Sonntag, 5. Juni 2016

Wochenendenttäuschung



Wenn man so viele Zeitungen liest wie ich, wird es auch zur abendfüllenden Beschäftigung sich über „den Journalismus“ zu ärgern.
Ich kann es nicht leiden, wenn man mit Déjà-vus konfrontiert wird, denkt daß man den Artikel doch kürzlich schon mal gelesen hat und dann mit etwas Grübeln feststellt, daß der SZ-Mann einfach nur das wiedergegeben hatte worüber zwei Wochen zuvor schon Newsweek ausführlich berichtete.

An dieser Stelle fragen mich dann die usual suspects wieso ich überhaupt so viel Geld für die Printabos ausgebe; man könne doch auch online alles lesen.

Aber das ist eben genau falsch. Da es über Twitter, Facebook und Co eine so gewaltige Menge von Informationen gibt, die ungefiltert durch die Welt sprudeln, ohne daß sich die Multiplikatoren noch die Mühe geben die Quelle zu prüfen, tauchen auch all die Enten von Kopp, DWN, RT oder Focus Online auf dem Schirm auf.
Um sich dieser gewaltigen Meldungsflut zu erwehren, schränkt jeder Internetler seine Zuträger ein.
Und dazu juckt es auch in den Fingern.
Wenn Anne Will, wie jetzt im Moment den Rassisten Gauland und den Pegida-Freund Prof Patzelt den roten Teppich ausrollt (dieses Jahr hatte sie zweimal Trixi Storch und einmal Frauke Petry ebenfalls schon eingeladen), kann man das völkische „Man wird doch wohl nach sagen dürfen….“-Twitterfacebook-Rauschen kaum ertragen und möchte solche Stimmen nur noch blockieren.
Pegidioten verfahren genauso und werden Meinungsäußerungen von Linken und Grünen abknipsen.

Am Ende befindet sich jeder in seiner selbst kreierten Informationsinzestblase, in der alle gleich denken.
Man gewöhnt sich schnell daran, daß alle anderen Multikulti genauso hassen wie man selbst und glaubt tatsächlich beim Abfackeln einer Flüchtlingsunterkunft nur den Willen der Mehrheit exekutiert zu haben.

Umgekehrt denken die Linken, daß Trump und Seehofer von jedem genauso verachtet werden, wie man sie selbst verabscheut.
Norbert Hofer. Was für eine verlogene Witzfigur. Den kann ja keiner wählen.
Bis dann das böse Erwachen am Wahlabend kommt, in Bayern schon wieder die CSU mit absoluter Mehrheit regiert, die FPÖ um ein Haar die 50% erreicht und an den 08.11.2016 will ich gar nicht denken.

Diesen Informationsinzest gilt es also zu vermeiden und dafür ist der klassische professionelle Journalismus unabdingbar.
Die gatekeeping-Funktion muß jemand ausfüllen.
Bestes Bespiel dafür sind die „Panama-papers“ mit einem Umfang von 11,5 Millionen Dateien, also 2,6 Terabyte = 2,6 Millionen Megabyte.
Es ist nicht möglich sich selbst ein Bild zu machen, wenn überall in der Welt einzelne Sätze als Originalzitate kursieren.
Es erfordert vielmehr eine große Anzahl Profi-Journalisten, die über eine lange Zeit das gesamte Material sichten und dann objektiv darüber berichten.

Man kann ebenso wenig alle Gesetzesentwürfe des Bundestages selbst lesen, alle Bundestagsdebatten-Protokolle nachlesen und jedes Parteiprogramm analysieren; zumindest nicht, wenn man es nicht hauptberuflich tut.
Man ist auf Journalisten angewiesen. Journalisten müssen gut bezahlt werden, weil sich ihre zeitaufwändige Arbeit sonst nicht lohnt.
Schlecht bezahlter Journalismus wird zu schlechtem Journalismus, weil unter Zeit- und Gelddruck statt der teuren und zeitraubenden Dokumentarabteilung nur das billige, schnelle Wikipdedia zum Factchecking verwendet wird.
Investigative Recherche bedeutet eben nicht googlen, wie man es für Blogs tun kann, sondern hinfahren, persönlich ansehen, selbst nachfragen.

Schließlich muß man als „User“ seinen Journalisten vertrauen.
 Das ist ein langwieriger Prozess, bei dem es gerade nicht darauf ankommt jemand zu finden, der das schreibt, was man gern hört.
Man muß die Autoren, Kolumnisten und Reporter gut kennen und sie gewissermaßen durch Kollegen anderer Presseorgane immer wieder eichen.
Es ist wichtig die Journalisten, auf die man sich verlässt auch bis zu einem gewissen Grad als Persönlichkeit einschätzen zu können.
SZ-Autor Matthias Drobinski ist sicher ein honoriger Mann, der nicht auf den Kopf gefallen ist, aber man muß wissen, daß er ein frommer und überzeugter Katholik ist und seiner Kirche nie so objektiv gegenüberstehen wird, wie er es als Kirchenjournalist eigentlich sollte.

Gerade in den letzten Wochen hatte ich verstärkt das Gefühl, der klassische Qualitätsjournalismus besinne sich mehr auf die eigenen Stärken, statt im flachen Gezwitscher mitzuspielen.

Richtig auffallend wie oft die viel kritisierten Jungs von SPON wirklich sehr gute und nachdenkenswerte Kolumnen online stellten.
Popp, Augstein, Pitzke und Diez fabrizieren jede Menge Texte, die ich gerne und überzeugt weiterempfehle.

Journalistisch hätte eigentlich ein schönes Wochenende vor mir liegen sollen, als ich gestern die Titelgeschichte des SPIEGELs über das zerrüttete  Verhältnis zwischen CSU und CDU zur Hand nahm und dazu auch noch den SZ-Leitkommentar von Heribert Prantl las.

Mein Leib- und Magenthema. Innenpolitik und Parteipolitik. Das sollte ein Spaß werden.

Aber was für eine Enttäuschung!

Keinerlei Neuigkeiten in beiden langen Artikeln.

Ralf Neukirch und René Pfister vom SPIEGEL erklären wie wütend Seehofer immer noch ist, daß er 2004 als gesundheitspolitischer Sprecher zum Rücktritt gezwungen wurde, weil Merkel ihre Gesundheitsprämie durchsetzte.
Dann kämen die Demütigungen durch die gescheiterten CSU-Projekte Herdprämie und Antiausländermaut hinzu, die dazu führten, daß Seehofer um seine Macht bange, weil Söder ihm im Nacken säße.
Als Konsequenz mache er Opposition gegen die Koalition, weil das schon immer geholfen habe, sie CSU-Reihen zu schließen.
Da kam die „Flüchtlingskrise“ gerade recht, um ein Thema zu finden, mit dem sich die Bayern von Merkel absetzen konnten.
Nun gäbe es die CSU-Lesart der Linkskurs der CDU habe Platz für die AfD geschaffen und die CDU-Lesart, der Rechtskurs der CSU habe die AfD erst hoffähig gemacht. Im Übrigen spreche man nicht genügend miteinander, sondern nur übereinander.

What else is new?

Prantl fügt in seiner SZ hinzu, daß CSU und CDU Merkmale einer zerrütteten Ehe aufwiesen. Seehofer wolle da raus, sich aus Merkels Umklammerung befreien, hadere aber damit zu wissen, daß der Schaden den Nutzen überwiege.

[….] Angela Merkel steht da ja schon seit 16 Jahren - aber erst in jüngerer Zeit ist ein Zustand eingetreten, der sich nicht mehr als neckisch-produktiver Antagonismus, nicht als bloßes Zerwürfnis, sondern als Zerrüttung beschreiben lässt. Bei klassischen Ehen denkt man bei diesem Wort an Scheidung. Zerrüttung heißt: Das Gefühl der inneren Bindung ist verloren gegangen.
In einem solchen Fall gibt es im Familienrecht Möglichkeiten, die eine Scheidung auch ohne vorherige Einhaltung einer Trennungszeit ermöglichen: bei "Unvereinbarkeit der Charaktere", "dauerhafter Lieblosigkeit" und bei "Misshandlungen". All das lässt sich derzeit im Verhältnis von CSU und CDU und in den Dauerattacken von Seehofer gegen Merkel finden. [….]

In diesen Sätzen spricht der Feuilletonist und ehemalige Richter Prantl.

Hübsch formuliert.

Leider auch ganz ohne Erkenntnisgewinn.

Aber morgen kommt ja wieder eine neue SZ….

Samstag, 4. Juni 2016

Lutz Bachmanns Dilemma



Alle zwei Tage haut eine der braunen Amöben irgendeine widerliche Beleidigung raus, der soziale Netzmensch hyperventiliert und am Ende gab es wieder mehr kostenlose Publicity und AfD-Werbung.
Innerhalb einer Woche nach Gaulands rassistischen Ausfällen gegen Boateng, ruppt Petry noch Mesut Özil um und MdL Andreas Gehlmann fabuliert von Haftstrafen für Schwule.

Frau von Strochs Blaupause von den „Knallerthemen“, die man besetzen müsse, wird gewissenhaft angewendet.
An dieser Stelle folgt nun keinen Empörung über die AfD-Entgleisungen, weil es a) keine Entgleisungen, sondern bewußte Provokationen sind und weil b) jede Beschäftigung mit dem Thema Wahlwerbung für das neonazistische Pack ist.

Selbst CDU-Rechtsaußen Wolfgang Schäuble assoziiert die NSdAP, wenn er an die AfD denkt.

Die AfD ist rechtsdemagogisch. Das gilt nicht für alle ihre Wähler und deren Besorgnisse; die nehme ich ernst. Aber die führenden Politiker der AfD betreiben Demagogie. Sie versprechen eine unrealistische Politik. Sie machen für eigene Probleme immer andere verantwortlich. Damit begeben sie sich in eine unselige Tradition. Über Jahrhunderte hat man in Europa immer die Juden für alles beschuldigt, das haben wir in Deutschland während des Nationalsozialismus auf die Spitze der Perversion getrieben. Die AfD spielt auf gefährliche Weise mit dem Feuer, wenn sie die Angst vor Ausländern, die Angst vor Fremdem, die Angst vor Neuem schürt. Sie beutet das Unbehagen demagogisch aus, das viele Menschen vor dem schnellen Wandel und technologischen Entwicklungen haben.

Vollkommen ungeniert rücken insbesondere die AfD-Landesverbände Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen kontinuierlich nach rechts, haben die NPD bereits eingeholt und kopulieren bereitwillig mit Pegida.

Das große Knallerthema ist nun der Anti-Islamismus. Anti-Europäismus und Anti-Eurowährung sind hingegen ausgelutscht.
Die AfD kennt ohnehin keine inhaltlichen Überzeugungen.
Sie hat sich nur dem Hass verschrieben und richtet ihre Menschenhetze danach aus, wie man am meisten Zustimmung generiert.

Anti-Islamismus läuft im Moment besonders gut.
 Unter einem „Musel“ kann sich jeder der rechten Kleinhirne etwas vorstellen, so daß ein greifbares Feindbild generiert wird.
Zumal sich die nach Deutschland kommenden muslimischen Flüchtlinge (und dazu gehören in den Pegioten-Augen auch syrische und irakische Christen, denn Pegida heißt in Wahrheit Rassismus) wunderbar dazu eignen auf die herab zu gucken.
Sie haben weniger, stehen in der Job-Hackordnung noch unter rechtsradikal verblödeten Ossis und sie sprechen sogar noch schlechter deutsch, als die Grammatik-Schänder der AfD-Basis.

Hobby-Hitler Lutz Bachmann sieht sich schon kurz vor einem erneuten Reichstagsbrand und der kommenden Machtübernahme.


Als großer Vorteil für den Chefpedigiot erweist sich dabei sein katastrophaler Bildungsmangel.

Wüßte er ein bißchen mehr über die Zeit des Hitler-Deutschlands, das er sich offenbar zurücksehnt, würde er ganz traurig.

Denn sein Idol Hitler hatte andere Knallerthemen und störte sich gar nicht am Islam.
Hitler und die Nazis sahen in den Muslimen natürliche Verbünde.
Aus dieser deutsch-türkischen Verbundenheit erklärt sich auch, daß der Bundestag bis 101 Jahre nach dem Genozid an den Armeniern brauchte, um ihn tatsächlich als Völkermord einzustufen.

Hakenkreuz und Halbmond
Die Nationalsozialisten waren voll des Lobes für den Islam. […]  Bei ihrem Einmarsch  [auf dem Balkan] haben die deutschen Truppen muslimische Albaner und Bosnier rekrutiert, Kollaborateure, Helfershelfer für die Jagd auf Titos Partisanen. Und nun bemüht sich die SS auf allerlei Weisen, diese Männer bei Laune zu halten, vor allem aber, in einem kuriosen Gegensatz zu ihrer sonstigen Politik, sie jederzeit an ihre Religion zu erinnern und "die Entwicklung einer islamischen Identität unter ihnen zu befördern", wie die SS selbst sagt.
Die Rekruten werden zum Beispiel angehalten, die muslimischen Gebetszeiten einzuhalten. Feld-Imame predigen zu ihnen über Hitler, "der für Gott, Glauben, Sittlichkeit und eine schönere und gerechtere Ordnung in der Welt kämpft". So formuliert es der Divisions-Imam der bosnischen Handžar-Einheit der SS - benannt nach dem orientalischen Krummsäbel - in einer festlichen Ansprache im Jahr 1943. Noch im Herbst 1944 zieht die SS ihr 1. Ostmuslimisches Regiment sogar kurz von der Ostfront ab: Sie will mit ihm das Ende des Ramadan am 18. September feiern, mit einem "großen Gottesdienst bei Sonnenaufgang", wie es heißt.
[…]   Das Abzeichen der Turkestanischen Legion der Wehrmacht zeigte den Wahlspruch Biz Alla Bilen, "Allah ist mit uns", und darüber die Shah-i-Sinda-Moschee von Samarkand, einen der heiligsten Orte für die Muslime Zentralasiens. […][…]  
Hitler pflegte diese Erzählung mit der Betrachtung zu schließen: "Wir haben eben überhaupt das Unglück, eine falsche Religion zu besitzen ... die mohammedanische Religion wäre für uns viel geeigneter als ausgerechnet das Christentum mit seiner schlappen Duldsamkeit." […][…]   

Nur die eigene Dummheit schützt Bachmann und die AfDler vor dem Dilemma, zu erkennen, daß ihr geliebter Führer ein Islamfreund war.

Aber keine Sorge, in der AfD wird niemand diesen Zusammenhang herausfinden.
Wer kennt sich da schon mit Geschichte aus?

(Was war Björn Höcke nochmal von Beruf?)

Freitag, 3. Juni 2016

Dunkelamerika.



Auch wenn man nicht mehr politischen Verstand als eine Meerkatze hat, sollte man leicht begreifen, daß Donald Trump nicht US-Präsident werden darf.
Der Mann ist ein gefährlicher extremistischer Irrer.

Meine Freunde in Amerika sagen mir daher schon seit Monaten, ich solle mich nicht ängstigen, Hillary gewänne „in a landslide“.

Und in der Tat, wenn man sich die unfassbaren Aussagen Trumps anhört, liegt es außerhalb der Vorstellungskraft, daß eine Mehrheit der Amerikaner sich für ihn entscheidet.


Es ist so einfach für Mrs Clinton, sie muß nur den O-Ton Trump zeigen und hat damit die beste Wahlwerbung.
Sie selbst ist so offensichtlich besser informiert, gebildeter und anständiger, daß es keine Wahl gibt. Man muss sich für Hillary entscheiden.

Wie kann es also sein, daß die Zustimmung zu Trump immer noch wächst?
Haben die Leute nicht verstanden was er für eine groteske Type ist?

Um das noch einmal klar zu stellen, attackiert Clinton ihn jetzt direkt – und Amerikas Linke ist begeistert von ihr.


Trump ist aber auch ein easy target, denn diese völlig abstrusen und brandgefährlichen Gaga-Aussagen, die sie kritisiert, stammen wirklich von ihm.

[…] TRUMP: “Don’t tell me it doesn’t work — torture works… Waterboarding is fine, but it’s not nearly tough enough, ok?”
[…] TRUMP: "The other thing with the terrorists is you have to take out their families”
[…] TRUMP: “I’m speaking with myself, number one, because I have a very good brain and I’ve said a lot of things...my primary consultant is myself” […]  “I know more about ISIS than the generals do. Believe me.”
[…] TRUMP: “The concept of global warming was created by and for the Chinese in order to make U.S. manufacturing non-competitive.”
[…] TRUMP: “I know Russia well. I had a major event in Russia two or three years ago, Miss Universe contest, which was a big, big, incredible event.” […] […] […]

Nein so einer darf nicht die USA regieren.


Es ist bewiesen, Trump ist ein pathologischer Lügner und Rassist, Ausbeuter und narzisstischer Psychopath.

Aber dann sitzen die glühenden Trump-Fans Kayleigh McEnany oder Jeffrey Lord bei CNN man und stellt fest, daß diese Leute Trump lieben, obwohl er ein irrer Rassist ist, möglicherweise sogar gerade deswegen.



Allein Trumps Lügen im Zusammenhang mit seinen angeblichen Spenden an Veteranenorganisationen hätten in jedem anderen Wahljahr gereicht, die Kampagne sofort zu beenden.

[….] So where does that leave us? Trump said he’d raised $6 million for veterans, but that wasn’t true. He later claimed he never used the $6 million figure, but that wasn’t true. His campaign insisted Trump had contributed $1 million himself, but that wasn’t true. Trump said he “didn’t want to have credit” for the fundraising efforts, but that wasn’t true. He said he and his team were vetting groups they’d never heard of four months after the fact, but that wasn’t true.
And as of yesterday, all of this, the Republican candidate insisted, is the media’s fault. Indeed, Trump thinks journalists should be “ashamed” of themselves for scrutinizing his claims that turned out to be wrong.
Not to put too fine a point on this, but in a normal year, in a normal party, with a normal candidate, this is the sort of controversy that could end a campaign. Legitimate presidential hopefuls can get away with some dissembling and the occasional whopper, but Trump was caught telling obvious falsehoods about support for veterans’ charities.
If this happened to Hillary Clinton, is there any doubt it would be the #1 issue in the presidential race between now and Election Day? That every pundit in America would use this as Exhibit A in their takes on why Americans just can’t trust the Democrat?

Aber die Konservativen in Amerika sind nach sechs, sieben Jahren Teaparty längst im Post-Truth-Zeitalter angekommen.
Es ist ihnen schlicht egal, daß Trump wie gedruckt lügt. Er hasst die Demokraten und gibt rechte Phrasen von sich – das reicht.

Es erinnert ein bißchen an die Kinderfickereien der katholischen Priester weltweit. Man sollte meinen, das reiche um die RKK aufzulösen. Auch daß der Papst selbst seine Hände im Spiel hatte, schadete ihm nicht.
Sogar die Gläubigen in Gemeinden verurteilter Kinderficker verteidigen ihren kinderfickenden Pfaffen Peter Hullermann.


So unterliegen diejenigen mit einem höheren IQ als Zimmertemperatur immer mehr dem Irrtum, Trump könne nicht gewinnen, weil er längst als Ungeheuer demaskiert wurde.

Aber das ist ein Irrtum, denn seine Anhänger ticken genauso.


Auch die amerikanische Presse muß sich noch umgewöhnen.
Zurzeit wird dem Wähler noch rationales Urteilsvermögen unterstellt.
Die Amerikaner wären doch einigermaßen vernünftig und moralisch.

Für einen Großteil von ihnen gilt das aber längst nicht mehr.

[…] Für CNN-Moderator Jake Tapper haben die US-Medien nicht kritisch genug die Trump-Kampagne hinterfragt. […] Einige seiner Kollegen, so Tapper, hätten Trump "mit jeder noch so wüsten Behauptung davonkommen lassen". Die fehlende kritische Befragung sei ein großes Problem gewesen. […] Im Duell mit Clinton sieht Tapper gute Chancen für Trump: "Ich denke, es wird ein sehr, sehr harter Kampf, in dem er einige Vorteile hat." Tapper leitet das auch aus eigenen Erfahrungen ab: "In meiner erweiterten Familie will die eine Hälfte Trump wählen, die andere Hälfte nicht." Dass so viele ihn wählten, so Tapper, "lässt mich glauben, dass viele Beobachter in New York, Washington und Kalifornien das Phänomen überhaupt noch nicht verstanden haben". Der Wahlkampf werde "schmutzig, hässlich, furchtbar".[…]

Donnerstag, 2. Juni 2016

Säxit Now

Nahezu täglich wird man als armer Alt-Wessi mit neuen Horrorfilmchen aus Sachsen, dem failed state konfrontiert.
Ich kann sie nicht leiden, die Sachsen.


Aktuellstes Beispiel:

In Arnsdorf ist ein Streit zwischen einem Asylbewerber und Deutschen eskaliert. Mitglieder einer vermeintlichen Bürgerwehr fesselten den 21-jährigen psychisch kranken Iraker mit Kabelbindern an einen Baum. Der Vorfall ereignete sich bereits am 21. Mai, wurde jedoch erst jetzt durch ein im Internet kursierendes Video öffentlich. Der Staatsschutz ermittelt. Die Identität der beteiligten Männer wurde inzwischen festgestellt, darunter ist ein CDU-Gemeinderatsmitglied.

OK, das gebe ich zu, in den anderen Ex-DDR-Länder ist es ähnlich.

Betrunkene Geraer grölen und schießen auf Frau mit Kopftuch
[….] Wie die Polizei mitteilt, wurden durch die beiden Männer seit ca. 18 Uhr rechtsradikale und beleidigende Sprüche von dem Balkon der Wohnung gerufen. Gegen ca. 19 Uhr stellte dann der Beobachter fest, dass die beiden einen pistolenähnlichen Gegenstand in der Hand hielten.
Als eine vermutlich ausländische Frau mit Kopftuch und einem Kind an der Hand an dem Haus vorbei lief, zielte einer der Männer mit der Pistole in Richtung der Frau und gab mehrere Schüsse ab. Glücklicherweise wurde weder die Frau noch das Kind getroffen. Zudem riefen laut Polizei beide Männer beleidigende und ausländerfeindliche Worte in Richtung der Frau.

Natürlich sind solche Pauschalisierungen wider eines Volkstammes ungerecht; unter dem Furor leiden auch die liberalen Menschen in Sachsen oder Thüringen.

An dieser Stelle sei angemerkt, daß mir diese Identifizierungen mit der eigenen rein zufälligen Herkunft fremd ist. Es käme mir nie in den Sinn persönlich beleidigt zu sein, wenn jemand gegen „die Amerikaner“ oder auch „die Hamburger“ Position bezieht.
Die Erdoğansche Wehleidigkeit der Ossis ist erbärmlich.

Mit vollem Recht empören sich überall in der Welt jeden Tag Menschen über Amerika. Na und? Amerika ist ein riesiges heterogenes Gebilde.
Wie kann man nur so egomanisch sein, jeden antiamerikanischen Verbalangriff auf sich selbst zu beziehen? Ich habe einen US-Pass und meinetwegen kann jeder so viel an den USA kritisieren, wie er lustig ist.

Muss denn immer dieses Übermaß an political correctness herrschen, daß ich bei jeder spitzen Formulierung gegen „die Sachsen“ gleich ein devotes Sorry liebe aufrechte Sachen, die sich für Flüchtlinge engagieren; ihr seid natürlich nicht gemeint hinterher aufsagen muß?

Ein pauschalverurteilender Satz wie „ich hasse die Bayern!“ ist zwar unfein, aber andererseits ist es auch albern so eine offensichtlich dahingerotzte Aussage auf die Goldwaage zu legen und daraus abzulesen, daß man damit jeden einzelnen der 12 Millionen Bayern persönlich hasst.

Nach dieser Erklärung sei noch einmal gesagt:

Einfach widerlich, dieses Sachsenvolk.
25 Jahre schämen wir uns nun schon für den brutalen Mob, den die größte CDU-Hochburg unter allen Bundesländern hervorbringt

Wieder einmal randalierte ein Nazimeute gegen Flüchtlinge, die im sächsischen Clausnitz untergebracht werden sollten. Untergebracht werden sollten in einem Heim, das von einem AfD-Mann geleitet wird.
Die Polizei schritt ein – und misshandelte Flüchtlingskinder.
Einen Tag nach den unfassbaren Vorkommnissen will die Karikatur eines Polizeichefs gegen die Opfer ermitteln.

Wörtlich sagte der Polizeipräsident: »Wir werden die Ermittlungen gegen Businsassen ausweiten wegen Beleidigung.« Aus seiner »Sicht gibt es für das Vorgehen der Polizei keinerlei Konsequenzen«, so Reißmann weiter. Man sei von dem rechten Mob überrascht worden. Anfangs seien nur zwei Polizisten vor Ort gewesen, später dann 28 Beamte. Zudem äußerte sich Reißmann negativ über die für den Samstag angesetzte antirassistische Kundgebung. »Für unseren mehrstündigen, hochemotionalen Einsatz, bei dem es am Ende keine Verletzten und Sachschäden gab, mit einer kurzen, losgelösten Videosequenz und ohne bisherige Kenntnis der Hintergründe öffentlich angeprangert zu werden, weise ich entschieden zurück. Ich bedanke mich ausdrücklich bei den Kollegen der Bundespolizei dafür, dass sie Unterstützung für die Landespolizei geleistet haben.«
Die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel von der Linkspartei zeigte sich »fassungslos« über die Reaktion der Polizei. Dass keine Konsequenzen »für den verfehlten Polizeieinsatz« angestrebt sind und stattdessen nun gegen Geflüchtete ermittelt werden soll, könne »nicht wahr sein«, so Nagel.
(ND, 20.02.16)

Man fühlt sich an gewisse spanische Bischöfe erinnert, die nach dem sexuellen Missbrauch an kleinen Jungs insistieren, die Messdiener hätten Schuld, da gäbe es 13-Jährige, die alles täten, um die Priester zu verführen.
Das verschlägt einem selbst im Jahr 2016 noch die Sprache.

Manchmal ist selbst eine hartgesottene Redaktion wie Panorama etwas sprachlos. Zu dieser Pressekonferenz fällt uns nicht mehr viel ein. Anstatt eine illegale Versammlung aufzulösen, deren Teilnehmer Platzverweise erhalten hatten, kann sich der Chemnitzer Polizeichef vorstellen, gegen die Flüchtlinge zu ermitteln.

Es hilft nur noch Zynismus.
Nach 25 Jahren CDU-Herrschaft sind die rechtsstaatlichen Strukturen von Justiz und der Polizei Sachsen völlig verrottet.
Der ranghöchste Sachse Deutschlands ist bezeichnenderweise Bundesinnenminister de Maizière und streute ebenfalls immer wieder xenophobe Gerüchte. (……….)

Eine Abspaltung der Pegida-, CSU- und AfD-Hochburgen aus dem deutschen Staatsgebiet wird vielfach gewünscht.
Nicht nur, daß man mit sowas nicht in einem Land leben möchte, nein, es würde die Bundestagswahlergebnisse auch enorm beeinflussen, wenn diese rechten Bundesländer ausgegliedert wären.
Was für eine Erleichterung sich vorzustellen eine Bundesregierung müßte nicht ständig auf Crazy Horst Rücksicht nehmen und illegale Gaga-Vorhaben wie Anti-Ausländermaut, Herdprämie oder Obergrenzen beschließen.

Andererseits gibt es in Bayern natürlich viele schöne Landschaften und ja, es gibt auch viele nette Bayern und Sachsen.
Zudem verteilen sich diese grölenden rechtsradikalen Hasser, die sich selbst euphemistisch als „besorgte Bürger“ verstehen, inzwischen auch über andere Bundesländer.

Es würde also gar nichts bringen die Krebsgeschwür-Bundesländer rauszuschneiden, da der braune Tumor schon längst streut.

Einen willkommenen Ausweg aus diesem Dilemma bietet nun ausgerechnet das rechtsgerichtete Ungarn.
 Zu Tausenden verlassen faschistoid-tickende Deutsche inzwischen Merkels Herrschaftsbereich, weil sie sich nach einem Führer wie Orban sehnen.

Sie ziehen an den Plattensee und erfreuen sich an den martialisch auftretenden Jobbik-Typen, die jeden einzelnen Roma oder Muslim sofort wegjagen.

Da sind die  Blonden und Blauäugigen noch unter sich.

Ungarn hat die Grenzen für Flüchtlinge dicht gemacht - außer sie stammen aus der EU. Und davon kommen immer mehr, auch Deutsche. In Zusammenarbeit mit report München waren wir am Plattensee und haben Menschen getroffen, die aus Deutschland vor Flüchtlingen flüchten ...

Wenn das keine Win-Win-Situation ist!
Ungarn ist ohnehin schon verloren.
Da sind sie unter sich und Deutschland kann froh sein sie los zu sein.
Nun braucht es nur noch ein Gesetz, um den nach Ungarn in die völkisch-teutonische Enklave Geflohenen das Wahlrecht zu entziehen.