Samstag, 27. August 2016

Putins Penis



Donald Trump konnte bisher nur sagen, daß er Amerika „great again“ machen will. Dann würden alle Amerikaner reicher und zwar viel, viel reicher werden und außerdem völlig sicher leben.
Wie er das machen will, konnte Trump bisher nicht sagen, denn er war mit Wichtigerem beschäftigt.
Zum Beispiel mußte der die Nation über die Größe seiner Genitalien aufklären.

Donald Trump assured American voters Thursday night that despite what Marco Rubio had suggested, there was "no problem" with the size of his hands -- or anything else. "Look at those hands, are they small hands?" the front-runner for the GOP presidential nomination said, raising them for viewers to see. "And, he referred to my hands -- 'if they're small, something else must be small.' I guarantee you there's no problem. I guarantee."
Rubio in recent days revived a decades-old old insult, mocking Trump for having relatively slight hands. [….]

Die verdammten linke Ökos und Homoperversen scheinen Trump unerklärlicherweise nicht zu glauben, daß er einen ordentlichen Johnny zwischen den Beinen hat.


Sie stellen unfreundliche Schrumpf-Phallus-Skulpturen her.


Offenbar gibt es Grund für diese Vermutungen.


Schon das seriöse Recherchepool „The Onion“ hatte im Jahr 2012 geleakt, wie unglücklich Trump mit seinen Schrumpelklöten und dem Mini-Cocktailwürstchen ist.

[….] At this point, Trump is purported to have released the heavily crinkled pouch and sighed deeply.
"What the hell happened?" said Trump, who appeared to receive no reassurance by swiveling and viewing his shrunken penis in profile. "It's just…dead." [….]

Trumps scrotum-struggle beschäftigt den hochverschuldeten Orangefarbigen offenbar seit Jahren so sehr, daß er alles versucht, um seine Malaise über zu kompensieren.

In Lichte dieser Angelegenheit wird auch verständlich wieso er Angela Merkel und Hillary Clinton so sehr verachtet – beide verfügen angeblich über gar keinen Penis.
Nicht mal den Allerwinzigsten.

Umso verständlicher wird Trumps Putin-Obsession.
Der russische Präsident hat bekanntlich einen enorm großen Penis.
Trump weiß das.



Sex zwischen Staatsoberhäuptern ist vermutlich keine reine Privatsache, aber es widerstrebt mir dennoch mich über Trumps Fellatio-Künste zu äußern.

Vermutlich ist es aber besser den russischen Präsidenten gelegentlich oral zu befriedigen, als ihn wie in den Jahren zuvor immer nur auszuschließen und zu verunglimpfen.

Die gegenwärtige Zusammenarbeit Lawrow-Kerry zeigt klar, daß einige der ganz großen Krisen der Welt nur zu lösen sind, wenn sich die beiden ganz großen Player, Russland und Amerika, an einen Tisch setzen.
Barack Obama kann seine Antipathie gegenüber Putin kaum unterdrücken. Er mag den Russen wirklich nicht und zeigt ihm seit Jahren die kalte Schulter.
Politisch ist das nicht sinnvoll, weil es keine Rolle spielt, ob man Putin sympathisch findet oder nicht.
Er ist der Präsident, er ist mächtig und ohne ihn geht es nicht.
Man muß sich ihm ja nicht zu Füßen werfen wie es Angela Merkel gegenüber Erdogan tut, aber mal schnell einen blasen?



Why not; wenn Trump drauf steht…


Freitag, 26. August 2016

Winwin-Situation in Syrien



Im April 2016 wollte es die Linke ganz genau wissen und stellte eine detaillierte Anfrage zu Waffenexporten und zur sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mit der Türkei.
Die GroKo ließ sich nicht lumpen und antwortete am 30.05.2016 klar.

[…..] Als NATO-Bündnispartner leistet die Türkei in enger Nachbarschaft zu den Konfliktregionen des Nahen  und  Mittleren  Osten  einen  substanziellen  Beitrag  zur  bündnisgemeinsamen Verteidigung. Darüber hinaus ist die Türkei ein wichtiger Partner Deutschlands in Bereichen wie der Terrorismusbekämpfung und der kontrollierten Migration. Insofern hat die Bundesregierung Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit der Türkei auf oben genannten Feldern und geht davon aus, dass dies die rechtsstaatliche und demokratische Entwicklung des Landes grundsätzlich befördert. [….]

Ja, man werde weiterhin Waffen an den NATO-Partner liefern, so wie auch schon in den zehn Jahren zuvor laut der CAAT-Datenbank für über zwei Milliarden Euro deutsche Waffen in die Türkei geliefert wurden. Sprengkörper für 120,5 Mio, Munition für 76,8 Mio oder auch Kleinwaffen für 25 Mio gingen an Erdogans Armee.

Jahrelang hatte die Türkei dem Treiben des IS zugesehen, sogar verletzte IS-Kämpfer über die Grenze gelassen.
Der IS metzelte schließlich die kurdischen Peschmerga nieder und den Friedensprozess mit den Kurden hatte Erdogan im Juni 2015 einseitig aufgekündigt.

Daß kurdische Abgeordnete in das türkische Parlament gewählt wurden, kann der Präsident nicht ertragen.

[…..] Der Rubikon ist überschritten – das ist die Schlussfolgerung vieler Beobachter in der Türkei nach dem Parlamentsvotum für die Strafverfolgung der Abgeordneten aus der Kurdenpartei HDP. „Im türkischen Parlament gibt es keinen Platz für jene, die eine kurdische Identität vertreten“, bilanzierte der Kolumnist Ergun Babahan am Samstag in der Zeitung „Ögür Düsünce“ resigniert. Gleichzeitig sieht sich Präsident Recep Tayyip Erdogan in seinem allumfassenden Machtanspruch gestärkt. Sein Ziel einer Präsidialherrschaft rückt näher. „Überall ist nur noch Dunkelheit“, schrieb Babahans Kollege Yalcin Dogan in einem Beitrag für die Online-Plattform T24. [….]

Nach dem Putschversuch stellten sich die türkischen Kurden hinter Erdogan, aber der reagierte nur mit noch brutalerer Härte gegen alle Kurden.

Da die kurdischen Peschmerga die einzige Kraft innerhalb Syriens und des Iraks sind, die sich gegen das Kalifat behaupten, die sogar die Myriaden unmittelbar vor der Abschlachtung stehenden Jesiden retteten, unterstützen sie westliche Länder mit Waffenlieferungen.
Vorn dabei unsere allseits beliebte Kriegsministerin und mögliche Merkel-Nachfolgerin Ursula von der Leyen.

Im Herbst 2014 hatte sie das erste mal rund 16.000 Maschinen- und Sturmgewehre samt Munition, panzerbrechende Lenkraketen und Handgranaten geliefert. Und sie legte nach.

[….] Im vergangenen Herbst gab es drei Lieferungen, in diesem Jahr bisher vier, die letzte im Juli. Unter anderem Panzerabwehrraketen, Handgranaten, Sturmgewehre und Maschinengewehre mit insgesamt mehr als 13 Millionen Schuss Munition. Gesamtwert etwa 60 Millionen Euro. [….]

Die Kurden im Nordirak erhalten weitere Waffen aus Deutschland für ihren Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Im zweiten Halbjahr sollen 200 Panzerabwehrraketen vom Typ "Milan", 4000 G36-Sturmgewehre, sechs Millionen Schuss Munition sowie fünf gepanzerte Fahrzeuge vom Typ "Dingo" geliefert werden.
[….]  Insgesamt umfassten die bisherigen Lieferungen 1800 Tonnen Waffen und Ausrüstung. Die Peschmerga haben vor allem an den "Milan"-Raketen großes Interesse, weil damit "fahrende Bomben" - mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge - abgeschossen werden können.

Großzügig beliefert Deutschland also Türken und Kurden mit Waffen.
Zwei Parteien, die nun erbittert gegeneinander Krieg führen.

[….] Der offizielle Vorwand war natürlich, den IS zu bekämpfen. De facto ging es meines Erachtens nach aber vor allem darum, die syrischen Kurden zurückzudrängen. Die kurdischen Verbände in Nordsyrien hatten es in den vergangenen Wochen geschafft, durch die Eroberung der Stadt Manbidsch ihr Machtgebiet nach Westen auszudehnen. Aus türkischer Sicht ist das Problem dabei, dass die Kurden mit der Einnahme von Dscharablus ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet direkt südlich der türkischen Grenze aufbauen - und das wollte Ankara nicht akzeptieren. [….]

HURRA - Deutsche Rüstungspolitik im Glück!
Erst rüstet Deutschland die türkische Armee auf, dann liefert Foto-Uschi Waffen direkt an die Peschmerga in Syrien und nun sehen wir zu wie sie sich mit den deutschen Waffen gegenseitig abknallen.

Da entsteht bald wieder Bedarf.

[….] Die Türkei hat offenbar begonnen, kurdische Stellungen in Syrien anzugreifen. Die Offensive soll andauern, bis sich die Kurden zurückziehen.
Die türkische Artillerie hat nach Berichten von türkischen Staatsmedien Stellungen der Kurden im Norden von Syrien bombardiert. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, begannen die Streitkräfte ihre Angriffe auf Kämpfer der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), nachdem Geheimdiensterkenntnisse gezeigt hätten, dass sie sich nicht wie angenommen zurückzogen.  Anadolu zitierte Vertreter aus Sicherheitskreisen mit den Worten, die Angriffe würden so lange andauern, bis die kurdischen Milizen ihren Vormarsch stoppten. Demnach nahmen PYD-Kräfte seit Mittwoch sieben Dörfer ein. [….]

Milliarden verdienen, indem man beide Kriegsparteien aufrüstet, ist moralisch so verwerflich, daß das eigentlich nur Ferengi als Geschäftsmodell praktizieren ohne rot zu werden.
Und eben Angela Merkels Regierung, die sich dabei auf ein bestimmtes Leitbild stützt.

Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit - das sind die Grundwerte der CDU, die sich aus dem christlichen Menschenbild ableiten. Sie sind auch Richtschnur meines Handelns. Der Mensch mit seiner unveräußerlichen Würde und Einzigartigkeit muss im Mittelpunkt der Politik stehen.

Merkel lehnt Homorechte ab, agitiert gegen PID, propagiert religiöse Kinderverstümmelung und verurteilt Sterbehilfe. Stets christlich argumentiert.

Donnerstag, 25. August 2016

Coole Briten.



Die britische Regierungschefin May urlaubt in der Schweiz. In London hält Boris Johnson die Stellung. Der Irre ist als ranghöchster Minister in charge.
May und ihre Leute lassen es ruhig angehen.
War da nicht was?

Ach ja, der Brexit. Das ist jetzt neun Wochen her und keiner der europafeindlichen Konservativen in der englischen Regierung hat die geringste Ahnung wie man den Austritt aus der EU bewerkstelligen soll.
Teresa May denkt gar nicht daran den Austrittsprozess nach Artikel 50 zu beginnen und läßt damit die EU-Größen Schulz und Juncker, die dies gefordert hatten mal wieder am ausgetreckten Arm verhungern.
Sicher ist nur eins: Die britische Wirtschaft trudelt bergab. Es wird nicht mehr investiert, die Immobilienpreise sinken, das Pfund verliert an Wert und insbesondere bei Londons Bankern geht die Angst um, weil eine Menge internationaler Geldinstitute das Land verlassen müssen, wenn England nicht mehr als Zugang zum EU-Finanzmarkt fungieren kann.
Mays Regierung ist auf Merkel-Kurs: Zaudern, zögern, Zeit lassen.
Das gefällt der rechtsradikalen Pest und der verlogenen Murdoch-Presse gar nicht. Sie machen umso stärker Stimmung gegen Ausländer.

Das englische Revolverblatt Daily Express nennt sich auf seiner Titelseite recht unbescheiden "Die beste Zeitung der Welt". Als solche sieht es seine vornehmliche Aufgabe darin, den unverzüglichen Austritt aus der EU zu fordern und Stimmung gegen in Großbritannien lebende EU-Bürger zu machen. Ende der vergangenen Woche verkündete der Express in großen Lettern, dass 2,2 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich arbeiteten, die vom europäischen Kontinent stammen. Diese Zahl sei "schockierend", befand das Blatt, und wies darauf hin, dass fast eine Million dieser Arbeiter aus "acht vormals kommunistischen Staaten" stamme.
Was das Blatt macht, ist offensichtlich: Es insinuiert, dass es schlecht ist, dass diese Menschen in Großbritannien leben, obwohl sie dort Steuern zahlen. Die Folge dieser Art von Berichterstattung ist unter anderem, dass fremdenfeindliche Übergriffe auf der Insel seit dem Votum gegen die EU-Mitgliedschaft laut Polizeiangaben um 57 Prozent zugenommen haben. […..]

Die Rechten fühlen sich stark. Endlich kann man die Ausländer alle rausschmeißen. Weg mit denen.
Vergessen wird dabei aber, daß auch mindestens 1,2 Millionen Briten in anderen EU-Ländern leben. Trumpsche Ausweisungsdelikte aus Großbritannien könnten die anderen EU-Länder also mit gleicher Münze heimzahlen.
Man muß also irgendwie einen Modus Vivendi finden und dabei sitzt die EU am längeren Hebel. Die EU kann zwar schlecht ohne GB, aber GB kann noch viel schlechter ohne die EU.
Nigel Farage, Freund der Rechtsradikalen in aller Welt, hatte sich direkt nach dem Austrittsreferendum vom 23.06.2016 abgesetzt. Die Suppe, die er einbrockte, mag er nicht auslöffeln.

 Was Farage jetzt macht?


Brüssel-hassende Torys hatten den Eindruck erweckt man könne ja einfach so am EU-Wirtschaftsraum teilnehmen, ohne EU-Mitglied zu sein. Die Segnungen Europas genießen, aber die Pflichten ablehnen. Vorbild Norwegen.
Dieser Plan wird aber nicht klappen, da mit Norwegen auch Niederlassungsfreiheit vereinbart wurde.
Norwegen muß zudem alle Zahlungen an Brüssel leisten, die es als EU-Mitglied auch beitragen müßte.
England könnte nach diesem Modell also bestenfalls erreichen genauso viel wie vorher an Brüssel zu zahlen, genauso viele EU-Ausländer aufnehmen zu müssen wie bisher, dafür aber alle Mitspracherechte verlieren.
Aber das ist Bestcase-Szenario.
Erforderlich ist dazu nicht nur das OK der EU, sondern auch ein einstimmiges Votum der anderen Efta- und EWR-Länder. Die denken aber gar nicht dran.
Würde nämlich England Teil des EWR, wären Norwegen, Island und Liechtenstein aufgrund des Einstimmigkeitsprinzips zukünftig immer auf Englands „Ja“ angewiesen und wie egoistisch die Londoner Regierung gegenüber den anderen Europäern denkt, wurde am 23.06.16 eindrucksvoll bewiesen. Wieso sollten sich die vier Kleinen das böse England ins Boot holen?

[….] Norwegen ist Mitglied in der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta), ebenso wie Island, Liechtenstein und die Schweiz. Aus der 1960 gegründeten Organisation waren im Lauf der Zeit sechs Mitglieder zur Europäischen Gemeinschaft gewechselt, Großbritannien 1973. Die verbliebenen Efta-Staaten wurden in den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) integriert, mit Ausnahme der Schweiz, die ihr Verhältnis zur EU in bilateralen Verträgen regelt. Norwegen zahlt Beiträge an die Union und setzt die meisten Brüsseler Entscheidungen in nationales Recht um: Auf norwegischen Zigarettenpackungen stehen die von Brüssel vorgegeben Warnungen, und das Land steht EU-Bürgern genauso offen wie jeder Mitgliedstaat. Nur mitentscheiden darf Norwegen nicht.
Der Gedanke, Großbritannien könnte in die Efta zurückkehren, stößt in Oslo auf gemischte Gefühle. "Es ist nicht sicher, dass es gut wäre, ein großes Land in eine solche Organisation zu lassen", sagte EU-Ministerin Elisabeth Vik Aspaker der norwegischen Tageszeitung Aftenposten. "Es würde die Balance verschieben, was nicht unbedingt in Norwegens Interesse ist." Über neue Mitglieder entscheidet die Efta einstimmig. Norwegen wäre es theoretisch möglich, einen Beitritt zu blockieren. [….]

In der Woche nach dem „Brexit-Votum“ lachte der Rest Europas über verblödete britische Wähler, die ein zweites Referendum verlangten, weil sie beim ersten mal gar nicht gewußt hätten worüber sie abstimmten.
Noch verdummter waren die britischen Jugendlichen, die wegen ihrer Vakuumköpfigkeit verschliefen überhaupt abzustimmen.
Wähler sind eben fast überall Idioten.

Erstaunlich ist aber im Fall Großbritanniens, daß auch die Toppolitiker, die für den Brexit warben, die auch jetzt dafür zuständig sind, nicht nur keine Idee haben wie das Vorhaben umgesetzt werden soll, sondern immer noch fehlinformiert sind.

Die Briten haben nicht einmal den Ansatz eines Planes für den Brexit
[….] Tatsächlich aber weiß niemand, was der Brexit bedeutet, und es wird immer deutlicher, dass die EU-Gegner nicht einmal den Ansatz eines Plans hatten, was im Falle eines Votums für den Austritt zu tun wäre. Der äußerst EU-kritische Brexit-Minister David Davis glaubte allen Ernstes eine Weile, man könne nach dem Austritt mit den meisten Staaten auf dem Kontinent bilaterale Handelsabkommen schließen. Er übersah, dass die meisten dieser Staaten solche Abkommen gemeinsam unterschreiben, als Block, weil sie in einer Organisation namens EU zusammengeschlossen sind. Hätte man Davis das in Ruhe erklärt, wer weiß: Vielleicht hätte er sich erkundigt, ob man diesem Block nicht beitreten könnte.
Die Austrittsverhandlungen beginnen erst, wenn die Briten Brüssel gemäß Artikel 50 des EU-Vertrags darüber informieren, dass sie die Union verlassen wollen. Da jedoch das Ausmaß der Planlosigkeit immer deutlicher wird, hat Theresa May kein Interesse daran, das allzu bald zu tun. Zum einen fehlt es an Verhandlern, zum anderen ist nicht klar, worüber im Detail verhandelt werden soll.
[….] Das Thema ist, gelinde gesagt, komplex, und viele EU-Gegner reagieren darauf mit Trotz. Teile der EU-kritischen Presse fordern, man solle einfach jetzt und sofort und ohne Verhandlungen austreten. Das könne ja wohl nicht so schwierig sein. Das ist in der Verkennung der Realität beinahe rührend dämlich, und es könnte auch ziemlich witzig sein, wenn es nicht diese Blätter gewesen wären, die in jahrelanger Hetze gegen die EU mit Lügen und Propaganda den Nährboden für den Austritt bereitet hätten.
Dass das Pfund gefallen ist, dass die Zentralbank aus Angst vor einer Rezession den Leitzins auf ein historisches Tief herabstufte und die Wachstumsprognose deutlich senkte, dass am Finanzplatz London die Stimmung beispiellos mies ist, ficht die EU-Gegner nicht an. [….]

Aufgrund der eigenen Totalinkompetenz bleibt den regierenden Torys nur das ewige Aussitzen.
Ausbaden müssen das Politversagen unter anderem die EU-Bürger in England, die aus Frust über den nichts durchgeführten Brexit zunehmende dem Hass des rechten Pöbels ausgesetzt sind.
Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon wird allerdings genauso wenig wie die Kollegen in Nordirland abwarten, sondern ihre Unabhängigkeitsbestrebungen weiter verfolgen.
Das hässliche Gesicht Englands erlebt sie deutlicher denn je.

[….] In Sturgeons Fragestunde meldete sich schließlich die Italienerin Caroline Magoha. Sie erzählte unter Tränen, dass sie seit dem Brexit-Votum auf halbgepackten Taschen sitze. Ihr Sohn sei in der Schule als Schmarotzer beschimpft worden. Vielen im Saal wurde in diesem Moment erst bewusst, was das Votum für den Brexit emotional für die im Land lebenden EU-Bürger bedeutet. Sturgeon sagte, dies breche ihr das Herz. [….]

Mittwoch, 24. August 2016

Frauenbilder.



Wenn sich ausgerechnet die CSU, die sich bis heute massiv gegen die rechtliche Gleichstellung von Schwulen wehrt, Toleranz gegenüber Homosexueller einfordert, weil sie damit ihre Islamophobie bedient, stinkt es.

Es stinkt, wenn ausgerechnet die Parteien des Bundestages, die sich bis heute hartnäckig gegen Frauenquoten und „equal pay“ sperren, nun mit Gesetzen auf die drei Burka-Trägerinnen Deutschlands reagieren.
Im Namen der Frauenrechte, ja ja.
Familien auseinanderreißen, indem der Familiennachzug verboten wird und Frauen in Mittelmeer ersaufen lassen stört nicht weiter, aber wehe eine von denen überlebt und trägt dann bei uns einen Niqab!


Jetzt ist das Hamburger Abendblatt, neues konservatives Flaggschiff der Funke-Mediengruppe total durchgedreht.
Back to the 1950s.

Mit der Bildunterschrift „Eine junge Frau liegt traurig im Bett und schaut auf eine Kerze (Symbolbild)“ illustriert es einen Artikel über den hohen Anteil von Singlehaushalten in Hamburg.

Klar, eine Frau, die keinen Mann abbekommt, hat ihren Lebenssinn verfehlt und muß daher in Depressionen versinken.

(HH Abla Bebilderung zum Thema Singles in Hamburg)
Das Abendblatt erklärt die Sinnlosigkeit eines Lebens ohne „einen starken Mann“ am Beispiel „Anna“.

Sie kam vor vier Jahren nach Hamburg, vor allem für einen neuen Job – aber auch mit der Hoffnung, hier den Mann fürs Leben zu finden. So viele Bars und Clubs, Musik- und Kulturevents, so viele Gelegenheiten – müsste da nicht früher oder später ein Typ auftauchen, der ihren Vorstellungen entspricht? Ein Gentleman alter Schule, respektvoll, mit beiden Beinen im Leben stehend, ein "starker Mann", wie sie sagt. Und müsste dann nicht früher oder später auch ihr das Glück widerfahren, dass es dann funkt zwischen ihr und einem solchen Mann?
Nun, nach mehr als einem Dutzend Dates, ist Anna ernüchtert. […..]
Das Statistikamt Nord beziffert die 2015 in Hamburg Alleinstehenden auf rund 560.000.
Aus Abendblatt-Perspektive ist das wie folgt zu deuten:
Zu den Alleinstehenden gehören bedauernswerte Witwen, die ihre Ehemänner verloren haben, unverheiratete Frauen, die darüber verzweifeln, daß sie noch keinen passenden Ernährer und Beschützer gefunden haben und schließlich auch männliche Singles, die sich amüsieren.
Klar, denn ein unverheirateter Mann ist glücklich allein und führt ein schönes Leben ohne Verantwortung übernehmen zu müssen.

Das Problem aus [Annas]  Sicht: "Seitdem ich in Hamburg bin, treffe ich vor allem Männer, die sehr unentschlossen sind und keine feste Bindung eingehen wollen. Die genießen ihre Freiheit." […..]

Frauen können sich natürlich nicht amüsieren und nicht ihre Freiheit genießen.

Wenn Frauen allein leben, womöglich sogar ein Kind erziehen, ist das für die hilflosen, dummen Dinger ein Trauma, das sie „bewältigen“ müssen.
Immerhin könnten sie dabei auf die schlimmen Erfahrungen ihrer Mütter zurückgreifen, die teilweise auch schon ohne die Befehle eines Familienoberhauptes auskommen mußten – das folgert Hasse aus den Erkenntnissen des Heidelberger Soziologen Jan Eckard.

Dass Frauen immer öfter ohne Partner leben, liegt dem Soziologen zufolge teilweise auch an der immer häufigeren Erfahrung, als Kind einer alleinerziehenden Mutter aufzuwachsen. Dabei könnten Frau die Bewältigungsstrategien ihrer allein lebenden Mütter lernen und seien deshalb gut auf ein Leben ohne Partner vorbereitet. [….]

Früher, in den guten alten Zeiten der 1950er Jahre, durften Frauen nicht ohne Zustimmung des Ehemannes arbeiten, kein Konto eröffnen und das Oberhaupt der Familie hatte bis in die 1990er Jahre das Recht sein Weib straflos zu vergewaltigen.
Da gab es noch keine Scheidungen, weil das schwache Geschlecht ohne Mann finanziell gar nicht überleben konnte. Alleinerziehenden wurden die Kinder weggenommen und zu Hunderttausenden in Kirchliche Heime gesteckt, um dort geschlagen und vergewaltigt zu werden.
Da blieben Frauen lieber bei ihrem Mann, der sie schlug und vergewaltigte.

Heute gibt es Sozialhilfen für Frauen, Frauenhäuser, Schläge und Vergewaltigungen werden gerichtlich geahndet, Frauen dürfen arbeiten was sie wollen und ihr eigenes Bankkonto haben.

Eine der daraus folgenden Konsequenzen ist die, daß frau eine miese Ehe nicht mehr weiterführen muß.
Eine andere Konsequenz ist der Abbau des Stigmas unverheiratet zu sein.
Frau und Mann müssen sich eigentlich nicht mehr dafür rechtfertigen, wenn nicht direkt nach der Schule heiraten, wenn sie gerne Single bleiben, oder wenn sie ganz andere Formen der Gemeinschaft finden.
Paare ziehen vielleicht unverheiratet Kinder groß, Liebende leben in verschiedenen Wohnungen, Singles erweitern ihre Freundeskreise zu dem was früher Familien waren. Der Vorteil ist, daß man seine Freunde aussuchen kann; die Familie nicht.
Es ist ein längst überholter Mythos, daß Singles verantwortungsloser wären.
Man kümmert sich gegenseitig.
Und jeder, der wie ich längere Zeit auf Palliativ- und Intensivstationen zu tun hatte, weiß daß Alte und Kranke am meisten von ihren unverheirateten Kindern und Freunden umsorgt werden, weil die Söhne und Töchter, die selbst fünf Blagen haben, ihren Fokus auf die eigene Brut richten.
Die Möglichkeit zu haben als Single zu leben, sich scheiden lassen zu können, einem persönlichen Lebensmodell zu frönen, ist eine ausgesprochen gute Sache.
Nur beim Abendblatt ist das noch nicht angekommen.