Freitag, 18. Juli 2014

Gute Neuigkeiten


Wie die meisten politisch Interessierten auf der ganzen Welt, verfolge ich gerade auch die PR-Schlacht um das über der Ostukraine abgeschossene Flugzeug.
Da ich aber auch noch keine Ahnung habe was wirklich passiert ist und nur mehr oder minder dreiste Versuche beobachte, wie jeder versucht die Toten auszunutzen, um den Gegner zu dämonisieren, will ich das Thema heute mal liegen lassen.


Ich erinnere lieber daran, daß der Opus Dei-Kardinal Woelki, also der stramm konservative Ziehsohn Kardinal Meisners, letzte Woche neuer Chef der zweitreichsten Erzdiözese Europas geworden ist.
Das ist ein Job, der auch unter Kardinälen beeindruckt.
Woelki ist somit nicht nur Kardinal und Erzbischof von Köln, sondern auch Metropolit der Kirchenprovinz Köln und somit der Vorgesetzte der Suffraganbistümer Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier.
Woelki, der noch nicht einmal auf der Dreier-Vorschlagsliste des Domkapitels stand, gebietet zukünftig auch über ein Milliardenvermögen.
Allein aus den sogenannten „Kirchensteuern“ fließt jährlich eine DREIVIERTELMILLIARDE EURO an den Kardinal.

Köln ist eine Geldmaschine. Wenn es ums Geld scheffeln geht, ist Kardinal Meisner alle Moral gleichgültig. Nur bei den Armen kürzt er kräftig.

Unter Erzbischof Joachim Meisner, der nun in Ruhestand geht, mehrte das Bistum Köln sein Vermögen mit fragwürdigen Investments. Bei den Bedürftigen wurde dafür gespart. […]
Er investiert das Geld des Erzbistums in VW, Daimler und BMW, da kann er sicher sein, dass das Geld für die Produktion von Autos ausgegeben wird, er kauft Telekom-Aktien und solche der Deutschen Post, auch dabei weiß man ziemlich genau, wohin das Geld fließt. Der Fondsmanager von Warburg steckt das Geld zudem in Pariser Flughäfen, in die Bierbrauerei Heineken und in McDonald’s. Den Flugverkehr, Bier und Burger unterstützen – vielleicht nicht gerade etwas, das man von einer Kirche erwartet. Noch weniger aber erwartet man von der katholischen Kirche, dass sie in Verhütungsmittel investiert. Im Gespräch über die Anlagepraxis der Kirche bekräftigt Schon: Der Beginn und das Ende des Lebens seien besonders wichtig.
Irgendwann zwischen April und August des letzten Jahres hatte der Fondsmanager 600 Aktien der Pharmafirma Novartis sowie 700 Aktien von Sanofi im Portfolio. Novartis lässt sein Tochterunternehmen Sandoz Antibabypillen herstellen – und hat mit NorLevo Uno auch eine "Pille danach" im Angebot. Und Sanofi vertreibt über das Tochterunternehmen Zentiva die Präparate BonaDea, Chloee, Juliane, MyWy, Seculact und Sidretella – also gleich sechs verschiedene Antibabypillen. […]

Offenbar hat hier jemand Geld, der es aber nicht als irgendwie dringlich ansieht etwas gegen den elendigen Hungertod von 20.000 – bis 30.000 Kindern JEDEN TAG zu unternehmen.



Allein das kleine Suffraganbistum Limburg mit meinem Lieblingsbischof TVE kommt schon fast an eine Bilanzsumme von einer Milliarde Euro.

Nach dem Finanzskandal um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst hat das Bistum Limburg sein Vermögen offengelegt. Die Bilanzsumme beträgt rund 909 Millionen Euro, wie die Diözese mitteilte. Mit 811 Millionen sei der größte Teil im Anlagevermögen gebunden, sagte Finanzdezernent Gordon Sobbeck laut Mitteilung. Dazu zählten unter anderem meist kirchlich genutzte Immobilien, Beteiligungen oder Fondsanteile. […]

Da wird man sich doch wohl noch ein Häuschen für 40 Millionen Euro bauen dürfen!

Natürlich bin ich froh über die Personalie Woelki; zeigt sie doch wie wenig ernst man Papst Franzens Kirchenreformen nehmen muß.
Als Atheist kann ich also weiterhin mit stetiger Mithilfe aus dem hohen Klerus rechnen.

Heute wurden Zahlen über die Mitgliederentwicklung der katholischen Kirche in Deutschland für 2013 vorgestellt; also dem Franziskus-Jubeljahr, dem Jahr der positivsten Berichterstattung seit langer Zeit.

Die Affäre rund um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat offenbar mehrere zehntausend Katholiken in Deutschland zum Kirchenaustritt bewogen. 178.805 Mitglieder traten im vergangenen Jahr aus der katholischen Kirche aus - 2012 waren es noch 118.335. [….] Damit wurde fast das Rekordniveau von 2010 erreicht, als nach dem Missbrauchsskandal 181.193 Menschen die katholische Kirche verließen.
[….] Der Kirchenstatistik zufolge gab es im vergangenen Jahr noch knapp 24,2 Millionen Katholiken in Deutschland. Ihr Bevölkerungsanteil sank damit von 30,2 Prozent (2012) auf 29,9 Prozent. [….]

Nachdem Franzl nun weit über ein Jahr im Amt ist und weiterhin die Aufklärung der Missbrauchsfälle ebenso blockiert wird, wie die Anerkennung der Menschenrechte, kann man sich glücklicherweise auf eine weiterhin schrumpfende Katholische Kirche einstellen.

Während noch kein Kardinal oder Bischof auf sein fürstliches und vom Staat bezahlte Gehalt verzichten wollte, während sie allesamt in Deutschland weiterhin mit schweren Dienstlimousinen herumfahren und sich Ex-Staatssekretär Bertone genau vor Franzls Augen eine 700-Quadratmeter-Luxuswohnung ausbauen läßt, schrumpft die RKK in jeder Hinsicht.


Das fundamentalistische Kathnet is not amused.

Deutsche Bistümer veröffentlichen Statistik für 2013: Weniger Pfarren, weniger Taufen, weniger Trauungen, weniger Priester und mehr Pastoralassistenten. Gottesdienstbesuche brechen ein! Über 10 Prozent Rückgang in einem Jahr!
[…]  Aufgrund struktureller Veränderungen in den Bistümern hat sich die Zahl der Pfarreien von 11.222 auf 11.085 verringert. […] Der Gottesdienstbesuch ist mit 10,8 Prozent auch 2013 rückläufig gewesen. Laut Statistik haben nur mehr 2,6 Millionen Katholiken an den Gottesdiensten teilgenommen! 2012 waren es noch 2,9 Millionen und 2011 noch 3 Millionen! Die Gesamtzahl der Priester in Deutschland hat sich um 146 Priester auf 14.490 Priester verringert. […] (Kath.net 18.07.14)

Die Bilder gleichen sich also in allen deutschen Bistümern und es freut mich zu sehen, daß die Oberhirten sich zwar winden, aber keinerlei Taten folgen lassen.
Auf ihren Geldbergen wollen sie sitzen bleiben, sie gieren weiterhin nach den hunderten Millionen, die sie vom Staat als Sonderleistungen abgreifen und lassen sich von der relativen Mehrheit der Atheisten in Deutschland aushalten.
Sie bestehen auf ihr Diskriminierungsrecht bei den 1,6 Millionen kirchlichen Angestellten, für die immer noch gilt „Juden unerwünscht“.
So eine Kirche kann man nur verlassen.

Es war Bischof Genn, der offenbar heftig an den antiliberalen Seilschaften zog, um Kumpel Woelki seinen neuen Job zu verschaffen.

Bei der Besetzung der wichtigen hiesigen Bischofsstühle funktionieren offenbar die Drähte noch, die es zu Papst Benedikts Zeit zwischen Köln und der Bischofskongregation in Rom gab: Deren Chef, Kardinal Marc Ouellet, ist ein Vertrauter des Münsteraner Bischofs Felix Genn, der wiederum zum emeritierten Kardinal Meisner guten Kontakt hat.
Zu viel Kirchenreform gilt ihnen als ungesund. Und Erzbischöfe wie Burger und Woelki gelten ihnen als Versicherung, dass es davon auch nicht zu viel gibt.

Gut zu wissen, daß Genn auch zu denen gehört, die keinerlei Verständnis für normale Menschen haben und somit aktiv den Schwund unter seinen Schäfchen mitverursacht.
Aber nun jammert er.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist im Bistum Münster im Jahr 2013 stark gestiegen: 10.112 Katholiken erklärten ihren Austritt, das waren 4.450 (78 Prozent) mehr als im Vorjahr. [….]  Die aktuelle Katholikenzahl in der Diözese lag Ende vergangenen Jahres bei 1,93 Millionen, das sind gut 15.000 weniger als ein Jahr zuvor. Münster ist hinter den Erzbistümern Köln und Freiburg nach wie vor die drittgrößte Diözese in Deutschland.
Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, erklärte zu den Zahlen: „Die hohe Zahl der Kirchenaustritte ist ein alarmierendes Signal und schmerzt mich zutiefst. Wir haben als katholische Kirche in Deutschland ganz offensichtlich ein massives Glaubwürdigkeitsproblem.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Beißreflexe, Beißhemmungen



Das war ja auch wieder eine sinnlose Aktion von mir.
Gestern Nacht schaltete ich um 03.30 Uhr den Fernseher an, als just die „Anne Will“-Wiederholung losging.
Von den vielen, vielen, vielen Talkshowmoderatoren ist mir Will so ziemlich die Unsympathischste, weil sie sich so überhaupt gar nicht auf Gesprächsführung versteht, an ihren Fragenzetteln klebt und sich bemüht immer den dran zu nehmen, der am wenigsten zum Sachverhalt beitragen kann. Zudem ist Frau Will politisch ziemlich ungebildet; es genügt ihr sich selbst für ganz fabelhaft zu halten. Unvergessen ihre Ansprache nach dem Gewinn der Goldenen Kamera, als sie ihren Eltern dafür dankte, daß sie zu so einem wunderbaren Menschen geworden sei.
Gestern ging es um die US-deutschen Verstimmungen mit den Gästen Clemens Binninger, Katrin Göring-Eckardt, Georg Mascolo, Andrew B. Denison und Constanze Kurz.  Da ich mich am Montag gerade ein bißchen mit Binninger beschäftigt hatte, wollte ich mal eben gucken, was der Mensch für einen Eindruck macht.
Unerklärlicherweise guckte ich mir die Show bis zum Ende um kurz vor fünf Uhr an; nur um festzustellen, daß der Erkenntnisgewinn daraus nahe Null war.
Die Amerikaner verstehen gar nicht wieso sich die Deutschen so aufregen und denken natürlich gar nicht daran ihr Verhalten zu ändern. Die Berliner Politiker finden das zwar irgendwie ein bißchen blöd, haben aber auch nicht das Rückgrat sich dagegen ernsthaft aufzulehnen.
What else is new? Das wußte man auch schon vorher. Ebenso zeigte sich Anne Will wieder als Doofnuss. Nachdem Denison schon zu Anfang genau aufgezählt hatte aus welchen Gründen Washington Berlin nicht traut (Russland-Kontakte, Handel mit dem Iran, keinen Bock auf Irak-Krieg und Libyen-Militäreinsatz,..), fiel ihr 45 Minuten später ein, daß sie dazu noch eins dieser extra sinnlosen Einspielfilmchen parat hatte, das natürlich dann gezeigt werden mußte, als das Thema längst gegessen war. So mußte man sich dann sinnloserweise noch einmal genau die Denison-Liste anhören.
Als es um die Kooperation von CIA und BND ging, stolperte Will auch noch über den Fall „Curveball“, von dem sie noch nie etwas gehört hatte.
Macht ja nichts. Hat ja auch nur einen gigantischen Krieg ausgelöst und die peinlichste Stunde Amerikas vor dem UN-Sicherheitsrat bestimmt, als nämlich US-Außenminister Powell gestützt auf diesen BND-Curveball erklärte, daß der Irak voller Massenvernichtungswaffen sei.
Will eben…, weiß von nichts.
Den amerikanischen Politikwissenschaftler und Politikberater Andrew B. Denison muß ich hingegen ausdrücklich loben (und das ist jetzt keine Ironie!); er kennt die Fakten, redet nicht um den heißen Brei herum und erklärte den Deutschen völlig sachlich und unaufgeregt, daß Washington sie für irrelevante kleine Würstchen hält, mit denen man nach Belieben umspringen kann und soll.
Die qua Satzung US-freundliche Springer-Zeitung „Welt“ ist beeindruckt.

Am faszinierendsten war dennoch das Auftreten eines anderen Gastes: das des in Deutschland lebenden amerikanischen Politikberaters Andrew Denison. Er vertrat mit einer so derben Deutlichkeit die realpolitischen Ambitionen eines Hegemons, dass die Anwesenden – offensichtlich gewohnt an die etwas versöhnlicheren Beschwichtigungsgesten der diplomatischen Rhetorik, wie etwa Barack Obama sie pflegt – bisweilen wie schockgefrostet wirkten.
"Ich finde es normal, dass spioniert wird." Bumm. "Für die Amerikaner besteht auch in der Partnerschaft mit Deutschland weiterhin die Notwendigkeit zu spionieren." Zack. "Wir können dankbar sein, dass die Amerikaner besser überwachen als die Russen." Rumms.
Weiterhin gebe es im amerikanischen Kongress bei einer hypothetischen Abstimmung mit Sicherheit eine große Mehrheit für die Fortsetzung der Überwachung und für eine Partnerschaft auf Augenhöhe, mal ehrlich, da sei Deutschland doch zu klein und zu schwach – dieser niedrige Verteidigungshaushalt, zum Beispiel!
(Tim Slagman, DIE WELT, 17.07.14)

Ganz interessant fand ich allerdings wie Klischee-haft Kathrin Göring-Kirchentag ihren antirussischen Beißreflexen freie Bahn ließ.
Da ist die Theologin ganz DDR’lerin, genau wie der Theologe Gauck und die Theologentochter Merkel.
Während eines Gesprächs über die millionenfachen Rechtsverstöße, die Spionage, die Fehlinformationen, die Wirtschaftskriege und die realen von Amerika angezettelten Kriege mit Hunderttausenden unschuldigen Todesopfern, fand sie doch Zeit kräftig auf Putin, der ja Herrn Snowden Asyl gewährt einzuhacken: Moskau könne man nicht trauen, das sei eine Diktatur und schon morgen könne Snowden in Gefahr sein.
Was für eine dramatische Verdrehung der Tatsachen!!
Snowden droht Gefahr aus AMERIKA. Man kann Deutschland nicht trauen, weil es nicht das Rückgrat hat Snowden Asyl anzubieten und Putin ist in dieser Geschichte eindeutig der GUTE, der dem Mann, dem gerade Deutschland so viel verdankt, Schutz bietet.

Und der Vergleich Russland-Amerika, den Journalisten aller Couleur schon wieder zu einem heißen Krieg der Systeme hochjazzen, geht keineswegs so eindeutig aus, wie das heute beispielswiese der Historiker-Papst Heinrich August Winkler im aktuellen SPIEGEL ausbreitet.

Russland war vor zehn Jahren ein äußerst wichtiger Partner Deutschlands, um gemeinsam gegen den Irakkrieg zu arbeiten.

Das muß man Putin schon hoch anrechnen, daß er so klar für den friedlichen Kurs Frankreichs, Belgiens und Deutschlands gegen die USA, Polen, GB, Italien, Spanien, etc Stellung bezogen hat!

Rußland hat 1999 die Todesstrafe abgeschafft, während Merkels Christenfreund George W. Bush in seiner Amtszeit als Gouverneur 152 (sic!) Todesurteile unterschrieben hat. 

Der Staat Texas, dem GWB als Gouverneur diente hat in den letzten 30 Jahren sogar 22 Teenager hinrichten lassen

Auch geistig Behinderte werden in Amerika, dem land oft he free, hingerichtet.

2008 unterschrieb Bush noch als amtierender Präsident das Todesurteil gegen den Gefreiten Ronald Gray, einen US-Soldaten.

Stichwort Amerika.

Nicht auszudenken wie übel Russland im publizistischen Licht dastünde, wenn es auch nur annähernd so abscheuliche Methoden wie die von Merkel und Gauck so heißgeliebte USA anwendete:

USA:
Hinrichtungen. Hinrichtungen von Geisteskranken. Hinrichtungen unter bestialischen Umständen. Hinrichtungen von Minderjährigen. Hinrichtungen von Unschuldigen.
Russland tut das nicht.

USA:
Regelmäßige Drohnenangriffe auf souveräne Staaten bei denen regelmäßig unschuldige Zivilisten getötet werden.
Russland tut das nicht.

USA:
Zwei illegale Angriffskriege während einer Präsidentschaft mit vermutlich über einer Millionen Toten.
Russland tut das nicht.

USA:
Geheime und nicht geheime extraterritoriale Folterlager, in denen Menschenrechte nicht gelten.
Russland tut das nicht.

USA:
Wikileaksskandal – ungeniert schreiben US-Botschaften weltweit auf für was für Idioten sie die Politiker ihres Gastlandes halten.
Russland tut das entweder nicht oder ist wenigstens nicht dumm genug sich dabei erwischen zu lassen.

USA:
NSA-Skandal. Billionenfaches Ausforschen privater Daten im Ausland, Anzapfen des Internets, generalstabsmäßige Wirtschaftsspionage, Verwanzen der EU-Büros, Abhören der Telefone Europäischer Verbündeter. Sich nicht dafür entschuldigen.
Russland tut das entweder nicht oder ist wenigstens nicht dumm genug sich dabei erwischen zu lassen.

USA:
Europa-Abteilungsleiterin im US-Außenministerium, Victoria Nuland: „Fuck the EU.“ Merkel is pissed.
Russland tut das entweder nicht oder ist wenigstens nicht dumm genug sich dabei erwischen zu lassen.

Man stelle sich vor Russland hätte Deutschland auch nur 1/10 so viel gedemütigt, wie es die USA tut!

Die Journaille verschärft aber derzeit noch einmal erheblich den Ton gegen Russland, während die deutsche Regierung die Hosen vor Obama so voll hat, daß sie den aussagewilligen Snowden noch nicht einmal anhören will – aus lauter Angst Washington könnte das nicht gefallen.

Ost-Gewächs Göring-Kirchentag jammerte aber in der gestrigen Will-Sendung doch tatsächlich nicht nur über den bösen Putin, der Snowden zwar jetzt schütze, aber sicher nur aus irgendwelchen gemeinen Absichten und auch vermutlich nicht auf Dauer.
Nein, die kroch auch noch schleimspurziehend in Richtung Denison-Rektum, indem sie versicherte man stünde doch in der Ukrainefrage zu 100% auf der Seite Amerikas und der Faschisten-unterstützten (illegitimen) Ukrainischen Übergangsregierung und sei total gegen Putin.

Schön zu wissen. Nicht nur, daß Spitzengrüne wie Rebecca Harms und Göring-Kirchentag offensiv für Koalitionen mit Faschisten werben, nein, nun werfen sie sich auch noch bellizistischen Oligarchen an den Hals, um den Amis zu gefallen.

Hat die Grüne Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin eigentlich zur Kenntnis genommen, was der von ihr so demonstrativ gelobte Ukrainische Präsident so redet, wenn der Tag lang ist?

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den prorussischen Separatisten drastische Vergeltung für einen Raketenwerfer-Angriff auf die Regierungstruppen angedroht. Für jeden getöteten ukrainischen Soldaten würden die Rebellen mit Hunderten ihrer Leute zahlen, teilte Poroschenko auf seiner Internetseite mit. Kein einziger "Terrorist" werde seiner Verantwortung entgehen.

Und heute gibt es zum Abschuß des Fluges MH17 (unterwegs von Amsterdam nach Kuala Lumpur, rund 300 Tote) über der Ostukraine sogar Gerüchte, nach denen es sich um einen misslungenen Ukrainischen Mordanschlag auf Präsident Putin handelte.

+++ Ukraine wollte Putin abschießen +++
Flug #MH17 wurde von der Junta abgeschossen.
40 Minuten vor #MH17 flog die russische Präsidentenmaschine mit Putin an Board über derselben Flugstrecke - Vermutung: Ukraine wollte Putin abschießen.
Putin war gerade auf dem Weg aus Lateinamerika, wo sich die BRICS Staaten zusammentrafen.

Poroschenko schiebt aber einfach alles den ominösen „Prorussen“ in die Schuhe.
Simple as that. Der böse Putin ist also Schuld.

Die nützliche Erfindung der "Pro-Russen"
[…] Die Konfliktparteien in der Ukraine als "pro-russisch" und "pro-westlich" zu bezeichnen, hatte sich seit Beginn der Auseinandersetzung medial eingebürgert. Jedoch beschreiben solche Begriffe die beiden Lager mit all ihren Ausprägungen und inneren Widersprüche nur ungenügend und zum Teil auch falsch. […] Statt "pro-russisch" und "pro-westlich" haben sich in der Ukraine denn auch ganz andere Bezeichnungen für die Konfliktparteien etabliert: Euro-Maidan und Anti-Maidan. Diese Begriffe nutzen hiesigen Medien jedoch kaum, hätten sie doch zur Folge, sich genauer mit den Gruppen beschäftigen zu müssen.
[…] Doch die Identität dieser "pro-russischen Kräfte" bleibt auch medial im Ungefähren. Vielleicht sind sie aus dem großen Nachbarland eingesickert, um für ein imperiales Großreich zu kämpfen? Vielleicht sind sie ethnische Russen, die in der Ukraine leben und der russischen TV-Propaganda alles glauben? Nur eins dürfen sie nicht sein: Bewohner der Ukraine mit dem berechtigten Anspruch, Akteure innerukrainischer Debatten zu sein.
[…] Hiesige Medien berichten aber auch über friedliche Regierungsgegner im Osten und Süden der Ukraine so, als wenn diese dort Fremdkörper oder Ausländer wären. Aus zahllosen Berichten trieft es: verblendete Sowjetnostalgiker, leichtgläubige Propaganda-Opfer, Putin hörig, grundlos hysterisch. Die Ängste, Anliegen und politischen Vorstellungen dieser Ukrainer sind damit nicht mehr legitim. "Moskau-nah", "pro-russisch", "kreml-treu" – wer gegen die neue Regierung ist, muss in vielen deutschen Journalistenaugen für Putin und den Zerfall der Ukraine sein. […] Medial kann nun Wladimir Putin für alle Aktionen der Pro-Russen direkt verantwortlich gemacht und alle Widersprüche zwischen beiden als Verlogenheit Putins charakterisiert werden.
[…] Viele hiesige Journalisten meiden innerukrainische Erklärungen für einen innerukrainischen Konflikt so gut es geht. Gleichzeitig präsentieren sie mit Russland/Putin einen Schuldigen, auf den sie alles abwälzen. Positionen und Sprachregelung westlicher Akteure werden vorschnell übernommen und deren Argumente nur selten auf Stimmigkeit geprüft. Kritisches Nachhaken fällt aus. […]

Milliardär Poroschenko hat offenbar auch die denkschwache Grünen-Chefin im Bundestag schon in der Tasche.
Die Anti-Putin-PR-Maschine läuft.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den Absturz der malaysischen Passagiermaschine als "terroristischen Akt" bezeichnet. Poroschenko halte die Tragödie "weder für einen Zwischenfall, noch für eine Katastrophe", sagt ein Sprecher.
Poroschenko wirft den prorussischen Separatisten vor, die Boeing abgeschossen zu haben - wie zuletzt mehrere ukrainische Militärflugzeuge. Er betont, die ukrainischen Streitkräfte hätten mit dem Zwischenfall nichts zu tun.


Mittwoch, 16. Juli 2014

Haltet Euch da raus – Teil III


Hermann Gröhe, der vor einem Dreivierteljahr ohne jede erkennbare Qualifikation Gesundheitsminister wurde, hat einige Gemeinsamkeiten mit seinem Vorgänger als CDU-Generalsekretär.
Kauder und Gröhe sind beide Rechtsanwälte, ordnen sich beide bis zur totalen Selbstverleugnung Angela Merkel unter, bestechen mit abstoßender Physionomie und gelten als extrem fromm.
Diese außerordentliche Religiosität ermöglicht es beiden durch selbst für CDU-Spitzenpolitiker auffällige Unmenschlichkeit aufzufallen. Waffenexport, Promotion für Killerwerkzeug aller Art und Menschen-Diskriminierung sind ihr Steckenpferd.
Der vierfache Vater Gröhe trat schon mit 14 Jahren, zur Zeit der sozialliberalen Koalition in die CDU ein, begeisterte sich also für Kohl, Strauß und Barzel.
Drei Männer, die phänotypisch allerdings auch perfekt zu ihm passen.
Neben der Karriere als frühberufener CDU-Apparatschick stieg Gröhe auch in der Organisation einiger der dümmsten Deutschen überhaupt auf; nämlich der EKD Käßmanns und Göring-Kirchentags.
Seit 17 Jahren ist der CDU-Mann Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und war von 1997 bis 2009 Mitglied des Rates der EKD. Von 2000 bis 2009 fungierte er als Mitherausgeber des Gehirnamputierten-Magazins Chrismon.
Das wahrhaft Unangenehme der Gröhe-Persönlichkeit wird aber erst so richtig klar, seit er Minister ist.
Kranken, Bedürftigen, Bettlägerigen, Pflegeheimpatienten und anderen Maladen hilft er nicht nur nicht, sondern er maßt sich in typischer Käßmann-Selsbtüberschätzung an ALLEN ANDEREN seine privaten Sadisten-Phantasien auf zu oktroyieren. Der selbstbestimmte Suizid soll nach Gröhes Wünschen verboten werden. Diejenigen, die mutig und aus Mitleid handeln, will er kriminalisieren.
Amoralischer geht es kaum noch.
So greift auch Gröhe massiv in die intimsten Angelegenheiten der Deutschen ein.

Als Atheist will ich nicht die Kirche verbieten und auch niemanden zwangsweise von seinem Glauben abbringen. Das steht mir gar nicht zu. Wer glauben will und damit glücklich ist, soll das gerne tun.
Wenn allerdings ein Topgeistlicher wie der Kinderfickerfreund Kurienerzbischof Müller beim Lügen und Heucheln erwischt wird und daraufhin die Kirchenaustrittszahlen in seinem Bistum explodieren, gefällt mir das sehr.
Religion macht die Menschen unfrei, intolerant und denkfaul. Daher ist es grundsätzlich zu begrüßen, wenn möglichst viele Menschen diesem Verein den Rücken kehren.
Ich möchte lediglich, daß der Verfassungsauftrag erfüllt wird und somit Kirche und Staat getrennt werden. Schluß mit der Flut der Kirchenprivilegien und der demonstrativen Ächtung und Nichtberücksichtigung der Atheisten – obwohl wir bereits eine relative Mehrheit in diesem Land bilden.
Ob die Kirche aber ihren Mitglieder verbietet Sex zu haben, Kondome zu benutzen, denjenigen zu heiraten, den sie lieben oder auch nackt zu duschen, ist mir zunächst einmal egal.
Wenn das nur die Kirchenmitglieder betrifft und diese FREIWILLIG in der Kirche sind, sollen sie sich gerne danach richten.
Mir missfällt es nur, daß die Religioten dieses Landes in ihrem Wahn alleinseligmachend zu sein auch die Regeln für die Konfessionslosen bestimmen wollen.


Dabei wäre die Lösung für all die Probleme so einfach.


Jedes Mitglied der Kirche darf dann keine Schwangerschaftsunterbrechungen durchführen, darf nicht masturbieren, darf nicht in homosexuellen Partnerschaften leben, darf keine Patientenverfügungen aufsetzen, darf keinesfalls die PID nutzen und muß auch auf durch Gentechnik gewonnene Medikamente gegen Parkinson, Krebs und MS verzichten. Und jedes Kirchenmitglied soll natürlich mit allen Mitteln unter Aufbietung aller erdenklichen Qualen so lange wie nur irgend möglich am Leben gehalten werden. Jedem Mitglied der Kirche ist es streng verboten jedwede Form des Suizids in Betracht zu ziehen.


Gesetze würden natürlich weiterhin für ALLE Deutschen gelten - lediglich die angesprochenen gesetzlichen Einschränkungen der Freiheit, die ausschließlich religiös begründet sind, würden in ihrem Geltungsbereich auf die Kirchenmitglieder beschränkt.

Immerhin gibt es heute schon solche Zonen eingeschränkten Rechts, wenn es um die Arbeitnehmerrechte der kirchlichen Angestellten geht.
Ein Chirurg in einem katholischen Krankenhaus kann gefeuert werden, wenn er sich scheiden läßt und mit einer anderen Frau zusammen lebt.
Als Kirchenmitglied hat er also eingeschränkte Rechte.
Diese Einschränkung sollte konsequent ausgeweitet werden auf Verhütung, Homoehe, PID und Co.

Christen und Atheisten kämen sich nicht mehr in die Quere und vor allem wäre endlich der Gesetzgeber aus der Schusslinie!

Wenn ein Atheist gegen passive Sterbehilfe oder Stammzellenforschung ist, könnte er in eine Kirche eintreten.
Umgekehrt könnte eine christliche Schwangere, die sich das Recht zur Abtreibung nehmen will, aus der Kirche austreten.

Die Rechte wären individualisiert, Kirchen und Parteien und Politik müßten keine Stellvertreterkriege mehr führen.

Die augenblickliche Situation ist hingegen höchst unbefriedigend.

 Die Hauptkampflinien des Jahres 2013 sind immer noch die rechtlich gleichgestellte Homo-Ehe, die steuerliche Gleichstellung, die sogenannte Homo-Adoption und die Lust am straffreien Verstümmeln von Kinderpenissen.
Aber auch an anderen Stellschrauben versuchen die organisierten Christen immer noch den Ungläubigen Vorschriften zu machen.
Eine der widerlichsten kirchlich-staatlichen Bevormundungen betrifft das Intimste, das es überhaupt gibt – nämlich das eigene Leben!
Selbstbestimmt über das Ende desselben zu entscheiden, verhindern die von Religionen beeinflussten Parlamentarier. Man ist in den meisten Fällen zur Todesfolter unter grausamen Schmerzen und entwürdigenden Bedingungen gezwungen. Die Kirchen wollen es so. Über 90% der Menschen sterben in Krankenhäusern, ohne daß man dem Leiden selbst ein Ende setzen darf.

Gröhe ist ein Musterexemplar des anmaßenden Sadismus‘.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die organisierte Beihilfe zur Selbsttötung schwer kranker Menschen unter Strafe zu stellen. "Ich sehe die große Gefahr, dass die organisierte Sterbehilfe als Behandlungsvariante neben andere tritt", sagte er am Montagabend bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Hannover. Ein entsprechendes Gesetzesverfahren soll nach Angaben der CDU-nahen Stiftung nach der Sommerpause beginnen. Ein erster Anlauf war in der vergangenen Wahlperiode gescheitert, weil sich die schwarz-gelbe Koalition nicht einigen konnte.
In Deutschland sind die aktive Sterbehilfe und Töten auf Verlangen verboten, die Beihilfe zur Selbsttötung ist aber bisher straffrei.
[…..]  Der Minister lehnte auch den Vorschlag ab, die Beihilfe zur Selbsttötung in streng umgrenzten Fällen in ärztliche Hände zu legen. Auf diese Weise würden Grundsätze des Lebensschutzes aufgeweicht. […]

Selten erlebt man so penetrantes Ignorieren des alltäglichen menschlichen Leids.
Gröhe illustriert mustergütig seine eigene Heuchelei, seine Unwissenheit, seine Gewissenlosigkeit, seine Anmaßung, seine schlicht unmenschliche Bosheit.
Jeder Christ kann sein Leiden, seine bestialischen Schmerzen, sein Ersticken, seine Unselbstständigkeit, seine Lähmungen, seine Perikardergüsse, seine Magensonden, seine Tracheotomien, seine Intubationen, seine Katheter, seine verschleimenden Lungen, seine Inkontinenz, seine Dekompensation, sein Organversagen, seine Hämodialyse, seine Klistiere, seinen künstlichen Darmausgang, seine Desorientierung, seine Panikattacken, seine Ängste, Phobien und Depressionen, seine Verzweiflung, seine Paresen, seine Dekubiti, seine Ekzeme, seinen Pruritus, seine Exsikkose, seine Infusionen, seine Transfusionen, seine OPs, seine Beatmungsmaschinen und die Verzweiflung der Angehörigen so lange genießen wie er will.

Wenn jemand anders das nicht möchte und mit seinem EIGENEN Leben selbstbestimmt umgehen will, geht das den Christen nichts an.