Montag, 3. August 2020

Trump tiktokt nicht richtig

Vor ein paar Monaten fragte ich einen Bekannten, der halb so alt ist wie ich, was es eigentlich mit diesem Tiktok auf sich habe.
Zuvor hatte ich auch Youtube einen Zusammenschnitt der populärsten amerikanischen Tiktoker gesehen, die dadurch alle samt Multimillionäre sind und gewaltige Followerzahlen aufweisen.
Der Sinn oder gar der Witz an diesen Minivideos erschloss sich mir nicht. Und wieso braucht man zum Hochladen kurzer Videos überhaupt eine chinesische App statt einfach Youtube zu nutzen?
‚Keine Sorge, das musst du nicht verstehen‘, antwortete mein Twen-Freund, und fuhrt fort ‚das ist wirklich nur für Kinder; ich begreife den Humor auch nicht‘.
Das beruhigte mich zu hören; muss ich doch in meinem Alter mit meiner Zeit haushalten und begrüße daher alle neuen Themen, die für mich irrelevant sind daher keine weitere Aufmerksamkeit verdienen.

Das nächste mal lief mir das Tiktok am 20.06.20 im Zusammenhang mit dem Trump-Fiasko von Tulsa über den Weg. Eine positive Überraschung. Jugendliche Socialmedia-Typen schaden #45 politisch; sehr gut.

Das dritte mal schwappte Tiktok in meine Blase, als es um die zweite Corona-Welle der USA ging.
Superstar Larray, knapp 13 Millionen Follower, erreichte das in seiner Welt offenbar methusalemsche Alter von 22 Jahren, bekam von seiner mütterlichen Freundin Nikita Dragun, im biblischen Alter von 24 mit sechs Millionen Followern eine große Party geschmissen, zu der auch die Internet-Senioren James Charles, 21, mit 21 Millionen TikTk-Followern, sowie 20,6 Mio Youtube-Abonnenten und Tana Mongeau, 22, mit 5.4 Mio Abonnenten auf Instagram, 3,5 Mio auf Tiktok, sowie 5,5 Mio auf Youtube erschienen.
In KALIFORNIEN - Hotspot der Covid-Seuche - treffen sich Mega-Influencer demonstrativ ohne Mundschutz und ohne social distancing zur großen Covid-Party.

[…..] Yesterday was […..] TikToker Larray’s 22nd birthday. Despite the global pandemic, he decided to throw a massive 70-guest birthday party the night before. The influencer invited many of his celebrity friends to his birthday dinner at BOA Steakhouse in West Hollywood. Paparazzi spotted his fellow influencers Tana Mongeau, James Charles, Charli and Dixie D’Amelio, Nikita Dragun, Emma Chamberlain, and more attending the party. While some influencers wore masks when they arrived at the party, others had no face coverings. In the next couple of hours, the influencers ate, drank, and partied in a small, closed environment.
One Twitter user later reposted influencers’ Instagram stories, featuring a sneak peek of the thrilling party. In the videos, the influencers had fun hanging out, dancing, and drinking with each other. Due to the crowded nature of the party, there was no social distancing, and since the influencers were drinking, they had no face coverings on. […..] Meanwhile, “hundreds of people” were waiting to get in. […..]

Larray befindet sich nun in Quarantäne, aber grundsätzlich muss man sich bei dieser Art Jugendvorbild nicht über die paradiesischen Verhältnisse für Sars-CoV-II wundern.
Es hagelte zwar Kritik, aber bei addierten hundert Millionen Teenager-Fans, die ihren Idolen nacheifern, braucht es keinen Trump mehr, um die Pandemie in den USA anzufachen.


Die Namen und Followerzahlen habe ich recherchiert, aber weswegen diese Leute so berühmt sind, kann ich leider nicht erklären.

Einen Zusammenschnitt des besten Larray-Contens musste ich nach 40 Sekunden abbrechen. Dafür bin ich zu alt. 


Was soll sowas? No hope for the human race.
Aber diese Plattform, diese Superstars sind ein Fakt. Man kann sie noch so lächerlich finden, aber sie können die US-Präsidentschaftswahlen beeinflussen (Tulsa!) oder eine Pandemie befeuern.

IQ45 polterte am Wochenende an Bord der Air Force One, er werde Tiktok in den USA mitsamt der 100 Millionen User abschalten lassen.
Dafür gibt es zwar keine rationalen, aber doch zwei gute Trumtionalen Gründe:

1.) Rache für Tulsa
2.) Anfachen des Handelskrieges mit China, um von seinem universellen ökonomischen und pandemischen Versagen abzulenken.

Die herbeifantasierte Begründung von der chinesischen Ausspionierung der Amerikaner und des Datenmissbrauchs sind zwar nicht vollkommen haltlos, aber es handelt sich bei Tiktok immerhin um eine Privatfirma, die erstens nicht dem chinesischen Staat gehört, deren US-Ableger zweiten unabhängig von China agiert.
Zudem betrifft der Generalverdacht des Datenmissbrauchs natürlich auf alle sozialen Medien zu – auch auf alle Amerikanischen.
Ein grotesker Twist, wenn nun Trumps oberster Testikel-Lecker Lindsey Graham nun angesichts der theoretischen Übernahme von Tiktok-USA durch Microsoft, eine der größten Datenkraken des Planeten von einer winwin-Situation spricht.

[…..] Die laut US-Politikern angeblich so problematische App aus China könnte in den USA also bald vom Windows-Konzern verantwortet werden, übrigens dem einzigen Unternehmen der berühmten "Big Five" der Techwelt (Microsoft, Apple, Facebook, Google, Amazon), das vergangene Woche nicht zu einer Kongressanhörung zur Marktmacht der Digitalkonzerne vorgeladen war. Dabei war Microsoft schon um die Jahrtausendwende herum nur knapp einer Zerschlagung entgangen.
Für Microsoft böte der Zukauf die Chance, TikToks wachsendes Anzeigengeschäft zu übernehmen sowie junge Menschen zu erreichen, vor allem auch junge Frauen. […..]

Und die Tiktoker selbst, deren Millioneneinkünfte möglicherweise bald webrechen?
Wäre es nicht begrüßenswert, wenn sich Twitter-König Trump nun den Massenhaften Zorn der U25- (Jahre) und U90- (IQ) Mega-Influencer zuzöge?
In einem Handstreich hatten die ihm immerhin schon sein Rally-Comeback von Tulsa zerstört. Wie toxisch könnten Larray, Mongeau, Charles und Dragun erst für die GOP werden, wenn sie ernsthaft sauer werden, weil sie vom eigenen Präsidenten deplattformt wurden?
Reichweite, um Schaden anzurichten, hätten sie natürlich noch durch ihre Kanäle bei Youtube, Facebook, Twitter, Twitch, Instagram und Co.
Aber dafür müssten sie erst einmal aufhören sich ausschließlich mit twerken, Schminke und Frisuren zu beschäftigen.

[…..] As of now The Hype House, The Sway House, and The Clubhouse have not released official statements on their plans if the app is banned from the US. Sway House member Griffin Johnson made a TikTok on his personal account showing the things he was thankful for from the app – his girlfriend, Dixie Damelio, his friends, and even his car were included. […..]

Offenbar gibt es keine Pläne sich zu wehren. Man ist nur traurig, werde nach einem Bann der App aber doch bloß auf andere Kanäle ausweichen.

[….] TikTok users across the US began livestreaming and posting videos in tribute to what they feared was the end of TikTok, the short-form video app they've come to love and depend on.
"Everyone is live right now," said Ehi Omigie, who has about 25,000 followers on TikTok, in a livestream on the app Friday night after news broke of a possible US ban. "Everyone is going cray cray ... If it does happen, follow me on Instagram." [….]. "Do not panic, do not panic," one user repeated several times in a video. "Do not panic yet. Do not panic right now."
[….] Many creators went live or created videos telling their fans to follow them on other social platforms, including Instagram, YouTube, Twitter and short-form video app Triller.
"I hope that we get to stay with TikTok," said TikTok user Emma Tovey, who has 120,000 followers, in a livestream. "I just wanted to just go ahead and make sure that you guys were aware of my social media accounts... I have those linked in my profile." […..]

Amüsant sind die Reaktionen aus China. Obwohl Tiktok angeblich unabhängig vom Staat ist, mischt sich dieser ein und beklagt dann angesichts der möglichen Deaktivierung einer chinesischen App in den USA den Abbau der Meinungs- und Pressefreiheit in den USA unter Trump.
Das ist zwar einerseits sachlich richtig, aber andererseits nach der Abschaltung sämtlicher großer amerikanischen Socialmedia-Apps in China  der extremste Fall von Glashaussitzerei, den ich je gehört habe.

[……] US-Präsident Donald Trump sagt: Die populäre Videoapp Tiktok wird vom chinesischen Staat kontrolliert. Das Unternehmen selbst sagt: Wir sind längst eine amerikanische Firma. Und die chinesische Regierung? Sie beschwert sich, dass einem Konzern aus China in den Vereinigten Staaten Steine in den Weg gelegt werden und deutet Vergeltung an. Dümmlicher kann man kaum argumentieren, wenn man eigentlich belegen möchte, dass Tiktok ein vom Staat unabhängiges Unternehmen ist.
[……] Statt zu googeln, suchen Chinesen mit Baidu. Weil Facebook verboten ist, tauschen sie sich per Wechat mit ihren Freunden aus. Und der vom US-Präsident so geschätzte Kurznachrichtendienst Twitter ist ebenfalls gesperrt, die vom Staat überwachte Alternative heißt Weibo. [……]

Offenbar ist China nach den wechselseitigen Botschaftsschließungen not amused, daß Trump beständig Öl in das chinesisch-amerikanische Feuer gießt.

[…..] Trump erhöht Druck für Verkauf von TikTok an Microsoft
Nächste Runde im Milliarden-Poker um TikTok: Ein großes Unternehmen solle die US-Aktivitäten der chinesischen Video-App kaufen, so Trump - und die US-Regierung müsse mitverdienen. Sonst wolle er das Portal "dichtmachen". […..]

Trump liebt die Strategie des maximalen Drucks, aber unterschätzt sicherlich wie viele Giftpfeile Peking bisher noch ungenutzt im diplomatisch-ökonomischen Waffenschrank hortet. Da ist noch viel Eskalationspotential nach oben.

Sonntag, 2. August 2020

Neoliberalismus kaputt


Der 1971 in Bonn geborene Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin Marcel Fratzscher ist seit über sieben Jahren Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
Das 1925 gegründete Berliner DIW ist mit weit über 300 Mitarbeitern heute die größte deutsche ökonomische Forschungsinstitution und sicherlich der sozialistischen oder sozialdemokratischen Umtriebe unverdächtig.

Mit großer Genugtuung bedienen sich FDPler, Arbeitgebervereine, Industrielobbyisten, FriedrichMerze seit Jahrzehnten der DIW-Analysen.

Umso entsetzter verfielen Christian Linder und Co in Schnappatmung angesichts der Fratzscher-Auftritte in den letzten Monaten.
Der politisch neutrale Forscher diagnostiziert zunehmend Zustände, die der rosaroten Welt der Markt-Gläubigen die Luft ablassen.

[…..] Der Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Schocks zeigt nach Ansicht des Ökonomen Marcel Fratzscher die Stärke der Politik und die Gefahren reiner Marktgläubigkeit. Wenn sich Gesellschaften nur auf den freien Wettbewerb verließen, würden die Risiken derzeit überdeutlich, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin der Deutschen Presse-Agentur: „Ich würde schon sagen, dass die Corona-Krise so etwas wie der letzte Sargnagel für den Neoliberalismus ist.“ Hilfen für Arbeitnehmer, Unternehmen, Kliniken oder Schulen seien in der aktuellen Lage ohne Alternative.
„Nun sehen wir: Der Staat ist die letzte Instanz, wenn es darauf ankommt“, sagte Fratzscher. „Der Markt kann in entscheidenden Bereichen nicht mehr allein funktionieren.“ Die Finanzkrise 2008/2009 habe dies angedeutet, ebenso die Migrations- und die Klimakrise. Covid-19 mache die Kritik am schwerfälligen, bürokratischen Staat nun ziemlich unglaubwürdig.
„Die Bundesregierung hat über eine Billion Euro an Garantien und direkten Hilfen mobilisiert“, betonte der DIW-Chef. „Das ist ein Signal, das uns allen bewusst machen sollte: Ein starker, effizienter, gut funktionierender Staat ist absolut essenziell.“ Das gelte auch fürs Gesundheitswesen, das nicht primär Gewinninteressen unterworfen sein dürfe.
„Beim Blick in die USA, wo viele Menschen auf sich allein gestellt sind, wird einem klar, wie wichtig staatliche Institutionen jetzt sind.“ [….]

Nach dem weltweiten Jahrhundertversagen der Marktwirtschaft von 2008, als sich insbesondere in Deutschland das Prinzip „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren“ etablierte, konnte die Steuersenkungen-Steuersenkungen-Steuersenkungen-Westerwelle-FDP noch ein Rekordergebnis von fast 15% bei der Bundestagswahl 2009 einfahren, um dann auch sofort Milliardengeschenke an ihre reichen Spender der Versicherungs- und Hotel- und Pharmabranche zu verteilen.
Während die Steuerzahler also finanziell für die astronomischen Verluste der Lindnerigen Finanzspekulanten geradestanden, kamen die Superreichen, die diese toxische Krise angerichtet hatten dank ihrer weltweiten politischen Protektion ungeschoren davon.
Der deutsche Urnenpöbel setzt auf Schwarz/Gelb. Schluss mit Sozialstaat und freie Fahrt für die Wirtschaft.
Millionenschwere Heuschrecken wie Friedrich Merz, der allein eine Million Euro pro Jahr beim Hedgefonds Blackrock verdiente* nicht wahrhaben wollten und unverdrossen auch den Altersarmut entgegen sehenden Geringverdienern empfahl mit Aktien zu spekulieren, wollten es nicht wahrhaben.
Aber ihr System ist am Ende.

*verdient hätten die Million die Beschäftigten der Betriebe, mit deren Hände Arbeit die Gewinne erwirtschaftet wurden und nicht, der Blackrock-Lobbyist Merz, der nie schwitzen musste.

Schon Ende 2014 war der Kern des Kapitalismus durch die Negativ-Zinsen implodiert. Den durchaus auch Marktwirtschafts-freundlichen Zentralbanken blieb angesichts der durch die Finanzspekulanten angerichteten Mega-Schuldenkrise gar nichts anderes übrig, als diese Billionen-Verluste in den Staatshaushalten wegzuinflationieren und den Markt  mit ultrabilligem Geld zu überschwemmen.
Jakob Augstein brachte es damals auf die wunderbare Formel „Kapitalismus kaputt“!

[….] Kapitalismus kaputt
Die Commerzbank hat bekannt gegeben, dass sie bei "einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern" eine "Guthabengebühr" berechnen will. Was damit gemeint ist: negative Zinsen. Geld bringt kein Geld mehr. Geld kostet Geld. Das ist die Implosion des Kapitalismus.
[….] Worum geht es beim Zins? Verzicht wird belohnt. Aber Buße soll tun, wer heute schon ausgeben will, was er erst morgen hat. Das Problem ist: In einer alternden Gesellschaft kippt das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Geld. Früher liehen sich junge Leute Geld, das sie später zurückzahlten. Heute sparen alte Leute für ihr längeres Leben. Die Folge ist das, was Ökonomen "säkulare Stagnation" nennen: Auf den Konten verstaubt das Geld, ungenutzt.
Wie zwingt man die Leute dazu, von ihrer Sparsucht zu lassen? Negativzinsen. Die Europäische Zentralbank hat sich schon vor Monaten auf diesen Weg begeben, die Geschäftsbanken folgen jetzt langsam nach.
Für Vertreter der reinen Lehre ist das Teufelszeug: "Ein negativer Marktzins ist ein Frontalangriff auf die Marktwirtschaft", hat der Volkswirt Thorsten Polleit geschrieben: "Die Idee, den Zins abzuschaffen, hatten schon die Marxisten und Nationalsozialisten. Ein negativer Marktzins würde das ,antikapitalistische' Zerstörungswerk perfektionieren."
Das wäre natürlich furchtbar. [….]


Die Marktwirtschaft funktioniert nicht ohne einen starken Staat, der sie einhegt, reguliert, kontrolliert.

Neu ist die Erkenntnis natürlich nicht.
Die Herausgeber der ZEIT, Marion Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt verfassten darüber schon vor einem Vierteljahrhundert treffende und weitsichtige Analysen, die wie wir heute, nach dem Tod der beiden, wissen erschreckend real sind.
Der Wahnsinn des Urnenpöbels zeigt sich darin, daß der Mann, der mit „Mehr Kapitalismus wagen“ dagegenhielt, heute als fähigster Kanzlerkandidat der CDU gilt.

(…..) Marion Dönhoff schrieb schon in den 1990er Jahren ihr bedeutendes Werk „Zivilisiert den Kapitalismus“ und legte damals schon dar, was uns dann richtig offensichtlich 2008 mit der Weltfinanzkrise ereilte.
Welche Gegenmeinung soll man da noch einnehmen, wenn jemand so offensichtlich voll ins Schwarze getroffen hat.
Bezweifelt denn noch irgendeiner, daß den internationalen Spekulanten das Handwerk gelegt werden muß? Ich würde dazu gern eine SERIÖSE Stellungnahme lesen, die mir erklärt weswegen das Derivatehandeln und Spekulieren mit Lebensmitteln eigentlich sein muß.
Es gibt auch Menschen, die sich dafür einsetzen.
So schrieb CDU-Darling Friedrich Merz, den heute noch fast die ganze Partei zurücksehnt, im Jahr 2008 sein Buch „Mehr Kapitalismus wagen“.
Wenn jemand so rechts argumentiert, merkt man allerdings meistens sehr schnell wieso das so ist. In Merz‘ Fall hängt das offenbar damit zusammen, daß er für den Hedgefonds „TCI“ arbeitet und persönlich damit sehr reich geworden ist.
Darauf läuft es fast immer hinaus.
Wenn jemand etwas offensichtlich Unsinniges beschließt, wie zum Beispiel den Merkel’schen Freifahrtschein für CO2-verschleudernde schwere Limousinen, dann erfolgte dies natürlich nicht aus Überzeugung, sondern auf Druck.
Eine Millionenschwere Lobby ist sehr effektiv.
Waffenexporte, AKW-Subventionen, tierquälerische Geflügelzucht – wieso so etwas erlaubt ist, kann relativ leicht beantwortet werden.
Gier, Geld, Macht. (……)
(Verschiedene Journalisten, 28.10.2013)

Christian Lindners Partei schrammt inzwischen an der 5%-Hürde.
Das sind angesichts der offensichtlichen Untauglichkeit all seiner Ansichten immer noch fünf Prozentpunkte zu viel.

Das DIW, welches dem Lindnerismus endgültig auf den Müllhaufen der Geschichte schmeißt, ist damit nicht allein; die anderen Wirtschaftsfreundlichen Professoren und Institute sehen es genauso.

[….] Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), sprach sich für eine gezielte Ausweitung der Staatsausgaben aus: «Jetzt muss die Nachfrage gestützt werden. Auch Investitionen in Wasserstoffnetze könnte man anschließen. Und der Investitionsstau im Straßenbau und bei den Schulen ist groß.» [….]

Der industriefreundliche Subventionskapitalismus à la Lindner und Merz ist am Ende.
Die Alternative dazu lautet natürlich nicht Protektionismus, Isolationismus oder gar Planwirtschaft.
Nein, Unternehmertum und Gewinne muss es weiterhin geben, aber es braucht einen starken sozialdemokratisch geführten Staat, der Exzesse wie Steuerfreiheit für internationale Tech-Konzerne abstellt, der eine Tobinsteuer einführt, streng auf Arbeitnehmerrechte, Teilhabe und Umweltschutz achtet.

So wie Deutschland jetzt aufgestellt ist, wird es nicht mehr lange gut gehen.

[….] Je länger die Covid-19-Pandemie anhält, desto höher die Zahl der Unternehmenspleiten, was wiederum den Berg fauler Unternehmenskredite in der EU-Finanzbranche anschwellen lässt und Banken wie jüngst die spanische Santander in Schieflage bringt. Davon abgesehen urteilen US-Think-Tanks, der weltweit zunehmende Protektionismus werde der extrem exportabhängigen Bundesrepublik eine dauerhafte konjunkturelle Erholung unmöglich machen.[14] In den ökonomisch kollabierenden Vereinigten Staaten etwa, die im zweiten Jahresquartal eine Kontraktion der Wirtschaftsleistung um rund zehn Prozent hinnehmen mussten - auf das Jahr hochgerechnet, wie es US-Standards entspricht, sind es sogar 32,9 Prozent -, sprechen sich im Wahlkampf beide Kandidaten für eine stärkere Abschottung des US-Binnenmarkts aus. Für die deutsche Exportindustrie, deren bedeutendster Absatzmarkt die USA zuletzt waren, ist das eine verhängnisvolle Perspektive. [….]

Deutschland braucht jetzt also dringend all das, wovon sich Lindners Fußnägel hochbiegen:
Strenge Corona-Maßnahmen, mehr Schulden, kräftige Investitions- und Konjunkturprogramme, Ausweitung der Sozialleistungen und ein deutlich angehobener Mindestlohn (ohne Ausnahmen durch Werksverträge), so daß die Binnenkonjunktur angekurbelt wird.

Samstag, 1. August 2020

Impudenz des Monats Juli 2020


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Nach den ersten paar Wochen des Lockdowns, als eine massive Änderung des Verbraucherverhaltens eingetreten war, spekulierte ich ob die positiven Aspekte wohl auch nach dem Abflauen der Pandemie beibehalten würden.
Könnten die Deutschen begriffen haben, daß man statt billiger Fertiggerichte und Kantinenfraß auch unter Verwendung gesunder, regionaler Zutaten selbst kochen und backen kann; daß dies sogar günstiger ist, besser schmeckt und definitiv besser für die Umwelt, das Tierwohl und das Klima ist?
Würde endlich der apokalyptische Wahn der Billigfliegerei reduziert werden?
Sollte man nicht generell auf diese alberne Virenübertragungshilfe Händeschütteln und Wangenküsse verzichten?
Ist ein Leben ohne die Königsklasse des Totalirrsinns, also Kreuzfahrten möglich?

(….) Der absolute ökologische Irrsinn sind Kreuzfahrten. All die 400 m langen, 70 m hohen Giganten für 6.000 Passagiere und 4.000 brutal ausgebeutete Arbeitssklaven unter Deck.

[….] Der Nabu rechnet vor (PDF), dass ein Kreuzfahrtschiff pro Tag so viel CO2 ausstösst wie fast 84.000 Autos, so viel Stickoxide wie etwa 421.00 Autos, so viel Feinstaub wie etwa über 1 Million Autos und so viel Schwefeldioxid wie gut 376 Millionen Autos.
Die Deutsche Lungenstiftung warnte daher schon vor Jahren: „Lungenkranke, die sich auf eine Kreuzfahrt begeben, sollten sich vor den Abgasen des Schiffes in Acht nehmen.“ [….]
Kreuzfahrtschiffe fahren mehrheitlich mit Schweröl und verbrauchen davon täglich im Schnitt 150 Tonnen. Schweröl ist stark umwelt- und gesundheitsschädlich und deswegen an Land verboten, denn das giftige Abfallprodukt der Petrochemie enthält 3.500 mal mehr Schwefel als auf Europas Straßen für PKW erlaubt wären. […..]


Weltweit gibt es etwa 6.500 Passagierschiffe. Davon sind 500 Kreuzfahrriesen.
500 mal 150 Tonnen = 75.000 Tonnen Schwerölverbrauch pro Tag.
Das entspricht 27.375.000 Tonnen im Jahr.
27 Millionen Tonnen giftiges Schweröl werden jährlich für betrunkene, reiche Kreuzfahrtouristen in die Luft geblasen?
Schluss mit dem Irrsinn. Kein Bailout für Kreuzfahrtreedereien. Alle 500 Schiffe für immer stilllegen. (…..)
Ist die Spezies des weißen, reichen Allemannen lernfähig?

Vier Monate später gibt es eine Antwort. Und die lautet NEIN!

Und so werden die teutonischen Anti-maskers, die Corona-Leugner, die Hildmann-Querfrontler, Ballermann-Zusammenballungen, Corona-cornernde Jugend-Pulks, zusammenklebenden IKEA-Massen, dicht an dicht gedrängten Zoo-Besucher, die alle Regeln ignorieren, Sardinendosen-artig zusammengepresste Ostseeurlauber zur Impudenz des Monats Juli 2020 gekürt.

Die Deutschen sind zu doof für Pandemie. Im ersten Schrecken konnten sie sich ein paar Wochen an Hygienemaßnahmen halten.
Nun aber scheint der Schrecken vergessen und im Angesicht des diese Woche erlebten stärksten Anstiegs der Corona-Fallzahlen überhaupt, allgemein auf eine zweite Welle hingearbeitet werden.

[……] Die Corona-Pandemie breitet sich weiter aus. Laut WHO haben sich innerhalb eines Tages weltweit 292.000 Menschen infiziert - Rekordwert. Auch das RKI meldet für Deutschland steigende Zahlen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet einen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292.000 Menschen infiziert, teilte die WHO mit. Die meisten neuen Fällen gab es danach in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172.000.
Die meisten neuen Fälle innerhalb eines Landes gab es in Brasilien: Dort wurden 69.000 Fälle gezählt. Knapp dahinter laut WHO: die USA mit 65.000 Neuinfektionen. [….]

Heute kam ich um 22.00 Uhr nach Hause nachdem ich zweimal quer durch Hamburg fahren musste. Hamburg ist heute warm, es ist Samstag und sämtliche Plätze der Gastronomie sind lückenlos besetzt, auf jedem Stuhl sitzt einer, niemand trägt Maske.

In Berlin ballte sich heute die Dummheit im erschreckenden Maß: Myriaden Unterbelichtete zogen ohne Masken, ohne Abstand durch die Hauptstadt, um ein Mega-Ischgl zu generieren.

[…..] Die Populisten auf der Bühne können sich damit brüsten, ein Massenpublikum angezogen zu haben. Angemeldet waren 10.000 Menschen, die Polizei zählte 17.000 Teilnehmer. Die Veranstalter selbst sprachen von 1,3 Millionen. Die Stimmung war teilweise explosiv. Jeder filmte jeden, Passanten hielten den Mittelfinger hoch. Die Gewinner sind auch die Rechtsextremen, die sich mit Reichsflagge strategisch geschickt unter die Demonstranten mischten: mal hier einer, mal da einer. […..]

No hope for the human race.

[….] Auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken übte harsche Kritik an den Protesten. "Tausende #Covidioten feiern sich in Berlin als 'die zweite Welle', ohne Abstand, ohne Maske", schrieb sie auf Twitter. "Sie gefährden damit nicht nur unsere Gesundheit, sie gefährden unsere Erfolge gegen die Pandemie und für die Belebung von Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft." Dies sei unverantwortlich.
Ähnlich äußerte sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. "Angesichts der neuen Infektionszahlen finde ich diese Anti-Hygiene-Demo in Berlin, in der auch Neonazis mitmarschieren, hochgradig abstoßend und unverantwortlich", schrieb er auf Twitter. [….]

Herman Cains Tod wird heute allgemein als tragisch bezeichnet. Der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat, Multimillionär, Trump-Freund und Corona-Leugner hatte gegen die Maskenpflicht gewettert und Trumps erste Rally nach dem Lockdown in Tulsa massiv beworben und dort teilgenommen – natürlich ohne Maske.



Aber Cains Tod ist nicht tragisch, sondern schlicht folgerichtig.
Eine Konsequenz seiner Borniertheit.
17.967.563 Millionen Infizierte, 687.259 Tote und ein weltweiter Zusammenbruch der Wirtschaft sind offenbar noch nicht Lehre genug. Die Impudenzler des Monats Juli 2020 müssen wohl erst die Cain-Lektion lernen.

Freitag, 31. Juli 2020

Weswegen ich beim Print bleibe


Zur Papierherstellung benötigt man pflanzliche Fasern, die meistens aus
Holz, Altpapier, einjährigen Pflanzen, Altkleidung oder Cellulose stammt.
Also, Ja, für Bücher sterben Bäume.
Die gute Nachricht ist aber, daß es sich dabei um nachwachsende Rohstoffe handelt. Zunehmend werden auch Abfallprodukte wie Orangenschalen verwendet.

Wenn aber erst einmal mit geringem Energieaufwand ein Blatt der tauenden verschiedenen Papiersorten hergestellt, es bedruckt wurde und schließlich als Zeitung oder hoffentlich als Buch in meiner Wohnung landet, verbraucht es nie wieder Energie und kann (im Tageslicht) über Jahrhunderte, möglicherweise Jahrtausende immer wieder gelesen werden, ohne das Klima zu schädigen oder die Umwelt zu verpesten.
Welcher Bücherwurm begeistert sich nicht für antiquarische Bücher?
Der Wiederverkaufswert ist heute zwar geradezu lächerlich; die Zeiten als Bücher wertvolle Anlagen waren, sind im spätindustriellen Zeitalter längst vorbei.
Aber das tut meiner Liebe zu ihnen keinen Abbruch und daher werde ich mein Leben lang meine Bücherhüten und hegen; insbesondere diejenigen nicht aus der Hand geben, die schon seit Generationen in Familienbesitz sind, in denen es auch mal feine Bleistift-Anmerkungen meines Uropas oder eine Sütterlin-Notiz meiner Oma gibt.
Nicht-antiquarische Bücher; natürlich insbesondere Sachbücher lese ich immer mit einem Stift in der Hand, versehe sie je nach Gefallen mit umfangreichen Anmerkungen und erstelle vorn mein persönliches mit Stichworten versehenes Inhaltsverzeichnis, um bestimmte Stellen später sofort wieder zu finden.
Auch das ist offenbar seit Generationen Usus in meiner Familie. Allerdings sind Anmerkungen meiner Tanten und Großonkel in der Regel aus Respekt vor der teuren Anschaffung mit einem weichen nur sehr zart aufgedrückten Bleistift geschrieben, so daß man sie ausradieren kann.
Meine Lieblingstante, deren Büchererbe ich bin, verwendete dafür Myriaden Büroklammern, um bestimmte Seiten zu verstehen; steckte Zettel mit winzigen Notizen dazu. Manchmal sind es so viele Klammern, daß der Buchrücken schon grotesk schmal gegenüber den verdickten Seiten wirkt.
Als ich jünger war, lieh sie mir nicht gern gelesene Bücher, weil ihr die vielen schriftlich festgehaltenen Gedanken dazu wohl peinlich waren und kaufte mir stattdessen lieber ein neues Exemplar.
Heute faszinieren mich aber die beim Lesen per Bleistift festgehaltenen Assoziationen früherer Leser der Materie.
Oft sind es Verweise auf andere Autoren/Bücher, so daß sich komplexe Assoziationsketten erheben, wenn man dem nachgeht.
Ich selbst verwende seit Jahrzehnten einen ebenfalls mit Bleistift festgehaltenen Humor-Code, kennzeichne damit Stellen, die mich zum Lachen brachten.
Auch das kann zuweilen zu interessanten Selbsterfahrungen führen, wenn man 30 Jahre später das Buch noch einmal liest und heute damals für enorm lustig gehaltene Passagen nur noch etwas albern findet. Oder aber erstaunt feststellt, wie das viel jüngere Ich schon damals auf einen bestimmten Satz reagierte, der heute noch genauso aufregt.

Nachdem ich das erste halbe Jahrhundert hinter mir habe und mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit kein Zweiter vollmachen werde, blicke ich mit skeptischem Abstand auf die heute Jungen.
Heute lesen die Menschen weniger. Natürlich. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch zu meiner Elterngeneration oder Urgroßelterngeneration eine Majorität der Menschen nie las.
Neu sind heute aber viele Alternativen, die auf Zeitungspapier verzichten, indem E-paper oder Online-News-Angebote von Fernsehsendern benutzt werden.
Neu sind die vielen elektronischen Alternativen der Gamer-Szene, der Animes, virtual reality, der Streamingdienste.
Ja, die Art der Medien entwickelt sich weiter. Schellack, Radio, Vinyl, Musikkassette, CD, Videotape, mp3-Player, download.
Die Generation der Streamer kommt oft mit einem extremen Snobismus daher, prahlt voller Pathos davon grundsätzlich keine Printmedien zu nutzen.
Das ist meiner Ansicht nach eine unnötige Borniertheit, um andere Menschen herabzusetzen.
Ich fühle mich davon tatsächlich beleidigt.
Aber meine emotionale Welt soll selbstverständlich kein Mediennutzungskriterium jüngerer Generationen sein.
Etwas anderes aber schon:
Die Nutzer elektronsicher Medien, die Downloader, Streamer, Epaper-Leser, Youtuber, Gamer, E-Book-Leser, Tonlino-Nutzer sind eine Klimapest und verbrauchen kontinuierlich große Mengen Energie.
Eine gestreamte Serie ist dabei sogar noch viel klimaschädlicher als eine gekaufte DVD. Um Letztere abzuspielen, brauche ich zwar auch Strom, aber es ist immer nur der wenige Strom für ein Endgerät, während die Downloader und Streamer nicht nur multimilliardenschwere Tech-Konzerne immer reicher machen, sondern auch gewaltige Umweltschäden durch den aberwitzigen Energieverbrauch ihrer Server verursachen, während ich über meinem klimaneutralen Buch sitze.

[…] Flugscham? Streamingscham! Wie sehr die Digitalbranche das Klima belastet
Über 300 Megatonnen CO2 generierte das Streamen 2018 – so viel wie ganz Spanien [….] Die Künstlerin Joana Moll macht den ökologischen Fußabdruck von Google mit ihrer Netzinstallation CO2GLE sichtbar. Pro Sekunde bräuchte es 23 Bäume, um das weltweite Googeln auszugleichen.
TU-Professor Tilman Santarius wies im Tagesspiegel auf den Zusammenhang zwischen „Bits & Bäumen“ hin – so hieß ein TU-Kongress 2018. Allmählich komme das Thema in der Öffentlichkeit an, aber es mangele an fundierter Nachhaltigkeitsforschung. […..]

Anmerkung: Eine Megatonne sind eine Million Tonnen.
Also entstanden nur durch Streamen bereits im Jahr 2018 bereits 300 Millionen Tonnen zusätzliches CO2 – da kann man sich die Fridays-For-Future-Teilnahme gleich sparen, liebe Jugend. Lest lieber wieder ein Buch und abonniert eine Zeitung.

[….] Eine halbe Stunde Streaming verursacht laut Berechnungen des französischen Think Tanks The Shift Project Emissionen, die 1,6 Kilogramm Kohlendioxid entsprechen - etwa so viel wie bei einer Autofahrt von 6,28 Kilometern. Streaming war demnach im vergangenen Jahr für einen Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich, der genauso hoch war wie der Spaniens. Diese Menge werde sich in den nächsten sechs Jahren voraussichtlich verdoppeln, schätzt The Shift Project. [….]

Dieser klimatische Wahnsinn der Streamer entwickelte sich durch Corona noch viel dramatischer als vor einem Jahr erwartet.

Im vierten Quartal 2019 nutzten 24 Millionen Kunden in Deutschland Netflix, Amazon, Maxdome und Sky.
Ob der Virus-Beschränkungen gingen noch mehr Bürger ins Streaming-Lager; schon jetzt machen Videodateien 75% des Internetdatentransfers aus.

[…..] Eine Stunde Video-Streaming in Full-HD-Auflösung benötigt 220 bis 370 Wattstunden elektrische Energie, abhängig vom verwendeten Endgerät. Das verursacht etwa 100 bis 175 Gramm Kohlendioxid (CO2), also ähnlich wie die Emissionen eines Kleinwagens bei einem Kilometer Autofahrt.
Der Energiebedarf des Video-Streamings hängt stark davon ab, mit welcher Auflösung gestreamt wird. Wird statt mit HD-Auflösung mit einer Auflösung von 4K gestreamt, können pro Stunde fast 1.300 Wattstunden an elektrischer Energie benötigt werden, was in etwa einer Emission von 610 Gramm CO2 entspricht..
Effizienzverbesserungen können künftig zu einer Absenkung des Energiebedarfs des Videostreamings führen. Der Trend zu größeren Bildschirmen und höheren Auflösungen kann diese Entwicklung aber auch kompensieren.
Wer den Energiebedarf und die CO2-Emissionen beim Streamen senken will, kann dies durch die Wahl der Auflösung und des Endgeräts stark beeinflussen. Videostreaming muss nicht mehr Energie benötigen als klassisches Fernsehen oder als die Nutzung von DVDs oder Blu-ray-Disks.
Die Klimawirkung von Videostreaming kann deutlich reduziert werden, wenn es gelingt, die vorhandenen Effizienz-potenziale bei den Streaming-Diensten sowie in den Rechenzentren und Netzen auszuschöpfen und die digitalen Infrastrukturen mit regenerativ erzeugtem Strom zu betreiben. […..]

Ich habe noch nie irgendetwas gestreamt und gedenke auch den Rest meines Lebens ohne solche umweltzerstörenden Techniken auszukommen.