Montag, 18. März 2013

Ausgleichende Gerechtigkeit



Millionen Menschen, weitüberwiegend Frauen, hocken in Deutschland in der 450-Euro-Job-Falle.
Leiharbeiterinnen werden natürlich nicht in regulär sozialversicherungspflichtige Verhältnisse übernommen und zum Dank dafür weiß man auch noch, daß man als Rentnerin sicher arm sein wird.
Eine CDU-Kanzlerin kann sich aber soziale Ungerechtigkeit und Umverteilung von unten nach oben locker leisten, weil die Verarschten ihrer Politik ohnehin nicht CDU wählen.
Die Verlierer der konservativen Politik sind eigentlich zahlenmäßig stark genug eine andere Regierung einzusetzen. 
Das klappt aber nur in der Theorie. Praktisch sind viele der von CDU und FDP Übervorteilten zu doof, um das zu merken, zu indolent, um überhaupt zu wählen, oder aber sie verzetteln sich untereinander und geben ihre Stimmen an Piraten oder Linke, so daß Rot-Grün die entscheidenden Stimmen fehlen.
Angie hat das Glück gemäß der alten Straußschen Doktrin, daß es rechts von ihr keine demokratische Parteien geben dürfe, konkurrenzlos zu sein.
Abgesehen von der NPD, die allerdings im Moment als „demokratisch“ eingestuft wird und deswegen eben nicht verboten ist.

Ich weiß nicht welcher glücklichen Fügung es zu verdanken ist, daß Deutschland noch keinen Haider, Wilders, Mussolini gefunden hat, hinter dem sich das braune Gedankengut versammeln kann.

In den konservativen Zeitungen wird durchaus mal versucht die Bildung einer wählbaren rechten Partei herbei zu schreiben. 
Es gäbe doch so viele Heimatlose, rechts von Merkel Stehende, die aber mit debilen Schlägertypen, wie sie in der NPD vorherrschen nichts zu tun haben wollen. 
Die Namen, die unmittelbar folgen lauten gewöhnlich Clement, Baring, Sarrazin, Henkel, Merz, von Essen, Alexander Gauland, Koch, Guttenberg, Mappus.
So eine Partei stellt man sich gerne hardcore-liberal vor.
 Sie würde also nicht christlich-moralisch bei PID, Abtreibung und Homoehe argumentieren, stünde in diesen Punkten also LINKS von der CDU, würde andererseits radikal den Sozialstaat zusammenstreichen wollen und stünde in Wirtschafts- und Finanzfragen klar rechts von der CDU.
Sie würde keine Rettungsschirme billigen und alle Kräfte gegen einen Zypernkurs mobilisieren, der scheinbar den Sparern an den Kragen geht.
Eine solche Partei könnte einerseits zu einem weiteren möglichen Koalitionspartner für Frau Merkel heranwachsen und in die Bresche springen, wenn die FDP mal wieder schwindsüchtig am Boden liegt. 
Das wäre natürlich ganz ganz schlecht für das „rot-grüne Projekt“.
 
Wahrscheinlicher wäre aber, daß sich die  hypothetische Neopartei mit der CDU verkrachen würde, weil sich die alte Union über Parteiübertritte ärgern würde. 
Zudem lockte dieses hypothetische Rechts-Konstrukt Spinner an, die sarrazinig-biologistisch oder radikal-euroskeptisch dächten, so daß sich zu große Unterschiede zur Merkelpartei auftäten. 
So eine Partei käme nicht als CDU-Koalitionspartner in Frage und könnte der Kanzlerin die entscheidenden Wahlstimmen abziehen.

Tatsächlich hat sich jetzt so eine Sammlungsbewegung in Oberursel zusammengefunden, die womöglich ein fieser Stachel im Fleische Merkels werden könnte.

Euro-Gegner gründen die 'Alternative für Deutschland'. […]
Was als reine Podiumsdiskussion gedacht war, wurde unvermittelt zu einer Art Auftaktveranstaltung für eine Anti-Euro-Partei mit dem Namen 'Alternative für Deutschland'. 'Es gab in Oberursel eine euphorische Stimmung, die mich selbst sehr überraschte', sagt [Alexander] Gauland eine Woche später. Er verbirgt nicht, dass die Dynamik ihm ein wenig unheimlich ist.
Der 72-Jährige ist einer der wenigen profilierten deutschen Konservativen. Ein Mann mit einem eher britisch vornehmen Stil; gebildet, offen für intellektuelle Debatten, aber mit festen Standpunkten. Ende der Achtziger leitete der promovierte Jurist die hessische Staatskanzlei von Ministerpräsident Walter Wallmann, heute lebt Gauland in Potsdam. Seit 50 Jahren ist er in der CDU. Aber schon lange kritisiert er, dass die Partei ihre Werte aufgegeben habe. An jenem Abend in Oberursel erlebte er nun, wie alte Bekannte aus Frankfurt, auch sie langjährige CDU-Mitglieder, ihn umarmten, weil endlich etwas passiere. Sie dankten ihm als einem der Gründer der neuen Partei. 'Offenbar gibt es sehr viele Menschen, die sagen: Das geht so nicht.'
Seit Jahren kann man beobachten, dass immer mehr Bürgerliche sich bei Angela Merkels modernisierter CDU nicht mehr heimisch fühlen. Die Lücke im politischen Spektrum wurde zunehmend größer, doch es war keiner da, sie zu füllen. Nun hat der kleine Kreis um den Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke, den Publizisten Konrad Adam (einst bei der FAZ) und Gauland die 'Alternative für Deutschland' gegründet. […]
Tatsächlich schaden könnte die Gründung aber der CDU, selbst wenn Luckes Hoffnung auf über fünf Prozent überzogen wäre. Unions-Fraktionschef Volker Kauder schimpfte bereits bei Spiegel Online, die Gründer stünden für die 'institutionalisierte Angst vor der Zukunft'. Eine Heftigkeit, die wiederum als Ausdruck eigener Angst erscheint.

Wir haben eine neue Partei: Mit der "Alternative für Deutschland" ist der Rechtspopulismus in der deutschen Politik angekommen. […] Die Medien reagierten seltsam verhalten. Als wollten sie die Euro-Gegner durch zu viel Aufmerksamkeit nicht aufwerten. Dabei sagt eine Umfrage, dass 26 Prozent der Deutschen sich vorstellen könnten, eine euroskeptische Partei zu wählen. Wer weiß, wo die Werte landen, wenn das Programm noch erweitert wird. Denn man kann ja getrost davon ausgehen, dass der Euro erst der Anfang ist. Als nächstes geht es gegen den Islam, die Klimaforschung, den Feminismus und die Schwulen - das ganze Programm der modernen Rechtspopulisten.
Weg mit dem Euro, stattdessen ein Europa der souveränen Staaten, Abbau der Brüsseler Bürokratie, ein "mütterfreundlicheres" Deutschland und eine Neuordnung des Einwanderungsrechts: Das sind Kernforderungen der "Alternativen". […] Anders als vor 33 Jahren bei der Gründung der Grünen sind die "Alternativen" von heute schon etwas älter. Und vor allem arriviert: Lauter Professores und Doctores finden sich auf der Liste, so viele, dass man damit zwei mittlere Universitätsstädte bestücken könnte. Das hier ist Deutschlands wertkonservatives Bürgertum. Die CDU hat allen Grund, sich zu fürchten.
[…] "Nichts ist rechts oder extremistisch an der Idee, den Euro aufzugeben und eine neue, kleinere Währungsunion in den europäischen Nordländern zu gründen", schrieb Frank Drieschner in der "Zeit" vor der Veranstaltung in Oberursel. Und dennoch sei die Verbindung zum rechten Extremismus "unvermeidlich". Das ist richtig. Wie Drieschner schreibt, liegt das nicht an den unmittelbar beteiligten Personen, sondern daran, dass bestimmte Ideen in einem bestimmten Umfeld besonders gut gedeihen.
[…] Wenn die Bundestagswahl im Herbst ähnlich knapp ausgeht wie die Wahlen in Niedersachsen, dann könnten die Stimmen für die neuen Konservativen Angela Merkel das Amt kosten. Eigenartige Ironie: Dann wäre die Kanzlerin am Ende doch über den Euro gestürzt.

Sonntag, 17. März 2013

Intoleranz nicht tolerieren!


Homo Sapiens wird in jeder Menge Modellvarianten ausgeliefert.
Große, Kleine, Dicke, Dünne, Schwarze, Gelbe, Rote, Braune, Krisselhaarige, Glatzköpfe, Albinos, Linkshänder, Blinde, Taube, Hermaphroditen, Einbeinige  - der Philanthrop hat die freie Auswahl.

Dabei zeigt die DNA eindeutig, daß es sich um die gleiche Art handelt - was man auch daran merkt, daß sie alle miteinander fortpflanzungsfähig sind.
Poppt ein Aborigine eine Inuit, können sie ein Kind bekommen.

Homo Sapiens hat allerdings eine eher unangenehme Kulturgeschichte, die durch religiöse Indoktrinierung immer wieder zu Hassattacken untereinander führte. 
 Toleranz ist uns zwar durchaus in die Wiege gelegt, aber durch „Erziehung“ lernen wir andere Homo Sapiens mit bestimmten Merkmalen zu verachten.

Durch zwei Jahrhunderte Aufklärung und harten Kampf der Humanisten gegen das konservativ-religiöse Establishment, sind wir im 21. Jahrhundert endlich so weit Diskriminierungen unter einander zu ächten.
Heute Geborenen ist in der Regel bewußt, daß es keinerlei Rechtfertigung dafür gibt Schwarze im Bus hinten sitzen zu lassen.

Diese Erkenntnis ist allerdings relativ neu.

Bis vor hundert Jahren durften Frauen nicht wählen oder studieren. 

Meine eigene Oma, Jahrgang 1897, wurde in der Schule mit größter Selbstverständlichkeit dafür geschlagen, daß sie Linkshänderin war. Jedes Mal, wenn sie der Klassenlehrer dabei erwischte den Bleistift zum Schreiben in die linke Hand zu nehmen, setzte es Hiebe. 
Ihre Zwangs-Rechtshändigkeit war über viele Jahre brutal eingeprügelt worden und zeigte sich ihr ganzes Leben in einer typischen krakeligen Handschrift, die so gar nicht zu ihrer außerordentlich gepflegten und eleganten Erscheinung passen wollte.

Als US-Soldaten Deutschland von den Nazis befreiten, war es ganz selbstverständlich, daß die Schwarzen unter ihnen keine Offiziere werden konnten und sich von Offiziersclubs fernzuhalten hatten.

Zu Hause in den Staaten, hatten die Überbringer der Freiheit und Demokratie japanisch-stämmige Amerikaner in Internierungslager gesteckt – einfach wegen ihrer Rasse.

Die Apartheid in Südafrika, also die staatlich verordnete strenge Rassentrennung und völlige Entrechtung der Bevölkerungsmehrheit endete erst 1994! 

Homosexualität war in den USA teilweise sogar bis ins 21. Jahrhundert verboten. Man konnte in Kansas, Oklahoma, Missouri und Texas bis 2003 (!!!) zu hohen Freiheitsstrafen und Geldbußen verurteilt werden.

Das volle Frauenstimmrecht in der Schweiz wurde erst im Jahr 1971(!) eingeführt; im Kanton Appenzell sogar erst im Jahr 1990. Und auch das nur auf gerichtlichem Wege gegen einen anderslautenden Mehrheitsbescheid der männlichen Stimmberechtigten.

Man muß sich eigentlich schämen ein Mensch zu sein.

Immerhin scheinen wir aber langsam an einem Punkt angekommen zu sein, an dem wir Diskriminierungen aufgrund angeborener Merkmale nicht mehr tolerieren wollen.

ZU RECHT erntet ein Thilo Sarrazin ein riesigen Shitstorm, wenn er auch nur andeutet Türken wären von Geburt an doofer als Deutsche.

Keine Toleranz der Intoleranz!

Es mag Frau Merkel als konservativer Christen schwer gefallen sein, aber als Papst Benedikt durch seine Williamson-Entscheidung und die Wiedereinführung der Karfreitagsfürbitte den Eindruck erweckte antisemitisch zu sein, ging sie ihn hart an.

In bisher nicht gekannter Schärfe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Papst Benedikt XVI. in der Debatte über den Umgang mit dem Holocaust kritisiert und das Oberhaupt der katholischen Kirche zu einer Klarstellung aufgefordert. Merkel sagte in Berlin, der Papst müsse "sehr eindeutig" erklären, dass es keine Leugnung des Holocaust geben dürfe. Zugleich rief sie den Papst dazu auf, unmissverständlich deutlich zu machen, dass es "einen positiven Umgang mit dem Judentum insgesamt" geben müsse. "Diese Klarstellungen sind aus meiner Sicht noch nicht ausreichend erfolgt", sagte Merkel.

Es ist unser demokratischer Konsens Menschenfeindlichkeit nicht mehr zuzulassen.
 Wenn eine Person des öffentlichen Lebens über die Minderwertigkeit von Schwarzen oder Juden orakelt, ist er erledigt.
Und womit? Mit Recht!
Es gibt keinerlei Rechtfertigung für Diskriminierungen aufgrund von vermeidlicher Andersartigkeit, mit der jemand geboren wurde.

Das ist selbstverständlich ein Lernprozess. Wie die Beschneidungsdebatte zeigt, ist die Politik keineswegs bereit in jedem Fall für Menschenrechte einzutreten.

Auch wenn Xenophobie und Antisemitismus geächtet sind, existieren sie in den Köpfen einiger Wähler. Und so kommt es immer wieder vor, daß ein Möllemann, ein Stoiber oder auch ein Lafontaine faschistoid klingende Töne von sich geben – in der Hoffnung auf Stimmengewinne. Das Beispiel Roland Koch zeigt – LEIDER – daß perfide eingesetzte Menschenfeindlichkeit durchaus zu Wahlsiegen führen kann.
Umso wichtiger ist es aber sofort laut die Stimme zu erheben, wenn ein Politiker mit diesen Methoden operiert.
Das funktioniert teilweise durchaus effektiv.
 Anti-afroamerikanische Andeutungen von Romney und Ryan haben ihnen im Wahlkampf massiv geschadet.
Die Mehrheit will eben keinen Präsidenten, der solchen Stereotypen anhängt.
Da mögen Konservative noch so sehr ob der manchmal auch übertriebenen „political Correctness“ rumjammern, aber da müssen sie durch.
Die Menschheit hat einfach zu viel Dreck am Stecken, um bei Judenfeindlichkeit oder Homohass die Augen zuzudrücken.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich scharf gegen die relativ liberalen Katholiken Heiner Geißler und Heribert Prantl wenden, die einerseits Papst Franciscus als Freund der Armen, als Jesuiten und Anhänger Franz von Assisis bejubeln und andererseits schulterzuckend hinnehmen, daß er ihre Wünsche nach Legalisierung der Homoehe und Frauenordinierung nicht erfüllen werde.
 Prantl kann sich nicht vorstellen, daß priesterliche Ehelosigkeit oder das Weiheverbot für Frauen binnen einiger Jahre, oder eines Pontifikats aufgehoben würden. Aber er fühlt sich der Kirche sehr verbunden, die ihn wie ein wärmender Mantel umhülle.
 Antihumanistische Politik werde der Vatikan aber nicht beenden.
Das sei eben doch zu viel erwartet, es handele sich schließlich um den Papst. Und ihm wünsche man nun alles Gute, freue sich auf sein Pontifikat.

Der neue Papst beweist sich als Menschenfreund, deshalb hat er sich den Namen Franziskus gegeben. Er will uns verdeutlichen: Der Mensch als solcher ist uns anvertraut. So einer wie Jorge Mario Bergoglio wäre nie auf die Idee gekommen einem Weltjugendtag die Überschrift zu verpassen: "Wir kommen, um ihn anzubeten", wie es Benedikt XVI. getan hat. […]  Man kann sich wieder mehr freuen, katholisch zu sein. Ich hoffe, dass die katholische Kirche sich wieder beteiligt an der geistigen Auseinandersetzung für eine humane Wirtschaftsordnung so wie vor 60 Jahren die soziale Marktwirtschaft entstanden ist durch das geistige Bündnis zwischen Ordoliberalismus und katholischer Soziallehre unter Führung des Jesuiten Oswald von Nell-Breuning.

Schämt Euch, liberale Katholiken!

Warum fresst Ihr so viel Kreide und nehmt voller Verständnis scharf diskriminierende Sprüche des Papstes hin, als ob für ihn nicht die Regeln des Anstandes gelten würden?

Papst Franziskus, der mich gleich mal als Satanisten abstempelte, erklärte noch in jüngster Zeit, wie sehr er Frauen und Schwule verachtet.

In diesem Zusammenhang benutzt er die für einen Christen schwerste Keule überhaupt und bemüht den Satan, (Vater der Lügen, Herr der Fliegen) also das Schlimmste, das es überhaupt gibt in einem Christenkopp.

"Women are naturally unfit for political office. Both the natural order and facts show us that the political being par excellence is male; the Scripture shows us that woman has always been the helper of man who thinks and does, but nothing more."

In the debate leading up to the successful passage of same-sex-marriage legislation in his home country, then-Cardinal Bergoglio was a strong and vocal opponent, most famously saying, in a private letter to nuns that became public,
    Let’s not be naïve, we’re not talking about a simple political battle; it is a destructive pretension against the plan of God. We are not talking about a mere bill, but rather a machination of the Father of Lies that seeks to confuse and deceive the children of God.

Der Erzbischof von Buenos Aires hatte 2010 die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule als "zerstörerischen Anlauf gegen den Plan Gottes" bezeichnet, der die Familie "verletzen" könne und geradezu ein Plan des Teufels sei: "Wir sprechen nicht von einem Gesetzentwurf, sondern von einer Intrige des Vaters der Lügen, die die Kinder Gottes verwirren und hinters Licht führen soll."
Die Ehe zwischen Mann und Frau sei "der einzige natürliche Weg der Nachwuchszeugung", hatte das Mitglied des päpstlichen Rates für die Familie einst gesagt. Ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare nannte er eine "Diskriminierung" von Kindern, die der "durch Gott gewollten Entwicklung durch Vater und Mutter beraubt" werden. Laut englischen Quellen sprach er in diesem Zusammenhang auch von Kindesmissbrauch.
(Queer.de 13.03.13
Für solche Äußerungen gibt es keinerlei Rechtfertigung!
Sie sind genauso hart zu bekämpfen, wie entsprechende Herabsetzungen von Juden und Farbigen.

Man führe sich vor Augen, wie die Welt reagiert hätte, wenn man nur das Objekt von Bergoglios Diffamierungen austauscht:

Der Erzbischof von Buenos Aires hatte 2010 die Öffnung der Ehe für Juden als "zerstörerischen Anlauf gegen den Plan Gottes" bezeichnet, der die Familie "verletzen" könne und geradezu ein Plan des Teufels sei: "Wir sprechen nicht von einem Gesetzentwurf, sondern von einer Intrige des Vaters der Lügen, die die Kinder Gottes verwirren und hinters Licht führen soll."
Die Ehe zwischen Katholiken sei "der einzige natürliche Weg der Nachwuchszeugung", hatte das Mitglied des päpstlichen Rates für die Familie einst gesagt. Ein Adoptionsrecht für Juden nannte er eine "Diskriminierung" von Kindern, die der "durch Gott gewollten Entwicklung durch Katholische Eltern beraubt" werden.

Schwarze sind von Natur aus unfähig politische Ämter zu übernehmen. Die natürliche Ordnung und die Fakten zeigen uns, daß Politiker Weiße sein müssen, die Bibel sagt uns, daß Schwarze immer nur Helfer der Weißen waren, welche das Denken und Tun übernahmen, aber nie mehr!

Warum sollte es weniger schlimm sein Homosexuelle und Frauen zu diskriminieren, als Juden und Schwarze?

Alles ist gleichermaßen von Übel und gehört gleichermaßen auf das Schärfste verdammt.

Papst Franziskus hat keine Milde verdient.

Ich verdamme seine Äußerungen genauso, wie ich den Antisemitismus von NPD-Politikern oder den Rassismus von Klukluxklan-Opis verdamme!

Samstag, 16. März 2013

Schämen zum Wochenende.



Seit ein paar Jahren sind alle so begeistert von dem Neologismus „Fremdschämen.“
Nun ja. Es geht so.
Viel besser ist allerdings der Ausspruch, den ich schon als Teenager von einer kreativen Freundin übernahm:

 „Das ist ja zum Mitschämen!“

Zum Mitschämen sind insbesondere die religiös Fanatisierten meiner Partei!

Es ging los mit der Lobpreisung der Generalsekretärin für den Freund der Holocaustleugner, den Schwulenhasser, den Frauen-Verachter und Kinderfickerschützer Ratzinger, der den Massenmörder Robert Mugabe trotz EU-Einreiseverbots einlud und die Kommunion erteilte (nicht aber Christian Wulff!), der auch Weißrusslands Diktator Lukaschenko herzlich begrüßte und mit George W. Bush seinen 81. Geburtstag verbrachte, ohne ein einziges Mal die Kriege im Irak und Afghanistan zu erwähnen:

 Mit größtem Respekt und Bedauern nehmen wir die Nachricht des geplanten Rücktritts von Papst Benedikt XVI. zur Kenntnis. […]   Wir danken Papst Benedikt XVI. für sein herausragendes Wirken. Aus tiefster christlicher Überzeugung heraus setzt er sich für die weltweite Achtung der Menschenrechte ein. Er suchte die Brücken zwischen Religionen und Weltanschauungen und zwischen säkularer und christlicher Welt. Das bleibt ein herausragender Beitrag für mehr Menschlichkeit und Frieden in unserem Jahrhundert. 

Es ist unnötig angesichts dieser Stellungnahme den Geisteszustand der SPD-Frontfrau in Worte zu fassen.

Der frühere Kanzlerkandidat, Außenminister und jetzige Bundestagsfraktionsvorsitzende Steinmeier steht Nahles in Punkto Religiotie kaum nach.

In Deutschland haben nach Einschätzung von SPD-Fraktions-Chef, Frank-Walter Steinmeier „antireligiöse Affekte und areligiöse Einstellungen“ zugenommen.
Das gelte auch für die SPD, sagte Steinmeier am Freitag in Berlin bei einer Veranstaltung der Evangelischen und der Katholischen Akademie aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Sozialdemokratie. Während der Beschneidungsdebatte des vergangenen Jahres sei ihm nicht selten „schlichtes Unverständnis“ dafür begegnet, dass religiöse Riten auch Ausdruck der Freiheit sein könnten.

Man fasst es doch einfach nicht, daß nach der Informationsflut der letzten sechs Monate ein SPD-Topppolitiker angesichts von Zwangsreligiosierung, hunderten Todesfällen bei Genitalverstümmelungen an männlichen Säuglingen allein in der westlichen Welt und einer vielfachen Zahl von psychischen Schäden von „Freiheit“ faselt.

Wie ich mich schäme solche Typen mit meinem monatlichen Beitrag mitzufinanzieren.

Den Gipfel der katholischen Verwirrung bildet aber Wolfgang Thierse, der seine Religiotie auf einzigartige Weise mit Bosheit, Verachtung für andere Überzeugungen und Lügen kombiniert.

Laizismus wäre das Ende
Tibor Oestereich: Herr Thierse, was bedeutet Ihr Glaube für Sie?
Wolfgang Thierse: Der christliche Glaube ist das tragende Fundament meines Lebens, das mich auch vor den Gefährdungen sowohl des politischen Fanatismus wie des politischen Zynismus schützt.  […]   Aus der Partei eine antikirchliche, laizistische Partei machen zu wollen, also zurück hinter Godesberg und ins 19. Jahrhundert, das wäre das Ende der SPD als Volkspartei!

So, jetzt fehlen mir aber wirklich die Worte!
Ich wünsche einen schönen Sonntag.

Freitag, 15. März 2013

Das C im Namen.


Ist das nicht schön? 
Während kritische Katholiken wie Heiner Geißler oder Hans Küng noch vor Begeisterung über den Jesuiten Franziskus jubeln, nordet der uns schon mal ein und erklärt mir am zweiten Tag seines Pontifikats, daß ich den Teufel anbete.
Der Unfehlbare bezichtigt mich des Satanismus.
"Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel"

[…] "Wenn der Mensch nicht geht, bleibt er stehen", predigte er. "Wenn man nicht auf die Felsen baut, was passiert dann? Das, was Kindern passiert, die am Strand spielen und Sandburgen bauen. Irgendwann fällt alles ein - ohne Festigkeit. Wenn sich der Mensch nicht zu Jesus Christus bekennt, geschieht, was wir bei Leon Bloy lesen: Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel. Wer sich nicht zu Christus bekennt, gibt die Welt der Weltlichkeit des Teufels anheim."
Wie nett. 
Da haben wir ihn wieder in Reinkultur, den stinkenden Kern jeder Religion:
 „Wir sind besser als Ihr. Ihr seid Dreck und deswegen dürfen wir mit Euch machen, was wir wollen!“
Und bei dem Mann gerät die ganze Katholische Welt in Entzückung und erwartet einen liberalen Umschwung?
Ungefähr das haben tatsächlich viele erwartet oder sich zumindest gewünscht, insbesondere sich irgendwie links wähnende Leute, denen die katholische Kirche eigentlich herzlich egal oder reichlich suspekt ist. Die Vorstellung aber, irgendein Hungerleider aus der Dritten Welt könnte Papst werden, fand man in diesen Kreisen total süß („nicht eurozentristisch“).

Und zugleich hegte man, es stand an dieser Stelle schon mal, die Hoffnung, der neue Papst würde den Zölibat abschaffen, gleichgeschlechtliche Ehen gestatten, Frauen zum Priesteramt erlauben, die Sache mit der Jungfrauengeburt einer naturwissenschaftlichen Prüfung unterziehen, das gemeinsame Abendmahl mit Hinz und Kunz zulassen, Abtreibung in Maßen billigen und überhaupt unter den Soutanen den Muff von 2000 Jahren lüften.

Das ist die katholische Kirche, Himmelherrgott!

Doch selbstverständlich wird der neue alte Sack nichts von alledem tun.
Das „Wir-sind-etwas-besseres-als-ihr“-Christentum praktiziert auch die CSU, die gerade jetzt im Kampf gegen die Menschenrechte das „C im Namen“ als Argument wiederentdeckt.
Die Toleranz-Skala der CSU beginnt bei Null, das ist dann der sogenannte Dobrindt-Punkt. Im Streit um die rechtliche Gleichstellung von Homo-Ehen hat der Generalsekretär am Wochenende im Interview mit der Welt anschaulich erklärt, wie die Union aus seiner Sicht funktioniert. 'Die Union als Volkspartei hat die Aufgabe, der stillen Mehrheit eine Stimme zu geben gegen eine schrille Minderheit.' Schrille Minderheit - das sind in diesem aktuellen Fall die Schwulen und Lesben. Ganz allgemein steht die Minderheit in Dobrindts Koordinatensystem als Platzhalter für jene, auf deren Kosten die CSU meint, ein paar Prozente bei den Wahlen gewinnen zu können. Bei der schweigenden Mehrheit war die Partei in jedem Fall nie besonders wählerisch, solange sie bei der CSU ihr Kreuzchen macht, weshalb erfahrungsgemäß in Wahljahren früher oder später mit scharf an Ausländerfeindlichkeit grenzenden Parolen Stimmenfang betrieben wird. […]

In Sachen Weltoffenheit schließt die CSU gerade die Pforten, Eintritt hat im Wahljahr offenbar nur noch, wer weiß-blaue Unterwäsche trägt und schwört, alles zu tun, was der CSU jetzt und für immer guttut. Aus einer Abstimmung über die Klage gegen den Länderfinanzausgleich, mit der CSU und FDP erreichen wollen, dass der Freistaat in Zukunft weniger Geld an bettelarme Bundesländer überweisen muss, machte die CSU im Februar sogleich einen Patriotentest im bayerischen Landtag. Wer gegen die Klage ist, muss gegen Bayern sein. Prompt fanden sich auf Facebook all jene Abgeordnete der Opposition namentlich wieder, die sowohl etwas gegen die Klage wie auch gegen das übertriebene Bayerngehabe haben.
(Frank Müller und Mike Szymanski, SZ, 12.03.2013)
Ausländer, Tunten, Linke – all das sind Menschen, bzw eher Subhumane, die nicht der CSU-Religion angehören und als Ungläubige keine Rechte besitzen sollten.
Der CSU-Bundesinnenminister ist ganz eifrig dabei das Ausländerpack abzuwehren.
Friedrich muss populistische Eskapaden gegenüber Bulgarien und Rumänien beenden.

Innenminister Friedrich läuft sich mit markigen Sprüchen gegen Rumänien und Bulgarien für den Wahlkampf warm. Seine Verknüpfung der Schengen-Beitrittsfrage mit der Unterstellung von Sozialmissbrauch durch Zuwanderer aus diesen Ländern ist zudem schlicht unverantwortlich. Das eigentliche Problem ist die Korruption. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat Recht, wenn er sich in einem Brief an Bundespräsident Gauck beschwert, dass solche pauschale Aussagen aggressiv auf Roma gemünzt seien.
(PM Nr. 0198/13, Bündnis90/Die Grünen, 07.03.2013)
Schlimmer als Ausländer im Ausland, die aber womöglich hierher kommen könnten, sind für CSU-Politiker nur Ausländer in Deutschland.
Das bewies CSU-Sozialministerin Christine Haderthauer, die gestern bei einem Würzburg-Besuch mit Bischof Friedhelm Hofmann und Mitgliedern der lokalen Asyl-Arbeitskreise sprach. 
Großzügig wollte sie sich zeigen und den Asylanten nun doch mal Deutschkurse anbieten. 
OK; im Jahr 2013 ist es noch reichlich früh für eine solch progressive Tat. Wozu müssen Undeutsche denn Deutsch können?
Haderthauer wollte als Wohltäterin punkten, rechnete allerdings nicht damit, daß diese Nicht-Bayern auch mit ihr reden wollten.
Eine CSU-Ministerin, die mit Ausländern redet? 
Das ging ihr dann zu weit.
 Sie lehnte ab und flüchtete in ihren gepanzerten Dienstwagen. Einige dieser Ausländer wagten es aber frecherweise auf ein Gespräch zu bestehen und stellten sich einfach vor den Dienstwagen. 
Sauerei!
Für die Pressefotografen war das natürlich ein spektakuläres Motiv: Ein Asylbewerber auf Krücken etwa, der sich vor der stattlichen Limousine aufbaute und dort gut zehn Minuten lang mit anderen, die sich dazugesellten, stehen blieb.

Für die Opposition ist Haderthauer aber nicht das Opfer, sondern die Schuldige: "Eine Visite der eiskalten Schneekönigin", erklärte die unterfränkische Grünen-Abgeordnete Simone Tolle am Freitag. Kälter könne man Menschen, die Schutz suchen, nicht behandeln, sagte Tolle in Reaktion auf Haderthauers Definition des Begriffs "Flüchtling", mit welcher sie auch in Würzburg nicht hinter dem Berg gehalten hatte. Flüchtlinge, so betont die Ministerin stets, seien nur jene, die offiziell als solche anerkannt sind. Haderthauer weicht zudem keinen Millimeter davon ab, dass Asylbewerber auch weiterhin kein Geld erhalten sollen, um sich das Essen selbst kaufen zu können. Hier wolle sie erst einen Pilotversuch abwarten.

[…] Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) [sprang] in die Bresche.

Sie war beim Gespräch dabei gewesen. Während Haderthauer im Wagen saß, redete Stamm mit den Aufgebrachten und versprach, sich zu kümmern. Kopfschütteln herrscht am Tag danach beim Flüchtlingsrat: "Sie hätte einfach mal aus ihrem Auto aussteigen und mit den Asylbewerbern reden können", sagte ein Sprecher - seit Monaten hätten die Flüchtlinge um ein Gespräch gebeten.