Montag, 20. Dezember 2021

Es mendelt sich weiter aus

Die STIKO funktioniert nicht als Management-Einheit, um den Kampf gegen eine grassierende Pandemie anzuführen. Das kann sie gar nicht.

Unglücklicherweise war der frühere Gesundheitsminister Jens S. zu doof, um dieses Defizit zu begreifen.

Glücklicherweise ist der gegenwärtige Gesundheitsminister Karl Lauterbach vom Fach und nahm den Druck von der STIKO, indem Bundeskanzler Scholz den 19-köpfigen „Expertenrat Corona“ einsetzte.

Das Gremium ist Spinner-frei (kein Alexander Kekulé), vereint aber so unterschiedliche Fachleute wie Christian Drosten und Hendrik Streeck, neben den hochprominenten Covid19-Gurus Lothar Wieler, Melanie Brinkmann Viola Priesemann und Christian Karagiannidis.

Die 19 Weisen grübeln nicht wie die STIKO Monate lang, bis sie ihre Empfehlungen auf eine sichere Studienlage stützen können, sondern haben ihre Augen und Ohren überall, um sehr kurzfristig zu reagieren.

Und nur so kann es angesichts einer Omikron-Mutante mit einem Verdoppelungsfaktor von zwei Tagen gehen.

Erst am 15.12. von Scholz einberufen, legte das Gremium der geballten Intelligenz schon vier Tage später den ersten Bericht zur „Einordnung und Konsequenzen der Omikronwelle“ vor.

Mehrere Aspekte des Berichts finde ich bemerkenswert.

·        Er ist für Laien verständlich geschrieben und umfasst nur zweieinhalb Seiten, so daß sich hoffentlich nicht nur Fachleute auf den Text stürzen.

·        19 von 19 Mitglieder stellen sich hinter den Text; offensichtlich sind die Analysen und Empfehlungen nicht umstritten.

·        Epidemiologisch sieht es ganz düster aus; selbst im optimistischen Szenario, reichen die bisher getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Omikron-Welle nicht aus. Damit steigt der Druck auf die morgen von Scholz und Wüst geleitete MPK enorm; das Virus legt keine Pause ein, nur weil zufällig Weihnachten ist und uns die Pandemie gerade so ungelegen kommt.

Ich bin schon gespannt, wie weit sich die Ampel vorwagt, ob also die FDP von Realpolitik überzeugt werden kann, oder weiterhin in Theurer-Kubicki-Wolkenkuckucksheimen wabert.

Da der protestierenden Covidioten-Mob ohnehin nicht durch sachliche Argumente oder demokratisches Verständnis zu erreichen ist, darf man auch keine Rücksicht auf diese Minderheit der radikalen Seuchenfreunde nehmen.

Es geht vielmehr darum, die vulnerablen Personengruppen und die riesige Mehrheit der Impf-vernünftigen Bürger vor den rabiaten Aluhüten zu schützen.

Die einzige Hoffnung besteht darin, daß sich die faschistoiden Eso-Spinner selbst aus der Evolution ausmendeln. Da leisten die AfD-Impfverweigerer allerdings gute Arbeit. Die braunen Seuchenfreunde leiten mit ihrem Verhalten das große Sterben ein. „Je AfD, desto Corona!“  Heute erwischte es den AfD-Schwabenschwurbler und Pandemieverharmloser Bernd Grimmer.

[…..] Der baden-württembergische AfD-Politiker Bernd Grimmer ist tot. Wie ein Sprecher des AfD-Kreisverbands Pforzheim-Enz bestätigte, starb der Landtagsabgeordnete an Covid-19. Zuvor hatte die »Pforzheimer Zeitung« berichtet. Grimmer saß für den Wahlkreis Pforzheim im Stuttgarter Landtag. […..] In der Vergangenheit hatte sich der Politiker wiederholt kritisch über die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie und die Berichterstattung zu dem Thema geäußert. So beklagte Grimmer auf seiner Facebook-Seite im Juli 2020 etwa eine »Panikmache« durch die Medien. […..]

(SPON, 20.12.2021)

Auch in den USA sind die Impfquoten extrem abhängig von der Parteizugehörigkeit. Dreimal so viele Ungeimpfte sind QTrumpliKKKans, während sich Anhänger der Demokraten fast alle impfen lassen. Dementsprechend sterben auch viel mehr Rechte in den „Red Sates“ als Demokraten in den Blue States.

Aber aus ideologischer Verblendung lassen gerade die rechten Trumpisten ihre eigenen Anhänger sterben. Nur sie könnten die GOP-Anhänger von Impfungen überzeugen, da die semidebilen Rednecks prinzipiell nicht auf die Biden-Regierung hören.

So wird Omikron mutmaßlich vor allem Trump-Fans wegraffen.

[…] Omicron Threatens Red America

In many communities, most adults remain unvaccinated.  Tucker Carlson could do it. So could Laura Ingraham, Mark Levin or Donald Trump himself. One of these conservative figures could go on the air and explain that the Omicron variant has placed much of their audience in grave danger. They could remind people that they have been skeptical of vaccines at times — but that Omicron is different. It is so contagious that it may quickly sweep the country. […] In the U.S., partisanship is the biggest factor determining vaccination rates. If Democratic voters made up their own country, it would be one of the world’s most vaccinated, with more than 91 percent of adults having received at least one shot. Only about 60 percent of Republican adults have done so. This vaccination gap has created a huge gap in death rates, one that has grown sharply during the second half of the year. […]

(NYT, 17.12.2021)

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in England ab.

[….] The first person to die from the Omicron variant in the UK was an unvaccinated conspiracy theorist, it has been claimed.  A man, giving his name only as John, made the claim after phoning in to Nick Ferrari’s radio show on LBC.  John, from Smithfield said his sister told him that his stepfather had died from Omicron in a hospital in Northampton.  […..] “He wasn’t vaccinated at all”, John said of his stepfather.  “My sister, she’s gutted – but on the other hand she’s a little bit angry that he never took these vaccines. […..] “He thought it was a conspiracy. He was an intelligent man but it’s all these different things you are getting from online and different media things – about oh it’s not real – conspiracy theories really.” [….]

(Independent, 16.12.2021)

Verschwörungstheoretiker, Nazis, AfD-Abgeordnete und Trump-Fans sind nicht notwendigerweise diejenigen, denen ich besonders heiße und bittere Tränen nach weine.

Sonntag, 19. Dezember 2021

Was ist bloß in Hamburg los?

Es ist schon seit Monaten ein Ritual für mich, täglich die Inzidenzen derBundesländer aufzurufen, über die Zustände in den drei Freistaaten schockiert zu sein und schließlich mit einiger Genugtuung festzustellen, daß Hamburg sich auf einem der drei letzten Plätze einpendelt. Die hohe Impfquote und die Vernunft der Hanseaten sorgt dafür, daß unsere Inzidenz um den Faktor Zehn hinter Sachsen und Bayern liegt. Bzw lag.

19.12.2021
Inzwischen sind wir ins Mittelfeld abgerutscht, auf Augenhöhe mit Bayern.

Auch die Hospitalisierungsrate steigt an, nachdem Hamburg über viele Wochen den niedrigsten Wert aller Bundesländer hatte. Das dürfte auch an der Verschickung von Covid-Patienten aus den Freistaaten nach Hamburg liegen, ist aber unschön.

19.12.2021

Hamburg entwickelt sich auf einmal gegen den Bundestrend zum Schlechteren.

Offensichtlich fühlten sich die Hamburger zu sicher. Während sächsische Landkreise 2000er Inzidenzen aufwiesen, lag die Zahl in Hamburg für Geimpfte um den sagenhaften Faktor 100 niedriger. Und wer fürchtet sich schon vor Omikron, wenn man Gewissheit hat, in einem gut organsierten Bundesland zu leben und als BioNTech-Mensch mit Inzidenz 21 oder 22 konfrontiert ist?

Das sollte man aber, denn das Virus richtet sich bekanntlich nicht nach dem Sicherheitsgefühl, sondern springt alles an, das greifbar ist.

Hamburger, die dicht gedrängt wie Ölsardinen den ganzen Abend ohne Masken zusammen am Mühlenkamp in Hamburg-Winterhude Glühwein saufen, sind zwar weniger aggressiv und unangenehm, als die Fackel-Spazierer im sächsischen  Freital oder dem thüringischen Hildburghausen, aber unter Infektions-Gesichtspunkten genauso verblödet.

Zu meinem großen Entsetzen, rotten sich seit einigen Wochen auch immer größere Schwurbel-Demos in Tschenschers Reich zusammen. Am 18.12.2021 waren es schon 11.500 Aluhüte, die coram publico ihre Doofheit zur Schau stellte.

[….] In Hamburg zogen nach Polizeiangaben bei der Demonstration unter dem Motto "Das Maß ist voll. Hände weg von unseren Kindern" Tausende Menschen durch die Straßen. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 11.500 Menschen teil. Die Polizei sperrte mehrere wichtige Straßen in der Innenstadt. Nach einer erst am Freitag in Kraft getretenen Verordnung mussten alle Demonstranten - im Gegensatz zu den Vorwochen - Masken tragen. Jusos, die Grüne Jugend und Gruppen aus der linken Szene hatten zu drei Gegenkundgebungen aufgerufen, zu denen laut Polizei knapp 1000 Teilnehmer erwartet werden.   [….]

(NDR, 18.12.2021)

Innensenator Grote betont, daß die Hamburger Demos friedlich verlaufen, daß keine einschlägig bekannten Staats-Hasser unter ihnen sind. Über 90% der Demonstranten wären gar nicht politisch gebunden, sie verhielten sich, anders als in Sachsen, völlig friedlich. Aber es sind eben auch NPD-Funktionäre und AFD-Politiker unter ihnen. Es gibt keine Entschuldigung dafür, sich bei Nazis einzureihen und mit ihnen zu gehen!

Unterdessen verhält sich auch die Hamburger Bürgerschaft unerklärlich passiv. Anders als im Rest der Stadt, wird 2G, 2G+ oder 3G ausgerechnet im Plenarsaal, nicht praktiziert, weil sich die sechs AfD-Kasper weigern, ihren Impfstatus bekannt zu geben. Sie nehmen das gesamte Landesparlament in Geiselhaft.

[…..]  Beim Thema Corona tanzt die AfD der Bürgerschaft auf der Nase herum: Sie verhindert die Anwendung von Corona-Schutzregeln im Parlament. […..]   Während überall in der Stadt der Zugang zum Arbeitsplatz „nur noch für geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen“ möglich ist, gilt ausgerechnet im Landes-Parlament statt 3G nur „3Gar nichts“: Abgeordnete müssen, wenn sie die Bürgerschaft betreten, nicht nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. […..]

(MoPo, 18./19.12.2021)

Die Parlamentarier tagen nun schon seit  April 2020 nicht mehr im Plenarsaal, sondern im wesentlich größeren Festsaal mit katastrophaler Akustik in einem abstrusen Dschungel aus Trennscheiben.

Alle Parlamentarier außerhalb der AfD sind geimpft. Man könnte also in den wesentlich komfortableren Plenarsaal zurückkehren, wenn man die faschistoiden Schwurbler wie im Bundestag oder im Potsdamer Landtag auf die Seuchentribüne verbannte.

Juristen der Bürgschaftskanzlei sagen aber, es sei rechtlich in Hamburg wegen der „Freiheit des Mandats“  nicht möglich, Nockemanns Gurkentruppe zu verbannen.

Und so müssen 114 vollständig geimpfte Parlamentarier in einer 120-Personen-Bürgerschaft wegen eines halben Dutzends AfDioten die Parlamentsarbeit zu Recht stutzen, dürfen nicht in voller Fraktionsstärke erscheinen, Debatten ausfallen lassen und Sitzungen ohne Publikum stattfinden lassen.

Bitte ein Machtwort!

Samstag, 18. Dezember 2021

Die Grenze der Freiheit ist die Unversehrtheit des anderen

Michael Theurer, der Beinahe-Bundesgesundheitsminister der FDP, nun aber parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, versteht trotz seines Jobs in der Regierung, offenbar nicht, daß er Teil der Bundesregierung ist.

Er wettert, ähnlich wie die AfD gegen die von Bundeskanzler Scholz ins Spiel gebrachte Impfpflicht.

Genau wie die AfD verwendet er dabei unseriöse, populistische Argumente, indem er wider besseres Wissens ImpfPFLICHT mit ImpfZWANG gleichsetzt und düstere Szenarien von Gewaltmaßnahmen ausbreitet.

[….] Theurer: “Ist ein Impfzwang möglich? Überhaupt mit unserem Grundgesetz zu vereinbaren? Also eine Zwangsimpfung, also die im extremsten Falle dazu führen würde, dass Menschen unter Anwendung unmittelbaren staatlichen Zwangs, also staatlicher Gewalt, zu einem Arzt gebracht werden und dort eine Spritze gegen ihren Willen verabreicht bekommen."

Kontraste: “Aber das fordert ja niemand. Warum setzen Sie Impfpflicht und Impfzwang gleich? Ist das nicht gefährlich?”

Theurer: “Also dass das niemand fordert kann ich nicht erkennen.” [….]

(Kontraste, 16.12.2021)

Da ist sie noch, die Pegida- und Aluhut-affine Kemmerich-FDP, das stets ganz rechts blinkende AFDP-Wurmfortsätzchen.

An der Spitze dieser „Sektion Hanebüchen“ innerhalb der FDP-Bundestagsfraktion steht immer noch Vizepräsident Wolfgang Kubicki.

Der Mann prahlt damit, sich nicht an die Corona-Maßnahmen zu halten, nennt Karl Lauterbach „einen Spacken“ und mobilisiert auch jetzt seine Truppen wider die Impfpflicht.

[….] Kubicki opponiert gegen Impfpflicht. Der FDP-Vize schart mit einem Abstimmungsantrag gegen eine allgemeine Impfpflicht Parteifreunde um sich - denn die Skepsis ist unter Liberalen größer als beim Rest der Ampel. [….]

(Henrike Roßbach, SZ, 17.12.2021)

Die Kieler Loose Cannon hat schon lange die Koordinaten der seriösen Politik verlassen. Dabei wird er von seinen verschwörungstheoretischen Fan-Boys im Springer-Verlag – Döpfner, BILD, WELT – nach Kräften unterstützt. Besonders WELT-Chef Ulf Poschardt, der schon lange Aluhut trägt, gibt den Vordenker der „Sektion Hanebüchen“.

[….] "Also wenn ich jetzt ganz infantil wäre, würde ich sagen wollen Sie lieber gesund in einer Diktatur leben oder krank in einer Demokratie? Solche Fragen würde ich aber nie stellen. Aber das Freiheitsdenken als ein Problem für die Gesundheit zu sehen, halte ich für ganz schwierig. Ich möchte auch kein Gesundheitsdiktat und ich würde mir ungern von Medizinern und Virologen erklären lassen, wie eine Gesellschaft und ein politisches System funktioniert, weil erkennbar geworden ist, dass viele der Modellierer*innen und Virolog*innen und so weiter, die in den Talkshows sitzen, bestenfalls ein strategisches Verhältnis zur Freiheit haben. Denen glaube ich gar nichts.” [….]

(Welt-Chefredakteur Poschardt, zitiert nach KONTRASTE, 16.12.2021)

Der Mann passt hervorragend in das Döpfner-Reichelt-Poschardt-Universum und ist ein Grund mehr, sämtliche SPRINGER-Erzeugnisse zu boykottieren.

[….] Kubicki sieht bei Impfpflicht-Befürwortern "Rache" im Spiel.

Der FDP-Politiker Wolfang Kubicki ist nach eigenen Worten "entsetzt über das jakobinerhafte Verhalten vieler in diesem Land, deren Freude an 2G und Impfpflicht ja nicht mehr rational ist". Weiter sagte der Bundestagsvizepräsident Zeit Online, "vielen Impfpflichtbefürwortern scheint es um Rache und Vergeltung zu gehen". Auf die Nachfrage "Rache an wem?" erwiderte Kubicki: "An den Ungeimpften, weil man glaubt, in ihnen die Verantwortlichen für unsere derzeitige Misere ausgemacht zu haben, was natürlich völliger Unsinn ist." [….]

(SZ, 18.12.2021)

Dabei sollte gerade den selbst ernannten Freiheits-Spezialisten von der FDP seit Jahrhunderten bekannt sein, daß Freiheit niemals absolut gelten kann, sondern da endet, wo sie anderen schadet.

«Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt».

 Immanuel Kant (1724-1804)

Ich habe nicht die Freiheit mein Kind zu versklaven, nicht die Freiheit meine Frau zu vergewaltigen, nicht die Freiheit den DHL-Boten zu verprügeln und auch nicht die Freiheit meinen lärmenden Nachbarn zu töten. Ich habe nicht die Freiheit, mich im Supermarkt ohne zu zahlen, zu bedienen, nicht die Freiheit nachts mit 120 Dezibel Rockmusik zu hören, nicht die Freiheit mein Auto-Altöl in den Gulli zu gießen, nicht die Freiheit in der S-Bahn zu onanieren, nicht die Freiheit bei der Bundestagswahl fünf Stimmen abzugeben und nicht die Freiheit einen Schwan auf der Hamburger Alster zu fangen und zu braten.

«Die Freiheit besteht darin, dass man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet».

Matthias Claudius (1740-1815)

Sich als Ungeimpfter und somit potentieller Seuchenverbreiter mit hoher Viruslast, zu gerieren, ist eben gerade keine Frage der persönlichen Freiheit.

Ein schwerer Krankheitsverlauf kostet die Allgemeinheit und die Kliniken leicht mal 50.000 Euro und kann, weit schlimmer, die Kapazitäten so stark binden, daß ein Unfallopfer oder Herzinfarktpatient nicht adäquat behandelt werden kann.

Ungeimpfte verlängern die Pandemie, fördern damit die Wahrscheinlichkeit von drastischen Eingriffen in das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben.

Dadurch richten sie erhebliche finanzielle und psychische Schäden an. Ungeimpfte geben dem Virus die Brutraum, um neue Mutanten hervorzubringen.

Ungeimpfte sind aber insbesondere selbst eine Gefahr und können durchaus mit ihrem Starrsinn andere Menschen töten.

[….] Nach einem Corona-Ausbruch mit drei Todesfällen in einem Pflegeheim in Hildesheim ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine frühere Mitarbeiterin der Einrichtung. Es bestehe der Verdacht, dass die 44-Jährige mit einem gefälschten Impfpass im Heim gearbeitet habe, während sie Corona hatte, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag.  Da im engen zeitlichen Zusammenhang drei mit dem Virus infizierte Bewohnerinnen starben, ermittelt die Anklagebehörde zudem wegen des Anfangsverdachts auf Totschlag. Die Beschuldigte habe die Verwendung des gefälschten Impfpasses eingeräumt, so die Sprecherin. [….] Der aktuelle Corona-Ausbruch zieht Ossenkopp zufolge weite Kreise. In jüngster Zeit hätten sich elf Bewohnerinnen und Bewohner sowie fünf Beschäftigte infiziert. Wie lange die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern werden, war zunächst unklar. (dpa/mp)  [….]

(MoPo, 18.12.2021)

Und genau deswegen brauchen wir eine Impfpflicht, die auch genau kontrolliert wird, Poschardt, Theurer und Kubicki.

Freitag, 17. Dezember 2021

Danke CDU!

Wieder einmal bestätigt sich mein altes Postulat zu plebiszitären Methoden: Je weiter unten man die Entscheidungsträger sucht, desto mieser die Ergebnisse. Volksabstimmungen sind die Diktatur der Inkompetenz. Läßt man die Parteibasis Personalentscheidungen fällen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der/die Falsche ausgesucht.

(….) Wir lernen also wieder einmal, wie schwierig und fatal Mitgliedervoten sind.

Göring-Kirchentag statt Habeck, Müller statt Saleh, Scharping statt Schröder, Oettinger statt Schavan – die Kette der radikal falschen Mitgliederentscheidungen ist lang.

Meistens ist die Basis verblödet und entscheidet mehrheitlich für die Scheiß-Option. Siehe Recep Tayyip Erdoğans Wahl mit 52% zum Präsidenten im Juni 2018. Siehe Brexit. Nach dem Basisvotum der Engländer ist aber nicht nur falsch entschieden, sondern das Land ist in dieser Frage nicht etwa geeint, sondern mehr gegeneinander aufgehetzt denn je. Wie auch immer nun entscheiden wird, eine Hälfte der Bevölkerung wird in Frust verfallen und sich zunehmend destruktiv verhalten.

AfD, Linke, Grüne, SPD und FDP setzen alle auf mehr plebiszitäre Elemente, weil das populär ist und man sich einen schlanken Fuß macht. Nur CDU und CSU sind dagegen.

In diesem Fall – und es ist der einzige Fall an den ich mich erinnern kann seit ich erwachsen bin – stimme ich der Union zu. Sie hat Recht, alle anderen irren.

Die indirekte Demokratie – also mit hoher Wahlbeteiligung Experten in einen Gremium zu wählen, die dort als VolksVERTRETER nach ihrem eigenen Gewissen und unbeeinflusst entscheiden, ist zielführender.

Ebenso sollten Delegierte in Parteien entscheiden.

Nachdem aber die Büchse der Urwahl-Pandora offen ist, nutzt nun jeder die Drohung mit Basis-Entscheidung, um demokratische Prozesse zu unterminieren. (….)
(Demokratische Legitimation, 09.01.2019)

So musste auch die SPD den Schmerzensweg gehen und mit den von der Basis erwählten Esken und Walter-Borjans durch das 14%-Tal schlurfen, bis sie begriffen, sich doch lieber auf Scholz zu verlassen.

So mussten auch die Grünen den Schmerzensweg gehen und mit den von der Basis erwählten Özdemir und Göring-Kirchentag durch ein langes Tal schlurfen, bis sie begriffen, sich doch lieber auf Habeck zu verlassen.

(….) Urwahl des SPD-Parteivorsitzenden 1993: Zur Auswahl standen der kraftstrotzende Macher Schröder, die linke Wieczorek-Zeul und der unfassbar langsame Mann ohne Eigenschaften Scharping. Der Pfälzer Scharping war die Garantie dafür die Bundestagswahl 1994 zu verlieren, weil er nur eine schlechte Kopie des drögen Pfälzers Kohls war; wer auf sowas steht, wählt das Original.

Genauso wählten die SPD-Mitglieder 1993 und entsprechend kam es 1994.

Urwahl 2013 über den GroKo-Vertrag, will man mit Linken und Grünen in die Opposition, oder lieber dem Beispiel früherer Koalitionspartner Merkels folgen und sich an ihrer Seite marginalisieren und massakrieren lassen?

Berliner Urwahl 2014: Soll die Inkarnation der Ödnis, Michael Müller, 51, der fromme Evangele und Mann ohne Eigenschaften neuer Regierender Bürgermeister werden oder wagt man etwas und setzt auf den äußerst quirligen und dynamischen 37-Jährigen Fraktionschef Raed Saleh?

Klar, daß Müller mit fast 60% gewann. (…..)

(Prognosen, 31.08.2016)

Auch die Grünen fielen damit schon richtig auf die Nase und läuteten damit unter anderem den schwarzgelben Wahlsieg in NRW ein.

(…..)  Die Grünen-Mitglieder bestimmten per Urwahl die Bundestagsspitzenkandidaten.  Das ist ja mal gründlich schiefgegangen. Die ostdeutsche Merkel-Bewunderin Kathrin Göring-Kirchentag hatte die Grünen bei der letzten Bundestagswahl zielstrebig zur kleinsten Oppositionskraft hinter der LINKEn verzwergt.

(…..)  Mit konsequenter Umschiffung jeder inhaltlichen Politik brachten es Göring-Eckardt und Hofreiter fertig die Wähler eine volle Legislaturperiode so einzunebeln, daß niemand auch nur einen Schimmer von grünen Politikvorstellungen hat. Man kennt keine Konzepte, keine Pläne, noch nicht mal Meinungen zu den Bereichen Flüchtlinge oder Finanzpolitik.  Es ist noch nicht mal ansatzweise möglich auch nur die grobe politische Richtung der Grünen zu erahnen. (……)

Peter, Özdemir, Hofreiter und Göring-Eckardt hassen sich alle gegenseitig. Es gibt nur die eine Gemeinsamkeit; nämlich den Wunsch, den einzig guten Spitzenkandidaten, Minister Habeck zu verhindern. Das gelang bei der Urwahl – wenn auch denkbar knapp.

[……] Parteichef Cem Özdemir schnitt bei den Männern mit 35,96 Prozent extrem knapp am besten ab. Robert Habeck, Umweltminister in Schleswig-Holstein, holte nur 75 Stimmen weniger und kam auf 35,74 Prozent. Fraktionschef Anton Hofreiter vom linken Flügel der Partei bekam 26,19 Prozent. [….]

(dpa, 18.01.2017)

Urwahl ohne zweiten Durchgang. Das erinnert natürlich an die fatale Scharping-Urwahl von 1993, die direkt in die Opposition führte. (…..)
(Jeder kommt mal dran, 19.01.2017)

Zweimal entschied die CDU auf qualifizierter Ebene über die Personalie „Merz als Parteivorsitzender“, zweimal scheiterte er. Beim dritten Versuch lag die Entscheidungsgewalt in den Händen der Doofsten, der einfachen Parteimitglieder, und diesmal gewann Friedrich „Fotzenfritze“ Merz schon im ersten Wahlgang deutlich. Diese 62% sind ausgezeichnete Nachrichten für Bundeskanzler Scholz, der in seiner Ampelkonstellation stets gezwungen ist, Rücksicht auf die neoliberale FDP zu nehmen  und daher mit offener Flanke zu den Linken steht.

Aber mit dem ultrakonservativen Schreckgespenst Merz, dem Hedgefonds-Millionär mit seinen Privatjets und der nicht endenden Kaskade überheblicher und beleidigender Äußerungen gegen Frauen, Minderheiten und Arme, kann Scholz glaubwürdig das soziale Gewissen darstellen.

Die hanebüchenen Aussagen des designierten CDU-Parteichefs stammen dabei keineswegs, wie seine Befürwortung der straflosen Vergewaltigung in der Ehe, aus grauer Vorzeit (1997), sondern sie bestimmen auch sein aktuelles Denken, wie seine blitzartige Assoziation zu Pädophilie bestätigt, als er im September 2020 nach seiner Haltung zur Homosexualität gefragt wird.

Merz bemühte sich immer erst einmal um sein eigenes finanzielles Wohl, wurde so zum Multimillionär. Für Geringverdiener und Rentner in Armut kennt Merz nur Spott und Verachtung.

Eine Frau als CDU-Generalsekretärin will er nicht mehr. Auch in der Schwulenfrage hat er sich in 50 Jahren nicht bewegt; die mag er nicht und hält sie offenbar alle für Pädophile. Auch der gute alte tumbe Sexismus gegen Frauen lebt in Merz munter weiter.

(……) Wie halten sie es eigentlich mit ihrem Chef und Vorsitzenden Roland Tichy, der im Namen der Stiftung gegen Klimaschutz wettert und in seinem Blatt über den „G-Punkt“ von SPD-Politikerinnen mit Migrationshintergrund orakeln lässt.

Selbstverständlich gehört auch Multifunktionär Friedrich Merz, der selbst mit multiplen Shitstorms kämpft  zur Ludwig-Erhard-Stiftung.

Es wäre eine Gelegenheit von seinen eigenen schwulenfeindlichen Sprüchen abzulenken. Aber der Mann ist nicht lernfähig.

Einer der Merzschen Helden, Donald Rumsfeld, dem damals die CDU-Größen Merkel, Schäuble, Merz und Pflüger begeistert in den Irak-Krieg folgen wollten, sagte im Jahr 2002 an die Adresse der Kriegsgegner „Wenn du in einem Loch sitzt, solltest du aufhören zu graben“.

Friedrich Merz nimmt sich den Ratschlag allerdings nicht zu Herzen und gräbt sich nach seiner schwulenfeindlichen Attacke tiefer in sein Loch der Uneinsichtigkeit.

Obwohl man ihm bundesweit erklärte, wie diskriminierend, missachtend, falsch und ungehörig seine gedankliche Verknüpfung von Homosexualität und Pädophilie ist, gibt sich der renitente Multimillionär absolut beratungsresistent und unterstreicht tags darauf noch einmal explizit diesen angeblichen Zusammenhang.

[…..] Merz sagte der “Welt” weiter: “Die Toleranzgrenze ist immer überschritten, wenn Kinder betroffen sind, und da haben wir nun genug abscheuliche Dinge gesehen in letzter Zeit.” Das werde er auch in Zukunft so sagen, “selbst wenn es offenbar dem einen oder anderen nicht gefällt”. [….]

(RND, 22.09.2020)

Das ist schon interessant; der Mann, der so gern Kanzler werden will ist nicht nur ganz offensichtlich intellektuell nicht in der Lage seinen Irrtum zu bemerken, sondern ihn verlassen auch alle politischen Instinkte. Selbst wenn er anderer Meinung ist, sollte er doch erkennen sich total verrannt zu haben, weil ihm niemand, auch nicht aus seinem engsten Umkreis beispringt. Kein CDUler will ihn noch verteidigen.

[…..] Friedrich Merz hat sich „verplappert“. Okay, das kann passieren. Zumal, wenn man zu verbaler Inkontinenz neigt, die Worte einem mitunter unkontrolliert entgleiten. Doch statt sich zu entschuldigen, behauptet er jetzt in der „Welt“, da sei etwas „bösartig konstruiert“worden. Um dann nochmals sein eigentliches Motiv zu unterstreichen: „Die Toleranzgrenze ist immer überschritten, wenn Kinder betroffen sind, und da haben wir nun genug abscheuliche Dinge gesehen in letzter Zeit.“ Was es fast noch schlimmer macht. Denn wieder konstruiert er diese merkwürdige Assoziation zwischen Homosexualität und Pädophilie. Und profiliert sich darüber hinaus als selbstloser Tugendwächter, dem es doch nur um das Wohl der Kinder geht. Damit begibt sich Merz in schlechteste Gesellschaft: Donald Trump hatte Hillary Clinton unterstellt, als Mitglied einer „Pizza-Connection“einem Pädophilenring anzugehören. […..][…..]

(H. Stutte, Mopo.de, 23.09.2020)

Von diesem Merz kann man nicht erwarten, daß er den Tichy-Affront begreift und sich aus Solidarität mit Chebli ebenfalls aus der LES zurückzieht.

Gut so; dann erkennt auch der Begriffsstutzige woran er bei Merz ist. (…..)

(Und noch einmal CDU-Sexismus in Reinkultur, 23.09.2020)

Dabei sind gar nicht so sehr die ultrakonservativen Positionen an sich das Problem des Friedrich Merz, sondern seine intellektuelle Minderbemittelung, die es ihm unmöglich macht, sich zu zügeln. Er versteht offenbar gar nicht, wie sehr er sich und der CDU schadet, wenn er ewiggestrig dampfplaudert.

Merz kann sich nur unter seinesgleichen entfalten, auf kleinen Bühnen mit einem rechtskonservativen JU-Publikum, oder in einem Ost-CDU-Landesverband. Wenn er a priori sicher sein kann, der Star zu sein.

Schon ein CDU-Bundesparteitag, an dem auch Sozialausschüsse und Frauenunion teilnehmen, schüchtert ihn ein.

Noch schlimmer ergeht es ihm in Talkshows, wenn es um Themen geht, die er zu beherrschen glaubt, in Wahrheit als Blackrock-Lobbyist ohne eine einzige Minute Regierungserfahrung, aber intellektuell überfordert ist.

(….)  Zu den faszinierendsten urbanen Legenden gehört die (nahezu im Wochentakt von ihm selbst widerlegte) Darstellung des Friedrich Merz als Wirtschaftsexperte.

In Wahrheit ist der Jurist ökonomisch so ahnungslos, daß er von richtigen Experten kontinuierlich ausgelacht wird.

Grüne, Linke und Sozis führen ihn immer wieder in Talkshows vor, wenn er etwas besonders Idiotisches von sich gibt und seine eklatanten ökonomischen Wissenslücken offenbart.

[…] Doch dann rauscht ein Shitstorm durchs Netz. Wirtschaftspolitiker, Ökonomen und Vertreter des Wahlvolkes sind entsetzt von mangelndem Sachverstand oder einfach empört. Er biete Merz "ein kurzes Briefing in Sachen Geldsystem und Staatsfinanzen" an, "sollte nicht länger als ein Jahr dauern, bis wir Sie so fit haben, dass Sie wieder mitreden können", twittert der Ökonom Maurice Höfgen, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag arbeitet. "Ist schon fast lustig, dass der 'Wirtschaftsexperte Merz' keine Ahnung von wirklich grundlegender Ökonomie zu haben scheint", ein anderer. "Die alte Nummer, den Menschen große Angst vor angeblichen Schulden machen", ärgert sich ein Nutzer.  "Ohgottohgott, dieser Mann tritt in meinem Wahlkreis an. @FriedrichMerz, kommen Sie doch mal rüber in die Altstadt, ich leih' Ihnen meinen Bofinger", bietet jemand an. Auf die "Grundzüge der Volkswirtschaftslehre" von Peter Bofinger verweist auch der Linken-Fraktionsvize Fabio De Masi, er twittert ein Bild des Lehrbuchs. "Ist das die neue Wirtschaftskompetenz?", fragt er. Und, an Merz gerichtet: "Wissen Sie eigentlich, was eine Liquiditätsfalle ist? Sie scheinen da was verwechselt zu haben." - "Oh Lord Keynes!" […..]

(SZ, 26.04.2021)

Die einstigen Wirtschaftsparteien der Union, die so tief gesunken sind, daß sie einen lügenden Blender (Guttenberg), einen hoffnungslos Überforderten, der wegen Lustlosigkeit zurücktrat (Glos) und nun sogar Altmaier zum Wirtschaftsminister machten, sind ökonomisch so verblödet, daß sie noch nicht mal mehr merken wie hanebüchen ihre Aussagen sind und sich selbst für brillant halten. Der klassische Dunning-Kruger-Effekt.

[…..] Genüsslich schiebt die Süddeutsche noch nach, dass Merz schon öfter mit wirtschaftswissenschaftlich zweifelhaften Ratschlägen aufgefallen sei, vor einem Jahr z.B. mit dem Hinweis, man dürfe Fleisch nicht zu teuer machen, weil Lebensmittel eine geringe Preiselastizität haben. Da hätte er nun wirklich einmal überlegen sollen, was er sagt. Wirtschaftspolitiker/innen, die keine Ahnung haben, aber glauben, sie zu haben, haben möglicherweise noch etwas anderes: ein erhöhtes Risiko, dem Dunning-Kruger-Effekt zum Opfer zu fallen. Die anderen lassen sich vielleicht doch eher von Expert/innen beraten. [….]

(Science Blog, 27.04.2021)  (….)

(Unternehmerisches Versagen, 09.10.2021)

Als zukünftiger CDU-Bundeschef und mutmaßlich auch CDUCSU-Fraktionsvorsitzender, wird sich Merz aber nicht auf Auftritte in völkisch-affinen bierseligen Verbindungskellern der JU beschränken können, sondern auch auf offener Bundestagsbühne auftreten müssen.

Schon als Chef der 35%-Union von 2000 bis 2002 musste er sich sang- und klanglos von der damals noch unerfahrenen Angela Merkel wegräumen lassen.

Nun hat er es mit einer demoralisierten 24%-Fraktion zu tun, die nie ins konservative Horn stoßen kann, ohne von des AfD-Proleten ganz rechts, mit noch extremeren Ansichten übertrumpft zu werden.

Zudem wird der Mann ohne Regierungserfahrung bei der nächsten Bundestagswahl 2025 immerhin 70 Jahre alt sein und schon deswegen nicht die jungen Wähler ansprechen können. Die moderaten Konservativen der urbanen Gegenden, die 16 Jahre lang Merkel wählten, wird er durch seine abstrusen gesellschaftlichen Vorstellungen ebenfalls nicht gewinnen können. Er kann nur nach ganz rechts zielen, aber da sitzt schon als Original die AfD.

Mit Merz haben die CDU-Mitglieder in ihrer mangelhaften Übersicht, ihrem fehlenden Weitblick, ihrem strategischem Unvermögen, denjenigen gewählt, den sie gemäß ihres Bauchgefühls am liebsten mögen.

Ein unsinniges Kriterium, denn die CDU-Mitglieder wählen ohnehin CDU. 

Der neue Parteichef kann aber nur Kanzler werden, wenn er über die 24% Restwähler hinaus, weitere Bürger anspricht. Dafür ist der homophobe, misogyne, Cannabis verteufelnde, Hartz-Empfänger verachtende Anti-Gender-Mann, der als ehemaliger Richter gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung votierte, genau der Falsche.

All diese potentiellen Wähler, die Merz abstößt, können die Ampel-Parteien 2025 einsammeln.







Donnerstag, 16. Dezember 2021

Sachsen-Theodizee

Seit ein paar Tausend Jahren überlegen die schlausten Köpfe der Welt, wie sich die Existenz eines Gottes beweisen ließe. Eine Antwort fiel niemand ein.

Für uns Atheisten ist es viel einfacher; wir brauchen keine Jahrtausende, sondern nur eine Minute, um den Glauben an Gott in ein Paradoxon zu führen.

Gott kann keinen Stein erschaffen, der so schwer ist, daß er ihn nicht heben kann.  Könnte er so einen Stein machen, könnte er ihn nicht anheben und wäre damit nicht allmächtig, also auch kein Gott. Könnte er nicht so einen Stein machen, wäre er nicht allmächtig und damit kein Gott.

Gott heilt keine Amputierten, sondern nur solche Krankheiten, bei denen einen Spontanremission möglich ist.

Aber auch diese Abwandlungen der Theodizee-Frage sind eine Jahrtausende bekannte Problematik, die nie ein Theologe oder Geistlicher beantworten konnte.

(….) Gerätselt darüber wurde aber schon vor 3.000 Jahren im alten China, bei den Sumerern, in Indien, im Iran, Babylonien und Ägypten. Eine Antwort fiel nie einem ein. Zu offensichtlich ist die Tatsache, daß ein Gott nicht gleichzeitig allmächtig und gut sein kann.

Fall A) Ein allmächtiger Gott existiert nicht.

Fall B) Ein allmächtiger Gott existiert. Dann zeigen aber Auschwitz und die weiteren bekannten Genozide, daß er ein Arschloch sein muß und das ist per Definition eben nicht göttlich. Also existiert eben doch kein (lieber) Gott.

Was ich hier wieder einmal skizziere, ist das alte Theodizee-Problem.

Der Begriff wurde durch Gottfried Wilhelm Leibniz, dem letzten Universalgelehrten der Geschichte in seiner Abhandlung  „Essai de Théodicée“ (1710) geprägt. Damit griff er aber einen Jahrtausende alten Gedankengang auf. Die große Theodizee-Frage (Rechtfertigung Gottes“) wird immer wieder gestellt - seit Jahrtausenden, seit Epicur.
Sextus Empiricus, der Arzt und Philosoph des 2. Jahrhunderts, formulierte das Dilemma folgendermaßen:

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:
Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
Oder er kann es und will es nicht:
Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
Oder er will es nicht und kann es nicht:
ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:
Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

Ich persönlich halte mich da an die Antwort des Ausschwitzüberlebenden Yehuda Bauers- die ich logisch einfach bestechend finde.
„In letzter Zeit war die Leistungsbilanz Gottes, was die Juden anbelangt nicht gerade überwältigend." Er könne nicht zugleich allmächtig und gerecht sein - denn wäre er es, hätte er Ausschwitz nicht zugelassen. Doch offensichtlich konnte er es nicht verhindern.
Und was ist wenn es einen Gott gibt, der Ausschwitz verhindern wollte, aber nicht konnte?
Auch dazu hat Bauer eine einfache Antwort: „Ein armer Kerl, der Unterstützung braucht, der sich seine Stärke von uns holen muß - einen solchen Gott brauche ich nicht!“
Interessanter als die große Theodizee-Frage an sich finde ich die Tatsache, daß professionelle Priester, Ordensleute und klerikaler Hochadel nach 2000 Jahren Kopfzerbrechen immer noch keine Alibi-Antwort gefunden haben.

(Die Christen des Tages – Teil XIII und Teil XIV – 07.01.2010)  (….)

(Theodizee 2017, 31.10.2017)

2020/2021 taucht die Theodizee-Frage angesichts von 5,3 Millionen Covid19-Toten; den meisten davon in den besonders frommen Ländern USA (834.000 Tote) und Brasilien (617.000 Tote); in der Corona-Variante wieder auf.

Falls ein Gott existierte, gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) Gott will diese viele Millionen Toten. So denken insbesondere konservative Christen, die darin eine Strafe für Säkularisierung, Feminismus oder Homoehe sehen.  Dann wäre Gott aber nicht gut und somit auch kein Gott.

2.) Gott will diese vielen Millionen Toten nicht. So denkt beispielsweise die radikal naive BILD-Bischöfin Käßmann. Und da sie offenbar Jesus persönlich gut kennt, weiß sie natürlich exakt seine Beweggründe.

[…..] Gott bestraft uns nicht dafür, wie wir leben. Er schickt keine Krankheiten und keine Unfälle. Gott schickt keine Pandemie. Jesus hat für uns Menschen doch klargemacht, dass Leid nicht Folge von Schuld ist. Und er wusste, wovon er sprach, weil er selbst Leid erfahren hat. […]

(Margot Käßmann, 30.11.2020)

In diesem Fall, ist Gott aber offensichtlich gerade nicht allmächtig und somit auch kein Gott. Wie rettet man also die Religion in einer Situation, die wieder einmal beweist, daß es Gott nicht geben kann?

Hier kommt der Thomas Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, ins Spiel.
Der Mann mit den lila Genen – sein Vater Wolfgang und alle seine drei Brüder sind ebenfalls Pfaffen; ich ahne schon den Berufswunsch seiner drei Kinder – hat noch intimere Kenntnisse über Jesus.

[…..] Der sächsische Landesbischof Tobias Bilz (Dresden) hat sich zur Frage geäußert, ob Gott und die Corona-Pandemie etwas miteinander zu tun haben. Auf die Extrempositionen in der Debatte „Gott schickt keine Pandemie“ (Margot Käßmann) und „Die Pandemie ist Gottes Strafgericht“ angesprochen, sagte er: „Das stimmt ja beides nicht.“ Die Pandemie sei „natürlich“ keine Strafe Gottes. Sie gebe es auf der ganzen Welt, und die religiöse Situation in anderen Ländern sei eine völlig andere, so Bilz in einem Interview mit der Zeitschrift „Geistesgegenwärtig“ (Ausgabe 4/21) der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche (GGE). Zugleich fragte er: „Aber wie kann man umgekehrt sagen, die Pandemie habe mit Gott nichts zu tun? Es gibt nichts auf der Welt, was nichts mit Gott zu tun hat. Es ist zumindest der zulassende Wille Gottes, der hier am Start ist.“ [….]

(Idea, 15.12.2021)

Es strotzt so schön von unfreiwilliger Komik, wenn ein irrationaler Spinner mit imaginärem Freund, anderen irrationalen Spinnern mit imaginären Freunden, vorwirft zu spinnen, da er den ausgedachten Freunde besser kenne als die anderen, die aber ebenfalls überzeugt sind, ihren ausgedachten Freunde am besten zu kennen.

Realsatire. Das könnte man so als Sketch-Drehbuch verwenden.

Der 57-Jährige Ursachse aus dem Corona-Katastrophen-Bundesland Sachsen, das durch beeindruckende Doofheit der Bevölkerung eine 37%-Übersterblichkeit generieren konnte, hält seine Formulierung zulassender Wille Gottes, der hier am Start ist offensichtlich für einen Ausweg aus dem Theodizee-Dilemma.

Also war Auschwitz auch zulassender Wille Gottes, der hier am Start ist ?

Bilz ist aber offensichtlich nicht der schlaueste Fuchs, sonst würde er merken, daß der „zulassende Wille“ eines allmächtigen Wesens zu über fünf Millionen besonders grausamen Toten führt, da sie isoliert vom Beistand der Freunde und Familie elend verrecken. Noch dazu während besonders quälender Therapie-Umstände an einer Beatmungsmaschine. Damit widerlegt der Bischof offensichtlich „Güte“ dieses Wesens; zeigt, daß dieses Wesen also nicht göttlich ist.

Damit aber nicht genug.

Bilz, der eben bewies, daß Jesus a) grausam ist und einem b) ohnehin nicht hilft, zirkelschließt daraus, man sollte daher eine persönliche Jesus-Beziehung führen und schließt schlüpfrig noch eine Penetrationsphantasie an:

[…..] Der Landesbischof ermunterte ferner dazu, in einer persönlichen Jesus-Beziehung zu leben. Junge Menschen, aber auch Erwachsene fragten sich heute: „Wer wird verlässlich bei mir sein?“ Die Beziehungsantwort müsse sein: „Jesus ist der, der mit dir geht. Unabhängig von den Umständen und davon, wie du bist oder wie dein Glaube sich gerade ausdrückt. Er wird dich nicht verlassen.“ Man könne Menschen nur in eine Jesus-Beziehung hineinhelfen, wann man sie selbst lebe. [….]

(Idea, 15.12.2021)

Wie sagte schon Friedrich-Karl Wächter in seinem legendären „Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein“:

Am Abend hilft die Jägerin

Dem Jäger

In die Negerin.

Am Abend hilft der Bilz dem Jesus in den Sachs.

Mittwoch, 15. Dezember 2021

Der Dunkelkardinal

Wenn die schlimmsten Covidioten ob der Ampel-Personalentscheidungen richtig laut aufjaulen, kann man versichert sein, daß Bundeskanzler Scholz auf die richtigen Personen setzt. Dieser Fascho-Verschwörungstheoretiker-Indikator funktioniert ebenso gut umgekehrt. Wenn jemand aus dem braunen Parallelweltsumpf hochgelobt wird, weiß man, daß es sich bei demjenigen offensichtlich um besonders üblen Abschaum handelt.

Heute lobpreiste Phimose-Peinlich-Blogger Berger den bayerischen Kardinal Ludwig Müller, den Mann, der schon vor 15 Jahren als einfacher Regensburger Bischof stets Thema dieses Blogs war.

(….)  Mein Lieblings-Religiot ist aber immer noch Regensburgs Bischof Gerhard Ludwig Müller, der durch und durch und in jeder Hinsicht abstoßend ist. 

Er hat eine unangenehme Visage, hasserfüllte Augen, sorgte persönlich dafür, daß Kinderficker-Priestern neue Kindern zum Ficken vorgesetzt wurden und diffamierte und drangsalierte anschließend auch noch die Opfer!  Nicht ohne Grund habe ich dem Abschaum-Bischof als einzigem bisher eine eigene Posting-Reihe gewidmet, in der ich viele seiner widerlichen Aussagen, Taten und Charakterzüge darstellte.

Abschaum I        Abschaum II       Abschaum III

Während andere Katholen-Fürsten ernsthaft ein bißchen beschämt darüber sind, wie viele Kinder in Heimen, Sakristeien, Beichtstühlen und Schlafsälen von Priestern missbraucht wurden, gehört Müller zu der hardcore-Fraktion à la Kreuznet, die von einer „Hoax“ sprechen, von Jagd auf die Kirche. Der Regensburger Oberhirte ist aber nicht nur in seinem Bistum und bei seinen Pfarrern regelrecht verhasst - nein sogar seine Brüder im Amte gruseln sich vor dem polternden Zweimeter-Mann der Bösartigkeit.

Gerhard Ludwig Müller ist in vielerlei Hinsicht in Regensburg vollkommen unübersehbar - nicht nur weil er zwei Meter groß ist.
Er ist der vermutlich autokratischste unter den deutschen Bischöfen, der mit Leidenschaft seine Mitarbeiter desavouiert, die er für nicht absolut folg – und fügsam hält.
Die SZ schrieb jüngst über ihn:
Viele Bischöfe verdrehen regelrecht die Augen, wenn die Rede auf den Amtsbruder aus Regensburg kommt.
Harsch und grob beharrt er stets so unnachgiebig auf seiner Autorität, daß nicht nur fast alle seine Untergebenen entsetzt sind, sondern inzwischen auch nicht gerade als liberal bekannte Gestalten wie Kardinal Wetter öffentlich auf eine Distanzierung bestehen.

(Tammox 2007)

 Stefan Aigner erinnerte letzte Woche noch einmal daran wie außerordentlich schäbig sich Bischof Müller gegenüber den traumatisierten Opfern priesterlicher Gewalt äußert.

[…] „Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle – die schauen jetzt aus wie ein monolithischer Block.“  Es bemerkenswert, dass gerade Müller so etwas sagt. Was sind „Einzelfälle“? Und wie viele „Einzelfälle“ braucht es, um von einem Komplex sprechen zu dürfen? Es wäre schön, diese Frage anhand genauer Fakten diskutieren zu können. Doch just in der Diözese Regensburg ist das nicht möglich. Hier geizt man mit Informationen zu diesen „Einzelfällen“. Beispiellos. Keine Diözese ist so verschwiegen. Nach wie vor gibt es keine konkreten Zahlen zu Tätern und Opfern. Man hört nichts über Entschädigungsanträge oder eventuelle Auszahlungen. Der „Zwischenbericht“, den Müllers Sprecher Clemens Neck (einigen ausgewählten Journalisten) vor etwa einem Jahr vorgestellt hat, ist eine Frechheit. Ein knapp gehaltenes Dokument voller Allgemeinplätze, ohne jede Offenheit. […] Nicht, dass Priester Kinder und Jugendliche vergewaltigt, geprügelt und gedemütigt haben, ist dessen Kern, sondern das bewusste Verschweigen dieser Straftaten. Das Versetzen der Täter. In der Diözese Regensburg wurden allein zwischen dem Jahr 2000 und 2007 drei Fälle öffentlich, in denen die Diözese nicht durch übermäßigen Eifer beim Schutz von Kindern aufgefallen ist. […] Hier wurden mehrfach kriminelle Priester erneut auf Kinder und Jugendliche losgelassen. Auch unter Müllers Verantwortung. […]

 (Regensburg-digital 09.02.2012)

Bischof Müller ist der Bodensatz des deutschen Episkopats - gegen ihn wirken sogar Prügel-Mixa und Homohetzer Overbeck wie freundliche Gesellen. (…..)

(Abschaum Teil IV, 15.02.2012)

Jeder Verein, jede internationale Organisation, die auch nur über rudimentären Anstand verfügt, hätte Müller spätestens vor zehn Jahren aus dem Verkehr gezogen. Nicht so die römisch-katholische Kirche.

Ratzinger erhob Müller, der bis 2012 bloß einer von 4.000 Bischöfen war, zum Kurienerzbischof und machte ihn als Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre zur Nummer Drei aller Geistlichen.

Ich war nicht dabei, als Ratzinger diese Personalentscheidung traf, aber man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu mutmaßen, daß es sich dabei um eine Gegenleistung handelte.

Die sadistischen Machenschaften Georg Ratzingers, zufällig Bruder des Papstes, fanden alle im Bistum Regensburg statt. Dort wurde zufällig besonders rabiat die Aufklärung der Übergriffe auf kleine Jungs blockiert und zufällig wurde ausgerechnet dieser Bischof, der über keinerlei kuriale Erfahrungen verfügte, nach ganz oben befördert.

Der Aufstieg endete nicht mit Ratzinger. Nach dessen Rückzug 2013, erhob Bergoglio Müller im feierlichen Konsistorium vom 22. Februar 2014 zum Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie Sant’Agnese in Agone.

2021 stieg Kardinal Müller auf Wunsch des Papstes zum Richter am höchsten Kirchengerichtes, des „Supremo Tribunale“ der Apostolischen Signatur auf.

Ausgerechnet.  Denn Müllers notorischer Hang zu antisemitischen NS-Vergleichen  - pädophile Priester, die kleine Kinder missbrauchen, erinnern ihn an die im Holocaust unschuldig ermordeten Juden – zeigt, was er sicher nicht hat: Urteilsvermögen!

„Supremo Tribunale“-Richter Müller lässt auch insofern tief blicken, weil er dafür bekannt ist, mit der Wahrheit auf Kriegsfuß zu stehen.

So behauptete er 2010 in der italienischen Tageszeitung La Stampa, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gehöre der Humanistischen Union an, diese sei eine Art Freimaurervereinigung, die Pädophilie normal finde und straffrei stellen wolle. Die Humanistische Union erreichte daraufhin beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung, die Müller verbot weiter so zu lügen.

Die Begeisterung der verschwörungstheoretischen Covidioten-Szene zog Müller schon im Mai 2010 auf sich, als er den Aluhut-Aufruf „Veritas liberabit vos!“ des Bergoglio-Erzfeindes Carlo Maria Viganò unterschrieb. Ein so abstruser Rundumschlag, daß er sogar von der Deutschen Bischofskonferenz DBK als  „Konglomerat an Verschwörungsmythen und Pseudowissenschaft“ verurteilt wurde.

Müller driftete immer mehr in abscheuliche antisemitische Verschwörungstheorien ab.

[…..] Kardinal Ludwig Gerhard Müller, seines Zeichens ehemaliger Bischof von Regensburg und konservativer Hardliner, meldet sich mit einem Interview aus dem Winterschlaf. Doch von christlicher Nächstenliebe und Adventsstimmung ist bei seinen Ansagen wenig zu spüren: Statt froher Kunde verbreitet der Kleriker Verschwörungserzählungen, NS-Vergleiche und antisemitische Narrative und Chiffren. Wie die in verschwörungsgläubigen Kreisen beliebte Erzählung vom “Großen Austausch” und die bewusste Nennung des amerikanisch-jüdischen Investors George Soros in diesem Kontext. 

Im Interview nimmt er bewusst Bezug auf die beliebte Verschwörungserzählung vom “Großen Austausch”: Eine antisemitische Verschwörungserzählung von der "jüdischen Weltherrschaft", die das Narrativ verbreitet, eine "christlich-weiße” Bevölkerung solle durch die gesteuerte Einwanderung von nicht-weißen oder muslimischen Menschen ausgetauscht und so vernichtet werden. Dahinter soll eine (jüdische) Finanz-Elite stecken, die häufig durch die Chiffre George Soros personifiziert wird. Auch Bill Gates als angeblicher Treiber der Pandemie darf dabei natürlich nicht fehlen. Gleichzeitig verharmlost er durch seine Vergleiche von Corona-Maßnahmen mit nationalsozialistischer "Gleichschaltung" die NS-Zeit.

Das ist nicht nur geschmacklos, sondern auch brandgefährlich: Denn solche Aussagen sind Wasser auf die Mühlen von Verschwörungsgläubigen, führen im Zweifelsfall zur Verbreitung von Verschwörungserzählungen und damit zu mehr Radikalisierung, Impfgegnerschaft und Menschenhass. Dies zeigt sich auch im Beifall, den der ehemalige Bischof gerade aus rechtsesotherischen Kreisen erfuhr. [….]

(Amadeu Antonio Stiftung, 14.12.2021)

[….]  Anfang Dezember machte er in einem Interview zur Corona-Krise durch Verschwörungstheorien auf sich aufmerksam und überschritt damit die Grenze dessen, was nach vorherrschendem Konsens öffentlich gesagt werden darf. Der einstige Wächter über den Glauben der Kirche wurde damit seinerseits gewissermaßen zum Häretiker. Und der Chor der Stimmen, die fordern, der Papst solle Müller zum Schweigen bringen, schwillt seither an. [….]

(BR, 15.12.2021)

Berger ist natürlich begeistert, da sich Müller nicht nur gegen die Anti-Covid-Maßnahmen stellt und Verschwörungstheorien verbreitet, sondern ihm auch die Möglichkeit gibt seinem Hass auf die Juden (Soros und Kahane) zu frönen.

[…] Great reset: Kardinal Müller greift Bill Gates und George Soros frontal an. […] Eine Ideologie-Elite will ihre Vorstellungen gesetzlich kodifizieren, sagt der weltweit bekannte Fachmann für Theologie Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Die amerikanischen Supermilliardäre würden nach der Corona-Krise versuchen über ihre Stiftungen und den Great Reset, ihr dürftiges Menschenbild und ihre ökonomisch beschränkte Weltanschauung der ganzen Welt überzustülpen. In den letzten Wochen habe ich hier bei PP immer wieder darüber berichtet, dass derzeit in der Catholica, besonders bei den praktizierenden katholischen Laien, eine Widerstandsbewegung gegen die Corona-Diktatur aufbricht. Mit dem Rosenkranz in der Hand und gleichzeitig mit patenten Influencern aus der traditionell katholischen Szene kämpfen sie Seit an Seit mit den hunderttausenden an Menschen, die derzeit mit dem Ruf nach „Freiheit“ in ganz Europa auf die Straßen gehen. Dabei entsteht durch den Corona-Wahn, dem auch Papst Franziskus verfallen ist, ein falsches Bild von den katholischen Hirten. […] Kardinal Gerhard Müller […]  wendet sich in seinem aktuellen Interview mit dem St. Bonifatius Institut gegen Black-Lives-Matter Eiferer, und LBGT-Fanatiker. Die Säuberung der Weltliteratur im Sinne einer politische Korrektheit ist für Müller „einfach nur Barbarei, geistiger Vandalismus, die Nachahmung der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts im Stil von Orwells Alpträumen.“ […]

(David Berger, PP, 15.12.2021)

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Die braune Pest ist glücklich.