So wie deutsche Großeltern es schwer hatten, ihren Enkeln zu erklären, weshalb sie sich für Adolf Hitler begeisterten, die NSDAP wählten, nicht nur tatenlos zusahen, wie Juden deportiert wurden, sondern sich sogleich raffgierig um deren zurückgelassene Besitztümer rissen, begeistert die Abschaffung der Demokratie feierten und ihm willig in den apokalyptischen Untergang folgten; werden auch die Amerikaner von heute einst kaum erklären können, wieso sie zweimal Trump wählten und zusahen, wie er Demokratie und Gewaltenteilung zertrampelte, die Welt ins Chaos stürzte, Millionen Menschen quälte und vertrieb, während er sich und seine Cronies hemmungslos bereicherte. Wie er buchstäblich ein goldenes Kalb von sich selbst errichtete, zu dem seine Jünger betend pilgerten
Eine frappierende Parallele zu Deutschland in den 1930ern ist die Begeisterung der Kirchen und religiösen Anführer für die irre demokratiezerstörende Führerfigur.
Trump wäre ohne die Evangelikalen und Katholiken nie Präsident geworden.
Hitler hätte es ohne die religiöse Zentrumspartei nie zum Kanzler gebracht und wäre nicht an der Macht geblieben, wenn die Christen sich widersetzt hätten.
Dabei waren damals wie heute die wahnhaften, größenwahnsinnigen Züge mehr als offensichtlich.
[….] Es ist nicht schwer, den cäsaristischen Führerfiguren der Gegenwart psychiatrische Diagnosen zuzuordnen. Die Frage ist, ob es erlaubt und ob es hilfreich ist.
Zu Beginn von Trumps erster Amtszeit veröffentlichten 27 der bekanntesten US-amerikanischen PsychiaterInnen und PsychologInnen einen Sammelband mit dem Titel „Wie gefährlich ist Donald Trump?“ („The Dangerous Case of Donald Trump: 27 Psychiatrists and Mental Health Experts Assess a President“, deutsch 2017). Bereits damals wiesen sie auf Trumps bösartigen Narzissmus mit einem Mangel an Schuldbewusstsein und einer Neigung zur „Wirklichkeitssabotage“ hin.
Philip Zimbardo und Rosemary Sword bescheinigten in ihrem Beitrag zum Buch Trump einen „zügellosen oder extremen Gegenwartshedonismus“, welchen man mit Hilfe eines Time Perspective Inventory sogar messen könne. Eine geordnete Zeitperspektive zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sei in Trumps Fall außer Balance geraten oder zerbrochen. Emotional unreife Erwachsene bleiben in der für Kinder normalen Gegenwartsfixierung hängen und produzieren dadurch eine Fülle von Widersprüchen. „Entscheidungen werden aufgrund unmittelbarer Reize getroffen.“ Dazu gehört auch die Übernahme unüberprüfter Informationen und plötzlicher Einfälle.
Wenn man sich heute über das „erratische Element“ in Trumps Politik wundert, dann muss man der über zehn Jahre alten Diagnose und Prognose der psychologischen ExpertInnen eine hohe Treffergenauigkeit zuerkennen. [….]
Aber auch im Deutschland des Jahres 2026 laufen die Demokraten mehrheitlich den xenophoben Klimawandelleugnern hinterher, wählen Merz, Söder und Reiche, erfreuen sich ihrer Lust an der Destruktion.
Auch unsere Enkel könnten uns eines Tages fragen, wieso wir das geschehen ließen, den Fossilwahn mitmachten.
Allerdings existierte in den 1960ern, 1970ern, 1980ern, 1990ern noch eine Gesellschaft, welche der Tätergeneration all diese unangenehmen Fragen stellen konnte.
Natürlich nicht gern, denn man sah in Oma die vorbildliche mutige fleißige „Trümmerfrau“, die alles aufgebaut hatte und blendete aus, daß es dieselbe Oma war, die kurz zuvor erst dem zujubelte, der alles zerstörte. Die Kriegsgenration hatte Deutschland nicht nur wieder aufgebaut, sondern vorher eigenhändig ganz Europa zerstört. Der Opa in der Wehrmacht gehörte nicht zu den ehrenhaften Soldaten, während nur eine kleine Elite der SS die Verbrechen beging. Nein, es waren „ganz normale Deutsche“, es war die Wehrmacht selbst, die verbrecherisch handelte.
Nachvollziehbarerweise stellte man diese Fragen nicht so gern den eigenen Eltern, den eigenen Großeltern, die man liebt und die in den meisten Fällen auch nicht von selbst darüber sprechen.
Zum Glück werden die 2060 oder 2070 geborenen Jahrgänge diese unangenehmen Fragen nicht stellen müssen.
Wie konntet ihr damals Höcke wählen? Wie konntet ihr für Trump stimmen, wieso habt ihr den Klimawandel nicht Anfang des 21. Jahrhunderts verhindert, wenn ihr doch schon Jahrzehnte davon wußtet? Wieso seid ihr nicht in Generalstreik gegangen, als Trump Millionen Bürger jagen ließ, die unabhängige Justiz und Pressefreiheit abschaffte?
Wie konntet ihr so irre sein, nach Merz auch noch Spahn und Weidel zu Kanzlern zu machen, statt demokratisch zu wählen, als es noch ging?
Diese Fragen werden zukünftige Generationen kaum stellen müssen, weil es gar keine Menschen mehr geben wird. Wir rotten uns gerade selbst aus und haben es nicht besser verdient.
Vermutlich wird es aber noch Rechenzentren und KIs geben, die immerhin über genügend Daten verfügen werden. Dem Internet sei Dank, wird diesmal unser Untergang detailliert dokumentiert.
Die KI wird möglicherweise verstehen, was 2026 los war, als die frommen Amerikaner buchstäblich um das goldene Trump-Kalb in den Untergang tanzten.
Als erwachsener Mann des Jahres 2026, als Augenzeuge, kann ich nämlich kaum glauben, wie unfassbar verblödet meine Generation ist. Obwohl ich es mit eigenen Augen sehe.
[…] Auf Trumps Golf-Platz in Florida steht jetzt eine riesige goldene Statue des US-Präsidenten. Manche erinnert das an den Tanz ums Goldene Kalb und Götzendienst. […] Ein Geistlicher in den USA hat seine Einweihungszeremonie für eine fast fünf Meter große goldene Statue von US-Präsident Donald Trump verteidigt, für die er heftig kritisiert worden war. Er sei „verblüfft“ darüber, wie schnell einige Menschen das Standbild Trumps, das auf dessen Golfplatz in Florida aufgestellt wurde, mit einem „Goldenen Kalb“ oder „Götzendienst“ in Zusammenhang gebracht hätten, erklärte der evangelikale Pastor Mark Burns am Freitag im Onlinedienst X.
Burns, ein Verbündeter des 79-jährigen Präsidenten, hatte am Mittwoch eine Zeremonie zur Einweihung der Statue auf dem Gelände des Golfclubs Doral geleitet. Die Statue zeigt Trump mit erhobener Faust – seine berühmte Geste, die nach einem Attentatsversuch auf ihn im Juli 2024 auf einem Foto verewigt wurde.
„Lassen Sie es mich ganz klar sagen: Dies ist kein Goldenes Kalb“, erklärte Burns. […]
No hope for the human race.



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