Samstag, 18. Mai 2019

Glück im Unglück

Die Monsteraffäre, die gerade die rechts-rechtsextreme Regierung Österreichs zerrockert hat diesen speziell Trumpischen Twist:
Einerseits sind die handelnden Personen moralisch derartig verkommen und agierten öffentlich schon so abscheulich, daß man ihnen das Schlimmste zutraut.
Kommen dann aber genau die eigentlich erwarteten korrupten und bösartigen Dinge ans Licht, ist man von der Realität trotzdem schockiert, starrt ungläubig auf seine Zeitung.

An dieser Stelle sei ein kleiner Shout-out an die Print-Verachter gestattet.
Das sensationelle Videomaterial über FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und FPÖ Hardliner Johann Gudenus in Ibiza, das in Rekordzeit die Regierung eines EU-Staates niederriss, gelangte exklusiv an die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und den SPIEGEL und ist nur ihren Abonnenten vollständig zugänglich.
Drei ganze Seiten erschienen dazu in der SZ-Printausgabe von heute.

Nun sind wir von Österreich einiges gewohnt. Seit 30 Jahren gibt es dort starke rechtsextreme politische Kräfte. Ich bin mit den österreichischen Peinlichkeiten Waldheim und Haider aufgewachsen.
Aber seit der Regierung Kurz-Strache (Antritt Dezember 2017) werden ungeniert demokratische Grundregeln zerstört.

Der radikale Antisemit Johann Baptist Björn Gudenus, 42, Abgeordneter des Nationalrats und Fraktionschef der FPÖ ist einer der gefährlichsten Rechtsextremisten Europas, weil er die antidemokratischen Kräfte vernetzt.
Er tritt bei der ungarischen rechtsextremen Jobbik auf, besucht den Präsidenten der russischen Teilrepublik Tschetschenien Ramsan Kadyrow, setzt sich zusammen mit belgischen Rechtsextremisten für die russische Krim ein, provozierte in Serbien beim verfassungswidrigen bosnisch-serbischen „Nationalfeiertag“, pflegt engste Kontakte zu Moskau und der AfD.
Der Beau ist insofern besonders gefährlich, weil er ähnlich wie einst der gern mit nacktem Oberkörper posierende Schönling Jörg Haider auf unpolitische junge Leute sympathisch wirkt; auch durch seine sexuelle Anziehungskraft Wählerstimmen generiert.
Das darf man nicht unterschätzen. So brachte es Karl-Theodor Baron von und zu Googleberg trotz kontinuierlichen Lügens, extremen politischen Versagens und rechtskonservativer Einstellungen zu 90% Zustimmung in Deutschland.
Die politische Agenda Alexander Gaulands unterscheidet sich nur minimal von Guttenberg, auch er lügt wie gedruckt und generiert Stimmungen, ohne irgendwelche Konzepte zu haben.
Gauland ist aber alt, dick, häßlich und hat vergammelte braune Zahnstümpfe.
Da bekommen weder Frauen ein feuchtes Höschen noch Männer feuchte Träume. Daher wurde Guttenberg von 90% gemocht und Gauland nur von 10%.

Ein attraktiver intelligenter deutscher Rechtsextremer war daher schon seit Haiders Zeiten meine große Angst.
Glücklicherweise gab es zu Haiders Glanzzeiten, als seine FPÖ ein Drittel der Stimmen holte, nur alte, muffige Quasimodos wie Gerhard Frey (*1933 †2013, DVU) und Franz Schönhuber (*1923 †2005, Republikaner) in Deutschland, die kaum jemals die 5%-Hürde übersprangen.
Seither sind sie wenig schöner geworden und genauso dumm geblieben.
Sagenhaft naiv, ungebildet und durch ihre Faulheit auch unvorbereitet gehen die europäischen Rechtsextremen in ihre politischen Funktionen.

Wladimir Putin, den ich nach wie vor nicht für einen überzeugten Rechtsextremen halte, sondern einen vom Westen vor den Kopf Gestoßenen, der allerdings zu Skrupellosigkeit fähig ist, hat mit Typen wie Le Pen, Strache, Gudenus, AfD-Kaspar Markus Frohmaier und eben auch Donald Trump leichtes Spiel. Sie eignen sich nicht so sehr als Putin-Marionetten, weil sie egomane Rechtsextreme sind, sondern weil sie so sagenhaft dämlich sind, daß man sie leicht manipulieren kann.

Das ist einerseits umso erschreckender, wenn diese Typen wie in Washington und Wien in Regierungsverantwortung kommen, wird aber andererseits durch ihre Neigung zur Kriminalität und Skandalen wieder abgemildert.

So dümmlich-naiv wie sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Frohmaier von Moskau benutzen lässt, reagierte auch Don Trump Jr. auf mutmaßliche russische Wahlkampfhilfe, schrieb über die Twitter-Plattform (sic!) „I love it“ und ließ das konspirative Treffen im Trump-Tower (sic!) stattfinden.
Genauso tumb ließen sich offenbar auch der Österreichische Vizekanzler austricksen.

Würde sich ein Bösewicht im Film so verhalten, hielte ich den Drehbuchautoren für unfähig, weil er den Figuren so plumpe Fehler zuschreibt. Das empfände ich als ärgerlich unterkomplex und unrealistisch.

Aber die Realität ist tatsächlich so einfach. Die Rechten sind so doof.
Trump schreibt tatsächlich als amerikanischer Präsident für Milliarden Menschen lesbar, daß Windmühlen Ohrenkrebs erzeugen.

[…..]  You want to see a bird cemetery? Go under a windmill sometime.
You will see the saddest, you got every type of bird. You know, in California you go to jail for five years if you kill a bald eagle. You go under a windmill, you see them all over the place. Not a good situation. [….]

Freitag, 17. Mai 2019

Macht Euch die Stadt untertan

Hilfe, wir platzen!
Hamburgs Wachstum erfreut natürlich Ökonomen, Finanzpolitiker und Unternehmer.
Immer mehr solvente Konsumenten, immer mehr Steuereinnahmen.
Sogar der katholische Erzbischof Heße ist froh. Der prozentuale Anteil der Hamburger Christen nimmt zwar weiterhin ab, aber durch die Bevölkerungsexplosion werden es in absoluten Zahlen sogar mehr Beitragszahler im Erzbistum Hamburg, also auch mehr Geld für Heße.
Überhaupt liegt Kirchenfürsten bekanntlich nichts so sehr am Herzen wie das Kopulieren. Immer mehr Schäfchen sollen gezeugt werden. Geschlechtsverkehr betreibt man schließlich nicht zum Spaß, sondern zur massenhaften Menschenproduktion.
Da sind sich alle abrahamitischen Religionen gleich. Ob ultraorthodoxe Juden, streng religiöse Muslims oder Hardcore-Katholiken: Da wird (ohne Verhütung!) gepoppt, was das Zeug hält und 10 Kinder sind für eine Frau keine Seltenheit.

Ginge es nur nach der Reproduktionsrate, müssten die ultra-ultraorthodoxen Juden längst die Mehrheit in Israel stellen. Zu ihrem Leidwesen lebt man dort aber so eng mit normalen Juden, Säkularen und Atheisten zusammen, daß durch den schädlichen weltlichen Einfluss auf die fundamentalistische Brut vier von zehn Kindern an Internet, freie Liebe und Party verloren gehen.
Das Leben dieser Jung-Ultraorthodoxen ist nicht nur wegen der strengen religiösen Vorschriften hart und entbehrungsreich. Da die Männer grundsätzlich nicht arbeiten und den ganzen Tag in der Thora-Schule abhängen, muss Muttern das Geld verdienen. Viel ist das nie, da solche Frauen nur einfachste Schulbildung haben (ab 16 ist Kinderkriegen angesagt) und wegen der dauernden Schwangerschaften zeitlich sehr eingeschränkt sind.
Die zehn Kinder leben also meist alle in einem Raum. Muttern kocht und putzt und wenn der Alte abends heimkommt, muss sie sofort die Beine breit machen, um noch mehr Kinder zu bekommen.
Kennt man keine anderen Verhältnisse, mag das akzeptabel sein, aber in Israel lernt man in Schule oder Armee mit hoher Wahrscheinlichkeit Gleichaltrige kennen, die viel weniger Geschwister, aber Eltern mit viel mehr Geld haben und daher ein Leben in Luxus und mit allein Freiheiten führen. Zumindest aus Sicht eines Siedler-Kindes, das sich mit einem Dutzend Geschwistern zwei Betten teilt.

Ich schweife ab. Im säkularen Hamburg werden derartig kinderreiche Familien nicht auf so engem Raum eingepfercht.
Man pfercht offenbar generell kaum Leute zusammen mit anderen ein, wenn sie sich separate Wohnsitze leisten können.
Über 50% der Haushalte sind Singlehaushalte.
Wir werden nicht nur in absoluten Zahlen mehr Hamburger, sondern auch in Relation zur Gesamtbevölkerung immer mehr Haushalte.
Also muss gebaut werden wie verrückt: 10.000 neue Wohnungen wurden 2018 fertiggestellt. 2019 sollen es noch mehr werden.

Einigen Stadtplanern ist mittlerweile sogar aufgefallen, daß man Häuserzeilen trotz des anschwellenden Verkehrs nicht einfach auseinanderschieben kann, um mehr Fahrspuren einzurichten. Bauland ist so knapp, daß aberwitzig nachverdichtet wird.

[…..] Also müssen Nachverdichtungen her, sprich Aufstockungen auf bestehende Gebäude sowie die Bebauung von Hinterhöfen und Zwischenräumen. [….]

Bald sitzen wir alle im Dunkeln, weil die Häuser im Abstand von einer Armlänge gebaut werden.

Wer mit dem Flugzeug nach Hamburg kommt, wundert sich über die für Großstädte ungewöhnlich vielen Grünflächen.
Hamburg ist dünner besiedelt als die anderen Deutschen Millionenstädte und verfügt in Relation zur Bevölkerung über viel mehr Bäume.
In Berlin und München leben fast doppelt so viele Menschen auf einem Quadratkilometer.


Die Münchener Bevölkerung schrumpft deutlich, Köln wächst langsam, Berlin stärker und am stärksten Hamburg.


Mit dem Boom Hamburgs verlieren wir Grünflächen.
Hanseaten wie mir ist das ein Graus; unsere Stadt soll nicht do grau wie die anderen deutschen Millionenstädte werden.

Abgesehen von meinem ästhetischen Empfinden ist das Verschwinden der Grünflächen eine Katastrophe für meine gefiederten Freunde, die sich traditionell in keiner anderen deutschen Großstadt so wohl fühlen.

[…..] In Hamburg brüten so viele Vogelarten wie in keiner anderen deutschen Großstadt - zugleich sind aber immer mehr der brütenden Paare gefährdet. Das geht aus der "Roten Liste der Brutvögel" hervor, die Umweltsenator Jens Kerstan am Dienstag präsentierte. "Der Bericht zeigt das Wohl und Wehe unserer Vogelwelt", sagte der Grünen-Politiker.
Demnach sind in Hamburg 151 Arten mit einem Gesamtbestand von rund 450 000 Brutpaaren heimisch - 35 000 Brutpaare mehr als noch vor zehn Jahren. Ursache sei der Zuzug zahlreicher Waldvögel in die Stadt. Aber auch der Seeadler habe sich inzwischen dauerhaft niedergelassen. [….]

Großstädte wie Hamburg sind ein guter Platz für Vögel. Hier gibt es viel Grün, es wird im Winter auf jedem zweiten Balkon gefüttert, in der Stadt ist es deutlich wärmer als im Wald und zudem sind natürliche Feinde hier sehr viel seltener.
Anpassungsfähige, vielseitige Vögel zieht es nach Hamburg und ich staune immer wieder wie stoisch kanadische Graugänse, Reiher oder Eisvögel beispielsweise in den Grünanlagen um die Außenalster ihr Leben leben und sich kein bißchen vor den vielen Autos und Radfahrern fürchten.

Die spezialisierten Vögel, die auf ganz bestimmte Nahrungsquellen oder Brutplätze angewiesen sind haben es in dieser Dauer-Bau-Boom-Stadt schwer.

[…..]  Dramatischer Schwund Spatz und Star sind in Hamburg bedroht!
Der Verlust ihrer Lebensräume und das Sterben der Insekten macht den Vögeln der Stadt zu schaffen. Hamburg hat jetzt als erste deutsche Großstadt Spatz und Star auf die Stufe von gefährdeten Vogelarten gesetzt. Der Bestand des Haussperlings hat sich laut Umweltbehörde in etwas mehr als zehn Jahren fast halbiert!
Dabei war der Spatz bis in die 80er Jahre hinein noch die mit Abstand häufigste Brutvogelart in der Stadt. Doch von 29.000 Brutpaaren im Jahr 2005 sind heute noch maximal 16.000 übrig geblieben. [….]

Das bricht mir Spatzenfreund das Herz. Die überall zu sehenden Blaumeisen, die auch vor meinem Wohnzimmer in einem Nistkasten brüten, sind wunderhübsch.
Aber der schlichte Sperling übt immer noch die größere Anziehungskraft auf mich aus.

Die bauenden Hamburger müssen unbedingt dafür sorgen viel natürliches Grün für unsere Fauna zu erhalten. Gerade als Städter hat man eine besondere ethische Verantwortung, den kleinen Tieren, die wild zwischen uns umher hoppeln/fliegen/kriechen/hüpfen/laufen ihren Lebensraum zu erhalten.

Unglücklicherweise stimmen nicht alle mit mir überein.

[….]  Abschüsse in Hamburg Jäger knallen 3400 Tiere ab
[….]  Nutrias, Füchse, Feldhasen – Hamburgs Jäger haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Tiere geschossen als in den Jahren davor. Das geht aus dem aktuellen Wildnachweis der Wirtschaftsbehörde hervor. [….]  Insgesamt wurden laut Bericht 3398 Tiere von Jägern erlegt (Vorjahr 2710). Eine Steigerung um fast 700 Tiere. Das liegt zum einen daran, dass Nutrias bisher nicht in der Liste enthalten waren. Außerdem wurden deutlich mehr Enten, Tauben, Gänse und Krähen geschossen.
678 Rabenkrähen mussten ihr Leben lassen. [….]  Bitter: Trotz intensiver Tierschutz-Kampagnen stieg die Zahl der getöteten Füchse (394/353) und Feldhasen (415/357) weiter. [….] 
Abschüsse in Hamburg im Jahr 2018/19
    Stockente 1167
    Rehwild insg. 1105
    Ringeltaube 688
    Rabenkrähe 678
    Feldhase 415
    Fuchs 394
    Nutria 313
    Wildkaninchen 310
    Rehkitze 280
    Wildschwein 155
    Steinmarder 142
    Marderhund 139
    Fasan 138
    Lachmöwe 63
    Damwild 61
    Dachs 40
    Hauskatze 15
    Höckerschwan 15
    Waschbär 4
    Iltis 1 […..]

Mein Kommentar zu den Hamburger Jägern ist nicht zitierfähig.

Donnerstag, 16. Mai 2019

Ein Lichtblick


Heute habe ich schon so viel abartiges Treiben der Rechten und Ultrarechten der westlichen Welt verfolgt, daß selbst meine Tageskapazität ausgeschöpft ist.
Ich kann die Texas-Alabama-Berger-Bannon-Sellner-Yiannopulos-Bande nicht mehr ertragen.
Ich muss erst eine Nacht drüber schlafen.

Bis dahin wende ich mich den schönen und gottgefälligen Dingen zu. Der völligen geistigen und geistlichen Erquickung, dem Streicheln der Seele.
All das erreicht man am besten mit dem folgenden Geschenktipp, der von einem der bescheidensten und besten Menschen Amerikas vertrieben wird – Jim Bakker. Einer der glühendsten Fans des US-Präsidenten verkauft nun „Trump Benefit Coins as Point of Contact with God.“
Wer wünscht sich das nicht – eine edle Trump-Münze, mit der man Kontakt zu Gott herstellt!
Ist das nicht wunderbar? Für nur $45 einen echten #45-coin!


Mai 2019

Ich werde sofort meine sämtlichen Ersparnisse in diese Wundermünzen investieren und allen meinen Freunden diese simcard zu Gott schenken.

[….] The producer of the coins, Lance Wallnau, who appeared on Bakker’s program, suggested that the product served as a “point of contact” with God to help get prayers through to him to help Trump.
Wallnau claims God spoke directly to him about the need for creating — and selling, likely at a profit — the coins.
“When I asked the Lord, ‘Why the coin?’ he said ‘Because when you take the coin, it’s a point of contact.’ So your faith is being released with a million other believers to pray protection and peace and wisdom and counsel over the president of the United States and over his family,” Wallnau told viewers.
The coin’s producer also said that prayer was going to be necessary in order to help Trump win the “battle for the future of America,” implying that the coin might help in those efforts.
“God’s begun a miracle. Let’s keep that miracle going,” Wallnau said. [….]


Natürlich gibt es einige bösartige Satanisten aus dem linksextremen Spektrum, die den goldigen Trump-Coins ihre Wirkung absprechen. Ketzer, diese.
Die güldenen Präsident-Gott-Taler sind hochvernünftig. Jeder anständige Mensch sollte sie besitzen!

[…..] So Jim Bakker and Lance Wallnau want people to send them $45 for this gold plated coin to use as a “point of contact” between them and God to pray Trump’s reelection. Wallnau says that unbelievers think coin believers are “crazy” but actually the believers are the “sane ones.” [….]

Das ist der Beweis (Quelle: Internet!); wer eine solche Münze kauft, ist vernünftig! Sane! Fast so vernünftig und rational wie Trump selbst.
Wallnau kann sich außerdem gar nicht irren, da er von Jim Bakker unterstützt wird.

  (….)  Der Fernsehprediger Jim Bakker, *1940, erlebte als Televangelist schon Höhen und Tiefen.

Als Priester der Assemblies of God war er Frontmann der Show “The PTL Club”, bis das passierte, was, nun ja, eigentlich allen ultrarechten stramm fundamentalistischen Predigern passiert: Sie verstricken sich in Sexskandale, werden als Megaheuchler enttarnt und angeklagt.

Der unscheinbare Raum [Zimmer 538 des Sheraton-Hotels von Clearwater] wurde zu einem Wallfahrtsort eigener Art durch die Erinnerung an den am ausführlichsten dokumentierten Seitensprung der jüngsten US-Geschichte: Hier war, vor nunmehr knapp sieben Jahren, der berühmte Fernsehprediger Jim Bakker Chef-Pastor der reichen PTL-Gemeinde (für "Praise The Lord", "Lobet den Herrn") "pfingstgläubiger" Protestanten, seiner Fleischeslust erlegen.
Hier fiel Ehrwürdens mittlerweile im ganzen Land bekannte Frottee-Badehose über die inzwischen urkundlich dokumentierten und notariell beglaubigten "bleichen Oberschenkel" herab. Hier wollte er für anderthalb Stunden nicht von der damals 20jährigen Kirchenangestellten Jessica Hahn ablassen, die ihm von einem befreundeten Kollegen zugeführt worden war.
Der wiederum hatte die Bedenken des Mädchens mit dem bereits klassischen Ratschlag weggewischt: "Er ist ein Hirte. Wenn du einem Hirten hilfst, hilfst du den Schafen."
Es wurde ein teures Schäferstündchen. Heute steht das Gemeinde-Kürzel PTL nicht mehr für die Aufforderung zum Gotteslob, sondern für "Pay The Lady" - und das nicht zu knapp. Schweigegeldzahlungen in Höhe von 265000 Dollar erhielt das Mädchen aus dem Fonds, den fromme Anhänger von PTL zum Teil gespeist hatten - erst seit voriger Woche sind die Zahlungen eingestellt worden.

Praktischerweise haben TV-Pfaffen diese direkten Draht zu Gott.
Klar, erst mal ist es peinlich, wenn man wie der rechtsradikale fundamentalchristlicher Homohasser Ted Haggard mit Callboys und Crystal Meth erwischt wird, aber wenn Gott einem dann im Gebet verzeiht, ist man offiziell geläutert und bei seinen zahlungsfreudigen Anhängern noch beliebter als vorher, weil man ja eine von Gott auferlegte Prüfung überstanden hat.

Bakker hatte schon in den 1980ern rund eine Million Dollar wöchentlich mit seinen tränenreichen Predigtshows eingenommen.
So eine Geldquelle gibt man nicht auf, nur weil man fremd-fickend und veruntreuend erwischt wird.

Zunächst hatte er 265.000 Dollar Schweigegeld an Jessica Hahn gezahlt, die er offenbar zusammen mit dem Televangelist John Wesley Fletcher vergewaltigt hatte.
Im März 1987 zog sich Bakker von seiner Sendung zurück und wurde vom heutigen Trump-Supporter Jerry Falwell ersetzt.

Reine christliche Nächstenliebe herrschte aber nicht zwischen den beiden Predigern.

Falwell called Bakker a liar, an embezzler, a sexual deviant, and "the greatest scab and cancer on the face of Christianity in 2,000 years of church history". In 1988, Falwell said that the Bakker scandal had "strengthened broadcast evangelism and made Christianity stronger, more mature and more committed." Bakker's son, Jay, wrote in 2001 that the Bakkers felt betrayed by Falwell, who they thought, at the time of Bakker's resignation, intended to help in Bakker's eventual restoration as head of the PTL ministry organization.
(Wikipedia, ausnahmsweise wegen des Zeitdrucks)

Bakker selbst blieb aber auch nicht untätig und lieferte seinen frommen Anhängern immer weiter wichtige Erkenntnisse aus Bibel und Gottes Mund.

In the last year, “Pastor Jim” has claimed that Christians are being persecuted like Jews in Nazi Germany, radical Islamists are embedded in our churches, and that Planned Parenthood is a front for Satanic sacrifices.

Ab 2003 wirkte Pastor Bakker wieder mit eigener TV-Show.
Die Jim Bakker Show  wird in Branson, Missouri produziert und gemeinsam mit seiner zweiten Frau Lori präsentiert.

Auch politisch klärt Pastor Jim auf.
Donald Trump ist für ihn die „Trompete Gottes“ – vom Herrn persönlich benutzt.
Ja, Gott hat eben Geschmack.


So it should come as no surprise that Bakker is joining the growing number of religious right leaders who are preparing their flocks to support Donald Trump. In fact, according to one of Bakker’s buddies, God is using the Donald to shine the hot lights on this country’s political climate.
Lately, Bakker has turned into a full-on survivalist. The yeomen at People for the American Way’s Right Wing Watch discovered that last week, Bakker invited one of his fellow survivalist pastors, Steve Quayle, to discuss “the world’s spiritual return to Noah’s day.” On Friday’s show, the discussion turned to Trump’s rise in the polls. Bakker wondered why Trump was getting so much support and stirring up “warfare in the political arena.” Quayle believed that God was using Trump to “trump-et the nature of what America believes–and an essence, we believe a lie.”
Pastor Jim ate it up, recalling a discussion he’d had with Rick Joyner in which Joyner mentioned that Trump may very well “the final trumpet” mentioned in the New Testament. Quayle agreed, recalling that the word “trumpet” was mentioned twice in the New Testament. Quayle believes God is using Trump as “a prosecuting attorney” to expose “the political sins of this country.” He then wrung his hands at how polarized this country has become. [….]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Too much, too many people.


Über 10.000 Wohnungen wurden letztes Jahr in Hamburg fertig gestellt, 2019 werden es noch mehr.
Meine Heimatstadt platzt aus allen Nähten. Und immer noch fehlen so viele Fachkräfte.

[…..] Der Zuzug in die Hansestadt ist ungebremst – damit steigt auch der Personalbedarf in den Krankenhäusern bis 2030 dramatisch.
Das Bevölkerungswachstum in der Metropolregion Hamburg bedeutet auch für die Krankenhäuser eine große Herausforderung. So müssen die mehr als 30 Hamburger Kliniken nach Berechnungen der Gesundheitsbehörde in den kommenden elf Jahren allein rund 4000 Ärzte einstellen – 2100, um Abgänge auszugleichen, und 1900, um die wachsende Zahl von Patienten behandeln zu können. Noch größer ist der Bedarf an Pflegekräften. [….]

Als Sozialdemokrat freue ich mich natürlich über so eine erfolgreiche Senats-Politik. Hamburg ist attraktiv, beliebt und prosperiert.
Man muss nur ein oder zwei Stunden gen Osten fahren und sieht überall das gegenteilige Problem: Verödete, überalterte, sterbende Orte, aus denen jeder, der noch da ist und unter 90 Jahre alt ist, wegziehen möchte.
Offenbar macht Hamburg also einiges richtig; konnte sogar noch ganz nebenbei bei kontinuierlich sinkender Kriminalitätsrate 30.000 Flüchtlinge, aufnehmen, integrieren und schneller als geplant der Hälfte von ihnen reguläre Jobs verschaffen.

Als Antinatalist und Sozialphobiker gruselt mich die Größe.
Hamburgs steter Bevölkerungszuwachs und der ökonomische Erfolg führt beispielsweise auch dazu, daß es inzwischen fast eine Million Fahrzeuge in der Stadt gibt.

[….] Nach Daten, die das Kraftfahrtbundesamt (KBA) veröffentlichte, nahm die Zahl der in Hamburg gemeldeten Pkw von Anfang 2018 bis Anfang 2019 um mehr als 11.000 zu. Auch die Zahl der Lkw wuchs deutlich.
Waren am 1. Januar 2018 noch 783.255 Pkw in Hamburg registriert, so stieg die Zahl zum Januar 2019 auf 794.618. Die der gemeldeten Lkw wuchs von 56.640 auf 58.821, [….]  Die Zahl aller in Hamburg gemeldeten Kraftfahrzeuge hat damit einen Rekordwert erreicht und bewegt sich langsam auf die Millionengrenze zu. [….]

Millionen Menschen, die konsumieren, CO2 produzieren, die Welt mit Plastik fluten, die Fleisch fressen, Platz verbrauchen und Fäkalien ausscheiden.

Einkaufen wird zur totalen Qual.

(….) Schon vor der Eingangstreppe dann ein Menschenauflauf wie bei der Duisburger Loveparade. Auf der Treppe kam man immer nur eine Stufe voran, stellte sich mit beiden Beinen drauf und spürte dann den warmen Currywurstatem vom Hintermann im Nacken, das Kaugummischmatzen des Nebentypen im Ohr.
Mein Plan war dann mir schlau einzuprägen wo die verdammte Essplatzabteilung ist, damit ich nicht dem vorgezeichneten Rundgang folgen müsste, den alle anderen Lemminge gehen würden.
Aber offensichtlich empfanden die anderen Arschgeigen IKEA nicht als unangenehm überfülltes Möbelgeschäft, in dem man bedauerlicherweise wegen seiner Arbeitszeiten nur am Samstag seinen Esstisch und die beiden Stühle kaufen könne (die der blöde Hermes einem von OTTO gleich zweimal nicht geschickt hatte, weil sie die Adresse nicht finden konnten).
Nein, das miese Psychopack genoss die Sardinendosen-Folter offensichtlich. Kaum wurde die Eingangstreppe hinter sich gelassen, breiteten sich Shopoholics aus, hakten sich ein, so daß hinter ihnen Drängelnde keinesfalls vorbei konnten, verlangsamten ihre Schritte in Zeitlupe und sobald sich auch nur die kleinste Gasse bildete, durch die ich hätte vorbei gehen können, blieb genau dort eine tratschende Familie stehen, oder eine dicke 13-Jährige im Smombi-Modus vergaß ob ihrer Tipperei auf dem rosa lackierten Mobiltelefon ganz und gar ihre Füße zu bewegen. (….)
(Wochenend und Feiertag, 31.10.2018)

Wir sind so verdammt viele, daß nicht nur Staus, Wohnungsnot und überfüllte Volksfeste nerven, sondern wir zerstören dabei auch noch das Ökosystem und rotten gerade eine Million Tier- und Pflanzenarten aus.

[…..] Erstmals seit 14 Jahren haben Experten wieder eine globale Bestandsaufnahme der Artenvielfalt vorgelegt.
Dem Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES zufolge sind etwa eine Million von acht Millionen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Besonders gefährdet sind Amphibien, Korallen und viele Pflanzenarten.
Verantwortlich sind Eingriffe des Menschen in die Natur. [….]


Wie viele Menschen brauchen wir eigentlich auf der Erde?
Wenn man mich fragt, gar keine.
Homo Sapiens ist geistig so verdammt eingeschränkt, physisch minderwertig und mit mangelhaften Sinnesorganen ausgestattet.
Aber Fauna und Flora könnten natürlich einige Menschen vertragen, ohne gleich die größte Aussterbewelle aller Zeiten zu generieren.

(….) Siebeneinhalb Milliarden Individuen sind einfach zu viel, wenn man so einen gewaltigen Ressourcen-Verschleiß aufzuweisen hat.

Wir roden die letzten Wälder, treiben den Meeresspiegel hoch, lassen die Gletscher schmelzen, verseuchen die Böden, trocknen Seen aus, verdrängen so effektiv andere Tierarten, daß täglich mehrere aussterben.
Wir erodieren, planieren und asphaltieren Gebirge, buddeln Kohle aus, pumpen Gas und Öl aus der Tiefe, generieren Ozonloch und CO2-Hüllen.

Homo Sapiens lebt auf Kosten der anderen Spezies.
Homo Sapiens vermehrt sich inzwischen nahezu ungehindert.

Pro Jahr werden es 83.686.000 Menschen mehr, das sind 229.277 Menschen pro Tag; 159 Menschen pro Minute und 2,7 Menschen pro Sekunde.

Ein paar von denen kann man aushalten, aber ein Zehntel würde locker ausreichen. 750 - 800 Millionen betrug die Gesamtweltbevölkerung Ende des 18. Jahrhunderts. Die Eine Milliarde-Menschen-Marke wurde 1804 geknackt. Reicht das nicht?

Schon damals konnten wir Ebenbilder Gottes bekanntlich Kriege, Genozide und Ausbeutung ganzer Kontinente vollbringen, weil es genug Soldatennachschub gab, weil die Frauen im Durchschnitt so viele Söhne hatten, daß sie es hinnahmen, daß ab und zu einer davon „auf dem Feld der Ehre“ zerhackt oder zerfetzt wurde.

Der enorme Bevölkerungsdruck, die Verzehnfachung der Menschen in 200 Jahren führte aber zu noch viel mehr Konflikten, Kampf um Ressourcen, Massenmigrationen, Fluchtwellen.

In den Teilen der Welt, die ein sehr geringes Bevölkerungswachstum ausweisen, oder gar wie Deutschland, Japan, Südkorea und die baltischen Länder (Fertilitätsrate bis 1,3) schrumpfen, ist die Kriegsmüdigkeit hingegen recht ausgeprägt.
Verständlich, denn wenn man/frau bloß ein Kind hat, geht es ihm einerseits ökonomisch besser, so daß es weniger wahrscheinlich auf die Idee kommt Soldat zu werden und andererseits sind die Eltern auch protektiver, lassen ihre Kindern weniger gern in den Krieg ziehen.

Länder mit den höchsten Fertilitätsraten – Gaza 4,9 Jemen 5,0 Ruanda 5,3 Kongo 5,8 Uganda 6,1 Somalia 6,3 Ost-Timor 6,3 Afghanistan 6,4 – sind offenbar auch besonders unfriedlich, weil die enorme Kinderzahl die Ressourcen erschöpft, Konkurrenz entsteht und Eltern auch eher mal den Tod eines ihrer Blagen verkraften.

Wir brauchen also weniger Menschen und daher weniger Nachwuchs.
Es ist wohl auch kein Zufall, daß die Länder mit der höchsten Bevölkerungsdichte auch die mit den geringsten Geburtenraten sind. (…..)

Ein Zehntel der Menschen von heute würde also ausreichen, um die Homo-Sapiens-Kulturvielfalt aufrecht zu erhalten.

Um Homo Sapiens einfach nur überleben zu lassen, sind aber offensichtlich nur extrem wenige Individuen notwendig.
Ein paar Tausend weltweit genügen. Erst mit der Sesshaftwerdung des Menschen vor etwa 11.000 Jahren begann sich die Zahl der Individuen kontinuierlich zu vermehren, weil man mit Landwirtschaft eine kontinuierliche Nahrungsquelle schuf und sich effektiv vor der Witterung schützen konnte.
Europa war während der längsten Zeit der Geschichte völlig menschenleer.
Obwohl es uns schon seit 298.000 v. Chr. gibt, hatten wir über Jahrhunderttausende nur Lust auf Afrika und Asien.

Erst vor etwa 45.000 Jahren latschten die ersten halbnackten Jäger mit ihren Keulen aus dem Osten entlang der Donau nach Deutschland, Frankreich und Spanien.

Inzwischen ist die Zeit des Aurignaciens vor 42 000 bis 33 000 Jahren recht gut untersucht. Viel los war aber über Myriaden Jahre nicht.
Die meisten Mammuts, Bisons und Karnickel haben die aggressiven Zweibeiner gar nicht bemerkt.

[…..]  […..]  Aus sogenannten ethnografischen Analysen, also vor allem dem Vergleich mit heutigen Jäger-und-Sammler-Gesellschaften, ergibt sich eine durchschnittliche Gruppengröße von etwa 40 Personen. Daraus errechneten die Forscher um Schmidt die absolute Anzahl der Menschen. So ergab sich ein Wert von etwa 1500 Personen, mit einer Untergrenze von 800 und einer Obergrenze von 3300. Nicht eben viel für Mittel- und Westeuropa - so viele Menschen werden heute in sechs Minuten weltweit geboren.
Nur in fünf Regionen gab es überhaupt eine dauerhaft überlebensfähige Population von 150 Personen oder mehr: in Nordspanien, Südwestfrankreich, Belgien, in Teilen Tschechiens und im Tal der Urdonau in der Schwäbischen Alb. Im Südwesten Frankreichs mit seinen Karsthöhlen lebte dabei mit 440 Personen die größte Gruppe. Die Zentren lagen rund 400 Kilometer voneinander entfernt, dazwischen lagen große Landschaftsräume, die nur kurzfristig, saisonal oder gar nicht besiedelt waren. Das sei ein europaweit einheitliches Muster, so die Forscher. […..] 

Klar, man wanderte herum, musste ja auch mal genetisch etwas durchlüften, indem man von Belgien nach Spanien lief, dort einer Menschenfrau mit der Keule auf den Kopf schlug und sie mit nach Hause schleifte.
War natürlich blöd für ihren Mann, der in Ermangelung von Parship und Tinder nicht leicht Ersatz fand, aber andererseits war sein inzestuöses Sperma ohnehin keine Dauerlösung.

[…..] In Europa nahm in der auf das Aurignacien folgenden Epoche des sogenannten Gravettien die Bevölkerungszahl auf rund 2500 Personen zu, die Zahl der überlebensfähigen Kernregionen stieg dabei von fünf auf neun. […..]   "Erst gegen Ende des Gravettien vor rund 27 000 Jahren bricht dieses Netzwerk aufgrund von Klimaänderungen zusammen", sagt Schmidt. "Wir sehen ein regionales Aussterben von Populationen und den Beginn einer Neuorganisation." Die alten Strukturen brachen zusammen, und neue Netzwerke tauchten auf.
[…..]   Manche Forscher glauben, dass die Menschheit vor rund 74 000 Jahren kurz vor der Auslöschung stand, als im nördlichen Bergland von Sumatra der Vulkan Toba ausbrach. Die vermutlich stärkste Eruption in den vergangenen zwei Millionen Jahren könnte zumindest auf der Nordhalbkugel die Erde drastisch abgekühlt haben. Populationsgenetiker liefern hier grobe Schätzungen von maximal 10 000 Menschen weltweit, vielleicht waren es sogar nur noch 2800 Individuen. […..] 

2.800 oder 3.300 Menschen Gesamtbevölkerung.
Das sind Zahlen, die mir gefallen.
Mehr als vierstellig ist wirklich nicht notwendig.