Mittwoch, 11. März 2015

Kindergarten Kanzleramt.


König Salman von Saudi Arabien führt sein Land auf eine äußerst unsympathische Art und Weise – WENN man aus der Perspektive „des Westens“ guckt und vor 200 Jahren die Aufklärung durchlebte.
Es gibt keine Demokratie, keine Gleichberechtigung, keine Gewaltenteilung, keinen Pluralismus, kein schriftlich niedergelegtes Recht, keine Religionsfreiheit. Saudi Arabien ist ein Folterregime der übelsten Art, das zudem auch noch exzessiv die Todesstrafe für alle Aufmüpfigen anwendet.
Ungläubige oder Schwule werden dabei nicht einfach „nur“ getötet, sondern die Todesstrafe erfolgt auch noch auf möglichst bestialische Weise, wie zum Beispiel Totschlagen oder Steinigen. Da kann man geradezu von „Glück“ reden, wenn man geköpft wird.

Säße ich in der Bundesregierung könnte ich mir etwas Schöneres vorstellen als mit mitleidsfreien Mittelalter-Despoten wie Salman zu diskutieren.
Aber die BRD zu repräsentieren und zu lenken ist keine Frage von Lust und Laune.
Das Land außenpolitisch zu repräsentieren ist ein Pflichtprogramm und je grimmiger bilaterale Stimmungen sind, desto wichtiger ist es für die Außenpolitikspitzen das Gespräch zu suchen.
Mit den Freunden spricht man ohnehin immer. Diplomatie bedeutet aber eben nicht sich nur noch mit denen zu treffen, die einem ohnehin zu 100% zustimmen.

Frieden ist nicht alles – aber ohne Frieden ist alles nichts.
(Willy  Brandt)

Es geht immer darum bewaffnete Konflikte zu beenden, oder gar nicht erst entstehen zu lassen.
Es geht immer darum extremistische Taten und Grausamkeiten zu unterbinden.
Dafür gibt es nur eine gute Methode – miteinander reden.

Wandel durch Annäherung
(Egon Bahr)

Es gibt keinen Grund unterwürfig und speichelleckend nach Saudi Arabien zu reisen – so wie es buckelnd und bettelnd von einer gewaltigen US-Delegation zur Thronbesteigung Salmans vorgeführt wurde.
Es gibt schon gar keinen Grund das Horrorregime auch noch militärisch aufzurüsten und zu stabilisieren, wie es Frau Merkel und große Teile ihrer Partei wollen.
Völlig richtig ist es hingegen das Gespräch mit den hardcore-Wahabiten von Riad zu suchen, wie es Sigmar Gabriel tut.
Reden Reden Reden ist das Mittel der Wahl.

Und dann gibt es außenpolitische Zwänge, die dadurch entstehen, daß man einer Nation vorsteht, die schlimme Verbrechen begangen hat.
Willy Brandt fiel in Warschau vor Scham über die deutschen Verbrechen als deutscher Bundeskanzler auf die Knie und setzte damit nicht nur ein ungeheuer starkes diplomatisches Symbol, sondern erwies seiner Nation in einer grauenvollen Lage einen unschätzbaren Dienst.

Knalltüte Merkel ist außenpolitisch zehn Nummern kleiner als Schmidt oder Brandt.
Sie ist bestenfalls ein Totalausfall. Gelegentlich gießt sie aber auch einfach nur Öl ins Feuer.

Statt sich jetzt über die „unverschämten Reparationsforderungen“ aus Griechenland zu echauffieren, sollte Deutschland so klein mit Hut sein und die Forderungen aus Athen einfach erfüllen.
Deutschland hat während der Nazizeit eine Million Griechen getötet und das Land von 1942 – 1944 mit Zwangsanleihen belegt, die nach heutigem Wert etwa 11 Milliarden Euro betragen.
Zurück gezahlt hat Deutschland nicht. Wie peinlich!
Deutschland sollte endlich wiedergutmachen. Punkt.

Völlig unerträglich ist Merkels und Gaucks Russlandphobie, die angesichts der Jahrestage zum Weltkriegsende von 1945 immer unerträglicher wird.
27 Millionen Russen sind von Deutschen getötet worden und Merkel sagt ihr Erscheinen bei der Gedenkveranstaltung in Moskau ab.
ERBÄRMLICH!
Und das zu einer Zeit, in der es wichtiger denn je ist mit Russland alle Kontakte zu nutzen.

Ich schäme mich für diese Kanzlerin.

„Es ist falsch und verhängnisvoll, trotz Einladung zur Teilnahme an den offiziellen Feierlichkeiten am 70. Jahrestag des Sieges über Nazideutschland nicht nach Moskau zu fahren. Einen Tag später sozusagen im abgespeckten Rahmen dieses Anlasses zu gedenken mag dem diplomatischen Prozedere Rechnung tragen, macht aber diesen tiefgreifenden Fehler der Bundeskanzlerin nicht wett“, so Wolfgang Gehrcke, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Absage Merkels an der Gedenkveranstaltung in Moskau teilzunehmen Gehrcke weiter:
„Gerade weil die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau so schlecht sind wie seit der deutschen Vereinigung nicht mehr, gehört die Bundeskanzlerin am 9. Mai nach Moskau. Darüber hinaus muss endlich auch von der Bundesregierung ein akzeptabler Vorschlag unterbreitet werden, wer im Gegenzug nach Berlin eingeladen wird. Der 8. Mai in Deutschland ist geprägt von der zivilisatorisch großartigen Rede des kürzlich verstorbenen ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Für ihn bedeutete der 8. Mai die Befreiung Europas vom Faschismus, an diesem Tatbestand hat sich nichts geändert. Die Würdigung auch des russischen Beitrages verbindet sich mit der traditionellen Parade auf dem Moskauer Roten Platz. Die Absage der Bundeskanzlerin könnte auch als Beleidigung der russischen Bevölkerung verstanden werden.
Deutsche Russlandpolitik muss in diesem historischen Kontext über den Krisen der Tagespolitik stehen. Die Chance hat Merkel anders als von Weizsäcker verspielt, der seine Rede 1985, also zu Zeiten der Blockkonfrontation, hielt. Die Botschaft von Weizsäckers ist bekannt. Welche Botschaft haben Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck für die deutsche und die russische Bevölkerung? Die Antwort auf diese Frage lassen beide bis heute offen. Für DIE LINKE bleibt es dabei: Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Faschismus. Die Leistung der Sowjetunion bei dieser historischen Tat muss gerade von Deutschland gewürdigt werden. Dass die Bundeskanzlerin dies nur halbherzig und mit der größtmöglichen Distanz tut, ist historisch unangemessen und politisch kurzsichtig.“

Dienstag, 10. März 2015

Oh, ja, es geht noch viel schlimmer!



Mir fallen langsam keine drastischen Überschriften mehr ein, die noch ansatzweise dem Irrsinn der amerikanischen Politik gerecht würden.

OK, im deutschen Bundestag sitzen auch genügend Irre. Ok, in der deutschen Provinz gibt es auch genügend Rechtskonservative, für die ich mich den ganzen Tag schäme.
Aber das Gute an der GroKo ist, daß die CDU’ler viel zu minderbemittelt sind, um über ihren Tellerrand hinaus zu gucken.
Sie sind so damit beschäftigt im Berliner Kleinklein Opposition in der Regierung zu spielen, daß sie keinen ernsthaften weltpolitischen Schaden anrichten können.
Ihnen geht es nur darum den SPD-Ministern bei Frauenquote oder Mindestlohn in die Speichen zu greifen. Politischer Erfolg ist für sie nur noch das Verzögern der kleinen innenpolitischen Projekte des Koalitionspartners.
Merkel kann das egal sein.

In Amerika hieß es über viele Jahre es schade gar nicht, wenn der Kongress nicht von der Präsidentenpartei dominiert wäre. Im Gegenteil, zwinge man das Weiße Haus mit der Opposition zusammen zu arbeiten, würden extreme Auswüchse verhindert und Kompromisse zum Wohle des Landes geschlossen. So könnten alle ihr Bestes in die amerikanische Politik einbringen.

Spätestens mit der House-Herrschaft des Molchs Gingrich änderte sich das.
Der von 1995 bis 1999 amtierende Sprecher des Repräsentantenhauses gab es auf mit Präsident Clinton zusammen zu arbeiten und betätigte sich geradezu manisch damit das ganze Land zum Erlahmen zu bringen; immer darauf hoffend die Wähler würden dies dem Weißen Haus anlasten.
Dabei ging er soweit seine Nation der absoluten Lächerlichkeit preiszugeben, indem er Sonderermittler Kenneth Starr von der Leine ließ, der wiederum ein Impeachment-Verfahren gegen den amtierenden Präsidenten ins Rollen brachte, da diesem womöglich von einer Praktikantin einer geblasen wurde.

Schlimmer geht nimmer?


Doch. Schlimmer ging vor Allem, als im Januar 2009 ein Schwarzer Präsident wurde. Die kontinuierlich weiter nach rechts gerutschten Teebeutel-Republikaner steigerten sich in so einen Hass hinein, daß sie ihrem Bestreben dem eigenen Präsidenten zu schaden einfach alles unterordneten.
Staatsbankrott, außenpolitische Bauchlandungen, ökonomisches Desaster, Verelendung von Millionen – all das wird systematisch angestrebt, um Obama schlecht aussehen zu lassen.
Wenn sie könnten, würden die Cruz‘, Palins, Bachmanns und McConnells auch die Zombiapokalypse oder den nuklearen ewigen Winter auslösen, wenn dabei nur Obama verschwände.


Eine neue Dimension der totalen Obstruktion erreichen die Kongressrepublikaner jetzt damit, indem sie das letzte Tabu brechen – sie torpedieren die Außenpolitik ihrer eigenen Regierung nach Kräften. Sie spannen ausdrücklich gegen den Willen des Präsidenten und des Außenministers einen Regierungschef eines anderen Landes ein, um im Kongress die Friedensbemühungen des Oval Office mit allen Mitteln kaputt zu treten.


(………..) Bibi, der Molch und Herr Boehner drehen jetzt völlig frei, oder?
Inzwischen wird Weltpolitik, ja sogar der Frieden, den persönlichen Machtinteressen skrupellos untergeordnet.
In den letzten 70 Jahren hatte Israel nirgends auf der Welt so treue und
so wichtige Freunde wie im Weißen Haus.
Und Bibi schafft es der gesamten US-Administration so vor das Schienbein zu treten, daß alle Minister und der Präsident sowieso schreiend weglaufen, wenn er in Washington ist. Niemand will mehr mit ihm gesehen werden.
Wenn Netanjahu im Oval Office auf Obamas Schreibtisch geschissen hätte, wäre das auch kein größerer außenpolitischer Eklat, als das was er tatsächlich anstellte.

Eine Rede, gespickt mit vom eigenen Geheimdienst Mossad längst widerlegten Lügen und Übertreibungen. Und eine Rede voller Anwürfe gegen die USA, immerhin seit der Gründung Israels vor fast 70 Jahren der wichtigste Verbündete des Landes. Nancy Pelosi, demokratische Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus und bislang wahrlich nicht als Kritikerin der israelischen Politik aufgefallen, empfand die Rede als „so selbstgefällig und beleidigend“, dass sie „mit den Tränen gekämpft“ habe.
Netanjahus Auftritt habe sie „an Dr Strangelove erinnert“, meinte die bekannteste Politikjournalistin der USA, Christiane Amanpour in Anspielung auf Stanley Kubricks berühmte Kalte-Kriegs-Satire. Darin löst ein paranoider, von sowjetischen Angriffsabsichten überzeugter US-General beinahe  einen Atomkrieg aus.

Und der Grund für Bibis rasenden Hass auf Obama ist lediglich der, daß in Washington gelegentlich Vernunft einkehrt. (……..)

Wer meinte, dieser Eklat sei nun aber wirklich nicht mehr zu toppen, mußte keine Woche warten, um eines Schlechteren belehrt zu werden.
Gestern schrieben die GOPer Senatoren einen Offenen Brief an Teheran, in dem sie das Weiße Haus der Lächerlichkeit preisgaben.

[…] Dass die Republikaner dem Präsidenten innenpolitisch das Leben so schwer wie möglich machen, ist Obama seit Jahren gewohnt. In der Außenpolitik aber galt lange Zeit für beide Parteien das ungeschriebene Gesetz: Man fällt dem Oberbefehlshaber nicht in den Rücken.
Darauf nimmt die republikanische Mehrheit im Kongress keine Rücksicht mehr: Die Brandrede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ist kaum verhallt, da sorgt ein offener Brief von 47 republikanischen Senatoren für Empörung im Weißen Haus. Darin warnen die Republikaner die Führung in Teheran, dass das Atomabkommen ohne Zustimmung im Kongress jederzeit gekippt werden könne. Es sei dann eine bloße Vereinbarung, die vom nächsten Präsidenten "mit einem Federstrich" beseitigt werden könne.


[…] Sie fallen ihrem Präsidenten in den Rücken, und das auf internationaler Bühne. 47 Senatoren der Republikaner haben einen Brief geschrieben - ausgerechnet an den Erzfeind Iran. Der Inhalt: eine Abrechnung mit Barack Obama.
[…] Die 47 schreiben, ihnen sei "aufgefallen, dass Sie unser Verfassungssystem offenbar nicht ganz verstehen". Zwar verhandele der Präsident internationale Abkommen, doch ohne Ratifizierung durch den Kongress laufe nichts. Ohne Unterstützung des Parlaments könne Obama nicht mehr als ein Executive Agreement schließen, eine Art Regierungsvereinbarung. Die aber könne der nächste US-Präsident "mit einem Federstrich" aufkündigen[…].
Und zum Schluss legt die Gruppe der 47 noch Wert auf die Feststellung, dass Obama ohnehin bald nichts mehr zu sagen habe, denn dessen Amtszeit ende in zwei Jahren - "wohingegen die meisten von uns noch weit darüber hinaus im Amt bleiben werden, vielleicht Jahrzehnte".
[…] Das ist gleichermaßen eine Kampfansage an Obama als auch an Teheran. Vor allem aber ist es: Sabotage. Die Republikaner versuchen die internationale Autorität des Präsidenten auszuhöhlen, sie signalisieren den Verhandlungspartnern, dass Obama nur ungedeckte Schecks ausstellen kann. […] Richtig ist, dass der nächste Präsident ein solches Atomabkommen wieder außer Kraft setzen kann. Die Frage ist nur: Wird er - oder sie - das auch tatsächlich tun? Sollte es zu einem Deal kommen, dann handelt es sich ja nicht allein um ein bilaterales Abkommen zwischen Iran und den USA, sondern um eine vertragliche Vereinbarung zwischen Iran und der internationalen Gemeinschaft, vertreten durch die fünf Uno-Vetomächte plus Deutschland (P5+1). Und was wäre dann die Alternative? Krieg? Das will wohl keiner der 47 Unterzeichner, darunter auch potenzielle Präsidentschaftskandidaten. […]

Der Wahnsinn.
In ihrem aberwitzigen Hass auf den Nicht-Reinrassigen im Weißen Haus, nehmen es die 47 Lunatics des US-Senats sogar gerne in Kauf von den Erzfeinden in Teheran a) ausgelacht und b) über die amerikanische Verfassung belehrt zu werden.

[…] Mit ihrer Belehrung sind [die Republikaner] jedoch offenbar an den Falschen geraten. Denn auf den Brief hat jetzt Irans Verhandlungsführer Mohammad Javad Zarif geantwortet. Der Außenminister hat in den USA über internationales Recht promoviert, als Professor hält er in Teheran Vorlesungen über multilaterale Verhandlungen. Seit Jahrzehnten ist Zarif zudem Mitglied des iranischen Diplomatencorps.
Zarifs Antwort ging an Tom Cotton, den Initiator des Senatoren-Briefes. Auf Twitter, für alle Welt sichtbar, und "auf Englisch" - damit Cotton es auch ja verstehe. Zarif kanzelte dabei das Schreiben der Republikaner als "Propaganda" ab und legte seinerseits zu einer Belehrung los.
"Ich sollte die Aufmerksamkeit der Autoren auf einen wichtigen Punkt lenken, und das ist: Die Welt ist nicht nur die USA. Die Beziehungen zwischen Staaten werden vom internationalen Recht geregelt und nicht vom inländischen amerikanischen Recht." Weiter führte Zarif aus: "Ich möchte die Autoren darüber aufklären, dass es schlicht eine Verletzung internationalen Rechts wäre, wenn die nächste US-Regierung irgendeine Vereinbarung mit einem Federstrich wieder zurücknimmt, wie die Autoren prahlen." […]

Montag, 9. März 2015

Fremde in Deutschland


Forsa entscheidet offenbar darüber wo die Olympischen Sommerspiele 2024 stattfinden.
Glücklicherweise gibt es ja beim IOC, DOSB und Demoskopen nur ehrliche und seriöse Menschen, so daß wir eine Entscheidung frei von Bestechungseinflüssen erwarten können.
Nun soll sich also die Stadt um den größten Kommerzirrsinn bewerben, die am wenigsten Gegner aufweist. Das zeigten zuletzt die negativen Entscheidungen aus München und Oslo. Die Bürger haben gar keine Lust auf das Milliardenteure Spektakel.

In einer Ende Juli veröffentlichten Umfrage unter Hamburger Bürgern fanden mehr als 70 Prozent, die Ausrichtung sei zu teuer und die Stadt solle lieber in andere Projekte investieren. In beiden Städten sind ja jüngere Bau- und Finanzdesaster dauerpräsent: in Berlin der Flughafen, in Hamburg die Elbphilharmonie. In beiden lebt auch noch die Erinnerung an grandios gescheiterte Olympia-Kandidaturen: Berlin lieferte bei der Wahl für die Spiele 2000 eine kabarettreife Pannenshow, Hamburg verlor für die Spiele 2012 schon in der nationalen Vorauswahl gegen Leipzig.

Objektive Informationen über die hanseatische Olympiaplanung zu bekommen, ist gar nicht leicht, da alle Hamburger Zeitungen glühenden Unterstützer der Bewerbung sind und ausschließlich Jubelmeldungen zum Thema veröffentlichen.
Kritiker kommen überhaupt nicht zu Wort. (Watch ab 03:00)
Die proolympische PR Hamburgs ist gar nicht ungeschickt.
Daß Städte ökonomisch von der Ausrichtung solcher Spiele profitierten, ist inzwischen als Märchen enttarnt.
Stattdessen sonnen sich Hamburgs Olympiabefürworter in ihrem weltoffenen Selbstbild.
Klar, im Osten, Leipzig oder Dresden, aber auch in Berlin sind die Leute ohnehin geistig verengt und xenophob eingestellt.
Pegida beweist es und Berlin fällt schon seit Jahren durch Touristenfeindlichkeit, Pogrome gegen Schwaben und Rollkofferhetze auf.
Wir Hamburger hingegen sind traditionell durch den Hafen weltoffen und mit allen Kulturen verbunden und verquickt.
Wer würde das nicht gerne über sich hören?
Ich glaube sogar, daß es stimmt – als klassische Handelsstadt ist Hamburg mehr als alle anderen deutschen Städte an Multikulti und Exotik gewöhnt.
Da sind wir unserer Städtepartnerstadt Dresden um Meilen voraus.
Allerdings ist das noch lange kein Grund deswegen Milliarden für eine zweiwöchige Jetset-Doping-Messe rauszuwerfen.

Es wäre sinniger die Milliarden für Aufklärungskampagnen und Bildung auszugeben, so daß dem ostdeutschen braunen Bodensatz seine widerwärtige Deutschtümelei ausgetrieben wird.
Da ich von Hamburg sprach; die hiesige und hirnfreie AfD-Kandidatin Tatjana Festerling, die durch ihre Hooligan-Begeisterung von sich reden machte, hat inzwischen rübergemacht zu ihrem Idol, dem Hobby-Hitler Lutz Bachmann.
Auf der heutigen Gida-Demo in Dresden durfte die finstere Festerling sogar eine Rede halten und entwarf dort unter dem Jubel des dumpfen Mobs ihre Version von einem Wiederaufbau einer Mauer – aber „diesmal besonders hoch!“
Hinter der Mauer könnten die Deutschen dann genetisch-inzestuös ohne irgendwelche Einflüsse aus dem Ausland den deutschen Tugenden frönen.


Es geschehen noch Zeichen und Wunder!
Ja, ich stimme mit dieser Pegida-Forderung überein.
Baut eine Mauer um Sachsen, sperrt alle Gedinesen Deutschlands dahinter weg und dann bitte den Schlüssel wegwerfen.

Ach ja, und bitte nicht vergessen die CDU hinter der Mauer zu entsorgen. Die kuschelt immer mehr mit den Rechtsradikalen, die sich hinter ihrem kriminellen Führer Lutz Bachmann zusammenrotten.

[…]  Die Pegida-Sympathisanten Andreas Dietrich, Gerd Gerull, Heiko Müller, Heide Herrmann und Reiko Beil (v. l. n. r.) wollen politisch etwas bewegen. Drei von ihnen werden Ende März in Berlin Staatssekretär Friedrich Kitschelt treffen, der auch schon im Bundeskanzleramt das Referat Nord-Süd-Beziehungen leitete.
[…] Mehrere Landtags- und Bundestagsabgeordnete der sächsischen CDU unterstützen eine 14-köpfige Gruppe von Pegida-Sympathisanten. Diese versteht sich als „Scharnier zwischen den Pegida-Organisatoren und der Politik“, sie hat sich bereits mehrfach mit den christdemokratischen Politikern getroffen.
Pegida-Vereinschef Lutz Bachmann begrüßte die Dialogbereitschaft der CDU. […] Koordinator der Gespräche ist der CDU-Landtagsabgeordnete Lars Rohwer. Er sei positiv überrascht von der Pegida-Gruppe. Die könnte in ihrer Zusammensetzung zwar unterschiedlicher kaum sein, aber „wir müssen doch konstatieren, dass Pegida es geschafft hat, die Systemfrage wieder auf die Tagesordnung zu setzen,“ sagte er. […] Er bestätigte ein Treffen der Pegida-Gruppe mit sechs Dresdner CDU-Abgeordneten am 28. Januar im Landtag. Dieser Zusammenkunft folgten weitere Gespräche, unter anderem auch mit Sachsens Innenminister Markus Ulbig und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Arnold Vaatz. […]

Sonntag, 8. März 2015

Don Camillo und Don Camillo


Der Papst ist genauso wenig eindeutig Argentinier wie Obama ein Schwarzer ist.
Obama ist halb und halb, 50:50. So wie man ihn aufgrund eines Elternteil als „schwarz“ betrachtet, könnte man ihn auch aufgrund des anderen Elternteils als „weiß“ ansehen.
Der Papst-Vater José Mario Francisco Bergoglio ist Italiener und stammt aus der piemontesischen Ortschaft Portacomaro nahe Asti. Jorge Mario Bergoglio spricht italienisch als Muttersprache und hatte immer einen Italienischen Pass.
Des Papstes Verhalten auf seine vermeidlich exotische Herkunft zu schieben ist also nicht ganz richtig.

Ich meine Franzl könnte seine hemdsärmelige Art auch von seinem Vater José Mario Francisco geerbt haben.
Fußballverrückt, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und bei Meinungsverschiedenheiten gibt es gleich eins auf’s Maul.


Die Ähnlichkeiten zu Giovannino Guareschis Priesterfigur „Don Camillo“ sind sicher kein Zufall.
Guareschi (* 1. Mai 1908 in † 22. Juli 1968) gehört zur selben Generation wie Franziskus‘ Vater José Mario Francisco und wurde nur ein paar Dörfer weiter im norditalienischen Fontanelle di Roccabianca geboren.
Wie in den Don Camillo und Peppone-Romanen prägten auch die Bergoglios die Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Faschisten.

Don Camillo Tarocci und Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, sind in den Guareschi-Büchern in einem fiktiven Dorf in der norditalienischen Po-Ebene angesiedelt. Sie kennen sich durch ihre Partisanenzeit und dem gemeinsamen Kampf gegen die Mussolini-Faschisten.
Nach dem Ende des rechtsradikalen Regimes ringen sie maximal ruppig um die sozialen Fragen des verarmten Dorfes.

Franzikus benimmt sich ganz ähnlich, wenn er lustig daher plaudert, wie er jemand umrockern würde, der seine Mutter beleidigt oder freudig erregt erzählt wie schön es ist Kinder zu schlagen.


Ein Satz heiße Ohren war auch immer das Rezept von Giovannino Guareschis Don Camillo.

Italien eben.

Don Massimiliano Pusceddu, Exorzist und Kaplan der italienischen Staatspolizei, ist ebenfalls ein Mann nach Bergoglios Zuschnitt. Als ehemaliger Italienischer Boxchampion ist er es wirklich nicht gewöhnt die andere Wange hinzuhalten, sondern teilt ordentlich mit den Fäusten aus.
So ein kampferprobter Geistlicher eignet sich natürlich am besten dazu, auch in vorderster Front den Kampf gegen Satan und seine Dämonen aufzunehmen.

 Der Teufel lauert immer und überall. Da muß man sich zu helfen wissen.
Massimiliano Pusceddu:

"Es muss erst einmal eines klar gestellt werden: wenn man mit dem Teufel zu tun hat, gibt es nichts zu scherzen. Deshalb hat die Aufmerksamkeit der Kirche dem Bösen gegenüber nie nachgelassen.“
[…] Seit einiger Zeit werden innerhalb der katholischen Kirche wieder mehr Exorzisten ausgebildet und eingestellt. Das gilt vor allem für italienische Diözesen. Erst kürzlich wurden in der Diözese Neapel drei neue Exorzisten ernannt. In Mailand waren es sogar sechs neue Teufelsaustreiber auf einmal. Ähnliche Zahlen kommen auch aus zahlreichen anderen italienischen Diözesen. Insgesamt sind in ihnen mehr als 250 ausgebildete Exorzisten im Einsatz. Vor einigen Jahren war es nur die Hälfte.
Gabriele Amorth weiß, warum das so ist. Der 88-jährige Priester, der heute in einem römischen Altersheim lebt, gilt immer noch als Doyen der katholischen Exorzisten. 1990 gründete Amorth, der nach eigenem Bekunden rund 50.000 Teufelsaustreibungen vorgenommen hat, die Internationale Exorzistenvereinigung:
"Es gibt ja auch Parawissenschaften und die Kirche hat diesen Aspekt viel zu lange ausgeklammert. Es gab eine Zeit, die gar nicht mal so lange zurückliegt, da hat die katholische Kirche alles, was mit Exorzismen zu tun hatte, ins Abseits stellen wollen. Das hat sich radikal geändert. Vor allem unter Benedikt XVI. hat sich die Idee eines quasi wissenschaftlichen Umgangs mit Teufelsaustreibungen in der Kirche durchgesetzt. Es ist eine - sagen wir - moderne Vorstellung von Exorzismus."
[…] "Heute findet sich der Teufelskult an immer mehr Orten in der Gesellschaft. Sogar im Kirchenstaat. […]  Italien weist mit über 500 Satanssekten eine besonders hohe Anzahl solcher Gruppierungen in Europa auf. […]

Und wie kommt der Teufel zu den Menschen?
Durch das Weib! Weil es schwach um Glauben ist!
Das hat schon Heinrich Kramer im Malleus Maleficarum (Hexenhammer) bewiesen.

Als Polizeikaplan Pusceddu Ende letzten Jahres zu einem Ehekrach in seiner Pfarrei Vallermosa gerufen wurde, zog er gleich die Knarre und hielt den Streitenden den geladenen Revolver an den Kopp.

Weil er einen Ehestreit mit der Pistole geschlichtet haben soll, ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft gegen einen katholischen Priester auf Sardinien.