Samstag, 10. Oktober 2020

Wie der Vatikan Jesus das Messer in den Rücken rammt.

Den Friedensnobelpreis erhielt im Jahr 2020 an das Welternährungsprogramm der UN. Einer der Hintergründe der Osloer Entscheidung dürfte der US-Wahlkampf sein.

[…..] In Erwartung der großen Nachricht aus Oslo strich sich Donald Trump schon seit Wochen den Schlips glatt. Der amerikanische Präsident glaubte allen Ernstes, er selbst könne den Friedensnobelpreis bekommen.  Trump sei diesmal “der Spitzenreiter”, hatte sein Nationaler Sicherheitsberater Robert O’Brien verkündet. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, schwärmte: “Dieser Präsident hat Frieden rund um die Welt geschaffen.”  Das ist der Nachteil, wenn man sich nur mit Schmeichlern umgibt. Man verliert den Sinn fürs Reale. Trump hatte eine bloße Nominierung durch einen rechtspopulistischen norwegischen Parlamentsabgeordneten so wichtig genommen, dass er glaubte, den Preis so gut wie in der Hand zu haben.   Diese Washingtoner Blase ist nun geplatzt. Aber mehr noch: Das Nobelkomitee hat Trump nicht nur nicht ausgezeichnet. Es hat mit der Ehrung des UN-Welternährungsprogramms sogar gezielt ein gegenteiliges Signal gesetzt.  Dieser Friedensnobelpreis ist eine Absage an Nationalismus und Nabelschau, ein Appell für internationales Weiterdenken, auch und gerade in Zeiten der Pandemie. […..]

(Matthias Koch, RND, 09.10.2020)

Multinational zusammen zu arbeiten mag Trump gar nicht; das ist so Joe Biden.

  Der unter Ratzinger und Bergoglio drittmächtigste Katholik der Erde Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation mischt sich gerade in den amerikanischen Wahlkampf ein. Nach JFK könnte mit Joe Biden erst der zweite von 46 US-Präsidenten ein Katholik sein. Biden ist bekanntlich ein „devoted catholic“, sehr fromm und regelmäßiger Kirchgänger.

Also ein Grauen für Kardinal Müller, der dramatisch vor der Wahl Bidens warnt und sich hinter Trump stellt. Der Milliardär, der seine Nächsten hasst, ist dem deutschen Panzerkardinal viel lieber

Grund der Müllerschen Ablehnung sind vermutlich die sozialen Vorstellungen Bidens, der an eine Krankenversicherung für alle denkt und internationale Verträge einhalten will, ja regelrecht internationale Organisationen anerkennen möchte, sich sogar um globale Themen wie Umwelt- und Klimaschutz kümmert.

International? Armen helfen? Schöpfung bewahren?

Da graust es Müller und den frommen Christen in den USA.

Nun gibt es bösartige Dialektiker, die sich an gewisse Bibelstellen erinnern, in denen Jesus Armut pries und die Geldverleiher aus dem Tempel prügelte.

Aber das war eben der frühe Jesus, der sich noch nicht so perfekt an faschistische und autokratische Regime angepasst hatte.  

Die RKK des 20. und 21. Jahrhunderts frönt/e General Franco, Mussolini, Hitler, den rechtsextremen südamerikanischen Diktaturen.

(…..) Und auch in Europa steht die Kirchen besonders unterstützend an der Seite der Regierungen Ungarns, Polens und Russlands, weil sie dort Macht, Geld und Privilegien zurückbekommen, während lästige Bürgerrechte für Schwule oder dieser ganze demokratische Unsinn wie Pressefreiheit oder unabhängige Justiz konsequent abgeschafft werden. Das gefällt den Bischöfen, die nicht nur Putin und Orban lobpreisen, sondern auch die stärkste Stütze des Syrischen Diktators Assad sind.

„Der Islam“ ist da weiter. Dort werden Reichtum und Verteilungsungerechtigkeit nicht in dem Maße unterstützt. Jeder Muslim muss fünf Mal am Tag beten – auch Könige und Emire. Bei der höchsten Pflicht, der Haddsch in Mekka, tragen Multimilliardäre und Wanderarbeiter, Hochadelige und Putzfrauen das gleiche schlichte weiße Gewand. Für alle gelten die gleichen Regeln, weil niemand vor Allah mehr wert ist als ein anderer.

(….) Während es im Islam heute noch  Zakat und Zinsverbot gibt, ist völlig in Vergessenheit geraten, daß die  Katholische Kirche die längste Zeit ihrer Existenz kein Herz für Kredithaie und Wuchergeschäfte hatte.

Im Gegenteil; die Bibel verbietet dies.

35 Wenn dein Bruder verarmt und sich neben dir nicht halten kann, sollst du ihn, auch einen Fremden oder Halbbürger, unterstützen, damit er neben dir leben kann. 36 Nimm von ihm keinen Zins und Wucher! Fürchte deinen Gott und dein Bruder soll neben dir leben können. 37 Du sollst ihm weder dein Geld noch deine Nahrung gegen Zins und Wucher geben.
(Levitikus 25)  (……)

24 Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Wucherzins fordern.
(Exodus 22)

(…..)   Insbesondere ab dem 12. Jahrhundert hat eine Vielzahl unfehlbarer Päpste das Zinsverbot als „unveränderliches kirchliches Gebot“ bestätigt.

[…] Noch 1745 wandte sich Papst Benedikt XIV. in der an die hohe Geistlichkeit Italiens adressierte Enzyklika Vix pervenit entschieden gegen den Zins. In § 3, Absatz I heißt es: Die Sünde, die usura heißt und im Darlehensvertrag ihren eigentlichen Sitz und Ursprung hat, beruht darin, dass jemand aus dem Darlehen selbst für sich mehr zurückverlangt, als der andere von ihm empfangen hat […] Jeder Gewinn, der die geliehene Summe übersteigt, ist deshalb unerlaubt und wucherisch.
(Wiki)


   In den nächsten Jahrhunderten fand man allerdings auch im Vatikan heraus wie wunderbar einfach man sich mit Geldverleih eine goldene Nase verdienen kann.
Insbesondere katholische Ritterorden waren extrem kreativ dabei die biblischen und Vatikanischen Regeln zu umgehen.
Im 19. Jahrhundert waren Zinsen dann inzwischen so alltäglich geworden, daß es überhaupt keinem mehr auffiel als Papst Pius VIII. am 18. August 1830 alle vorherigen Zins-Gesetze aufhob. (……)

(Wie sich die Zeiten ändern – Teil II, 06.10.2013)

Auf allen Kontinenten der Erde rafften christliche Geistliche auf diese Art und Weise ungeheure Schätze und Geldmittel zusammen. Die Kirchen sind heute der größte Grundbesitzer des Planeten.

Allein die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland sitzen auf einem Vermögensberg von geschätzten 700 Milliarden Euro.

Bis heute werden Bischöfe üppig bezahlt; in etwa so wie Ministerpräsidenten.

Bezahlt aus den Haushalten der Bundesländer; also nicht etwa nur von Kirchenmitgliedern, sondern unter anderem auch von Konfessionslosen und Muslims. (…..)

(Halt du sie arm, ich halt sie dumm, 03.05.2018)

Bergoglio trägt nicht ganz so teure gay-rote Prada-Slipper wie sein Vorgänger und legt bei seinen Messgewändern etwas weniger Wert auf Gold, Perlen und Edelsteine. Er redet von Armut und Flüchtlingen.

Glücklicherweise für all die Luxus-verliebten Kardinäle in ihren 700-Quadratmeter Palazzi in Rom bleibt es beim Reden.

Die Kirchlichen Milliarden behält Bergoglio strikt bei sich.

Die täglich verhungernden 20.000 bis 30.000 Menschen kriegen nichts ab.

[……] Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ist mit dem Friedensnobelpreis 2020 ausgezeichnet worden. Das teilte das norwegische Nobelpreiskomitee in Oslo mit. Die UN-Organisation werde damit unter anderem für ihre Bemühungen im Kampf gegen den Hunger sowie ihren Beitrag zur Verbesserung der Friedensbedingungen in Konfliktgebieten ausgezeichnet, sagte die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen, bei der Preisbekanntgabe.   2019 hätten 135 Millionen Menschen an akutem Hunger gelitten. Das sei die höchste Zahl seit vielen Jahren. In den vergangenen Jahren habe sich die Situation verschlechtert. [……]

(SZ, 09.10.2020)

Ganz unumstritten ist das Welternährungsprogramm nicht, da es mit Warlords und Diktatoren zusammenarbeiten muss, um Menschen zu retten.

Das wird aber zunehmend schwierig, da schlicht und ergreifend das Geld ausgeht. Obwohl es sich gemessen an den nationalen Corona-Hilfsprogrammen – vier Milliarden für die TUI, neun Milliarden für die Lufthansa, 15 Milliarden für den Schiffsbau – um absolut lächerliche Summen handelt.

[…..] Das Geld geht aus. Dennoch richtete das WFP im Juni dieses Jahres einen Hilferuf an die Welt, weil ihm das Geld auszugehen drohe. Denn im Zuge der Pandemie transportierte es auch medizinisches Fachpersonal, Atemschutzmasken und Handschuhe in 132 Länder. Die Aufmerksamkeit durch den Friedensnobelpreis dürfte dem Aufruf neuen Nachdruck verleihen. Dabei hält das WFP der Welt ja ständig den Spiegel vor, wenn irgendwo Krisen ausbrechen. In dieser Corona-Pandemie mehr denn je. Im August warnte es vor einer humanitären Katastrophe in Simbabwe. Die Zahl der Hungernden könnte dort bis Jahresende auf 8,6 Millionen steigen, das wären rund 60 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das WFP bat um 250 Millionen US-Dollar Soforthilfe. Währenddessen musste im Südsudan das Schulspeisungsprogramm zeitweise beendet werden, weil wegen der Pandemie die Schulen geschlossen waren. Millionen von Schülerinnen und Schülern mussten so auf die einzige, nahrhafte Mahlzeit am Tag verzichten. […..]

(Thomas Hummel, 09.10.2020)

Bergoglio hilft selbstredend nicht weiter.

Die steinreichen Kardinäle und die steinreiche RKK lassen genau wie die steinreichen US-Evangelikalen lieber jeden Tag Myriaden Kinder verhungern.

Selber essen macht fett.

Und außerdem ist der Vatikan viel zu sehr damit beschäftigt als Heuschrecke bei der internationalen Finanzmafia mitzuspielen, gegen Währungen zu wetten und mit Lebensmittel zu spekulieren, um den ärmsten Ländern weiter Geld abzuzocken. „Credit Default Swaps“ zu kaufen ist ja auch viel spannender als doofen abgemagerten Kindern zu helfen.

[…..] Der Vatikan war laut Informationen der britischen Zeitung Financial Times an spekulativen Kreditderivatgeschäften beteiligt. Wie die Zeitung unter Berufung auf eingesehene Dokumente berichtet, erwarb der Heilige Stuhl strukturierte Finanzprodukte, die unter anderem auf die Kreditwürdigkeit des US-Autovermieters Hertz bis April 2020 setzten; das Unternehmen meldete kurz danach im Mai Insolvenz an. Ein Teil der riskanten Vermögensanlage stammte der FT zufolge aus Spenden, die für wohltätige Zwecke bestimmt waren.  Der Vatikan hatte in einem finanzethischen Grundsatzpapier "Oeconomicae et pecuniariae quaestiones" 2018 bestimmte komplexe Derivate als ethisch unvertretbar und als "eine Art Zeitbombe" bezeichnet. Ausdrücklich verurteilte er sogenannte Credit Default Swaps, also jene Produkte, in die er auch mit der Kreditausfallversicherung bei Hertz investiert war. […..]

(Kurier, 09.10.2020)


Nimm das, Du Sozialist Biden.

Jesus vergleicht das Reich Gottes mit einem Senfkorn, welches grösser wird als alle anderen Pflanzen. –Parallele: Gott kann unseren Samen an Glauben und an Hilfe beim Aufbau des Reiches Gottes gebrauchen.

Markus 4,30-32

Ich liebe Gerechtigkeit und hasse gemeinen Raub.

Jesaja 61,8

Jesu Rede vom Weltgericht zeigt, wie wir für unsere Sorge um die Armen hier und jetzt einmal Rechenschaft ablegen werden müssen. Jesus wird denjenigen die neue Welt Gottes in Besitz geben, die den Hungernden zu essen, den Durstigen zu trinken und den Nackten Kleider gaben. Wenn wir auf vielfältige Art und Weise denen helfen, die es brauchen, dann begegnen wir darin Jesus selbst.

Matthäus 25,31-46

Tja, das war noch der alte Jesus!
Der neue Jesus begeistert sich für Donald Trump und macht in Credit Default Swaps.


Freitag, 9. Oktober 2020

Neue Trump-Verschwörungstheorie

Er will immer der Gewinner sein, hält sich selbst für den Allergrößten in jeder Hinsicht, hat ein manisches Verlangen nach kontinuierlichen Lobpreisungen und erträgt es einfach nicht, wenn er mal nicht im Mittelpunkt steht:
Donald Trump.

Ich bin fest davon überzeugt, daß er mental so extrem derangiert ist, heute ernsthaft mit dem Gewinn des Friedensnobelpreises gerechnet zu haben, weil er ehrlich davon überzeugt ist, die Maximal-Ehrung am meisten verdient zu haben.

Bei all dem pathologischen Verhalten, das wir nun seit Jahren vom amerikanischen Präsidenten kennen und erwarten, kommt unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl am 03.11.2020 ein neuer und nicht ins Bild passender Aspekt hinzu:
Trump sabotiert sich selbst! Und zwar nicht wie üblich durch Unfähigkeit und Doofheit, sondern scheinbar gezielt und vorsätzlich.

Immer öfter höre ich die Frage „Will Trump die Wahl verlieren?“

Beispiele:

Er wählt sich telefonisch auf FOX-News bei Sean Hannity ein, um vernehmlich hustend zu erklären er wäre gesund wie nie, obwohl er ganz offensichtlich weiterhin positiv auf Corona getestet wird. Selbst für Trump-Verhältnisse ist das ausgesprochen dämlich und kontraproduktiv.

Er orakelt davon Joe Biden vor der Wahl verhaften zu lassen und tweeted:

[…..] Crazy Nancy Pelosi is looking at the 25th Amendment in order to replace Joe Biden with Kamala Harris. The Dems want that to happen fast because Sleepy Joe is out of it!!! […..]

(Donald J Trump, 09.10.2020)

Zehn Punkte in den Umfragen zurückliegend sagt er das zweite TV-Duell ab.

In der Corona-Megakrise sagt er unmittelbar vor der Wahl das große „corona relief package“ ab und verschärft damit die finanziellen Sorgen der Amerikaner massiv; bringt die Börsenkurse ins Rutschen.

[…..]  Will Trump die Wahl verlieren?   […..]  Im US-Wahlkampf hat die sogenannte Silly Season begonnen, also die letzte Phase, in der die Kandidaten üblicherweise jede Menge dummes Zeug anstellen, um irgendwie zu gewinnen. Donald Trump, der offiziell eigentlich an Covid-19 erkrankt ist und ruhen sollte, ist der Großmeister der Silly Season. Dies hat er nun abermals unter Beweis gestellt, indem er via Twitter kurzerhand die Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten im Kongress über ein neues, viele Milliarden schweres Corona-Hilfspaket quasi für beendet erklärte - und dann einige Stunden später wieder so tat, als sei er doch zu einem Kompromiss bereit.  Das Ausbleiben der Milliarden wäre der Albtraum aller Wirtschaftsbosse und Börsianer, weshalb die Kurse nach Trumps Ankündigung erst mal prompt in die Tiefe stürzten. Der Präsident ließ sich selbst vom Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, nicht davon abbringen, seine politische Handgranate in den Verhandlungsraum zu werfen. Powell hatte noch kurz vor Trumps Ausbruch davor gewarnt, dass ein Ausbleiben frischer Hilfs-Milliarden für die US-Wirtschaft tragische Folgen haben könnte. […..]

(DER SPIEGEL, 07.10.2020)

Es sieht wirklich weiterhin so aus, daß Joe Biden und Kamala Harris einfach nur abwarten müssen wie Trump sich selbst so massiv schadet, daß die Demokraten automatisch gewinnen.

[……] Trump is full of shit. He desperately needs another debate. He desperately needs the stimulus. […..]

(Don Winslow, 09.10.2020)

Aber was könnte der Grund dafür sein, wenn man nicht zu der QAnon-Fraktion gehört, die den Beweis des Gegenteils erst Recht als Beleg für ihre irren Ansichten empfinden?

Wall Street Journalisten sind verwirrt. Wieso will Trump verlieren?

Möglicherweise ist er schon im Nero-Modus und will alles niederbrennen, weil er ahnt, nicht mehr gewinnen zu können.

Als Verlierer von der Bühne zu gehen widerstrebt ihm so sehr wie Adolf Hitler, so daß er dessen Politik der verbrannten Erde anwendet: Wenn er nicht mehr Präsident sein kann, soll es dem Land extrem dreckig gehen, soll der Nachfolger es so schwer wie möglich haben, so daß IQ45 a posteriori im rosa Licht betrachtet wird.

Oder ist Trump endgültig mürbe von seiner Erfolglosigkeit, hat keine Lust mehr sich im Oval Office mit Widerspruch zu plagen und will lieber den Rest seines Lebens golfend verbringen?

Ich halte aber andere Erklärungen für plausibler.

Er will schon deswegen gewinnen, weil er Angst haben muss anderenfalls ins Gefängnis zu kommen, nachdem er seine Immunität durch das Amt verloren hat.

Seine katastrophalen Fehler passieren also eher ungeplant, weil er ohnehin immer zu dumm war strategisch zu denken oder aber weil durch seine Covid19-Infektion, bzw Nebenwirkungen der Medikamente ein weiterer mentaler Verfall einsetzte.

Die Unfähigkeit ist gewaltig im Weißen Haus und darf nie unterschätzt werden.

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Kamala Harris versus Mike Pence.

Wie das VP-Duell gestern lief?

Das ist in Stichworten schnell erzählt:
Harris war zahmer als erwartet.

Harris verzichtete auf ein paar harte verbale Treffer, als die Gelegenheit übergroß war.

Pence respektierte beide Frauen nicht, indem er seine Redezeit stoisch überzog und dazwischen redete.

Pence respektierte die Wähler nicht, indem er die bohrenden Fragen kategorisch nicht beantwortete.

Was tut er, wenn Biden gewinnt und Trump das Ergebnis nicht akzeptiert? Wieso hat die USA so extrem überproportional viele Todesfälle durch Corona? Was ist denn der Healthcare-plan, der seit vier Jahren angekündigt wird? Hat er nach der Covid-Erkrankung seines Chefs mit Trump verabredet, ab wann er die Amtsgeschäfte übernimmt? Wann wurde Trump zuletzt negativ getestet? Haben die Amerikaner das Recht über den Gesundheitszustand des potus informiert zu sein? War Trump schon infiziert, als er zum TV-Duell mit Biden erschien, hat er deswegen den obligatorischen Test vor der Sendung verweigert? Verurteilt er weiße Rassisten? Wie würde er als Gouverneur von Indiana das Abtreibungsrecht regeln, wenn seine Richterin Roe v. Wade streicht? Gibt es menschengemachten Klimawandel? Wieso steht er überhaupt auf der Bühne, obwohl er nach seinem offensichtlichen Kontakt mit Covid-Erkrankten nach den Regierungsrichtlinien in Quarantäne gehört?

Moderatorin Susan Page ist komplett überfordert, lässt Pence plappern und mahnt nicht einmal an Fragen zu beantworten.

Pence passt sich inzwischen auch optisch seinem Idol Trump an, verteidigt ihn rückhaltlos, weiß also, daß er nur für einen Zuschauer spricht: Trump.

Pence lügt ähnlich dreist wie sein Chef und ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten als ausgerechnet er als Vertreter der 20.000-Lügen-Trump-Administration Harris mehrfach ermahnt die Fakten nicht zu verdrehen.

Harris lässt Pence die meisten Lügen durchgehen, insbesondere den Unsinn vom angeblich so wirksamen Anti-China-Lockdown.

Harris war offensichtlich dahingehend instruiert keinesfalls als „angry black woman“ zu wirken, um keine Wähler zu verschrecken.

Eine dickte Fliege landet auf Pences weißen Haaren, bleibt dort zwei Minuten sitzen, ein Auge des VP ist blutunterlaufen. Der zu erwartende weltweite Meme-Sturm setzt augenblicklich ein.

 Das VP-Duell wird kaum Wahlauswirkungen haben.

Biden kann zufrieden sein, da sich die Umfragen in seine Richtung bewegen.

Sogar FOX meldet nun einen zweitstelligen Abstand.

 


Trump, scheint zu begreifen, daß die direkten Duelle ihm eher schaden.

Vor dem zweiten Duell mit Biden rennt er weg.

[….] Trump kneift!  Eine Befragung durch Bürger: So sollte die nächste TV-Debatte zwischen Präsident und Herausforderer funktionieren. [….] Allein: Die Debatte wird vermutlich nicht stattfinden, die Infektionsgefahr ist zu hoch, Trumps Gesundheitszustand wird zu recht von dem Veranstalter hinterfragt und als zu kritisch eingestuft. Der Mann hat offenbar schon genügend Mitarbeiter angesteckt.  Trump verweigert nun die Zuschaltung per Video und empfindet das Distanzgespräch als Zumutung- eine Zumutung übrigens, die Millionen weltweit seit Monaten klaglos ertragen. Deswegen also jetzt schon das Geschrei. Deswegen wohl keine Debatte mehr. […..]

(Stefan Kornelius, 08.10.20)

Die Trump-Präsidentschaft bleibt also eine einzige Shitshow; auch der Vizepräsident weigert sich den friedlichen demokratischen Machtwechsel zu garantieren und für die US-Verfassung einzustehen.

Pence ist ebenfalls Mittglied eins antidemokratischen Hass-Kults, seine Frau, die passenderweise Karen heißt, kam sofort nach dem Ende des Duells regelwidrig demonstrativ ohne Maske auf die Bühne, während Harris‘ Ehemann Douglas Emhoff den obligatorischen Mundschutz trug.

Trump-Absurdität des Tages:

Nach 210.000 Corona-Toten in den USA und 7,5 Millionen infizierten US-Amerikanern vertreibt der Geschenkeshop des Weißen Hauses ab heute eine „Trump besiegt COVOD“-Münze für nur 100 Dollar.

[…..] Historic Moments in History Coin: President Donald J. Trump Defeats COVID with Icons of His Entire First Term! Limited Edition, Giannini Series as Seen Worldwide, Edge Numbered Edition, Pre-Order Ships Nov 14, 2020

Regular Price: $100.00

Availability: Pre-Order Ships Nov 14, 2020

Product Code: TRUMP-DEFEATS-COVID [….]

(WH Gift Shop)

Es ist ein Kult. Ein pseudoreligiöser Kult weißer Rassisten.

Das hat mit Demokratie nichts mehr zu tun.

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Umfragespaß

Ein Tennisprofi kann mit etwas Pech im Finale eines Grandslam-Turniers über weite Strecken das Match dominieren, mehr Punkte als der Gegner machen und dennoch als Verlierer vom Platz gehen.

Das Tennis-Wertungssystem hat nämlich einige Ähnlichkeiten mit dem amerikanischen Mehrheitswahrecht.

Man muss nur die Mehrheit von fünf Sätzen gewinnen; dabei ist es unerheblich wie deutlich die Sätze gewonnen wurden.

Wer mit 0:6, 7:6, 7:6, 0:6, 7:6 vom Platz geht, gewinnt mit 21 Spielen; der Gegner verliert mit 30 Spielen.

Bricht man es auf die Punkte herunter, kann das Ergebnis sogar noch extremer verzerrt sein, wenn der Verlierer alles seine 30 Spiele mit 40:0 gewann und die 21 Spiele des Siegers hochumkämpft waren.

Für den Turnierverlierer mit mehr Punkten mag das tragisch sein, aber wenigstens geht er nicht in totaler Schande vom Platz. Er bekommt einen kleinen Pokal, ein paar Hundert Weltranglistenpunkte und immerhin die Hälfte des Siegerpreisgeldes; also auch eine siebenstellige Dollar-Summe.

Der Verlierer oder die Verliererin einer US-Präsidentenwahl bekommt nichts.

Hillary Clinton machte 2016 fast drei Millionen „Punkte“ mehr und erntete dafür nur Schimpf und Schande.

Sie wäre die falsche Kandidatin gewesen, hätte auf falsche Themen gesetzt und Trump unterschätzt. Es gibt keinen Trostpreis, keinen Vize-Titel und keine finanzielle Entschädigung.

Das ist doppelt bitter für die Kandidatin, die 2,1 Prozentpunkte und fast drei Millionen Stimmen mehr als ihr Gegner bekam.

  

Das US-Wahlsystem wird sogar noch mehr als ein Tennismatch verzerrt, weil nicht alle Wahlmänner des „electoral college“ (Wahlmännergremiums) gleich viele Wähler repräsentieren.

Kalifornien als bevölkerungsreichster Bundesstaat bekommt zwar mit 55 Wahlmännern die meisten Mitglieder des electoral colleges, aber weit weniger als ihm proportional zur Bevölkerungszahl zustünde.

In Wyoming gibt es rechnerisch eine Stimme im Wahlmännergremium für 195.000 Bürger. In Kalifornien braucht es 712.000 Bürger für eine solche Stimme.

Wer also im blue state California seine Stimme für Biden abgibt ist ein eher unwichtiger Wähler. Der Amerikaner, der in Wyoming wählt hat ein dreieinhalbfaches Stimmengewicht. 

Da in den dünn besiedelten „roten Staaten“ konservativere und weniger gebildete Menschen leben, deren Stimmen aber mehr zählen, haben die US-Republikaner einen grundsätzlichen Vorteil im US-Wahlsystem.

Konservative Staatsregierungen verzerren zudem durch voter supression und Gerrymandering die Wahlergebnisse weiter zu ihren Gunsten.

Würde man wenigstens die Verzerrungen bei der Umrechnung von Bevölkerungszahl auf Stimmen im Wahlmännergremium beseitigen, wäre Clinton vielleicht Präsidentin geworden.

Die blauen Staaten gewännen deutlich mehr Stimmengewicht.

Kalifornien erhielte 13 Stimmen mehr, also 68 statt 55.

Illinois: +5

Maryland: +2

New Jersey: +4

New York: +7

Washington: +2

Aber selbst mit so einer gerechteren Verteilung wäre nur das Tennis-System erreicht.

Es bliebe ein Mehrheitswahlrecht, bei dem grundsätzlich der Stimmenverlierer wie George W. Bush 2000 und Trump 2016 US-Präsident werden kann.

Diese grundsätzlichen Regeln gilt es im Auge zu behalten, wenn die Umfragen der Präsidentschaftswahl von 2016 herangezogen werden, um sie grundsätzlich als falsch und irreführend zu brandmarken.

Nein, die Zahlen für die ganze Nation wurden weitgehend sehr korrekt prognostiziert. Hillary Clinton würde Trump mit zwei bis drei Punkten hinter sich lassen und ein paar Millionen Stimmen mehr bekommen.

Genauso kam es auch. Sie wurde aber nicht Präsidentin, weil es in dem absurden US-System nicht aussagekräftig und auch nicht entscheidend ist, wer die meisten Stimmen bekommt.

Die Demokraten und Hillary Clinton haben sich aber genau wie die wenig von Trump begeisterten Europäer im Jahr 2016 blenden lassen und dabei vor allem zwei Fehler gemacht:

Erstens zu sehr auf die nationwide polls gesehen und zweitens die Möglichkeiten unterschätzt, daß Trump die „blue colar sates“ im Norden, also insbesondere Wisconsin, Pennsylvania, Michigan und mit Abstrichen Ohio gewinnen könnte.

Der Orange hatte aber Glück, gewann alle vier mit jeweils einem sehr knappen Vorsprung von wenigen Tausend Stimmen.

Das Mehrheitswahlrecht bescherte ihm dadurch WI10+MI16+OH18+PA20 = 64 Wahlmännerstimmen. Hillary Clinton holte in den vier Staaten fast ebenso viele Stimmen, bekam aber NULL Stimmen in Wahlmännergremium.

64:0 Präsidentenwahlstimmen im electoral college bei für die vier Staaten addierten 9,1 Millionen Clinton-Wählern und 9,5 Millionen Trump-Wählern.

Was ist 2020 anders?

Wieso sieht es für Joe Biden rosiger aus?

1.) Biden schreckt nicht ab, es gibt viel weniger eingefleischte Biden-Hasser als Clinton-Hasser.

2.) Trump ist nicht mehr neu, in ihn kann man nicht mehr hineinprojizieren. Nach vier Jahren im Amt sind seine Fakten klar: Millionen Jobs gingen verloren, die Wirtschaft stürzte ab, 210.000 Corona-Tote.

3.) Nationwide führt Biden nicht wie Clinton mit zwei bis vier Prozentpunkten, sondern in vielen Umfragen sogar zweistellig.

CNN sieht Biden 16 Punkte vorn, das konservative Rasmussen-Institut 12 Punkte und sogar FOX meldet einen Vorsprung im hohen einstelligen Bereich.

4.) In vielen Staaten, die Trump 2016 gewann, liegt Biden laut der Umfragen deutlich vorn, wie auch der Trumpsche Fan-Sender FOX zerknirscht einräumt.

[…..] Democratic presidential candidate Joe Biden leads President Donald Trump in the battleground states of Nevada, Ohio, and Pennsylvania, according to Fox News statewide likely voter surveys.  In each of the three states, majorities disapprove of the job Trump is doing as president, pluralities say coronavirus is “not at all” under control, and Biden is the preferred choice when it comes to handling the virus. Plus, he’s favored over Trump to nominate the next U.S. Supreme Court justice.    [….]

(FOX, 29.09.2020)

Gut möglich, daß Biden auch Florida gewinnt. Dann hat Trump keine Chance mehr.


Nein, damit ist die Wahl noch nicht gelaufen. Trump ist für jede Überraschung gut, in vier Wochen kann viel passieren, es kann manipuliert werden.

Aber die Zahlen sehen gegenwärtig viel besser für Biden aus, als Anfang Oktober 2016 für Hillary Clinton.


 



Dienstag, 6. Oktober 2020

Oskar Braun

Natürlich verdeckt die ungeheuerliche Shitshow des Donald Trump wieder einmal, ganz in seinem Sinne, alle andern Nachrichten.

In der heißen Wahlkampfphase des kalten amerikanischen Bürgerkriegs fällt es schwer mehr als das Nötigste aus Deutschland mitzubekommen.

Aber da war dann auch noch eine Kleinigkeit, die zwar keineswegs überraschend, aber doch erwähnenswert war. Es geht wieder einmal um das Querfrontler-Ehepaar aus Saarbrücken, das es mit kontinuierlicher Heranwanzung an den völkischen rechten Wählerrand, ihre Partei, DIE LINKE, trotz der ungeliebten Groko und dem historischen Tiefstand der SPD demoskopisch noch unter das besonders schlechte 9,2%-Wahlergebnis von der Bundestagswahl 2017 auf seit einem Jahr stabile 7% zu drücken. Das muss man erst mal schaffen.

[…..] Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht waren stets das größte Geschenk für die Seeheimer und alle R2G-Kritiker in der SPD.

Das Ehepaar war die Apotheose all dessen, dem man nicht traute.

Beide zutiefst egoistisch, beide fielen ihren eigenen Parteien schwer in den Rücken, beide paktierten mit ganz Rechts, um der sozialdemokratischen Sache zu schaden.

Oskar Lafontaine wurde sogar hochbezahlter Kolumnist der rechtspopulistischen BILD-Zeitung, um Rot-Grün zu stürzen und damit wieder die CDU ins Kanzleramt zu befördern.

Wagenknechts #Aufstehen-Abenteuer, mit dem sie nach der SPD nun auch noch die LINKE zerschlagen wollte und sich ungeniert zum Liebling der AfD und rechtsradikaler Blogger emporschwang, machten endgültig eine Koalition insbesondere mit den Grünen unmöglich.

So betätigte sich auch Lafontaines Ehefrau als wichtigste Wahlkampfhelferin der CDU/CSU.   Oskar Lafontaine ist allerdings mittlerweile 75 Jahre alt, litt an Prostatakrebs und seine Sahra fuhr #Aufstehen so gezielt gegen die Wand, daß auch sie de facto ihren Rückzug aus der Politik bekannt gab. [….]

(Einzelne gegen das Wohl Vieler, 27.04.2019)

Lafontaine und Wagenknecht wurden immer wieder scharf aus ihrer eigenen Partei kritisiert, sind aber vollkommen beratungsresistent, also ganz offensichtlich tatsächlich ideologisch auf AfD-Kurs.

Seit Jahren gibt es Belege dafür.

[….] Der Begriff „Schäbigkeit“ erfährt im politischen Sinne durch Sahra Wagenknecht eine ganz neue Dimension.

Es ist schon grundsätzlich schäbig aus niederen egoistischen Motiven eine linke, der internationalen Solidarität verpflichtete Partei kontinuierlich durch nationalistisches und xenophobes Blinken nach rechts zu verschieben.   Es ist besonders schäbig dabei auch noch in Kauf zu nehmen, die einzig linke Partei zu zerschlagen, indem man als Bundestagsfraktionsvorsitzende  gleichzeitig eine Konkurrenz-Organisation gründet.   Noch schäbiger ist es aber als #Aufstehen-Chefin noch nicht mal ein Risiko eingehen zu wollen, indem sie in beiden „Parteien“ weiter führende Rollen einnimmt, so daß sie immer auf der sicheren Seite steht, falls  „Aufstehen“ oder „die Linke“ dabei auf der Strecke bleiben.

 Auch symbolisch betrat die Bewohnerin einer Millionen-Villa im Saarland neue Größenordnungen der Schäbigkeit, indem sie sich dezidiert an homophobe, gewalttätige und antisemitische Kräfte der „Gelbwesten“ anknüpfte.  Gerade gestern gab es in Köln einen Versuch der rechtsextremen, verschwörungstheoretischen identitären Ausländerhasser um den Pipi-Blogger David Berger mit Gelbwesten Hetze gegen Schwache zu betreiben. Wagenknechts Gesellschaft. […..]

(Hinsetzen V, 10.03.2019)

Beide Rotbraunen haben sich nach der Totalblamage der Gründung ihrer Privatpartei „Aufstehen“, mit der sie sich wie Peronisten, Gaullisten oder République en Marche eine auf ihre Personen zugeschnittene Plattform schaffen wollten, nie ideologisch nachgelassen.

[….] Was für eine groteske Schmierenkomödie. Erst verriet Lafontaine seine eigene Partei, deren Vorsitzender er war, um als Linker in ihrem Fleisch zu sektieren, dann heiratete er die Linke Sahra Wagenknecht, die nun etwas Ähnliches in ihrer Partei abzieht: Die Linke in zwei Hälften zu zerteilen.

Beide bedienen sich dabei xenophober Ressentiments und spielen die Ärmsten in Deutschland perfide gegen Flüchtlinge und Asylanten aus. Es gibt eine lange Geschichte dieses Fischens im braunen Sumpf.  Seit ihrer Heirat scheint Wagenknecht sogar deutlich aggressiver gegen Flüchtlinge zu agitieren. Immer wieder robbt sie sich mit Vorurteilen gegen Heimatvertriebene, die den Deutschen etwas wegnähmen, mit ihnen konkurrierten an AfD-Wähler heran. Sie schafft es nicht bei ihrer neuen linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ auf ausländerfeindliche Untertöne zu verzichten. 

[….] In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten spiel­te [Wagenknecht] noch mit Res­sen­ti­ments ge­gen Flücht­lin­ge und Frem­de. [….]  Mat­thi­as Miersch, Frak­ti­ons­vi­ze und ein­fluss­rei­cher Netz­wer­ker des lin­ken Flü­gels, merkt kri­tisch an, dass sich Wa­genk­necht in der Ver­gan­gen­heit aus rot-rot-grü­nen Ge­sprächs­krei­sen »eher her­aus­ge­hal­ten« habe. Und der SPD-Ge­sund­heits­ex­per­te Karl Lau­ter­bach bucht das Pro­jekt schlicht als »Un­sinn« ab. »Wir kön­nen nicht alle drei Jah­re eine neue Par­tei grün­den und die Lin­ke wei­ter spal­ten«, sagt er. [….] Bei den Grü­nen ste­hen Wa­genk­nechts Chan­cen eher noch schlech­ter als bei der SPD. [….] weil sich die Lin­ken-Po­li­ti­ke­rin mit ih­rer kri­ti­schen Po­si­ti­on zu Ein­wan­de­rung und Flücht­lings­auf­nah­me hin­rei­chend un­be­liebt ge­macht hat. Nicht mal die Nach­wuchs­or­ga­ni­sa­ti­on, sonst für lin­ke Pro­jek­te zu ha­ben, mag sich für die Samm­lungs­be­we­gung ein­set­zen. Dass sich lin­ke Ak­teu­re ver­net­zen, sei sinn­voll, sagt Ri­car­da Lang, Spre­che­rin der Grü­nen Ju­gend, »aber Frau Wa­genk­necht ist da­für die Fal­sche«. Sie ori­en­tie­re sich in der Mi­gra­ti­ons­fra­ge an Rech­ten und Kon­ser­va­ti­ven. [….]

(Der Spiegel Nr. 32, 04.08.2018)

Wagenknecht wagt kein Risiko; sie bleibt in der Partei. Klebt an ihren Pöstchen.  Ganz offensichtlich wird mit dem Projekt „Aufstehen“ eher ihre eigene Profilneurose bedient; schließlich waren sie und ihr Ehemann bisher schon das Haupthindernis für rotrotgrüne Zusammenarbeit. [….]

(Sie können es nicht lassen, 08.08.18)

Nach vielen Jahren und vielen Ausschlussverfahren ist die SPD endlich den völkisch-biologistischen Hetzer Thilo Sarrazin los.

Aus der Sicht der beiden Linken Wagenknecht und Lafontaine ist der Mann, der vor der „Produktion von Kopftuchmädchen“ durch „Muselmanen mit enormer Lendenkraft“ warnte allerdings ein brauner Diamant, dem sie sich nur zu gern annehmen.

Am 30.09.2020 trat Lafontaine zusammen mit dem Rassisten Sarrazin und dem CSU-Rechtsaußen Gauweiler in der Hauptstadt der Beweg.., München auf, um gegen Migranten zu wettern.

[…..] Oskar Lafontaine sieht sich mit Rücktrittsforderungen aus seiner eigenen Partei konfrontiert. Grund ist ein gemeinsamer Auftritt mit Thilo Sarrazin. Mitglieder der Linken fordern, der frühere Parteichef solle seinen Posten als Fraktionsvorsitzender im saarländischen Landtag abgeben. In einer Mitteilung schreibt der Zusammenschluss "Antikapitalistische Linke" (AKL): "Die AKL fordert, dass Oskar Lafontaine unverzüglich alle politischen Ämter niederlegt, in denen er die Politik der Linken vertreten müsste." Zur Begründung heißt es, Sarrazin sei "ein landesweit bekannter Rassist, der gerade und nach langem quälenden Verfahren aus der SPD ausgeschlossen wurde" und eine "rechtsradikale Ikone", die von einem Mitglied der Linken nicht öffentlich aufgewertet werden dürfe. Dieser gemeinsame Auftritt sei parteischädigend.  Lafontaine war am Montagabend in München gemeinsam mit dem CSU-Politiker Peter Gauweiler und dem früheren Berliner Finanzsenator und Buchautor Thilo Sarrazin aufgetreten, um über Sarrazins neues Buch zu sprechen. Sarrazin wurde im Juli wegen rassistischer und islamfeindlicher Aussagen aus der SPD ausgeschlossen. […..] "Jemand, der sich mit Rassisten wie Sarrazin ein Podium teilt und die Interessen Geflüchteter gegen deutsche Rentner ausspielt, darf kein öffentliches Amt für Die Linke bekleiden." […..]

(Spon, 30.09.2020)

Während die Linken eher weniger begeistert sind, feiert die JF, das Propaganda-Organ der AfD, das Gipfeltreffen die völkischen Xenophoben.

Lafontaine liefert denjenigen Argumente, die in rechtsextremen Polizeichatgruppen gegen „Nichtarier“ hetzen, die vor Synagogen Juden mit Klappspaten zusammenschlagen, die Flüchtlingsunterkünfte mit Brandsätzen bewerfen, massenhaft Hassbriefe und Drohungen an Journalisten schreiben, AfD wählen oder Frauen mit Kopftuch im Bus bespucken.

 Lafontaine macht sich mitschuldig an rechtsextremer Gewalt.

[….] Auch wegen des Treffens mit Peter Gauweiler ist „Die Linke.queer“ erzürnt. Dieser sei in den 1980er-Jahren dafür bekannt gewesen, dass er gegen die Hauptbetroffenengruppen von HIV und AIDS vorgehen wollte. „Es ist ein Schlag ins Gesicht insbesondere schwuler Männer, wie Lafontaine, aber auch andere Linke, Gauweiler immer wieder durch gemeinsame Diskussionsveranstaltungen aufwerten“, heißt es von der Arbeitsgemeinschaft.  „So etwas macht man, wenn man Die Linke zerstören möchte“, twitterte die stellvertretende Vorsitzende der Linken, Martina Renner. Lafontaine mache das Maskottchen und falle durch „flüchtlingsfeindliche Aussagen“ auf. Auch die sachsen-anhaltische Linken-Politikerin Henriette Quarde ist sauer.

„Echt, es kotzt mich an. So viele stabile Genoss*innen machen tolle und wichtige Arbeit und bekommen von Lafontaine und Co. so oft in die Fresse. Wann hört das auf und wann ziehen wir hier endlichen mal Konsequenzen? Der Typ hat in einer Linken nix verloren“, sagte sie. [….]

(FR, 01.10.2020)

Ja, viele Linke sind offensichtlich entsetzt über ihre beiden Führungsfiguren, aber während die SPD immerhin schon nach den ersten völkischen Ausfällen Sarrazins versuchte ihn loszuwerden, wird der Parteivorstand der LINKEN gar nicht erst aktiv, obwohl der ehemalige Saarländische Ministerpräsident seit vielen Jahren klar zeigt wo er steht.

Die Chef-Linken ducken sich weg und machen sich damit ebenfalls mitschuldig.

[…..] Der [BR]  zitierte Lafontaine mit der Kritik, „jedes unbegleitete Flüchtlingskind“ koste monatlich 5000 Euro, was einer Sozialrentnerin guten Gewissens nicht zu vermitteln sei. Und: Wenn hundert Menschen hungerten, sei es wenig sinnvoll, einen von ihnen ins „Feinschmecker-Lokal“ einzuladen, wenn die dortige Rechnung allemal dafür ausreiche, allen Betroffenen Brot zu geben. Wählern der Grünen warf Lafontaine demnach eine Doppelmoral in Flüchtlingsfragen vor - er begründete dies damit, dass in deutschen „Mittelstandshaushalten“ auch „philippinische Haushaltshilfen, polnische Pflegekräfte und Gärtner vom Balkan“ schuften würden. […..] In der Linkspartei wiederum gibt es seit Jahren erhebliche Kritik an Lafontaines Positionen vor allem in der Flüchtlingspolitik. Kontroversen gab es deshalb nahezu regelmäßig mit den Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger, die sich auf dem nächsten Bundesparteitag Ende Oktober/Anfang November in Erfurt nicht zur Wiederwahl stellen. Sie wie auch ihre designierten Nachfolgerinnen Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler vermieden am Mittwoch eine Stellungnahme zu Lafontaines Auftritt mit Sarrazin. [….]

(Tagesspiegel, 30.09.2020)

Montag, 5. Oktober 2020

Kein Fake

Die Covid19-Krankheit des US-Präsidenten bietet einmal mehr die Gelegenheit in die Parallelwelt seiner Fans einzutauchen.

Wie ein Messias wird er gefeiert in seinem Twitterfeed.

[…..] Man Shouts “I Will Die For Him, I Will Die For That Man Happily” As Trump Motorcade Drives By […….]

(The Gaily Grind Staff, 10/04/2020)

Seine vor dem Walter Reed Hospital ausharrenden Jünger jubilieren die Bereitschaft jederzeit für Trump ihr Leben zu geben in die Kameras der Weltpresse.

   [….] Unter den Leuten, die an diesem Samstag zum Walter-Reed-Militärkrankenhaus gekommen sind, ist auch Katherine Adelaide. Sie ist aus Taneytown hergefahren, einer Kleinstadt etwa 50 Meilen nördlich von Bethesda. Adelaide sitzt dort im Kreisvorstand der Republikaner. Sie hat ihren Hund dabei, er ist in einem Wägelchen eingesperrt, und so hat die 63-Jährige die Hände frei, um zwei Schilder zu halten. "Trump 2020" steht auf dem einen, "Stop Abortion Now" auf dem anderen.  [….]  "Am Samstag hat dann die Partei eine Mail rumgeschickt, in der stand, wir sollten herkommen und unseren Präsidenten unterstützen", sagt Adelaide.  [….] Katherine Adelaide weiß ganz genau, warum ihr Präsident in dem Krankenhaus ist: "Ich bin sicher, dass er absichtlich mit dem Virus angesteckt wurde", sagt sie. "Der Zeitpunkt ist einfach zu verdächtig, direkt nach dieser ersten Debatte. Da haben sie ihn reingelegt und versucht, ihn dazu zu verleiten, etwas Schlechtes über die weiße Rasse zu sagen." Adelaide weiß, dass "dieses ganze Virus-Ding" eine Falle ist, eine Verschwörung, um Trump den Wahlsieg zu rauben. Und wer hinter dieser Verschwörung steckt, das weiß sie auch. "Na, Hope Hicks. Sie war früher eine wichtige Beraterin von Trump und hat das Weiße Haus verlassen. Aber sie ist wieder eingeschmuggelt worden, um Trump mit dem Virus anzustecken." […..]

(Hubert Wetzel, 04.10.2020)

Nun scheint Trump auch noch blitzartig zu genesen, kehrt heute schon zurück ins Weiße Haus, verkündet sich seit 20 Jahren nie besser gefühlt zu haben – das sei der Beweis: Corona ist doch halb so schlimm.

Besser könnte es nach dieser Lesart kaum laufen für IQ45; nun halten ihn seine Kult-Anhänger auch noch für physisch unbesiegbar.

War es womöglich also doch eine Inszenierung des weltgrößten Narzissten sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, um die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, seinen Halbgott-artigen Status zu festigen und nun auch noch Mitleid auf sich zu ziehen, während die Demokraten treudoof gleich ihre aggressiven Wahlspots einstellten?


 
 
Drei Tage nachdem Trump ins Krankenhaus eingeliefert wurde lautet meine Einschätzung „Nein“. Ich halte seine Infektion für echt.

Der nun noch mehr entflammte Enthusiasmus der Trump-Wähler ist offensichtlich, bringt aber keine einzige zusätzliche Stimme. Die Katherine Adelaides der USA waren ohnehin maximal motiviert und stimmen unter allen Umständen für Trump.

 

 

Die „Never Trumpster“ (aus meiner Medienblase beispielsweise) sind aber ebenso entschlossen und einmal mehr getreu seines Mottos „Every Day A New Low“ entsetzt wie Trump das Leben seiner Sicherheitsleute aufs Spiel setzt, indem er sich in einem luftdicht verschlossenem Beast-Car zur Belustigung seiner Jünger Sars-Cov2-ausatmend drei weitere Menschen mit tödlichen Krankheitserregern einnebelt.

 




Es gibt aber Anzeichen dafür, daß deutlich mehr Amerikaner als die 50% Trump-Gegner, nämlich bis zu Zwei Dritteln glauben Trump habe selbst schuld an seiner Infektion, weil er unverantwortlich lasch mit den CDC-Empfehlungen umging.

Dadurch gefährdete er den Amtsinhaber und damit macht man sich in einer so extrem auf die Person ganz oben zugeschnittenen US-Verfassung nicht beliebt.

 Trump has become a symbol of his failures!

(Jake Tapper)

Immer mehr kristallisiert sich die beißende Ironie heraus: Der Mann, der seit 20 Jahren keine Steuern zahlt, bekommt bei den ersten Anzeichen einer Infektion genau den Staatssozialismus verpasst, den seine Leute so vehement ablehnen: Sofortige Luxusbehandlung auf Staatskosten, obwohl sich der Patient das Leiden ganz allein selbst zuzuschreiben hat.

 


Es wird außerdem für alle offensichtlich wie selbstverständlich sich die Trump-Administration über alle Pandemie-Regeln hinwegsetzte, da sich das Weiße Haus selbst zu einem Corona-Hotspot entwickelte.

Der große Empfang mit 150 Gästen ohne Abstand und Masken (erlaubt sind maximal 50) für Amy Cony Barrett war offensichtlich ein Superspreader-Event, mit dem die gesamte Regierung in tödliche Gefahr geriet.

Dafür spricht schon die schiere Liste der Corona-Infizierten aus Trumps allerengstem Kreis. Neuester Zugang zu der Quarantäne-Gang ist die Extrem-Lügnerin und Pressesprecherin des Weißen Hauses Kayleigh McEnany.

Zuvor publizierten schon

 

·        Donald Trump im Krankenhaus

·        Chris Christi,e Former Governor of New Jersey im Krankenhaus

·        Hope Hicks   Senior Counselor to the President infiziert, symptomatisch

·        Mike Lee United States Senator from Utah infiziert, symptomatisch

·        Thom Tillis   United States Senator from North Carolina     infiziert, symptomatisch

·        Melania Trump infiziert, symptomatisch

·        Kellyanne Conway infiziert, symptomatisch

·        John Jenkins President of the University of Notre Dame infiziert, symptomatisch

·        Ronna McDaniel, Vorsitzende der Republikaner infiziert, symptomatisch

·        Michael D. Shear White House correspondent NYT infiziert, symptomatisch

·        Bill Stepien   Trump campaign manager, infiziert, symptomatisch

·        Claudia Conway, Tochter von Kellyanne Conway infiziert, symptomatisch

·        Nick Luna     Body man to Donald Trump infiziert

·        Multiple unidentified staffers White House staffers    infiziert

·        Two unidentified journalists White House press room journalists infiziert

·        11 unidentified persons Debate preparation staff or media infiziert

·        Ron Johnson United States Senator from Wisconsin infiziert

·        Kayleigh McEnany White House press secretary infiziert

·        Greg Laurie Senior pastor of Harvest Christian Fellowship infiziert

·        Chad Gilmartin infiziert

 


Es werden immer mehr und damit wird immer deutlicher wie extrem die Trump-Administration acht Monate nach den ersten Corona-Toten in den USA versagt; sie kann nicht einmal die eigenen wichtigsten Leute schützen.

 


Schlimmer noch; es wird aufgrund des Krankheitsverlaufes Trumps immer wahrscheinlicher, daß er schon seit einer Woche infiziert ist, auch davon wußte und dennoch zu mehren Spendensammlungen, Wahlkampfauftritten und dem TV-Duell mit Biden ging, seinen Status verheimlichte und damit seine größten Fans in Lebensgefahr brachte.

Chris Wallace, der FOX-News-Moderator der ersten TV-Debatte berichtet, wie vehement die gesamte Trump-Familie die Sicherheitsregeln verletzte.

[….] “The rules from the Cleveland Clinic could not have been more clear. Everyone, everyone in the audience was to wear a mask,” Wallace said on “Fox News Sunday.” “After the first family came in, they all took off their masks. So did the White House Chief of Staff Mark Meadows. Do they think that the health and safety rules for everybody else do not apply to them?”  When Steve Cortes, a senior adviser to the Trump campaign, started arguing that the masks weren’t necessary because attendees had been tested for the virus, Wallace cut him off.   “Steve, it doesn’t matter. Everyone in that room was tested. The Cleveland Clinic regulation was, it didn’t matter. Everyone except for the three of us onstage was to wear a mask,” Wallace said. [….]

(WaPo, 05.10.2020)

Vermutlich wußten die Trumps da schon von der Infektion ihres Daddys, mussten also davon ausgehen, daß er just zu der Zeit hochinfektiös war und damit Joe Biden in Lebensgefahr brachte oder bringen wollte.

 

Diese Fragen werden nun diskutiert, während die Regierung der USA offenbar in weiten Teilen nicht arbeitsfähig ist. Eindrucksvoller Beweis dafür ist das völlige Chaos und die Widersprüchlichkeit der Trump-Bulletins vom Wochenende.

Das richtet Schaden an und kann aus Trumps Sicht nicht gewollt sein.