Montag, 29. August 2022

Winnetou vs Wokeness

Das heißt doch „authentische Besetzung“, oder ist das „kulturelle Aneignung“ ? Ich kenne nicht alle Begriffe in Wokistan und lerne sowas beispielsweise bei Bill Maher, der von einem geknickten Schauspieler Darren Criss erzählt, der sich tränenreich entschuldigt, daß er als Heterosexueller einen Schwulen gespielt hätte und gelobte, zukünftig nur noch Hetero-Rollen anzunehmen.

Und ich Depp dachte noch, es wäre doch ganz sympathisch, wenn jemand die Rolle eines Schwulen übernimmt, ohne wie noch vor zehn Jahren üblich, in jedem Interview dutzendfach zu versichern, wie schwer ihm die Liebesszenen gefallen wären, weil er ja privat rein hetero wäre, seine Frau und die drei Kinder liebe. Nein, er habe sicher nichts gegen Schwule, wäre aber selbst 100% straight.

Ist das nicht ein Fortschritt, wenn dieser Eiertanz aufhört und es schlicht egal wird, wenn einige Minderbemittelte von seiner Filmrolle auf die Sexualität des Schauspielers schließen?

Nein, Darren Criss betrübt nun aber gar sehr, einem homosexuellen Kollegen, eine der seltenen homosexuellen Rollen weggenommen zu haben.

In Wokistan werden lesbische Rollen nur noch von lesbischen Schauspierinnen übernommen. Nur native Americans dürfen noch Indianer spielen und so weiter.

Die Sopranos waren Vorreiter. Da wurde die Rolle des Mafia-Captains  "Paulie Walnuts" Gualtieri von Tony Sirico gespielt, der wirklich Jahrelang als Mafioso im Knast saß.

Was für ein populistischer Bullshit.

Es ist natürlich insbesondere lächerlich, mit der Wokeness von heute auf Produktionen von vor 50 Jahren zurückzublicken und sich zu beklagen, daß Kellnerinnen mit „Schätzchen“ angesprochen werden, Leute unangeschnallt im Auto sitzen, Kinder keinen Fahrradhelm tragen und auch noch vor ihren Augen geraucht wurde.

Dabei handelt es sich um eine natürliche Fortentwicklung der Menschheit. Mit Sicherheit werden auch die Jugendlichen des Jahres 2072 mit aufgerissenen Augen TV-Serien von 2022 betrachten und viele unserer Verhaltensweisen kaum verstehen. Waffen tragen, Fleisch essen, jeder fährt Verbrenner-Autos. Man wird es eines Tages nicht mehr verstehen, wieso wir immer noch der Religion anhängen, massenhaft Plastik produzierten und täglich zig Millionen Küken schredderten.

Ab wann man, was wissen konnte, hätte besser wissen sollen, ist natürlich eine interessante Frage. Aber man wußte natürlich noch nicht immer alles.

Als ich meine erste Dose Deospray kaufte, wußte ich nicht was FCKWs sind und wie sie auf die Ozonschicht wirken. Aber die Erkenntnis setzte sich durch. Für eine Übergangszeit waren es dann die Woken der 1980er, die beim Haarspray auf den Zusatz „FCKW-frei“ achteten, bis man begriff, es würde nicht ausreichen, auf die Vernunft der Verbraucher zu achten, sondern Fluorkohlenwasserstoffe als Treibgase ganz verbot. Zu viele kauften entweder nur das Billigste ungeachtet des Umweltaspekts oder aber bildeten sich ein, nur das Zeug mit FCKW gäbe der Frisur richtig Halt. Also musste ein staatliches Verbot her.  Nun sind alle Spraydosen FCKW-frei.

Ähnlich war es mit Auto-Katalysatoren. Die wollte man in Deutschland gar nicht haben, wurde aber gewissermaßen gezwungen, weil die US-Amerikaner ihre Fahrzeuge mit einem „Kat“ versahen und das auch von den importierten Autos verlangten.

Die deutsche Autoindustrie schrie natürlich auf. Das würde sie kaputt machen, Arbeitsplätze kosten und dem Wirtschaftsstandort Deutschland schaden. Es müssten auch noch alle Tankstellen auf BLEIFREIES Benzin umgestellt werden, weil das hochgiftige Blei die Katalysatoren zerstörte.

Den deutschen Autobahnrasern wurde erklärt, der Bleizusatz im Benzin wäre notwendig, um die Oktanzahl zu erhöhen. Bleifreies Benzin wollte man nicht tanken. Das hatte ja keine Klopffestigkeit und man würde nur noch langsam wie ein alter Traktor vorankommen. Wenige Woke kauften sich die als lahm verschrienen Katalysator-Autos und tankten bleifrei. Also musste ein staatliches Verbot her.  Nun sind alle Talkstellen Blei-frei.

Die Horrorprognosen, mit denen sich Populisten gegen die vermeidlich woken Neuerungen wehren, sind als meistens Bullshit.

Aber das hält rechte Populisten natürlich nicht davon ab, den Volkszorn immer wieder anzustacheln. Für sie ist das besonders verlockend, weil sie ihrer Natur gemäß ohnehin keine zukunftstauglichen Programme vertreten und mit „früher war alles besser“ auf Stimmenfang gehen.

Da lässt von Kubicki bis Höcke kaum einer entgehen, gegen das Gendern zu hetzen. Der weit rechts außen stehende Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß kennt sein Jahren kein anderes Thema. Er wettert fortwährend gegen linksgrüne Verbote und fordert inkonsequenterweise ein Gender-Verbot, indem er seinen geistig verkalkten Zuhörern suggeriert, jeder werde nun von der Gender-Mafia überprüft, müsse auch zu Hause am Frühstückstisch „Salzstreuerin“ sagen.

Was für ein populistischer Bullshit. Niemand wird privat gezwungen Gendersprache zu verwenden. Jeder darf schreiben wie er will.

Es ist immer umständlich, sich sprachlich umzugewöhnen. Es gibt alte Menschen in Deutschland, die immer mal wieder „Mark“ statt „Euro“ sagen. Nach zwanzig Jahren. Ich habe mir selbst das „D-Mark“ ausgetrieben, erinnere mich aber, daß es mir 2002 enorm schwer fiel, weil sich „Haste mal nen Euro“ so unfassbar albern und ungewohnt anhörte. Aber Überraschung. Irgendwann hat man sich doch umgewöhnt und es hat schließlich seinen Sinn, da die gemeinsame EU-Währung nun einmal „Euro“ heißt.

Etwas mehr Mühe kostete es mich, 2007 nach der Lektüre von Die Kirche im Kopf. Von „Ach Herrje!“ bis „zum Teufel!“ die religiös basierten Redewendungen aus meinem Sprachschatz zu vertreiben. Aber auch das gelang letztendlich. Kein „Oh mein Gott“ oder „Gott sei Dank“ mehr.

Man kann sich umgewöhnen, wenn es sinnvoll ist.

Die gute alte Zeit ohne zu gendern, war eben „gut“ für weiße, heterosexuelle, christliche Männer, die nach Belieben ihre Mitmenschen diskriminierten.  Anders als Ploß, Kirche, AfD, GOP und sonstige Rechtspopulisten behaupten, gab es früher aber schon immer nicht heterosexuelle Menschen und intergeschlechtliche Babys, die eben nicht mit eindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren wurden. Diese Menschen wurden aber aus unserem Blickfeld diskriminiert.

Nun wissen wir, daß sie da sind. Anders als Ploß, empfinde ich mich selbst als so höflich, daß ich andere Menschen nicht diskriminieren möchte. Daher verwende ich nicht die Begriffe „Neger“ oder „Schwuchtel“, auch wenn das, wenn man in der Zeit weit genug zurück reist, einmal so üblich war. Ich bin auch höflich genug zu ertragen, wenn nicht nur im generischen Maskulinum gesprochen wird.

Deswegen war meine Oma natürlich kein schlechter Mensch, wenn sie bei der Mark Twain-Lektüre ganz selbstverständlich von „Neger“ sprach. Sie meinte es nicht böse und wußte nicht, daß der Begriff abwertend empfunden wird. Niemals würde ich ihr vorwerfen so gesprochen zu haben. Heute kann und sollte man das aber wissen und sofern meine Oma heute mit über 130 Jahren noch leben würde und weiterhin von „Negermama“ spräche, würde ich klar widersprechen. Allerdings war meine Oma nicht verblödet. Wenn sie langlebig wie ein Eishai wäre, hätte sie selbst gemerkt., welche Begriffe man nicht mehr verwendet.

Es ist nicht verkehrt, die Serie „Friends“ aus den 1990ern gemocht zu haben.  (Ich konnte das leider nie sehen, weil ich eine schwere Allergie gegen Jennifer habe). 30 Jahre später würde aber eine große Hollywoodserie, in der jeder Darsteller pro Folge über eine Million Dollar Gage bekommt, nicht mehr ausschließlich weiße, heterosexuelle Rollen beinhalten. Nicht weil ein „woker Mob“ das verbietet, sondern weil die Einsicht vorhanden ist, daß die Welt viel bunter ist.

Und Überraschung, auch als weißer Mann jenseits der 50, interessiere ich mich bei fiktiven Geschichten nicht nur für weiße Männer jenseits der 50. Im Gegenteil, ich bin froh über den Wokeness-Schub, der mir nun auch im normalen Unterhaltungsprogramm schwarze lesbische Trans-Musliminnen zeigt.

Keiner verlangt „Friends“ zu verbieten, aber man kann auch keine Produktionsfirma von 2022 verpflichten, immer noch Serien mit ausschließlich weißen, reichen, heterosexuellen, christlichen Protagonisten zu produzieren.

Und Siggi Gabriel, niemand kann einen Verlag im Jahr 2022 zwingen, ein Karl-May-artiges Buch mit denselben Stereotypen wie vor 100 Jahren zu drucken.

[….]  Vielleicht noch einmal zu den Fakten: ein Film mit dem Titel „Der junge Häuptling Winnetou“ kommt in die Kinos. Daniel Kothenschulte berichtet so darüber:

    Dies ist keine Filmkritik, denn nach etwa einer Stunde hatte ich genug von rassistischen Darstellungen indigener Völker Nordamerikas. Karl May verfasste seine Werke zur Zeit des Kolonialismus, das Stereotyp des „edlen Wilden“ überlebte ihn um mehrere Generationen. Aber Hollywood zeigte sich lernfähig, ein Umbruch wurde im dortigen Mainstreamkino bereits durchgesetzt.    Doch was man nun in „Der junge Häuptling Winnetou“ sehen kann, ist in den meisten westlichen Filmkulturen schon lange von Leinwänden und Bildschirmen verbannt. Rötliches Make-up für weiße Darsteller ist als „redfacing“ verpönt. In einem Kinderfilm noch heute das Volk der Apachen dargestellt zu sehen wie bei einer Kölner Karnevalsfeier, ignoriert alle Bemühungen, die verfälschende Repräsentation aus dem 19. und 20. Jahrhundert nicht über die Generationen weiterzugeben.

Wie es üblich ist, gibt es um solche Filme herum Merchandise-Artikel. Beliebt sind bei Jugendfilmen „Das Buch zum Film“, im aktuellen Film sollten die Bücher vom Ravensburger Verlag verlegt werden, der  Autor „THiLO“ hat sie geschrieben. Ich konnte über Booklooker noch ein Erstleser*innenbuch erwerben – und fand so die obige Kritik rundum bestätigt. Die kurze Geschichte (in Film und Buch): weiße Banditen wollen den Goldschatz der Apachen klauen, sperren dazu Bisons in einem Tal ein, so dass die Apachen eine Hungersnot erwarten und wegziehen wollen. Winnetou deckt das alles auf. Ein weißer kleiner Junge, der eigentlich Pferde stehlen wollte, deckt das auf und gemeinsam mit Winnetou wird alles abgewendet. Keine Rettung ohne Weiße, die Apachen sind zu doof, die Bisonherde zu finden oder gar selbst die Absicht hinter dem Verschwinden zu entschlüsseln. Alles in allem eine vereinfachte Wiedererzählung der alten Geschichte, ohne dass Intschu-Tschuna und Ntscho-Tschi sterben mussten, inklusive aller alten, 150-Jahre-alten Klischees.

Auf die Kritiken hin hat Ravensburger Buch und Puzzle zurückgezogen. Begründung:

    Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit „den vielen negativen Rückmeldungen“ zu dem Buch „Der junge Häuptling Winnetou“. Es enthalte „verharmlosende Klischees“ über die Behandlung der indigenen Bevölkerung.   Das Feedback habe gezeigt, dass „wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben“, erklärte der Verlag bereits vor einigen Tagen auf Instagram. „Das war nie unsere Absicht“, erklärte Ravensburger weiter und entschuldigte sich „ausdrücklich“.

Was daraufhin losbricht, ist ein (vermutlich) von interessierter Seite orchestrierte Empörungswelle. „Zensur“, „Was dürfen wir noch sehen“, „Bücherverbrennung“ – es ist kaum zu wiederholen. Die Tatsache, dass es um ein aktuelles Buch geht, realisieren die wenigsten Diskutierenden. Die Empörung geht entlang der Tatsache, dass man Karl May rassistische Narrative berechtigterweise, wie ich sagen muss, unterstellt.

Daraus wird im nächsten Schritt: „sie wollen uns unseren Winnetou nehmen“. Und: Karl May war ein Menschenfreund, ein Antirassist, ein Humanist. Also kann das, was über ihn und seine „Reiseerzählungen“ gesagt wird, nicht stimmen. [….]

(Jörg Rupp, 28.08.2022)

Wie unfassbar erbärmlich und peinlich, daß Sigmar Gabriel auf den AfD-Zug aufspringt.

Was für ein populistischer Bullshit. Niemand verbietet Siggi Pop Karl May-Bücher zu lesen. Niemand verlangt, diese aus dem Bücherregal zu nehmen. Niemand hat behauptet, dadurch werde man Rassist. Und Winnetou-Filme aus den 60ern darf er genauso gucken. Als ganz kleiner Junge fand ich die auch toll und habe mir das 20 Jahre später aus nostalgischen Gründen erneut angesehen. Die sind aber leider SAGENHAFT SCHLECHT. Grottige Schauspieler, hölzerne Dialoge, plumpe Story. Und dann auch noch Uschi Glas, die debil grinsend durch die jugoslawische Kulisse stapft! Zum Glück bin ich nicht mehr 5 Jahre alt und erkenne das nun. Gabriel ist da wohl geistig noch etwas zurück. Stattdessen pampt er sich ohne Faktenkenntnis mitten in den antiwoken Mob und verbreitet Fake News. Ich schäme mich als Sozialdemokrat.

Samstag, 27. August 2022

In der guten alten Zeit

Das oberfränkische Erzbistum Bamberg ist eine Perle. Die prächtig erhaltene Altstadt wurde 1993 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen; die 77.000 Einwohner sind sehr stolz.

Jeder kennt den über 1000 Jahre alten viertürmigen Kaiserdom Dom St. Peter und St. Georg. In dieser Kathedrale amtiert Diözesanbischof Ludwig Schick über 2.138.513 Menschen, sowie die drei Suffraganbistümer Eichstätt, Würzburg und Speyer. Zu seinem Bedauern sind darunter aber nur noch knapp 700.000 Katholiken. In Unterzahl zu spielen, ärgert Exzellenz Schick, 72, und der Ärger muss auch mal raus, wenn es jemand wagen sollte, schlecht über die Kirche zu denken.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick setzt sich für ein Gesetz gegen Blasphemie ein. "Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt, der muss in die Schranken gewiesen und gegebenenfalls auch bestraft werden", erklärte Schick am Mittwoch in Bamberg. […] Gegen "heilige Personen, heilige Schriften, Gottesdienste und Gebete sowie heilige Gegenstände und Geräte aller Religionen" dürfe kein Spott und Hohn zugelassen werden.

Satire über religiöse Einstellungen und Gefühle stelle eine Verletzung der im Grundgesetz garantierten Menschenwürde dar, betonte der Erzbischof. Eine Gesellschaft, die das, was religiösen Menschen hoch und heilig sei, nicht schütze, schade sich selbst. Sie dränge einen Teil ihrer Bürger an den Rand oder sogar in den Untergrund, mahnte Schick. Christen müssten deshalb fordern, dass die "Person Jesu Christi, Gott der Vater, Maria, die Heiligen, die Hostie des Altarsakraments, die sakralen Gegenstände wie Kelche und Monstranzen, auch die Kirchengebäude und Prozessionen von unserem Staat geschützt werden".

Zugleich rief Schick die Gläubigen auf, auch selbst das Heilige heilig zu halten. Christen sollten deutlich machen, dass sie Verunglimpfungen ihrer Überzeugungen und Werte in Medien und öffentlichen Organen nicht hinzunehmen bereit seien.

(Katholisch 01.08.12)

Lästern verboten. Zurück ins Mittelalter.

(Gottvertrauen 02.08.12)

Unchristliche Auswüchse wie Harry Potter oder Halloween-Partys kann Schick nicht akzeptieren.

Der in diesem Blog vielfach geehrte Erzbischof Schick tutet ebenfalls ins Käßmann-Horn.

Erzbischof Schick: Sinn der Heiligen statt Halloween-Unsinn

Es ist Zeit, die Führung unseres Lebens Christus zu übertragen

Erzbischof Schick: 'Die Heiligen kommen wieder!'

Hinter Halloweenspektakel steht eine Kultur des Todes

Der Nihilismus ist die Hölle

[….] Zu Allerheiligen ruft der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick dazu auf, die Ideale der Heiligen und anderer wichtiger Persönlichkeiten unserer Geschichte ins Bewusstsein zu bringen und die chaotischen Auswüchse von Halloween-Feiern zu verhindern. „Man kann auch feiern und Spaß haben mit einem Martinsumzug, einer Nikolausfeier oder einer Cäcilia-Lichterprozession“, sagte der Bamberger Oberhirte am Mittwoch. [….]

(Kathnet 30.10.14)

Das ganze unchristliche Gesochs, das ohne Trauschein kopuliert oder Liebe zu Geschlechtsgenossen empfindet, oder, noch abscheulicher, gar als Single gar nicht kopulieren will, bekommt vom Bamberger Oberhirten ebenso eins übergebrezelt.

Kollege Schick in Bamberg, der in diesem Blog schon mehrfach als selbst für Bischofsverhältnisse extrem unsympathisch aufgefallene Erzbischof, gibt auch noch eine Kostprobe seiner diffamatorischen Ansichten.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat sich in einer Predigt vehement gegen jegliche Partnerschaften ohne Trauschein ausgesprochen.  Keine andere Lebensform dürfe der Ehe weder in der öffentlichen Meinung noch im Recht gleichgestellt werden, sagte Schick am Samstag.

(dpa 20.09.14)

Sex außerhalb der Ehe ist bähbäh, alle anderen Formen des Zusammenlebens sind bähbäh und überhaupt sollen die Weiber gebärfreudiger sein.

 

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick beklagt, dass es in unserer Gesellschaft immer mehr Singles gibt und betont den Stellenwert von Ehe und Familie. Nur 375.000 Eheschließungen würden pro Jahr in Deutschland registriert, dem stünden rund 19 Millionen junge Menschen im heiratsfähigen Alter zwischen 20 und 39 Jahren gegenüber, sagte Schick am Samstag. Eine Frau bekomme in Deutschland durchschnittlich 1,4 Kinder. [….]  „Diese Zahlen müssen uns erschrecken, aber nicht wie das Kaninchen vor der Schlange, das darauf wartet, gefressen zu werden“, sagte Schick. [….]

„Wir müssen alles tun, damit die Ehe ihren Stellenwert bei unseren jungen Menschen wiedergewinnt“, sagte Erzbischof Schick und rief dazu auf, die Ehe nicht schlecht-, sondern gutzureden und der Familie höchste Priorität in der Gesetzgebung zukommen zu lassen. Dazu gehöre auch, dass keine andere Lebensform der Ehe weder in der öffentlichen Meinung noch im Recht gleichgestellt werde.

[….] Aufgabe von Kirche und Gesellschaft sei es, den Wert von Ehe und Familie als Keimzelle des Lebens und der Zukunft zu stärken. Dazu sollten sich auch Christen stärker in die Politik einbringen. Für den Mut zu Ehe und Familie sei der Glaube an den Gott der Liebe, der Zukunft für uns alle will, entscheidend. [….]

 (Gloria TV, 21.09.2014)

Der Erzbischof in seinem Vierturm-Dom wird sich oft in die gute alte Zeit zurückwünschen, in der einer wie er, als Bamberger Fürstbischof das alleinige Sagen hatte. Da gab es noch keine lästigen weltlichen Gesetze, die einen einschränkten, keine vorlauten Emanzen, unchristlichen Kritiker, garstigen Homos, feierwütigen Halloween-Kinder oder Harry-Potter-Filme! Und die einzigen Männer im bunten Fummel waren Bischöfe.

Wer aufmuckte, wurde verbrannt. Causa finita.

Die Constitutio Criminalis Bambergensis von 1507 regelte das.

die straff der zauberey: Item so jemandt den leuten durch zauberey schaden oder nachtheyl zufuegt, soll man straffen vom leben zum todt, vnnd man soll solch straff mit dem fewer thun“

Artikel 109 der Constitutio Criminalis Bambergensis

Erzbischof Schicks Amtsvorgänger Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1623–1633), ließ 1627 das sogenannte Drudenhaus (auch Malefizhaus) errichten, in dem die katholische Kirche ganze Familien einkerkerte, bevor sie auf den Scheiterhaufen kamen.

[….]  Kaum irgendwo wütete die Hexenverfolgung so grausam wie in der fränkischen Bischofsstadt. Wie konnten hier zu Beginn des 17. Jahrhunderts fast tausend Bürger Opfer des religiösen Fanatismus werden?

Seit mehr als einem Monat sitzt Johannes Junius schon in dem winzigen Verlies, durch das kleine Fenster fällt kaum Licht. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Bamberg ist verzweifelt. Vor fünf Monaten wurde seine Frau hingerichtet, jetzt haben es die Hexenjäger auf ihn abgesehen. Sein ganzer Körper schmerzt von der Folter. Seine teils zertrümmerten Hände kann er kaum noch bewegen. Junius ist unschuldig, aber das interessiert die Mitglieder der Hexenkommission nicht. Er soll endlich gestehen, dass er mit dem Teufel im Bunde steht. Der 55-Jährige weiß, dass er seine fünf Kinder nie mehr sehen wird. [….]  Von 1612 bis 1630 werden im Hochstift Bamberg, einem Kirchenstaat, in dem der Fürstbischof die weltliche Herrschaft ausübt, mindestens 900 Frauen und Männer als Hexen oder Hexer hingerichtet. [….]   In ganz Europa fordert die Hexenverfolgung in ihrer Hochphase von 1570 bis 1680 mehr als 60 000 Opfer. [….]  In Bamberg ist es vor allem Weihbischof Friedrich Förner, der mit seinen Predigten das Volk aufhetzt. [….]  Im Sommer [1616]  herrscht so eine Dürre, dass nicht genügend Futter für das Vieh übrig bleibt. Im gesamten Hochstift fallen in diesem Zeitraum 159 Menschen der Hexenverfolgung zum Opfer. Auf dem Marktplatz in der nahen Exklave Zeil stinkt es bald so sehr nach verbranntem menschlichen Fleisch, dass der Richtplatz an den Rand des Ortes verlegt werden muss. " 1623 wird Johann Georg II. Fuchs von Dornheim der neue Fürstbischof. Ein Fanatiker, der bald nur noch der "Hexenbrenner" genannt wird. [….]  Mindestens 642 Menschen sterben bei dieser dritten Verfolgungswelle in nur vier Jahren. [….]

 (Fabrice Braun, 26.08.2022)

Das waren glückliche Zeiten in Bamberg. Jedenfalls für den Erzbischof.

Freitag, 26. August 2022

Durchbruch bei der Missbrauchsuntersuchung im Erzbistum Köln

Was für ein glücklicher Tag!

Es ist nämlich immer ein glücklicher Tag, wenn sich mein Lieblingskleriker, mein Idol, das strahlende moralische Vorbild, der Kardinal der Herzen, Eminenz Woelki an das gemeine Volk wendet und die Richtung vorgibt.

Dazu muss ich an dieser Stelle einen kleinen Einschub machen, weil ich annehme, das ist noch zu kaum einem durchgedrungen: Metropolit Woelki hatte da so ein klitzekleines Problemchen, weil angeblich ein oder sogar zwei Minderjährige von einem Geistlichen vielleicht irgendwann mal, bewiesen ist ja nichts, irgendwie unsittlich angesehen wurden. Vermutlich ist nichts dran an diesen Vorwürfen aus der ganz kirchenfeindlichen Ecke, aber man kennt ja die "allzeit sprungbereite Aggression" (Benedikt XVI.), mit der die Atheisten die armen frommen Gottesmänner verfolgen. Woelkis Vorgänger Meisner („Brüder im Nebel“) erkannte schon vor fast zehn Jahren die wahren Schuldigen.

[….] Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, ein Vorstandsmitglied im Verein für klare katholische Aussprache, sieht Anlass dazu, Priester und Laienmitarbeiter im Erzbistum zu "Tapferkeit im Umgang mit öffentlicher Häme" aufzufordern. Meisner schreibt von einer "Katholikenphobie" in der Gesellschaft. […]

(RP, 09.02.2013)

Einfach unverschämt, wie sich diese feindseligen Atheisten über das bißchen Kinderfi**en aufregen. Da kann man schon stolz auf die Kleriker sein, die sich dem Versuch der Kriminalisierung dieses ganz natürlichen Priesterverhaltens, widersetzen.

Der zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte ehemals dritthöchste Geistliche der 1,3 Milliarden Katholiken ließ durch seinen Anwalt erklären, der Geschlechtsverkehr mit den minderjährigen Messdienern habe nur wenige Minuten gedauert – das zähle nicht.

(……)  Pells Anwalt erklärte die Unschuld seines Mandanten mit der Dauer des Analverkehrs. Der habe nur sechs Minuten angehalten und sei damit juristisch nahezu irrelevant: „plain and vanilla penetration sex“!

Ein paar Messdienern mal seinen Penis in den Mund zu schieben, konnte er sich da wohl erlauben – so glaubte Pell.  Gleich mehrere erzkonservative Ex-Premierminister standen in seiner Gerichtsverhandlung als Leumundszeigen da und der mächtige Papst beließ ihm demonstrativ sein rotes Kardinalshütchen – als Ausweis seiner allerhöchsten Würde derjenigen, die den Stellvertreter Gottes auswählen und durch die der Heilige Geist spricht.  So einer kann ja schlecht in den Knast kommen, befand Pell selbst, zumal er ja gar keine Kinder missbraucht hatte und unschuldig ist.

Außerdem hat er die Kinder, die er gar nicht missbraucht hat, laut seines Anwaltes nur sechs Minuten missbraucht.  (….) Nein, nein, nein, George Pell AC, 77, Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche, ehemaliger Erzbischof von Melbourne, ehemaliger Erzbischof von Sydney, ehemaliges Mitglied des Päpstlichen Kardinalsrats, Kardinalpriester der Titelkirche Santa Maria Domenica Mazzarello, langjähriger Großprior der Ordensprovinz Australien-New South Wales des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Generalkaplan im Großpriorat Australiens, Träger des Lazarusordens und des kirchlichen Großkreuzes des Verdienstordens des Heiligen Lazarus, der hochrangigste australische Katholik aller Zeiten, ist unschuldig, hat keine Kinder vergewaltigt und ist nur Opfer einer linken Hetzjagd!   So tönen heute seine Fans – darunter der allmächtige Rupert Murdoch, Executive Chairman der News Corp (Fox News) und gleich mehrere australische ehemalige Premierminister.

Gottes Top-Mann beharrt vehement auf seiner völligen Unschuld und von „sexuellem Missbrauch“ oder „Vergewaltigung“ kann gar nicht die Rede sein, weil es nämlich nur „plain and vanilla penetration sex“ mit einem 12-Jährigen und einem 13-Jährigen war. Nur sechs Minuten lang erzwang Pell den Analverkehr, wie sein Verteidiger Robert Richter beschwichtigend erklärte.

Das wäre nun wirklich nur Blümchensex.   Wo ist also das Problem?  Und dafür sechs Jahre Haft? Für sechs Minuten? Ist ja unverschämt, tobt die gesamte austro-amerikanische konservative Medien- und Politlandschaft. (…..)

(Rechtsextreme Toleranz, 13.03.2019)

Wie der arme Ratzinger, der arme Meisner und der arme Pell muss nun also auch Heldenkardinal Woelki unter den Anwürfen leiden. Und alles nur wegen Petites

Aber freundlich und entgegenkommend, wie seine Kölner Eminenz nun mal ist, entwickelte er ein vorbildliches Verfahren, um den angeblichen „Opfern“ gerecht zu werden.

[…] Eine Liste aus dem Jahr 2015 mit den Namen von Priestern, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, soll geschreddert worden sein, nachdem sie der Kölner Kardinal durchgesehen hatte. Das bestätigte das Erzbistum Köln am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur. […] "Herr Kardinal Woelki hat keine Erinnerung daran, welche Namen überhaupt auf der vor mehr als sieben Jahren eingesehenen Liste standen", schreibt das Erzbistum. " [….]

(BR, 25.08.2022)

SO nämlich geht kirchliche Missbrauchsaufklärung: Täter-Liste schreddern, alle Namen vergessen, fertig! Nun haben die liederlichen Kritiker wirklich keinen Grund mehr, sich aufzuregen.

Sicherlich ist die Kirchenaustrittswelle damit nun endlich gestoppt.

Donnerstag, 25. August 2022

Tut Lindner unfreiwillig etwas Gutes?

Das Dienstwagenprivileg ist natürlich nichts anderes als eine zig Milliarden schwere Quersubvention an die deutschen Luxuskarossen-Hersteller. Genau deswegen spenden die Familien Porsche und Quandt so zuverlässig Millionen an (vornehmlich) CDU, FDP und CSU, so daß C-Partei-Minister eigentlich kaum ihre Tätigkeit verändern, wenn sie statt als heimliche BMW-, Audi- und Mercedes-Lobbyisten im Regierungsamt, nahtlos zu 100%-Lobbyisten werden: Matthias Wissmann, Hildegard Müller, Eckart von Klaeden.
Diese Toplobbyisten sind wertvoll für die Konzerne, die schließlich ihren Däumchen-drehenden Anteilseignern Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëch (OK, der hat 2019 den Löffel abgegeben) Stefan Quandt oder Susanne Klatten jedes Jahr Milliarden Euro Dividenden als Belohnung für das Reich-Sein an sich auszahlen. Denn wann immer die EU droht, die Gewinne zu schmälern, indem sie den tonnenschweren deutschen CO2-Schleudern mit Klima-Abgaben drohen, greifen Klaeden, Müller, Wissmann zum Handy, auf dem sie Angela Merkel auf Kurzwahl haben, die sofort untertänig losspurtet, um in Brüssel den Klimaschutz zu bekämpfen.

Wer sich in einer normalen Hamburger Wohngegend (kein Problemstadtteil, aber auch keine Villengegend) umsieht, merkt es gar nicht, weil man dran gewöhnt ist. Dazu muss man erst Besuch aus dem Ausland haben, der einen drauf anspricht: Wieso stehen da eigentlich Oberklassewagen Stoßstange an Stoßstange? Volvos, Audis, BMWs, Teslas, Mercedesse, SUVs, Caymans. Die Dinger sind verdammt teuer. Der einfachste VW-Touareg kostet neu 69.000 Euro. Wieso haben all diese normalen Leute Autos, die 50.000, 60.000, 70.000 oder 80.000 Euro kosten?

Die Antwort: Das sind zum großen Teil Firmenwagen. 5,15 Millionen Autos in Deutschland haben einen gewerblichen Halter. Davon sind 85% Oberklasse, oder obere Mitteklasse-Wagen, die für einen Durchschnittsverdiener unerschwinglich sind. Mit dem Dienstwagenprivileg finanzieren all die, die sich selbst keine Luxuskarosse leisten können, eben jene Karren für die Topverdiener. Es ist eine gewaltige von unten-nach-oben-Schaufelei, die nicht nur zutiefst ungerecht ist, die Reichen reicher und die Armen ärmer macht, sondern es ist auch eine Klimapest, denn je schwerer und größer das Auto, desto höher der Verbrauch.

[….] Wer in die Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) schaut, stellt fest: Je teurer ein Auto, desto höher ist der Anteil der Firmenwagen. Bei den mehr als 2200 neu zugelassenen Oberklasse-Fahrzeugen im ersten Halbjahr dieses Jahres etwa wurden laut KBA mehr als 85 Prozent an gewerbliche Käufer ausgeliefert. In der Kompaktklasse waren es hingegen lediglich 68 Prozent, bei Kleinwagen rund 51 Prozent.  Kritik entzündet sich schon lange an der sogenannten Dienstwagenpauschale, den Steuerregeln für die private Nutzung von Dienstwagen. Anderen Fachleuten geht es aber auch um die generelle Möglichkeit für Unternehmen, den Kauf von Dienstwagen zu großen Teilen von der Steuer abzusetzen. Zu diesen Kritikern gehört etwa der Lobbyverband Deutsche Umwelthilfe (DUH). „Jedes Jahr erstattet der Staat Steuern in Milliardenhöhe für Dienstwagen, die zu einem ganz überwiegenden Teil besonders klimaschädlich sind“, sagt der DUH-Bundesvorsitzende Jürgen Resch. Wenn ein Unternehmen einen Dienstwagen kauft, kann es laut Bundesfinanzministerium zwischen 39 und 43 Prozent des Bruttolistenpreises vom Staat zurückbekommen. as ist aus Sicht vieler Fachleute nicht verwerflich, schließlich können Unternehmen alles mögliche von der Steuer absetzen. Doch eine Obergrenze bei Dienstwagen gibt es nicht. Bei einigen Fahrzeugen aus der DUH-Untersuchung zahlt der Staat laut Verband deutlich mehr als 100.000 Euro für ein einzelnes Dienstauto dazu.  [….]

(Mopo, 13.08.2022)

So viel Populismus muss sein: Ich hätte auch gern eine 100.000-Euro-Zuzahlung von Christian Lindner, wenn ich mein nächstes Auto kaufe,

Es ist eine schmutzige Mauschelei der Autokonzerne, Lobbyisten und konservativen Politiker zum gegenseitigen Nutzen auf Kosten der Allgemeinheit.

In Zeiten von Putin und Ukraine und Klimakrise, während Grüne und Sozi-Minister in der Regierung sitzen, gerät das Dienstwagenprivileg in Imageprobleme. Wie rechtfertigt man das, während man dem Volk einbläut, zu sparen? Wieso zahlt der Staat Milliarden, um schwere Wagen mit besonders hohem Abgasausstoß zu fördern? Hier wäre ein geschickter FDP-Finanzminister gefragt, der ein wenig auf diese Bedenken eingeht, aber den Geldstrom zu den Superreichen im Wesentlichen erhält.

Glücklicherweise ist Lindner aber leicht verblödet und geht die Sache derartig plump an, daß er das Thema Dienstwagenprivileg erst richtig bekannt macht und zusätzlich skandalisiert. Eine Mauschelei sollte unter dem Radar der der Öffentlichkeit ablaufen. Durch Lindners bizarre Porsche-Vorliebe, seine Kontakte zu Porsche-Chef Blume, seine grotesken Sprüche von der „Gratismentalität“ beim Neun-Euroticket und der Klage über das angeblich „linke Framing“ gegen Dienstwagen, erweist er der Sache aber einen Bärendienst.

[….] Steuerexperten sprechen sich für Reform aus – FDP bleibt hart

Im Konflikt über Steuern für Dienstwagen verhärten sich zwischen Grünen und FDP die Fronten. Die Liberalen wehren sich weiter gegen eine Reform. Es handele sich nicht um ein Privileg, sondern um »Bürokratieentlastung«.   […]

(Spon, 25.08.2022)

Man fragt sich, wie dämlich die FDP-Ausreden noch werden können. Es erinnert an Volker Wissings Argument wider das Tempolimit, welches wegen des Schildermangels nicht umsetzbar sei.

So macht sich die FDP selbst immer unbeliebter.

[….]  Während im krisengeplagten Land immer mehr Menschen existenzielle Sorgen umtreiben, zieht Christian Lindner auch im Ministeramt eisenhart seine Linie durch: Lobbyarbeit für Wohlhabende. Wer 9-Euro-Tickets will, hängt laut Lindner der „Gratismentalität“ an. Wer hingegen das Dienstwagenprivileg kritisiert, betreibe „linkes Framing“, also eine Art Propaganda, die er so beschreibt: „Reiche. Haben einen Dienstwagen. Ein Privileg, kriegen noch Geld vom Staat. Dienstwagenprivileg. Damit sie im Bauch schon das Gefühl haben, oh, da kann was nicht mit rechten Dingen zugehen“ [….] Wo wir verantwortungsvolle und weitsichtige Politik bräuchten, reagiert Lindner kleingeistig und rückwärtsgewandt. Das ist nicht liberal, sondern ein Trauerspiel.“ [….]
(MoPo, 24.08.2022)

Mittwoch, 24. August 2022

Unendliche Doofheit.

Der kriminellste Ex-Präsident aller Zeiten arbeitet hart dafür, um ein 330-Millionenvolk in einen gewaltigen Bürgerkrieg zu zerren. Sein Sadismus ist genauso grenzenlos wie seine Selbstverliebtheit und seine Geldgier.

Um Steuern zu sparen, verscharrte er gar seine Ex-Frau Ivana auf seinem Bedminster-Golfplatz.

Ein singulärer debiler Massenmörder-Psychopath mit Zimmertemperatur-IQ ist für die Gesellschaft aushaltbar.

Aber in den USA sind weite Teile der Bevölkerung so sagenhaft verblödet, daß sie ausgerechnet diesen Irren als ihren Messias betrachten und ihn rund um die Uhr mit Geld zuschaufeln.

 Seine Jünger

Über eine Million Dollar nimmt Trump täglich durch Kleinspenden seiner fanatisierten Red Necks ein. Aber auch die Reichen und Superreichen zücken sechs-, sieben- und achtstelligen Summen, um ihrem orangen Gott den Hintern küssen zu dürfen.

[….] Donald Trump’s super PAC is hosting a candlelight dinner with the former president at one of his New Jersey golf courses next month, according to an invitation obtained by Forbes. The price to attend: $100,000 per person.  The event will raise funds for Make America Great Again, Again!, which in turn will presumably pay Trump National Golf Club Bedminster for hosting the event. Donald Trump owns 100% of the club, according to his 2021 financial disclosure.  The $100,000 ticket comes with a photo alongside the 45th president—and perhaps an opportunity to pay even more: “Private golf opportunities with President Donald J. Trump also available upon request,” the invitation says. Such events have been lucrative for Trump in the past. By hosting them at his own properties, he can collect big hauls for his political groups and decent slices for his private business.     [….]

(Forbes, 23.08.2022)

Es ist der totale moralische Zusammenbruch der Finanzelite, der sich hier zeigt. Entweder sie unterstützen damit die rassistische, staatszersetzende, homophobe, demokratiefeindliche, frauenverachtende, umweltzerstörende, gewalttätige Politik Trumps. Oder aber sie sehen darüber hinweg, weil sie ebenso wie er von Geldgier zerfressen sind und in den vier Jahren seiner Präsidentschaft erlebten, wie Trump zuverlässig die Milliarden an das oberste 0,1% der Gesellschaft schaufelte.

Immerhin, Trump agiert inzwischen so ungeniert, daß er gar nicht erst so tut, als ob der Millionenregen für die Partei oder eine bestimmte Politik bestimmt wäre. Nein, er allein, Jabba, the Orange Hutt, bekommt das Geld.

"not autorized by any candidate or candidate’s committee”, meaning Trump just wants you to fund his extravagant criminal lifestyle because he believes that you owe it to him to give him the lifestyle he wants on your dime. And, no, it’s not tax-deductible either.

(Lisa, 24.08.2022)