteilen.
Es erschreckt und schockiert mich zu beobachten, wie auch Westeuropa erneut verroht.
Immer wieder wird der grausame Tod eines Individuums nicht nur achselzuckend hingenommen, sondern sogar begrüßt.

Saddam Hussein, der in seinem Loch hockte und schließlich grausam im Zuge seiner Hinrichtung zehn Minuten mit dem Tode ringend am Strick hing und dabei gefoltert und ausgelacht wurde – der fromme Christ und US-Präsident George W. Bush würdigte die Hinrichtung von Saddam Hussein als „gerechte Strafe“.

Laut des Arabien-Experten Peter Scholl-Latours wurde der frühere libysche Diktator Muammar al-Gaddafi von seinen Gegnern zu Tode gefoltert worden und dabei "mit einer Eisenstange gepfählt".


Über Osama bin Ladens Tod weiß man bis heute keine Einzelheiten, außer daß mindestens vier weitere Anwesende erschossen wurden, darunter auch ein Kind  und die Ehefrau bin Ladens.
Überfallartig wurden auch Familienangehörige gekillt und die Bundeskanzlerin freut sich?

Der fromme überzeugte Christ Charles Taylor ließ als liberianischer Präsident seinen Vorgänger Samuel Doe, der 1980-1990 an der Macht war, vor laufenden Kameras lebendig zerstückeln. Im Jahr 2009 konvertierte Taylor zum Judentum, obgleich er behauptete weiterhin Jesus Christus zu dienen.

Gestern nun wurde der Berlin-Attentäter Anis Amris erschossen und auch das wird eher freudig aufgenommen.
Grazie mille, Signori lautet die Überschrift in der SZ zum Thema.

Keiner der genannten Typen war ein netter Mensch, alle haben selbst mehrfach getötet.
Aber es widert mich an, wie selbstverständlich das Tötungstabu relativiert wird.
Weil Saddam und Osama Arschlöcher waren, dürfen wir auch Arschlöcher sein?
Da ist er wieder, der ekelhafte Rache- und Strafe-Gedanke aus dem Alten Testament. Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Für Christen mag das OK sein. Ich wünsche mir, daß Homo Sapiens diese Ideologie überwindet und zu etwas besseren als Christen wird.


* Sind wir, Homo Sapiens, eigentlich eine Art, eine Spezies, eine Rasse? Wie heißt das wissenschaftlich korrekt. Fall hier zufällig ein Biologe mitliest, wäre ich über Aufklärung dankbar.