Mittwoch, 16. Oktober 2019

Wenn wir den Kampf gegen rechts ernst nehmen…


Grundsätzlich finde ich Mannschaftssportarten abartiger als Individualsport, da immer eine nationalistische Komponente hineinspielt.
Der Fan kann sich bei Dutzenden verschiedenen Mitspielern nicht nach Sympathie orientieren, sondern feuert entlang der Staatsbürgerschaft an.
Widerlich und unsportlich.
Fußball interessiert mich so wenig wie die meisten anderen Sportarten, ist mir aber unsympathischer als die meisten, da er das Mediengeschehen so sehr dominiert. Von internationalen Newssender, über soziale Medien und renommierte überregionale Zeitungen bis zum trashigen Lokalblatt  - keiner verzichtet darauf Fußballmeldungen an prominenter Stelle zu bringen.

Damit wird mustergültig die Unfähigkeit des Menschen zum Gutsein demonstriert.
Statt sich auf wesentliches wie den Welthunger, Kriege, Massenflucht, Trump, Brexit und Klimakatastrophe zu konzentrieren, verschwendet Homo Demens seine Ratio damit einem eher primitiven Ballspiel zu folgen.

(…..) Besonders ärgerlich ist es für mich als TV-Gebührenzahler auch noch mit dafür zu sorgen, daß hochkorrupte rechtslastige Krakenorganisationen wie die Fifa jedes Jahr Milliarden Euro einnehmen.
Ich will verdammt noch mal nicht solche Funktionäre wie Mayer-Vorfelder oder Blatter mitfinanzieren, nur weil ich einen Fernseher besitze.
Da Christoph Schwennicke im April 2013 Fußball so wunderbar charakterisiert hat, muß ich das in einzelnen nicht selbst formulieren, sondern schließe mich dem an und lese seine Suada noch einmal genüsslich…

 […] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links.
[…] Fußballgucken finde ich, ist Ödnis in Vollendung, die überflüssigste Sache der Welt. Dann doch lieber Minigolfspielen, oder Monopoly, und das ist schon ganz schön schlimm öde.
Wer meine, wie ich finde, einzig vertretbare Grundeinstellung zum Fußball hat, bekommt ganz viel Lebenszeit geschenkt. Ganze Wochenenden verplempern Fußballbegeisterte an diese ungemein primitive Sportart. Dekaden an sinnlos verbrachter Lebenszeit kommen da zusammen.
[…] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich. […]

Und gerade wenn man denkt, das Schlimmste sei vorbei, weil Deutschland das WM-Finale unter dem Böllergeknalle ganz Deutschlands gewonnen hat, schaltet man den Fernseher ein und schon wieder spielen Argentinien und Deutschland gegeneinander. (…..)

Da ich Laie bin, kann ich nicht selbst beurteilen, wieso ausgerechnet Fußball weltweit so viel populärer als Wasserball oder Polo ist, oder warum ausgerechnet die USA aus diesem Welttrend ausscheiden und sich stattdessen auf Base- und Basket- und Football konzentrieren.
Es gibt allerdings den Spruch von den „82 Millionen Bundestrainern“, der offenbar suggerieren soll Fußball wäre so primitiv, daß auch der Dümmste ohne irgendeine Vorbildung mitreden und „mitfiebern“ könne.
Das erscheint mir einleuchtend; schließlich ist Fußball sehr viel langsamer als die meisten anderen Ballsportarten; gewissermaßen eine vereinfachte Zeitlupenversion von Eishockey oder Handball. Zudem ist die Zählweise radikal primitiv; wer bis drei zählen kann, ist schon mit dabei. Kein Vergleich zu der Zählweise beim Tennis oder Basketball.

Fußball zieht daher solche Massen an, daß er sakrosankt wird. Keiner kann sich erlauben sich als Fußballbanause oder Desinteressierter zu outen.
Es gibt Menschen, die sich kein bißchen dafür interessieren, aber dennoch vor Schichtbeginn am Montagmorgen die Bundesligageschehnisse studieren, weil sie wissen es wird unter den Arbeitskollegen wieder tagesfüllendes Thema sein.
Wer nicht ausgegrenzt werden will, sollte sich mit den Grundbegriffen und wichtigsten Ergebnissen wappnen.

Nur die Macht der Masse erlaubt es dem Fußball weiterhin gesellschaftspolitisch hundert Jahre zurück zu hängen.
Frauen spielen de facto keine Rolle, es gibt nach wie vor weltweit keinen einzigen geouteten schwulen Spitzenspieler, weil das Fußballer-Milieu dumpf-intolerant ist, es wird dem Rassismus gefrönt und in jedem Stadion sind die Fanblocks von Nazis und Hooligans durchsetzt.

Während man nach den Morden und dem Anschlag auf die Synagoge in Halle wieder einmal „entschlossene Maßnahmen gegen rechts“ fordert, wird aber ein rechtspopulistischer Sumpf im Umfeld des Fußballs weiterhin geduldet.

Da darf man Schwule hassen, Schwarze mit Affenlauten diskriminieren, sexistisch rumgrölen, sich prügeln und natürlich auch antisemitisch poltern.

Klar, ab und an wird mal ein einzelner Spieler ausgeschlossen, der sich wie Daniel Frahn, der Kapitän des Chemnitzer FC für die „NS-Boys“ begeistert, oder wie der St. Paulianer Cenk Sahin, der sich angesichts des Völkermordes in Nordsyrien für den Völkermörder Erdogan engagiert, aber das sind natürlich nur Bauernopfer.
Kleine Symptome, die man schnell abstellen kann, damit die Diskussionen darüber erstickt werden, wieso eigentlich der Fußball weltweit so anziehend für Untermenschenideologien ist.

Es gibt gerade mal einen ernsthaften Film – „Mario“ - über einen schwulen Profifußballer, der aber von seinem Verein gezwungen wird die Peinlichkeit zu verschleiern und schließlich mit einer engagierten Alibifreundin nach Hamburg zieht, um beim FC St. Pauli als echter Hetero anzuheuern.
Der Regisseur hatte selbstverständlich so gut wie keine Möglichkeiten zur Recherche in der Szene.

[…..] Szene: Auf mich wirkt er tatsächlich sehr authentisch. Wie haben Sie recherchiert? Haben Sie mit betroffenen Spielern gesprochen?
Marcel Gisler: Nein, da herrscht ja eine große Mauer des Schweigens. Man kann nicht mit aktiv spielenden schwulen Profifußballern sprechen, weil die sich aus mir inzwischen nachvollziehbaren Gründen ja nicht zu erkennen geben. […..] Bislang war das Feedback aus Fuß­ballkreisen sehr spärlich, obwohl der Film bereits in mehreren Ländern im Kino lief. In der Schweiz kamen einige Funktionäre zu den Premieren in den jeweiligen Städten, aber von Spielern, auch von heterosexuellen, habe ich überhaupt nichts gehört, auch nicht, ob da intern irgendwie darüber geredet wird. Nur aus Deutschland habe ich inzwischen von einigen Insidern gehört, dass der Film innerhalb der Fußballszene sehr wohl bemerkt wird, allerdings in manchen Fällen nicht unbe­dingt auf positive Resonanz stößt. [….]

Wo die Spieler und Funktionäre schweigen, können die Fans ihren Schwulenhass laut und überdeutlich ausleben.
In Frankreich wird es gelegentlich so rabiat, daß Spiele unterbrochen werden müssen.
Aber selbstverständlich stellt niemand den Fußball, die offensichtliche Wurzel des Übels in Frage.

[….] Fußball in Frankreich:Homophob - oder einfach bloß dumm?
Homophobie auf den Rängen wird zum Problem in Frankreichs Fußball.
[….] Die größte Aufregung gab es um die Partie OGC Nizza gegen Olympique Marseille. Die Heimfans sangen "Die Marseiller sind Schwuchteln", was sich auf Französisch auch noch reimt, sowie einiges mehr. Dazu rollten sie auf der Tribüne Banner mit homophoben Beschimpfungen aus. In der 28. Minute unterbrach der Schiedsrichter die Begegnung deshalb und schickte die Spieler in die Kabine. Zuvor hatte er über den Stadionsprecher zwei Vorwarnungen an die Fans von Nizza richten lassen. Zwölf Minuten dauerte es, bis die Banner verschwunden und die diskriminierenden Gesänge verstummt waren. Das Spiel konnte weitergehen. Das war Ende August, und es ist nicht die einzige Spielunterbrechung wegen schwulenfeindlicher Fans in Frankreich: In der noch jungen Saison wurden schon sieben Spiele der ersten und zweiten Liga ausgesetzt. Auch in der deutschen Bundesliga treten homophobe Einstellungen immer wieder offen zutage - etwa, wenn Dortmund-Fans beim Revierderby Schalker Anhänger auf Bannern als Schwuchteln beschimpfen. Große Debatten darum bleiben bisher aber meist aus. [….]  Antoine Griezmann - der allerdings in der spanischen Liga beim FC Barcelona spielt - möchte sogar von sich aus auf Abfälligkeiten gegen Schwule reagieren: "Homophobie ist keine Meinung, sondern ein Vergehen. Wenn sich einer auf dem Platz schwulenfeindlich äußert, werde ich künftig mit dem Spielen aufhören", versprach Griezmann im Mai dem Schwulenmagazin Têtu.
Le Graët und einige Fan-Vereinigungen dagegen sehen das alles nicht so streng. Der 77-jährige FFF-Chef fürchtet die Stigmatisierung seines Sports: "Zu sagen, dass Fußball homophob ist und das einzige Symbol für Homophobie in Frankreich sein könnte, das akzeptiere ich nicht", sagt Le Graët. [….] Zusätzliche Brisanz erhält die Sache durch eine persönliche Fehde: Vor ein paar Monaten hatte sich Le Graët über Sportministerin Maracineanu mokiert, weil sie sich entsetzt gezeigt hatte über schwulenfeindliche Gesänge im Stadion. Maracineanu, eine Ex-Schwimmweltmeisterin, sei so etwas aus Schwimmbädern eben nicht gewohnt, ätzte Le Graët damals. Jetzt kontert sie. Le Graëts Position sei schlicht "falsch" und zeuge von "mangelhafter Vorbereitung", so die Ministerin. Im Klartext: Le Graët sei nicht auf der Höhe der Zeit. [….]

Wenn sich wie im Fußball schon menschenverachtenden Einstellungen wie Homophobie und Nationalismus treffen, sind die anderen ultrarechten Grundübel auch nicht weit.

Vor wenigen Tagen erlebte die englische Nationalmannschaft, deren Fans als besonders gewalttätige Proleten weltweit gefürchtet sind, in Bulgarien wie sich purer Rassismus anfühlt.

[…..] Rassismus im EM-Qualifikationsspiel England gegen Bulgarien
[….] Der englische Fußballverband FA fordert nach rassistischen Vorfällen beim EM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien Konsequenzen. [….] Die Partie war in der ersten Halbzeit zweimal wegen rassistischer Äußerungen von bulgarischen Fans unterbrochen worden. [….] Chelsea-Angreifer Tammy Abraham hatte vor der Begegnung angekündigt, dass das Team den Rasen bei rassistischen Vorfällen verlassen werde. Das taten sie nun aber nicht. [….] In einem Video, das bei Twitter veröffentlicht wurde, sieht man, wie Southgate während des Spiels den Vierten Offiziellen auf die Affenlaute von den Tribünen gegen seinen Spieler Tyrone Mings hinweist. Und man erkennt Fans, die den Hitlergruß zeigen. [….] Bereits in den Spielen gegen den Kosovo und Tschechien waren die bulgarischen Zuschauer durch rassistischen Anfeindungen aufgefallen. Deswegen blieben gegen England Teile der Tribüne geschlossen. [….]

Rasender Menschenhass, Myriadenfacher Rassismus. Konsequenzen de facto keine. Es wird weiter Fußball gespielt.
Die Klammer, die aber alle Fußballfans zusammenhält ist der Antisemitismus, der allgegenwärtig ist.

[….]  Antisemitismus: "Jude ist die größte Beleidigung im Fußball"
Nur in Stadien ist es großen Gruppen möglich, antisemitisch zu brüllen. Der Forscher Florian Schubert hat viele Entschuldigungstaktiken gefunden. Und zögerliche Verbände.


[….] ZEIT ONLINE: Herr Schubert, Sie haben in Deutschland einen Fußballantisemitismus diagnostiziert. Was ist das?
Florian Schubert: Es gibt kaum jüdische Profis, keine jüdischen Vereine in den obersten Ligen, aber es kommt vor, dass hunderte oder gar mehr Fans zusammen "Judenverein" brüllen. Das geschieht sonst nirgends, noch nicht mal auf Neonazidemos. Das gibt es nur im Fußball.
ZEIT ONLINE: Haben Sie dafür eine Erklärung?
Schubert: Ich sehe mehrere: Die meisten Fans fühlen sich nicht angesprochen, dementsprechend werden antisemitische Rufe oft nicht verurteilt. Die umstehenden reagieren nicht. Das Phänomen bleibt bestehen. [….]  Erstaunlich finde ich, dass sich auch Fanszenen beteiligen, die ein rechtes Image von sich weisen. Ich glaube, das liegt daran, dass Antisemitismus die stärkste Ausdrucksform ist, um den Gegner zu erniedrigen. 2005 malten Cottbuser Fans beim Spiel gegen Dynamo Dresden ein Transparent, auf dem stand: "Juden", das "d" war dem Dynamo-Wappen nachempfunden. Es war die Reaktion der Cottbuser Fans auf das Hinspiel, bei dem die Dresdner die Cottbuser "Zigeuner" nannten. Die Cottbuser mussten in ihrer Fanlogik nachlegen und haben den Begriff gewählt, von dem sie denken, dass er noch abwertender ist. Das wurde mir in meinen Interviews immer wieder bestätigt: "Jude" ist die höchstmögliche Abwertung im Fußball. [….]

Statt die „Gamerszene zu beobachten“ sollte Bundeshorstminister Seehofer als Sofortmaßnahme nach den weltweit für Empörung sorgenden Taten von Halle, lieber ein generelles Fußball-Verbot aussprechen, um den Sumpf trocken zu legen.

Dienstag, 15. Oktober 2019

Amok auf der 5th Avenue.


Sich immer noch den Gedanken zu erlauben „JETZT ist Trump aber wirklich zu weit gegangen; das werden seine Anhänger ihm nicht verzeihen“ ist lächerlich.
Jeder einzelne Tag der letzten drei Jahre würde bei jedem anderen US-Präsidenten einen derartigen Mega-Shitstorm generieren, daß nur der Rücktritt bliebe.
13.400 Lügen im Amt haben seriöse Factchecker inzwischen gezählt.
Noch Fragen?


Seine Anhänger stört diese radikale Unehrlichkeit gar nicht. Sie jubeln ihm begeistert zu, wenn er als Präsident der Nation der political correctness, die jeden Nippel zensiert und jedes „fuck“ wegbeept, sich in drastischen Vulgaritäten ergeht. Bidens einzige Qualifikation? Obamas Arsch zu küssen.


Trump kann sich alles erlauben. Lügen, Betrügen, Prahlen, sexuelle Übergriffe, kriminelle Machenschaften, Verrat.
Na und? Er ist eben ein ganz anderer Typ Präsident, kein Politiker. So lachen sich seine rassistischen Proleten ihren Helden schön.
Trumps Fans sind die Sorte  des allerletzten menschlichen Abschaums, die sich an solchen Videos ergötzen.


Nun beginnt aber ein Impeachmentverfahren und während es schon allein deswegen zunehmend bizarr wird, weil nicht nur alle Trump-Berater und Vertraute kriminell sind, sondern auch seine Anwälte, bricht er ganz nebenbei einen weiteren derart schlimmen Skandal vom Zaun, daß sogar Republikaner schäumen.



 
Trump als Retter des IS und größter Arschküsser Putins und Erdogans gibt die Kurden zum Abschuss frei, löst augenblicklich eine gewaltige neue Flüchtlingswelle aus und sorgt gewissermaßen persönlich dafür, daß die inhaftierten IS-Kämpfer alle freigelassen werden, bzw entkommen können.



Die internationale Presse ist viel Kummer gewohnt mit dem lobotomierten Orangen-Nero, aber nun bemühen sie Superlative.

[….] Ja zu Nordsyrien-Offensive - Vielleicht Trumps dümmste Entscheidung
[….] In einem Telefonat gab US-Präsident Donald Trump seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan "grünes Licht" für die Invasion in Nordsyrien - "grünes Licht" für den Kampf gegen die "Syrischen Demokratischen Kräfte", kurz SDF.
In denen will Erdogan nichts anderes sehen als einen verlängerten Arm der als Terrororganisation eingestuften und deshalb verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. In dem Telefonat fällte Trump eine der dümmsten Entscheidungen seiner Amtszeit als US-Präsident. Vielleicht die dümmste Entscheidung überhaupt.   


Die verheerenden Konsequenzen belegen es: 200.000 Menschen sind auf der Flucht - vor den Türken und ihren bewaffneten Helfern. Bluthunde! Dutzende Zivilisten kamen durch das türkische Bombardement um oder wurden ermordet. 800 Mitglieder der Terrormiliz IS konnten aus einem Gefangenenlager ausbrechen.
Was aus den anderen annähernd 100.000 IS-Gefangenen der SDF wird, wird sich zeigen. Fest steht: Der IS kann sich in der völlig unübersichtlichen Situation in Nordsyrien neu formieren. Und ein Wiedererstarken des IS ist eine Gefahr für jeden auf der Welt - für Syrer, Iraker, Deutsche, Amerikaner ...
Dummheit gepaart mit Verrat: Die SDF haben Tausende Männer und Frauen im Kampf gegen den IS verloren. Nach eigenen Angaben 11.000. Sie haben sich für den Rest der Welt die Hände schmutzig gemacht; Auge in Auge gegen die Terroristen gekämpft. [….]



Selbst den notorisch korrupten und verlogenen Kongress-GOPer geraten in größte Schwierigkeiten diesen brutalen, schädlichen und schändlichen Unsinn noch zu rechtfertigen.
Trumps Nordsyrien-Move ist eben keine politische Frage mehr, die man von verschiedenen Seiten aus betrachten könnte, sondern so eindeutig falsch und extrem gegen die Interessen der USA, daß er sofort weltweit Konsequenzen hat.


Hat er es nun vielleicht doch geschafft sich so ins Knie zu schießen, daß sich sogar seine garantiert testikelfreien Republikaner gegen ihn wenden?

[…..] Mit dem Truppenabzug aus Nordsyrien hat Donald Trump eine geopolitische Krise und humanitäre Katastrophe ausgelöst. Weil der US-Präsident lieber auf sein "Bauchgefühl" hört als auf Berater.
Donald Trump liebt das Chaos. Der US-Präsident widerspricht sich andauernd, er ändert seine Meinung im Stundentakt, er lässt die Öffentlichkeit seinem nächsten Tweet entgegenbangen. […..]  Jetzt hat Trumps notorisches Bauchgefühl eine geopolitische und humanitäre Katastrophe ausgelöst. […..]  


Und die Katastrophe hat erst begonnen:
Hunderte IS-Angehörige verschwanden bereits aus Haftlagern, von Russland gestützte Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad drängen ins Vakuum, eine neue Flüchtlingskrise bahnt sich an. […..]
Das Ansehen der USA, ihre Verlässlichkeit als Bündnis- und Verhandlungspartner, ist weltweit und auf lange Sicht beschädigt. Gestärkt sind Russland, Iran, Syrien und der IS, den Trump "von den Toten wiedererweckt hat", so ein US-Kommentator.
[…..] "Jeder, der Syrien helfen will, die Kurden zu beschützen, ist mir recht, ob Russland, China oder Napoleon Bonaparte", twitterte Trump am Montag unbeschwert. "Ich hoffe, sie schlagen sich toll, wir sind 7000 Meilen entfernt!" […..]

Montag, 14. Oktober 2019

Rechte Reflexe


Kaum etwas hat der CDU so sehr bei Wahlen geholfen wie das immer wieder von Medien papageisch nachgeplapperte Mantra von der „Sozialdemokratisierung der CDU“.
Es gäbe kaum noch Unterschiede zur SPD; daher regiere Kanzlerin Merkel auch am liebsten mit den Sozis.

Tatsächlich haben die drei Grokos Vorteile im Vergleich mit der den schwarzgelben Jahren (2009-2013). Das liegt aber nicht an größerer inhaltlicher Übereinstimmung mit der SPD, sondern daran, daß die FDP so extrem unprofessionell, unvorbereitet und unverlässlich agierte. Sie war ein reiner Spielball ihrer Finanziers, reagierte ohne Konzepte, zankte sich mit der CSU.
Außerdem war die Mehrheit, insbesondere im Bundesrat mit der SPD größer.
Staatspolitisch ist es also vorteilhaft für Merkel mit der SPD und ihren hochqualifizierten, verlässlichen Ministern zu regieren – auch wenn die inhaltlichen Unterschiede gewaltig sind. Die SPD will ein völlig anderes Gesundheitssystem, fordert andere Drogen-Politik, steht bei Ehe-, Staatsbürgerschafts- und Mietrecht konträr zu Union.
Die SPD steht für ein ganz anderes Unternehmenssteuersystem, möchte Vermögenssteuern einführen, Erbschaftssteuern erhöhen, Sozialleistungen ausbauen. Sogar in der Europa-Politik gibt es drastische Unterschiede. Stichworte Macron und EU-Reform. Die SPD-EU-Abgeordneten stimmten nicht für die deutsche Kommissionspräsidentin von der Leyen, verlangen eine Abkehr von der radikalen Austeritätspolitik und deutlich restriktivere Rüstungspolitik.
Es gibt kaum noch Politikbereiche, die zwischen SPD und Union nicht heftig umstritten sind. Paradoxerweise verabscheuen die Wähler genau diesen Streit innerhalb der Groko und beklagen gleichzeitig den Mangel an Streit, weil es gar keine Unterschiede mehr zwischen CDU und SPD gäbe. Was für ein Unsinn. Es gibt keine Sozialdemokratisierung der CDU.

Ich halte das für fahrlässig, falsch und für eine enorme Wahlkampfhilfe für die AfD.
Gauland muss sich nur genüsslich zurücklehnen und die Konservativen einsammeln, wenn sogar prominente Bewerber um den CDU-Bundesvorsitz dieses Sozialisierungs-Mantra nachplappern.

[….]  Friedrich Merz hat im Wettstreit um den CDU-Vorsitz vor einer Sozialdemokratisierung der Partei gewarnt. "Wir müssen doch nicht alle Positionen übernehmen, die die Sozialdemokraten richtig finden", sagte der frühere Unionsfraktionschef am Dienstag bei einer Regionalkonferenz seiner Partei in Böblingen.
Die Frage sei, ob die CDU auch in Zukunft eine liberale, konservative und auch sozialen Überzeugungen Platz gebende Partei sein wolle. Merz erhielt für seine Rede großen Applaus. Der langjährigen CDU-Vorsitzenden, Kanzlerin Angela Merkel, war vom konservativen Flügel wiederholt vorgeworfen worden, die Partei nach links gerückt zu haben.
Merz sagte, die CDU müsse offen zugeben, dass sie in den vergangenen Jahren "unbequeme Fragen" der Gesellschaft nicht mehr im ausreichenden Maß aufgenommen habe. Die CDU-Positionen seien nicht mehr deutlich genug gewesen. [….]

Der Multimillionär, Blackrock-Manager mit gleich zwei Privatflugzeugen, der Geringverdienern empfiehlt zur Vorsorge vor der Altersarmut in Aktien zu investieren, ist hier wie so oft völlig auf dem Holzweg.
Sein fortgesetztes Irrlichtern ist fatal für seine Partei, aber insbesondere auch demokratieschädlich, weil es zu Wahl-Apathie und Parteien-Verdrossenheit führt, sowieso die Rechtsextremen stärkt.

Linke Sozis oder Ex-Sozis auf der anderen Seite, die sich lautstark darüber beklagen Olaf Scholz betreibe die gleiche Politik wie Schäuble liegen natürlich genauso falsch und betreiben damit ebenfalls nur antidemokratische Wahlwerbung für die AfD.

Es ist richtig, in den 29 Jahren, die Frau Merkel nun Bundesministerin/Oppositionsführerin/Parteichefin/Kanzlerin ist, wurden einige Uralt-Positionen der CDU abgeräumt: Wehrpflicht, Atombegeisterung und Homohass zum Beispiel.

Aber es ist völlig absurd anzunehmen, mit einer anderen Parteiführung hätte sich die CDU in drei Dekaden keinen Millimeter bewegt.
Anders als Merz und Gauland, Spahn und Meuthen, Maaßen und Otte, Pantel und Bosbach suggerieren, wäre die CDU mit Positionen der 1980er Jahre heute vollkommen unwählbar und marginalisiert.
Damals stand sie für Strafbarkeit von Homosexualität, Abtreibungsverbot, die dienenden Rolle der Frau in der Ehe, bedingungslose Treue zur USA, Hass auf Russland, verwöhnte Alt-Nazis auf Vertriebenen-Tagungen und hielt jeden Gedanken an Umweltschutz für gemeingefährlich.
Die CDU hatte großes Glück, daß die Wähler in den 29 Jahren Merkel die vergleichsweise wenigen Änderungen der Programmatik immerhin glaubten, so daß auch urbane Menschen CDU wählten.
Außerdem hatte die CDU das Glück, daß durch Merkels große Wahlerfolge, ihren kontinuierlichen Machterhalt die innerparteilichen Kritiker von vorgestern verstummten.

In Wahrheit sind CDU-Basis und JU nämlich noch deutlich rechtsgerichteter als die ohnehin schon schwer mit der SPD kämpfenden CDU-Parlamentarier.
Sie hassen Ausländer, wollen zum Hitlerischen Blutrecht bei Staatsbürgerschaftsfragen zurück. Klimawandelleugner werden als Referenten in die CDU-Fraktion eingeladen, die Drogenpolitik ist ein steinzeitlicher Strafrechtsansatz, der seit Jahrzehnten gescheitert ist.
Sie weigern sich etwas gegen Steuerflucht zu unternehmen und blockieren bis heute effektive Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Da Annegret Kramp-Karrenbauer sehr viel erfolgloser als Merkel ist, bekommt sie diese unangenehmen Strömungen aus dem letzten Jahrhundert direkt ins Gesicht.
Dabei ist sie selbst eine stramme Katholikin, die gegen die Gleichberechtigung von Homosexuellen agitiert, ätzende Witze über Minderheiten reißt und sich nun auch noch als Anhängerin soldatischer und nationaler Symbole inszeniert.
Aber selbst diese konservative Katholikin von gestern ist der Basis noch nicht AeffDeisch genug.

 [….] Das, was Annegret Kramp-Karrenbauer in Saarbrücken zu bewältigen hatte, war ein besonders anstrengender Hindernislauf. Und weil die CDU-Vorsitzende angestrebt haben wird, danach endlich mal wieder so richtig gut dazustehen, muss sie erkennen: Ziel verfehlt.
[….] Sehr viele Junge in der Union trauen ihr nicht zu, CDU und CSU erfolgreich in den nächsten Bundestagswahlkampf zu führen.
Da ist außerdem der Jubel der JU für Friedrich Merz. [….]  Gerade in der zunehmend konservativen JU trauern ihm bis heute etliche Anhänger nach. Und so beklatschte der Nachwuchs ihn in Saarbrücken frenetisch - wohl wissend, dass auch das als Kritik an der Parteichefin verstanden werden muss, zumal Merz bei allen möglichen Gelegenheiten gegen sie stichelt. [….]

Nein, diese CDU ist genauso wenig soizialdemokratisiert, wie die SPD christdemokratisiert ist.
Immer mehr ostdeutschen CDU-Größen wollen mit der AfD kooperieren, in 18 Kommunen gibt es bereits CDU-AfD-Kooperationen.


[….] Grünen-Stadtrat Martin Oehmichen ist empört: "Zwischen der CDU und der flüchtlingsfeindlichen, völkischen und tendenziell rassistischen Partei AfD bestehen in Radebeul kaum Berührungsängste", sagt er dem Tagesspiegel. Bereits zur konstituierenden Stadtratssitzung nach der Kommunalwahl im Frühjahr habe die CDU ohne Not der AfD die Zusammenarbeit angeboten. "Ohne Rücksicht auf Verluste arbeitet der blau-schwarze Haufen zusammen", sagt Oehmichen: "Es ist einfach nur gruselig."
Ein AfD-Mann lobt die "konspirative" Zusammenarbeit.
Radebeul - ein Beispiel unter Dutzenden. Das Portal "Endstation Rechts" listete zahlreiche weitere Fälle von Kooperationen auf: Chemnitz, Pirna, den Kreisrat von Mittelsachsen. In Chemnitz wurde um die Besetzung des Jugendhilfeausschusses gestritten. Vertreter von freien Trägern oder Wohlfahrtsverbänden, die mitunter bereits in dem Gremium saßen, gingen leer aus. Das galt als Erfolg der CDU, die aus den Reihen von FDP, AfD und der rechtsextremen Lokalpartei "Pro Chemnitz" unterstützt wurde. [….]

Es ist vollkommen absurd Angela Merkel für die Einführung der „Ehe für alle“ in Deutschland zu feiern, so wie das in den USA geschah.
Zwei Männer können nicht wegen, sondern trotz Angela Merkel heiraten.
Merkel stimmten immer dagegen; genau wie ihre Nachfolgerin im CDU-Parteivorsitz.
Möglicherweise war Merkel dennoch froh das Thema los zu sein, weil sie befürchtete, eine weitere Ablehnung schade ihrer Partei bei den Städtern.

Aber wenn es nach dem Parteivolk der Christenunion geht, sollte man das Rad wieder zurückdrehen.
Sowohl die CDU-Bildungs- wie auch die CDU-Verteidigungsministerin hetzen immer noch gegen gleichgeschlechtliche Paare; diese würden Kinder schaden, die bei ihnen aufwüchsen.
Echte Homohasser haben immer noch ihre Heimat in der C-Partei der AKK.

[….] Homohasser sitzt für CDU im Chemnitzer Stadtrat
Der CDU-Politiker Kai Hähner bezeichnete Schwule und Lesben als "abnormal" und behauptete, der CSD verleite Kinder zur Homosexualität – nun gelang ihm der Einzug ins Stadtparlament.
[….] "Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe", schrieb der sächsische Christdemokrat wörtlich (queer.de berichtete). Weiter hieß es in der Reaktion auf ein Radiointerview mit einem Mitglied des CSD-Vereins: "Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zuschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität inzwischen als 'trendy'. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase befinden." Schließlich drohte Hähner: Sollten bereits Kinder mit dem Thema Homosexualität in Berührung kommen, wolle er "der erste sein, der die Verantwortlichen dafür vor Gericht bringt".
[….] Für seine Entgleisung aus dem Jahr 2010 hat sich der Kommunalpolitiker bis heute nicht entschuldigt. Gegenüber dpa gab sich Kai Hähner damals lediglich "überrascht, was das für Wellen geschlagen hat". [….] Auch neun Jahre später zeigt er wenig Reue. "Ich habe ein anderes Familienbild", erklärte der neue Stadtrat am Samstag gegenüber dem Boulevardblatt "Morgenpost". [….]