Freitag, 3. Mai 2019

Der phantastische Urinduscher


Meine Mutter war eine Leseratte; natürlich färbt das ab.
Nach Kinderbüchern für alle entsprechenden Altersstufen waren die ersten drei gehaltreicheren Bücher, die ich las Harriet Beecher Stowes „Uncle Tom's Cabin“ (1852), Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ (1719) und schließlich Endes „Unendliche Geschichte“, die ich im Erscheinungsjahr 1979 las.
Durch Ende lernte ich die faszinierende Methode von zwei layouterisch getrennten Storylines kennen, die anfangs unabhängig voneinander zu sein schienen und schließlich mehr und mehr zusammenwuchsen.
Natürlich mochte ich die grün gedruckten Antréju-Phasen lieber als den öden roten Bastian-Part, der quälend lange brauchte, bis er sich überwand auch in den interessanten Grün-Part zu springen.

Als Erwachsener bin ich kein Freund mehr von diesen technischen Spielereien, die einem Roman mehr Würze verleihen soll.
Dennoch kann diese Methode gelegentlich gut gelingen wie zum Beispiel in Jonathan Coes „Das Haus des Schlafes“ (1997), in dem sich nicht nur sechs verschiedene Personen als Hauptpersonen abwechseln, sondern auch zwei Zeitebenen alternieren.
Kapitel mit ungeraden Zahlen spielen in den Jahren 1983/84; die anderen 12 Jahre später.
In Kristof Magnussons wunderbarem Finanzkrise-Roman „Das war ich nicht“ von 2010 gab es drei miteinander verwobene Handlungsstränge. Jedes Kapitel ist mit dem Vornamen eine Protagonisten – Henry LaMarck, Übersetzerin Maike und Trader Jasper Lüdemann – überschrieben und von Anfang an fragt man sich wie sich die drei in verschiedenen Ländern operierenden Personen wohl zusammen-mäandern.

In Peter Fuchs‘ „Schöneberger Steinigung“, erschienen im April 2019 gibt es sage und schreibe 27 abwechselnd im Focus von Kurzkapiteln stehende Personen.
Statt Kapitel handelt es sich aber eher um layouterisch strikt voneinander getrennte Absätze, die grob in sechs aufeinander folgende Tage geordnet sind.
Wie verwebt man so viele Leute in einem knapp 300 Seiten langen Krimi?
Indem man den Lektor chloroformiert, so daß er nicht ob der ständigen aberwitzigen Zufälle protestieren kann und dem Romanpersonal keinerlei psychologische Tiefe zugesteht.

Die Heldin Vicky Meier joggt, weil sie andauernd Geleebananen isst. Offenbar will sie als Berliner Promi-Arztgattin nicht allzu sehr aus dem Leim gehen.
Mehr erfahren wir nicht und bei einer derart eindimensional langweiligen Figur will man auch gar nicht mehr wissen.
Es bleibt rätselhaft wieso Fuchs ausgerechnet eine Frau mit der Charaktertiefe einer Briefmarke zur Zentralfigur seines Berliner Homo-Krimis gemacht hat.

Ihr Mann Oliver ist Promi-Orthopäde, weil er einst in Berlin Brad Pitts Rücken kurierte und gelangte so in den Kreis des schwulen halbberühmten rechtspopulistischen Mordopfers Dominik und seines Möbelverkäufer-Mannes Horst. Vicky kauft bei Horst einen Sessel zu Olivers Geburtstag und ihre 16-Jährige Tochter/Schwägerin Vicky ist verliebt in den 17-Jährigen Felix, der aber konspirativ mit Horst schläft, aber eigentlich dem 19-Jährigen Raffael zugeneigt ist, der als linker Aktivist Hauptverdächtiger des Mordes ist und während einer Mahnwache für Dominik eine Tumult auslöst, bei dem das halbe Asylbewerberheim abgefackelt wird, in dem Heidi und Vicky aushelfen und daher zufällig die anderen drei arabischen Mordverdächtigen kennen, von denen einer von Ingeborg, der lesbischen Haushälterin Vickys adoptiert wird, nachdem aufgeflogen ist, daß er für Geld von Dominik oral befriedigt wurde, während dieser von Hilal gebumst wurde, der anschließend auch mit Kommissar Max poppt und sich daraufhin vor Gram erhängt, was Max, der wiederrum zufällig Vicky aus seiner Schwimmgruppe kennt aber nicht bei seinen Mordermittlungen stört, weil er auch ein Auge auf Felix und Raffael geworfen hat und mit diesen einen Dreier anstrebt, nachdem er die wahren Mörder, die natürlich ebenfalls zufällig mit Vicky und Heidi bekannt sind, fassen kann.

Logischerweise beginnt auch dieser Krimi mit dem Fund der Leiche Dominics und es dauert 50 quälende Seiten bis Vickys Trainingspartner/Kommissar Max auftaucht. Erzählende Beschreibungen sind Fuchs‘ Sache nicht; stattdessen zählt er auf. So erfährt der Leser den Namen jedes einzelnen Hundes jedes zufällig vorbeikommenden Joggers, der von der Polizei befragt wird.

Warum liest man so einen Mist?
Wieso lese ich überhaupt einen Krimi? Kaum eine Romangattung könnte blöder sein.
Also, let’s talk about the elephant in the room: Der in diesem Roman ermordete dunkelkatholische schwule Blogger trägt natürlich alle Charakteristika David Bergers und so wurde dieses Buch auch vermarktet. Als so eine Art Walsers „Tod eines Kritikers“ für Arme.
Walsers antisemitische Mordphantasien gegen Marcel Reich-Ranicki, 2002 im Suhrkamp Verlag erschienen, waren aber nichts als eine perfide Sauerei, in der ein KZ-Opfer das zweite mal erledigt werden sollte und führten zu Recht zu einem Bruch mit der FAZ.
Der greise Walser konnte seine persönliche Verletzung und Eitelkeit nicht kontrollieren.
Fuchs handelt nicht als Betroffener, der David Berger hasst, sondern er versucht eine ganze Szene zu portraitieren.
Während des Lesens habe ich ca drei Dutzend mal „=UD“ neben einem Absatz notiert, wenn eine Beschreibung ganz klar auf den wahren Berger hindeutet. Die Parallelitäten sind völlig unstrittig mehr als zufällig.
Aber es gibt auch einige absichtliche Unterschiede, um den Dominic aus dem Buch fiktiv erscheinen zu lassen. Er war anders als Berger katholischer Priester (statt Laie), stammt aus Tschechien (statt Würzburg), ist fast zwei Meter groß (statt zwergig und schrumpfköpfig).

Als Kommissar Max und sein (natürlich schwuler) Assistent Christian den Social-Media-Aktivitäten Dominics findet sich folgender Satz über dessen Facebookgruppe:




Nein, Dominic ist nicht David. Peter Fuchs scrambled stattdessen das gesamte Philosophia-Perennis-Kreuz.net-AfD-Gloria-TV-Universum.

Die im Buch vorkommenden Figuren weisen in ihrer klischeehaften Eindimensionalität unablässig Eigenschaften auf, die geneigten Beobachtern wie mir bestens bekannt sind: Reto Nay, Markus und Eva Doppelbauer, Felizitas Küble, Gabriele Kuby, Pater Lingen, Beatrix Storch, Hedwig Beverfoerde, Jürgen Elsässer und den vielen unangenehmen Twitter/Facebook-Hetzern.

Es gibt sehr viel Berliner Lokalkolorit, das von anderen Kritikern hochgelobt wird, die Ortsangaben stimmten alle.
Das ist für mich eher irrelevant, der Mord ist irrelevant und mich interessiert auch nicht die selbstverständlich an den Haaren herbei gezogene Auflösung wer die wahren Mörder sind.

Aber wer sich für die rechte, verschwörungstheoretische, Identitäre, xenophobe, islamophobe, Merkel-hassende Bande interessiert, wer sich auf Kosten von AfD-Politikern, die im Netz große Töne spucken und noch zu Hause beim Mai wohnen und sich nicht im Schritt waschen amüsieren will und sich bei all den dunkelkatholischen Codewörtern wie „Soros“, „Linksgrünversifft“ und „mulitkulti“ gruseln möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.
Fröhliches Detektieren der portraitierten Braunen.

Donnerstag, 2. Mai 2019

Mitarbeiter der Woche.


In den nächsten vier Dekaden sollen die beiden großen Kirchen in Deutschland fast die Hälfte ihrer Mitglieder  verlieren. Das wäre noch zu verschmerzen, aber das bedeutet auch, daß nur noch halb so viel Geld in die Kassen fließt. Das tut den Bischöfen richtig weh.

[….] Was das "Forschungszentrum Generationenverträge" an der Universität Freiburg den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern in seiner Studie präsentiert, dürfte die Glocken in den christlichen Gotteshäusern Alarm schlagen lassen: Die Mitgliederzahlen der beiden großen Kirchen werden sich in den kommenden Jahrzehnten drastisch verringern. Bis zum Jahr 2035 um 22 Prozent. Bis zum Jahr 2060 sogar um 49 Prozent - von nunmehr 44,8 Millionen Mitgliedern auf 22,7 Millionen Mitglieder. Zudem werden die Kirchensteuereinnahmen um etwa die Hälfte einbrechen. […..]

Man soll mit Prognosen vorsichtig sein; insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. Für mein Gefühl sind mehr als 20 Millionen Kirchenmitglieder in Deutschland im Jahr 2060 verdammt viel.
Ich hatte eigentlich gehofft, daß die Bande noch zu meinen Lebzeiten auf das Mitgliederniveau der FDP zusammenschnurrt.

Die weißhaarigen Geronten mit B10 (= knapp 13.000 Euro steuerfrei Monatsgehalt lebenslang) an der Spitze der Kirchenhierarchie reagieren unbeeindruckt, weil sie schon die Radieschen von unten betrachten werden, wenn der schöne Milliardensegen abebbt.

[…..] Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, sagte, man gerate ob der präsentierten Zahlen „nicht in Panik“. Die katholische Kirche wolle  ihre Arbeit aber „entsprechend ausrichten“. Konkrete Maßnahmen wurden weder von Seiten der EKD noch der Deutschen Bischofskonferenz angekündigt.   [….]

Die traurig-larmoyanten Christibans unter den Journalisten zerbrechen sich nun wieder den Kopf mit welchen moderneren Applikationsmethoden man „Kirche“ wieder in mehr Köpfe hineinbekommen könne.
Onlinebeichte, Twitterpapst, aufgefrischter Gottesdienst mit RAP-Musik, Frauenpriestertum, Zölibat abschaffen.

Ich mag dieses Herumdoktern an den Symptomen aus zwei Gründen.

Einerseits bringt das die Kircheninternen Kritiker auf den Plan, die befürchten mit diesen Erscheinungen aus dem 21. Jahrhundert vertreibe man die wahren Christen aus der Kirche.
Lieber eine zahlenmäßig kleinere Christengemeinschaft, in der dafür aber alle strenggläubig sind, war schon das Mantra des heute schmerzlich vermissten Stahlhelmerzbischofs Johannes Dyba (1929-2000).

[….] Starke Worte hat er gern gewählt, und der Spitzname "Heilige Axt" war ihm gewiss nicht unangenehm. Der Kirchenfürst und Militärbischof, seit 1983 Erzbischof in Fulda, stritt radikal und eloquent, selbstbewusst und eitel gegen alle vermeintlichen Sünden des modernen Lebens. Er provozierte die Schwulen mit der Behauptung, sie bevorzugten "importierte Lustknaben". Er bekämpfte Homo-Ehen, Feministinnen und die Abtreibung. Auch aufsässige Laienorganisationen waren ihm ein Gräuel. Aidskranke nannte er "Tote auf Urlaub". Seine zahlreichen Feinde sahen in Dyba einen gefährlichen Inquisitor. Glaubensbrüder lobten ihn als humorvollen, integren Barockmenschen. Dyba starb am 23. Juli überraschend in seinem Amtssitz. [….]

Joseph Ratzinger denkt ganz ähnlich und zischte etwa zu derselben Zeit während des XV. Weltjugendtages in Rom (August 2000) als Präfekt der Glaubenskongregation giftig Papst Johannes Paul II. an, nachdem dieser vor zwei Millionen Jugendlichen gepredigt hatte: „Was nützen mir zwei Millionen Katholiken, wenn anschließend die Wiese voller Kondome liegt?“
Seiher ist die Kurie tief gespalten zwischen der Ratzinger-Burke-Bertone-Gänsi-Fraktion und den Modernisierern um Kaspar.
Bergoglio sitzt zwischen allen Stühlen.

Andererseits verhindern Diskussionen über die mehr oder weniger moderne Darreichungsform des Kirchismus den Blick auf das eigentliche Problem:
Die Kernbotschaft von einem allwissenden Gott, der Sklaverei, Antisemitismus und Minderwertigkeit von Frauen propagiert, seinen eigenen Sohn abschlachtet und diejenigen in die Hölle verfrachtet, die ihm nicht gehorchen wollen, ist ganz großer Mist.

Das Christentum bekommt man nicht mit knalligen PR-Methoden wieder in die Hitparaden.
Da müsste man schon die Bibel selbst gründlich ausräumen. Das war Scheiße vom lieben Gott während des Holokausts tatenlos die Hände in den Schoß zu legen. Die Erde ist auch nicht dazu da, sie sich untertan zu machen und außerdem missfallen uns inzwischen Propheten wie Jesus, der sich bacchanalisierend räkelt während die anwesenden Damen ihm mit ihren Haaren seine stinkigen Füße abwaschen.
Das monotheistische Gottesmodell mit einem Chef, den man lieben soll, weil man gar keine andere Wahl hat und bei Nichtbefolgung vom Satan ewig gefoltert wird, ist Mist.
Die totale finanzielle und amoralische Unterwerfung unter die Regeln der Kirche kann nur mit Angst und Erpressung funktionieren. Nur solange die Menschen sich vor allem und insbesondere ihren Qualen nach dem Tod fürchten, kann man sie zu kirchlichem Gehorsam erpressen. Je wissender und selbstbewußter sie werden, desto weniger fügsam werden sie.
Frömmigkeit ist per Definition ein Gängelband für Unselbstständige, denn sie entsteht nicht freiwillig, sondern ist nichts anderes als „Gottesfurcht“.
Ein System der Furcht ist aber unverträglich mit humanistischen Werten und damit in liberalen, pluralistischen, demokratischen, aufgeklärten Staaten zum Scheitern verurteilt.
Das versteht jeder Atheist sofort. Eine auf Furcht und Qualen basierende Ideologie ist zum Scheitern verurteilt.

Zum Glück sind aber die Kirchenoberen mit schweren Inselverarmungen geschlagen und halten genau das Kernproblem des Christentums für eine Kernkompetenz.
Deutschlands oberster Evangele Bedford-Strohm, HBS, besticht wieder einmal mit besonders frappierender Ahnungslosigkeit.

[….]  [….]  Die Menschen müssen wieder stärker spüren, welche Kraft von der Botschaft Jesu Christi ausgeht. Die Liebe und die Hoffnung, von der wir sprechen, müssen wir selbst viel mehr ausstrahlen und aus den Mauern der Kirchen raustragen. Ich nenne das ganz altmodisch eine geistliche Erneuerung. Frömmigkeit - davon bin ich überzeugt - ist kein Auslaufmodell, sondern ein Zukunftsmodell.
[….]  Viele Menschen wollen mit ihrer Kirchensteuer einen bewussten Beitrag dazu leisten, dass wir in unserer Gesellschaft besser zusammenleben. [….]  

Ich warte immer noch darauf, daß HBS sich die Maske vom Kopf reißt und sich als Titanic-Redakteur zu erkennen gibt.
Frömmigkeit als Zukunftskonzept für das späte 21.Jahrhundert in Deutschland. Kann man sich nichts ausdenken.
Der Mann ist einer meiner besten Mitarbeiter bei dem Projekt die Kirchen zu schrumpfen.
Es ist offensichtlich wie er versucht durch geistige Sabotage von innen heraus die Mitglieder aus der EKD zu verjagen.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Impudenz des Monats April 2019


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Die zunehmende Gefahr, die von Dorfdeppen ausgeht, bewirken Internet und soziale Medien.
Sie werden nämlich nicht mehr isoliert und ausgelacht, sondern rotten sich mit den Deppen anderer Dörfer zusammen, halten sich in „Deppen only“-Blasen selbst nicht für Deppen und werden von so einer großen Öffentlichkeit ausgelacht und multipliziert, daß die Deppenmasse groß genug wird, um immer mehr Deppen anzuziehen.

Noch gefährlicher als ein gewöhnlicher moderner Dorfdepp ist der religiöse Dorfdepp, da er a priori unter den Milliarden Co-Religiösen der Welt mit einem Relevanz-Vorsprung ausgestattet wird.

Wer öffentlich erklärt Stimmen zu hören oder optische Visionen zu haben – Elvis, grüne Marsmännchen, Reptiloiden, fliegende Spaghetti-Monster -  kommt möglicherweise in die Klappsmühle.
Hört oder sieht man aber irgendetwas aus dem christlichen Märchenkosmos wie Jesus oder die Mutter Maria, besteht die Chance berühmt und vielleicht Namensgeber eines Pilgerortes zu werden.

Die allerirrsten Deppen wie Pat Robertson bringen es sogar zu eigenen Medienimperien, unermesslichem Reichtum und hohen Ansehen.

Auf gutem Weg zum Robertson-Olymp befindet sich die Impudenz des Monats April 2019:

Kat Kerr. Sie ist zwar eine Frau, die als Weib in der Gemeinde schweigen muss, aber da Gott sie persönlich immer wieder zu sich ruft, um sie zu beauftragen den republikanischen Amerikanern den Himmel zu offenbaren, wird er vermutlich einverstanden sein, wenn sie öffentlich auftritt und für ihre Bücher wirbt.

[….] Kat Kerr was taken by the Spirit of God on tours of Heaven for over ten years and has now been commissioned to reveal what she was shown. Two scribe angels were assigned to assist her and they have also delivered the ‘Foreword’ for the book, which is a profound message from God! She not only visited Heaven, but was shown visions of many things that are about to take place on earth. We are entering into a ‘Holy’ season of Heaven being released on earth – it will change life as we know it!
Prepare to not only read about her journeys, but through the illustrations, you will ‘view’ places which actually exist in Heaven. Besides the ‘Throne Room’, you will see the ‘Portal’ where those living in the celestial city go to view their families on earth. You will also visit the ‘Rush’, Heaven’s biggest roller coaster and then go to the nurseries and meet ‘Rahmee’, one of the many angels who care for the millions of aborted and miscarried babies – Heaven has ALL of them. Learn how, because of the grace of God, you get a ‘second’ chance to raise your baby in Heaven; if you choose to make it your home when you die. You will see and read about many other fantastic places she saw in Heaven. […..]
(Kate Kerr: “Revealing Heaven”)

Kerr ist als Prophetin über einen Zeitraum von zehn Jahren immer wieder in den Himmel gereist, um mit Gott persönlich zu sprechen und daher ist sie die seriöseste Quelle überhaupt, wenn sie erklärt, daß Donald Trump wieder gewählt wird.


[…..] “Whether anyone likes it or not, Trump is going to win again in 2020,” Kerr said in a video clip flagged by Right Wing Watch. “People have their own opinions, I don’t have one — I say what God says.”
Without elaborating, she went on to say that Trump’s presidency will kick off another “24 years” of “God in the White House.”
“He said the country will be so different than it is now,” she continued, relaying what God allegedly told her. “Life will be sought after everywhere. People went to go live in regions of darkness to escape the glory of God.”
“People go, ‘Who do you support? ’Jesus Christ! ‘Who do you vote for?’ Jesus Christ! ‘Whose color you wearing?’ Jesus Christ!”
“I just happen to know him personally,” she declared. “He likes Trump.” [….]

Daß Gott Trump mag und ihm 2020 zur Wiederwahl verhelfen wird, ist wenig verwunderlich.
Schließlich hatte Jesu Prophetin Kerr schon im letzten Oktober offenbart, daß Gott ein GOP-Mitglied ist.

[….] “God is going to vote Republican,” Kerr declared. “He’s the one who helped get Trump in office. That was a miracle of the ages. You know what? Jesus is also involved in this … We don’t want to step back into what we had before, which was no life at all. The way the Democrats have been running their system for years made us lose million of jobs, people lost their homes, they lost hope, there was so much violence in the streets, there was threatened violence all the time, our money was given to our enemies. We don’t want to go there again. We want to go forward. Vote Republican.” [….]

Ein harter Schlag für Biden, Beto, Buttigieg und die anderen 20 demokratischen Präsidentschaftsbewerber.

Da Gott also Republikaner und bekanntlich auch noch allmächtig ist, können sie allesamt ihre Kandidaturen zurückziehen. Sie haben ja ohnehin keine Chance gegen Gottes Kandidaten Trump.

Ich verstehe gar nicht wieso sich die Demokratische Partei sich noch nicht aufgelöst hat. Immerhin hatte schon vor zwei Wochen Gottes Liebling Michele Bachmann, deren sehr heterosexueller Ehemann sehr erfolgreich Schwule von ihrer Schwulerei heilt, öffentlich darüber aufgeklärt, wie im Himmel über die Präsidentschaftswahl 2020 gedacht wird.

[…..] Bachmann, who was a Republican presidential candidate in 2012, said during an interview Saturday that "Donald Trump has had the courage and the fortitude" to stand up "where other Republicans wouldn't dare to stand up."
"He is highly biblical, and I would say to your listeners, we will in all likelihood never see a more godly, biblical president again in our lifetime," she said on the Olive Tree Ministries' radio show "Understanding the Times." [….]

Ja, das stimmt. Frommer und bibeltreuer als Trump geht gar nicht!

Dienstag, 30. April 2019

An unserer Verfassung nagen


Donald Trump, der nebenbei bemerkt gerade sein 10.000-Lügen-im-Amt-Jubiläum feierte, glaube ich sofort, daß er so sagenhaft verblödet ist, nicht die einfachsten Grundsätze der Verfassung zu kennen. Trump weiß nichts über Gewaltentrennung, Pressefreiheit.
Ihm kommt gar nicht in den Sinn etwas Falsches zu machen, wenn er als Regierungschef Richtern und Justizministerium Anweisungen gibt oder verlangt kritische Journalisten zum Schweigen zu bringen.

Wäre der Mann nicht so abgrundtief bösartig und würde unablässig Hass schüren, müsste man ihn fast aufgrund seiner Unwissenheit in einem milderen Licht sehen. Ja, er zerstört die Verfasstheit der USA, aber er weiß es auch nicht besser.
Er ist wie ein Dreijähriger in einem Laden mit filigranen Bonbon-Skulpturen. Da muss man sich anschließend nicht wundern, wenn alles angelutscht ist.
Man kann fast von Glück reden, daß Trump so blöd ist. Denn während seines Zerstörungswerkes stellt er sich auch immer wieder selbst ein Bein, so daß er erst mal auf der Nase liegt und kurz damit aussetzen muss die politischen Institutionen der USA zu schleifen.

Beispiel McGahn-Aussage. Donald F. McGahn II, 51, von Januar 2017 bis Oktober 2018 Justiziar des Weißen Hauses wurde vom demokratische kontrollierten Kongress vorgeladen, um über die Russland-Affäre auszusagen.
Angeblich soll Trump McGahn angewiesen haben das DOJ zu kontrollieren und Robert Mueller zu entlassen. Der aber offenbar wesentlich rechtstreuere Rechtsberater verweigerte sich dem und kooperierte mit Mueller.
Die Demokraten wollen genauer wissen was zwischen Trump und McGahn ablief. Trump, Miller und Conway laufen Amok, verbieten kategorisch jede McGahn-Aussage vor dem „House“.
Das vordergründige Argument; McGahn habe schließlich 30 Stunden dem Sonderermittler unter Eid Rede und Antwort gestanden, das reiche.
Soweit kann man dem Weißen Haus sogar noch folgen. Damit können die Demokraten genau nachvollziehen was vorgefallen war. Aber Berserker-Trump wirft in seiner Verblödung gleich noch hinterher, McGahn habe ohnehin nur gelogen.
So macht #45 natürlich die Argumentationslinie des Weißen Hauses gleich wieder kaputt. Denn ihm zu Folge haben die Demokraten zwar eine Aussage McGahns, die aber weitgehend nicht stimmt. In dem Fall müssen sie ihn sogar vorladen, um selbst zu ermitteln was die Wahrheit ist.
Einer der vielen Fälle, in denen sich Trump zunächst einmal selbst in den Fuß schießt.

Andere sehr verlogene rechtsradikale Anführer in Europas Regierungszentralen sind leider nicht so total verblödet sich dauernd selbst ein Bein zu stellen.
Völlig ausgeschlossen, daß der Kreml-Chef sich selbst so blamierte, während er Pressefreiheit und Gewaltenteilung schleift.
Die Gaulands, Orbans, Straches, Salvinis wissen genau, was sie tun, während sie den liberalen Rechtsstaat attackieren.
(Für Tories und Erdoğan lege ich diesbezüglich allerdings nicht meine Hand ins Feuer; sie weisen ebenfalls deutliche Anzeichen von Morbus Trumpus auf und benehmen sich dementsprechend irrational.)

Die westungarische Regierungspartei FPÖ versteckt sich strategisch geschickt hinter dem breiten Rücken des fast ebenso rechten ÖVP-Regierungschefs Kurz, um ihre perfiden xenophoben und rechtsstaatfeindlichen Vorstellungen umzusetzen.
Pressefreiheit gefällt ihnen gar nicht, wenn Journalisten es wagen sie zu kritisieren.
Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die nicht auf der rechten Regierungslinie liegen, werden wie in den Autokratien Polen und Ungarn eingeschüchtert und bedroht.

[…..]  Die Attacken der FPÖ auf ORF-Moderator Armin Wolf zeigen, wie weit sich der politische Diskurs in Österreich nach rechts verschoben hat. Um die Pressefreiheit muss zu Recht gebangt werden.
Journalisten sind es in Österreich gewohnt, dass Politiker anrufen und protestieren wegen unliebsamer Berichterstattung. Waren diese Proteste aber bisher überschaubar und weitgehend vernachlässigbar, haben sie seit Antritt der ÖVP/FPÖ-Regierung ein alarmierendes Ausmaß angenommen. Und es wird nicht mehr nur angerufen - es wird offen mit Konsequenzen gedroht.
Neuester Fall in der Reihe von Angriffen auf die freie Presse: der Schlagabtausch zwischen dem ORF-Moderator Armin Wolf und den Freiheitlichen nach einem kritischen Studiogespräch mit einem FPÖ-Kandidaten in der Nachrichtensendung "ZiB2". Mehrere Politiker der Regierungspartei haben inzwischen den Rauswurf Wolfs gefordert. Dass so etwas überhaupt möglich ist, zeigt, wie weit sich der Diskurs in Österreich nach rechts verschoben hat. [….]

Eine ungeheuer erschreckende Entwicklung nun auch in einem westeuropäischen Land.
Sogar das sehr konservative Funke-Medium „Abendblatt“ ist alarmiert.

[….] Es geschieht nicht jeden Tag, dass deutsche Journalisten an die Öffentlichkeit gehen, weil sie die Pressefreiheit in einem befreundeten Nachbarstaat bedroht sehen, der bisher in dieser Hinsicht als gänzlich unproblematisch galt.
Im Falle Österreichs ist genau das nun passiert: Der ehemalige „Spiegel“- Reporter Cordt Schnibben twitterte: „Bitte aufwachen, was da im Nachbarland passiert, braucht unser Interesse und unsere Solidarität.“ Der Deutsche Journalisten-Verband mahnte: „Feinde der Pressefreiheit dürfen nicht gewinnen.“ Und ZDF-Moderator Claus Kleber schrieb: „Es geht offensichtlich darum, das Undenkbare nun endlich denkbar zu machen.“
Alle drei Wortmeldungen bezogen sich auf ein Interview, dass der Moderator der mit den „Tagesthemen“ vergleichbaren Nachrichtensendung „Zeit im Bild 2 (ZiB 2)“ des österreichischen ORF, Armin Wolf, am 23. April mit dem Generalsekretär der rechtspopulistischen Regierungspartei FPÖ Harald Vilimsky führte.
Kurz zuvor hatte ein anderer FPÖ-Politiker Migranten mit Ratten verglichen. Auch deshalb stellte Wolf im Verlauf des Gesprächs ein gezeichnetes Wahlplakat der Rechtspopulisten, auf dem Flüchtlinge mit großen Nasen, eng zusammenstehenden Augen und zusammengewachsenen Augenbrauen zu sehen waren einem ganz ähnlichen Zerrbild eines Juden gegenüber, das einst im NS-Hetzblatt „Stürmer“ erschienen war.
Daraufhin drohte Vilimsky noch vor laufender Kamera Wolf mit Konsequenzen. „Das“ könne „nicht ohne Folgen bleiben“, sagte er. [….]

Das Klima in Westungarn unter Kanzler Kurz hat sich in Rekordzeit 80 Jahre zurückentwickelt.

Die ehemalige ZIB-Journalistin Stenzel, die inzwischen als FPÖ-Frau Kommunalpolitik macht, wirft in typischer Weise der Rechtsextremen ihren Kritikern Rechtsextremismus vor.



Deutsche Journalisten kennen das von der AfD, die ebenfalls versucht ihre Kritiker aus Funk und Fernsehen zum Schweigen zu bringen.

Montag, 29. April 2019

Das Kindersex-Rezept


Kleine Vorgeschichte:

Vor ein paar Wochen las ich in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel über die „Beauty Boys“ auf Youtube.

[….] Sie sind Jungs. Wer bei Google nach dem Schlagwort "Beauty Boys" sucht, findet zum Beispiel Dreizehnjährige, die ihre Morgenroutine filmen. Aufstehen, Peeling, Eincremen, Foundation, Wimperntusche, ein letzter Blick in den Spiegel und dann ab in die Schule. Fünfzehnjährige, die ihre Schminktipps und den neusten Nagellack mit der Welt teilen. [….]

Da fühlte ich mich sehr alt, spießig und close-minded.
Was bin ich nur für ein herkömmlicher Mann: Ich habe kein Tattoo, kein Piercing, trug noch nie ein Schmuckstück. Kein Ring,  kein Armband, kein Ohrring und auch keine Schminke.
Und ich bin zudem auch noch ein Modemuffel. Trage das gleiche Zeug, das ich auch schon vor 30 Jahren anhatte.

Natürlich habe ich auch schon von diesen Kardashian/Jenners gehört und dabei gelernt, daß das nicht nur herkömmliche Selbstdarsteller/Nichtskönner sind, sondern mit Fleiß und Geschäftssinn zu sagenhaften Reichtum gelangen.
Eins der Blagen ist noch als 20-Jährige mit in China produziertem Schminkzeug Milliardärin geworden.
Ihre 128 Millionen Instagram-Follower machen sie als Influencerin so wertvoll, daß sie mit jedem Posting eine weitere halbe Million verdient.

Da diese Welt so extrem weit weg von mir ist, googelte ich ein bißchen und fand heraus, daß der Ur-Beautyboy natürlich Amerikaner ist: Jeffree Star, 15 Millionen You-Tube-Abonnenten, eigene Make-Up-Produktlinie.

[….] Jeffree is a Big Deal in the beauty industry. According to Celebrity Net Worth, the 31-year-old rakes in more than $210 million dollars a year via his YouTube channel, cosmetics line and other random side hustles. After taxes and other overheads are taken out, Jeffree pockets approximately $70 million. [….]

Eine zunächst einmal sehr bizarre Welt war das, als ich mir die ersten Jeffree-Star-Videos ansah.

Dann passierte aber etwas Unerwartetes: Ich begann den Typ zu mögen und bewundere ihn inzwischen sogar.
Schon als Teenager hielt er sich an keine Regel, passte sich nicht an, putzte sich als schrilles Mädchen raus. Viele Jahre provozierte er damit den blanken Hass. Solche „faggots“ werden durchaus auch mal totgeschlagen in den USA.
Es war ein langer Weg konsequent auf alle Rollenklischees zu pfeifen und es zu Anerkennung und Reichtum zu bringen.
Diese Youtuber haben inzwischen durchaus das Klima verändert, weil so viele junge Leute sich über diese Plattform als alles Mögliche outen, das nicht ins konservative Weltbild passt.
Sie kiffen vor der Kamera, erzählen von ihren sexuellen Abenteuern und leben ihre Exzentrik aus.
Jeffree Star lebt seit einigen Jahren in einer offenbar sehr glücklichen festen Beziehung zu einem jungen Mann, Nathan, der interessanterweise gar nicht schrill ist, sondern ein bis dato rein heterosexueller gechillter Typ aus der Provinz in Michigan, der sich mit Skateboardfahren beschäftigte.
Nathan hatte vorher nur mit Frauen amouröse Verbindungen, fühlt sich aber open-minded und lehnt „labels“ ab.
Was passiert nun, wenn so eine Beziehung ernster wird und man als kleines Landei diese schrille, geschminkte Dragqueen-artige Person nach Hause bringt und sie seinen Eltern vorstellt?
Erstaunlich wenig. Nathans Eltern mögen den/die Neue. Nathans jüngerer Bruder, ebenfalls „only into girls so far“, taucht ebenso selbstverständlich beim Schminken auf, wie Jeffrees Schwiegervater.


Ein letzter Satz zu dieser Geschichte: Als sich das heute so glückliche Paar fand, gab es Kosmetik-Geschichte noch nicht. Jeffree hatte kein Geld. Daran lag es also nicht.

Als Pessimist und Antinatalist verspüre ich – ganz gegen meine Gewohnheit – ein bißchen Hoffnung für die Zukunft.
Offenbar gibt es da eine junge Generation, die tatsächlich andere Menschen weniger danach beurteilt, wie sie in Schablonen passt. Die respektieren jeden anderen Lebensentwurf und sind sehr aufmerksam bei Rassismus, Homophobie, Sexismus, fat-shaming und was es da sonst noch alles gibt.

Könnte die Menschheit, zumindest in einigen Teilen der Welt, tatsächlich dazulernen und toleranter werden?
Ist es möglich offen über alles zu sprechen, nichts zu vertuschen und auch all das zu respektieren, das einem persönlich nicht gefällt?
Haben #MeToo und #Pride doch langfristig den Effekt, daß Bullys wie Trump weniger mit ihren Methoden durchkommen?

Natürlich gibt es immer noch Tabus. Atheismus wird vielerorts nicht akzeptiert und gerade die amerikanischen Medien geben sich noch sehr eigenartige Regeln, indem jeder Nippel zensiert und jedes f-Wort weg-gebeept werden muss.
Wer in seinem von 30 Millionen Menschen angesehen VLOG einmal das Wort „Penis“ ausspricht, wird „demonetized“, verliert also sofort 100% aller Werbe- und Sponsoring-Erlöse.

Aber grundsätzlich schafft Offenheit für Gender, Ethnien, Vorlieben, Orientierung, Moden ein Klima, in dem es immer weniger Missbrauch und Diskriminierung gibt.

Ohne Sanktionen Schwächere zu quälen und missbrauchen, bleibt nach wie vor eine Spezialität konservativer Verhältnisse mit festgefügten Strukturen.
 Regeln, Hierarchien, Obrigkeiten sind die Zutaten, um Kinder zu schlagen und zu quälen.

Wir lesen täglich die Berichte über die Hunderttausenden Kinder, die in den Strukturen der katholischen Kirche von Geistlichen geprügelt, gefoltert und in jeder Hinsicht missbraucht wurden.

Konservative Geisteshaltung, Ausschluss von Frauen, Ächtung von Homosexualität und Religiosität führen aber auch außerhalb der RKK zu massenhaften Kindesmissbrauch.

Zum Beispiel amerikanische Pfadfinder. Die Boy Scouts, bei denen Millionen Christen im Alter zwischen 7 und 17 von ausschließlich männlichen Betreuern streng hierarchisch bespaßt werden, sind der ideale Nährboden für das Kinderficken.
8.000 Boy-Scout-Betreuer haben mindestens 12.000 kleine Jungs missbraucht.


[…..] The Boy Scouts of America believed more than 7,800 of its former leaders were involved in sexually abusing children over the course of 72 years, according to newly exposed court testimony -- about 2,800 more leaders than previously known publicly.
The Boy Scouts identified more than 12,000 alleged victims in that time period, from 1944 through 2016, according to the testimony, which was publicized Tuesday by attorney Jeff Anderson, who specializes in representing sexual abuse victims.
The numbers, Anderson said, come from what the BSA calls its volunteer screening database -- a list of volunteers and others that the Boy Scouts removed and banned from its organization over accusations of policy violations, including allegations of sexual abuse. [….]

Es ist genau wie in der katholischen Kirche.
Die Opfer waren irrelevant, die christliche Organisation funktionierte über viele Jahrzehnte nur als Beschützerin der Pädophilen.


In dem Wahn alles zu verbieten, das queer/weiblich/schwul/extravagant ist, schafft man einen Sumpf, zu dem sich Pädosexuelle hingezogen fühlen.
Die Kirche und Boy Scouts schaffen die Strukturen für Kindesmissbrauch und betreiben einen sagenhaften Aufwand, um die Täter zu schützen.

Als Nichtchrist habe ich im Falle „Boy Scouts“ immerhin den kleinen Trost, daß es durch eine völlig andere Medienwelt viel schwerer wird solche Verbrechen zu vertuschen. Es wird dann sogar möglicherweise so teuer, daß diesen Verbrecherorganisationen das Handwerk gelegt werden kann.

 [….] Seit Jahren kämpfen die Boy Scouts, die sich 2018, um auch Mädchen aufnehmen zu können, in Scouts BSA umbenannten, mit der Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen. Bereits 2010 musste die von dem Philantropen William Boyce gegründete Organisation aus Irving (Texas) in einem einzigen Fall im Bundesstaat Oregon 18,5 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen. Ein Kleckerbetrag im Vergleich zu dem, was den Pfadfindern ins Haus stehen könnte, wenn jene Prozesslawine ins Rollen kommt, die sich seit wenigen Tagen abzeichnet.
Akten über Missbrauchsfälle sprengen alle bisher bekannten Dimensionen
Dreh- und Angelpunkt ist das Gutachten einer Professorin der Universität von Virginia, die eigens von den Boy Scouts beauftragt worden war. [….]
Was Janet Warren, Expertin für sexuellen Missbrauch, binnen fünfjähriger Kleinarbeit herausfand und was eher zufällig durch ein Gerichtsverfahren ans Tageslicht kam, sprengt alle bisher bekannten Dimensionen. Danach hatten die Boy Scouts seit den 1940er-Jahren bis 2016 mindestens 7819 Täter identifiziert – und 12.254 Opfer. Zögen davon viele vor Gericht und klagten auf finanzielle Wiedergutmachung, stünde die Pfadfinderbewegung nach Berichten amerikanischer Medien möglicherweise vor dem Ruin. [….] (Hamburger Abendblatt, 29.04.19)