Samstag, 9. Februar 2019

Pimmel-Problematik

Digital natives, die den Umgang mit Internet, Klugtelefonen und sozialen Medien beherrschen, weil sie damit aufwuchsen, sind gleichzeitig dümmer und unfähiger damit als digital immigrants, weil sie Facebook und Instagram nicht hinterfragen.
Sie sind arglos und naiv.
Jeden Tag staune ich auf’s Neue welche intimen Daten massenhaft freiwillig in die Welt posaunt werden.
Als jemand, der vor 1984 George Orwell las und die Volkszählung von 1987 bis zum bitteren Ende unter Strafandrohung verweigerte, verzweifele ich ob der Datenverblödung derjenigen, die heute in dem Alter sind wie ich damals.

In meiner Jugend war es ein großer Fauxpas Frisuren von Mitschülern nachzumachen und die gleichen Moonboots zu tragen.
„Wenn all von einer Klippe springen, tust du das dann etwa auch?“
Individualität war gefragt.
In der Abi-Zeitung gab es Bilder von Individuen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mods, Popper, Punks, Ökos, Langhaarige, Grufties, Edel-Punks, Goths, Müslis und auch die zwei, drei Anzugsträger aus der JU.
Heute sind die Abi-Zeitungen meiner ehemaligen Schule online. Sie haben sich alle hübsch zusammen zu einem Gruppenfoto vor der Aula aufgestellt. (Schon das wäre vor 30 Jahren unmöglich gewesen, weil sich die meisten so einem Massenbild verweigert hätten).
Der nivellierende Effekt der sozialen Medien ist sagenhaft: Alle Mädchen tragen die gleiche Jennifer Aniston-Frisur und alle Jungs tragen streng einheitlichen Dreitage-Bart und Anzug.

Die Jugend wurde sanft gehirngewaschen und vermutlich ohne es selbst zu bemerken optisch in eine Lemming-Armee verwandelt.
Ob die Teenager überhaupt etwas dafür können, ist eine müßige Frage, aber offensichtlich kann sich kaum einer der Klugtelefon-Welt entziehen.
Bei einem streng gültigen Klum-Schönheitsideal für alle ist es vermutlich schwierig dennoch Aufmerksamkeit zu erregen und so greifen sie dann zu dem einzig verbliebenen Mittel.
Die Mädchen packen ihre Brüste aus, Jungs zeigen; sofern vorhanden Bauchmuskeln; andernfalls den Penis. Und sofort ins WWW damit.
Wenn das obligatorische Mobben losgeht, oder die Lehrstelle fehlt, weil der Chef mit zwei Klicks die peinlichsten, intimsten physischen Details präsentiert bekommt, ist das Gejammer groß.

Kinder. Die wissen es eben nicht besser.
Sextapes und Nacktbilder funktionieren für getunte, multi-operierte Trash-Sternchen, die sie gezielt verbreiten und anschließend ob der bösen leakenden Medien Krokodilstränen vergießen.

Jeder Mensch mit einem IQ über Zimmertemperatur und/oder älter als 25 Jahre, weiß hingegen wie schlecht es ausgeht, wenn man seine primären oder sekundären Geschlechtsorgane der Welt präsentiert.
Jeder weiß wie es dem Kongressabgeordneten Anthony Weiner erging, nachdem er sein Wiener Würstchen chattete.
Da es sich bei dem durchaus schlauen Pimmel-Poster um einen Wiederholungstäter handelte, der durch seine Aktionen nicht nur zum allgemeinen Gespött wurde, sondern auch seine eigene Politkarriere beendete und der Clinton-Kampagne seiner Frau schwer schadete, nehme ich an, daß er tatsächlich unter Suchtzwang handelte. Rational zu erklären ist das nicht.
Aber Männer unter Testosteron-Einfluss tun bizarre Dinge, wenn sie spitz wie Nachbars Lumpi sind.

Dustin Lance Black, heutiger Ehemann des legendären Olympia-Siegers Tom Daley hielt es einst für eine gute Idee einen Close-Up-Film davon aufzunehmen, wie ein nicht kondomierter Penis in seinen Hintern gesteckt wird.
Dagegen ist an sich nichts zu sagen, aber Black, 44, ist gebildet, Oscar-prämierter Drehbuch-Autor und schadete seiner Karriere schwer mit dem Filmchen, das selbstverständlich irgendwann öffentlich wurde. In einer peinlichen Apology-Tour musste er durch die LGBTI-Medien ziehen und mea-culpa dafür jammern, daß er versehentlich unsafe-Analsex propagierte.
Ich konnte nur staunen. Das nicht vorhandene Kondom auf Lances Lanze war auf einmal das größte Problem und nicht die Frage wieso er überhaupt so dumm sein konnte solche Aufnahmen zu machen.

Wie wir dieser Tage hören, konnte auch Jeff Bezos nicht an sich halten, filmte seinen kleinen Jeff und schickte Bilder davon via Internet an seine Affäre.


Nun hege ich für Bezos wenig bis keine Sympathien, weil die Amazon-Mitarbeiter mies bezahlt werden und er Myriaden kleine Läden auf der gesamten Welt ruinierte, um seinen Megakonzern zu errichten.

Im Gegensatz zu Donald Trump ist Bezos, der mit über 150 Milliarden Dollar Besitz mit Abstand reichste Menschen der Welt, aber nicht auf den Kopf gefallen.
Er errichtete seinen Mammutkonzern selbst und ging nicht wie #45 dauernd pleite und musste von Papis Millionen gerettet werden.

Seine Pimmel-Posse dürfte die Teuerste aller Zeiten sein. Seine Frau MacKenzie Bezos reichte die Scheidung ein und wird mutmaßlich bald mit einem Vermögen von 75 Milliarden Dollar die mit Abstand reichste Frau der Erde sein.

Bezos ist offensichtlich partiell verblödet. Anders ist nicht zu erklären, wie ein derart prominenter Mann so unvorsichtig mit seinen Genitalien umgehen kann.

In diesem Fall gibt es einen weiteren brisanten Spin, weil Bezos‘ Intimfeind, ein Milliardär mit ebenfalls berühmten Penis mutmaßlich Zugriff auf den reichsten Rüssel hatte:
Size-Queen Trump macht die Dimensionen des Dödels seit drei Jahren zum öffentlichen Thema.
Alte Familientradition der Trumps.

(….) Genau wie der Vater ist auch Jung-Trump Rassist und äußerst ungebildet. Genau wie den Vater drängt es ihn immer wieder in die Yellowpress, um andere zu diffamieren und sich selbst zu loben.

Genau wie der Vater ist Don Jr. auch begeistert von seiner Genitaliengröße, prahlte sogar schon damit er habe einen größeren Penis als Papa.

[….] We now know more about the Trump family's genitals than we ever wanted
Donald Trump is no stranger to alluding to the size of his penis; he’s so enamored with the topic that he even felt compelled to bring it up in a presidential debate. In a truly textbook “the apple doesn’t fall far from the tree” moment, a bizarre 2007 interview with Don Jr. – wherein he discussed both his father’s and his penis size on the Adam Carolla Show – has resurfaced, and it’s an Oedipal nightmare.
The interview, which took place in the Playboy Mansion, because of course it did, actually covered a handful of topics vital to business, politics, and culture. Just kidding, it’s pretty gross. Topics included a discussion on how hard it is to be “at the Playboy Mansion with a pregnant wife,” the age gap between his then-pregnant wife and his step-mother turned first-lady Melania Trump, just exactly how many Miss USAs he had slept with, and most importantly, whether he or his father had the “bigger package.”
After letting Carolla know that he will “get fired for this,” Don Jr. assured the host that “they’re both pretty substantial, I think.” As weird as it sounds, Donald Trump’s junk has already been in the news this week, so what’s a little father-son penis bonding between friends? […..]

Als guter Sohn stellte er natürlich klar, sie beide hätten eine richtig ordentliche Wumme in der Hose, aber seine wäre eben noch etwas fetter.

[…..] Host: I got one question, Donald Jr.: When you and your pops are in the shower, who’s got the bigger package? You know what I’m saying.

Trump Jr.: You know, and I will get fired for this, but I’m never going to say that I don’t. I will get fired for that. By the way, they’re both pretty substantial I think. […..]

Der Pilz-Penis-Präsident war not amused ob der Daniels Detail-Schilderungen.


Jeff Bezos bescherte uns aber nicht nur die Amazon-Krake, sondern sichert auch die Existenz der Washington Post, die immerhin so brillante Artikel über Trumps Partei wie diesen veröffentlicht.

Let’s just say it: The Republicans are the problem.

Das stört #45 und seine Erfüllungsgehilfen vom berüchtigten Verlag American Media Inc. (National Enquirer), der schon viele Trump-Pimmelskandale aufkaufte und verschwinden ließ.
Das Bezos-Baguette-Bild möchte Verlagschef David Pecker (der heißt wirklich so!) für eine Erpressung nutzen, um die WaPo zurück zu pfeifen, sie solle nicht mehr negativ über Trump berichten.

Hier tut Bezos mit dem kleinen Bild etwas Großes. Er geht full frontal nude und deckt die Erpressung auf.

[…..] Jeff Bezos, […..]  hat der US-Illustrierten The National Enquirer vorgeworfen, ihn erpressen zu wollen. Das Boulevardmagazin, das wöchentlich landesweit mit einer Auflage von einer Million Exemplaren erscheint, ist offenbar im Besitz von Fotos, die Bezos, wie es heißt, "unter der Gürtellinie" zeigen. […..] Bezos vermutet, dass die Geschichte über seine Affäre politisch motiviert war. […..]  Bezos ist auch Besitzer der Washington Post, über dessen kritische Berichterstattung sich US-Präsident Donald Trump regelmäßig ärgert. Der Chef des Verlags American Media, der den Enquirer herausgibt, ist David Pecker, ein Freund von Trump. "Dass ich die Washington Post besitze, macht die Dinge für mich komplexer. Es ist unvermeidbar, dass manche mächtige Menschen, über die die Post berichtet, mich als ihren Feind ansehen", schreibt Bezos: "Präsident Trump ist einer dieser Menschen. Zudem ist es in manchen Kreisen unpopulär, dass die Post so unnachgiebig über den Mord an ihrem Kolumnisten Jamal Kashoggi berichtet." Dass Bezos eine Verbindung zu Kashoggi herstellt, hat einen Grund. Die Post geht davon aus, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman dessen Ermordung angeordnet hat. Mit bin Salman wiederum unterhält der Verlag American Media Geschäftsbeziehungen. Im vergangenen April gab er ein 97 Seiten starkes Magazin namens The New Kingdom heraus, in dem es um die Großartigkeit Saudi-Arabiens und des Kronprinzen geht. Als Verlagschef Pecker einmal zum Dinner ins Weiße Haus eingeladen wurde, soll er einen Gast mit Verbindungen zur saudischen Königsfamilie mitgebracht haben. […..] Der Verlag American Media reagierte, indem er Bezos über einen Anwalt mitteilte, dass der Enquirer die Fotos veröffentlichen werde, wenn Bezos nicht öffentlich erkläre, dass die Enthüllung seiner Affäre durch das Blatt nicht politisch motiviert gewesen sei. Dieses Risiko nimmt Bezos nun in Kauf. Er ist in die Offensive gegangen. […..]

Freitag, 8. Februar 2019

Lobbyminister


Das fanden Agrarlobby, der ultrakonservative Bauernverband und Nahrungsmittelkonzerne ja richtig scheiße, als Renate Künast (Die Grünen) von 2001 bis 2005 Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war.
Jahrzehntelang waren sie gewohnt einen der ihren als obersten Lobbyisten in dem Amt sitzen zu haben, der diskret die Subventionsmilliarden an die Mächtigsten und größten verschob und die Erzeuger von neumodischem Kram wie Umweltschutz oder Tierwohl verschonte.

Das ist schon schlimm was die garstige Renate den Bauern einbrockte.
Immer mehr stellten auf Bioproduktion um, einige verzichten gar auf erhebliche Mengen Antibiotika in der Tiermast und es soll sogar inzwischen Perverse geben, die Hühner unter freiem Himmel rumlaufen lassen.

Das sind aber noch nicht mal die übelsten Auswirkungen der fünf Künast-Jahre, sondern die versauten Verbraucher, die auf einmal in Bioläden gehen, Herkunftsnachweise bei Fleisch verlangen und dann noch nicht mal Plastiktüten wollen. Wenige werden Vegetarier, aber viele „Flexitarier“, die weniger und dafür hochwertigeres Fleisch essen.
Die Fleischindustrie muss sich große Mühe geben überhaupt noch mit ihren gigantischen Billig-Bergen Rekordabsätze zu generieren. Wären nicht immer noch weite Teile der Deutschen radikal verblödet und würden beim Essen nicht ausschließlich das Billigste kaufen, sondern auch auf Qualität achten, könnte die Massentierquälerei ernsthaft in Gefahr geraten.

Zum Glück griff der deutsche Urnenpöbel rechtzeitig ein, warf die Grünen aus der Regierung und sorgte dafür, daß Landwirtschaft wieder von ausschließlich Lobby-hörigen Tierquälerfreunden verantwortet wird, denen Umwelt, Nachhaltigkeit und Gesundheit herzlich egal sind.
Erst das CSU-Quartett Horst Seehofer, Ile Aigner, Hans-Peter Friedrich und Christian Schmidt, nun die Pfälzer Weinkönigin Klöckner.


Da ist die Agrarindustrie der Monokulturen und des maximalen Pestizideinsatzes wieder in Ordnung. Schluss mit diesem Unsinn, daß Verbraucher über Inhalte und Nährstoffe ihres Essens informiert werden könnten.
Lebensmittelampeln? Nicht mit Klöckner.
Tierwohl ist für Klöckner ein Fremdwort.

[….] In Zukunft habe ein 110 Kg schweres Schwein gerade mal 0,90 m² Platz statt  0,75 m², kritisierte Künast. Klöckners Tierwohllabel schaffe kein Tierwohl, sondern sei "ein Absatzprogramm für einige Fleischerzeuger", so Künast. Da das Label freiwillig sei, würden die meisten Schweine "auch weiterhin arme Schweine bleiben." [….]

So ist der Wille des deutschen Wählers.
Niemand zwingt sie immer wieder die CDU/CSU zur mit Abstand stärksten Partei zu machen.

Der wichtigste Punkt in der Agenda der frommen der Schöpfung verschriebenen Christen-Ministerin ist aber offensichtlich den blöden Viechern möglichst uneingeschränkt Schmerzen zuzufügen.
45 Millionen Küken im Jahr schreddern?

[…..] Der Tod kommt im Akkord. Täglich spielt sich in deutschen Ställen eines der ganz düsteren Kapitel der deutschen Landwirtschaft ab. Weil bei der Zucht und der Haltung von Legehennen kein Bedarf an männlichen Nachkommen besteht und die Tiere auch für die Mast nicht geeignet sind, werden männliche Küken nach dem Schlüpfen aussortiert. Die flauschigen Jungtiere landen entweder lebendig im Schredder oder werden mit Kohlendioxid vergast. Eigentlich sollte mit der umstrittenen Praxis längst Schluss sein. Doch nun machen neue Zahlen der Bundesregierung klar: Statt wie geplant weniger, mussten zuletzt sogar wieder mehr Küken dran glauben. [….]


Und Ferkel vor dem Kastrieren betäuben? Wo kämen wir denn dahin? Nicht mit Klöckner!


Julia Klöckner entwickelte sich in atemberaubender Geschwindigkeit zur willigen Erfüllungsgehilfen der systematischen Tierquälerei.
Das neue „Tierwohllabel“ der Agrarministerin zahlt dementsprechend vor allem den Profit-Interessen der Groß-Mäster Tribut.

[…..] Ein 110 Kilogramm schweres Schwein liegt auf einer Fläche, die gerade einmal 0,9 Quadratmeter groß ist. Die Lüftung müht sich um die Ausdünstungen Hunderter Artgenossen, Leuchtstoffröhren erzeugen ein dämmriges Licht. Weder Sonnenstrahlen noch ein laues Lüftchen dringen in den nach außen hermetisch abgeschirmten Stall. So sieht künftig staatlich unterstütztes Tierwohl aus. Zumindest dann, wenn die Pläne von Ministerin Klöckner Wirklichkeit werden.
Bei dem Begriff Tierwohl denken wir an ein anderes Schweine-Leben. Eines, bei dem schweinetypisch im Dreck gesuhlt und gewühlt werden kann. Immerhin sollen die Schweine ihre Ringelschwänze behalten können. Also genau so, wie es das Gesetz schon seit mehreren Jahren als Regel vorsieht. Richtig verstanden: Das Tierwohllabel preist eine Tierhaltung an, die nur beim Platz pro Schwein etwas über dem Mindeststandard liegt.
Ähnlich sieht es mit der Ferkelkastration aus, die schon seit 2013 nicht mehr ohne Betäubung erlaubt ist. Eigentlich. Denn weiterhin möglich macht es eine Ausnahmeregelung, die vor wenigen Wochen maßgeblich von CDU und CSU – dem parlamentarischen Arm des Bauernverbands – durch den Bundestag gepeitscht wurde. […..]  Warum brauchen wir überhaupt ein solches Label? Obwohl der Schutz der Tiere seit dem Jahr 2002 im Grundgesetz verankert ist, hat sich außer bei der Haltung von Legehennen wenig verbessert. Profit-Interesse und Lobbymacht der Fleischindustrie sind gewaltig. […..] Da wundert es nicht, dass die Kriterien für das Klöckner-Label Bauernverband und Fleischindustrie erarbeitet haben. Statt eines Tierwohllabels ist es dringend notwendig, erst mal den gesetzlichen Standard für alle (!) Schweine anzuheben. Ohne Ausnahme und mit einer klaren Haltung, die den Bauern Planungssicherheit für viele Jahre geben würde, damit alle Schweine artgerecht gehalten werden.
Es geht nur um den Profit
In Wahrheit geht es bei dem Tierwohllabel nicht um die Tiere, sondern darum, eine Finanzierungsquelle zu erschließen. Und die Aufgabe des Staates ist es lediglich, Millionen an Steuergeldern für das Marketing dazuzugeben. […..]


Donnerstag, 7. Februar 2019

Die brauchen wir


Heute besuchte ich einen Freund, dem in einem Haus zwei Wohnungen gehören.
Er bewohnt die Obere und vermietet die andere.
Sein Mieter ist leider eine Pestbeule. Der geht ständig mit einer Lupe durch die Bude und sucht nach Gründen die Miete zu kürzen.
Ein unangenehmer Typ, der latente Drohungen ausspricht. Er kenne einige Richter privat, würde die Wasserqualität begutachten lassen, den Mieterverein einschalten.
Die Absicht dahinter ist offenbar die Miete dauerhaft um 50% gekürzt zu halten – in der Annahme, daß sich mein Bekannter keine größeren Sanierungsarbeiten leisten kann.
Dabei ist der Quadratmeterpreis ohnehin weit unterhalb des Mietenspiegels.
Es gibt natürlich fiese Ausbeuter-Vermieter. Es gibt aber genauso abartige asoziale Mieter.
Um sich das nicht ewig weiter gefallen zu lassen, lieh sich mein Kumpel einen Haufen Geld, um unten das Bad einmal komplett zu entkernen und neu machen zu lassen.
Das war aber schon der Stand vor einem halben Jahr. Die Schwierigkeit war natürlich einen Sanitär-Unternehmer zu finden, der alle Gewerke für so einen Job zusammen bringt. Die großen Firmen winken ohnehin ab. Für ein einzelnes Bad heben die gar nicht erst den Hörer ab. Die Auftragsbücher sind bis zum Bersten gefüllt. Da gibt sich niemand die Mühe für lumpige 10.000,- oder 15.000,- einen Kostenvoranschlag zu erstellen. Im Handwerk gibt es nicht nur Vollbeschäftigung, sondern einen eklatanten Fachkräftemangel.
Vor 10, 20 Jahren lautete der allgemeine Rat in solchen Fällen „Nimm doch Polen!“ Polnische Handwerker haben einen guten Ruf und nehmen die Anfahrt in Kauf.
Aber „die Polen“ sind inzwischen auch EU, arbeiten legal und offiziell in Deutschland. Ich kenne einen polnischen Fliesenleger, den ich in dieser Angelegenheit anrief. Der legte gleich lachend auf; nein er könne beim besten Willen keine Aufträge mehr annehmen. Als ich ein zweites mal anrief, um zu fragen, ob er mir irgendeinen anderen (polnischen) Fliesenleger empfehlen könnte, blaffte er mich an „wüßte ich so einen, würde ich den sofort selbst einstellen“.
Möchte man schnell einen Termin, bleibt einem nur Schwarzarbeit.
Das lehne ich aber grundsätzlich ab und außerdem ist das für VERmieter ohnehin keine Option, weil die Handwerksrechnungen als Werbungskosten steuerlich angerechnet werden.
Man muss inzwischen seine Fühler viel weiter ausstrecken, um einen legalen und seriösen Handwerker zu finden.
Mein Kumpel geriet über Umwege an einen Ukrainischen Unternehmer, der aber offenbar schon länger hier lebt und gut deutsch spricht.
Der macht Bäder und schleppt alle Gewerke an. Am Montag ging es los. Die Jungs, die da nun herum werken, sind kurioserweise alle Russen.
Soweit ist es also nicht her mit der angeblichen Todfeindschaft zwischen Russen und Ukrainern.
Heute konnte ich erleben wie man sich mit jemand verständigt, der wirklich gar kein deutsch und englisch spricht.
Und ich spreche höchstens ein Dutzend russische Worte, die ich mal auf einem russischen Schiff aufschnappte.
Der kugelrunde russische Klempner, der klischeehaft auch noch „Ivan“ hieß, ist aber so ein lustiges Kerlchen, daß man ihn einfach mögen muss. Inzwischen haben fast alle anderen Bewohner des Hauses Freundschaft mit ihm geschlossen, versorgen Ivan mit Kaffee und Kuchen, während er überall tropfende Wasserhähne und leckende Klospülungen repariert. Geld akzeptiert er nicht. Offenbar ist er es gewöhnt bei einem Auftrag für eine bestimmte Wohnung gleich alle  Kleinigkeiten im ganzen Haus als Serviceleistung mit zu erledigen.

Mir ist die deutsche Arbeitsmarktpolitik immer noch ein Rätsel.
So ein Handwerker verdient 50 Euro die Stunde und hat einen abwechslungsreichen Job, bei dem er jeden Tag vor neuen Aufgaben steht, jeden Tag andere Menschen trifft.
Wieso zum Teufel ist das so unattraktiv, daß das Deutsche nicht mehr machen wollen?
Ist es nicht außerordentlich wünschenswert für eine Gesellschaft, wenn die Wirtschaftsleistung von Menschen erbracht wird, die tatsächlich mit den Händen etwas schaffen, das man anfassen kann und einen realen Wert darstellt?
Müßte das nicht zu einer gesunderen und krisenfesteren Wirtschaft führen als CumEx- und CumCum-Knopfdrücker à la Friedrich Merz, die mit virtuellen Finanzprodukten spekulieren und für Hedgefonds Devisen auf irgendwelchen Computergraphiken verschieben?
Das hatte doch schon Richard Gere 1990 in „Pretty Woman“ erkannt, er möchte nicht mehr um des Profites Willen Firmen zerschlagen, sondern lieber etwas bauen.


Die deutsche Jugend ist aber offenbar nicht mehr dafür zu erwärmen Tischler oder Maurer oder Elektriker oder Maler zu lernen.
Lieber „was mit Medien“ oder Marketing und dann schlecht oder gar nicht bezahlte Praktika bis man 50 Jahre und unvermittelbar ist.
Glücklicherweise sind wir nicht mehr auf die tumb-teutonischen Eingeborenen angewiesen.
Globalisierung welcome.

[…..] Jeder vierte Flüchtling in Hamburg ist Akademiker
[…..] Seit 2015 sind rund 55.000 Menschen als Flüchtlinge nach Hamburg gekommen. Rund 33.400 dieser Zugewanderten sind im erwerbsfähigen Alter. Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit gehen 11.100 Frauen und Männer einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, weitere 6400 haben andere Tätigkeiten. Insgesamt sind zwei Drittel der Geflüchteten in Arbeit oder Ausbildung. […..]

Einzelfallgerechtigkeit.

Die SPD steht für all das Gute, das ich will.
Glanzvoll formuliert das aktuelle (Hamburger) Grundsatzprogramm, wofür die Sozialdemokratie eintritt:

(…..) Für dauerhaften Frieden und für die Sicherung der ökologischen Lebensgrundlagen. Für eine freie, gerechte und solidarische Gesellschaft. Für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aller Menschen – unabhängig von Herkunft und Geschlecht, frei von Armut, Ausbeutung und Angst. Wir erstreben eine friedliche und gerechte Weltordnung. Wir setzen auf die Stärke des Rechts, um das Recht des Stärkeren zu überwinden. Das soziale Europa muss unsere Antwort auf die Globalisierung werden. Nur in gemeinsamer Sicherheit und Verantwortung, nur in Solidarität und Partnerschaft werden die Völker, Staaten und Kulturen das Überleben der Menschheit und des Planeten sichern können. Wir arbeiten für nachhaltigen Fortschritt, der wirtschaftliche Dynamik, soziale Gerechtigkeit und ökologische Vernunft vereint. Durch qualitatives Wachstum wollen wir Armut und Ausbeutung überwinden, Wohlstand und gute Arbeit für alle ermöglichen und dem bedrohlichen Klimawandel begegnen. (….)

Wäre ich allein verantwortlich, hätte ich anders gewichtet.
Das Überleben des Planeten zu sichern ist leicht gaga; die Erde wird weiter existieren.
Ich sympathisiere durchaus damit, die Umwelt so zu erhalten, daß Fauna und Flora nicht wie gegenwärtig aussterben.
Das Überleben von Homo Sapiens ist für mich hingegen relativ egal bis unerwünscht.

Aber es handelt sich beim SPD-Grundsatzprogramm schließlich nicht um meine Privatagenda, sondern um eine politische Positionsbestimmung, hinter der sich Hunderttausende versammeln können.

Solidarität und Gerechtigkeit sind mir dabei die wichtigsten Punkte.
Darunter verstehe ich gegenwärtig, daß allen Schwachen Solidarität zukommt.
Das bedeutet zum Beispiel sich Kriegsflüchtlingen und Heimatvertriebenen anzunehmen und gerade NICHT wie die damalige Sozialministerin Andrea Nahles Asylbewerber bei den Sozialleistungen deutlich schlechter zu stellen als „Biodeutsche“.  Das bedeutet selbstverständlich auch Kranken und Armen so unter die Arme zu greifen, daß sie nicht unter schweren Existenzsorgen leiden.
Obdachlosigkeit oder demente 90-Jährige, die angeschnallt und vertrocknet in ihrem eigenen Kot liegen müssen, weil das Pflegeheim keine Kapazität hat ihnen genügend Flüssigkeit zu geben und die Bettwäsche zu wechseln, passen nicht in ein solidarisches Konzept.
Es ist eine spannende philosophische Frage wie man Solidarität einer wie auch immer gearteten Not gehorchend einschränkt, ob sie überhaupt eingeschränkt werden kann.
Das ist der Plot vieler Endzeit-TV-Produktionen in unendlich vielen Variationen: eine überschaubare Anzahl von Menschen ist isoliert oder durch eine Katastrophe übrig geblieben und dann gibt es in der Höhle/dem Bunker/dem Raumschiff/unter der Glocke nicht genügend Lebensmittel/Medikamente für alle.
Nun setzten sich nur noch die Starken durch, es beginnen heftige Kämpfe und moralische Diskussionen der Art, ob man einen/wenige zu Gunsten anderer/mehrerer opfern darf.
Aber das ist Kino!
Die BRD ist eine steinreiche Überflussgesellschaft, in der sich die Frage nicht stellen sollte, ob man es sich leisten kann alle solidarisch zu behandeln und zu versorgen.
Wir haben es so dicke, daß niemand etwas fehlen würde, wenn Altenpfleger doppelt so viel Gehalt bekämen oder Flüchtlinge ihre Familien nachholen dürften.

Gerechtigkeit ist ein überaus komplexes philosophisches Thema.

Gerecht handelt gemäß Immanuel Kant ein Mensch, der über die Maximen seines Handelns unter Anspannung seiner Geisteskräfte Rechenschaft ablegt und entsprechend handelt, sofern diese Maximen seines Handelns auch zum allgemeinen Gesetz erhoben werden können.

Für das 21. Jahrhundert, in Deutschland, unter den gegenwärtigen sozialpolitischen Umständen, verstehe ich unter Gerechtigkeit, daß jeder einzelne Bürger die gleichen Freiheiten und Möglichkeiten hat sein Leben zu gestalten.
Hier hapert es natürlich extrem.
Kinder aus Arbeiterfamilien werden niemals DAX-Vorstände, Arme sterben fünf Jahre früher, weil sie ungesünder leben und wenn die Eltern HartzIV beziehen, ist die Chance eine Universitätsabschluss machen  gering. Ist Papa Chefarzt, kann man hingegen fast sicher mit einer akademischen Karriere seiner Bälger rechnen.
Zur Ungerechtigkeit gehört auch, daß sich sehr Reiche und sehr Mächtige Pflichten und Strafen entziehen.

Wer ein Baugrundstück mit Haus erbt, wird so einen Haufen Erbschaftssteuer bezahlen müssen, daß er Selbiges vermutlich nicht behalten kann. Nehmen wir an, das ganze Erbe hätte einen Wert von einer Million Euro und es besteht ein Sanierungsstau von 100.000 Euro, weil Dach und Öltank völlig marode sind. Vielleicht muß auch aufgrund neuer Vorschriften gedämmt werden und die alten Bleileitungen müssen raus. Zusammen mit 200.000 Euro Erbschaftssteuer ist man schnell bei einer Größenordnung, die nur noch den Verkauf (=Hausverlust) zulässt.
Über Erbschaftssteuern kann man diskutieren. Ist es gerecht Omas Haus zu verlieren, das Generationen in Familienbesitz war, weil die Bodenpreise so gestiegen sind, daß das Finanzamt den Verkehrswert so hoch ansetzt, daß man die Erbschaftssteuern nicht aufbringen kann?
Oder sollte der Staat ganz grundsätzlich da zugreifen, wo einem etwas ohne eigene Leistung in die Hände fällt – wie es im Erbfall ist?
Eine Regierung mit einer Groko-Mehrheit könnte für diese Fragen eine Lösung finden.
Könnte. Tut sie natürlich nicht, weil sie zu schwach und zu ängstlich ist und die CDU zu sehr von Lobbyisten unter Druck gesetzt wird.
Viel schlimmer sind aber die bewußt offen gelassenen Schlupflöcher.
Wer nämlich statt einer Million eine Milliarde oder zehn Milliarden erbt, hat längst eine Armee von trickreichen Anwälten und Steuerberatern in Gang gesetzt, die mit Doppelstiftungsmodellen die Milliarden am Fiskus vorbei dirigieren. Im Gegensatz zu dem kleinen Hausbesitzer, der keine Wahl hat als dem Finanzamt das zu zahlen, was es haben will, haben Quandts, Albrechts, Mohns und Springers vorgesorgt. Entsprechende Parteispenden an die CDU und die hervorragenden Kontakte in Merkels Kanzleramt mögen helfen.
Das ist ungerecht.
Mit viel Geld kann man sich Zugang zur Macht kaufen und seine möglicherweise durchaus legitimen Bedürfnisse demjenigen vortragen, der dafür zuständig ist.
Eine 85-Jährige in einem Dreibetten-Pflegezimmer auf „Grusi“ (Grundsicherung) kann hingegen keinesfalls einen persönlichen Termin bei Jens Spahn bekommen.

Hier gibt es grundsätzlich ungerechte Strukturen, die aber auch politisch gewollt sind.
Natürlich könnte man den Lobbyisten-Zugang ins Parlament beschränken, Parteispenden radikal zusammenstreichen, direkte Wechsel von Regierungspolitikern in die Wirtschaft unterbinden.
Von Schwarzen, Gelben und Braunen ist in dieser Hinsicht nichts zu erwarten.
Es wäre aber schön, wenn wenigstens R2G radikaler aufträten.
Stattdessen verzetteln sich insbesondere Sozialdemokraten gerne in der elenden „Einzelfallgerechtigkeit“.
Einzelfallgerechtigkeit ist gewissermaßen das Gegenteil eines bedingungslosen Grundeinkommens, welches auch ungerecht wäre, weil Reiche und Arme gleichermaßen von Wohltaten profitierten. Gute und Böse bekämen das gleiche Geld.

Der Hartz-IV-Grundgedanke „Fördern und Fordern“ – also denen zu helfen, die wenig haben, aber dabei eine Mitarbeit zu verlangen – ist richtig.
Auch der viel kritisierte Nahles-Satz, nach dem ein Berufstätiger mehr im Portemonnaie haben müsse als einer, der sich verweigert, ist prinzipiell richtig.
Das große Problem entsteht aber, wenn man sehr weit über diese allgemeinen Prinzipien hinausgeht und bemüht ist für jeden einzelnen der 83 Millionen in Deutschland Lebenden eine gerechte Lösung zu finden.
Dadurch entstand ein gigantischer Wust von gesetzlichen Bestimmungen, die zu Hunderttausenden Hartz-Beschwerden vor den Sozialgerichten führten.
Oft bekommen die Kläger Recht, weil natürlich jeder individuelle Umstände aufweisen kann, die ein wenig anders als beim Nachbarn sind.
Nach gewonnenem Prozess gibt es dann fünf Euro mehr Sozialleistungen und der Staat sitzt auf 50.000 Euro Gerichtskosten.
Ein Wahnsinn.
Hierin besteht für mich der Charme eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Nicht weil es gerecht wäre. Es wäre ein mieses Gießkannenprinzip wie auch das Kindergeld, welches genauso von einem Milliardär bezogen wird, wie von der alleinerziehenden Grusi-Mutter, die jeden Cent dreimal umdrehen muss.
Aber man könnte mit einem Schlag Hunderttausende Bürokraten für etwas Sinnvolleres einsetzen, die Sozialgerichte von ihrem täglichen Wahnsinn befreien und auch die ehemaligen Hartz- und Grusi-Empfänger von ihrer permanenten Unsicherheit befreien.

Hubertus Heils Respekts-Rente krankt an einem ähnlichen Problem.
Es ist natürlich richtig nicht einfach prozentual die Rente zu erhöhen, weil wieder überproportional die Reichsten profitieren würden.
Stattdessen versucht er gezielt den Bedürftigen einen größeren Batzen zuzuschieben.
Aber auch hier möchte das Sozialministerium Einzelfallgerechtigkeit erreichen und knüpft die „Bedürftigkeit“ an Bedingungen.
Der Effekt ist klar: Zwei Tage nach der Vorstellung des Konzepts verbreiten Zeitungen abstruse Einzelfälle, die das ganze Vorhaben diskreditieren.
Einzelfallgerechtigkeit funktioniert nicht.
Es kann immer nur einen grundsätzlichen Gerechtigkeitsgedanken geben.

So erhält beispielsweise ein kinderloser Kellner, der 34 ½ Jahre lang in Vollzeit zu einem niedrigen Lohn gearbeitet hat, durch Heils Respektsrente keinen Cent mehr, weil er nicht 35 Jahre lang einzahlte. Die Arzthelferin, zwei Kinder, verheiratet mit dem steinreichen Radiologen, die 30 Jahre Teilzeit in seiner Praxis arbeitete, bekommt die Kindererziehungszeiten angerechnet und erhielte 447 Euro monatlich zusätzlich, auch wenn ihr Mann 4.500 Euro Rente bezieht.


Die SPD hat in den letzten Jahren gewaltige soziale Wohltaten über das Volk gegossen. So hoch wie jetzt war der Sozialetat noch nie.

Mindestlohn, Erhöhung des Mindestlohns, Kindergelderhöhung, Baukindergeld, …

…[…..] Für Mütter-Rente, Rente mit 63 und all die anderen Wohltaten der letzten Jahre war ja auch Geld da. Wer leise anmerkt, dass immer weniger Junge die immer höheren Kosten für Renten und Pensionen stemmen müssen, wird wie ein undankbares, verwöhntes Gör behandelt.
Dabei verstehe ich schon das Konzept der „Respekt-Rente“ nicht: Wer 35 Jahre Vollzeit zum Niedriglohn ackert, soll genauso unterstützt werden wie die, die sich dank reichen Partners, großer Erbschaft oder einer speziellen Lebenseinstellung nie besonders für Arbeit interessiert haben. Geld für alle statt die, die es wirklich brauchen: Was ist daran respektvoll? [….]

Soziale Wohltaten allein helfen nicht, weil die SPD unter Generalverschiss steht und Andrea Nahles als extrem unglaubwürdig gilt.
Als sie heute in den sozialen Netzwerken die Überwindung des Hartzsystems und die Respektsrente ankündigte, regnete es sofort einen gewaltigen Shitstorm. Sie kann jetzt alles richtig machen und die pure soziale Gerechtigkeit umsetzen, man wird sie dennoch hassen und die SPD abstrafen.

Die Gründe dafür liegen in der allgemeinen Verblödung der Wähler und der totalen Unübersichtlichkeit der Regierungspolitik.
Selbst wenn Herr Heil mal alles richtig machen will, wird sofort genörgelt.
Jeder (auch ich!) wird sofort mit Einzelfällen um sich werfen, für die die neuen Pläne besonders ungerecht wären.

Der „große Wurf“, der die SPD voranbringen könnte, müsste noch wesentlich einfacher sein, so daß ihn jeder versteht.

Vielleicht müsste es doch in die Richtung gehen, die letzten 100 sozialen Wohltaten und die eine Million dazu gehörigen Ausführungsbestimmungen abzuschaffen und dafür pauschal, ohne zu prüfen jedem Bürger 1000 Euro monatlich in die Hand zu drücken.
Das wäre auch nicht gerecht, aber zumindest verständlich.
Jeder Wähler wüßte was das für ihn persönlich bedeutet.

Dienstag, 5. Februar 2019

Abstoßungskräfte.


Verzweifelt suchen die Kirchisten der westlichen Welt Anschluss an die Jugend zu bekommen.
Online-Segen, twitternde Päpste und Gebetsautomaten sollen dem Mitgliederschwund entgegenwirken.
Das funktioniert nicht nur schlecht, sondern bewirkt offenbar das Gegenteil.
Wir Atheisten werden immer mehr.
Ich behaupte, die Kirche hat kein Vermittlungs- oder Vermarktungsproblem, sondern ein Personalproblem.
Seien wir mal ehrlich: Alle jungen Gläubigen sind Freaks.
Wenn sie öffentlich auftreten, wartet man immer auf die Männer im Weißen Kittel.
Kirchen verwenden viel Mühe darauf die Attraktiven und Sympathischen nach vorn zu schieben, aber auch wenn sie sich noch so modern geben, indem sie oberkörperfrei ihre makellose Jugendlichkeit zeigen und dazu rappen, bleiben sie Freaks.


(…..) Endlich Sonntag, danke Gott All day churchen - Vollzeitjob Wir geh'n raus und spreaden Love Worhship mit dem Squad. Aha. Und sie gaffen, wenn wir spacken und toben Wir sind die Kinder von dem Papi da oben Sind am Chillen mit den Churchies - was bitte stört sie? (…..)  Bruda Gott ist so gut! Ja, Er ist Nummer 1, Nummer 2, Nummer 3, Nummer 4 Wir ballern diesen Sound direkt vor deiner Tür Schalabanda-Clique, der Track explodiert Wir sind unashamed - irgendwelche Fragen? „Was sind das für Kids ey Das ist doch ein Witz ey Sie lesen die Bibel und machen daraus ein Mixtape" (….)


Ich bin sicher, es gibt Menschen, die so etwas mögen.
Aber eben keine Menschen mit Geschmack oder Gehirn.

Christlich engagierte Laien sind allesamt unsympathisch, verblödet, oder beides.
Die Usual Suspects, die durch den deutschen Blätterwald und die Talkshows rauschen, um gegen Frauen, Schwule und Atheisten zu hetzen, liegen auf der Sympathieskala zwischen Fußpilz und Wurzelbehandlung: Christa Mewes, Hedwig Beverfoerde, Birgit Kelle, Gabriele Kuby, Matthias Matussek, Martin Lohmann.
Der kleine fanatische Jung-Katholiban Rudolf Gehrig, Der Christ des Tages - Teil LXII, schreibt inzwischen fleißig katholische Kolumnen und arbeitet beim erzreaktionären katholischen TV-Sender EWTN als Reporter.


Ob so einer die Massen für den katholischen Glauben zurück gewinnt?


Die Profi-Kirchisten, die geistlichen Oberhäupter im Bischofsrang bemühen sich ebenfalls eifrig darum die Gläubigen abzuschrecken.
Beispiel USA. Staat für Staat klären Staatsanwälte auf wie viele Myriaden Kinder von katholischen Priestern sexuell missbraucht wurde.
In Pennsylvania waren es mindestens 300 Priester, in Illinois molestierten 700 Geistliche über viele Jahrzehnte Kinder. Die Opferzahl geht in die Zehntausende. Bis heute versucht die RKK zu vertuschen.

[…..] Im US-Bundesstaat Illinois haben sich möglicherweise weit mehr katholische Geistliche des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht als bisher bekannt. In einem am Mittwoch (Ortszeit) in Springfield veröffentlichten Bericht der zuständigen Generalstaatsanwältin Lisa Madigan ist die Rede von mehr als 690 beschuldigten Priestern und Diakonen. […..]

Natürlich sind die Dunkelziffern viel höher, da viele Opfer aus Scham und viele Täter aus Bosheit schweigen.
Als dritter Bundesstaat präsentiert nun Texas Zahlen.

 [….] Im US-Staat Texas werden Hunderte katholische Priester sexueller Übergriffe auf Kinder beschuldigt. Der Erzbischof von Houston, Kardinal Daniel DiNardo, sprach von „einer schweren Krise der Kirche“. Die mutmaßlichen Taten reichen bis in die 1940er-Jahre zurück.
Die „New York Times“ hatte am Freitag berichtet, dass 286 Priester aus 14 Diözesen in Texas glaubhaft beschuldigt wurden. [….]

Ganz grob berechnet: Inkl. Dunkelziffer 300 Kinderfickerpriester pro Staat. Bei einer durchschnittlichen Opferzahl von 50 Kindern pro Geistlichen in 50 Dienstjahren sind das 750.000 vergewaltigte Kinder in den USA.

Ich kann ohnehin nicht verstehen wie man Geistlicher der RKK werden kann, begreife also Bischöfe erst Recht nicht.
Aber wer auch nur halbwegs bei Verstand ist, würde doch annehmen, daß ausgerechnet ein texanischer Bischof angesichts dieser aktuellen Zahlen in Sack und Asche geht, demütig um Verzeihung bittet und außerordentlich kleinlaut agiert.

Aber weit gefehlt.


Joseph E. Strickland, Bischof von Tyler wird aggressiver denn je und lädt seinen Schwulenhass auf der heterosexuellen fünffachen Mutter und neunfachen Großmutter Nancy Pelosi ab.

[….] Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses und langjährige Spitzenpolitikerin der Demokratischen Partei, wird von US-Bischof Joseph E. Strickland (Foto), als „sogenannte katholische Politikerin“ bezeichnet. Auf Twitter schrieb der Bischof von Tyler (US-Bundesstaat Texas) wörtlich zu einem Artikel über Pelosis Behauptung aus dem Jahr 2015, dass die Homo-„Ehe“ mit der katholischen Lehre übereinstimme: „Noch eine sogenannte katholische Politikerin. Dieses Statement ist häretisch. Eine Ehe, die der katholischen Lehre entspricht, wird zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen, Basta...“. Bischof Strickland verlinkte auf den Artikel in „LifeSiteNews“ aus dem Jahr 2015, in dem sich Pelosi im Zusammenhang mit dieser Frage als treue Christin und „Mainstream-Katholikin“ beschrieb. 
In einem weiteren Tweet dankte Strickland Papst Franziskus für seine klare Aussage, dass Abtreibung kein „Menschenrecht“ ist. Der Bischof schrieb wörtlich: Wenn einer Person nicht erlaubt wird, geboren zu werden, werden alle anderen Menschenrechte irrelevant. Die Abtreibung eines Kindes in jeder Entwicklungsstufe ist MORD und damit der ultimative KINDESMISSBRAUCH… es ist nicht christlich und noch weniger katholisch, dieses Grundwahrheit zu verneinen.“ […..]

You cannot make that shit up.
Ein Fürst des größten transnationalen Kinderfickervereins, der just in seiner Zuständigkeit hunderte übergriffige Sex-Täter einräumen muss, belehrt die demokratische Nummer Drei im Staate darüber was der viel schlimmere Kindesmissbrauch ist?
Mir fehlen buchstäblich die Worte, um das zu kommentieren.

Die ehemalige Nummer Drei der Weltkirche, Kardinal Müller, der als Bischof von Regensburg aktiv dafür sorgte, daß pädosexuelle Straftäter erneut Kinder zugeführt bekamen und erneut vergewaltigten, der alles dafür tat, um sadistische Prügelpater bei den Domspatzen zu schützen, geht noch einen Schritt weiter und bringt ausgerechnet die Humanisten, die in 200-Jähriger hartnäckiger Arbeit Kinder-, Frauen und Schwulenrechte der Kirche abtrotzten in Zusammenhang mit Nazis.

[….] Kardinal Müller warnt vor "antichristlichem Tsunami"
Kardinal Gerhard Ludwig Müller macht sich Sorgen um die Zukunft des Christentums. Beim Begegnungstag von "Kirche in Not" in Köln warnte er vor einem Kampf gegen den christlichen Glauben und brachte den Atheismus mit Vernichtungsideologien in Verbindung.
Gegenwärtig werde ein Kampf gegen den Glauben an Christus "generalstabsmäßig organisiert und international durchgeführt in dem von einzelnen Staaten und NGO's finanzierten Programm der Ent-Christianisierung der vom christlichen Glauben geprägten Kulturen", erklärte Kardinal Müller in einem Vortrag anlässlich des Pater-Werenfried-Jahresgedenkens. Ziel sei eine Auslöschung des Gottesglaubens zugunsten einer "materialistische[n] Konsumhaltung". 
Die Anfänge eines solchen "antichristlichen Tsunamis" sei in der Aufklärungsphilosophie des 18. Jahrhunderts und dem damit verbundenen "Humanismus ohne Gott" zu verorten. Den Atheismus brachte Müller dabei mit Vernichtungsideologien in Verbindung: "Während man in den politischen Atheismen den sicher erwarteten Tod der Religion durch die Ausrottung ihrer Anhänger beschleunigen will, wird in den liberalen Kreisen der natürliche Tod der Religion in Kürze erwartet", so der damalige Regensburger Bischof und spätere Vorsitzende der Vatikanischen Glaubenskongregation. [….]

KANN MAN SICH NICHT AUSDENKEN

Die RKK-Größen vergessen aber, daß durch Internet und soziale Medien solche abartigen Ausfälle überall bekannt werden.
Und das hat Konsequenzen.

[….] Kirchen verlieren in Berlin massiv Mitglieder
Die Zahl der Austritte ist um 21 Prozent angestiegen. [….]
Knapp 900.000 Mitglieder zählten die evangelischen und römisch-katholischen Kirchen in Berlin im Jahr 2017, damit gehörte jeder vierte Berliner einer der beiden größten christlichen Gemeinden an. Jedoch, ihre Zahl sinkt rapide. Nachdem 2017 rund 14000 Menschen die beiden größten Konfessionsgemeinschaften verlassen hatten, waren es im Vorjahr beinahe 17000. Die Steigerungsrate der Kirchenaustritte lag damit in Berlin bei 21 Prozent. [….]

Immer weiter so. Nur Massenaustritte können die in der Berliner Politik radikal überrepräsentierten hardcore-Religioten wie Brinkhaus, Nahles, Griese, Thierse, Kauder, AKK, Steinmeier, Göring-Kirchentag beeindrucken.