Sonntag, 12. Mai 2013

Geistige Giganten des Konservatismus – Teil IV



Geistig zurückgebliebene Radikalinskis wie Palin und Bachmann, sowie bösartige ultrarechte Demagogen und Lügner wie Rubio und Ryan sind für die Wähler aus der Mitte einfach zu extrem.

Andererseits vertreiben die wenigen verbliebenen Republikaner, die noch halbwegs zurechnungsfähig sind – wie zum Beispiel der neue Verteidigungsminister Chuck Hagel oder der einstige Hoffnungsträger Chris Christie - die fanatisierten Teebeutler von den Urnen.

Schwer vorstellbar, daß sich demnächst eine republikanische Führungsfigur finden läßt, die wie einst Ronald Reagan das ganze GOP-Spektrum abdeckt.
Das Spektrum ist nämlich breiter und bunter geworden.

Langfristig wird eine zerfasernde GOP die Mehrheitsfähigkeit verlieren und den Demokraten wieder Mehrheiten in beiden Kongresskammern ermöglichen.
Sie könnten sich dann auch wieder ein bißchen nach links orientieren – so wie es sich die Basis wünscht.

Dann könnte es wieder voran gehen in Amerika.
Insofern bin ich froh über jeden rechtsextrem-religiösen Spinner im GOP-Lager, der sich und seine Partei mehr ins Aus schießt

Der vierte geistige Gigant des Konservatismus (GGK), den ich in dieser neuen Reihe vorstellen möchte bringt alles mit, das man sich von einem amerikanischen Fundi wünscht:
Charlie Fuqua, *1949, ist Republikaner, Baptist aus Batesville, Arkansas, studierte Jura in Fayetteville, Arkansas, (Abschluß 1993) und arbeitet seit 20 Jahren als Anwalt bei Thompson, Chase, Fuqua & Finch.
Der fromme Familienvater hat bereits einige Erfahrung in der Politik vorzuweisen. 1995-1998 saß er im Arkansas House of Representatives und kandidierte anschließend LEIDER ERFOLGLOS für den Arkansas State Senate.
Nach 14 Jahren politischer Pause wurde er erneut aktiv und bewarb sich wieder um einen Sitz im Parlament.
 Den District 63 verlor er allerdings letztes Jahr deutlich.
 Der Democrat McLean holte 69.6% der Stimmen, während der GGK-IV mit 30.4% abgeschlagen landete.
Und das in einem Wahlbezirk eines GOP-Staates, den er schon zweimal gewonnen hatte.
Wie konnte das passieren?
Seine politischen Aussagen waren eigentlich im Rahmen des Üblichen für einen GOPer im Teebeutler-Zeitalter. Muslims und Kommunisten aus den USA rauswerfen, sich nach der Bibel richten, Abtreibung generell verbieten.
There is a strange alliance between the liberal left and the Muslim religion. It may be that since both are the enemies of Christianity, that they both believe that, my enemy’s enemy is my friend. However there are several similarities between the two. Both are antichrist in that they both deny that Jesus is God in the flesh of man, and the savior of mankind. They both also hold that their cause should take over the entire world through violent, bloody, revolution. Both want to end freedom of speech so that their doctrine cannot be criticized. Neither can survive in a free marketplace of ideas. They both lack an understanding of the true nature of God. That is, that God wants us to freely choose to love, warship, and serve him because we understand that he loved us while we were in the unlovable state of complete rebellion to him. God does not want to force himself on anyone. Love for him must be a free choice. Both Communism and the Muslim religion want to deny man that choice.
(Charlie Fuqua, 25.09.2012)
Eigenartigerweise kamen seine brillanten Ideen zur Kindererziehung nach der Bibel nicht ganz so gut an. Dabei bezog er sich in seinem bahnbrechenden Buch „Gods Law For America“ doch auf GOTTES Anweisungen selbst. Genauer gesagt, auf des 5. Buch Mose, Kapitel 21, in dem alles so weise geregelt wurde.
Die Verstoßung eines Sohnes
Dtn 21,18
Wenn ein Mann einen störrischen und widerspenstigen Sohn hat, der nicht auf die Stimme seines Vaters und seiner Mutter hört, und wenn sie ihn züchtigen und er trotzdem nicht auf sie hört,
Dtn 21,19
dann sollen Vater und Mutter ihn packen, vor die Ältesten der Stadt und die Torversammlung des Ortes führen
Dtn 21,20
und zu den Ältesten der Stadt sagen: Unser Sohn hier ist störrisch und widerspenstig, er hört nicht auf unsere Stimme, er ist ein Verschwender und Trinker.
Dtn 21,21
Dann sollen alle Männer der Stadt ihn steinigen und er soll sterben. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. Ganz Israel soll davon hören, damit sie sich fürchten.
Widerspenstige Kinder sollte man öffentlich töten lassen, schrieb der Christ Fuqua in seinem schlauen Buch.





Da er aber ein moderater, moderner Mann ist, proagiert er nicht einmal Massenmord an Kindern, sondern läßt es geradezu liberal klingen, wenn er beschwichtigend anfügt, es reiche durchaus ein paar Kinder abzuschlachten. Den anderen diene das dann schon als Beispiel. Der Mann hat ein Herz!
Er meint, es sei nicht nötig viele Kinder töten zu lassen. Allerdings seien die Hinrichtungen weniger Kinder ausreichend, um die anderen Kinder und ihre Familien zu mehr Disziplin zu bewegen.
(Humanist News)
Ja, was ist??
Wer sein Kind wirklich liebt, muß es auch züchtigen und ab und zu mal eins umbringen, wie es die vorbildliche Religion der Nächstenliebe vorschreibt.

Diese Ansicht sollten doch wirklich von den meisten Amerikanern akzeptiert werden, befand der GGK-IV.
In "God's Law," Fuqua's 2012 book, the candidate wrote that while parents love their children, a process could be set up to allow for the institution of the death penalty for "rebellious children," according to the Arkansas Times. Fuqua, who is anti-abortion, points out that the course of action involved in sentencing a child to death is described in the Bible and would involve judicial approval. While it is unlikely that many parents would seek to have their children killed by the government, Fuqua wrote, such power would serve as a way to stop rebellious children.

According to the Arkansas Times, Fuqua wrote:

    The maintenance of civil order in society rests on the foundation of family discipline. Therefore, a child who disrespects his parents must be permanently removed from society in a way that gives an example to all other children of the importance of respect for parents. The death penalty for rebellious children is not something to be taken lightly. The guidelines for administering the death penalty to rebellious children are given in Deut 21:18-21:

    This passage does not give parents blanket authority to kill their children. They must follow the proper procedure in order to have the death penalty executed against their children. I cannot think of one instance in the Scripture where parents had their child put to death. Why is this so? Other than the love Christ has for us, there is no greater love then [sic] that of a parent for their child. The last people who would want to see a child put to death would be the parents of the child. Even so, the Scrpture [sic] provides a safe guard to protect children from parents who would wrongly exercise the death penalty against them. Parents are required to bring their children to the gate of the city. The gate of the city was the place where the elders of the city met and made judicial pronouncements. In other words, the parents were required to take their children to a court of law and lay out their case before the proper judicial authority, and let the judicial authority determine if the child should be put to death. I know of many cases of rebellious children, however, I cannot think of one case where I believe that a parent had given up on their child to the point that they would have taken their child to a court of law and asked the court to rule that the child be put to death. Even though this procedure would rarely be used, if it were the law of land, it would give parents authority. Children would know that their parents had authority and it would be a tremendous incentive for children to give proper respect to their parents.

In the same book, Fuqua advocated for expelling Muslims from the U.S., saying it would solve what he described as the "Muslim problem." Fuqua, who has been backed by the state GOP and is seeking a comeback, has found himself under attack by Republicans since his comments surfaced at the same time it was reported that state Rep. Jon Hubbard (R-Jonesboro) endorsed slavery in his book. Fuqua told the Associated Press that he was surprised by the reaction to his writings on Muslims.

"I think my views are fairly well-accepted by most people," Fuqua said to AP.

Samstag, 11. Mai 2013

Geistige Giganten des Konservatismus – Teil III



Geistig zurückgebliebene Radikalinskis wie Palin und Bachmann, sowie bösartige ultrarechte Demagogen und Lügner wie Rubio und Ryan sind für die Wähler aus der Mitte einfach zu extrem.

Andererseits vertreiben die wenigen verbliebenen Republikaner, die noch halbwegs zurechnungsfähig sind – wie zum Beispiel der neue Verteidigungsminister Chuck Hagel oder der einstige Hoffnungsträger Chris Christie - die fanatisierten Teebeutler von den Urnen.

Schwer vorstellbar, daß sich demnächst eine republikanische Führungsfigur finden läßt, die wie einst Ronald Reagan das ganze GOP-Spektrum abdeckt.
Das Spektrum ist nämlich breiter und bunter geworden.

Langfristig wird eine zerfasernde GOP die Mehrheitsfähigkeit verlieren und den Demokraten wieder Mehrheiten in beiden Kongresskammern ermöglichen.
Sie könnten sich dann auch wieder ein bißchen nach links orientieren – so wie es sich die Basis wünscht.

Dann könnte es wieder voran gehen in Amerika.
Insofern bin ich froh über jeden rechtsextrem-religiösen Spinner im GOP-Lager, der sich und seine Partei mehr ins Aus schießt

Die dritte geistige Gigantin des Konservatismus (GGK), die ich in dieser neuen Reihe vorstellen möchte bringt alles mit, das man sich von einem amerikanischen Fundi wünscht:
Evangelikale Christin, member of the Republican Party.
Es handelt sich um Peggy S. Scott, 51-Jährige Abgeordnete in Minnesota, die schon zweimal wiedergewählt wurde (2010 und 2012). 
Die strenggläubige Blondine besitzt eine kleine Immobilienmaklerfirma.


Schlau hatte sie 2008 am Beginn ihrer Abgeordnetentätigkeit erkannt, daß die Demokraten Amerika in die Scheiße geritten hatten. 
Der sozialistische Atheist George W. Bush hatte offenbar verbrannte Erde hinterlassen, die sich erst wieder 2008 durch die Wahl der Republikanerin Peggy Scott in blühende Landschaften rückverwandelte.
Friends,   Thank you for your continued support and encouragement as we work together to bring common sense back to St. Paul.  It is an honor to serve you and bring your voice to the Capitol.    When you first elected me to serve in the legislature, we were in the midst of economic hardship and social unease.  Democrats controlled the state legislature and all of Washington.  Families and businesses struggled to achieve economic recovery and protect their liberties.   Across Minnesota and the nation, the people have sent a clear message that we can do better.   I am committed to listening, acting and leading to renew the commitment to responsible government and give voice to the common sense priorities of the people of Andover and Ham Lake.
[…]   I am 100% pro-life.  I also believe marriage should be defined as between one man and one woman. […]
One important piece of solving our economic problems is for families and businesses to keep more of their OWN money. […]
I am a supporter of our Second Amendment right to keep and bear arms.  I believe this is an individual right of all citizens.  All law-abiding citizens also have the right to defend  their own life and property - I am a strong supporter of the Castle Doctrine.
Aber der liebe Gott prüft die fromme Peggy schwer, indem er sie in einen demokratisch kontrollierten Kongress setzte, der vorgestern für die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe stimmte.
Ein Schock, der ihr das Herz brach! 
Sie mußte ganz fürchterlich weinen!
Die Arme.
Republican Minnesota representative Peggy Scott wept when the Minnesota House legalized same sex marriage in a historic vote Thursday. Her tears were not tears of joy, but tears of mourning for the state she represents. "My heart is breaking for Minnesota," she cried.  The Minneapolis Star Tribune added:
    The dramatic vote came after a sometimes passionate, three-hour debate that culminated when four Republican members privately wrestling with the issue joined a majority of Democrats to pass the measure 75-59. […]
    “My heart breaks for Minnesota,” said a Rep. Peggy Scott, R-Andover.   “It’s a divisive issue that divides our state,” she said, wiping tears from her eyes as she stood on the House floor after the vote. “It’s not what we needed to be doing at this time. We want to come together for the state of Minnesota, we don’t want to divide it.”
    The issue is undergoing a remarkable transformation in the state. Just two years ago, Republicans who then controlled the Legislature put a measure on the ballot that would have inserted into the Constitution a ban on same-sex marriage. Voters defeated the measure, sending one of the first faint signals in what is becoming a profound national shift on the issue. Within months, advocates from the other side returned to the Capitol to press legislators to make Minnesota the 12th state to legalize same-sex marriage.
[…]   Oh, how sad for Peggy. Well, it's sad that equal rights make her cry.

Freitag, 10. Mai 2013

Bayern blicken durch


Für die Situationen, in denen es erforderlich ist, etwas richtig Dummes zu sagen, hat der liebe Gott Johannes Singhammer erfunden.
Als zu Beginn der Rotgrünen Bundesregierungszeit die umgangssprachliche „Homoehe“ eingeführt wurde, gab es eine dieser Situation, die einen echten Singhammer erforderte, weil der übliche Geis nicht mehr ausreichte,.

Im Bundestag gibt es unter 622 Abgeordneten im Grunde nur noch zwei ausgewiesene Homohasser, die das auch laut sagen - Johannes Singhammer und Norbert Geis; selbstredend beide CSU.
Bei aller Nächstenliebe aber darf in der Öffentlichkeit nicht der Eindruck entstehen, als sei diese Lebensform etwas ganz selbstverständliches, als sei es richtig, wenn junge Menschen sich für eine solche Lebensform entscheiden. Es ist daher an der Zeit, dass diese Lebensform endlich auch in der Öffentlichkeit als das bezeichnet wird, was sie ist: die Perversion der Sexualität. Die Aufdringlichkeit, mit der sich Homosexuelle öffentlich prostituieren, ist nur noch schwer zu ertragen. Sie lassen jede Scham vermissen. Der Verlust der sexuellen Scham aber ist immer ein Zeichen von Schwachsinn, wie es Freud formuliert hat. Deshalb muss in der Öffentlichkeit Widerspruch laut werden, damit der Schwachsinn nicht zur Mode wird.“
(Norbert Geis)

„Der Arbeiter am Fließband oder der Kumpel unter Tage muss sich krumm legen, damit die Rente der „Homo-Witwe“ mitfinanziert wird“

(Singhammers Warnung zur Homosexuellen-Gleichstellung bei der Rentenreform)
„In der Ehe und bei heterosexuellen Paaren liegt die Zukunft. Und nicht bei irgendwelchen Fehlentwicklungen.“
(Norbert Geis 2009)
Man freut sich fast, daß Guido Westerwelle Außenminister ist.
Nicht weil auch nur ein Promille seiner Person sympathisch wäre, oder er jemals gute Politik gemacht hätte, aber immerhin wird es Singhammer und Geis jeden Tag gehörig ärgern, daß ausgerechnet ihre schwarzgelbe Regierung einen „fehlentwickelten Schwachinnigen“ zum obersten Vertreter Deutschlands weltweit bestimmt hat.
Geis hasst nicht nur Schwule, Ausländer, Linke und Atheisten; er sieht auch genauso aus, wie jemand aussehen müßte, der so denkt.
Auf der Beliebtheitsskala belegt er ein so tiefes Kellergeschoss, daß selbst seine eigene Partei ihn nicht mehr ertragen konnte.  Unbedingt wollte der CSU-Rechtsaußen 2013 wieder CSU-Direktkandidat in Aschaffenburg für den Bundestag werden, unterlag jedoch im Oktober 2012 bei der parteiinternen Kandidatenwahl Andrea Lindholz in der Stichwahl mit 71 zu 87 Stimmen.

Singhammer, der mit München-Nord einen der ganz wenigen bayerischen Wahlkreise hat, die nicht grundsätzlich immer von der CSU gewonnen werden, ist über die Landesliste abgesichert.
So kann uns der Vater von sechs Kindern auch weiterhin mit Weisheiten beglücken.
Zum Beispiel kennt er sich mit Drogen aus und weiß warum Alkohol völlig harmlos ist, aber Haschisch dringend verboten sein muß.
"Ich halte Cannabis für eine klassische Einstiegsdroge auf dem Weg hin zum harten Drogenmißbrauch. Das ist der entscheidende Unterschied zu Tabak oder Alkohol. Daher bin ich gegen jede weitere Liberalisierung.

Im übrigen bedeutet eine […]  angebliche weite Verbreitung von Cannabis-Konsum unter Jugendlichen in Deutschland nicht, dass Politik dem mit einer Legalisierung folgen sollte. Gerade beim Rauchen z.B. hat die Politik trotz einer weiten Verbreitung mit harten Nichtraucher-Schutzgesetzen eingegriffen, die z.B. in Bayern bei einem Volksentscheid auch eine klare Mehrheit der Gesamtbevölkerung erreicht haben.

Mit freundlichen Grüßen Ihr Johannes Singhammmer, MdB"
Getreu dem Motto „Laptop und Lederhose“ ist der Münchner auch sehr modern und den neuen Medien gegenüber aufgeschlossen.
Eine Charmeoffensive der besonderen Art hat sich der CSU-Politiker Johannes Singhammer einfallen lassen. Er lud Journalisten dazu ein, seinen Twitter-Account zu besuchen - per Brief. Nun lacht man sich im Internet kaputt über diese skurrile Verquickung von analog und digital.

So freundlich wurde vielleicht noch nie eine Einladung zu Twitter ausgesprochen: "Seit kurzem bin ich auch bei Twitter. Ich möchte Sie einladen, mir zu folgen, wenn Sie immer wieder politische Informationen kurzfristig erfahren wollen." Der sich da so höflich vorstellt, ist CSU-Politiker Johannes Singhammer. Per Brief verschickte er seine Twitter-Einladung an ausgewählte Journalisten - unter anderem an den Süddeutsche-Korrespondenten Robert Roßmann.

Der freute sich so darüber, dass er das Schreiben fotografierte und prompt selbst twitterte.

Singhammer, der laut seiner Timeline seit dem 10. September twittert, hat erst 53 Follower - selbst folgt er bislang niemandem. Mag sein, dass er sich mit dem neuen Medium noch etwas anfreunden muss, dass man bei Twitter aber Einladungen auch ganz ohne Briefpapier aussprechen kann, hätte ihm vielleicht einer seiner Berater sagen können.
Eigentlich ist Singhammer Gesundheitspolitiker und regte als solcher eine Abspeckprämie an. Das könnte allerdings gerade in Bayern teuer werden.
Der Vorschlag des stellvertretenden Unions-Fraktionschef Johannes Singhammer (CSU) sorgte am Dienstag für Skepsis und heftige Kritik.

Singhammer forderte in der „Süddeutschen Zeitung“ ein Vorsorgeprogramm, um Dicke durch Anreize wie etwa eine Beitragsminderung bei der Krankenkasse zum Abnehmen zu bewegen.

[….]   Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Martina Bunge, kritisierte den CSU-Vorschlag als „hanebüchen“. Er erinnere sie an „Diäten aus Frauenzeitschriften, die erwiesenermaßen außer Jo-Jo-Effekten nichts bringen.“ Bunge monierte weiterhin, dass der Vorschlag populistisch sei und „außer zusätzlichen Einnahmen für Ärzte keinen Nutzen“ habe. Die Partei versuche auf diese Weise, die Überschüsse der Krankenkassen zu verplanen, ohne die Praxisgebühr abschaffen zu müssen.
Bei ernsten Themen aus seinem Wahlkreis; der Münchner NSU-Prozeß ist so eins; tritt der brillante Bayer natürlich ebenfalls in Erscheinung.
Die Frage, ob den traumatisierten Opfern angesichts der Jahrzehntelangen Schlamperei des Verfassungsschutzes, der finanziellen Unterstützung der Terroristen durch staatliche V-Männer und der unfassbar peinliche Performance der Münchner Richter überhaupt noch ein Kreuz im Gerichtssaal zuzumuten sei, wischte der homophobe Katholik gleich vom Tisch.
Das Kreuz ist Zeichen für Gerechtigkeit und Versöhnung, betont der CSU-Abgeordnete Johannes Singhammer. Für die Forderung das Kreuz beim NSU-Prozess zu entfernen, hat er kein Verständnis. So sieht das auch die Bischofskonferenz.

[…] Der Parlamentarier Mahmut Tanal hatte das Kreuz beim NSU-Prozess in München als "Verletzung des laizistischen Rechtsstaates“ bezeichnet.
Singhammer ist einer der Gründe, die schon allein ausreichen niemals CDU/CSU zu wählen.

Der SPD-Obmann des NSU-Ausschusses hingegen ist ein echter Lichtblick. 

"Verantwortungsloses Bescheuertsein"

In München stehen derzeit Beate Zschäpe und andere mutmaßliche Helfer des NSU vor Gericht. In Berlin endet nächste Woche die politische Aufarbeitung des Versagens der deutschen Sicherheitsbehörden. Von einer "unglaublichen Zusammenballung behördlicher Fehlleistungen" spricht der Vorsitzende des NSU-Ausschusses Edathy im Interview mit dem NDR - und zieht eine Bilanz der Auschussarbeit.
Edathy: Wir haben es mindestens zu tun mit einem multidimensionalen Versagen, das mehrere Ursachen hat, die nicht allein in strukturellen Defiziten begründet sind. Neben einer mangelhaften Kooperation zwischen deutschen Sicherheitsbehörden ist mein Befund eindeutig, dass darüber hinaus die Gefahr eines zunehmend gewaltbereiter gewordenen Rechtsextremismus massiv unterschätzt worden ist. Und zugleich sind die Mordermittlungen mit Blick auf die neun Mordopfer mit einem türkischen beziehungsweise griechischen Familienhintergrund nicht vorurteilsfrei geführt worden.
NDR: Die Schredderaktion von Akten beim Bundesamt für Verfassungsschutz im Zusammenhang mit der "Operation Rennsteig": War das Dummheit, Zufall, Versehen oder Vorsatz?
Edathy: Meine Bewertung nach sehr umfangreicher Recherche ist die, dass man diese Frage nicht mit letzter Gewissheit beantworten kann. Es spricht etliches dafür, dass die Veranlassung der Aktenvernichtung im Bundesamt für Verfassungsschutz im November 2011 ausgesprochener Dummheit entsprungen ist. Gänzlich ausschließen, dass bewusst Unterlagen vernichtet werden sollten, kann man zwar nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings höher, dass es sich um ein verantwortungsloses Bescheuertsein gehandelt hat. Was allerdings die Frage aufwirft, wie doof man sein kann, um dennoch im Bundesamt für Verfassungsschutz Referatsleiter werden zu können. [….]
NDR: Die  Angehörigen der Opfer sind in doppelter Weise entsetzt: Über die Taten aber auch und über den Umgang der Behörden mit dem Thema. In damaligen Polizeiprotokollen heißt es zum Beispiel wörtlich, "solche brutale Vorgehensweise spreche deutlich für Täter aus einem 'südländischen Kulturkreis'".
Edathy: Jeder Mensch in Deutschland muss sich darauf verlassen können, dass, wenn er Opfer einer Straftat wird, unvoreingenommen und professionell ermittelt wird. Und er muss davon ausgehen dürfen, dass die Ermittler nicht zuerst Scheuklappen aufsetzen, und sich dann an die Arbeit machen. Das Bitterste war - und diese Erfahrung habe ich gewonnen aus Gesprächen mit Angehörigen der Mordopfer - dass sich diese Menschen über Jahre hinweg gleich doppelt als Opfer gesehen haben: Zum einem auf Grund des Todes eines nahen Angehörigen und zum anderen auf Grund der Tatsache, dass sie jahrelang von der Polizei verdächtigt wurden, mehr über die Morde gewusst zu haben, als sie den Behörden mitzuteilen bereit waren. Das ist beschämend. Das darf sich nicht wiederholen. Und das wird sich nur dann nicht wiederholen können, wenn wir aus den Ereignissen um den NSU gerade auch die Schlussfolgerung ziehen, den Bereich der Aus- und Weiterbildung, was die Sicherheitsbehörden betrifft, stark zu verändern.
(Tagesschau, 09.05.13. Das Interview führten Angelika Henkel und Stefan Schölermann vom NDR)

Donnerstag, 9. Mai 2013

Die nächste mediale Sau im deutschen Dorf?



Wer kennt das Magazin „Männer“?
Also ich nicht. Ich hatte auch große Probleme es zu googeln, weil man mal eben 67 Millionen Ergebnisse bekommt, wenn man den Begriff in die Suchmaske eingibt. Total bekloppt.
Hier handelt es sich offenbar um ein Nischenmagazin.
Die Herausgeber hatten aber eine richtige Idee, um ihr Heft zu promoten.
Sie stellten den bekannten Katholiban-Kritiker und vom Kölner Kardinal gefeuerten Deutschlehrer David Berger als Chefredakteur ein.
Nun weiß sogar ich, daß es ein solches Magazin gibt.
Es ist den Verkaufszahlen natürlich förderlich, wenn es der neue Chef immer wieder in die großen Zeitungen, in TV-Studios und Sozialplattformen schafft.
Das gelingt Berger ganz ausgezeichnet. 
Erst schlug sein Buch „Der heilige Schein“ ein, dann kam der spektakuläre Rauswurf aus dem Schuldienst (gegen den Willen seiner Schüler und Kollegen) und schließlich der Privatkrieg gegen Kreuznet.
David Bergers Meisterstück war die Kriegserklärung an die Hetzplattform, die binnen weniger Wochen zur Abschaltung der braunen Fundi-Seite führte. 
Was für eine ungeheuerliche Blamage für die beiden großen Kirchen und die Staatsanwaltschaften und die Politiker, die jahrelang  ihre Ohnmacht zur Schau getragen hatten und immer wieder geknickt versicherten man könne eben nichts gegen Hakenkreuznet tun. 
Man konnte aber doch. Wenn man denn wollte. Q.e.d.
Die tumbe rechtsradikale Fundiseite ist inzwischen schon fast vergessen. 
Zur großen Freude der RKK sind auch die Fragen nach Überschneidungen ihres braunen Randes mit Kreuznet aus dem Focus des Interesses verschwunden.

David Berger hingegen ist immer noch in den Medien präsent – was allein schon aus dem Grund zu begrüßen ist, daß sich die Ex-Kreuznetmacher darüber schwarz ärgern werden.

Nun treibt er eine neue Sau durch das TV-Dorf, indem er „anregt“ Homohassern ein Auftrittsverbot zuerteilen. 
Hasspredigern wie Essens Bischof Overbeck oder der fanatisch-katholischen Gabriele Kuby soll kein Forum mehr geboten werden.

Ein geschickter PR-Zug Bergers, um sich im Gespräch zu halten?

Die Erfolgsaussichten erscheinen mehr als mau – immerhin haben wir Meinungsfreiheit in Deutschland. 
Ist es tatsächlich vorstellbar, daß ein wie auch immer besetzter „Schwulenrat“ darüber befindet, ob ein konservativer Bischof überhaupt im Fernsehen auftreten darf?

Was denkt sich Berger dabei eigentlich?

Die Berufshomophoben aus dem Dunkelkatholikentum sind erwartungsgemäß in heller Aufregung. Insbesondere die fanatisierte Konvertitin Gabriele Kuby, Darling des rechtsradikalen Christensumpfes, Autorin wider des „Gendermainstreamings“ und Befürworterin eines Harry Potter-Verbots läuft auf höchster Drehzahl.
Auf Facebook liefert sich die braune Frau, die so ungeheuer lesbisch aussieht, eine regelrechte Schlacht mit Berger
Allerdings fällt das Diskutieren auf ihren Seiten etwas schwer – wer es wagt ihr zu widersprechen, wird sofort gelöscht. Katholizismus und Pluralismus sind nun einmal unvereinbar miteinander.
Gabriele Kuby 24. April 2013:  Weil kürzlich hier auf David Bergers unsäglichen Aufruf hin eine Reihe von teils heterophober, teils rassistischer Nutzer aus seinem Dunstkreis aufgeschlagen ist: Hier das Buch, in dem meine wirklichen Ansichten und Erkenntnisse stehen!

Im September 2012 stellte ich mein neuestes Buch auf dem Kongress FREUDE AM GLAUBEN in Aschaffenburg vor. Auf 456 Seiten steht alles, was man nicht mehr sagen darf, und vieles, was gesagt werden muss. DIE GLOBALE SEXUELLE REVOLUTION - ZERSTÖRUNG DER FREIHEIT IM NAMEN DER FREIHEIT, 19,95€. […] Heteropaare, die Sexualität ausleben, können Kinder nicht generell ausschliessen, weil es keine sicheren Verhütungsmethoden gibt. Das ist ein klarer Unterschied zu homosexuellen Partnerschaften.
David Berger 26. April 2013: Ups, Frau Kuby.- ich habe zu etwas aufgerufen? Und das auch noch unsäglich? Das müssen Sie uns aber jetzt näher erklären! Für mich sieht Ihr Post wieder mal nach der in Katholiban-Kreisen typischen Viktimisierungsstrategie aus - verbunden noch mit einer Werbung für Ihr Buch - nach dem Motto: "Schaut ich bin das arme Opfer von Unzüchtigen! Macht das bitte wieder gut, indem ihr mein Buch kauft!"

Gabriele Kuby 1. Mai 2013: .... verwechseln Sie vielleicht Liebe mit Lust, Sex oder Verliebtheit? Gegen Liebe MUSS man sich nicht wehren. Nur nicht alles, was einem (kurzfristig) gute Gefühle hervorruft, ist Liebe. Sex sollte sich bei allen, egal ob Homo oder Hetero, der Liebe unterordnen. Sie erkennen Liebe an ihren Früchten - und zwar langfristig. Was macht es nach zehn oder zwanzig Jahren?
Tammox:   Demnach sind Unfruchtbare also unfähig zu lieben?

Einer Frau mit Zervix-Karzinom steht also auch keine Liebe mehr zu?
Offenbar hat Frau Kuby die beiden Sätze von mir übersehen. 
In einem weiteren Posting verlinkte ich Studien und Interviews, die bewiesen, daß Kinder in „Regenbogenfamilien“ sogar glücklicher sind. Eine in sich logische Geschichte, wie der schwule Vater Jürgen Haase kürzlich im SZ-Magazin erklärte. 
„Es sei ja so: Männer, die eigene Kinder haben wollten, bereiteten sich jahrelang darauf vor und wälzten jedes Für und Wider. Er legt Anna an die Schulter, sie rülpst. »Viele Hetero-Familien gehen kaputt, lassen sich scheiden, wenn plötzlich Kinder da sind, weil sie sich zu wenig Gedanken gemacht haben. Das kann uns nicht passieren.«
Das passte Frau Kuby aber gar nicht und wurde sofort von ihr gelöscht.

Ihre mächtigen katholischen Freunde springen ihr auf den bekannten Kanälen zur Seite.
"Katholiken-Hasser raus aus den Talkshows!" Würde ich so eine Forderung stellen, gäbe es Prügel von allen Seiten. […]  Der aktuelle Berger-Text auf einer Internetpräsenz der „Gay Community“ macht sprachlos. Einerseits dokumentiert er ein erschreckendes Nicht-Verständnis der Bedeutung von Meinungsfreiheit für eine offene Gesellschaft. Andererseits stellt der Autor perfide Zusammenhänge zwischen Gegnern der Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe und gewalttätigen Übergriffen her.

[…]  David Berger fordert also allen Ernstes, die Auffassung eines Drittels der Bevölkerung sollte in TV-Diskussionen außen vor bleiben. […]  Die Bemühungen des politisch korrekten Mainstreams, andere Meinungen entweder verächtlich zu machen oder ganz zu verbieten, nehmen inzwischen beängstigende Ausmaße an. Mal fordert mit David Berger ein führender Repräsentant der Homosexuellen-Lobby, dass Gegner ihrer politischen Vorstellungen aus Fernseh-Diskussionen verbannt werden. Mal appellieren Feministinnen-Verbände, wie gerade in Norwegen, an die skandinavischen Regierungen, „Anti-Feminismus“ zu bestrafen. […] 
(Klaus Kelle, kath.net 27.04.13)
Zunächst konnte ich mich auch nicht mit einem Kuby-Lohmann-Reiche-Verbot im TV anfreunden. 
ABER an Bergers Argumenten ist wirklich etwas dran.
Erstens kann man es nicht rechtfertigen, wenn durch schwulenfeindliche Aussagen im TV Gewalt angestachelt wird und zweitens würde man in der Tat analoge menschenfeindliche Äußerungen gegenüber anderen Minderheiten sicher nicht dulden.
Ein Antisemit/Rassist/Xenophober bei Illner oder Beckmann, der jovial äußerte, er habe gar nichts gegen Juden/Schwarze/Türken, aber daß sie heiraten und Kinder kriegen dürften, ginge nun wirklich zu weit, flöge sofort raus.
Ein Antihomophoben-TV-Gesetz kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber als Zuschauer sollte man es boykottieren, wenn Hasser wie Lohmann, Overbeck oder Buschor im TV auftreten. 
Sie sollten zu echten Quotenkillern mutieren, so daß die Redaktionen von allein die richtigen Schlüsse ziehen.
Wir alle haben es mit unseren Fernbedienungen in der Hand.
Und wir können Leserbriefe an die Redaktionen schreiben.
Dass Worte mächtig sind und Taten provozieren, erleben derzeit Frankreichs Schwule und Lesben hautnah. Seitdem die Gegner der Eheöffnung sprachlich deutlich aufgerüstet haben, andauernd demonstrieren und ihr Anliegen in Talkshows und Nachrichtensendungen bringen, sind die homophoben Übergriffe dort um mehr als 30 Prozent angestiegen. Homo-Aktivisten konstatieren einen direkten Zusammenhang zwischen der aggressiven Sprache der Gleichstellungsgegner und der Zunahme auch körperlicher Gewalt gegen Homosexuelle. Dass der Erzbischof von Paris jüngst davon sprach, dass die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zu einer "gewalttätigen Gesellschaft" führe, vervollständigt dieses Bild noch auf ganz delikate Weise.

Auch in Deutschland ist das Thema längst angekommen. Und auch hier läuft kaum eine Talkshow zur Homo-Ehe über den Bildschirm, ohne dass ein(e) Quoten-Homophobe(r) dort ein Podium geboten bekommt. So abstrus die homofeindlichen Protagonisten von Martin Lohmann über Katherina Reiche bis Gabriele Kuby bei vielen Zuschauern auch rüber kommen – bei Lanz, Jauch, Plasberg & Co dürfen sie sich vor einem Millionenpublikum ausbreiten. […] Nun wird jeder, der sich im Mediengeschäft ein wenig auskennt, die Redakteure der Talkshows durchaus verstehen, dass sie solchen Menschen ein öffentliches Forum vor einem Millionenpublikum bieten. Im öden TV-Einerlei des Alles-schon-mal-Gesehenhabens sorgen pointierte Extremmeinungen für Remmidemmi in der Sendung. Auch die inhaltliche Begründung, die ich im Gespräch mit Verantwortlichen immer wieder zu hören bekomme, erscheint auf den ersten Blick plausibel: Der homophobe Talkgast stehe doch nur stellvertretend für jenes geschätzte Drittel unserer Gesellschaft, das ähnliche homophobe Ansichten vertritt. Oder vertreten würde, wäre das gesellschaftlich inzwischen nicht weithin verpönt.

Allerdings stellen Forscher seit Jahren einen ähnlich gefährlichen gesellschaftlichen Bodensatz in Deutschland fest, wenn es um Antisemitismus und Rassismus geht. Man stelle sich nun einmal vor, eine Talkshow würde auch hier beschließen, den gesellschaftlichen Proporz im Hinblick auf latenten Antisemitismus in ihrer Sendung widerzuspiegeln. Das würde etwa bedeuten, dass zu einem Jauch-Talk zur Zukunft des Euro als Gesprächspartner – und damit als ernst genommener Fachmann zum Thema – ein ultra-rechter Hardliner eingeladen wird, etwa ein Chefredakteur einer antisemtischen Internetseite. Und er würde behaupten, er habe zwar nichts gegen Juden, ja er habe sogar einige jüdische Freunde. Aber dass sie sich in der Finanzwelt betätigten und dort gleiche Rechte wie "arische Menschen" forderten, sei ein Ding der Unmöglichkeit und gefährde unseren Wohlstand in eminenter Weise. Dass diesem im öffentlich rechtlichen Fernsehen zur besten Sendezeit ein Podium geboten wird, um dort seine These auszubreiten – undenkbar.