Montag, 25. Mai 2020

GIER

Sport interessiert mich fast gar nicht und den Proleten-Massensport Fußball, der eine weltweit bestechliche Funktionärs-Elite hervorgebracht hat, die sich in Hinterzimmern Milliarden Dollar zuschieben und gegen neunstellige Summen Meisterschaften in Scharia-Staaten bei 40°C Durchschnittstemperatur stattfinden lassen, schon mal gar nicht.

(…..)[….] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links. [….] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich.
Viele Spieler sehen haarsträubend lächerlich aus, obwohl sie sich unwiderstehlich finden. Bei Bayern München gibt es einen, der hat sich sein glänzendes Hemdchen wie ein Ganzkörperkondom auf den Leib schneidern lassen, dazu tippelt er mit kleinen, wichtigen Schrittchen über den Platz, was so hühnerartig aussieht, dass man sich das Lachen verkneifen muss. Der Mann ist ein Star. Für mich ist er eine Witzfigur.
Vollends peinlich wird es, wenn versucht wird, diesem primitiven Sport eine politische oder philosophische Überhöhung zu geben. Dieser Theweleitismus ist noch schlimmer als die plumpe Fußballleidenschaft, die nach schalem Bier riechend, am Wochenende grölend die Bahnabteile füllt. Das ist wenigstens authentisch und stimmig. [….]

Für diese wahren Worte werde ich dem CICERO-Chef ewig dankbar sein.
Er hat so Recht; als Nicht-Fußballer gewinnt man so viel schöne Lebenszeit und erspart sich all die Frustration und schlechte Laune.

Ähnlich wie bei der Kirche möchte ich Fußball gar nicht verbieten. Wer das privat unbedingt betreiben möchte, soll das tun können.
Ich kann nur nicht einsehen, daß die konfessionsfreien Steuerzahler die Kirche zu großem Teil mitfinanzieren, Bischofsgehälter und Kirchenrestaurierungen bezahlen, obwohl die Kirchen selbst unermesslich reich sind.
Beim Fußball ist es genauso. Die Bundesligaspieler sind allesamt Millionäre, Trainer verdienen viele Millionen und der Bayern-Chef verspekulierte sogar hunderte Millionen. Er hat es ja. Und seine FC-Bayern-Fans lieben ihn wie eh und je. (…..)


In Hamburg gibt es zwei Bundesligavereine. Natürlich habe ich noch nie ein Spiel gesehen. Aber man bekommt dennoch einiges mit, da Fußball immer und überall Thema ist.

Der eine Verein ist ärmer, kleiner, linker, alternativer, hatte gar mit der Kiez-Ikone Corny Littmann einen grünen und schwulen Präsidenten; ist also sympathischer.
Der andere Verein ist reicher, erfolgreicher, rechter und hat offenbar deswegen mehr Fans, weil die meisten Fußballfans eine große Affinität zu Geld, Macht und käuflichen Erfolg haben.
Er nennt sich, nannte sich „Dino“. Das sollte darauf hinweisen, daß der Verein als einziger in ganz Deutschland von Anfang an in der Ersten Bundesliga spielte und nie abstieg.
Bis dann vor zwei Jahren das Elend so groß wurde, daß er doch abstieg.
Seine Fans halten das für einen bedauerlichen und ungerechten Betriebsunfall, der zum sofortigen Wiederaufstieg führen müsste.
Ich kenne glühende Fans, die natürlich die blauweißschwarze Raute auf ihr Auto geklebt, haben entsprechende Fähnchen vom Balkon hängen lassen und jeden Sonntag auf’s Neue fest von einem Sieg ausgehen.
Wenn ich ihren Schilderungen glauben darf, spielt dieser Hamburger Verein auch wirklich recht gut, geht in Führung, sieht über lange Strecken wie der sichere Sieger aus. Aber er hält nur 85 Minuten durch, weiß offenbar nicht, wie lange so ein Spiel geht. Irgendwann glauben sie, es wäre vorbei, beschäftigen sich mit Eierschaukeln und Nasebohren und werden in den letzten drei Minuten doch noch besiegt.
„Das erzählst du mir doch jede Woche. Aber ich muss das nicht wissen; wieso wissen deine Fußballer denn nicht wie lange so ein Spiel geht?“ frage ich dann, sehe wie mein Gegenüber eine grüne Gesichtsfarbe annimmt, wüste Schimpfkanonaden ausstößt und irgendwas von „unfähige Manager“ pöbelt.
Und die Trainer, die alle paar Monate ausgetauscht werden, aber dennoch für viele weitere Jahre ihr Millionengehalt kassieren, sind auch Schuld.
Woher kommt denn dieser Dukatenscheißer frage ich dann? Müßte einem bei Erfolglosigkeit nicht irgendwann das Geld ausgehen?
Nein, das ist in Hamburg nicht so wegen Kühne.
Über die Spieltaktik, das Management, die Trainer entscheiden nämlich offenbar nicht irgendwelche Fußballfachleute, sondern Klaus Michael Kühne, 82, Mehrheitsaktionär des internationalen Logistikdienstleisters Kühne + Nagel, dessen Solidarität mit dem deutschen Staat nur von der Wand bis zur Tapete geht.
Er lebt steuersparend in der Schweiz und zeigt dem Finanzminister seit Dekaden nur den Mittelfinger.
Es lohnt sich; Kühne ist einer der zehn reichsten Deutschen, wird von Forbes mit 13 Milliarden Dollar Privatvermögen angegeben.
Er scheißt als Großaktionär der HSV Fußball AG den Verein so mit Geld zu, daß er entscheiden kann wie er will.

Es gibt noch etwas Eigenartiges in Hamburg, der Stadt, in der so viele Milliardäre leben wie nirgends sonst in Deutschland.
Gleich drei Milliardär-Geronten spielen nicht „wer hat die größte Yacht?“, wie man es in einer Hafenstadt erwarten könnte, sondern „wer hat das edelste Hotel?“

[…..] Sie sind megareich, nicht mehr die jüngsten, verfügen über ein Riesen-Ego und liefern sich aktuell einen skurrilen Wettstreit: Wer hat in Hamburg das tollste Luxushotel? Die Rede ist von Klaus-Michael Kühne (79, „The Fontenay“), Kurt Dohle (80, „Vier Jahreszeiten“) und Bernard grosse Broermann (72, „Atlantic“). [….]

Broermann, der Krankenhaus-Milliardär ist auf diesem Blog ebenfalls sehr gut bekannt.
Das sind alte Männer aus ganz anderen Branchen, die derartig viel Geld steuerfrei zusammengerafft haben, daß sie sich ihre bizarren Hobbys etwas kosten lassen können. 13 Milliarden sind 13.000 Millionen; dafür kann man schon eine Menge Hotel bauen.

Kühnes „Fontenay“ läuft allerdings nicht wie geplant. Über nahezu unendliche Geldmittel zu verfügen reicht offenbar nicht aus, wenn man die Branche nicht kennt, oder wie zB Donald Trump einfach doof ist und reihenweise mit Spielcasino-Hotels pleitegeht.

Mit Dreizehntausend Millionen auf der hohen Kante kann man sich ein kränkelndes Prestige-Hotel leisten. Sollte man meinen. Aber man rafft nicht so viel Geld zusammen, wenn man selbst für Verluste gerade steht.
Nein, Kühne, der selbst unsolidarisch in der Schweiz lebt, will nun Solidarität von den deutschen Steuerzahlern. Sie sollen ihm die Verluste ersetzen.

[….]  Staatshilfen für „The Fontenay“ in Hamburg Kühne will vom Steuerzahler gerettet werden
Milliardär und Unternehmer Klaus-Michael Kühne sieht die Corona-Hilfen des Bundes kritisch. Das Geld nimmt er aber trotzdem gerne: Wie der 82-Jährige in einem Interview verrät, sorgt er sich um die steigenden Schulden Deutschlands – und hofft trotzdem darauf, dass der Staat sein Luxushotel „The Fontenay“ in Hamburg rettet.
Im Gespräch mit der „Welt“ verrät der HSV-Mäzen und Hotelier, dass es ihm Sorgen bereite, dass Deutschland zurzeit viele Milliarden Euro an Hilfen ausgibt. „Die Dimensionen schrecken mich schon, wenn Finanzminister Olaf Scholz von einer Bazooka spricht, ohne dies zu substantiieren. Seine Partei, die SPD, ist eher für das Schuldenmachen als für gutes Wirtschaften bekannt. Das macht mir große Sorgen“, sagt Kühne. [….]  Nun hofft der Milliardär, dass er auch die Einbrüche des „Fontenay“ mittels Staatshilfen finanzieren kann. „Das Hotel war bis vor wenigen Tagen noch geschlossen und die Mitarbeiter befanden sich zu 90 Prozent in Kurzarbeit. Ich gehe davon aus, dass es direkte Staatshilfen für die Hotellerie geben wird. Das ist die von der Krise am stärksten gebeutelte Branche“, so der 82-Jährige. [….]  er rechne bereits fest mit Hilfen aus der Bundeskasse. […..]

Die wenigen Deutschen, die sogar noch reicher als Kühne sind, sind sogar noch dreister.

Als BMW-Großaktionäre beharren die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt für ein Jahr lang Nichtstun und bloß Besitzen auf einer Dividende von 800 Millionen Euro. In den letzten elf Jahren erhielten sie durch pures Dasitzen ohne Arbeit rund neun Milliarden Euro Dividenden ausgeschüttet.


Wir kennen das ja schon von den Multimillionen-Steuerflüchtlingen, daß sie die ersten sind, die nach Staatshilfen gieren.

Gerade Klatten und Quandt, die als Steuerhinterzieher, wie HSV-Legende Uwe Seeler auf den Bahamas aktiv sind, kommen mit dieser Methode durch, da sie zuverlässige CDU-Großspender sind.
Dadurch können sie anders als in anderen Ländern weiter die Hand aufhalten und vom Staat noch mehr Geld bekommen.

[…..] BMW-Konzernchef Oliver Zipse löste eine Empörungswelle im politischen Berlin aus. Der Autohersteller wird mitten in der Corona-Krise eine Dividende in Höhe von 1,6 Milliarden Euro an die Aktionäre ausschütten. Besonders brisant: Zipse selbst forderte jüngst staatlich finanzierte Kaufanreize für Neuwagen, nannte sie „Innovationsprämie“. Also eine Abwrackprämie 2.0, ähnlich wie nach der Finanzkrise 2009, zur Ankurbelung der Wirtschaft. Währenddessen befinden sich 30.000 der rund 90.000 BMW-Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit*. Eine verkehrte Welt?
Oliver Zipse, der für das Geschäftsjahr 2019 einen Gewinn von rund fünf Milliarden Euro verkünden konnte, verwies darauf, dass sein Unternehmen zuverlässig handle - auch in der Dividendenpolitik. …..] Besonders profitieren von der Ausschüttung werden jedoch die Erben der Familie Quandt, die sowieso zu den vermögendsten Deutschen zählen. Stefan Quandt hält 25,8 Prozent der BMW-Anteile und bezieht somit für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 425 Millionen Euro. Seine Schwester Susanne Klatten bekommt für ihre 20,9 Prozent 344 Millionen Euro. [….]

Man sollte meinen, daß ein Konzern, der fünf Milliarden, also fünftausend Millionen übrig hat, um sie aus dem Unternehmen heraus zu ziehen flüssig genug ist, um selbst Kaufanreize für seine Autos zu finanzieren.
Aber wozu hat man denn die CDU/CSU so viele Jahre bestochen?
Andreas Scheuer erfüllt ihnen zu gern jeden Wunsch.

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